Erhöhte Blutungsneigung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine erhöhte Blutungsneigung, auch hämorrhagische Diathese genannt, bezeichnet die Neigung des Körpers zu Blutungen, die länger anhalten oder stärker ausfallen, als es der Anlass erwarten lässt, oder die ganz ohne erkennbaren Anlass auftreten. Sie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Befund, der verschiedene Ursachen haben kann. Neben der ursächlichen Behandlung der Blutungsneigung tragen Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherheit Betroffener bei.

Inhaltsverzeichnis

Was ist erhöhte Blutungsneigung?

Erhoehte Blutungsneigung
Die Betroffenen müssen ihren Körper vor verschiedenen Verletzungen und Gefahren schützen, da es schon bei sehr kleinen Verletzungen zu starken Blutungen kommen kann.
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Liegt bei einem Betroffenen eine erhöhte Blutungsneigung vor, so äußert sich dies in einer zu lange anhaltenden Blutung und/oder einer zu starken Blutung im Vergleich zur erlittenen Verletzung. Außerdem kann eine erhöhte Blutungsneigung zu Spontanblutungen führen, für die keine äußere Ursache erkennbar ist.

Zu den typischen Symptomen, in denen sich eine erhöhte Blutungsneigung ausdrücken kann, zählt auch das gehäufte Auftreten von Hämatomen (Blutergüssen) ohne nachvollziehbaren Anlass. Darüber hinaus können sich bei einem Betroffenen je nach Krankheitsbild Hauteinblutungen verschiedener Ausprägungen zeigen:

Liegen flächenhafte Einblutungen vor, wird dies in der Medizin auch als Suffusion bezeichnet. Zeigen sich dagegen beispielsweise viele kleine Hauteinblutungen, so handelt es sich um eine sogenannte Purpura; die einzelnen punktförmigen Blutungen werden Petechien genannt. Optisch kann dieses Phänomen leicht mit einem Ausschlag verwechselt werden.

Während eine sehr stark erhöhte Blutungsneigung in der Bevölkerung vergleichsweise selten auftritt, sind schwache Formen weiter verbreitet.

Ursachen

Eine erhöhte Blutungsneigung kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie lassen sich drei Gruppen zuordnen: Störungen der Blutplättchen (ihrer Zahl oder ihrer Funktion), Störungen der Gerinnungsfaktoren und Störungen der Blutgefäße selbst. Zunächst ist in diesem Zusammenhang das Vorliegen von Gerinnungsstörungen zu nennen. Liegt eine solche Gerinnungsstörung vor, so sind bei einem Betroffenen die sogenannten Gerinnungsfaktoren eingeschränkt oder fehlen gänzlich.

Da die Gerinnungsfaktoren beim Menschen in der Leber gebildet werden, geht auch fast jede ernsthafte Funktionsstörung der Leber mit einer Gerinnungsstörung einher. Für die Bildung mehrerer Gerinnungsfaktoren wird außerdem Vitamin K benötigt, sodass auch ein Mangel an diesem Vitamin eine Blutungsneigung nach sich ziehen kann. Auch die vergleichsweise seltene Bluterkrankheit (Hämophilie) zählt zu den Gerinnungsstörungen. Häufiger als diese ist allerdings das Willebrand-Jürgens-Syndrom, die häufigste angeborene Blutungsneigung überhaupt; anders als die X-chromosomal vererbte Bluterkrankheit betrifft es Frauen und Männer gleichermaßen.

Nicht zuletzt kann eine erhöhte Blutungsneigung im Rahmen von Gerinnungsstörungen durch blutverdünnende Medikamente hervorgerufen werden. In der Praxis ist dies sogar die mit Abstand häufigste Ursache: Gerinnungshemmer wie Marcumar oder die neueren Tabletten zur Blutverdünnung, aber auch Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure (ASS) setzen die Blutstillung herab. Besonders ausgeprägt ist der Effekt, wenn mehrere solcher Mittel gleichzeitig eingenommen werden.

Häufig ist eine erhöhte Blutungsneigung außerdem bedingt durch einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie) oder durch eine Funktionsstörung dieser Zellen. Verursacht sein kann dies beispielsweise durch Autoimmunreaktionen, durch Erkrankungen des Knochenmarks oder (wie die Gerinnungsstörungen) durch bestimmte Medikamentengaben. Schließlich können auch instabile/brüchige Blutgefäße (bspw. bedingt durch Erkrankungen oder den natürlichen Alterungsprozess) eine erhöhte Blutungsneigung zur Folge haben.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In den meisten Fällen kann trotz dieser Erkrankung ein gewöhnliches Leben ohne Komplikationen geführt werden. Die Betroffenen müssen ihren Körper allerdings vor verschiedenen Verletzungen und Gefahren schützen, da es schon bei sehr kleinen Verletzungen zu starken Blutungen kommen kann. Bei ausgeprägten Formen lassen sich die Blutungen nur schwer stoppen und kommen nicht von alleine zum Stillstand, sodass eine medizinische Intervention notwendig ist.

Im schlimmsten Fall kann der Betroffene an der Erkrankung versterben, falls er zu viel Blut verliert. Dabei leiden die Patienten häufig an Zahnfleischbluten oder an Nasenbluten, wodurch die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verringert wird. Als Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt gehören, gelten außerdem Blutergüsse ohne erkennbaren Anlass, punktförmige Hautblutungen, langes Nachbluten nach Zahnbehandlungen und ungewöhnlich starke Regelblutungen. Vor allem bei operativen Eingriffen oder bei anderen medizinischen Interventionen muss der jeweilige Arzt über die Erkrankung vorgewarnt werden, um Komplikationen und andere Beschwerden zu vermeiden.

Kommt es zu größeren oder immer wiederkehrenden Blutverlusten, leiden die Patienten häufig an einem niedrigen Blutdruck und in einigen Fällen an Schwindelgefühlen. Sie können dadurch auch das Bewusstsein verlieren und sich durch einen Sturz verletzen. Weiterhin wirkt sich die Krankheit negativ auf die Belastbarkeit des Patienten aus, sodass dieser häufig müde und angeschlagen wirkt. In einigen Fällen führt die starke Blutungsneigung auch zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen.

Diagnose & Verlauf

Je nach vermuteter Ursache einer erhöhten Blutungsneigung stehen einem Arzt verschiedene Diagnoseinstrumente zur Verfügung. Soll etwa geprüft werden, ob der erhöhten Blutungsneigung Gefäßschäden zugrunde liegen, kann dies beispielsweise mithilfe einer Blutdruckmanschette am Arm erfolgen.

Führt eine leicht aufgeblasene Manschette nach einigen Minuten zu stecknadelkopfgroßen Flecken an der Haut, so spricht dies für eine Brüchigkeit der Blutgefäße. Blutgerinnungsstörungen und/oder Störungen der Blutplättchen können mithilfe spezieller Bluttests diagnostiziert werden. Dazu gehören die Bestimmung der Blutplättchenzahl im Blutbild sowie Gerinnungswerte wie der Quick-Wert beziehungsweise INR und die PTT.

Der Verlauf einer erhöhten Blutungsneigung ist abhängig von den entsprechenden Ursachen; sind die Ursachen zu behandeln oder verschwinden sie von selbst, kann sich auch die Blutungsneigung wieder zurückbilden. Die Bluterkrankheit beispielsweise ist nicht heilbar; Symptome können eingeschränkt werden durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen durch Betroffene.

Komplikationen

Bei einer erhöhten Blutungsneigung können unterschiedliche Komplikationen auftreten, da das Blut des Betroffenen nur sehr langsam oder auch gar nicht gerinnt. Betroffene Personen leiden beispielsweise vermehrt unter Nasenbluten. Schon kleine Verletzungen innerhalb der Nase können zu einer starken Blutung führen.

Ist eine solche Blutung überhaupt nicht zu stillen, muss sie ärztlich behandelt werden, etwa durch eine Nasentamponade oder eine Verödung des blutenden Gefäßes. Auch Zahnfleischbluten ist nicht selten übermäßig. Unter Umständen kann sich das Zahnfleisch auch entzünden, falls die betroffene Stelle von Bakterien oder anderen Verunreinigungen befallen wird. Im schlimmsten Fall kommt es zur Bildung von Eiterflüssigkeit, die sich in einem Abszess sammeln kann.

Wenn ein solches Krankheitsbild vorliegt, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Andernfalls besteht die Gefahr einer Blutvergiftung, die sogar tödlich enden kann. Bei einer erhöhten Blutungsneigung entstehen natürlich auch viel schneller Blutergüsse. Schon bei sehr geringen Erschütterungen oder bei wenig Druck kann sich ein Hämatom bilden.

Natürlich ist ein "blauer Fleck" keine richtige Komplikation, die von einem Arzt untersucht werden muss. Allerdings kann es beim Heilungsprozess zu Komplikationen kommen. Sammelt sich viel Blut unter der Haut, so entsteht ein Druck auf das umliegende Gewebe. Für eine schnelle und effektive Behandlung sollte dann umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald eine Blutung nicht mit eigenen Hilfsmitteln gestoppt werden kann. Blutet eine Wunde im Verhältnis besonders lange oder intensiv, besteht Grund zur Besorgnis. Ein Arzt ist zu konsultieren, wenn sich Beschwerden wie Schwindel, auffallende Blässe oder eine allgemeine Schwäche einstellen. Kann der Betroffene nicht mehr aus eigener Kraft gehen oder leidet er an einem immensen Kräfteverlust, benötigt er ärztliche Behandlung. Treten wiederholt Spontanblutungen ein, sollten diese von einem Mediziner abgeklärt werden.

Blutergüsse, die ohne einen ersichtlichen Grund oder bei leichten Erschütterungen auftreten, sollten untersucht werden. Breiten sie sich am Körper aus oder verbleiben über mehrere Wochen, sind sie einem Arzt vorzustellen. Ungewöhnliches Nasenbluten, das grundlos und langanhaltend auftritt, ist mit einem Arzt zu besprechen. Leidet der Betroffene vermehrt unter Zahnfleischbluten, ist ebenfalls Sorgfalt geboten. Eine medizinische Untersuchung ist notwendig, da über die offenen Stellen Keime in den Organismus gelangen können, die zu weiteren Erkrankungen oder Entzündungen führen können.

Bildet sich Eiter, setzt Fieber ein oder kommt es zu Bewusstseinsstörungen, ist ein Arztbesuch notwendig. Bei dem Verlust des Bewusstseins kann bereits ein erheblicher Blutverlust vorliegen. Ein Arzt ist daher schnellstmöglich zu konsultieren oder ein Notarzt muss gerufen werden.

Behandlung & Therapie

Ebenso wie der Verlauf einer erhöhten Blutungsneigung ist auch eine individuelle Therapie zunächst abhängig von den zugrunde liegenden Ursachen. Nicht in jedem Fall ist eine Blutungsneigung behandlungsbedürftig; so heilen beispielsweise einige leichte Formen, die durch Beeinträchtigungen der Blutplättchen hervorgerufen wurden, häufig von selbst.

Kann die Ursache einer Blutungsneigung eindeutig festgestellt werden und ist diese sowohl behandlungsbedürftig als auch behandelbar, so ist diese Ursachenbekämpfung ein erstes Therapieziel; liegt der erhöhten Blutungsneigung etwa eine Autoimmunerkrankung zugrunde, so zielt ein erster Schritt auf die Behandlung der Grunderkrankung. Sind dagegen Medikamente verantwortlich für eine erhöhte Blutungsneigung, so ist es teilweise möglich, diese durch ähnliche Präparate zu ersetzen.

Eine Behandlung der Bluterkrankheit umfasst vor allem Verhaltensmaßnahmen, die Verletzungen oder riskante Operationen weitgehend vermeiden sollen. Lange Zeit blieb es im Wesentlichen dabei, und Gerinnungsfaktoren wurden erst dann gegeben, wenn bereits eine Blutung eingetreten war. Heute erhalten Betroffene mit schwerer Bluterkrankheit den fehlenden Faktor stattdessen regelmäßig vorbeugend, sodass Blutungen weitgehend ausbleiben und auch Gelenkschäden verhindert werden können. Bei sehr starker Blutungsneigung oder etwa im Vorfeld geplanter Operationen können je nach Ursache beispielsweise Blutplättchen durch spezielle Blutplättchenkonzentrate ersetzt bzw. ergänzt werden. Auch verschiedene Gerinnungsfaktoren können dem Organismus eines Betroffenen durch gentechnisch hergestellte Präparate zugeführt werden.

Aussicht & Prognose

Eine genaue Aussicht und Prognose bei einer erhöhten Blutungsneigung vorherzusagen ist sehr schwer, da dieses Krankheitsbild in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann. Bei schweren Formen bluten Betroffene bereits bei kleinsten Verletzungen sehr stark. Die Gerinnung des Blutes ist in solchen Fällen gestört, sodass es ohne eine ärztliche Behandlung zu einem großen Blutverlust kommen kann.

Bei Prellungen und Stößen kommt es zudem viel schneller zu Hämatomen, sodass es unter Umständen auch zu inneren Blutungen kommen kann. Wenn eine solche Blutgerinnungsstörung ohne jegliche Behandlung bleibt, dann droht im schlimmsten Fall der Tod durch Verbluten. Wenn sich die betroffene Person allerdings für eine ärztliche und medikamentöse Behandlung entscheidet, lässt sich eine bestehende Blutgerinnungsstörung in vielen Fällen beheben oder zumindest so weit ausgleichen, dass keine bedrohlichen Blutungen mehr auftreten.

Für eine positive Prognose ist es jedoch wichtig, dass die Ursache dieser erhöhten Blutungsneigung gefunden wird. Nur durch die Beseitigung der Ursache kann eine positive Prognose in Aussicht gestellt werden. Ist die Ursache behebbar – etwa ein auslösendes Medikament oder ein Vitamin-K-Mangel –, verschwindet mit ihr auch die Blutungsneigung. Bei angeborenen Formen wie der Bluterkrankheit ist dagegen keine Heilung möglich; hier lassen sich die Beschwerden aber durch die Gabe der fehlenden Gerinnungsfaktoren und durch Vorsichtsmaßnahmen gut beherrschen.


Vorbeugung

Der Ausbildung einer erhöhten Blutungsneigung an sich kann nur schwer vorgebeugt werden. Ist dagegen bereits eine Blutungsneigung bekannt, so können verschiedene Vorsichtsmaßnahmen vor riskanten Situationen schützen (beispielsweise Geschicklichkeitstrainings gegen Stürze oder das Meiden riskanter Sportarten). Bei verschiedenen Formen erhöhter Blutungsneigung können schließlich vorbeugend Gerinnungsfaktoren oder andere Medikamente gespritzt/verabreicht werden.

Nachsorge

Eine erhöhte Blutungsneigung bedarf häufig der Nachsorge. Allerdings sieht diese je nach Ursache der erhöhten Blutungsneigung unterschiedlich aus. Ein anhaltendes Nasenbluten kann beispielsweise auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden, die eine unterschiedliche Behandlung erfordern. In vielen Fällen, in denen eine erhöhte Blutungsneigung vorliegt, ist keine medizinische Nachsorge vonnöten.

Bei Vorliegen der Bluterkrankheit ist bezüglich der Nachsorge anders zu verfahren als bei einem erweiterten Blutgefäß in der Nase oder der Einnahme eines blutverdünnenden Medikaments wie Marcumar. Die Bluterkrankheit erfordert als ererbte Gerinnungsstörung eine lebenslange Nachsorge. Die Verödung eines anhaltend blutenden Gefäßes in der Nase aber nicht. Die blutende Nase, die wegen einer Marcumar-Einnahme blutet, bedarf zwar als bewusst erzeugter Gerinnungsstörung der Fürsorge.

Aber eine Nachsorge ist bei erfolgreich gestoppter Blutung vermutlich nicht nötig. Die Marcumar-Verordnung wird jedoch immer überwacht. Sie dient der medizinisch notwendigen eingeleiteten Blutverdünnung nach einer Thrombose oder einem Schlaganfall. Lange Zeit war Marcumar dafür das Standardmittel. Heute werden bei den meisten Anwendungsgebieten die neueren, direkt wirkenden Gerinnungshemmer bevorzugt, bei denen keine regelmäßige Kontrolle des Gerinnungswertes nötig ist.

Bei einer hämorrhagischen Diathese steht grundsätzlich die Vorsorge vor der Nachsorge. Besteht allerdings eine Leukämie, die sich durch eine erhöhte Blutungsneigung und Hämatome andeutet, ist eine Nachsorge nach der eigentlichen Behandlung unvermeidlich. In den meisten Fällen liegen bei erhöhter Blutungsneigung aber nur leichte Einblutungen vor, zum Beispiel in der Haut alternder Menschen. Das erfordert keine Nachsorge, es sei denn, eine kosmetische.

Das können Sie selbst tun

Bei einer erhöhten Blutungsneigung ist die Beseitigung der Ursachen vorrangig. In anderen Fällen muss eine individuelle Therapie ausgearbeitet werden. Diese kann durch eine Reihe von Selbsthilfe-Maßnahmen unterstützt werden.

So kann die Blutgerinnung beispielsweise durch eine ausgewogene Ernährung unterstützt werden, die den Körper ausreichend mit Vitamin K versorgt – es steckt vor allem in grünem Gemüse wie Brokkoli, Spinat und Kohl und wird für die Bildung mehrerer Gerinnungsfaktoren benötigt. Wer Marcumar einnimmt, sollte die Menge an Vitamin K in der Nahrung allerdings möglichst gleichmäßig halten und Änderungen mit dem Arzt besprechen. Eine bewusste Lebensführung hilft den Betroffenen darüber hinaus, das Risiko akuter Blutungen zu senken.

Dazu gehört zum einen die Vermeidung riskanter Situationen und gefährlicher Sportarten. Zum anderen kann das Verletzungsrisiko durch gezieltes Geschicklichkeits- und Gleichgewichtstraining gesenkt werden. Ganz allgemein hilft auch regelmäßige Bewegung, sofern sie mit geringem Verletzungsrisiko verbunden ist. Umgekehrt sollten Betroffene keine Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure einnehmen, ohne dies zuvor mit ihrem Arzt abzusprechen, da diese die Funktion der Blutplättchen zusätzlich hemmen.

Im Vordergrund der Therapie steht jedoch die ursächliche Behandlung der Blutgerinnungsstörung. Häufig ist ein bestimmtes Medikament für die Erkrankung verantwortlich, welches in Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden kann. Oder es liegt eine erbliche Erkrankung wie die Bluterkrankheit vor, die diagnostiziert und mit Hilfe vorbeugender Maßnahmen behandelt werden muss. Nicht zuletzt sollten Menschen mit einer erhöhten Blutungsneigung stets einen Notfallausweis mitführen. Sollte es dann zu einem Unfall oder Sturz kommen, ist eine zielgerichtete Behandlung möglich.

Quellen

  • Serve, H., Zurmeyer, D. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Onkologie und Hämatologie.
    ISBN: 9783437054983
  • Eucker, J., Scholz, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Hämatologie Onkologie.
    ISBN: 9783437212833
  • Schaaf, C. P., Zschocke, J.: Basiswissen Humangenetik.
    ISBN: 9783662561461
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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