Fasciitis nodularis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei der Fasciitis nodularis bilden sich an den Faszien knotige und fibroblastisch wirkende Wucherungen, die gutartigen Tumoren entsprechen. Spekulationen zufolge handelt es sich um reaktive Prozesse nach Traumata oder Entzündungen des Gewebes. Die Abgrenzung zu bösartigen Erkrankungen ist für den Pathologen besonders schwierig.
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Was ist Fasciitis nodularis?
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Die Faszien sind Weichteilkomponenten des Bindegewebes. Von ihnen können verschiedene bösartige und gutartige Tumore ausgehen. Eine gutartige Tumorerkrankung der Faszien ist die Fibromatose, die trotz ihrer Gutartigkeit oft aggressiv die Umgebung infiltriert. Die Fasciitis nodularis ist eine Erkrankung der Faszien, die mit fibroblastisch wirkenden Wucherungen des Gewebes einhergeht. Trotz des ähnlichen Namens hat sie nichts mit der nekrotisierenden Fasziitis zu tun, einer lebensbedrohlichen bakteriellen Infektion der Faszien.
Synonym werden die Ausdrücke noduläre Fasziitis, pseudosarkomatöses Dermatofibrom und pseudosarkomatöse Fibromatose verwendet. Das pathologische Phänomen zählt zu den fibroproliferativen Erkrankungen und ist einer der häufigsten Befunde in diesem Bereich. Die genaue Prävalenz ist bislang unbekannt.
Die Erkrankung tritt ohne Geschlechterpräferenz auf und betrifft meist Menschen zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr. Die Diagnose der Erkrankung ist aufgrund der histologischen Ähnlichkeit zu Fibromatosen und Fibrosarkomen erschwert. In der Vergangenheit hatten die Abgrenzungsschwierigkeiten oft falsche Therapieentscheidungen zur Folge.
Ursachen
Die Ätiologie der Fasciitis nodularis ist bislang nicht abschließend geklärt. Auch für die offenbar verwandten Fibromatosen des Bindegewebes gilt die auslösende Ursache bislang als unklar. Vermutlich handelt es sich bei den Wucherungen der Fasciitis nodularis um reaktive Prozesse. In den meisten Fällen tritt spontane Remission ein. Zu Rezidiven kommt es in der Regel nicht.
Die Wissenschaft assoziiert die Wucherungen mittlerweile mit Traumata. So wird aktuell darüber spekuliert, inwiefern vorausgegangene Verletzungen der Faszien für die reaktiven Veränderungen eine Rolle spielen könnten. Oft stehen vorausgegangene Gewalteinwirkungen oder unspezifische Entzündungen mit dem Prozess in Zusammenhang.
Unter Umständen sind auch genetische Faktoren für die Erkrankung an einer Fasciitis nodularis relevant. Lange galt die Fasciitis nodularis als rein reaktive Gewebereaktion. Nach heutigem Kenntnisstand liegt ihr jedoch in den meisten Fällen eine Umlagerung des USP6-Gens zugrunde, weshalb sie inzwischen als gutartige, sich selbst begrenzende Neubildung eingeordnet wird. Da viele Fälle der Fasciitis nodularis nicht erkannt und als Fibromatosen oder verwandte Erscheinungen diagnostiziert werden, ist die Ursachenforschung erschwert.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Patienten einer Fasciitis nodularis leiden an solitären, meist weniger als drei Zentimeter großen Wucherungen des subkutanen Gewebes. Die Wucherungen wirken derb und sind gegen ihre Umgebung gut abgrenzbar. Die fibroblastischen Knötchen wachsen schnell und sind in den meisten Fällen symptomlos. Nur selten handelt es sich um druckempfindliche Läsionen.
Die Wucherungen gehen vom Fasziengewebe aus und infiltrieren meist das subkutane Fettgewebe. In einigen Fällen dringen sie bis in die Muskulatur vor. Die Wucherungen sind gefäßreich und bestehen meist aus großen, spindelartigen Fibroblasten oder Myofibroblasten. Sie können unzählige Mitosen beinhalten und weisen meist prominent hervorstehende Endothelien auf. Mehrkernige Riesenzellen können in unterschiedlicher Dichte enthalten sein.
Die Kernformationen wirken meist bizarr. Das Stroma ist locker myxoid unterlegt und durch faserige Strukturen gekennzeichnet. Die Wucherungen treten bevorzugt an den oberen Extremitäten auf, so vor allem im Bereich der Unterarme. Seltener ist der Rumpfbereich der Patienten von den Knötchenbildungen betroffen.
Diagnose & Verlauf
Bei der Diagnose einer Fasciitis nodularis steht der Arzt vor einer Herausforderung. Basis der Diagnostik ist eine Biopsie der betroffenen Gewebe, die histologisch analysiert wird. Die histologische Differentialdiagnose stellt sich allerdings als schwierig heraus. Die sarkom-ähnlichen Befunde führen oft zu Fehldiagnosen und therapeutisch falschen Entscheidungen wie einer Strahlentherapie. Bei unklarem Befund kann heute zusätzlich der molekularpathologische Nachweis der USP6-Umlagerung die Abgrenzung zum Sarkom sichern.
Studien zufolge wurde von 55 Fällen der Fasciitis nodularis fast die Hälfte als Sarkome diagnostiziert. Weniger als ein Fünftel der Fälle wurde als Fasciitis nodularis erkannt. Die Weichteilläsion ist für die großen Schwierigkeiten bekannt, die sie dem Pathologen bei der Histologie bereitet. Abhängig vom Einzelfall kann es für den zuständigen Arzt schwierig sein, eine Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie den Fibromatosen, den Fibrosarkomen und dem malignen fibrösen Histiozytom vorzunehmen. Die Bezeichnung malignes fibröses Histiozytom gilt allerdings als überholt; solche Tumoren werden heute als undifferenzierte pleomorphe Sarkome eingeordnet. Patienten der Fasciitis nodularis haben eine gute Prognose, da die Tumore meist spontan zurückgehen und oft nicht wieder auftauchen.
Komplikationen
In der Regel kommt es bei der Fasciitis nodularis zur Ausbildung von gutartigen Tumoren. Allerdings kann es bei dieser Erkrankung zu Komplikationen kommen, da die gutartigen Tumore von den bösartigen Krebserkrankungen kaum zu unterscheiden sind. Der Betroffene leidet dabei vor allem an einer einzelnen Wucherung, die an unterschiedlichen Stellen des Körpers auftreten kann.
Durch die Knoten fühlen sich die meisten Patienten nicht attraktiv und leiden dadurch an einem verringerten Selbstwertgefühl. Hierbei können auch Läsionen entstehen, die schmerzempfindlich sind. Sollten die Wucherungen bis in das Muskelgewebe eindringen, kann es auch zu Bewegungseinschränkungen und starken Schmerzen kommen. Der Alltag des Patienten wird krankheitsbedingt relativ stark eingeschränkt.
Die Behandlung setzt in erster Linie die Abgrenzung der bösartigen Tumore von den gutartigen Tumoren voraus. Sollten bösartige Krebserkrankungen gefunden werden, so werden diese operativ entfernt. In der Regel kommt es zu einem positiven Krankheitsverlauf, wenn der Tumor frühzeitig behandelt wird.
Komplikationen treten dabei nicht auf. Allerdings muss sich der Patient einigen Nachkontrollen unterziehen, da die Fasciitis nodularis noch einmal auftreten kann, falls das Tumorgewebe nicht komplett entfernt wurde.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Bei einer Fasciitis nodularis muss immer eine Untersuchung bei einem Arzt erfolgen. Die Wucherungen bilden sich zwar in der Regel von alleine zurück, doch ist die Abgrenzung von einem bösartigen Tumor in jedem Fall notwendig. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn der Patient an Wucherungen im Gewebe oder auf der Haut leidet.
Häufig werden diese Wucherungen allerdings erst bei Kontrolluntersuchungen erkannt. Auch wenn die Knoten nicht gefährlich sind, sollten sie trotzdem untersucht werden. Vor allem bei druckempfindlichen oder schmerzenden Knoten ist ein Besuch beim Arzt notwendig.
Die Schmerzen können sich dabei auch auf die Muskeln übertragen. In der Regel wird bei der Fasciitis nodularis zuerst der Allgemeinarzt oder der Hautarzt aufgesucht. Die weitere Behandlung erfolgt dann bei einem anderen Facharzt und hängt stark von der Ausprägung der Beschwerden ab. Eine Strahlentherapie ist bei dieser gutartigen Veränderung dagegen nicht angezeigt; in vielen Fällen genügt es, den Knoten zu beobachten.
Weiterhin sind die Betroffenen allerdings auch nach einer erfolgreichen Behandlung auf regelmäßige Untersuchungen angewiesen, um Komplikationen und andere Beschwerden zu vermeiden. In der Regel wird die Lebenserwartung des Patienten durch die Fasciitis nodularis nicht verringert.
Behandlung & Therapie
Da die Ursache für die noduläre Fasciitis bislang nicht definitiv geklärt wurde, ist eine kausale Therapie nicht möglich. Lediglich symptomatische Therapien können erfolgen. Auf der anderen Seite neigen die Läsionen zur spontanen Remission und müssen aus diesem Grund nicht in jedem Fall sofortig behandelt werden. Die Abgrenzung von bösartigen Wucherungen des Gewebes ist der wichtigste Schritt für eine angemessene Therapieentscheidung.
Die Patienten der nodulären Fasciitis sollten auf keinen Fall eine Strahlentherapie oder ähnlich gesundheitsschädliche Therapiemaßnahmen über sich ergehen lassen müssen, die bei bösartigen Befunden zum Einsatz kommen. Auch eine chirurgische Exzision ist bei Patienten der Fasciitis nodularis meist nicht von Nöten. In den ersten paar Monaten bietet sich eine engmaschige Überwachung des Patienten an.
Operative Schritte sind erst einmal nicht indiziert. Die Überwachung entspricht vor allem einer Größenkontrolle der Wucherungen. Auch die Prüfung auf eventuelle begleitende Entzündungen ist in der Wartezeit relevant. Wenn sich die Wucherungen binnen einiger Monate nicht selbst zurückgebildet haben, kann eine chirurgische Exzision erfolgen. Die Wucherungen werden bei diesem Verfahren möglichst vollständig entfernt, damit keine Rezidive auftreten.
Nach der Entfernung nimmt der Patient an regelmäßigen Kontrolluntersuchungen teil, um das Wiederauftreten auszuschließen. Da ein solches Rezidiv bei dieser Erkrankung aber nur äußerst selten auftritt, ist die Therapie mit der Remission oder Exzision der Läsionen meist endgültig und vollständig abgeschlossen.
Aussicht & Prognose
Die Prognose der Fasciitis nodularis ist günstig. Die gutartigen Tumore lösen im Normalfall keine lebensbedrohlichen Konsequenzen aus. Da in der Regel kein operativer Eingriff nötig ist und keine bösartige Entartung zu erwarten ist, treten keine schwerwiegenden Komplikationen auf. Die Veränderungen des Hautbildes können jederzeit einer Spontanheilung unterliegen. In diesen Fällen ist die Prognose besonders günstig.
Seltener kommt es ohne Behandlung zunächst zu einem weiteren Wachstum der Wucherung und damit zu einer Zunahme der Beschwerden. Sobald eine ausreichende medizinische Versorgung in Anspruch genommen wird, kommt es innerhalb einiger Wochen oder Monate zu einer Linderung der Beschwerden.
Da es keine kausale Behandlungsmethode der Fasciitis nodularis gibt, können die Therapiemethoden unterschiedlich ausgerichtet sein. Es kann dadurch zu Verzögerungen des Heilungsweges kommen oder Unverträglichkeiten gegenüber genutzten Wirkstoffen sind denkbar. Diese sind von vorübergehender Natur.
Obgleich die Fasciitis nodularis eine günstige Prognose hat, kann sie im Verlauf des Lebens in seltenen Fällen erneut auftreten. Zudem sind die Veränderungen des Hautbildes stets von bösartigen Verläufen abzugrenzen. Kontrollbesuche und Abklärungen der Beschwerden sind demzufolge bei jedem Rezidiv notwendig. Die Erkrankung kann aufgrund der optischen Auffälligkeiten zu emotionalen und seelischen Problemen führen. Schuld, Scham und ein Rückzugsverhalten sind erwartbar. In Ausnahmefällen kann dies eine psychische Erkrankung bewirken und damit einen negativen Einfluss auf die Gesamtprognose auslösen.
Vorbeugung
Bislang ist noch unklar, welche Ursache der nodulären Fasciitis zugrunde liegt. Aus diesem Grund stehen auch keine vorbeugenden Schritte zur Verfügung.
Nachsorge
Bei Fasciitis nodularis sind die Möglichkeiten der Nachsorge sehr stark eingeschränkt. Dabei muss in erster Linie eine direkte und medizinische Behandlung der Beschwerden erfolgen, um weitere Komplikationen und Entzündungen am Gewebe zu verhindern. Es kann dabei durchaus zu einer Selbstheilung kommen, wobei sich eine frühe Diagnose der Fasciitis nodularis immer positiv auf den weiteren Verlauf der Krankheit auswirkt.
Die Lebenserwartung wird durch die Fasciitis nodularis nicht verringert, da es sich um eine gutartige Veränderung handelt. Die Fasciitis nodularis sollte dabei immer durch einen Arzt untersucht und überwacht werden, um eine Bösartigkeit der Wucherung auszuschließen. Dabei sind regelmäßige Untersuchungen durch einen Arzt notwendig.
Im Fall einer bösartigen Wucherung muss diese durch einen operativen Eingriff entfernt werden. In der Regel sollte sich der Betroffene nach einem solchen Eingriff immer ausruhen und sich schonen. Dabei sollte vor allem die betroffene Stelle geschont werden, damit es dort nicht erneut zu einer Fasciitis nodularis kommt.
Da die Fasciitis nodularis auch erneut auftreten kann, muss auch nach einer erfolgreichen Behandlung eine Untersuchung durchgeführt werden. Bei dieser Krankheit kann auch der Kontakt zu anderen Betroffenen sinnvoll sein, da es dabei häufig zu einem Austausch an Informationen kommt.
Das können Sie selbst tun
Patienten einer Fasciitis nodularis haben wenige Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Da in den meisten Fällen die Erkrankung weitestgehend symptomfrei verläuft, kommt es zudem zu wenigen körperlichen Beeinträchtigungen.
Gibt es eine Diagnose, wird häufig eine Stärkung der mentalen Kraft benötigt. Mit genügend Ruhezeiten und ausreichender Schonung kann diese erreicht werden. Die Teilnahme an Entspannungsverfahren ist zu empfehlen, da hierüber Stress abgebaut werden kann, der sich im Alltag aufbaut. Mit Techniken wie Yoga oder Meditation wird eine Verbesserung des Wohlbefindens erreicht, das grundsätzlich einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat.
Kommt es durch die Fasciitis nodularis zu Wucherungen, sollte es vermieden werden, an den betroffenen Stellen zu kratzen oder zu scheuern. Entstehen offene Wunden, können Krankheitserreger in den Organismus gelangen und weitere Erkrankungen auslösen. In schweren Fällen droht eine Blutvergiftung, die mit etwas Disziplin im Vorfeld vermieden werden kann.
Treten Muskelbeschwerden auf, ist es hilfreich, wenn der Patient Überanstrengungen und starke körperliche Belastungen vermeidet. Eine ausreichende Wärmezufuhr ist hilfreich, um die Muskulatur zu unterstützen. Zudem sollte es einen gesunden Ernährungsplan geben und ausreichend Flüssigkeit ist am Tag aufzunehmen. Einseitige Bewegungen oder eine Fehlhaltung des Körpers sind trotz vorhandener Beschwerden des Muskelapparates nach Möglichkeit zu vermeiden.
Quellen
- Böcker, W., Denk, H., Heitz, P. U., Moch, H. (Hrsg.): Lehrbuch Pathologie.
ISBN: 9783437171437
- Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Altmeyer, P.: Dermatologische Differenzialdiagnose.
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- Cerroni, L., Garbe, C., Metze, D., Kutzner, H. (Hrsg.): Histopathologie der Haut.
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- Wirth, C.-J., Mutschler, W., Kohn, D., Pohlemann, T. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
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