Hüftgelenksarthrose
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Hüftgelenksarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenkes. Der Name Coxarthrose leitet sich ab von dem lateinischen Begriff Coxa für Hüfte. Von allen Gelenkarthrosen ist die Hüfte nach dem Kniegelenk am zweithäufigsten betroffen. Dieselbe Erkrankung wird auch unter dem Stichwort Hüftarthrose beschrieben; den Gelenkverschleiß allgemein behandelt der Artikel Arthrose, die übrigen Ursachen von Beschwerden in der Hüfte der Artikel Hüftschmerzen.
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Was ist die Hüftgelenksarthrose?
Die Coxarthrose geht mit einem Abbau des Gelenkknorpels einher. Dadurch werden die Gelenkpfanne und der Gelenkkopf übermäßig belastet, und es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Hüftgelenksarthrose wird in zwei Typen eingeteilt.
Bei der primären Hüftgelenksarthrose ist zum jetzigen Zeitpunkt keine fassbare Ursache bekannt. Sie tritt meistens ab einem Alter von 50 Jahren auf. Etwa 2/3 der Patienten, die an einer Hüftgelenksarthrose leiden, sind an der sekundären Coxarthrose erkrankt. Diese Patienten sind oftmals jünger und es ist eine Ursache für die Erkrankung feststellbar.
Ursachen
Tritt die Coxarthrose in Familien gehäuft auf, so könnte eine angeborene Knorpelschwäche die Ursache sein. Weitere Ursachen sind entzündliche Gelenkerkrankungen, Unfälle, Fehlbelastungen, Übergewicht und Durchblutungsstörungen.
Auch einseitige Bewegungen und Bewegungsmangel sind als Ursache für die Coxarthrose bekannt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, an einer Coxarthrose zu erkranken, da das Knorpelgewebe, das das Gelenk schützt und die Gelenkbewegung erleichtert, schwindet.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Eine bestehende Hüftgelenksarthrose ist mit unterschiedlichen Symptomen und Beschwerden verbunden, die definitiv ärztlich und medikamentös versorgt werden sollten. Andernfalls ist nicht mit einer Beseitigung der bestehenden Symptome zu rechnen. Ein eindeutiges Anzeichen für eine Hüftgelenksarthrose ist eine deutliche Einschränkung des Bewegungsradius.
Bei jeder Bewegung sind deutliche Schmerzen zu verspüren, die sich je nach Art der genauen Bewegung richten. Häufig sitzt der Schmerz in der Leiste und strahlt bis ins Knie aus, sodass die Beschwerden anfangs für ein Kniegelenksproblem gehalten werden. Auch Muskelverspannungen in der betroffenen Region sind ein häufiges Symptom für eine bestehende Hüftgelenksarthrose. Besonders morgens kann es zu einer Steifigkeit des Gelenks kommen, sodass die Schmerzen in den Morgenstunden meist intensiver und stärker sind. Im Laufe des Tages nimmt der Bewegungsschmerz bei betroffenen Personen oftmals ab, da die Muskeln und Gelenke warm werden.
Allerdings ist dies kein Indiz für eine baldige Besserung oder Heilung, sondern der für die Arthrose typische Anlaufschmerz. Unabhängig davon kann sich in einem gereizten Hüftgelenk ein Gelenkerguss bilden. Ein weiteres und auch sehr typisches Symptom einer Hüftgelenksarthrose sind starke Schmerzen beim Aufstehen aus einem tiefen Sessel. Bei dieser Bewegung werden unmittelbar die Gelenke belastet, die bei einer Hüftgelenksarthrose geschädigt sind. Da betroffene Personen mit der Zeit bestimmte Bewegungen vermeiden, kann es zu erheblichen Muskelverspannungen kommen. Auch dies ist ein Anzeichen einer Hüftgelenksarthrose, sodass eine Behandlung durch einen entsprechenden Arzt unerlässlich wird.
Diagnose & Verlauf
Die Diagnose für eine Hüftgelenksarthrose stellt der Orthopäde durch eine manuelle Untersuchung der Hüftbeweglichkeit und eine Röntgenaufnahme. Auf dem Röntgenbild sind eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, eine Verformung des Gelenkkopfes und Veränderungen am gelenknahen Knochen erkennbar. Das Knorpelgewebe selbst stellt sich im Röntgenbild nicht dar; auf seinen Verlust wird aus der Verschmälerung des Gelenkspaltes geschlossen. Teilweise sind auch Knochenausformungen sichtbar.
Nimmt das Knorpelgewebe ab oder kommt es zu Rissen im Knorpelgewebe, werden die Gelenkflächen des Hüftgelenkes deutlich stärker belastet. Dadurch kommt es zu Schmerzen bei Bewegungen und beim Laufen. Typisch bei der Hüftgelenksarthrose im Anfangsstadium sind morgendliche Schmerzen in der Leiste und im Hüftgelenk, die, wenn sich die Betroffenen bewegen, nachlassen.
Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Bewegungseinschränkungen, zu Schonhaltungen der betroffenen Hüfte und zum Ruheschmerz. Die Patienten können das Bein nicht mehr drehen, im späteren Verlauf nicht mehr abspreizen und auch nicht mehr strecken. Bedingt durch die mangelnde Streckfähigkeit des Hüftgelenkes kommt es zu einer funktionellen Beinverkürzung und einer daraus resultierenden Verschlechterung des Gangbildes.
Komplikationen
Ebenso kommt es neben den Schmerzen in der Hüfte zu Schmerzen in den Gelenken und in den Leisten. Durch die Schmerzen treten auch Bewegungseinschränkungen auf. Diese können vor allem bei jungen Patienten zu Depressionen und anderen psychischen Beschwerden führen. Nicht selten tritt neben den Bewegungseinschränkungen auch eine Gangstörung auf, wie zum Beispiel das Hinken oder das Humpeln.
Die Diagnose der Hüftgelenksarthrose ist in den meisten Fällen relativ einfach und eindeutig, sodass eine Behandlung schnell beginnen kann. Diese findet mit Hilfe von Medikamenten und verschiedenen Therapien statt und ist in den meisten Fällen nicht mit besonderen Komplikationen belastet. In schwerwiegenden Fällen ist ein künstliches Hüftgelenk für den Patienten notwendig. Die Lebenserwartung wird durch die Hüftgelenksarthrose nicht eingeschränkt. Durch die Behandlung kann ebenso nicht garantiert werden, dass die Schmerzen und Beschwerden vollkommen verschwinden.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn der Verdacht auf eine Hüftgelenksarthrose besteht, ist medizinischer Rat gefragt. Betroffene sollten mit Symptomen wie Hüftschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Gangstörungen umgehend den Arzt aufsuchen. Nimmt das Knorpelgewebe weiter ab, treten Risse im Knorpelgewebe auf, die unter anderem Schmerzen und Funktionsstörungen hervorrufen können. Ärztlicher Rat ist gefragt, wenn die Beschwerden schleichend auftreten und im Verlauf von Wochen oder Monaten an Intensität zunehmen. Sollten die Schmerzen auch während ruhiger Phasen auftreten, ist die Erkrankung womöglich bereits weit fortgeschritten und muss umgehend abgeklärt werden.
Personen, die an Übergewicht, Durchblutungsstörungen oder Erkrankungen des Hüftgelenks leiden, sollten genannte Beschwerden und Krankheitszeichen rasch abklären lassen. Selbiges gilt für Menschen, die sich wenig bewegen oder die Hüftgelenke aufgrund einer Erkrankung nicht übermäßig belasten können. Da es sich bei der Hüftgelenksarthrose um eine degenerative Erkrankung handelt, muss der Gesundheitszustand regelmäßig überprüft werden. Betroffene sollten den Hausarzt oder einen Orthopäden einschalten und gegebenenfalls einen Facharzt für Gelenkerkrankungen hinzuziehen.
Behandlung & Therapie
Die Therapie der Coxarthrose ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und der Ursache. So kann bei Fehlstellungen im Hüftgelenk durch eine korrigierende Operation die Entstehung einer Hüftgelenksarthrose verhindert oder verlangsamt werden.
Hauptziele der Therapie sind eine Schmerzlinderung und eine Reduzierung des fortschreitenden Verlaufs der Arthrose des Hüftgelenkes. Durch magenfreundliche Medikamente sollen die Schmerzen beseitigt oder gemindert werden. Auch Wärmeanwendungen wirken lindernd bei Hüftbeschwerden. Besonders bei der Hüftgelenksarthrose ist die Krankengymnastik sehr wichtig. Hier erlernt der Patient Übungen, die die Beweglichkeit des Hüftgelenkes erhalten und die Muskulatur des Hüftgelenkes kräftigen.
Durch eine kräftige Muskulatur wird das Hüftgelenk besser fixiert und entlastet. Weiterhin lernt der Patient durch bestimmte Traktionsübungen sein Hüftgelenk zu entlasten. Übungen im Wasser unter Abnahme der Schwere bieten sehr gute Möglichkeiten, um das Hüftgelenk optimal zu mobilisieren.
Im fortgeschrittenen Stadium der Hüftgelenksarthrose und bei erheblichen Einschränkungen bietet sich die operative Therapie an. Sie kommt erst infrage, wenn die konservativen Möglichkeiten aus Bewegung, Gewichtsabnahme, Physiotherapie und Schmerzmitteln ausgeschöpft sind. Durch ein künstliches Hüftgelenk ist der Patient in der Lage, wieder alle Anforderungen des Alltags beschwerdefrei zu meistern. Hierbei wird je nach Befund nur ein Teil des Hüftgelenkes oder ein komplettes Hüftgelenk implantiert. Moderne Hüftendoprothesen halten in der Regel 15 bis 20 Jahre; danach kann ein Wechseleingriff nötig werden.
Vorbeugung
Der Entstehung der Hüftgelenksarthrose kann auf verschiedene Weise vorgebeugt werden. Ausreichende und regelmäßige Bewegung regt eine Versorgung des Knorpelgewebes mit Nährstoffen an, und hilft das Risiko für die Erkrankung einzudämmen. Weiterhin sollte auf das Tragen von bequemen Schuhen geachtet werden, um Fehlstellungen im Hüftgelenk zu vermeiden. Bei Übergewicht steigt das Risiko für eine Hüftgelenkserkrankung erheblich. Eine Reduzierung des Körpergewichtes um zehn Prozent senkt das Risiko, an einer Hüftgelenksarthrose zu erkranken, um 50 Prozent.
Das können Sie selbst tun
Außerdem ist es wichtig, vorhandene Mineralstoff- und Vitalstoffmängel beheben zu lassen. Ein Hausarzt oder Heilpraktiker kann diesbezüglich einen Check anfertigen und Betroffene beraten. Bei einer Hüftgelenksarthrose ist es sinnvoll, Maßnahmen zur Entgiftung und Entsäuerung zu ergreifen. Stress ist ebenfalls zu vermeiden. Zahlreiche Entspannungsmethoden können hierbei Abhilfe schaffen. Hilfreich sind ebenso Adaptogene. Hierbei handelt es sich um pflanzliche Präparate, die Betroffene stressresistenter machen sollen. Für einen Nutzen von Entgiftungs- und Entsäuerungskuren sowie von Adaptogenen bei Arthrose gibt es allerdings keinen wissenschaftlichen Beleg.
Um einer Hüftgelenksarthrose entgegenzuwirken, empfiehlt sich mehr Bewegung im Alltag. Äußerst hilfreich ist Walken, Yoga oder Tai Chi. Darüber hinaus sollten Betroffene eventuelle Fehlbelastungen beheben lassen. Auf Schuhe mit hohen Absätzen sollte gänzlich verzichtet werden.
Quellen
- Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783132443136
- Grifka, J., Kuster, M. (Hrsg.): Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Wirth, C.-J., Mutschler, W., Kohn, D., Pohlemann, T. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783131406439
- Roth, P. (Hrsg.): Konservative Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
