Korsakow-Syndrom

Unter dem Korsakow-Syndrom verstehen Mediziner eine Form der Gedächtnisstörung (Amnesie), die zu den psychischen Störungen zählt. Der Patient hat große Schwierigkeiten, sich neu Erlebtes oder Gelerntes zu merken. Oftmals tritt das Korsakow-Syndrom infolge langjährigen Alkoholmissbrauchs auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Korsakow-Syndrom?

Das Korsakow-Syndrom, alternativ auch Morbus Korsakow oder amnestisches Psychosyndrom genannt, ist eine psychische Störung. Genauer gesagt handelt es sich um eine Form der Amnesie (Gedächtnisstörung).

Während Amnesien allgemein entweder ältere Erinnerungen oder neu Erlebtes betreffen können, haben Patienten mit dem Korsakow-Syndrom besondere Schwierigkeiten mit kürzlichen oder gar jetzigen Ereignissen. In schweren Fällen können Informationen nicht einmal über wenige Sekunden behalten werden. Die entstehenden Lücken werden dann mit alten oder ausgedachten Erinnerungen gefüllt.

Neben solchen reinen Gedächtnislücken kann das Korsakow-Syndrom außerdem von starker Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und motorischen Störungen begleitet sein. Nicht selten entsteht Morbus Korsakow als Folge einer Alkoholkrankheit. Im chronischen Stadium ist die Schädigung des Gehirns dabei meist so schwer, dass eine normale Funktion nicht wiederhergestellt werden kann.

Ursachen

In vielen bekannten Fällen wurde das Korsakow-Syndrom durch einen jahrelangen Alkoholmissbrauch verursacht. Die Erkrankung zählt daher auch als eine der schwersten Gehirn- und Gedächtnisschädigungen, die im Zusammenhang mit Alkoholismus auftreten können.

Sie kann aber auch durch ein Schädel-Hirn-Trauma, Vergiftungen, Hirnblutungen oder bestimmte Infektionskrankheiten wie Typhus verursacht werden. Oftmals geht dem eigentlichen Korsakow-Syndrom eine sogenannte Wernicke-Encephalopathie voraus. Hierbei handelt es sich um einen Vitamin B1-Mangel, der ebenfalls durch Alkoholismus verursacht werden kann (Alkohol stört den Stoffwechsel und somit die Aufnahme und Verwertung unter anderem von Vitamin B1).

Die Symptome wie Gedächtnisverlust, motorische Störungen oder Augenzucken können durch eine erhöhte Gabe von Vitamin B1 gelindert werden. Bleibt die Wernicke-Encephalopathie unbehandelt, kann sie in ein chronisches Korsakow-Syndrom übergehen, dessen Behandlung deutlich schwieriger ausfällt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Beim Korsakow-Syndrom handelt es sich um ein schwerwiegendes psychiatrisches Syndrom, das zumeist durch übermäßigen, langfristigen Alkoholkonsum, häufig in Verbindung mit Mangelernährung, ausgelöst wird. Speziell chronischer Alkoholmissbrauch vermag das Syndrom auszulösen. Schlechte Ernährung hingegen vermag das Syndrom zusätzlich zu beschleunigen.

Sogar einmalige Alkoholexzesse bei schlechter körperlicher Konstitution können zu einem schlagartigen Auftreten führen. Das Korsakow-Syndrom ist ferner eine Art von Gedächtnisverlust, der unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Während in vielen Fällen das Langzeitgedächtnis noch in Takt ist, ist das Kurzzeitgedächtnis deutlich in Mitleidenschaft gezogen.

Sobald das Korsakow-Syndrom in Verbindung mit einem alkoholbedingten Gehirnschlag oder Kollaps auftritt, kann langfristig Gedächtnisverlust mitunter als retrograde oder anterograde Amnesie festgestellt werden. Das schlägt sich besonders im Sprachgebrauch des Patienten nieder, sodass eine mehr oder weniger starke Wernicke-Aphasie hinzukommen kann. Die Sprache kann verwaschen klingen und beinhaltet unmotivierten Wiederholungen.

Empfangene Sprachinformationen werden nicht richtig oder unvollständig verarbeitet. Das liegt vorrangig an der Wernicke Region des Gehirns. Vieles wird schnell vergessen oder gelangt nicht ins Langzeitgedächtnis, was ebenfalls an der Sprache abzulesen ist. Ferner können Artikulationsprobleme hinzukommen, die je nach Ausprägung denen von Trinkern ähneln. Das Korsakow-Syndrom gilt nach einer gewissen Erholungsphase des Patienten als irreversibel. Betroffene gelten als pflegebedürftig bis hin zu hilflos.

Diagnose & Verlauf

Der behandelnde Arzt kann ein Korsakow-Syndrom insbesondere anhand der Ausprägung der Gedächtnisstörungen diagnostizieren. Besonders, wenn eine Alkoholabhängigkeit vorliegt, können ausgeprägte Störungen des Kurzzeitgedächtnisses auf ein Korsakow-Syndrom hindeuten.

Dies gilt besonders dann, wenn weitere Symptome wie ein gestörtes Zeitgefühl, motorische Störungen oder ein verstärktes Kälteempfinden ebenfalls vorhanden sind. Um andere Erkrankungen des Gehirns auszuschließen, sollte die Krankengeschichte des Einzelnen ausführlich betrachtet werden. Zusätzlich kann eine Computertomografie stattfinden, die Auskunft über den Zustand des Gehirn gibt.

Eine Blutuntersuchung ermittelt, ob ein Vitamin B1-Mangel vorliegt. Schäden, die bereits durch ein Korsakow-Syndrom entstanden sind, gelten allgemeinhin als irreparabel. Findet eine frühzeitige Behandlung statt, kann die Funktion der betroffenen Gehirnregionen verbessert, wenn auch nicht vollständig wieder hergestellt werden. Dennoch bleiben Patienten mit dem Korsakow-Syndrom häufig ein Pflegefall.

Komplikationen

In erster Linie führt das Korsakow-Syndrom zu sehr starken Störungen des Gedächtnisses. Die Betroffenen können sich dabei in der Regel nicht an bestimmte Geschehnisse erinnern und können dabei auch Geschehens abstreiten. Nicht selten führt das Korsakow-Syndrom daher zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen. Auch der soziale Kontakt wird durch das Korsakow-Syndrom nicht selten eingeschränkt.

Ebenso führt das Syndrom zu einer starken Abgeschlagenheit und zu einer Müdigkeit des Patienten. Die Betroffnen leiden nicht selten auch an Stimmungsschwankungen. Auch die Belastbarkeit der Betroffenen nimmt durch das Korsakow-Syndrom stark ab, sodass die Patienten die gwohnten Tätigkeiten des Alltags in der Regel nicht mehr ausführen können. Auch die Ausübung der beruflichen Tätigkeit ist in den meisten Fällen aufgrund der Erkrankung nicht mehr möglich.

In der Regel hängt der weitere Verlauf des Syndroms von der Ausprägung der Schädigungen ab. In einigen Fällen kann dabei keine Behandlung mehr stattfinden. Die Patienten müssen auf jeden Fall den Alkoholmissbrauch stoppen, damit es nicht zu weiteren Schäden kommt. Mit Hilfe verschiedener Therapien können bestimmte Erinnerungen wiederhergestellt werden. Eine vollständige Heilung kann dabei allerdings nicht garantiert werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die über eine längere Zeit täglich eine große Menge Alkohol konsumiert haben, sollten einen Arzt aufsuchen. Erleiden diese Menschen neben Entzugserscheinungen oder Problemen bei der Alltagsbewältigung auch Störungen der Gedächtnistätigkeit, ist ein Arztbesuch notwendig. Können erlebte Ereignisse, Erinnerungen oder neu erworbene Fähigkeiten nicht korrekt aus dem Gedächtnis abgerufen werden, benötigt der Betroffene Hilfe. Treten Gedächtnislücken auf oder können persönliche Fakten nicht mehr vollständig wiedergegeben werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Erkrankte des Korsakow-Syndroms können sich neue Entwicklungen ihres Lebens nicht merken.

Ebenfalls ist es ihnen nicht möglich, sich an vergangene Geschehnisse zu erinnern. Oftmals werden Begebenheiten von ihnen vehement abgestritten. Ein Arzt wird benötigt, damit eine umfangreiche Untersuchung eingeleitet werden kann. Entwickelt sich eine Konfabulation, ein Zustand in dem vorhandene Gedächtnislücken durch freie Gedanken und erfundene Geschichten gefüllt werden, muss ein Arztbesuch erfolgen.

Störungen der Orientierung oder eine mangelnde körperliche Hygiene sind Hinweise, die auf Unregelmäßigkeiten hinweisen. Ist Arzt ist aufzusuchen, damit der Betroffene eine ausreichende medizinische Versorgung erhält. Leidet der Erkrankte an einer Antriebslosigkeit, einer Abgeschlagenheit oder einer erhöhten Müdigkeit, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei einer depressiven Stimmung, wechselnden Stimmungsbildern, einer Apathie, Appetitlosigkeit oder anderen Verhaltensauffälligkeiten ist ein Arzt zu konsultieren.

Behandlung & Therapie

Werden bei einem Patienten die Anzeichen für ein Korsakow-Syndrom festgestellt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zunächst eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden. Im Rahmen dieser werden dem Betroffenen hohe Dosen Thiamin (Vitamin B1) verabreicht, was intravenös oder auch in Tablettenform geschehen kann.

Ist die Erkrankung noch nicht sehr weit fortgeschritten, lässt sich auf diese Weise eine rasche und deutliche Besserung des Gesundheitszustands erreichen. In einem chronisches Stadium des Korsakow-Syndroms bleibt eine medikamentöse Therapie meist ohne Erfolg. Grundsätzlich gelten die bereits im Gehirn entstandenen Schäden als irreparabel, was bedeutet, dass die volle Erinnerungsfähigkeit auch durch eine intensive Therapie nicht wiederhergestellt werden kann.

Allerdings gibt es Ansätze, mit denen die Gedächtnisfunktion des Patienten verbessert werden kann. Dazu zählt ein konstant stattfindendes Gedächtnistraining, bei dem der Betroffene spielerisch dazu angehalten wird, sich zu erinnern. Auch ein Aufarbeiten der eigenen Biografie kann dabei hilfreich sein. Ist eine Alkoholerkrankung Ursache für das Korsakow-Syndrom, sollte parallel eine Behandlung derselben stattfinden, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu vermeiden.

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Aussicht & Prognose

Das Korsakow-Syndrom ist eine Gehirnerkrankung. Diese äußert sich durch einen Verfall der Gedächtnisleistungen. Die Betroffenen fabulieren sich irgendwelche vermeintlichen Erinnerungen zurecht.

Oftmals kommt es durch Magersucht oder jahrelangen Alkoholabusus zu einer Gehirnentzündung. Die Gehirnentzündung kann dem Korsakow-Syndrom vorausgehen. Ausgelöst wird diese oft durch einen schweren Vitamin B-Mangel. Man spricht dann von einem Wernicke-Korsakow-Syndrom. Dieses ist nur teilweise behandelbar und kaum revidierbar.

Das Korsakow-Syndrom kann auch Ursachen haben, die nicht mit Alkoholismus in Verbindung stehen. Ursachlich für das Korsakow-Syndrom sind Schlaganfälle, schwere Schädelverletzungen oder Tumor-Bildungen im Gehirn. Auch Virusinfektionen können ein Korsakow-Syndrom auslösen. Die Prognose für die Betroffenen ist auch hier schlecht.

Die Aussichten auf Heilung hängen zum Teil von der Schwere des Korsakow-Syndroms ab. Je schwerer es ist, desto schlechter ist die Prognose. Bei nicht ganz so schweren Verläufen können die Symptome des Korsakow-Syndroms behandelt werden. Sie verschwinden aber meist nicht gänzlich. Die Gedächtnisleistung bleibt dauerhaft gemindert.

Die Erkrankung ist chronisch. Die meisten Betroffenen erlangen nicht mehr ihren gewohnten Zustand. Viele Patienten mit Korsakow-Syndrom sind dauerhaft pflegebedürftig. Bei einigen lässt sich der verwirrte Zustand jedoch durch die Gabe von Vitamin B1 verbessern. Die Prognose lässt sich nur verbessern, wenn die Alkoholabhängigkeit, die auslösende Grunderkrankung oder die Essstörung dauerhaft überwunden werden.

Vorbeugung

Um einem Korsakow-Syndrom vorzubeugen (und andere teils lebensbedrohliche Erkrankungen zu vermeiden), ist es selbstverständlich ratsam, Alkoholmissbrauch insbesondere über einen längeren Zeitraum zu vermeiden. Besteht bereits eine Abhängigkeit, sollte diese zeitnah therapiert werden, damit es nicht in der Folge zu schweren und irreparablen Gehirn- und Gedächtnisstörungen kommt.

Das können Sie selbst tun

Begleitend zur medikamentösen Therapie, können die Symptome des Korsakow-Syndroms durch Veränderungen im Lebensstil und gezielte Gegenmaßnahmen behandelt werden.

Zur Festigung und Verbesserung der Gedächtnisfunktion empfiehlt sich zum Beispiel ein konstantes Gedächtnistraining. Dieses kann sowohl unter fachlicher Anleitung als auch selbstständig durchgeführt werden und hilft dem Betroffenen dabei, die bereits entstandenen Schäden zu korrigieren. Einen ähnlichen Effekt hat ein Aufarbeiten der eigenen Biographie.

Ist eine Alkoholerkrankung ursächlich für die Erkrankung, muss diese ebenfalls behandelt werden. Der Betroffene sollte sich hierfür an den zuständigen Arzt wenden und nach Möglichkeit auch eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Freunde und Angehörige können eine wichtige Stütze bei der Behandlung einer Alkoholsucht sein. Liegt dem Korsakow-Syndrom ein Vitamin-B1-Mangel zugrunde, ist eine Ernährungsumstellung notwendig. Sind Hirnblutungen oder Vergiftungen ursächlich, ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Unterstützt wird diese am besten durch Schonung und die Einhaltung der vom Arzt empfohlenen Diät.

Bleibende Schäden werden abhängig vom jeweiligen Leiden behandelt. So kann motorischen Störungen mit Krücken und anderen Hilfsmitteln entgegengewirkt werden, während chronische Depressionen mittels einer intensiven Gesprächstherapie und sportlicher Betätigung gelindert werden können.

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H.(Hrsg.): Internationale Klassifikation psychischer Störungen – ICD 10, Kapitel V (F), klinisch-diagnostische Leitlinien. Huber, Bern 2011
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 4. Oktober 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

gutesSeelchen kommentierte am 09.07.2013

Hallo, es ist toll, dass es überall Infos über Korsakow gibt! Nur finde ich es mehr als traurig, dass es nirgendwo ein Forum gibt, in dem sich Angehörige von Korsakow-Betroffenen mal alles von der Seele schreiben können! Klar gibt es diverse Foren für Angehörige von Alkoholikern, nur wird man da oft in bestimmte Schubladen gesteckt. Dort werden einem Dinge unterstellt, die fernab der Wahrheit liegen, oder man wird ignoriert. Dabei (das empfinde ich zumindest als Tochter eines Korsakow-Patienten so) leidet das Umfeld unter einem großen Druck! LG, gutesSeelchen

kattinkalein kommentierte am 13.01.2015

Habe einen Lebensgefährten mit der Krankheit. Ich suche ein geeignetes Forum.

Mutti kommentierte am 13.08.2015

Hallo, kattinkalei: Ich würde mich gern mit Ihnen austauschen. Mein Mann ist auch erkrankt, und ich bin manchmal nur noch ratlos.

Jessy kommentierte am 03.09.2015

Vor zwei Tagen wurde ich mit dieser Diagnose konfrontiert. Es betrifft meine 55jährige Mutter. Ich hatte sie wegen Essstörungen ins Krankenhaus gebracht und als ich sie zwei Tage später besuchte, war sie nur noch ein Schatten ihrer selbst. Aufgrund ihrer Jahrzente andauernden Alkoholsucht, dachte ich bis zu dieser schrecklichen Diagnose es wären Symptome des Deliriums. Leider habe ich so gut wie keine Informationen vom behandelnden Arzt bekommen. Erst nach stundenlangem Recherchieren im Internet wurde mir klar was eigentlich mit ihr passiert ist. Noch am Tag der Diagnose wurde ich vor die Wahl gestellt wie und wo sie gepflegt werden soll. Ich hätte mir mehr Unterstützung und Aufklärung vom Sozialdienst des Krankenhauses gewünscht. Vielleicht hat jemand hier ein paar hilfreiche Tipps für mich?

Anke kommentierte am 24.09.2015

Meine Mama hatte jahrelang Alkohol getrunken. Sie musste nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus. Dort stellten wir fest, dass sie sich schlecht etwas merken konnte. Aber jetzt, wenn man ihr etwas sagt, hat sie es sofort vergessen. Sie erinnert sich aber wieder, wenn sie ein Stichwort bekommt. Ich komme schlecht damit klar. Und würde mich freuen wenn es dazu ein Forum gäbe. Kann mir jemand weiterhelfen?

Kirsten kommentierte am 06.10.2015

Hallo Jessy, ich habe die gleichen Erfahrungen gemacht wie du. Man bekommt kaum Hilfe oder Informationen, der Angehörige wird aus der Klinik entlassen und man muss selbst sehen wie es weitergeht. Ich würde gerne mit dir in Kontakt treten, evtl. können wir uns ja gegenseitig ein paar hilfreiche Tipps geben.

SwetKon kommentierte am 26.12.2015

Ich durchlebe momentan das Gleiche. Der Sozialdienst hat meine Mutter beim Verdacht auf Korsakov in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. Dort wurde der Verdacht bestätigt und der Sozialdienst half mir einen geeigneten Pflegeplatz zu finden. Da besteht die Möglichkeit entweder direkt nach einem Langzeit-Pflegeplatz zu suchen oder aber auf Kurzzeitpflege mit anschließender Verhinderungspflege (je ein Monat) auszuweichen. Das gibt einem Zeit sich nach einem Langzeit-Platz umzuschauen.
In dieser Zeit werde ich gesetzliche Betreuung beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Diese arbeiten gerne mit Angehörigen zusammen, übernehmen aber die ganze Bürokratie, die für Vollzeitangestellte ja nur schwierig zu bewerkstelligen ist. Fakt ist jedoch, Korsakov-Erkrankte werden nie wieder ohne Pflege allein und selbstständig leben können. Als Forum bzw. Selbsthilfegruppen für Angehörige, sind die Al-Anon, Selbsthilfegruppe für erwachsene Kinder aus Alkoholiker-Familien (Al-Anon erwachsene Kinder). Oder das Buch kann ich sehr empfehlen, das beschreibt die Verhaltensmuster der Kinder aus Alkoholikerfamilien, geht jedoch nicht explizit auf Korsakov ein. "Familienkrankheit Alkoholismus: Im Sog der Abhängigkeit." von Lambrou, Ursula.

Linda kommentierte am 26.04.2016

Mein Lebensgefährte ist davon betroffen. Austausch und Behandlung sind ein Thema das nirgends zu finden ist.
Ich trainiere mit ihm täglich an seinen Erinnerungen. Gespräche, die wir führen, sind meist nach sechs Stunden aus seiner Erinnerung verschwunden. Durch immer wieder darüber reden, kann er sich daran erinnern wann dieses Gespräch zeitlich war. Jedoch erscheint es ihm eher wie ein Traum. Ich würde mich gerne mit anderen Betroffenen austauschen. Was kann man noch machen?

gaby kommentierte am 02.07.2016

Ich betreue einen Korsakow Erkrankten. Er fragt täglich nach seinem Alkohol. Soll ich ihm diesen geben oder verweigern? In eine Klinik muss er noch nicht. Mit einer Flasche Korn am Tag kommt fast jede Nacht der Pflegedienst, weil er wieder gestürzt ist und seinen Notfallknopf gedrückt hat. Lange machen die das nicht mehr mit. Was soll ich tun?

Mine kommentierte am 10.08.2016

@gaby: Ich arbeite wirklich mit Korsakow-Patienten zusammen. Ohne dich anzugreifen, aber wie kommt ihr dazu ihm weiter Alkohol zu geben? Der Alkohol hat ihn erst dazu gemacht.
Ich betreue zehn Stunden 17 Patienten und das im Drei-Schichtsystem. Den Verlauf der Erkrankung kann man nicht aufhalten. Höchstens eine kurze Zeit verzögern.

christl kommentierte am 10.03.2017

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit Korsakow-Demenz?

Nakulein kommentierte am 04.04.2017

Mein Freund kann sich nichts mehr merken, fragt immer wieder nach Terminen, die ich ihm schon mehrmals gesagt habe. Ich schreibe inzwischen alles auf kleine Zettel. Bei Spielen, z.B Rommé, ist er sehr gut und spielt ganz normal. Er hat bis vor drei Wochen bei Treffen mit Freunden recht viel Alkohol getrunken, zu Hause nicht - also kein Alkoholiker. Das geht jedoch schon seit 50 Jahren so. Vier bis sechs Weizenbier - für ihn kein Problem. War am nächsten Tag absolut fit, keine Nebenwirkungen. Das tritt erst seit achteinhalb Jahren auf mit dem Vergessen von Terminen und dem ständigen Nachfragen. MRT zeigt keinen Schlaganfall, keinen Hirntumor und keine Anzeichen einer Demenz. Die Neurologin sagt, dies könnten kognitive Kurzzeitgedächtnisstörungen sein. Was können wir machen, was hilft jetzt noch?

momoles kommentierte am 14.08.2017

In letzter Zeit merke ich, dass mit mir etwas nicht stimmt, mit meinem Kopf. Ich bin 60 Jahre alt und missbrauche, mit einigen Unterbrechungen, Medikamente und Alkohol. Mein Gedächtnis war und ist auch noch phänomenal. Und wenn ich mich mit jungen Menschen vergleiche, ist da noch mehr. Aber, wie gesagt, Kurzzeitgedächtnis nimmt ab, muss länger überlegen usw. Wie sind die Anfänge?