Lipom
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Manchmal stellt man eine gutartige Verdickung im Unterhautfettgewebe bei sich fest. Es handelt sich um eine harmlose, gutartige Fettgeschwulst, ein Lipom.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist ein Lipom?
Lipome treten meistens als kleine Knoten im Unterhautgewebe an Armen, Oberschenkeln oder im Bauchraum auf, man findet sie aber auch in der Muskulatur, in der Brust, Speiseröhre, in den Atemwegen und dem Darm. Lipome verursachen selten Beschwerden, müssen daher auch normalerweise nicht entfernt werden. Nur dann, wenn es sich um eine bösartige Geschwulst, ein Liposarkom, handelt, ist eine Entfernung und Behandlung zwingend erforderlich.
Als Lipome bezeichnet man verdickte Knoten im Unterhautgewebe, der Subkutanschicht. Etwa die Hälfte aller Lipome siedelt sich dort an. Die Größe kann schwanken von linsengroß bis zu 20 Zentimeter. Unter dem Mikroskop kann man eine gutartige Wucherung des Fettgewebes erkennen, das sich verkapselt hat.
Ein Lipom taucht manchmal schon im Alter von circa 20 bis 25 Jahren auf und wächst in der Regel nur sehr langsam. Grundsätzlich kann ein Lipom aber in jedem Lebensalter auftreten. Wenn Lipome gehäuft auftreten, spricht man von einer Lipomatose. Ein Lipom kann sich weich anfühlen oder prall.
Ursachen
Darüber hinaus gibt es Vermutungen, dass ein Lipom durch einen heftigen Stoß oder Prellungen ausgelöst sein könnte. Fettleibigkeit als Ursache konnte nicht belegt werden. Schlanke Menschen sind ebenso häufig von Lipomen betroffen wie Übergewichtige.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Ein Lipom zeigt sich selten mit Symptomen. Es ist lediglich als gummiartiger, meist leicht zu bewegender Knubbel unter der Haut sichtbar. Das Bewegen desselben führt nicht selten zu einem seltsamen Empfinden. Häufig scheint das Lipom taub zu sein. Ansonsten klagen die wenigsten Menschen, die ein Lipom haben, über etwaige Beschwerden.
In seltenen Fällen ist das Andrücken eines Lipoms schmerzhaft. Dies gilt vor allem für Lipome, die besonders viele Blutgefäße enthalten. Ein solches Lipom kann auch ohne äußere Einwirkungen zu Schmerzen führen. Diese Schmerzen entsprechen meist einem Spannungs- oder Druckgefühl, seltener einem unangenehmen Ziehen.
Allenfalls führen Lipome an ungünstigen Stellen noch zu Symptomen. Dies gilt etwa dann, wenn eine der Geschwülste an die Halsschlagader drückt und den Blutfluss zum Gehirn vermindert. Es kann in solchen Fällen zu einem Schwindelgefühl und Kreislaufproblemen kommen.
Weiterhin kann ein Lipom auch auf Sehnen oder Nerven einwirken und zu Schmerzen bei Bewegungen führen. Es kann auch zu einem Kribbelgefühl aufgrund eines angestoßenen Nervs kommen oder zu schwierig zu fassenden Schmerzen. Werden solche Geschwülste berührt, können die Symptome verstärkt werden. Sie können sich auch verstärken, wenn die Geschwulst unter der Haut wandert oder größer wird.
Diagnose & Verlauf
Ein Lipom verursacht nur sehr selten Beschwerden und wird in der Regel zufällig als kleine Unterhautverdickung entdeckt. Ein gutartiges Lipom lässt sich etwas hin- und herbewegen. Beschwerden kann ein Lipom verursachen, wenn es in der Nähe einer Nervenbahn liegt oder am Gelenk liegt.
Da sich ein kleines Lipom schwer von seiner Umgebung abgrenzen lässt, ist eine Diagnose schwer zu stellen. Ein Lipom und das angrenzende Fettgewebe sind schwer voneinander zu unterscheiden. Man sollte wegen der Diagnose einen Hautarzt aufsuchen.
Um sie genau zu stellen, kann der Arzt das Lipom punktieren, damit eine Abgrenzung gegenüber anderen gutartigen Wucherungen, z. B. Zysten, die mit Flüssigkeit gefüllt sind, gelingt. Per Ultraschall kann die Größe eines Lipoms ermittelt werden. Eine Computertomographie muss nur dann erfolgen, wenn der Verdacht auf ein Liposarkom besteht. Als bildgebendes Verfahren der Wahl gilt bei diesem Verdacht heute allerdings die Magnetresonanztomographie, weil sie Fettgewebe und Weichteile deutlich besser voneinander abgrenzt.
Hellhörig werden sollte man, wenn ein vermeintliches Lipom größer als fünf Zentimeter ist, rasch wächst, schmerzt, sich nicht mehr gegen die Unterlage verschieben lässt oder tiefer als die Faszie liegt, also nicht unmittelbar unter der Haut. Ein solcher Knoten ist bis zum Beweis des Gegenteils verdächtig und sollte vor jedem Eingriff in einem spezialisierten Sarkomzentrum abgeklärt werden.
Komplikationen
Auch Minderwertigkeitskomplexe oder ein verringertes Selbstwertgefühl können dabei auftreten und die Lebensqualität des Patienten verringern. In einigen Fällen kann sich ein Lipom auch negativ auf Gelenke auswirken und dabei zu Schmerzen führen. Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen durch einen operativen Eingriff. Dabei kommt es nur selten zu Komplikationen oder Beschwerden.
In einigen Fällen kann eine Narbe zurückbleiben. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch ein Lipom nicht beeinträchtigt. Das Lipom kann auch abgesaugt werden. Dabei bleiben in den meisten Fällen keine Narben zurück. Allerdings steigt bei dieser Methode die Gefahr, dass Reste der Kapsel zurückbleiben und das Lipom an derselben Stelle erneut wächst.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn ungewöhnliche Hautveränderungen wie Wucherungen, Rötungen oder Knoten unter der Haut bemerkt werden, sollte schleunigst ein Arzt konsultiert werden. Ein Mediziner muss die Anzeichen untersuchen und ein Lipom als Ursache ausschließen bzw. bestätigen. Eine Abklärung ist in jedem Fall notwendig, denn ein bösartiges Liposarkom kann von außen zunächst wie ein harmloses Lipom aussehen. Das Lipom selbst ist dagegen gutartig: Es wächst nicht in das Nachbargewebe ein und bildet keine Metastasen. Entfernt werden muss es nur, wenn es Beschwerden verursacht oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor besteht. Personen, die bereits einmal an einem Lipom erkrankt sind, gehören zu den Risikogruppen und sollten bei beschriebenen Symptomen den Hausarzt einschalten.
Selbiges gilt für Menschen, die eine genetische Prädisposition aufweisen, regelmäßig Medikamente einnehmen oder aufgrund eines ungesunden Lebensstils ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Krebserkrankung haben. Eltern, die bei ihrem Kind Lipom-Symptome bemerken, konsultieren am besten umgehend den zuständigen Kinderarzt und lassen die Anzeichen abklären. Neben dem Allgemeinmediziner kann ein Dermatologe oder Internist hinzugezogen werden. Sind die Wucherungen im Bereich des Darmes lokalisiert, ist außerdem ein Gastroenterologe einzuschalten.
Behandlung & Therapie
In den meisten Fällen muss ein Lipom nicht behandelt werden, weil es keine Beschwerden verursacht. Wenn es allerdings sehr groß ist, an einer Nervenbahn oder einem Gelenk angelagert ist und Beschwerden verursacht, kann es operativ entfernt werden. In den meisten Fällen reicht dafür eine örtliche Betäubung aus, nur bei größeren Lipomen ist eine Vollnarkose erforderlich.
Der Chirurg entfernt das Lipom mit seinem Kapselgewebe und vernäht die Wunde. Zurück bleibt meist eine kleine Narbe. In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten wie Verletzungen des angrenzenden Hautgewebes oder Blutungen, Infektionen und Wundheilungsstörungen wie bei anderen operativen Eingriffen auch. Manchmal hilft auch eine Entfernung nicht, weil sich das Lipom als Rezidiv an der gleichen Stelle erneut bilden kann und ein zweites Mal operiert werden muss.
Eine neuere Methode ist das Absaugen des Lipoms. Das hat den Vorteil, dass kleinere Narben bleiben, aber den Nachteil, dass möglicherweise nicht alle Fettzellen mit entfernt werden. Ein kleineres Lipom lässt sich auch mittels einer Lipolyse ("Fett-weg-Spritze") entfernen. Für diese Anwendung sind die eingesetzten Mittel allerdings nicht zugelassen, und der Erfolg ist nicht verlässlich vorhersagbar.
Die Naturheilkunde sieht in Lipomen eine Stauung stoffwechselbedingter Abfallstoffe, die sich - statt abtransportiert zu werden - im Gewebe stauen. Dementsprechend setzt sie beim lymphatischen System an und versucht, dieses über geeignete Heilmethoden zur Ausscheidung der Schlackestoffe anzuregen. Diese Vorstellung entspricht nicht dem heutigen Kenntnisstand: Ein Lipom ist eine abgekapselte Wucherung von Fettzellen, und ablagerungsfähige "Schlacken" sind im Körper nicht nachweisbar. Ein Lipom bildet sich durch solche Verfahren nicht zurück.
Aussicht & Prognose
Bei Lipomen ist die Prognose sehr gut. Die Kapseln können operativ entfernt oder abgesaugt werden und rufen meist keine weiteren Komplikationen hervor. Werden die Lipome zu spät entfernt, können bereits bleibende Schäden entstanden sein. Lipome können etwa auf die Organe und das umliegende Gewebe drücken und funktionelle Beeinträchtigungen hervorrufen. Lipome können sich immer wieder neu bilden. In Einzelfällen kann sich der gutartige Weichteiltumor zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Für die Patienten bedeutet dies regelmäßige Arztbesuche und erschöpfende Behandlungen.
Sehr selten kann ein Lipom zu einem bösartigen Liposarkom entarten. Nach heutigem Kenntnisstand gilt jedoch: Ein gewöhnliches Lipom entartet praktisch nie. Wo sich später ein Liposarkom zeigt, war der Tumor meist von Anfang an bösartig und wurde nur zunächst für ein Lipom gehalten. Im Allgemeinen ist die Prognose positiv. Subkutane Lipome können dauerhaft entfernt werden. Sie stellen ein kosmetisches Problem dar, sind jedoch nicht ernstlich gesundheitsgefährdend. Bei der Behandlung können typische Komplikationen auftreten. Die Operationsnarbe kann sich entzünden oder öffnen. Etwaige Komplikationen verlangsamen die Genesung und können zu bleibenden Hautschäden führen.
Die Prognose hängt auch von der Lokalisation der Lipome ab. Befinden sich die Tumoren im Genitalbereich oder am Kopf, ist eine Behandlung mit Risiken verbunden. Die Ärzte klären den Patienten vor einem Eingriff über die Aussichten auf.
Vorbeugung
Die genauen Ursachen für die Bildung von Lipomen sind nicht bekannt. Daher ist es auch schwierig, Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen.
Nachsorge
Ein Lipom verursacht Verdickungen an der Haut, die an sich keine gesundheitliche Bedrohung darstellen. Einzig die Ästhetik leidet unter dem Lipom und ist für Betroffene nur schwer zu ertragen, weshalb sich die Nachsorge darauf konzentriert, einen guten Umgang mit der Erkrankung zu finden.
Mitunter fördert dies die Entstehung von Depressionen und psychischen Beschwerden, die mit einem Psychologen abgeklärt werden sollten. Eine Therapie kann dabei helfen, einen selbstbewussten Umgang mit der Erkrankung zu fördern und das Wohlempfinden zu steigern. Betroffenen sollten versuchen, sich trotz der Widrigkeiten auf einen positiven Heilungsprozess zu konzentrieren. Um die entsprechende Haltung aufzubauen, können Entspannungsübungen und Meditation helfen, den Geist zu beruhigen und zu fokussieren.
Das können Sie selbst tun
Entfernen lässt sich ein Lipom nur medizinisch – durch eine Operation oder einen kosmetischen Eingriff mittels einer Fettabsaugung. Hausmittel und Mittel der Naturheilkunde zur Eigenanwendung werden zwar häufig empfohlen, ein Lipom bilden sie jedoch nicht zurück: Es ist eine abgekapselte Wucherung von Fettzellen, die sich von außen nicht auflösen lässt. Meist ist eine Behandlung ohnehin nicht nötig, weil ein Lipom keine Beschwerden macht.
Häufig geraten wird zu einer Änderung der Ernährung. Dabei geht es beispielsweise um die Vermeidung von künstlichen Aromastoffen, das Konsumieren von fester Nahrung sowie das Streichen verarbeiteter Lebensmittel aus dem Ernährungsplan. Darüber hinaus werden eine basenüberschüssige Ernährung, viel Sport und Bewegung, die Einnahme von Mineralerde sowie die Anwendung einer Entsäuerungskur bzw. einer Entgiftungskur empfohlen. Der Mineralerde wird eine erhöhte Bindungskapazität zugeschrieben, die die Ausscheidung überschüssiger Säuren sowie von Stoffwechselabfallprodukten fördern soll. Eine Übersäuerung des Körpers und ablagerungsfähige "Schlacken" sind allerdings keine belegten Konzepte: Der Säure-Basen-Haushalt wird von Lunge und Nieren eng geregelt, und auf die Größe eines Lipoms hat die Ernährung keinen nachgewiesenen Einfluss.
Überdies gelten Kräuter wie Kurkuma oder Salbei sowie Auflagen aus Honig und Bienenwachs als Hausmittel gegen Lipome. Ein Nachweis, dass sich ein Lipom dadurch abbaut, steht aus. Gesättigte Fettsäuren, raffinierte Öle, zusätzliche Konservierungsstoffe, Pestizide sowie weißes Mehl und Milch sollten weitgehend vermieden werden. Empfohlen werden außerdem eine morgendliche Tasse lauwarmen Wassers mit frischem Zitronensaft sowie die Einnahme und Erhöhung von Omega-3 Fettsäuren und frischen Pflanzentrieben. Diese Maßnahmen sind einer gesunden Lebensweise zuträglich, ersetzen aber keine ärztliche Abklärung.
Wächst ein vermeintliches Lipom rasch, wird es größer als fünf Zentimeter, schmerzt es oder lässt es sich nicht mehr verschieben, sollte es umgehend ärztlich untersucht statt selbst behandelt werden.
Quellen
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Moll, I. (Hrsg.): Dermatologie.
ISBN: 9783132446045
- Sterry, W., Burgdorf, W., Worm, M. (Hrsg.): Checkliste Dermatologie.
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- Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Duale Reihe Chirurgie.
ISBN: 9783131513144
- Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie.
ISBN: 9783540237815

