Lower Urinary Tract Symptoms
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Lower Urinary Tract Symptoms, also Beschwerden des unteren Harntrakts, sind verbreitete urologische Beschwerden unter Männern über 50 Jahren. Ursächlich kann zum Beispiel eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder eine Veränderung der Harnwege sein. Es handelt sich dabei um einen Sammelbegriff für Symptome und nicht um eine eigenständige Krankheit; auch Frauen sind häufig betroffen. Die Behandlung richtet sich nach der primären Ursache.
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Was sind Lower Urinary Tract Symptoms?
Zum unteren Harntrakt zählen verschiedene Strukturen. Neben der Harnblase zählt vor allem die Harnröhre zum unteren Harntrakt. Im Englischen umgreift der Begriff „lower urinary tract“ die beiden Harntrakt-Strukturen. Beschwerden des unteren Harntrakts betreffen vor allem ältere Männer. Die Symptomatik aus Harnröhren- und Harnblasensymptomen wird mit dem Begriff Lower Urinary Tract Symptoms zusammengefasst.
Lower Urinary Tract Symptoms sind damit ein Sammelbegriff für Beschwerden und keine eigenständige Krankheit. Sie beschreiben, was Betroffene bemerken, nicht, woran sie leiden – die Ursache muss stets gesondert gesucht werden. Entgegen einer verbreiteten Gleichsetzung sind LUTS deshalb auch nicht dasselbe wie eine gutartige Prostatavergrößerung. Und obwohl der Begriff meist im Zusammenhang mit älteren Männern fällt: Frauen haben dieselben Beschwerden mindestens ebenso häufig, bei ihnen stehen lediglich andere Ursachen dahinter.
Diese Symptome des unteren Harntrakts oder auch Symptomatik der unteren Harnwege können sowohl bei der Harnsammlung als auch bei der Entleerung der Harnblase auftreten. Die Symptome des unteren Harntrakts sind weit verbreitet. In der Gruppe der Männer über 50 Jahren leiden bis zu 30 Prozent an therapiebedürftigen Symptomen der unteren Harntrakt-Strukturen.
Blasenentleerungsstörungen sind dabei die häufigsten. Als einzelnes Symptom am häufigsten berichtet wird allerdings das nächtliche Wasserlassen, fachsprachlich Nykturie. Lower Urinary Tract Symptoms begrenzen sich nicht auf den Menschen, sondern sind auch im Tierreich verbreitet. Bei Katzen werden dieselben Symptome beispielsweise als Feline Lower Urinary Tract Disease bezeichnet.
Ursachen
Die Prostatahyperplasie gilt als verbreitetste Ursache für Lower Urinary Tract Symptoms bei Männern. Sie ist aber auch bei ihnen nur eine mögliche Ursache unter vielen: Studien zeigen, dass Größe der Prostata und Ausmaß der Beschwerden nur locker zusammenhängen – es gibt große Prostatadrüsen ohne jedes Symptom und ausgeprägte Beschwerden bei völlig normal großer Drüse. Ebenso kann eine Entzündung zu den Symptomen führen. Im Extremfall handelt es sich beim Auslöser der Symptome um einen Tumor im Bereich der Harnblase oder an der Prostata.
Auch anatomische Umbildungen der Harnwege sind als Ursachen denkbar, so zum Beispiel die Verengung im Bereich des Blasenhalses. Diese Verengung kann bei normal großer oder hyperplastischer Prostata vorliegen. Die Ursachenforschung ist bei Lower Urinary Tract Symptoms entsprechend aufwendig und erfordert ausgiebige Untersuchungen beim Urologen.
Bei Frauen und bei einem Teil der Männer liegt die Ursache dagegen ganz außerhalb der Prostata. In Frage kommen eine überaktive Blase, ein Harnwegsinfekt, eine Beckenbodenschwäche nach Geburten oder in den Wechseljahren, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, ein Parkinson-Syndrom oder ein Schlaganfall, ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus mit vermehrter Urinausscheidung sowie Blasensteine. Auch Medikamente lösen die Beschwerden aus, etwa entwässernde Mittel, Antidepressiva oder Anticholinergika. Hinzu kommen ganz alltägliche Auslöser wie große Trinkmengen am Abend, Alkohol, Koffein oder eine hartnäckige Verstopfung, die von innen auf die Blase drückt.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Zu den Lower Urinary Tract Symptoms zählt insbesondere plötzlicher Harndrang mit Dranginkontinenz. Viele Patienten erleben eine verzögert eintretende Blasenentleerung, obwohl sie von starkem Harndrang heimgesucht werden. Ihr Harndrang setzt oft derart unerwartet und plötzlich ein, dass die Betroffenen die Toilette kaum rechtzeitig erreichen.
Zum eigentlichen Wasserlassen müssen viele der Betroffenen außergewöhnlich stark pressen. Trotz aller Bemühungen bleibt ihr Harnstrahl in vielen Fällen ungewöhnlich schwach. Die Blasenentleerung der Patienten dauert so oft länger als gewohnt. Darüber hinaus haben die meisten Betroffenen nicht das Gefühl, dass die Blase ausreichend entleert wurde.
Ein permanentes Restharnempfinden bleibt nach jedem Miktionsgang bestehen. In den meisten Fällen besteht kurz nach einer Miktion erneuter Harndrang. Diese Symptome können mit Miktionsstörungen wie nachtröpfelndem Urin vergesellschaftet sein. Welche der genannten Symptome im Einzelfall tatsächlich vorliegen, variiert von Fall zu Fall. Die Lower Urinary Tract Symptoms können abhängig von der primären Ursache viele weitere Symptome beinhalten. Es handelt sich also nicht um ein einheitliches Krankheitsbild.
Fachlich werden die Beschwerden in zwei Gruppen eingeteilt, und diese Unterscheidung entscheidet über die Behandlung. Speichersymptome treten auf, während sich die Blase füllt: häufiges Wasserlassen kleiner Mengen, ein plötzlicher, kaum unterdrückbarer Harndrang, nächtliches Wasserlassen und Dranginkontinenz. Sie sprechen für eine Blase, die sich zu früh und zu heftig zusammenzieht. Entleerungssymptome zeigen sich beim Wasserlassen selbst: eine Verzögerung, bis der Strahl überhaupt in Gang kommt, ein schwacher oder mehrfach unterbrochener Strahl, Pressen und Nachtröpfeln. Sie sprechen eher für ein Abflusshindernis oder eine geschwächte Blasenmuskulatur. Häufig bestehen beide Gruppen nebeneinander; welche davon überwiegt, bestimmt, ob eher die Blase oder eher der Abfluss behandelt wird.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Der Urologe stellt die Diagnose der Lower Urinary Tract Symptoms nach einer ausführlichen Anamnese. Im Rahmen der Diagnostik ist die Ursachenforschung der entscheidende Faktor. Die urologische Standarduntersuchung kann Aufschluss über mögliche Prostatahyperplasien geben. Die Klärung der Ursache ist für eine wirkungsvolle Therapie allesentscheidend.
Zur Basisdiagnostik gehören heute ein standardisierter Fragebogen wie der Internationale Prostatasymptomen-Score (IPSS), der die Beschwerden in Punkten fassbar macht, sowie ein Miktionsprotokoll über zwei bis drei Tage, in dem Trinkmenge, Uhrzeit und Urinmenge notiert werden. Hinzu kommen eine Untersuchung des Urins auf Entzündungszeichen und Blut, die Bestimmung der Nierenwerte und eine Ultraschalluntersuchung, mit der sich Blase, Nieren und der nach dem Wasserlassen verbliebene Restharn beurteilen lassen. Die Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie) zeigt, wie kräftig der Strahl tatsächlich ist – die eigene Einschätzung weicht davon oft ab.
Bei Männern kommen die Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm und, nach Aufklärung über Nutzen und Nachteile, die Bestimmung des PSA-Werts im Blut hinzu. Bleibt die Ursache unklar oder steht ein Eingriff an, folgt eine Blasendruckmessung (Urodynamik), die zwischen einer überaktiven Blase und einem Abflusshindernis unterscheidet. Eine Blasenspiegelung wird gezielt eingesetzt, etwa bei Blut im Urin oder vor einer Operation, nicht jedoch als Routineuntersuchung.
Komplikationen
Vor allem in stressigen Situationen können diese Beschwerden sehr unangenehm werden und zu Schweißausbrüchen oder zu Panikattacken führen. Nicht selten schämen sich die Patienten auch für die Lower Urinary Tract Symptoms und zögern einen Besuch beim Arzt hinaus, weswegen eine Behandlung in der Regel erst spät eingeleitet wird. Die Lebenserwartung selbst wird durch die Lower Urinary Tract Symptoms allerdings nicht beeinflusst oder verringert.
Neben den seelischen Folgen drohen bei einem unbehandelten Abflusshindernis auch körperliche Komplikationen: wiederkehrende Harnwegsinfekte, weil der ständig verbleibende Restharn Bakterien einen Nährboden bietet, die Bildung von Blasensteinen, ein akuter Harnverhalt und im weiteren Verlauf ein Rückstau des Urins bis in die Nieren. Bleibt dieser Rückstau bestehen, kann er die Nierenfunktion dauerhaft schädigen und bis zur Niereninsuffizienz führen.
Die Behandlung dieser Beschwerden findet nach Möglichkeit kausal statt und richtet sich nach der Grunderkrankung. In den meisten Fällen können die Symptome durch verschiedene Trainings und Therapien relativ gut eingeschränkt werden. Falls ein Tumor die Lower Urinary Tract Symptoms auslöst, muss dieser entfernt werden. Dabei kann es unter Umständen auch zu einer Verringerung der Lebenserwartung des Patienten kommen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Treten Unregelmäßigkeiten beim Wasserlassen auf, sind die Beobachtungen mit einem Arzt zu besprechen. Permanenter Harndrang ist ungewöhnlich. Ein Arztbesuch sollte erfolgen, wenn die Beschwerden über mehrere Tage anhalten oder an Intensität zunehmen. Auch Inkontinenz gehört zu den gesundheitlichen Anzeichen, die von einem Arzt untersucht und behandelt werden sollten. Muss der Betroffene bei der Blasenentleerung ungewöhnlich stark pressen, ist dies mit einem Arzt zu besprechen und sollte durch verschiedene Untersuchungen kontrolliert werden. Bleibt der Harnstrahl auch bei einer vollen Blase schwach, ist ein Arzt zu konsultieren.
Ein Gefühl von Restharn in der Blase ist ein weiterer Hinweis auf eine vorhandene Unstimmigkeit, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Stellt sich unmittelbar nach einem erfolgreichen Toilettengang ein erneuter Harndrang ein, liegt eine gesundheitliche Störung vor. Ein Arzt ist aufzusuchen, damit die Ursache der Unregelmäßigkeiten diagnostiziert und schnellstmöglich behandelt werden kann. Da Restharn in der Blase zur Vermehrung von unerwünschten Bakterien beiträgt, benötigt der Patient eine frühzeitige medizinische Versorgung bei bestehenden Beschwerden. Ein Arzt ist daher bereits wenige Tage nach der Entwicklung der Probleme aufzusuchen, auch wenn sich keine Schmerzen oder weitere Beeinträchtigungen bei der Erledigung der alltäglichen Verpflichtungen zeigen.
Einige Zeichen dulden dagegen keinen Aufschub. Sichtbares Blut im Urin muss stets noch am selben Tag abgeklärt werden, ebenso Fieber mit Schüttelfrost und Schmerzen in der Flanke, wie sie für eine Nierenbeckenentzündung sprechen. Der dringendste Fall ist der akute Harnverhalt: Die Blase ist prall gefüllt und schmerzt heftig, der Betroffene verspürt starken Harndrang, kann aber kein Wasser mehr lassen. Das ist ein urologischer Notfall, bei dem die Blase innerhalb weniger Stunden über einen Katheter entlastet werden muss – sonst drohen ein Rückstau in die Nieren und eine bleibende Schädigung der Blasenmuskulatur. Betroffene fahren umgehend in eine Notaufnahme oder rufen den Rettungsdienst unter der 112.
Behandlung & Therapie
Patienten mit Lower Urinary Tract Symptoms werden in der Regel ursächlich behandelt. Jede ursächliche Behandlung hat die Beseitigung des Auslösers zum Ziel. Sobald die Ursache aufgehoben wird, gehen auch die Symptome zurück. Abhängig von der primären Ursache der Symptome stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.
In der Regel umgreift die Therapie konservativ medikamentöse Verfahren. Da die häufigste Ursache für Lower Urinary Tract Symptoms eine benigne, also gutartige Prostatahyperplasie ist, kommen bei der ursächlichen Behandlung meist 5-Alpha-Reduktasehemmer, Medikamente wie Alphablocker oder die Wirkstoffe von PDE-5-Hemmern zum Einsatz.
Diese Mittel wirken unterschiedlich schnell und werden nach Beschwerdebild ausgewählt. Alphablocker entspannen die Muskulatur von Blasenhals und Prostata und bessern die Beschwerden oft schon nach wenigen Tagen; 5-Alpha-Reduktasehemmer verkleinern die Drüse selbst, brauchen dafür aber mehrere Monate und lohnen sich vor allem bei deutlich vergrößerter Prostata. Der PDE-5-Hemmer Tadalafil ist in niedriger Dosis zur Dauereinnahme zugelassen und bietet sich an, wenn zugleich eine Erektionsstörung besteht. Stehen Speichersymptome im Vordergrund, werden zusätzlich Anticholinergika oder der Beta-3-Agonist Mirabegron gegeben. Bevor überhaupt Medikamente zum Einsatz kommen, gilt bei leichten Beschwerden das kontrollierte Abwarten mit Verhaltensberatung als gleichwertige Möglichkeit.
Lässt sich medikamentös keine Besserung der Symptome erzielen, so können invasive Behandlungsverfahren in Betracht gezogen werden. Bei solcherlei invasiven Verfahren handelt es sich in der Regel um eine Operation zur Entfernung des überschüssigen Prostatagewebes. Lange Zeit war dafür allein die Abtragung über die Harnröhre, die transurethrale Resektion der Prostata, gebräuchlich. Heute stehen daneben gewebeschonendere Verfahren zur Verfügung, etwa die Ausschälung mit dem Laser, die Verdampfung des Gewebes, eine Wasserdampfbehandlung oder das Aufspreizen der Prostata mit kleinen Implantaten; diese neueren Verfahren kommen mit kürzerer Erholungszeit aus und erhalten häufiger die Ejakulation. Falls eine bösartige Veränderung der Prostata vorliegt, ist eine idealerweise vollständige Entfernung des Tumors erforderlich. Über kombinierte Maßnahmen wie Chemotherapie und Bestrahlungstherapie entscheidet vor allem die Bösartigkeit des Gewebes.
Bei Blasentumoren gilt ein ähnliches Vorgehen. Entzündliche Veränderungen des unteren Harntrakts werden meist mit Antibiotika zum Abheilen gebracht. Am häufigsten handelt es sich bei Entzündungen um Reaktionen, die von verschleppten Bakterien des eigenen Körpers hervorgerufen werden. Falls Verengungen der Harnwege vorliegen, werden diese Verengungen durch operative Einschnitte erweitert. Früher wurde ein solcher Einschnitt bei jedem Wiederauftreten der Enge wiederholt. Heute wird nach dem zweiten Rückfall stattdessen eine plastische Rekonstruktion der Harnröhre bevorzugt, weil wiederholte Einschnitte zusätzliches Narbengewebe erzeugen und die Enge auf Dauer verschlimmern.
Aussicht & Prognose
Die Prognosestellung der Veränderungen des Harntrakts ist abhängig von den ursächlichen Auslösern der Erkrankung. Unter optimalen Bedingungen und einer frühzeitigen Diagnosestellung sowie Therapie kann bei einer Vielzahl der Betroffenen eine Linderung der Beschwerden und letztlich eine Beschwerdefreiheit erreicht werden. Dennoch ist auch ein chronischer Krankheitsverlauf möglich. Dieser löst häufig Komplikationen oder Folgeerkrankungen aus.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen bei vielen Patienten zu psychischen Beschwerden und Unregelmäßigkeiten. Daher unterliegen die Betroffenen einem erhöhten Risiko für das Erleiden von psychischen Störungen. Dies wirkt sich negativ auf die Gesamtprognose aus, da die Lebensqualität dadurch nachhaltig beeinträchtigt ist.
Im Normalfall findet eine medikamentöse Therapie statt. Diese soll eine Verbesserung der Beschwerden auslösen. Dennoch ist die Gabe von Arzneien mit der Möglichkeit von Nebenwirkungen verbunden. Alternativ werden operative Verfahren genutzt, um eine Verengung des Harnweges zu beseitigen. Eine Operation ist ebenfalls mit Risiken verbunden und kann bei Störungen des Ablaufs zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen.
In manchen Fällen liegt den Beschwerden ein Tumor zugrunde. Da dieser eine grundsätzlich lebensbedrohliche Situation für den Patienten darstellen kann, verschlechtert sich die Prognose bei einer Krebserkrankung erheblich. Ein operativer Eingriff sowie eine Krebstherapie sind notwendig, da es andernfalls zu einem vorzeitigen Ableben des Betroffenen kommen kann.
Vorbeugung
Lower Urinary Tract Symptoms sind weit verbreitet. Fast jeder dritte Mann entwickelt im Lauf seines Lebens entsprechende Beschwerden. Dieser Zusammenhang ist auf die altersphysiologischen Veränderungen der Harnwege zurückzuführen. Den einzelnen Symptomen lässt sich daher nur in Maßen vorbeugen. Im Mittelpunkt der möglichen Vorbeugemaßnahmen steht im Zusammenhang mit der Prostatahyperplasie zum Beispiel die Ernährung.
Der Verzehr von Gemüse soll der Erscheinung zum Beispiel in gewissem Maß vorbeugen können. Außerdem senkt körperliche Bewegung das Risiko für die Entwicklung von Prostatasymptomen. Übergewicht erhöht das Risiko der Erkrankung und sollte daher soweit wie möglich reduziert werden.
Wirksam gegen einzelne Beschwerden sind außerdem einfache Verhaltensregeln: die letzte größere Trinkmenge zwei bis drei Stunden vor dem Zubettgehen, Zurückhaltung bei Alkohol und Koffein am Abend, Behandlung einer Verstopfung sowie ein Überprüfen der Dauermedikation daraufhin, ob entwässernde oder blasenhemmende Mittel zur falschen Tageszeit eingenommen werden. Bei Frauen beugt ein regelmäßiges Beckenbodentraining, vor allem nach Geburten, den Beschwerden nachweislich vor.
Nachsorge
Da die Behandlung der Lower Urinary Tract Symptoms relativ komplex und langwierig ist, konzentriert sich die Nachsorge auf einen sicheren Umgang mit der Erkrankung. Betroffene sollten versuchen, sich trotz der Widrigkeiten auf einen positiven Umgang mit der Situation zu konzentrieren. Um die entsprechende Haltung aufzubauen, können Entspannungsübungen und Meditation helfen, den Geist zu beruhigen. Dies ist für eine partielle Genesung eine grundlegende Voraussetzung. Entspannungsübungen können dafür sorgen, die mentale Anspannung etwas zu nehmen, wodurch die ständige Furcht der Unberechenbarkeit gelindert werden kann.
Die Lower Urinary Tract Symptoms führen zu einer deutlich verringerten Lebensqualität beim Betroffenen. Manche Patienten leiden an depressiven Verstimmungen. Mitunter kann es helfen, dies von einem Psychologen behandeln zu lassen. Ob es dabei zu einer vollständigen Heilung kommen kann, kann nicht universell vorhergesagt werden. In der Regel verringern diese Beschwerden nicht die Lebenserwartung des Betroffenen.
Das können Sie selbst tun
Die meist älteren, männlichen Patienten mit Lower Urinary Tract Symptoms leiden in der Regel ursächlich an einer vergrößerten Prostata. Es muss sich dabei aber nicht um eine Krebserkrankung handeln. Auch eine gutartige Vergrößerung, benigne Prostatahyperplasie genannt, verursacht Symptome wie übermäßigen Harndrang oder Dranginkontinenz, aber auch die gegenteiligen Symptome wie eine verzögerte Blasenentleerung, einen schwachen Harnstrahl oder nachtröpfelnden Urin. Bei Patientinnen liegt dagegen meist eine andere Ursache zugrunde, etwa eine überaktive Blase oder eine Beckenbodenschwäche. Selbst eine Entzündung könnte diese Beschwerden verursachen, daher sollte der Patient unbedingt so früh wie möglich von einem Urologen abklären lassen, was hinter seinen Symptomen steckt. Nur so können rechtzeitig entsprechende Therapien eingeleitet werden, die im besten Fall zu einer völligen Ausheilung der Grunderkrankung führen.
Schon bevor medikamentöse oder invasive Maßnahmen erwogen werden, hilft den Patienten ein Blasen- oder auch Beckenbodentraining. Es hat zum Ziel, die Zeit zwischen zwei Toilettengängen möglichst lange auszudehnen. Der behandelnde Urologe kann hier mit Adressen und Ansprechpartnern weiterhelfen. Probleme beim Wasserlassen machen Stress. Daher sind Entspannungsübungen ebenfalls angeraten. Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist sehr effektiv und leicht zu erlernen. Aber auch Meditations- und Atemübungen, wie sie im Yoga gelehrt werden, bringen Entspannung. Wichtig ist, die Übungen konsequent und regelmäßig durchzuführen, wenn sie Erfolg haben sollen.
Quellen
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ISBN: 9783662634011
- Gschwend, J. E., Hautmann, R.: Urologie.
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