Malignes Neuroleptika-Syndrom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein malignes Neuroleptika-Syndrom (Kurzform MNS) wird ebenso als malignes neuroleptisches Syndrom bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine seltene Nebenwirkung, die aus der Einnahme von Neuroleptika resultiert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das maligne Neuroleptika-Syndrom?

Malignes Neuroleptika Syndrom
Ein malignes Neuroleptika-Syndrom verursacht verschiedene Beschwerden wie extrapyramidal-motorische Störungen, extreme Muskelsteife oder Blickkrämpfe. Betroffene schwitzen stark, mitunter kommt es zu Schweißausbrüchen, es kommt zu Tachykardie und Tachypnoe.
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Das Neuroleptika-Syndrom ist ein seltenes, jedoch lebensbedrohliches Krankheitsbild, welches durch Dopaminantagonisten (insbesondere Neuroleptika), aber ebenso durch Lithium oder Antidepressiva ausgelöst wird. Meist tritt es bei einer hohen Dosierung der Medikamente oder einer schnellen Erhöhung der Dosis in den ersten vier Wochen nach dem Therapiebeginn beziehungsweise der Umstellung der Medikamente auf.

Das Neuroleptika-Syndrom soll bei rund 0,2 Prozent der Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, in Erscheinung treten. Diese Zahl stammt aus älteren Untersuchungen. Nach heutigem Kenntnisstand liegt die Häufigkeit deutlich niedriger, bei etwa 0,01 bis 0,02 Prozent; als Gründe gelten die vorsichtigere Dosierung und der überwiegende Einsatz atypischer Antipsychotika. Am häufigsten konnte das Krankheitsbild unter der Einnahme von Haloperidol, aber prinzipiell auch bei allen anderen Neuroleptika beobachtet werden. Zudem sind einzelne familiäre Fälle bekannt, sodass auch eine genetische Komponente hinsichtlich der Entstehung der Erkrankung nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein malignes Neuroleptika-Syndrom stellt in der Psychiatrie einen gefürchteten Notfall dar, denn das Krankheitsbild verläuft schnell und kann zudem rasch lebensbedrohliche Komplikationen auslösen.

Abzugrenzen ist das maligne Neuroleptika-Syndrom von der malignen Hyperthermie, mit der es im Sprachgebrauch häufig verwechselt wird. Beide gehen mit Fieber und Muskelstarre einher, sind aber verschiedene Erkrankungen: Die maligne Hyperthermie ist erblich, tritt innerhalb von Minuten während einer Narkose auf und wird durch bestimmte Narkosemittel ausgelöst. Das maligne Neuroleptika-Syndrom ist nicht erblich, entwickelt sich über Stunden bis Tage und geht auf Medikamente zurück, die den Botenstoff Dopamin im Gehirn blockieren.

Ursachen

Zu den Arzneistoffen, die als Auslöser für ein malignes Neuroleptika-Syndrom infrage kommen, gehören unter anderem:

  • Carbamazepin
  • Niederpotente Neuroleptika wie Chlorpromazin, Perazin, Pipamperon und Triflupromazin
  • Thioxanthene: Chlorprothixen und Flupentixol
  • Trizyklische Antidepressiva: Desipramin und Trimipramin
  • Prokinetika: Domperidon und Metoclopramid
  • Allgemeine Phenothiazine: Fluphenazin und Perphenazin
  • Butyrophenone: Haloperidol, Benperidol und Melperon
  • Lithium
  • Pimozid
  • Atypische Neuroleptika: Risperidon, Olanzapin, Quetiapin und Aripiprazol
  • SSRI: Sertralin und Escitalopram
  • SNRI: Venlafaxin und Duloxetin
  • Benzamide: Amisulprid und Tiaprid

Ein gleichartiges Krankheitsbild kann außerdem entstehen, wenn bei einer Parkinson-Erkrankung dopaminhaltige Medikamente wie Levodopa abrupt abgesetzt oder stark reduziert werden. Auch darin zeigt sich, dass dem Syndrom ein plötzlicher Mangel an Dopaminwirkung im Gehirn zugrunde liegt.

Weitere Risikofaktoren wie die Einnahme von stark antipsychotisch wirkenden Neuroleptika und eine hohe Dosierung können ein malignes Neuroleptika-Syndrom begünstigen. Bereits bestehende Gehirnschäden und Schilddrüsenerkrankungen können ebenso Einfluss auf die Entstehung eines malignen Neuroleptika-Syndroms haben. Dies gilt auch bei körperlicher Erschöpfung, Flüssigkeitsmangel oder Hyponatriämie.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein malignes Neuroleptika-Syndrom verursacht verschiedene Beschwerden wie extrapyramidal-motorische Störungen, extreme Muskelsteife oder Blickkrämpfe. Betroffene schwitzen stark, mitunter kommt es zu Schweißausbrüchen, es kommt zu Tachykardie und Tachypnoe. Auch Herzrasen, schneller Atem und Veränderungen des Blutdrucks, Harn- beziehungsweise Stuhlinkontinenz sind in einem solchen Fall beobachtet worden.

Des Weiteren kann es zu Sprach- und Schluckstörungen, vermehrtem Speichelfluss und einem Anstieg der Körpertemperatur kommen. Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und sogar Koma treten im Zusammenhang mit dem malignen Neuroleptika-Syndrom auf.

In den meisten Fällen beginnt ein malignes Neuroleptika-Syndrom innerhalb von weniger als zehn Tagen, nachdem die Therapie mit dem Medikament, das der Auslöser ist, begonnen wurde. Selten kann dies bis zu zwei Monate dauern. Innerhalb von zwei Tagen, aber zum Teil auch schon nach wenigen Stunden entwickelt sich das maligne Neuroleptika-Syndrom meist zum Vollbild.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose zu stellen, dass ein malignes Neuroleptika-Syndrom vorliegt, werden zunächst einmal allgemeine Maßnahmen durchgeführt, zum Beispiel Fieber und Blutdruck messen. Letzterer kann entweder hoch oder niedrig sein, ist aber auch oft labil. Weitere Anzeichen sind meist ein Anstieg der Kreatinkinase (CK, früher als CPK bezeichnet), der aber auch nur leicht ausfallen kann, eine erhöhte LDH (Laktat-Dehydrogenase), Leukozytose, Proteinurie und Myoglobinurie.

Zudem liegen eine Hyponatriämie oder Hypernatriämie, eine leichte Eiweißerhöhung im Liquor, ein niedriges Serumeisen, Serumkalzium sowie Magnesium vor. Eine möglichst frühzeitige Diagnose und Behandlung sind sehr wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden. Eine ernsthafte Komplikation, die ein malignes Neuroleptika-Syndrom verursachen kann, ist die Rhabdomyolyse mit einer Myoglobinurie.

Diese kann zu einem akuten Nierenversagen führen. Weitere Risiken sind die Hyperthermie, die möglicherweise eine Dehydrierung verursacht, was wiederum Phlebothrombosen sowie eine Lungenembolie auslösen kann. Zudem sind Krampfanfälle möglich.

Im schlimmsten Fall kann ein malignes Neuroleptika-Syndrom zu einem Multiorganversagen führen. Die Eintrübung sowie insbesondere die Muskelstarre und das Fieber können rasch zunehmen und sehr schnell zu einer lebensgefährlichen Dekompensation führen. Daher ist die Behandlung unverzichtbar.

Komplikationen

Beim Neuroleptika-Syndrom kommt es in der Regel zu vielen verschiedenen Beschwerden. Sie deuten dabei allerdings nicht immer direkt auf das Syndrom hin, sodass es in vielen Fällen erst zu einer verzögerten Behandlung kommt. In der Regel leiden die Betroffenen an einer stark erhöhten Schweißbildung und dabei auch an starken Schweißausbrüchen. Diese können die Lebensqualität deutlich einschränken und verringern.

Ebenso kommt es beim Neuroleptika-Syndrom nicht selten zu Herzrasen, das im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen kann. Die Betroffenen leiden an einer Stuhlinkontinenz, wodurch es nicht selten zu Depressionen und zu anderen psychischen Verstimmungen kommt. Die Betroffenen leiden weiterhin auch an Fieber und ohne Behandlung der Krankheit auch oft an einer Niereninsuffizienz. Diese kann lebensbedrohlich verlaufen, und der Betroffene ist dann auf eine Dialyse oder auf eine Spenderniere angewiesen.

Die Behandlung des Neuroleptika-Syndroms erfolgt intensivmedizinisch mit Hilfe von Medikamenten und durch eine erhöhte Zufuhr an Flüssigkeit. Komplikationen können auch dabei eintreten, doch bilden sich die Beschwerden bei rechtzeitiger Behandlung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen zurück. In der Regel wird bei einer frühzeitigen Behandlung auch die Lebenserwartung des Patienten durch das Neuroleptika-Syndrom nicht verringert. Trotz Behandlung verläuft das maligne Neuroleptika-Syndrom jedoch bei etwa fünf bis zehn von hundert Betroffenen tödlich; von einem harmlosen Verlauf darf daher zu keinem Zeitpunkt ausgegangen werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die unter Einfluss eines Medikaments aus der Reihe der Neuroleptika stehen, sollten bei negativen Veränderungen des gesundheitlichen Zustands einen Arzt konsultieren. Kommt es zu Störungen der Motorik oder des Herzrhythmus, ist eine medizinische Abklärung der Beschwerden erforderlich.

Bei Herzrasen, einem erhöhten Blutdruck, Schweißausbrüchen, einem gestiegenen Sauerstoffbedarf oder anderen vegetativen Unregelmäßigkeiten ist ein Arzt aufzusuchen. Ist die Atmung erschwert oder leidet der Betroffene unter einer verschnellerten Atemtätigkeit, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es zu Kommunikationsproblemen, besteht ebenfalls Anlass zur Besorgnis. Bei Sprach- oder Schluckstörungen ist ein Arzt aufzusuchen.

Eine auffällige Veränderung des Speichelflusses – sei es ein trockener Mund und Rachen, sei es ein deutlich vermehrter Speichelfluss – sowie eine erhöhte Körpertemperatur sind Anzeichen einer bestehenden Unregelmäßigkeit. Ein Arztbesuch ist notwendig, damit eine Optimierung des erarbeiteten Behandlungsplans zur Therapie der Grunderkrankung stattfinden kann. Stellt sich eine Unregelmäßigkeit des Verdauungstraktes ein, kommt es zu Inkontinenz oder Problemen beim Toilettengang, ist ein Arzt zu konsultieren.

Zeigt der Patient eine geistige Verwirrtheit oder setzen Bewusstseinsstörungen ein, muss ein Arzt von den Beobachtungen unterrichtet werden, da es sich um wichtige Warnhinweise des Organismus handelt. Bei einem Verlust des Bewusstseins ist über den Notruf 112 ein Rettungsdienst zu alarmieren. Der Betroffene benötigt eine Erste-Hilfe-Versorgung von anwesenden Personen bis zum Eintreffen des Notfallmediziners.

Nicht abgewartet werden darf, wenn unter der Einnahme von Neuroleptika hohes Fieber gemeinsam mit einer ausgeprägten Steifigkeit der Muskulatur auftritt. Diese Kombination ist ein lebensbedrohlicher Notfall: In diesem Fall ist sofort der Notruf 112 zu wählen und nicht erst der nächste Sprechstundentermin abzuwarten.

Behandlung & Therapie

Die primäre Maßnahme, falls ein malignes Neuroleptika-Syndrom festgestellt wurde, ist es, das auslösende Antipsychotikum sofort abzusetzen. Alle weiteren Maßnahmen dienen eher als Unterstützung und beziehen sich in erster Linie auf die Sicherung der wichtigen Vitalfunktionen. Dazu gehören gegebenenfalls eine Beatmung, Rehydratation sowie die Vermeidung von weiteren Komplikationen.

Der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust müssen ausgeglichen werden und das Fieber ist schnellstmöglich zu senken. Da die Temperatur beim malignen Neuroleptika-Syndrom nicht durch eine Verstellung des körpereigenen Sollwerts entsteht, sprechen fiebersenkende Medikamente hier nur schlecht an; im Vordergrund steht deshalb die äußerliche Kühlung, etwa mit Kühlmatten oder feuchten Wickeln. Die reichliche Flüssigkeitszufuhr dient zugleich dem Schutz der Nieren vor dem Muskelfarbstoff, der bei der Rhabdomyolyse freigesetzt wird. Manchmal kann in schwierigen Fällen eine zeitweise Dialyse erforderlich werden. Auch Muskelrelaxantien und Dopaminagonisten sind eine wirksame Unterstützung. Als Dopaminagonist wird vor allem Bromocriptin eingesetzt, das die durch die Blockade der Dopaminrezeptoren gestörte Signalübertragung wieder in Gang bringt. Zu weiteren Maßnahmen gehören ein Monitoring wie EKG, eine Volumensubstitution und eine Thromboseprophylaxe.

In schweren Fällen oder wenn nach 24 Stunden keine Besserung eintritt, kommt Dantrolen zum Einsatz. Dies ist bei einer gesteigerten Muskelspannung der Fall, die zu schweren Krämpfen der Muskulatur führt. Aufgrund der Tatsache, dass ein malignes Neuroleptika-Syndrom ein lebensbedrohliches Krankheitsbild darstellt, wird es auf der Intensivstation behandelt.


Aussicht & Prognose

Ohne eine schnellstmögliche medizinische Versorgung ist die Prognose dieses Syndroms ungünstig. Es liegt ein lebensbedrohlicher Zustand vor, bei dem schnellstmöglich gehandelt werden muss. Andernfalls kommt es zu einem vorzeitigen Ableben des Betroffenen. Auslöser der Erkrankung ist eine Nebenwirkung von ärztlich verschriebenen medizinischen Präparaten zur Therapie einer vorliegenden Primärerkrankung. Aus diesem Grund kann eine Linderung der zusätzlichen Beschwerden erreicht werden, wenn die Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt gesucht wird.

Sobald erste gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten, sollte der Arzt konsultiert werden, der die Grunderkrankung behandelt. Eine Veränderung des erarbeiteten Behandlungsplanes ist notwendig, damit sich das maligne Neuroleptika-Syndrom zurückbildet und vollständig therapiert werden kann. Durch die Gabe von alternativen Medikamenten kommt es zu einer Linderung der aufgetretenen gesundheitlichen Unregelmäßigkeiten. Die unerwünschten Nebenwirkungen verschwinden allmählich, wenn schnellstmöglich reagiert wird. Ist das Syndrom allerdings bereits voll ausgeprägt, genügt eine Umstellung der Medikamente in der Sprechstunde nicht mehr: Dann handelt es sich um einen intensivmedizinischen Notfall, der im Krankenhaus behandelt werden muss. Andernfalls kann es neben der Entwicklung eines lebensbedrohlichen Zustandes auch zu irreparablen Schäden des Organismus kommen.

Das Risiko für Beeinträchtigungen der Nierentätigkeit ist durch die auslösenden Medikamente deutlich erhöht. Bei einem ungünstigen Krankheitsverlauf kann es daher trotz aller Bemühungen zu dauerhaften Komplikationen kommen. Darüber hinaus können Krampfanfälle eintreten, die ebenfalls irreversible Veränderungen auslösen können. Eine verbesserte Prognose wird erreicht, indem neben der Konsultation des Arztes unverzüglich eine erhöhte Zufuhr an Flüssigkeit eingeleitet wird.

Vorbeugung

Da ein malignes Neuroleptika-Syndrom in der Regel als Nebenwirkung von Medikamenten auftritt, ist ein Vorbeugen der Erkrankung nicht möglich, sondern lediglich ein Abwenden, indem die verursachenden Medikamente sofort abgesetzt werden. Hierfür ist es wichtig, bei der Einnahme genau auf eventuelle Nebenwirkungen und Veränderungen in Bezug auf den Körper zu achten und diese sehr ernst zu nehmen.

Da die Wahrscheinlichkeit, dass ein malignes Neuroleptika-Syndrom wieder auftritt, deutlich erhöht ist, ist es zudem sehr wichtig, den Neubeginn einer neuroleptischen Therapie sehr vorsichtig und sensibel anzugehen. Im Idealfall werden atypische Neuroleptika verschrieben, die in einer möglichst niedrigen Dosierung eingenommen werden, um das Risiko von Anfang an gering zu halten. Ebenso ist es wichtig, falls ein Wechsel des Arztes ansteht, einen neuen Mediziner über die vorangegangene Erkrankung zu informieren, falls die Einnahme von entsprechenden Medikamenten geplant ist.

Nachsorge

Die Unverträglichkeit gegenüber dem auslösenden Wirkstoff bleibt in der Regel dauerhaft bestehen. Der Patient muss zur Vermeidung von Beschwerden das betreffende Medikament absetzen und es künftig nicht mehr einnehmen. Nur so wird ein Wiederauftreten der Erkrankung verhindert. Dieses setzt ein hohes Maß an Eigenverantwortung im Alltag voraus.

Die Nachsorge im Fall des Neuroleptika-Syndroms zielt grundsätzlich darauf, Komplikationen präventiv anzugehen. Gerade in lebensbedrohlichen Situationen ist dieses wichtig. Da eine Behandlung innerhalb weniger Minuten erfolgen muss, kann ein solches Wissen lebenswichtig sein. Da die Arzneimittelintoleranz ständig vorliegt, liegt die effektivste Nachsorge im Schutz vor gefährlichen Konsequenzen. Dies kann nur durch eine Vermeidung etwaiger Stoffe erfolgen. Hilfreich ist dafür ein Notfall- oder Medikamentenausweis, in dem der auslösende Wirkstoff eingetragen ist und der bei jedem Arztbesuch sowie bei jeder Krankenhausaufnahme vorgelegt wird.

Das können Sie selbst tun

Treten bei der Einnahme von Neuroleptika Unregelmäßigkeiten oder Auffälligkeiten auf, sollte der Betroffene in seinem eigenen Interesse das Gespräch zum behandelnden Arzt suchen. Da das maligne Neuroleptika-Syndrom auf einer Intensivstation behandelt wird, sind die Möglichkeiten der Selbsthilfe sehr eingeschränkt. Verzögerungen bei der Konsultation eines Arztes führen zu einer schnellen Verschlechterung des Gesundheitszustandes und sollten vermieden werden.

Die Erkrankung ist mit zahlreichen Symptomen und Beschwerden verbunden, die häufig beim Erkrankten sowie dessen Angehörigen eine Überforderung darstellen. Aufkommende Ängste und Sorgen aller Beteiligten sollten nicht zu stark werden. Ein Hineinsteigern ist dringend zu unterlassen. Der Austausch mit Angehörigen, Therapeuten oder ebenfalls Erkrankten kann hilfreich sein. Verständigungsschwierigkeiten, die durch die Sprach- und Schluckstörungen entstehen, können mit digitalen Hilfsmitteln oder über Zeichen überwunden werden. Grundsätzlich ist eine positive Grundeinstellung dem Leben und dessen Herausforderungen gegenüber wichtig. Sie hilft bei der Bewältigung der Geschehnisse und führt zu neuen Lösungsmöglichkeiten. Das Denken sollte positiv und gleichzeitig realistisch sein. Hilfreich ist das Festlegen neuer Ziele, die erreichbar sind und keinen weiteren Stress auslösen.

Um keine zusätzlichen Erkrankungen zu erleiden, ist ein gesunder Lebenswandel wichtig. Eine gesunde Ernährung, optimierte Schlafbedingungen sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem und fördern das Wohlbefinden. Gleichzeitig ist der Konsum von Schadstoffen wie Alkohol oder Nikotin zu unterlassen.

Quellen

  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
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  • Tebartz van Elst, L., Schramm, E., Berger, M. (Hrsg.): Psychiatrie und Psychotherapie.
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  • Berlit, P.: Klinische Neurologie.
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    ISBN: 9783804746541

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