Lithium

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 12. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Lithium ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts als sehr wirksames Psychopharmakon bekannt. Es wird vorwiegend als sogenanntes Phasenprophylaktikum bei bipolaren und schizoaffektiven Störungen sowie bei unipolaren Depressionen angewendet. Da das therapeutische Fenster sehr klein ist, ist bei Lithiumtherapien eine engmaschige Überprüfung des Lithiumspiegels im Blut erforderlich, um eine Intoxikation zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lithium?

Lithium
Lithium wird vorwiegend als sogenanntes Phasenprophylaktikum bei bipolaren und schizoaffektiven Störungen sowie bei unipolaren Depressionen angewendet.

Bei Lithium handelt es sich um ein chemisches Element, das zu den Alkalimetallen gehört. Im Periodensystem wird es mit dem Symbol „Li“ gekennzeichnet. Neben der Verwendung in der Industrie werden bestimmte Lithiumsalze seit Mitte des vorigen Jahrhunderts als Phasenprophylaktika in der psychiatrischen Praxis angewandt.

Phasenprophylaktika sind Psychopharmaka, die schnelle, krankhafte Stimmungsumbrüche verhindern sollen. Seit seiner Entdeckung ist Lithium ein Klassiker in der Behandlung von gestörten Gefühlslagen, wie sie beispielsweise bei bipolaren Psychosen (Wechsel zwischen Manie und Depression) zum Ausdruck kommen.

Wichtig ist, zu erwähnen, dass es sich bei der Lithiumtherapie um eine vorbeugende Behandlung handelt. Auch wenn erbliche Belastungen für unipolare Depressionen (Depressionen ohne Manie), bipolare oder schizoaffektive Psychosen (Psychosen mit affektiven und schizophrenen Elementen) im Vorfeld bekannt sind, kann Lithium jedoch nicht vorbeugend verabreicht werden, um einen Erstausbruch der Erkrankung zu verhindern.

Pharmakologische Wirkung

Obwohl Lithium als Phasenprophylaktikum schon lange verwendet wird und Unmengen von Fachliteratur darüber veröffentlicht wurden, ist bis heute nicht eindeutig geklärt, wie es im Körper wirkt. Experten gehen davon aus, dass es auf die Signalübertragung zwischen den Synapsen (den Nervenenden im Gehirn, die für die Reizübertragung verantwortlich sind) einwirkt.

Eine Theorie besagt, dass der Fluss des Botenstoffs Dopamin im synaptischen Spalt gedrosselt wird. Dadurch soll es zu einer verminderten Erregbarkeit der Synapsen kommen.

Eine andere Theorie geht davon aus, dass Lithiumsalze auf den Noradrenalin- und Serotonin-Spiegel wirken. Noradrenalin und Serotonin sind entscheidende Botenstoffe für die Gefühlslage. Während die Noradrenalin-Menge bei einer Manie hoch ist, lassen sich Depressionen auf einen zu geringen Serotonin-Spiegel zurückführen.

Manche Forscher vermuten, dass der Natrium-Kalium-Strom durch Lithium gedämmt und somit die generelle Erregbarkeit des Gehirns herabgesetzt wird. Auf den Kalziumhaushalt wirkt eine Lithiumbehandlung nicht senkend, sondern in die umgekehrte Richtung: Eine lange Behandlung geht mit einer anhaltenden Überfunktion der Nebenschilddrüsen und einem erhöhten Kalziumwert im Blut einher. Dieser Wert bildet sich nach dem Absetzen nicht immer zurück und kann dann einen Eingriff nötig machen; deshalb wird er während der Behandlung regelmäßig kontrolliert. Bei nur leicht erhöhtem Wert wird zuvor geprüft, ob er lediglich durch einen Flüssigkeitsmangel vorgetäuscht wird.

Zudem gibt es auch Anhaltspunkte für die Hypothese, dass Lithiumsalze die GABA-Rezeptoren im Gehirn beeinflussen und es somit zu einer geringeren Erregbarkeit kommt. GABA-Rezeptoren sind eine natürliche Vorrichtung des Gehirns, um das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu erhalten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Lithium spielt in der psychiatrischen Praxis deswegen eine erhebliche Rolle, weil es ein sehr wirksamer Stimmungsstabilisator ist. Seine Entdeckung als Phasenprophylaktikum gilt als Meilenstein in der Geschichte der Pharmakologie: In den 1950er Jahren wurde anhand von Tierexperimenten, die ursprünglich eine ganz andere Zielrichtung hatten, durch Zufall festgestellt, dass die Gabe von bestimmten Lithiumsalzen Auswirkungen auf die Aktivität von Ratten hat. Seitdem hat sich Lithium als Phasenprophylaktikum bei wiederkehrenden Depressionen, bei Manien, bei bipolaren Psychosen und bei schizoaffektiven Psychosen etabliert.

Bei unipolaren Depressionen wird das chemische Element zumeist in Verbindung mit Antidepressiva verabreicht. Manien können im Akutstadium durch Lithium eingedämmt werden, wobei die Anlaufzeit bis zum Wirkungseintritt etwa eine Woche beträgt.

Bei bipolaren Psychosen können Krankheitsphasen oft unterdrückt oder zumindest abgemildert werden. Schizoaffektive Psychosen werden pharmakologisch mit einer Kombinationsgabe von Neuroleptika, Antidepressiva und Lithium therapiert. In manchen Fällen findet Lithium auch Anwendung bei therapieresistenten Schizophrenien, wobei es in Verbindung mit Neuroleptika eingesetzt wird.

Laut zahlreichen Studien setzt Lithium das Selbstmordrisiko bei psychisch Kranken deutlich herab, wobei etwa ein Drittel der Patienten sehr gut auf die entsprechenden Präparate anspricht, während bei den meisten anderen zumindest eine signifikante Besserung zu verzeichnen ist.

Voraussetzung für die Wirksamkeit des Lithiums ist, dass das Präparat regelmäßig eingenommen wird, da es sich um Spiegelmedikamente handelt. Schließlich gilt Lithium als Mittel der zweiten Wahl bei Cluster-Kopfschmerz (Schmerzen zwischen Augen, Stirn und Schläfen).

Die Arzneimittelverschreibungsverordnung bestimmt, für welche Anwendungen Lithium der Verschreibungspflicht unterliegt: zur Vorbeugung und zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen – als Beispiele genannt sind bipolare Störungen und Depressionen – sowie zur Behandlung von Cluster-Kopfschmerzen. Für diese Anwendungen ist Lithium damit verschreibungspflichtig und gehört in ärztliche Hand. Die amerikanischen Produktinformationen führen als Anwendungsgebiet die alleinige Behandlung der Bipolar-I-Störung auf, und zwar sowohl die akute manische oder gemischte Krankheitsphase als auch die anschließende Erhaltungsbehandlung.

Vor dem Beginn einer Lithiumbehandlung werden mehrere Ausgangsbefunde erhoben: die Nierenfunktion, die Kreislaufwerte, die Salze im Blut (Elektrolyte) und die Schilddrüsenwerte. Erfasst wird außerdem, welche weiteren Arzneimittel eingenommen werden; bei Frauen im gebärfähigen Alter gehört die Frage nach einer bestehenden oder möglichen Schwangerschaft dazu. Die Einstellung erfolgt anschließend schrittweise und unter wiederholter Bestimmung des Spiegels, bis ein gleichbleibender Wert erreicht ist.

Für die Messung wird das Blut abgenommen, bevor die nächste Gabe eingenommen wird, weil der Spiegel zu diesem Zeitpunkt am wenigsten schwankt. Der Laborwert allein genügt für die Beurteilung nicht: Er wird zusammen mit dem Befinden und den Beschwerden des Behandelten gewertet. Zu Beginn der Behandlung fallen häufig ein feines Zittern der Hände, vermehrter Harndrang und Durst auf; Übelkeit und ein allgemeines Unwohlsein können in den ersten Tagen hinzukommen. Diese Beschwerden können im weiteren Verlauf nachlassen, ebenso bei Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit oder nach einer vorübergehenden Verringerung der Menge. Eine vergessene Einnahme wird nicht durch eine doppelte ersetzt, und die Menge wird auch sonst nicht ohne ärztliche Rücksprache verändert.


Risiken & Nebenwirkungen

Obwohl die Wirksamkeit von Lithiumsalzen bei noch immer unklarem Wirkungsmechanismus in der psychiatrischen Praxis erwiesen ist, können zahlreiche unangenehme und sogar gefährliche Nebenwirkungen während der Therapie auftreten.

Zudem ist anzumerken, dass der therapeutische und der toxische Bereich nah beieinander liegen. Eine Vergiftung kann bis zum Koma führen. Der für eine vorbeugende Behandlung angestrebte Wert ist dabei nicht bereits die Grenze zur Vergiftung: Für die Behandlung einer akuten manischen Phase nennen die amerikanischen Produktinformationen höhere Zielwerte, und die Schwelle zur Vergiftung liegt noch darüber. Idealerweise beträgt der Spiegel im Blut zwischen 0,6 und 0,8 mmol/l und sollte deswegen im dreimonatigen Rhythmus überprüft werden. Zu Beginn der Behandlung, nach jeder Änderung der Dosis und beim Auftreten von Krankheitszeichen wird häufiger gemessen. Besonders empfindliche Patienten können Vergiftungszeichen schon bei Werten zeigen, die als therapeutisch gelten.

Da Lithium über die Nieren ausgeschieden wird, ist auch eine regelmäßige Überprüfung der Nierenfunktion erforderlich. Patienten mit chronischer oder akuter Niereninsuffizienz dürfen nicht mit Lithium behandelt werden. Auch verbietet sich eine Therapie bei Herzinsuffizienz.

Häufig auftretende Nebenwirkungen sind verstärkter Harndrang, vermehrter Appetit, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Gewichtszunahme, wobei vor allem die überflüssigen Pfunde die Compliance vieler Patienten beeinträchtigen, da sie als sehr belastend empfunden werden.

Bei einer zu hohen Dosis können außerdem Trägheit, Apathie und Gleichgültigkeit auftreten. Außerdem ist bei einer Lithiumtherapie auf eine ausreichende Salzzufuhr zu achten, da Lithiumsalze andere Salze aus dem Organismus ausschwemmen. Auf Dauer kann auf diese Weise der Natrium-Spiegel gefährlich tief sinken. All dies macht eine genaue Überwachung der Medikamentengabe notwendig. Selbstmedikation kann bei Lithium lebensbedrohlich werden.

Die ersten Anzeichen einer Lithiumvergiftung sind feinschlägiges Zittern der Hände, Benommenheit, Koordinationsstörungen und Muskelschwäche. Im weiteren Verlauf kommen Erbrechen, Durchfall, verwaschene Sprache, Gangunsicherheit, Verwirrtheit und Krampfanfälle hinzu. Treten solche Zeichen auf, muss das Präparat abgesetzt und sofort ärztliche Hilfe gesucht werden; ein Gegenmittel gegen eine Lithiumvergiftung gibt es nicht.

Bei einer schweren Vergiftung zielt die Behandlung darauf, das Lithium aus dem Körper zu entfernen. Als wirksamstes und schnellstes Verfahren dafür gilt die Blutwäsche. Medizinische Kohle, die bei manchen anderen Vergiftungen die Aufnahme begrenzt, bindet Lithium nicht in nennenswertem Umfang. Daneben stehen unterstützende Maßnahmen im Vordergrund: die Sicherung der Atemwege bei getrübtem Bewusstsein und der Ausgleich von Flüssigkeits- und Salzverlusten. Nach der Entgiftung kann der Wert im Blut noch einmal ansteigen, weshalb er weiterhin engmaschig verfolgt wird.

Der Lithiumspiegel kann durch andere Arzneimittel gefährlich ansteigen. Entwässerungsmittel (Diuretika), ACE-Hemmer und Sartane sowie entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika vermindern die Ausscheidung des Lithiums über die Niere. Dasselbe bewirken Kochsalzmangel und jeder größere Flüssigkeitsverlust, etwa durch Fieber, starkes Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall.

Über die Arzneimittel hinaus erhöhen weitere Umstände die Gefahr einer Vergiftung: eine eingeschränkte Nierenfunktion, ein Mangel an Flüssigkeit, eine bedeutsame Herz-Kreislauf-Erkrankung, Verschiebungen der Blutsalze – vor allem von Natrium und Kalium – sowie eine neu aufgetretene fieberhafte Erkrankung.

Daraus ergeben sich Regeln für den Alltag. Während der Behandlung sind eine gewohnte, salzhaltige Kost und eine ausreichende Trinkmenge wichtig, besonders in der Zeit der Einstellung. Bei anhaltendem Schwitzen oder bei Durchfall werden Flüssigkeit und Salz unter ärztlicher Aufsicht ersetzt, und die Lithiumgabe wird verringert oder ausgesetzt, bis der Zustand behoben ist. Dasselbe kann bei einer Infektion mit erhöhter Körpertemperatur nötig werden. Zeichen eines ausgeprägten Natriummangels sind Veränderungen des Wesens, Teilnahmslosigkeit und Verwirrtheit; in schwerer Form kommen Benommenheit, übersteigerte Reflexe, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit hinzu.

Bei langfristiger Einnahme gehören Schilddrüse und Nieren zu den überwachten Organen. Lithium kann eine Schilddrüsenunterfunktion mit Struma hervorrufen, seltener auch eine Überfunktion; die Schilddrüsenwerte werden deshalb schon vor Behandlungsbeginn bestimmt und danach regelmäßig kontrolliert. An der Niere kann die Fähigkeit zur Harnkonzentrierung nachlassen, was sich als starker Durst und große Urinmengen bemerkbar macht. Auch der Kalziumwert im Blut wird mitverfolgt, weil eine lange Lithiumbehandlung mit einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen einhergehen kann.

Über viele Jahre hinweg kann eine Lithiumbehandlung darüber hinaus zu einem Umbau des Nierengewebes zwischen den Kanälchen führen. Die Nierenfunktion wird deshalb vor Beginn und im weiteren Verlauf beurteilt, unter anderem über den Kreatininwert im Blut, die Eiweißausscheidung im Urin und die Fähigkeit der Niere, den Harn zu konzentrieren. Verschlechtert sich die Nierenleistung fortschreitend oder plötzlich, wird die Behandlung neu bewertet – auch dann, wenn die Werte noch im üblichen Bereich liegen. Vereinzelt wurde ein nephrotisches Syndrom berichtet, das sich nach dem Absetzen des Lithiums zurückbildete.

Wird Lithium zusammen mit einem Neuroleptikum (Antipsychotikum) gegeben, besteht ein erhöhtes Risiko für ein sogenanntes enzephalopathisches Syndrom. Es äußert sich unter anderem in Schwäche, Abgeschlagenheit, Fieber, Zittrigkeit und Verwirrtheit, dazu in Bewegungsstörungen und in veränderten Laborwerten; in einzelnen Fällen blieb ein Hirnschaden zurück. Wer eine solche Kombination erhält, wird deshalb engmaschig auf frühe Zeichen einer Nervenschädigung beobachtet, und die Behandlung wird bei deren Auftreten umgehend beendet. Das Beschwerdebild ähnelt dem malignen neuroleptischen Syndrom oder stimmt mit ihm überein.

Ein weiteres Risiko betrifft Arzneimittel, die in den Serotoninhaushalt eingreifen. Lithium kann ein Serotoninsyndrom auslösen, einen möglicherweise lebensbedrohlichen Zustand. Die Gefahr steigt bei gleichzeitiger Einnahme anderer serotonerg wirkender Mittel – dazu zählen die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, die Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, Triptane gegen Migräne, trizyklische Antidepressiva, Tramadol, Fentanyl, Buspiron, Tryptophan und Johanniskraut – sowie bei Mitteln, die den Abbau von Serotonin hemmen, den Monoaminoxidase-Hemmern. Zu den Zeichen gehören Unruhe, Halluzinationen und Verwirrtheit, Herzrasen, schwankender Blutdruck, Schwitzen und erhöhte Körpertemperatur, außerdem Zittern, Muskelsteifheit und gesteigerte Reflexe sowie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Treten solche Beschwerden auf, werden Lithium und die serotonerg wirkenden Mittel sofort abgesetzt.

Zwei weitere, ernst zu nehmende Beobachtungen betreffen Herz und Gehirn. Nach der Zulassung wurden Fälle berichtet, in denen eine Lithiumbehandlung ein bis dahin unerkanntes Brugada-Syndrom zum Vorschein brachte – eine Erkrankung, die mit auffälligen Befunden im Elektrokardiogramm und mit der Gefahr eines plötzlichen Herztods einhergeht. Bei bekanntem oder vermutetem Brugada-Syndrom wird Lithium gemieden; besteht ein Verdacht, oder treten unter der Behandlung Ohnmachtsanfälle oder Herzstolpern auf, wird kardiologischer Rat eingeholt. Ebenfalls berichtet wurde ein Pseudotumor cerebri, also ein erhöhter Druck im Schädelinneren mit einer Schwellung der Sehnervenpapille. Bleibt er unbemerkt, kann er den blinden Fleck vergrößern, das Gesichtsfeld einengen und über einen Schwund des Sehnervs bis zur Erblindung führen; wird er festgestellt, kommt ein Absetzen des Lithiums in Betracht.

In der Schwangerschaft ist Lithium keine absolute Gegenanzeige, sondern eine Abwägung. Aus frühen Meldungen war ein erhöhtes Risiko für einen bestimmten angeborenen Herzfehler des Kindes, die Ebstein-Anomalie, abgeleitet worden; spätere Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieses Risiko klein ist. Wird die Behandlung fortgeführt, muss der Spiegel während der Schwangerschaft besonders engmaschig kontrolliert und die Dosis angepasst werden, weil die Niere Lithium in dieser Zeit schneller ausscheidet. Von einer Einschränkung der Kochsalzzufuhr und von Entwässerungsmitteln wird in dieser Zeit ausdrücklich abgeraten.

Lithium geht in die Muttermilch über. Vom Stillen unter einer Lithiumbehandlung wird abgeraten; entscheidet sich die Mutter dennoch dafür, wird der Säugling engmaschig auf Zeichen einer Lithiumvergiftung beobachtet, und beim Auftreten solcher Zeichen wird abgestillt. Regelmäßige Kontrollen des Lithiumspiegels und der Schilddrüsenwerte beim gestillten Kind werden erwogen.

Ältere Menschen sprechen häufig schon auf geringere Mengen an und können Vergiftungszeichen bei Werten zeigen, die andere gut vertragen. Da die Nierenleistung mit dem Alter oft nachlässt und Lithium überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, wird die Menge bei ihnen vorsichtig gewählt und die Nierenfunktion mitverfolgt.

Quellen

  • Benkert, O., Hippius, H. (Hrsg.): Kompendium der psychiatrischen Pharmakotherapie.
    ISBN: 9783662676844
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Schneider, F. (Hrsg.): Facharztwissen Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783662706671
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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