Musiktherapie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Musiktherapie setzt Musik gezielt ein, um unterschiedlichste Beschwerden körperlicher und seelischer Natur zu lindern. Es handelt sich bei jeder Form der Musiktherapie um eine praxisorientierte wissenschaftliche Disziplin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Musiktherapie?

Musiktherapie
Mit dem gezielten Einsatz von Musik, sei es Instrumentalmusik, Gesang oder andere Formen der musikalischen Darbietung, soll die geistige, körperliche und seelische Gesundheit unterstützt, gefördert, erhalten und bestenfalls ganz wiederhergestellt werden.

Mit dem gezielten Einsatz von Musik, sei es Instrumentalmusik, Gesang oder andere Formen der musikalischen Darbietung, soll die geistige, körperliche und seelische Gesundheit unterstützt, gefördert, erhalten und bestenfalls ganz wiederhergestellt werden. Dass Musik in all ihren Facetten heilende Wirkung haben kann, ist die Grundannahme der Musiktherapie.

Als unmittelbar an Mensch und Tier angewandte Therapieform ist Musiktherapie stets praxisorientiert, aber eng an wissenschaftliche Maßstäbe angelegt. Es besteht naturgemäß eine enge Wechselwirkung zwischen Musiktherapie und anderen wissenschaftlichen Disziplinen, beispielsweise zu Medizin, Psychologie oder Pädagogik. Musiktherapie ist nur ein Sammelbegriff, ein Oberbegriff für die verschiedenen musiktherapeutischen Konzepte, die im Laufe vieler Jahrhunderte entwickelt wurden.

Ihrem Wesen nach lässt sich Musiktherapie am ehesten als eine Form der Psychotherapie bezeichnen, weil sie direkt auf die Stimmungslage eines Patienten wirkt. Die Musiktherapie wird bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen angewandt. Dabei ist es für den Erfolg einer Musiktherapie nicht wesentlich, ob ein Patient musikalisch veranlagt ist oder nicht. Musiktherapie als eigene Studienrichtung an deutschen Universitäten gibt es erst seit Mitte der 1970er Jahre.

Neben den Vollstudiengängen an Fachhochschulen mit den Möglichkeiten von Bachelor und Masterabschluss als Musiktherapeut können auch berufsbegleitende Studiengänge belegt werden. Viele Diplom-Musiktherapeuten, klinisch oder in eigener Praxis tätig, haben sich auf die Fachrichtungen innerhalb der Musiktherapie spezialisiert.

Funktion, Wirkung & Ziele

Obwohl die Musiktherapie als eigener Wissenschaftszweig noch recht jung ist, liegen die Anfänge dieser Therapieform bereits länger zurück. Die Erkenntnisse aus dieser Empirie haben fast alle Eingang gefunden in die heutige professionelle Anwendung der Musiktherapie. Unbewusst wurde Musik in vielen Kulturen als Heilritual in die Behandlung mit eingebunden. Musik ruft Erinnerungen hervor und wirkt unmittelbar auf Stimmungen und Gefühlslagen.

Durch den erleichterten Zugang zum Unterbewusstsein können heilende Prozesse auf einer tiefenpsychologischen Ebene initiiert werden. Ob die Wirkungen über einen Placeboeffekt hinausgehen, ist bislang nicht abschließend geklärt: Die vorliegenden Studien deuten auf günstige Effekte etwa auf Angst, Stimmung und Schmerzerleben hin, sind in ihrer Aussagekraft aber häufig eingeschränkt. Immerhin war Musik bis ins 19. Jahrhundert hinein fester Bestandteil innerhalb der medizinischen Behandlungen. Danach ging ihre Bedeutung in Europa weitgehend verloren und fand erst wieder nach Ende des 2. Weltkrieges Beachtung, dann unter dem Namen Musiktherapie.

Die professionelle medizinische Anwendung der Musiktherapie geschieht heute als integratives Konzept im Rahmen einer multimodalen Therapie. In der Psychiatrie, Neurologie, Geriatrie oder Pädiatrie wird Musiktherapie also nie als einzige Therapie eingesetzt, sondern immer nur eingebettet in ein Therapiekonzept aus unterschiedlichen Behandlungsmethoden. Im musiktherapeutischen Selbstverständnis ist sie dabei den anderen Therapieformen ebenbürtig und wird nicht nur als deren Ergänzung verstanden.

Musiktherapeutische Sitzungen können für alle Altersklassen von Menschen in Einzel- oder Gruppentherapien angeboten werden. Innerhalb eines voll- oder teilstationären Klinikaufenthaltes wird Musiktherapie, besonders in der Kinderheilkunde, als eigenständige Therapieform angeboten. In der ambulanten Versorgung wird Musiktherapie in den Praxen von niedergelassenen Musiktherapeuten oder sozialpädagogischen Zentren angeboten. Zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehört sie dort in Deutschland allerdings nicht: Sie lässt sich nicht als Heilmittel verordnen, und die Kosten werden nur in Ausnahmefällen übernommen. Regelhaft getragen wird sie als Bestandteil einer stationären, teilstationären oder rehabilitativen Komplexbehandlung.

Als besonders zugänglich für die Musiktherapie gelten Kinder, da sie noch einen unbekümmerten, unbefangenen und leichten Zugang zu jeder Form von Musik haben. Kinder kümmert es wenig, ob Töne falsch sind oder nicht im Takt getrommelt wird. Es ist bekannt, dass Musik bei Kindern einen natürlichen Bewegungsdrang auslöst. Genau diesen Umstand macht sich die Musiktherapie bei Entwicklungsverzögerungen, Aggressionen, Autismus oder Sprachproblemen zu Nutze. Bei Erwachsenen liegen die Behandlungsschwerpunkte der Musiktherapie beispielsweise bei der besseren Bewältigung chronischer Schmerzsyndrome oder physischer oder psychischer Traumata.

In der Onkologie dienen musiktherapeutische Sitzungen dem Stressabbau nach Chemo- und Strahlentherapie. Auch bei der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten wird die Musiktherapie ergänzend eingesetzt. Rhythmischen Hörreizen — etwa einem vorgegebenen Takt — wird dabei zugeschrieben, das Gangbild und bei Sprachstörungen das Sprechen zu unterstützen.


Aktive und rezeptive Musiktherapie

Die vielen musiktherapeutischen Konzepte lassen sich zwei Grundformen zuordnen, die in der Praxis meist miteinander verbunden werden. Die Fachgesellschaft beschreibt Musiktherapie als den gezielten Einsatz von Musik innerhalb einer therapeutischen Beziehung. Diese Beziehung ist das eigentliche Merkmal: Nicht die Musik allein wirkt, sondern das, was zwischen Patient und Therapeut über die Musik in Gang kommt.

In der aktiven Musiktherapie musizieren die Patienten selbst. Sie spielen, trommeln, singen oder erproben Klänge, während der Therapeut als Gegenüber mitspielt und aufgreift, was entsteht. Im Mittelpunkt steht dabei in der Regel die freie Improvisation. Ohne Noten und ohne ein vorgegebenes Stück entwickelt sich ein musikalischer Dialog, in dem Stimmungen, Beziehungsmuster und Konflikte hörbar werden können, ohne dass sie zuvor in Worte gefasst werden müssen. Die Fachgesellschaft versteht das Improvisieren als ein Probehandeln in geschütztem Rahmen: Wer im Musizieren zu laut, zu leise, zu zögerlich oder zu bestimmend auftritt, erlebt sein eigenes Verhalten unmittelbar und kann es verändern, ohne dass daraus Folgen im Alltag entstehen. Verwendet werden vor allem Instrumente, die sich ohne Vorkenntnisse spielen lassen: Trommeln, Klanghölzer, Rasseln, Xylophone und Metallophone, wie sie das sogenannte Orff-Instrumentarium bereithält. Dazu kommt die Stimme. Wer ein Instrument beherrscht, kann es einbringen, Voraussetzung ist es nicht.

In der rezeptiven Musiktherapie steht das Hören im Vordergrund. Der Therapeut spielt Musik vor oder erzeugt sie live, etwa mit der Stimme oder mit einzelnen Instrumenten. Gemeint ist damit kein Nebenbeihören, sondern ein aufmerksames Hören, dem in der Regel ein Gespräch folgt: darüber, welche Bilder, Erinnerungen, Gefühle und Körperempfindungen aufgetaucht sind. Die Auswahl der Musik richtet sich danach, was für den Einzelnen Bedeutung hat, nicht nach einem festen Programm. Musik kann Erinnerungen wachrufen, die über Worte nicht mehr erreichbar sind, und sie wirkt auf die Stimmung, noch bevor der Hörer benennen kann, weshalb.

Welche Form im Vordergrund steht, hängt vom Krankheitsbild, vom Behandlungsziel und von der Verfassung des Patienten ab. Wer sehr geschwächt ist, wird eher hören als spielen; wer Spannung abbauen oder sich ausdrücken soll, eher selbst musizieren. Besonderes Gewicht wird der Musik dort zugeschrieben, wo Sprache an ihre Grenzen stößt: bei Menschen mit Autismus, bei fortgeschrittener Demenz und bei erworbenen Sprachstörungen wie der Aphasie. Musik eröffnet hier einen Weg der Verständigung, der ohne Sätze auskommt.

Durchführung & Ablauf

Am Anfang steht ein Erstgespräch, in dem Anliegen, Vorgeschichte und Behandlungsziel geklärt werden. Dazu gehört auch die musikalische Vorgeschichte: welche Musik im bisherigen Leben eine Rolle gespielt hat, welche als angenehm und welche als unangenehm empfunden wird und ob es Stücke gibt, die mit belastenden Erinnerungen verknüpft sind. Diese Angaben bestimmen mit, womit gearbeitet wird und was besser vermieden bleibt.

Eine Sitzung folgt meist einem wiederkehrenden Aufbau, weil die Wiederholung Halt gibt. Am Anfang steht ein gleichbleibender Einstieg, etwa ein Begrüßungslied oder ein kurzes gemeinsames Spiel. Es folgt der Hauptteil mit Improvisation, Musikhören, Singen oder dem Erfinden eigener Lieder. Den Schluss bilden ein Ausklang und, wo es möglich ist, ein Nachgespräch. Bei Menschen, die sich nicht oder kaum äußern können, tritt an dessen Stelle die Beobachtung: Mimik, Atmung, Körperspannung und Zuwendung geben Hinweise darauf, was angekommen ist.

Ob einzeln oder in der Gruppe gearbeitet wird, ist keine organisatorische Nebenfrage. Das Einzelsetting bietet einen geschützten Rahmen und wird vor allem dann gewählt, wenn Kontakt und Beziehung selbst gestört sind. Die Gruppe richtet den Blick auf das Miteinander: aufeinander hören, sich abwechseln, gemeinsam beginnen und aufhören. Sie setzt allerdings voraus, dass jemand überhaupt gruppenfähig ist, also die Anwesenheit anderer aushalten und sich auf sie beziehen kann.

In der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen reicht das Methodenrepertoire von Spielliedern und Rollenspielen mit Instrumenten über gemeinsames Singen und das Erfinden von Liedern bis zu größeren Musikprojekten und gemeinsamer Improvisation. Erwachsene bringen häufiger eigene Musik mit oder nutzen die Improvisation, um für einen Zustand einen Ausdruck zu finden, für den ihnen die Worte fehlen.

Wer eine Musiktherapie beginnt, muss weder ein Instrument beherrschen noch Töne treffen. Es wird nichts vorgespielt, nichts bewertet und nichts geübt; es geht nicht um musikalische Qualität. Aufnahmen von Sitzungen werden, wenn überhaupt, nur mit ausdrücklichem Einverständnis gemacht. Für die Behandlung gilt die therapeutische Schweigepflicht. Wie viele Sitzungen sinnvoll sind, hängt vom Beschwerdebild und vom Rahmen ab: Im Klinikaufenthalt ist die Musiktherapie Teil eines festen Wochenplans, ambulant wird sie über einen längeren Zeitraum in größeren Abständen angeboten.

Wer die Musiktherapie durchführt

Für die Musiktherapie gibt es in Deutschland nach Angaben der Fachgesellschaft derzeit kein staatlich geregeltes Berufsrecht, das Ausbildung und Berufszugang verbindlich festlegt. Die Bezeichnung Musiktherapeut ist damit nicht in derselben Weise geschützt wie etwa die des Arztes oder des Psychotherapeuten. Für Patienten ist das der wichtigste praktische Punkt bei der Suche nach einer Behandlung.

Der übliche Weg in den Beruf führt über ein Studium. An Hochschulen werden Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten, daneben bestehen Ausbildungen an anerkannten Instituten, die sich auch berufsbegleitend absolvieren lassen. Vorausgesetzt wird mindestens die Fachhochschulreife. Verlangt werden außerdem musikalische Ausdrucksfähigkeit sowie persönliche Eignung, worunter Belastbarkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Einfühlungsvermögen verstanden werden. Zur Ausbildung gehören eigene Erfahrungen in der Rolle des Behandelten und die Anleitung durch erfahrene Kollegen.

Weil eine staatliche Regelung fehlt, hat die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft ein eigenes Qualitätssiegel geschaffen: die Zertifizierung „Musiktherapeut/in DMtG“, die seit 2009 vergeben wird. Wer sie führt, hat eine anerkannte Ausbildung abgeschlossen, verfügt über mehrjährige Berufserfahrung, verpflichtet sich zu regelmäßiger Fortbildung und zur Einhaltung eines Ethikkodex. Die regelmäßige Besprechung der eigenen Arbeit mit erfahrenen Kollegen, die Supervision, gilt dabei als Bestandteil guter therapeutischer Praxis. Wer eine Behandlung sucht, kann nach Ausbildungsabschluss und Zertifizierung fragen; im Klinikbereich ist eine abgeschlossene musiktherapeutische Ausbildung die Regel.

Abgrenzung zu ähnlichen Verfahren

Die Musiktherapie gehört zu den künstlerischen Therapien und steht damit neben der Kunsttherapie, die mit Bildern, Farben und Material arbeitet, sowie der Tanz- und Bewegungstherapie, die den Körper und seine Bewegung zum Ausdrucksmittel macht. Gemeinsam ist diesen Verfahren, dass der Ausdruck nicht an Sprache gebunden ist; sie unterscheiden sich im Medium und in dem, was dieses Medium ermöglicht.

Vom Musikunterricht unterscheidet sich die Musiktherapie im Ziel. Der Unterricht will musikalisches Können vermitteln und beurteilt Ergebnisse; die Therapie nutzt das Musizieren als Mittel und bewertet es nicht. Ebenso wenig ist jede Verwendung von Musik im Krankenhaus schon Musiktherapie. Wird Musik zur Beruhigung eingespielt, etwa im Warteraum oder während eines Eingriffs, fehlt die therapeutische Beziehung, die den Kern des Verfahrens ausmacht. Auch Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung bleiben Entspannungsverfahren, wenn sie mit Musik unterlegt werden.

Von der Musiktherapie zu trennen ist schließlich die Melodische Intonationstherapie. Sie arbeitet zwar mit Melodie und Rhythmus, ist aber ein sprachtherapeutisches Verfahren zur Behandlung einer Aphasie nach einer Hirnschädigung und wird von Logopäden und Sprachtherapeuten durchgeführt. Ihr Ziel ist die Rückgewinnung von Sprache, nicht der musikalische Ausdruck. Ähnlich klar liegt die Grenze zur Ergotherapie, die auf Handlungsfähigkeit im Alltag zielt, und zur Psychotherapie im engeren Sinn, die überwiegend über das Gespräch arbeitet. In der Praxis stehen diese Verfahren nebeneinander und werden häufig im selben Behandlungsplan kombiniert.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Musiktherapie gilt als risikoarm, ohne unerwünschte Wirkungen ist sie jedoch nicht. Sollte ein Therapieversuch scheitern, dann ändert der Musiktherapeut das Behandlungskonzept und setzt andere Gesänge, Töne und Stilrichtungen der Musik ein. Dabei werden auch persönliche Präferenzen der Patienten berücksichtigt.

Oft ist auch eine Kombination aus Instrumentenspiel und Gesang erforderlich, um einen Therapieerfolg zu erzielen, der sich selten bereits nach der ersten Sitzung einstellt. Patienten müssen also bis zur Linderung ihrer Beschwerden durchaus Geduld mitbringen. Schon in der ersten Sitzung wird ein Patient bemerken, ob das für ihn gewählte musiktherapeutische Konzept insgesamt stimmig ist oder nicht.

Durch die Wirkung der Musik auf das Unterbewusstsein kann es während der Therapiesitzungen zu starken Gefühlsschwankungen und Gefühlsausbrüchen kommen, die vom Therapeuten sehr genau beobachtet werden müssen. Mitunter kann es dann sogar erforderlich sein, die Therapie, zumindest vorerst, abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufzunehmen. Die sogenannte qualitative Forschungsmethodik ist bei der Musiktherapie im direkten Vergleich zu anderen Wissenschaften relativ erschwert. Dies liegt an den unterschiedlichen Reaktionen jedes Individuums auf die Musiktherapie. Mit sogenannten kunstanalogen Herangehensweisen wird dennoch versucht, Prozessabläufe in der Musiktherapie zu standardisieren.

Neben den Gefühlsreaktionen während der Sitzung gibt es einige praktische Punkte, die vorher bedacht werden. Musik ist eng mit dem Gedächtnis verknüpft, und einzelne Stücke können unerwartet an belastende Ereignisse rühren. Deshalb wird im Vorgespräch erfragt, ob es Musik gibt, die gemieden werden sollte. Klangfülle und Lautstärke sind ein zweiter Punkt: Wer geräuschempfindlich ist, unter Tinnitus oder Migräne leidet oder sich nach einer Hirnschädigung noch schwer gegen Reize abgrenzen kann, empfindet lautes Spiel als Belastung; Instrumentenwahl und Lautstärke werden dann angepasst. Bei akuten psychotischen Zuständen kann ein intensives gemeinsames Musizieren überfordern, so dass ein ruhigeres Vorgehen oder ein späterer Beginn sinnvoll ist. Das größte Risiko liegt jedoch nicht in der Musik selbst: Die Musiktherapie ist ein ergänzendes Verfahren und tritt nicht an die Stelle einer notwendigen ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung. Verordnete Medikamente werden nicht wegen einer begonnenen Musiktherapie abgesetzt, und bei sich verschlechterndem Befinden bleibt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt zuständig.

Quellen

  • Decker-Voigt, H.-H., Oberegelsbacher, D., Timmermann, T.: Lehrbuch Musiktherapie.
    ISBN: 9783825252953
  • Decker-Voigt, H.-H., Weymann, E. (Hrsg.): Lexikon Musiktherapie.
    ISBN: 9783801728366
  • Faller, H., Mehnert-Theuerkauf, A. (Hrsg.): Medizinische Psychologie und Soziologie.
    ISBN: 9783662705032
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Schneider, B., Wehmeyer, M., Grötzbach, H.: Aphasie.
    ISBN: 9783662628348

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