Plantarfasziitis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Als Plantarfasziitis wird eine Erkrankung der Plantarfaszie am Fuß bezeichnet. Besonders betroffen von ihr sind Übergewichtige und Laufsportler.
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Was ist eine Plantarfasziitis?
Kommt es zu einer Erkrankung der Plantarfaszie, sprechen Mediziner von einer Plantarfasziitis. Dabei treten Schmerzen an der Fußsohle sowie am Übergang zur Ferse auf. Die Plantarfasziitis gilt als häufigster Auslöser von Schmerzen im Fersenbereich. So sind rund 10 Prozent aller Menschen einmal im Leben von diesem Fußleiden betroffen. Dabei zeigt sich die Erkrankung häufiger bei Frauen als bei Männern. Die Häufigkeit einer Plantarfasziitis richtet sich auch nach dem Body Mass Index sowie dem Lebensalter der betroffenen Personen. Außerdem leiden ca. 70 Prozent aller Patienten unter Fettleibigkeit.
Ursachen
Oftmals tritt eine Plantarfasziitis bei Laufsportlern auf, die unter einem Plattfuß leiden. So ruft der Plattfuß eine ständige Überdehnung der Aponeurosis plantaris hervor. Dadurch kommt es zu einer Überreizung und im weiteren Verlauf zu einer Entzündung der Plantarfaszie. Ähnliches geschieht bei Läufern mit einem Hohlfuß. Ohne eine längere Erholungspause besteht die Gefahr eines chronischen Schmerzleidens.
Ebenfalls häufig betroffen von einer Plantarfasziitis sind Menschen mit unterschiedlichen Beinlängen oder stark übergewichtige Personen. Nicht selten tritt die Fußerkrankung auch bei Menschen auf, die längere Zeit stehende Tätigkeiten ausüben müssen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Bemerkbar macht sich eine Plantarfasziitis durch Schmerzen im Mittelteil des Fersenbeins. Vor allem nach dem Aufstehen am Morgen oder nach längeren Pausen tritt der Schmerz verstärkt auf. Während einer Ruhepause kommt es im Fuß zu einer Plantarflexion. Dabei wird die Plantarfaszie ein wenig verkürzt. Rollt der Patient seinen Fuß beim Gehen wieder ab, dehnt sich die Aponeurosis plantaris wieder. Dieser Vorgang ruft wiederum Schmerzen hervor.
Normalerweise nimmt der Schmerz kurze Zeit später wieder ab. Bei längerer Belastung des Fußes kann er sich jedoch wieder verstärken. Bei 70 Prozent aller Patienten verläuft die Plantarfasziitis einseitig. Bei den restlichen 30 Prozent tritt sie dagegen beidseitig auf. Bei rund 80 Prozent aller Betroffenen besteht zudem eine Verspannung der Achillessehne. Außerdem haben die meisten Patienten Schwierigkeiten beim Anwinkeln ihres Fußes.
Hält die Plantarfasziitis über einen längeren Zeitraum an, besteht das Risiko einer Fersenspornbildung. Dabei handelt es sich um einen kleinen Knochenauswuchs, der am Fersenbein auftritt und in Zehenrichtung zeigt. Der knöcherne Sporn ist dabei meist Folge und nicht Ursache der Beschwerden. Viele Menschen haben einen Fersensporn, ohne jemals Schmerzen zu verspüren, und umgekehrt lässt sich bei vielen Betroffenen mit Fersenschmerzen kein Sporn nachweisen.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Diagnostiziert wird eine Plantarfasziitis meist schon anhand ihrer typischen Symptome. Dazu gehören die Druckempfindlichkeit der Fußsohle sowie die Fersenschmerzen in den Morgenstunden. Weiterführende Untersuchungsmaßnahmen erfolgen in der Regel erst, wenn die konservative Therapie keinen Erfolg zeigt oder Injektionen vorgenommen werden sollen.
Durch Röntgenaufnahmen lässt sich oftmals auch ein Fersensporn entdecken. Das Gleiche gilt für Ermüdungsbrüche oder Tumore, die ein Grund für die Fersenschmerzen sein können. Eine weitere Diagnosemethode stellt die Sonographie (Ultraschalluntersuchung) dar. So lässt sich mit ihrer Hilfe eine Verdickung der Plantarfaszie feststellen.
Alternativ kommen auch Untersuchungen wie eine Skelettszintigraphie oder Kernspintomographie (MRT) in Betracht. Der Verlauf einer Plantarfasziitis ist meist günstig. So bessert sich das Fußleiden bei den meisten Betroffenen innerhalb eines Jahres wieder, weitgehend unabhängig davon, welche der konservativen Therapien zum Einsatz kommt. Bei einem kleineren Teil der Patienten halten die Beschwerden jedoch länger an und werden chronisch.
Komplikationen
Dann kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein, auch wenn es sich dabei nicht um eine gängige Behandlungsmethode handelt. Die Operation ist mit einer Reihe von Risiken verbunden. So ist es möglich, dass die Schmerzen nach dem chirurgischen Eingriff stärker sind als zuvor und auf den Mittelfuß übergreifen. Diese Entwicklung ist insbesondere dann zu befürchten, wenn bei der Operation die gesamte Plantarfaszie durchtrennt wurde.
Wenn der Chirurg die Sehnenplatte verletzt, kann sich ein Plattfuß bilden. Darüber hinaus gibt es im Fußbereich eine ganze Reihe von Nerven, die von einer Operation beeinträchtigt werden können. Dies kann zu chronischen Schmerzen führen, die schlimmer sind als die der Ausgangserkrankung. Auch ein Verlust der Beweglichkeit einer oder mehrerer Zehen ist nicht unmöglich.
Wie bei jeder Operation können darüber hinaus allgemeine Operationsrisiken eintreten. So kann sich die Wunde entzünden und schlimmstenfalls zu einer Sepsis führen. Außerdem können schmerzende oder unansehnliche Narben zurückbleiben. Eine Venenthrombose infolge der Operation ist eine weitere mögliche Komplikation.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Die Beschwerden bilden sich bei den meisten Betroffenen im Lauf eines Jahres von selbst zurück. Halten die Fersenschmerzen jedoch über Wochen an oder verstärken sie sich, sollte die Erkrankung durch einen Arzt untersucht und behandelt werden. Eine frühzeitige Diagnose hilft, andere Ursachen von Fersenschmerzen auszuschließen und eine Chronifizierung zu vermeiden. In der Regel wird die Lebenserwartung des Betroffenen durch die Plantarfasziitis nicht negativ beeinflusst.
Der Arzt ist bei der Plantarfasziitis dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an starken Schmerzen an den Füßen leidet. Die Schmerzen können sich auch in das gesamte Bein ausbreiten und sich sehr negativ auf den Alltag des Betroffenen auswirken. Häufig besteht zusätzlich eine Verkürzung der Wadenmuskulatur und der Achillessehne, die die Beschwerden weiter verstärkt. Sollten die Schmerzen an den Füßen daher über einen längeren Zeitraum auftreten und nicht wieder von alleine verschwinden, so muss auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
In der Regel wird die Plantarfasziitis durch einen Orthopäden oder durch einen Sportmediziner behandelt. Ob es dabei zu einer vollständigen Heilung kommt, kann nicht im Allgemeinen vorhergesagt werden.
Behandlung & Therapie
Zur Behandlung einer Plantarfasziitis stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Als besonders wirksam gilt eine physikalische Behandlung. Sie beinhaltet Dehnübungen für die Plantarfaszie und die Achillessehne. Durch diese Maßnahmen lässt sich nach zwei Monaten eine Besserung der Beschwerden erreichen. Ebenfalls Teil der physikalischen Therapie ist das LowDye-Taping.
Dabei wird ein Tape-Verband um den Fuß angelegt, der das Längsgewölbe unterstützt. Dadurch kommt es zu einer Druckreduktion auf die Aponeurosis plantaris bei Laufbewegungen. Um die Muskel-Faszien zu entspannen und die Durchblutung zu verbessern, können zudem spezielle Fußmassagen erfolgen.
Hilfreich gegen eine Plantarfasziitis ist außerdem der Einsatz von Orthesen. Bei dieser Methode erhält der Patient orthopädische Einlagen für seine Schuhe. Die Orthesen wirken der Überpronation des Fußes entgegen. In der Nacht kann der Patient zusätzlich Beinschienen tragen. Diese verhindern eine plantarfixierte Fußposition.
Um die Schmerzen zu bekämpfen, werden auch Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika verabreicht. Zeigt die konservative Therapie keinen Erfolg, lassen sich Corticosteroide in den erkrankten Fuß spritzen. Diese Methode lindert die Schmerzen meist schon nach kurzer Zeit, die Wirkung hält jedoch nur einige Wochen an. Es besteht allerdings das Risiko eines Fettpolsterschwundes in der Ferse. Dieser erhöht wiederum die Gefahr eines Plantarfaszierisses. Wegen dieser Risiken werden Kortisonspritzen heute zurückhaltend und nur in größeren Abständen eingesetzt.
Als weitere Therapiemöglichkeit kommt eine extrakorporale Stoßwellentherapie infrage. Sie verfolgt das Ziel, den Körper zu einer positiven Entzündung zu stimulieren. Lediglich bei einem Prozent aller Patienten muss nach einer vergeblichen konservativen Behandlung eine Operation vorgenommen werden.
Vorbeugung
Laufsportler können einer Plantarfasziitis vorbeugen, indem sie auf ein ausgeglichenes und regelmäßiges Training achten. Auch Dehnübungen und Kräftigungsübungen gelten als hilfreich. Außerdem ist es wichtig, starkes Übergewicht und langes Stehen zu vermeiden.
Nachsorge
Bei einer Plantarfasziitis stehen Patienten in den meisten Fällen nur sehr wenige oder sogar gar keine besonderen Maßnahmen einer Nachsorge zur Verfügung. In erster Linie sollte bei dieser Krankheit ein Arzt aufgesucht werden, damit es zu einer frühen Diagnose und damit eine rasche Behandlung eingeleitet werden kann. Je früher daher ein Arzt aufgesucht wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf der Erkrankung.
Die Beschwerden bilden sich meist erst im Lauf von Monaten zurück, sodass die Behandlung Geduld erfordert. Viele Betroffene nehmen in dieser Zeit vorübergehend Schmerzmittel ein. Dabei ist immer eine regelmäßige Einnahme und auch eine richtige Dosierung zu beachten. Bei Unklarheiten oder bei Fragen sollte dabei immer zuerst ein Arzt konsultiert werden. Ein Arzt ist dabei auch bei Nebenwirkungen zu kontaktieren.
In vielen Fällen sollten Betroffene einen Verband am Fuß tragen, um den Fuß zu entlasten und weitere Beschwerden zu verhindern. Ebenso können dabei Fußmassagen sehr hilfreich sein und die Beschwerden deutlich lindern. Einige Betroffene sind in ihrem Alltag auf die Pflege durch die eigene Familie angewiesen, wobei auch eine psychologische Unterstützung in vielen Fällen sehr hilfreich sein kann. In der Regel verringert die Plantarfasziitis nicht die Lebenserwartung des Betroffenen.
Das können Sie selbst tun
Bei der Plantarfasziitis sind einige Maßnahmen der Selbsthilfe möglich, die den Alltag des Betroffenen erleichtern und ebenso die Heilung der Erkrankung beschleunigen können.
Im Falle von Übergewicht muss dieses reduziert werden, da das Übergewicht die Plantarfasziitis fördert. Dabei sollte der Betroffene auf eine gesunde Ernährung achten. Sportliche Aktivitäten sollten so gestaltet werden, dass sie die Füße und Beine nicht übermäßig belasten. Im Allgemeinen sollten die unteren Extremitäten nicht mehr zu stark belastet werden. In einigen Fällen können auch Einsätze in den Schuhen getragen werden, um die Beschwerden zu lindern.
Weiterhin wird die Plantarfasziitis häufig mit Hilfe von Medikamenten und durch Schmerzmittel behandelt. Hierbei ist auf eine regelmäßige Einnahme und auf eine mögliche Wechselwirkung mit anderen Medikamenten zu achten. Die Bewegung kann mit Hilfe von physiotherapeutischen Übungen wieder gesteigert werden, wobei diese Übungen auch im eigenen Zuhause durchgeführt werden können. Es empfiehlt sich, die Extremitäten zu dehnen und zu strecken, wobei auch Kraftübungen hilfreich sein können. Der Patient sollte bei einer Plantarfasziitis ein langes Stehen vermeiden. Weiterhin sind regelmäßige Kontrollen beim Arzt sinnvoll.
Quellen
- Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783132443150
- Engelhardt, P., Schuh, R., Wanivenhaus, A. (Hrsg.): Orthopädische Fußchirurgie.
ISBN: 9783642449925
- Dohle, J., Rammelt, S. (Hrsg.): Expertise Fuß und Sprunggelenk.
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- Wirth, C. J., Mutschler, W., Kohn, D., et al. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen.
ISBN: 9783437240935

