Pudendus-Neuralgie

Letzte Aktualisierung am 29. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Pudendus-Neuralgie ist eine seltene Krankheit, die starke, teils blitzartig einschießende, Schmerzen in Genitalbereich und Dammregion verursacht. Der Erkrankung geht eine mechanische oder entzündliche Schädigung des Nervus pudendus voraus. Therapieziel ist die Regeneration des Nervs, um die Symptome zu lindern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pudendus-Neuralgie?

Die Bezeichnung Pudendus-Neuralgie bildet sich aus den Wortstämmen Pudendus und Neuralgie. Neuralgie ist die Bezeichnung für anfallsartig einschießende Nervenschmerzen, Pudendus bezieht sich auf den Nervus pudendus.

Dieser entspringt im unteren Rückenmark. Er hat drei Äste, die den Anus, den äußeren Afterschließmuskel, den Damm, die Muskeln der Peniswurzeln, den Harnröhrenmuskel, die Eichel und die Schamlippen mit Klitoris innervieren. Auch die Steuerung des Beckenbodenmuskels ist Aufgabe des Nervus pudendus.

Patienten beschreiben den Schmerz, der sich bis in den Bauchraum oder zur Fußsohle ziehen kann, als nadelstichartig, stechend,ziehend oder brennend. Die Haut in diesen Regionen ist sehr schmerzempfindlich und hochempfindlich. Abzugrenzen ist die Pudendus-Neuralgie von der Pudendusneuropathie, bei der dauerhafte Beschwerden auftreten.

Ursachen

Die häufigste Ursache der Pudendus-Neuralgie ist die mechanische Schädigung und damit Einengung des Nervus pudendus. Deren Ursachen sind langwierige Operationen im Bereich des unteren Beckens, langer Duck auf den Nerv, wie er beim Fahrradfahren entstehen kann, und Verletzungen. Bei einigen Patienten konnte eine Verengung des Bindegewebskanals an der Wirbelsäule nachgewiesen werden.

Seltener wird die Pudendus-Neuralgie durch Entzündungen des Nervs verursacht. Diese entstehen durch Herpes-Zoster-Viren, Tumore in der Beckenregion oder bei diabetischen Nervenerkrankungen. Die diabetische Polyneuropathie ist der häufigste Entzündungsauslöser und die Folge eines schlecht eingestellten Diabetes mellitus oder Schädigungen der kleinen Blutgefäße. Diabetiker stellen also eine besondere Risikogruppe für Neuralgien dar.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Typisch für eine Pudendus-Neuralgie sind blitzartig auftretende heftige Schmerzen im Genitalbereich, die von den Betroffenen als stechend, brennend oder drückend beschrieben werden. Bei Frauen ziehen sie sich meist von der äußeren Vagina bis zum After; Männer empfinden die Schmerzen überwiegend im Dammbereich, auch der Penis kann betroffen sein.

Die Beschwerden treten meist einseitig auf, können aber die Seiten wechseln – nur gelegentlich besteht die Schmerzsymptomatik zugleich auf beiden Seiten. Die als sehr quälend wahrgenommenen Schmerzen gehen in manchen Fällen mit Empfindungsstörungen oder Muskellähmungen einher, die Stuhlgang und Wasserlassen massiv beeinträchtigen können. In schweren Fällen kann die Pudendus-Neuralgie eine Harn- und Stuhlinkontinenz verursachen.

Oftmals treten die Schmerzen auch während des Geschlechtsverkehrs auf und halten danach noch eine Weile an, bei Männern treten gelegentlich Erektionsstörungen auf. In der Regel verstärken sich die Beschwerden beim Sitzen, das oftmals nur mithilfe eines Sitzrings möglich ist.

Sportliche Aktivitäten führen ebenso wie langes Stehen zu einer Verschlimmerung der Schmerzsymptomatik, das Sitzen auf der Toilette führt dagegen zu einer Entlastung des Patienten. Im Liegen lassen die Beschwerden ebenfalls nach, ein ungestörter Schlaf ist im Allgemeinen möglich. Häufig nimmt die Erkrankung einen chronischen Verlauf, da die Pudendus-Neuralgie kaum auf die üblichen Schmerzmittel anspricht.

Diagnose & Verlauf

Bei der Diagnose der Pudendus-Neuralgie muss der Arzt zunächst andere Erkrankungen, die Schmerzen im betroffenen Bereich verursachen könnten, ausschließen. Dazu gehören insbesondere Hautentzündungen. Auch ein Diabetes mellitus muss anhand einer Blutuntersuchung ausgeschlossen werden.

Mittels bildgebender Verfahren wird auf einen Tumor untersucht. Standard ist zudem die Frage nach psychologischen Ursachen der Schmerzen im Genitalbereich. Konnten diese Faktoren ausgeschlossen werden, so wird die weitere Diagnostik durch einen Neurologen durchgeführt. Dieser erhält zumeist aufgrund Anamnese und klinischer Untersuchung ausreichende Anhaltspunkte zur Diagnose, die er mittels technischer Untersuchungsmethoden unterstützen kann.

Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit des Nervus pudendus oder die Messung der elektrischen Aktivität im äußeren Afterschließmuskel sind jedoch selten zielführend.

Eine weitere Diagnosemethode ist die Einspritzung eines örtlichen Betäubungsmittels in den Nervenkanal während einer Computertomographie. Lassen die Schmerzen anschließend deutlich nach, so muss eine Pudendus-Neuralgie diagnostiziert werden.

Komplikationen

Aufgrund der Pudendus-Neuralgie leiden die Betroffenen in der Regel an sehr starken Schmerzen. Diese Schmerzen treten vor allem im Darm oder in den Genitalien auf und sind für die meisten Betroffenen dabei sehr unangenehm. Sollten diese Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten, so kann es zu psychischen Beschwerden oder auch zu Depressionen kommen.

Die meisten Patienten wirken dabei auch nicht selten gereizt oder leicht aggressiv. Mitunter äußern sich die Schmerzen als brennend oder stechend. Dadurch kann es in einigen Fällen auch zu Bewegungseinschränkungen und zu Entzündungen auf der Haut kommen. Auch gewisse Tätigkeiten im Alltag sind für den Patienten nicht mehr ohne Weiteres möglich oder immer mit starken Schmerzen verbunden.

Sollte es nicht zu einer Behandlung kommen, kann der Nerv durch die Pudendus-Neuralgie irreversibel geschädigt werden. Die Behandlung der Pudendus-Neuralgie erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Komplikationen treten dabei nicht auf. Allerdings ist auch eine Regenerierung des Nervs notwendig, damit die Schmerzen nicht erneut auftreten. Die Pudendus-Neuralgie führt in der Regel nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung des Patienten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Die Pudendus-Neuralgie sollte immer durch einen Arzt untersucht und behandelt werden. In den meisten Fällen kommt es nicht zu einer Selbstheilung und die Pudendus-Neuralgie kann auch nicht durch Maßnahmen der Selbsthilfe behandelt werden. Eine ärztliche Behandlung ist daher unerlässlich. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Betroffene unter blitzartigen und sehr starken, stechenden Schmerzen leidet. Diese Schmerzen können in verschiedenen Situationen und auch an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten. Allerdings treten diese Schmerzen meistens im Bereich des Darmes und des oberen Bauches auf. Die Pudendus-Neuralgie kann auch zu Beschwerden beim Wasserlassen führen, die Patienten zeigen häufig auch Lähmungen an den Muskeln oder sogar Erektionsstörungen. Auch bei diesen Beschwerden muss ein Arzt aufgesucht werden.

Die erste Diagnose der Pudendus-Neuralgie kann durch einen Allgemeinarzt oder durch einen Urologen gestellt werden. Die weitere Behandlung wird jedoch von einem Facharzt durchgeführt.

Behandlung & Therapie

Die Einspritzung von Lokalanästhetika dient nicht nur der Diagnose, sie ist auch die wichtigste Therapie der Pudendus-Neuralgie. Da die Wirkung zumeist nach wenigen Wochen nachlässt, kann auch eine kontinuierliche Versorgung mittels Katheter erfolgen. In einigen Fällen wird statt Lokalanästhetika Kortison verabreicht.

Dieser Methode ziehen die meisten Ärzte zunächst die medikamentöse Therapie vor, da hier der Wirkstoff regelmäßig eingenommen wird. Die genutzten Medikamente sind trizyklische Antidepressiva, die schon in niedriger Dosierung gute Erfolge bei der Behandlung von Nervenschmerzen aufweisen, und Antiepileptika.

Einige Neurologen sind der Ansicht, dass nur eine Kombination beider Medikamente dauerhaften Therapieerfolg verspricht. Die Transkutane Elektrische Neurostimulation (TENS) im Intimbereich, die der Patient regelmäßig Zuhause durchführt, verspricht ebenfalls gute Heilungsaussichten.

Die Behandlung der Grunderkrankung ist ebenfalls wichtig, aber bei fortgeschrittener Erkrankung nicht als einzige Maßnahme ausreichend. Als letzte Möglichkeit nach Versagen aller medikamentöser und nicht-medikamentöser schulmedizinischer Therapien bleibt die Operation. Bei der sogenannten Neurolyse wird versucht, den Nerv in seinem Kanal freizulegen und ihn so von mechanischem Druck zu befreien.

Über die Schulmedizin hinaus finden Betroffene auch Hilfe in der traditionellen chinesischen Medizin mit Entspannungsübungen und Akupunktur.

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Vorbeugung

Aufgrund der hohen Breite an Ursachen lassen sich weder Prognosen zum Krankheitsverlauf stellen noch können Präventionsmaßnahmen genannt werden. Wichtig ist die rechtzeitige, auch psychologische, Betreuung, um einer Chronifizierung entgegen zu wirken. Auch ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung scheint hilfreich.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung der Pudendus-Neuralgie kann von den Erkrankten durch diätetische Maßnahmen und eine generelle Umstellung des Lebensstils unterstützt werden. Welche Schritte im Detail sinnvoll sind, hängt in erster Linie von der ursächlichen Erkrankung und dem Rat des Arztes ab. Liegt den Beschwerden eine Diabetes mellitus zugrunde, wird der Mediziner eine entsprechende Insulin-Medikation empfehlen, die durch eine Umstellung der Ernährung unterstützt werden kann. Ist ein Tumor im Becken ursächlich, muss dieser zunächst entfernt werden. Nach der operativen Tumor-Entfernung gelten zunächst Bettruhe.

Der Erkrankte sollte zudem regelmäßig den Arzt aufsuchen, damit etwaige Rezidive oder andere Komplikationen zügig festgestellt werden können. Bei akuten Schmerzattacken helfen neben Paracetamol und Co. auch natürliche Schmerzmittel wie Johanniskraut oder Aloe vera. Zudem sollten krampflösende Mittel eingenommen werden, zum Beispiel Salbei und verschiedene Kräutertees.

Begleitend dazu bieten sich verschiedene Entspannungsverfahren an. Dazu zählen Maßnahmen wie Yoga und Krankengymnastik, aber auch Osteopathie, Homöopathie und Akupunktur. Die Pudendus-Neuralgie kann durch Anwendung dieser Maßnahmen gut behandelt werden. In Einzelfällen, etwa bei starken Schmerzen oder Begleiterscheinungen, die körperliche Bewegung unmöglich machen, sollte von Hausmitteln abgesehen werden. Der Patient muss sich dann strikt an die ärztlichen Vorgaben halten und gegebenenfalls in einem Krankenhaus behandelt werden.

Quellen

  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Winkler, R., Otto, P., Schiedeck, T.: Proktologie. Thieme, Stuttgart 2011


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Mayer kommentierte am 28.05.2014

Hallo, ich leide seit drei Jahren an einer Pudentusenentzündung. Mittlerweile habe ich chronische Schmerzen beim Sitzen. Hat jemand Erfolge in diesem Thema?
Wohin muss ich gehen, um jemanden zu finden, der operiert, damit der Nerv wieder frei arbeiten kann? Für Informationen wäre ich dankbar. Herr Mayer.

Schüpfer kommentierte am 17.10.2014

Ich leide seit ca 1,5 Jahren an einer Pudendus-Neuralgie. Ich habe starke Schmerzen beim Sitzen und Radfahren. Vor einem halben Jahr war der Schmerz nach einem schweren Unfall - bin wochenlang gelegen - einige Monate so gut wie weg. Inzwischen ist er jedoch wieder da und schmerzhafter, als je zuvor. Das Einzige, was etwas hilft, ist das Medikament Lyrica. Aber ich will das nicht mein Leben lang einnehmen. Wer hat Erfahrungen? Was hilft noch? Gibt es dazu Foren im Internet? Vielen Dank für jeden Tipp.

himself kommentierte am 09.12.2014

Leide seit etwa 2 Jahren an der PN. Lyrica, Opiate, Schmerzklinik, Cymbalta und jeden Tag 4.800 mg Gabapentin. Bislang half kaum etwas, wenn ich mal davon absehe, dass ich ohne Gabapentin kaum noch sitzen kann. OP-Risiko recht hoch (50%). Bin am Verzweifeln, vor allem, weil als Ursache ein frühkindliches Trauma vermutet wird. Da ich 57 Jahre alt bin, wäre das tatsächlich ein spätes Erwachen.

himself kommentierte am 12.03.2015

Derzeit nehme ich 4.800 mg Gabapentin am Tag. Dadurch kann ich besser sitzen und habe weniger Schmerzen. An der Problematik, diesen Zustand bis zum Lebensende mit Gabapentin halten zu müssen, komme ich kaum vorbei. Meine Nieren, meine Leber und wohl noch andere Organe werden irgendwann geschädigt sein. Eine Operation kommt nicht infrage. Eine Therapie (Trauma) erwies sich als wirkungslos. Die Schmerzklinik war sinnlos, da das dortige Ziel (Schmerzfrei durch Ablenkung) bei mir nicht funktionierte, wie übrigens auch bei 90% der dort behandelten Patienten während meines Aufenthaltes.

myself kommentierte am 30.03.2015

Hallo, Himself, mir geht es genauso mit einem Trauma. Ich bin fast 55 Jahre alt. Ich soll jetzt auch in eine Schmerzklinik. Das hat mir keiner gesagt, sondern die Idee kommt von mir. Ich bin auch am verzweifeln. Bitte mal darauf antworten. Lieben Dank.

Peter kommentierte am 21.05.2015

Ich selbst habe seit 2 Jahren mit den Schmerzen bei Nervus Pudendus zu tun. Ausschlaggebend war wohl meine dauernde, sitzende Tätigkeit im Berufsleben. Nach 1,5 Jahren Suche bei verschiedenen Ärzten erhielt ich diese Diagnose. Der damalige Arzt empfahl mir Vitamin B komplex und hochdosiert einzunehmen. Die Schmerzen wurden bei Einnahme um einiges erträglicher, ja ich konnte zeitweise ohne mein Sitzring (aus Schaumstoff) sitzen. Ich selbst habe ein Jahr diese Tabletten (tgl. eine) eingenommen. Länger sollte man dies jedoch nicht tun, da Vitamin B5 bzw. 6 sich irgendwann auf die Nerven negativ auswirken sollen.

himself kommentierte am 05.06.2015

Berufsbedingt sitze ich nun wieder mehr, als zuvor. Meine Schmerzen steigern sich ins Unerträgliche. Noch immer 4.800mg/Tag. Nach eineinhalb Jahren Krankschreibung und nun fast 8 Monaten Retour im Beruf, weiß ich nicht mehr weiter. Ich bin wirklich am Verzweifeln. Alles bisher ausprobierte, von Schmerzklinik, Lyrica, Gabapentin, Opiaten (in Schmerzklinik) und drei weiteren Antidepressiva, Anti-Epileptika, bin ich am Ende angelangt. OP scheint nicht in Frage zu kommen, da wohl der Nerv frei genug liegt und die Wahrscheinlichkeit, dass ich hinterher auch noch teil-inkontinent werde, ist zu hoch.

Woman kommentierte am 16.07.2015

Ich bin 48 und hatte vor 20 Jahren einen Kaiserschnitt. Vor 14 Jahren hatte ich eine normale Geburt und vor 12 Jahren eine Bandscheiben-OP bei L5/S1. Seit vier Jahren habe ich eine PN, die wohl mit den Eingriffen im Becken zusammenhängt. Ich hatte Anfangs stärkste Schmerzen beim Sitzen und Laufen. Es hat sich angefühlt, als ob alles wund und offen wäre, zudem starke Nervenschmerzen im Becken. Die Schmerzen haben mich in eine Depression getrieben. Antidepressiva, Antiepileptika, Schmerzmittel und viele Ärzte waren die Folge. Trotzdem hat alles nichts geholfen. Ich war nur noch am Heulen. Ich war inzwischen bei der Akupunktur, habe Hormone weggelassen, jetzt bei fähiger Krankengymnastin, die Becken und Fußreflexzonen behandelt. Ich bin immer noch nicht schmerzfrei aber im Vergleich auf der Schmerzskala von 1-10 jetzt bei 3-4. Vorher bei 9-10. Damit kann und muss ich wohl jetzt leben. Ich habe inzwischen einen Hund und laufe trotz Schmerzen viel. Bewegung im Becken scheint zu helfen. Ich habe leider auch nicht mehr Heilungstipps. Viel Kraft für alle Geplagten.

Rola K kommentierte am 26.10.2015

Ich leide auch seit drei Jahren an dieser Erkrankung. Die Ursache war wohl zu viel Fahrrad fahren. Ich bin lange Zeit mit nur 25mg Lyrica ausgekommen, dann bin ich wieder Rad gefahren und seither will sich der Schmerz nicht beruhigen. Ich nehme nun mehrmals täglich Lyrica und Apydan extent ein. Zurzeit mache ich eine extrazelluläre Amalgam Ausleitung, Amalgam ist ja hoch nerventoxisch.
Ich hoffe es bringt etwas. Ich drücke allen Leidensgenossen die Daumen, dass es bald ein Mittel gibt, welches hilft.

Andrea kommentierte am 09.01.2016

Die Ursache bei mir war das tägliche Tragen einer Lumbalbandage auf Arbeit, für ca. ein Jahr. Verordnet in der Reha als Stütze und zur Stabilisierung. Permanente Kompression entstand und die Folge war eine Pudendusneuralgie.

Kitty kommentierte am 16.01.2016

Ich hatte vor Jahren nach einer gynäkologischen OP viele Jahre Anfälle mit unerträglichen Schmerzen. Bis ich erkannte, dass es einen Zusammenhang zwischen scharfen Speisen und (oft erst 48 Stunden später) den Anfällen gab.
Inzwischen habe ich aus wissenschaftlichen Studien diesen Zusammenhang bestätigt bekommen. Denn schmerzauslösende Mastzellen finden sich in enger anatomischer Nähe zu Blutgefäßen und sensorischen Nervenfasern. Es wird beschrieben, dass Capsaicin über die Freisetzung von Neuropeptiden aus sensorischen Nerven zu Entzündungsreaktionen führt. Auch wenn ich das nicht detailliert beschreiben kann, ich hatte immer dieses Gefühl, dass es sich so anfühlt, als ob der Darm oder die Blase "durchlässig ist" und es daher zu dieser enormen Reizung/Anfall kommt. Da läuft aber wahrscheinlich ein recht spektakulärer physiologischer Prozess ab, der viel komplizierter ist, als ich das dachte. Ob man gleichzeitig eine systematische Mastzellenerkrankung haben muss, weiß ich nicht, könnte bei mir gut passen. Wahrscheinlich helfen Antihistaminika mehr als Schmerzmittel, aber das sollten Fachleute herausfinden, die sich mit Mastozytose auskennen.

zizibe kommentierte am 19.04.2016

Ich leide seit Juni 2014 an Pudendus-Neuralgie. Sngefangen hat es mit einem Taubheitsgefühl, bis vor zur rechten Schamlippe, dann dieser furchtbare Nervenschmerz neben dem Anus. Viele Ärzte konnten mir nicht helfen, es wurde immer auf einen Bandscheibenvorfall geschoben. ich habe aber nicht locker gelassen, bis ich endlich in der Neurologie landete. Dort bekam ich Cortison und einen Schmerzmittel-Block, dies hat jedoch nur kurz geholfen. Danach war ich für einen Monat im Krankenhaus. Dort bekam ich Lyrica zweimal 200, Saroten 75 abends, 90mg Cymbalta. Dazu verordnete man mir einen Vitamin-B-Komplex, Gymnastik für den Beckenboden, Yoga für die Hüftmuskulatur, TENS Gerät zur Schmerzlinderung. Man sagte mir, die Muskeln, die den Nerv umschließen, müssen weich sein. Bei mir ist es mittlerweile beim Sitzen gut. Ich hatte jetzt monatelang kaum Schmerzen und konnte schrittweise die Medikamente abbauen. Zurzeit nehme ich nur Cymbalta, Magnesium und Vitamin B.

Betroffene kommentierte am 15.10.2018

Vor drei Jahren habe ich bei der OP ein "Netz" um die Blase bekommen (ich war inkontinent). Seit dieser Zeit habe ich immer Schmerzen im Genitalbereich gehabt. In diesem Jahr. Mitte September, wurde in einer zweiten Operation das Band getrennt. Seit diesem Zeitpunkt habe ich sehr starke, blitzartige, stechende Schmerzen. wie mit Rasierklinge. Die Schmerzen sind im Genitalbereich und ziehen sich von der Vagina bis zum After. Ich habe zudem quälende beeinträchtige Harnprobleme, sodass ich nicht Wasserlassen kann. Ich kann nicht sitzen, stehen und schreie nur vor Schmerzen. Hat jemand einen Idee, wie ich meinen Zustand verbessern könnte?