Rektoskopie

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 24. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Behandlungen Rektoskopie

Um den für krankhafte Anomalien empfindlichen Darm zu kontrollieren, verwenden Ärzte die Methode der Rektoskopie. Sie ist eine schnell durchgeführte, in ihrem Nutzen aber sehr wertvolle Untersuchung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Rektoskopie?

Bei einer Rektoskopie handelt es sich um eine Spiegelung des Mastdarms. Ein Arzt untersucht bei diesem Eingriff den Enddarm und im Zuge dessen meistens auch einen Teil des Afters.

Bei einer Rektoskopie handelt es sich um eine Spiegelung des Mastdarms. Ein Arzt untersucht bei diesem Eingriff den Enddarm und im Zuge dessen meistens auch einen Teil des Afters. Dabei handelt es sich allerdings nur um wenige Zentimeter. Die diese Untersuchung durchführenden Ärzte verwenden ein Endoskop. Mit diesem röhren- beziehungsweise schlauchförmigen Instrument gelangen sie in den entsprechenden Teil des Darms.

In der Regel findet diese Kontrolle in einer Klinik oder Arztpraxis statt. Bevor die Rektoskopie begonnen werden kann, muss dem Patienten ein Abführmittel verabreicht werden. Dieses sollte recht stark sein. Nur auf diese Weise ist es möglich, den Mastdarm vollständig zu entleeren. Dies wiederum ist sehr bedeutsam, da Reste des Stuhls eine einwandfreie Sicht auf die Darmwände verhindern könnten. Die abführende Wirkung des Zäpfchens oder Klistiers setzt nach maximal einer halben Stunde ein. Die Vorbereitungszeit ist dementsprechend kurz.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei einer Rektoskopie führen Ärzte ein etwa 60 cm langes Endoskop vollständig in den After ein. Dieses ist recht beweglich und daher zum einen besser zu handhaben und zum anderen für den Patienten etwas angenehmer in der Anwendung. Im Vergleich dazu ist ein Rektoskop statisch. Während der in etwa 5- bis 10-minütigen Untersuchung liegt der Patient entweder in Rücken- oder Seitenlage. Fällt die Wahl auf Letztere, geschieht dies von der linken Seite.

Verfügt der Arzt über einen Rektoskopie-Tisch, liegt der zu Untersuchende in einer Knie-Ellenbogen-Lage etwas bequemer. Befindet sich das Instrument im Mastdarm, wird Luft in diesen geblasen. Dadurch wird der Darm vergrößert, was es dem Arzt ermöglicht, dieses Organ genauer zu untersuchen. Bei dieser theoretisch recht einfachen Vorgehensweise kontrolliert der durchführende Arzt den Darm auf ungewöhnliche Veränderungen. In den Fokus rücken Polypen. Diese Ausstülpungen der Darmschleimhaut können sich in einem späteren Stadium zum gefährlichen Darmkrebs entwickeln. Sie zu erkennen und zu entfernen, ist daher besonders wichtig.

Dies ist sogar sofort möglich. Mit der Hilfe einer Schlinge entfernen Ärzte die Geschwulste. Neben Polypen können auch Hämorrhoiden entdeckt werden. Sie sind für unangenehmes Stuhlschmieren, Jucken und sogar Blutungen verantwortlich. Auch sie lassen sich entfernen, allerdings kann dafür ein Aufenthalt im Krankenhaus nötig sein. Divertikel sind weitere, abnormale Veränderungen im Darm, die ebenfalls kontrolliert werden sollten. Dies aus dem Grund, da sich diese sogenannten Aussackungen entzünden können. Des Weiteren gilt es bei einer Spiegelung des Mastdarms, Engstellen zu identifizieren. Sie verursachen zu Beginn keine größeren Probleme, könnten allerdings unbehandelt im schlimmsten Fall zu einem Verschluss des Darms führen.

Zudem erkennen Ärzte dank einer Rektoskopie Entzündungen der Schleimhaut. Schließlich ist es möglich, bereits aufgetretene Blutungen im Darm zu lokalisieren und diese schnellstmöglich zu behandeln. Hier kann es sogar zu einem enormen Blutverlust kommen. Aus diesem Grund sollten Ärzte im Zuge der Spiegelung des Mastdarms stets nach Blutungen Ausschau halten. Existieren im Darm bereits Krebszellen und Tumore, haben Ärzte dank der Untersuchung die Chance, das Stadium und die Entwicklung zu bestimmen. Hinzu kommen Verstopfungen, Schleim im Stuhl sowie chronische Erkrankungen des Darms als Anwendungsgebiete.

Die Ziele, die mit der Rektoskopie verfolgt werden, sind umfangreich. Viele krankhafte Veränderungen, die im schlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen können, werden durch diese Kontrolle erkannt. Aufwand und Nutzen stehen demnach in einem sehr guten Verhältnis, zumal diese Untersuchung nur wenig Zeit in Anspruch nimmt.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Spiegelungen des Mastdarms sind in der Regel mit keinen gravierenden Komplikationen verbunden. Viele Patienten empfinden das Prozedere allerdings als unangenehm. Dies liegt zum einen an der in den Darm geblasenen Luft. Zum anderen spielt auch das Instrument eine Rolle. So kann die Lage des Endo- beziehungsweise Rektoskops Schmerzen verursachen.

Die Luft hat allerdings auch extreme Blähungen zur Folge, die die Betroffenen ebenfalls als sehr unangenehm wahrnehmen. Doch dies sind im Vergleich zu anderen Untersuchungen und deren Risiken leicht zu verkraftende Nebenwirkungen. Nur ganz selten kommt es auch bei einer Rektoskopie zu ernsteren Zwischenfällen. Zu jenen zählt eine Verletzung der Wand des Darms. Dadurch entstehen dann nicht nur Blutungen, die schnell gestoppt werden müssen. Auch Bauchfellentzündungen können die Folge sein.

Doch auch ein komplettes Durchstoßen inklusive der Schädigung anderer Organe ist denkbar. Genauso unschön sind Läsionen des Schließmuskels. Diese haben weitreichende Folgen, sollte eine Inkontinenz entstehen. Die geschädigten Patienten können ihren Stuhlgang dann nicht wie zuvor steuern, was sehr unangenehm sein kann. Extrem schlimm, aber genauso selten sind Blutvergiftungen und komplexe Entzündungen. Sepsis ist hier als Oberbegriff zu nennen.

Diese Erkrankungen entstehen im Rahmen einer missglückten Mastdarm-Spiegelung, wenn Keime und Krankheitserreger in den Darm gelangen und nicht bekämpft werden können. Wirklich gefährliche Komplikation treten demnach in den meisten Fällen nicht auf. Die wirklich schlimmen, weil langfristig wirksamen beziehungsweise im schlechtesten Fall tödlich verlaufenden Folgen, treten allerdings kaum auf. Damit zählen Rektoskopien zu jenen Untersuchungen, die in Aufwand und Risiko gering einzuschätzen sind. Dafür ist ihr Nutzen umso größer.

Quellen

  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Schwandner, O.: Proktologische Diagnostik. Springer Verlag, Berlin 2015

Das könnte Sie auch interessieren