Schleimhautentzündung

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Schleimhautentzündung

Eine Schleimhautentzündung (Mucositis) kann im Mund-Rachenraum, im Magen-Darm-Bereich und in den Harnwegen vorkommen. Sie wird durch Infekte hervorgerufen oder tritt als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung auf. Zur Behandlung der Erkrankung ist ein operativer Eingriff nicht nötig, die Beschwerden können durch Medikamente oder Naturheilmittel gelindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schleimhautentzündung?

Eine Magenschleimhautentzündung führt zu leichten Magenschmerzen, die im Verlauf der Erkrankung stärker werden.
© WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com

Die Schleimhaut, fachlich Mucosa genannt, hat eine wichtige Schutzfunktion. Dank Düsenabsonderungen hält die Schleimhaut die oberste Schicht der Hohlorgane feucht.

Schleimhaut gibt es zum Beispiel im Mund-Rachenbereich, im Magen-Darm-Bereich und in den Atemwegen.

Eine Entzündung der Schleimhäute ist eine unangenehme, eventuell sehr schmerzhafte Erkrankung.

Ursachen

Eine Schleimhautentzündung kann unterschiedliche Ursachen haben. Sie kann von verschiedenen Erkrankungen ausgelöst werden. Eine Harnwegsinfektion, ein Infekt des Magen-Darm-Trakts oder ein Infekt der Luftwege können eine Schleimhautentzündung als Folge haben.

Außerdem kann sie als Folge einer durch eine Krebskrankheit bedingte Chemo- oder Strahlentherapie auftreten. Eigentlich ist die Schleimhautentzündung eine der häufigsten Nebenwirkungen von Krebstherapien. Als Komplikation einer Chemotherapie kommt vor allem die Entzündung der Mundschleimhaut vor, aber genauso können die Schleimhäute im Magen-Darmkanal, an den Harnwegen, an Blutgefäßen oder am Herzen betroffen sein.

Da sich die Schleimhautzellen von Natur aus sehr schnell teilen – genauso wie die Zellen eines Tumors, gegen die die Chemotherapie eingesetzt wird –, greifen die Therapeutika auch die gesunden Schleimhautzellen an. Nicht nur durch Krankheiten oder Krebstherapien kann eine Schleimhautentzündung ausgelöst werden Die Entzündung der Magenschleimhaut kann auch durch Medikamente, Stress oder Alkohol hervorgerufen werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Schleimhautentzündung äußert sich je nach Lokalisation durch verschiedene Symptome. Eine Magenschleimhautentzündung führt zu leichten Magenschmerzen, die im Verlauf der Erkrankung stärker werden. Begleitend dazu treten Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall auf. Als Folge der ständigen Reizung kann sich außerdem ein Sodbrennen einstellen.

Wird die Schleimhautentzündung frühzeitig behandelt, können gesundheitliche Spätfolgen meistens vermieden werden. Bei fehlender oder unzureichender Behandlung besteht das Risiko, dass sich aus der Entzündung eine chronische Gastritis entwickelt. Eine Mundschleimhautentzündung äußert sich zunächst durch Mundgeruch, verbunden meist mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl und Fieber.

Auf der Mundschleimhaut können sich kleine, schmerzhafte Flecken bilden. Bei Kindern und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem bildet sich oft eine Mundsoor, bei der die Schleimhaut von einem weißen, säuerlich riechenden Belag überzogen ist. Daneben treten Allgemeinsymptome wie Schmerzen, Juckreiz oder Blutungen auf.

Außerdem kann ein vermehrter Speichelfluss beobachtet werden. Die Entzündung kann den gesamten Mundraum betreffen oder sich auf bestimmte Areale beschränken. Eine Entzündung der Darmschleimhaut ruft Durchfall und Unterleibsschmerzen, aber auch Blutungen und Herz-Kreislauf-Beschwerden hervor. Eine chronische Erkrankung kann zu dauerhaften Schäden am Magen-Darm-Trakt führen und ist oft auch mit Abszessen verbunden.

Diagnose & Verlauf

Die Symptome einer Schleimhautentzündung haben je nach Grad der Entzündung verschiedene Erscheinungsformen. Außer Rötungen und Schwellungen kann es in schwerwiegenden Fällen zu Geschwüren und Blutungen der Schleimhaut kommen.

Wenn die Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts entzündet ist, dann sind die beiden häufigsten Symptome Durchfall und Erbrechen. Bei der Entzündung der Magenschleimhaut kommen außerdem Appetitlosigkeit und Druckgefühl im Oberbauch als Symptome vor. Die Diagnose einer Schleimhautentzündung stellt der behandelnde Arzt, der zuerst den Patienten über seine Beschwerden befragt. Das Gespräch wird gefolgt von der körperlichen Untersuchung des Patienten. Je nach Lokalisation erfolgt diese Untersuchung auf verschiedene Art.

Die Untersuchungsmethode bei einer Mundschleimhautentzündung beinhaltet die Laboruntersuchung eines Mundabstrichs. Bei einer Magenschleimhautentzündung tragen Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen neben dem Abtasten des Bauches zur Diagnosestellung bei. In manchen Fällen wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Eine Magenspiegelung im Interesse einer genauen Diagnosestellung kommt außerdem nicht selten vor.

Beim Verdacht einer Gebärmutter- oder Scheidenschleimhautentzündung wird ein Abstrich genommen, der ebenfalls im Labor untersucht wird. Bei der Diagnosestellung ist es wichtig, die Schwere der Entzündung festzustellen, um die richtige Therapie vornehmen zu können. Eine rechtzeitige Behandlung ist selbstverständlich unerlässlich, um eventuelle Folgekrankheiten zu vermeiden.

Komplikationen

Abhängig davon, wo sie auftritt, kann eine Schleimhautentzündung verschiedene Komplikationen hervorrufen. Eine Magenschleimhautentzündung kann sich zu einer chronischen Erkrankung entwickeln. Eine chronische Gastritis Typ A bringt ein erhöhtes Risiko für Magenkrebs mit sich. Zudem kommt es vermehrt zur Entstehung sogenannter Karzinoide im Magen. Die chronische Gastritis Typ B kann die Entstehung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren begünstigen.

Auch die seltenen MALT-Lymphome, bösartige Wucherungen von lymphatischem Gewebe, treten hauptsächlich nach einer Typ-B-Magenschleimhautentzündung auf. Die chronische Gastritis Typ C hat ebenfalls ein erhöhtes Risiko für Magengeschwüre und Magenkrebs zur Folge. Eine Schleimhautentzündung im Mund-Rachenraum oder in den Harnwegen kann Entzündungen und Infekte begünstigen. Auch hier wird ein erhöhtes Risiko für Tumorbildung vermutet.

Bei der Behandlung einer Schleimhautentzündung gehen die Risiken hauptsächlich von den verordneten Arzneimitteln aus. Fiebersenkende und schmerzstillende Mittel können Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen und eine Reihe anderer Beschwerden hervorrufen. Auch allergische Reaktionen sind nach der Einnahme entsprechenden Medikamente nicht unwahrscheinlich. Selbiges gilt für Einnahme von Heilkräutern wie zum Beispiel Aloe vera, Arnika oder Kamille. Diese können die Schleimhautentzündung im schlimmsten Fall noch verstärken.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Schleimhautentzündung sollte immer durch einen Arzt behandelt werden. Dabei kann es zu schwerwiegenden Komplikationen und zu anderen Beschwerden kommen, falls die Krankheit unbehandelt bleibt. Daher wirkt sich eine frühe Diagnose mit einer frühzeitigen Behandlung positiv auf den weiteren Verlauf der Schleimhautentzündung aus. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an starken Schmerzen im Magen leidet. Es kommt auch zu einer Appetitlosigkeit und weiterhin zu Durchfall oder zu Erbrechen.

Viele Patienten leiden bei der Schleimhautentzündung auch an Sodbrennen. Treten diese Beschwerden auf, so muss ein Arzt aufgesucht werden. Ein Arzt ist auch dann aufzusuchen, wenn es zu einem starken Mundgeruch oder zu hohem Fieber kommt. Ein ausgeprägter Speichelfluss kann auf eine Schleimhautentzündung im Mund hindeuten und muss ebenfalls durch einen Arzt behandelt werden. Weiterhin sollte der Betroffene auch dann einen Arzt aufsuchen, wenn es zu starken Schmerzen im Unterleib kommt.

Bei einer Schleimhautentzündung kann ein Internist oder ein Allgemeinarzt aufgesucht werden. Die weitere Behandlung erfolgt dann meisten durch einen Facharzt.

Behandlung & Therapie

Dank der Errungenschaften der modernen Medizin kann eine Schleimhautentzündung durch Medikamente oder alternative Therapien behandelt werden. Somit ist ein operativer Eingriff nicht nötig. Der Therapievorschlag unterscheidet sich je nach Lokalisation der Schleimhautentzündung.

Bei der Entzündung der Mundschleimhaut können nach Vorschlag des behandelnden Arztes schmerzstillende und fiebersenkende Mittel, zum Beispiel in Form von Mundspülungen, verabreicht werden. Es gibt Mittel, die ihre schmerzstillenden Wirkung dadurch erreichen, dass sie auf der Schleimhaut einen Schutzfilm bilden. Zur Behandlung stehen ebenso natürliche Substanzen zur Verfügung.

Heilkräuter, wie zum Beispiel Aloe vera, Arnika, Beinwell, Kamille, Nelkenwurz und Thymian können die Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Entzündung der Schleimhaut auftreten, lindern. Diese Kräuter können in Form von Tee, Salbe oder einem Bad angewendet werden. Das Schüssler-Salz Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat) hilft ebenfalls bei einer Schleimhautentzündung.


Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Schleimhautentzündung ist es allgemein empfehlenswert, das Immunsystem ausreichend zu stärken. Da eine starke Abwehrkraft von einer gesunden Darmflora abhängig ist, sollte man sie durch eine ausgewogene Ernährung unterstützen. Zur Vorbeugung einer Mundschleimhautentzündung spielt die regelmäßige Mundpflege sowie die Mundhygiene eine große Rolle. Außerdem muss man während der Mundschleimhautentzündung auf das Rauchen und den Alkoholkonsum verzichten, da beides zu weiteren Reizungen führen könnte.

Nachsorge

Die Nachsorge hängt davon ab, wie stark und an welcher Stelle die Schleimhäute entzündet sind. Die Ursache der Entzündung bestimmt ebenfalls die Form der Nachsorge. Eine Entzündung ist immer mit Schmerzen verbunden. Nachsorgende Behandlungen bei einer Schleimhautentzündung zielen in erster Linie auf die Linderung der Symptome ab.

Dazu zählen neben Schmerzen auch Rötungen und Schwellungen. Mittelfristiges Ziel ist die vollständige Ausheilung der befallenen Schleimhäute. Ist die Rachenpartie von der Entzündung betroffen, erlebt der Patient seine Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme besonders intensiv. Das Schlucken der Speise wird oft als brennend empfunden. Neben der Schmerzlinderung durch Medikamente ist hier der Verzicht auf heiße, saure oder scharfe Speisen Teil der eigenständigen Nachsorge.

Chronische Schleimhautreizungen in der Speiseröhre oder an den Mageninnenwänden können sich zu bösartige Veränderungen entwickeln. Bei einer regelmäßigen Nachsorge wird die Schleimhaut auf Wucherungen überprüft. Dabei entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) und kontrolliert ihre Beschaffenheit. Ist eine akute Schleimhautentzündung nach entsprechender Behandlung ausgeheilt, bedarf es in der Regel keiner weiteren Nachsorge.

Das können Sie selbst tun

Betroffene einer Schleimhautentzündung können sich mit einigen hilfreichen Tipps und Tricks den täglichen Alltag mit der Krankheit enorm vereinfachen.

Um die Schleimhaut zu schützen, sollte unbedingt auf scharfe oder stark gewürzte Lebensmittel verzichtet werden. Außerdem ist es wichtig, dass nicht unbedingt Getränke mit viel Kohlensäure getrunken werden, denn diese kann die Schleimhaut reizen und zu schlimmeren Verletzungen führen. Einige Hausmittel, wie Kamillentee, Salbei, lauwarme Suppen oder auch heilende Kräuter können helfen, die Symptome einer Schleimhautentzündung zu mindern. Gerade, wenn es um die Ernährung geht, sollten säurearme und schonende Lebensmittel, wie Reis, Kartoffeln, Quark und ungesüßte Joghurts verzehrt werden.

Auch ein heißes Bad und ein wenig Entspannung oder auch ein Spaziergang an der frischen Luft, kann den Alltag bei einer Schleimhautentzündung enorm vereinfachen. Stress und Ärger sorgen nur dafür, dass sich die Entzündung noch verschlimmert und die Beschwerden statt besser, nur noch viel schlimmer werden. Werden diese hilfreichen Tipps & Tricks im täglichen Alltag eingehalten, steht der eigenen Selbsthilfe im Alltag nicht mehr im Wege.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

Das könnte Sie auch interessieren