Retter-Geschwister

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Retter-Geschwister oder Rettungsgeschwister (engl. „Saviour Siblings“) werden Kinder bezeichnet, die einem erkrankten älteren Geschwisterkind helfen sollen. Weil sie gezielt danach ausgewählt werden, ob sie als Spender für das kranke Kind infrage kommen, ist diese Methode sehr umstritten. Benötigt ein Kind Blut oder Gewebe, kann dies von dem "Retter-Geschwister", welches in den Gewebemerkmalen (HLA) mit dem erkrankten Kind übereinstimmen muss, entnommen werden. Um die genetische Übereinstimmung zu sichern, wird eine künstliche Befruchtung durchgeführt und der Frau der "optimale" Embryo eingepflanzt.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Retter-Geschwister?

Retter Geschwister
Retter-Geschwister als medizinische Methode sind ethisch sehr umstritten und etwa in Deutschland verboten, in Großbritannien hingegen ist es erlaubt, weswegen betroffene Eltern sich Hilfe im Ausland suchen.

Ein Mensch, der etwa unter Leukämie leidet, ist auf fremdes Knochenmark und Blut angewiesen. Meist ist es schwierig, einen passenden Spender zu finden. In so einem Fall ist es in einigen Ländern bereits erlaubt, ein Spenderkind zu "züchten". Ist die HLA-Kompatibilität der Eltern eines kranken Kindes ungenügend, kann ein Geschwisterchen mittels In-vitro-Fertilisation, also im Reagenzglas, gezeugt werden.

Die entstandenen Embryonen werden dann auf ihre genetische Übereinstimmung mit dem erkrankten Geschwisterkind hin untersucht, bei hoher Kompatibilität in die Gebärmutter der Frau eingepflanzt und während einer normalen Schwangerschaft ausgetragen.

Das entstandene Baby dient dem älteren Bruder oder der älteren Schwester dann durch sein Nabelschnurblut oder Knochenmark als passender Spender. Retter-Geschwister als medizinische Methode sind ethisch sehr umstritten und etwa in Deutschland verboten, in Großbritannien hingegen ist es erlaubt, weswegen betroffene Eltern sich Hilfe im Ausland suchen. Verboten ist dabei nicht die Präimplantationsdiagnostik als solche, die in Deutschland seit 2011 in engen Grenzen zulässig ist, sondern die Auswahl eines Embryos nach seinen Gewebemerkmalen zugunsten eines kranken Geschwisterkindes.

Geschichte & Entwicklung

Der Begriff "Retter-Geschwister" oder "Rettungsgeschwister" bezieht sich auf Kinder, die durch moderne medizinische Verfahren wie die Präimplantationsdiagnostik (PID) gezeugt wurden, um als genetisch kompatible Spender für ältere Geschwister zu dienen, die an lebensbedrohlichen Krankheiten leiden. Diese Praxis begann in den frühen 2000er Jahren, nachdem wissenschaftliche Fortschritte es ermöglichten, Embryonen auf genetische Kompatibilität zu testen.

Einer der ersten bekannten Fälle war 2000 in den USA, als ein Retter-Geschwister geboren wurde, um seiner an Fanconi-Anämie erkrankten Schwester durch eine Stammzelltransplantation zu helfen. Die Entscheidung, Retter-Geschwister zu schaffen, war von Anfang an ethisch umstritten, da Kritiker Bedenken hinsichtlich der Instrumentalisierung des Kindes äußerten.

Trotz dieser Kontroversen hat die Praxis in einigen Ländern zugenommen, insbesondere in den USA und im Vereinigten Königreich. Befürworter argumentieren, dass sie eine lebensrettende Option für Familien darstellen, die sonst keine kompatiblen Spender finden könnten. Heute ist der Einsatz von Retter-Geschwistern jedoch weiterhin umstritten, und die Gesetze zur Regulierung variieren weltweit erheblich.

Einsatz & Indikation

Auf Retter-Geschwister wird zurückgegriffen, wenn ein Kind eine lebensbedrohliche Erkrankung hat, für die eine Stammzell- oder Knochenmarktransplantation die beste Behandlung darstellt, und keine passenden Spender verfügbar sind. Diese Methode wird häufig bei genetisch bedingten Krankheiten wie der Fanconi-Anämie, Thalassämie, schwerer kombinierter Immundefizienz (SCID) oder der Sichelzellenanämie in Erwägung gezogen, wenn der Patient dringend gesunde Stammzellen benötigt.

Um ein Retter-Geschwister zu schaffen, setzen Ärzte die Präimplantationsdiagnostik (PID) ein, um Embryonen zu identifizieren, die genetisch kompatibel mit dem kranken Kind sind. Die Embryonen werden dafür zuvor durch eine In-vitro-Fertilisation (IVF) erzeugt. Das Ziel ist, ein Geschwisterkind zu haben, das als passender Spender dienen kann, insbesondere wenn eine HLA-kompatible (Human Leukocyte Antigen) Übereinstimmung erforderlich ist.

Diese Methode wird notwendig, wenn keine anderen Spender, wie Familienmitglieder oder Personen aus Spenderdatenbanken, passen oder zur Verfügung stehen. Die Notwendigkeit ergibt sich aus dem Mangel an passenden Spendern und dem dringenden Bedarf des erkrankten Kindes. Trotz der potenziellen ethischen Herausforderungen wird diese Methode von vielen Eltern als letzte Hoffnung betrachtet, um das Leben ihres erkrankten Kindes zu retten.

Voraussetzung ist in jedem Fall, dass sich die Erkrankung des älteren Kindes überhaupt durch die Übertragung blutbildender Stammzellen behandeln lässt; für Erkrankungen, bei denen eine Stammzelltransplantation nicht der geeignete Weg ist, kommt das Verfahren von vornherein nicht in Betracht. Hinzu kommt der Zeitbedarf: Künstliche Befruchtung, Auswahl eines Embryos, Schwangerschaft und Geburt nehmen zusammen so viel Zeit in Anspruch, dass rasch fortschreitende Erkrankungen ausscheiden. Auch der Erfolg des Verfahrens selbst ist nicht gesichert, denn weder das Entstehen geeigneter Embryonen noch der Eintritt einer Schwangerschaft lässt sich erzwingen; mehrere Anläufe können nötig sein, und der Weg kann ohne Ergebnis bleiben. Wo das Verfahren zulässig ist, ist ihm regelmäßig eine Prüfung des Einzelfalls durch eine unabhängige Stelle vorgeschaltet.

Funktion, Wirkung & Ziele

Mithilfe der Präimplantationsdiagnostik (PID) wird die Kompatibilität der künstlich erzeugten Embryonen geprüft. Die PID dient eigentlich als Test, um Embryonen aus einer künstlichen Befruchtung auf Erbkrankheiten zu testen, wenn die Eltern des Kindes bereits vorbelastet sind. Im Falle der Retter-Geschwister wird sie genutzt, um einen möglichen Spender zu finden.

Aus dem Nabelschnurblut und dem Knochenmark des Retter-Geschwisterchens, auch Saviour-Sibling, können dann lebensnotwendige Zellen für das ältere Kind entnommen werden. Dafür werden Stammzellen aus dem blutbildenden Gewebe in den Leukämie-Patienten transplantiert, sodass sich bei diesem eine geregelte Blutbildung wiederherstellen kann.

Leider lassen sich bislang nur wenige Krankheiten auf diese Art und Weise behandeln. Auch für manche Formen von Blutarmut wird ein passender Knochenmarkspender gebraucht, bei denen Retter-Geschwister Bluttransfusionen von Fremden ersetzen können. Kritischer hingegen sind Organspenden von Retter-Geschwistern, da diese für das spendende Kind ein hohes Risiko bergen. Von solchen Spenden sehen Eltern von Retter-Geschwistern in der Regel ab, da so das eine Kind einer besonderen Gefahr ausgesetzt wird, um das andere zu retten.

2003 kam in Großbritannien das erste genetisch auserwählte Retter-Geschwisterchen europaweit auf die Welt. Die PID galt in Deutschland, Österreich und der Schweiz lange als unzulässig; für Deutschland entschied der Bundesgerichtshof allerdings 2010, dass sie zur Erkennung schwerer genetischer Schäden nach dem damaligen Embryonenschutzgesetz nicht strafbar war. Inzwischen ist sie in allen drei Ländern ausdrücklich geregelt und in engen Grenzen zulässig – in Deutschland seit 2011 nach § 3a Embryonenschutzgesetz, in Österreich seit 2015 nach § 2a Fortpflanzungsmedizingesetz und in der Schweiz seit 2017. Worauf sich die Untersuchung richten darf, ist dabei von Land zu Land verschieden: In Deutschland muss beim Embryo selbst das hohe Risiko einer schwerwiegenden Erbkrankheit oder einer Tot- beziehungsweise Fehlgeburt bestehen, während das österreichische Recht sie auch nach drei erfolglosen Embryonenübertragungen oder drei Fehlgeburten erlaubt. Die Auswahl eines Embryos nach Gewebemerkmalen zugunsten eines kranken Geschwisterkindes bleibt in Deutschland unzulässig.


Vorteile & Nutzen

Retter-Geschwister bieten gegenüber anderen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden mehrere Vorteile. Der bedeutendste Vorteil ist die Möglichkeit, eine nahezu perfekte genetische Übereinstimmung für Transplantationen zu gewährleisten. Das verringert die Wahrscheinlichkeit von Abstoßungsreaktionen erheblich und steigert die Erfolgsaussichten einer Stammzell- oder Knochenmarktransplantation, was bei vielen lebensbedrohlichen Krankheiten entscheidend ist.

Zudem erlaubt die Präimplantationsdiagnostik (PID), Embryonen zu identifizieren, die frei von bestimmten genetischen Krankheiten sind. Dadurch können Eltern sicherstellen, dass das Retter-Geschwister nicht die gleiche genetische Erkrankung wie das erkrankte Kind hat, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es als Spender fungieren kann.

Retter-Geschwister bieten auch eine zuverlässige Quelle für Stammzellen und Gewebe, was in dringenden medizinischen Situationen lebensrettend sein kann. Die Notwendigkeit einer langwierigen und manchmal erfolglosen Suche nach kompatiblen Spendern entfällt. Bis ein auf diesem Weg gezeugtes Kind zur Verfügung steht, vergehen allerdings mindestens ein bis zwei Jahre, sodass das Verfahren bei rasch fortschreitenden Erkrankungen ausscheidet.

Der psychologische Aspekt spielt ebenfalls eine Rolle: Die Aussicht auf ein Retter-Geschwister kann Familien Hoffnung und eine greifbare Perspektive bieten, das Leben ihres erkrankten Kindes zu retten. Während ethische Bedenken bestehen, können Retter-Geschwister bei sorgfältiger Planung und Unterstützung durch medizinische Fachkräfte eine wirksame Behandlungsoption sein.

Durchführung & Ablauf

In den Ländern, in denen das Verfahren erlaubt ist, beginnt eine Behandlung mit Retter-Geschwistern mit einer gründlichen medizinischen und genetischen Beratung, um die beste Vorgehensweise zu bestimmen. Wenn die Familie sich für diese Methode entscheidet, folgt eine In-vitro-Fertilisation (IVF). Dabei werden die Eizellen der Mutter mit den Spermien des Vaters im Labor befruchtet. Die Embryonen werden dann auf genetische Kompatibilität mit dem erkrankten Geschwisterkind getestet. Dieser Prozess, die Präimplantationsdiagnostik (PID), ermöglicht es den Ärzten, genetisch passende Embryonen auszuwählen, die keine genetischen Erkrankungen tragen.

Sobald ein kompatibler Embryo identifiziert wurde, wird dieser in die Gebärmutter der Mutter implantiert. Wenn die Schwangerschaft erfolgreich ist und das Retter-Geschwister geboren wird, werden kurz nach der Geburt Stammzellen aus dem Nabelschnurblut entnommen. Diese Stammzellen dienen in der Regel zur ersten Transplantation für das erkrankte Geschwisterkind.

Falls weitere Behandlungen erforderlich sind, können, sobald das Retter-Geschwister älter ist, auch Knochenmark- oder Stammzellspenden in Erwägung gezogen werden. Dabei ist eine fortlaufende medizinische Betreuung notwendig, um sicherzustellen, dass sowohl das erkrankte Kind als auch das Retter-Geschwister optimal versorgt werden.

Dieser Prozess erfordert intensive medizinische Begleitung und ist ethisch herausfordernd, bietet jedoch eine oft lebensrettende Option für Familien in verzweifelten Situationen.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

In Deutschland dürfen keine Retter-Geschwister erzeugt werden, denn die PID ist nach § 3a Embryonenschutzgesetz nur zulässig, um beim Embryo selbst eine schwerwiegende Erbkrankheit oder ein hohes Risiko für eine Tot- oder Fehlgeburt festzustellen, nicht aber, um ihn nach seinen Gewebemerkmalen auszuwählen. Es ist nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz untersagt, Embryonen für etwas anderes als die reine Schwangerschaft zu züchten. Besonders besorgniserregend scheint die Möglichkeit der Erschaffung eines "Designer-Babys" zu sein.

Dahinter steht die Vorstellung, über Haar- und Augenfarbe seines Kindes bestimmen zu können, wessen Nase es hat oder wie groß es werden soll. Auch als medizinische Behandlungsmethode ist das Fischen nach den besten Genen fragwürdig, da das geschaffene Geschwisterchen sich mehr als Zweckkind denn als Wunschkind fühlen könnte. Dennoch ist zu beachten, dass auf diesem Weg einem anderen Kind das Leben gerettet werden kann. 2010 wurde im britischen Bristol ein kleines Mädchen mit Fanconi-Anämie mit den Stammzellen ihres kleinen Bruders behandelt. Er war dafür rund zwei Jahre zuvor als Embryo ausgewählt worden.

Doch nicht nur die psychischen Folgen für die Kinder müssen beachtet werden, auch die Risiken, die mit einer künstlichen Befruchtung einhergehen, sollten überdacht werden. Die Eizelle wird der Frau operativ entnommen, weshalb sie den üblichen Risiken wie einer Infektion oder inneren Verletzungen ausgesetzt ist. Zudem folgt auf eine künstliche Befruchtung häufig eine Risikoschwangerschaft, bis hin zur Fehlgeburt.

Alternativen

Es gibt mehrere alternative Verfahren zu Retter-Geschwistern, insbesondere wenn diese Methode nicht möglich oder ethisch problematisch ist. Eine häufige Alternative ist die Suche nach einem geeigneten Spender in nationalen und internationalen Stammzell- oder Knochenmarkspenderdatenbanken. Diese Datenbanken bieten Zugang zu Millionen von Spendern weltweit, was die Chancen erhöht, einen genetisch kompatiblen Spender zu finden.

Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte haploidentische Transplantation. Hierbei wird ein Spender verwendet, der nur eine teilweise genetische Übereinstimmung mit dem Empfänger hat, beispielsweise ein Elternteil. Dank medizinischer Fortschritte kann diese Methode zunehmend erfolgreich sein, obwohl das Risiko von Komplikationen höher sein kann.

Für einige Erkrankungen können auch alternative Therapien eingesetzt werden, etwa Gentherapien, bei denen defekte Gene durch funktionierende ersetzt werden. Diese Methode steht jedoch noch in den Anfängen und ist nicht für alle Krankheiten geeignet. Für die Sichelzellkrankheit und die Beta-Thalassämie sind inzwischen allerdings Gentherapien zugelassen, die als Alternative zur Stammzelltransplantation infrage kommen.

Ein anderer Ansatz sind Medikamente und symptomatische Therapien, die darauf abzielen, die Symptome der Erkrankung zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern, ohne die eigentliche Ursache zu behandeln. Diese Methoden können insbesondere bei seltenen oder unheilbaren Erkrankungen eine sinnvolle Alternative darstellen.

Als Quelle blutbildender Stammzellen kommen neben Knochenmark und dem Blut erwachsener Spender auch eingelagerte Nabelschnurblutpräparate aus öffentlichen Spenderbanken infrage. Sie stellen geringere Anforderungen an die Übereinstimmung der Gewebemerkmale, enthalten je Präparat aber vergleichsweise wenige Zellen.

Letztlich hängt die Wahl der besten Methode von der spezifischen Erkrankung, den verfügbaren Ressourcen und den individuellen Bedürfnissen der Familie ab.

Ethik & Moral

Die Verwendung von Retter-Geschwistern wirft komplexe ethische und moralische Fragen auf. Ein zentrales Thema ist der mögliche moralische Konflikt, wenn ein Kind gezeugt wird, um in erster Linie als Spender für ein bereits erkranktes Geschwister zu dienen. Kritiker argumentieren, dass dies das Retter-Geschwister zu einem Mittel zum Zweck macht, was im Widerspruch zur Vorstellung steht, dass jedes Kind als Individuum geschätzt werden sollte.

Ein weiterer ethischer Aspekt betrifft die potenziellen Auswirkungen auf das Retter-Geschwister selbst. Obwohl es häufig keine unmittelbaren medizinischen Risiken gibt, kann der Druck, als Spender für ein erkranktes Geschwisterkind zu dienen, erhebliche psychologische Belastungen mit sich bringen. Es wird diskutiert, inwiefern das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit berücksichtigt wird, wenn Eingriffe wie Knochenmarkentnahmen oder Blutspenden notwendig sind.

Auch die Selektion von Embryonen durch die Präimplantationsdiagnostik (PID) wirft ethische Fragen auf. Es wird kritisiert, dass dies zu einer möglichen Diskriminierung von Embryonen führen könnte, die nicht den gewünschten Kriterien entsprechen.

Diskutiert wird schließlich, wer für das Kind entscheidet. Ein Neugeborenes kann in die Entnahme von Nabelschnurblut nicht einwilligen; für das Kind ist sie allerdings ohne Belastung, weil das Blut nach der Abnabelung ohnehin anfällt. Anders liegt der Fall bei späteren Entnahmen von Knochenmark, die einen Eingriff am dann älteren Kind bedeuten. Für solche Situationen sehen die Rechtsordnungen vieler Länder besondere Schutzvorkehrungen vor, etwa die Einschaltung unabhängiger Stellen neben den Eltern.

Auf der anderen Seite sehen Befürworter die Methode als legitime und lebensrettende Möglichkeit, Familien mit schwer erkrankten Kindern zu helfen. Sie argumentieren, dass bei sorgfältiger Beratung und Betreuung sowohl das Retter-Geschwister als auch das erkrankte Kind von der Methode profitieren können. Diese komplexen Fragen verlangen eine umfassende Abwägung und Beratung, um verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Quellen

  • Diedrich, K., Ludwig, M., Griesinger, G. (Hrsg.): Reproduktionsmedizin.
    ISBN: 9783662576359
  • Murken, J., Grimm, T., Holinski-Feder, E., Zerres, K. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Humangenetik.
    ISBN: 9783132416871
  • Schaaf, C. P., Zschocke, J.: Basiswissen Humangenetik.
    ISBN: 9783662561461
  • Niemeyer, C., Eggert, A. (Hrsg.): Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.
    ISBN: 9783662436851
  • Kainer, F. (Hrsg.): Facharztwissen Geburtsmedizin.
    ISBN: 9783437210976

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