Schlafmittel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Schlafmittel sind Arzneimittel, die gegen Schlaflosigkeit oder Schlafstörungen wirksam sind. In der medizinischen Fachsprache werden Schlafmittel als Hypnotika bezeichnet. Sie können den Schlaf einleiten, eine schlaffördernde Müdigkeit auslösen oder das Durchschlafen unterstützen. Die meisten von ihnen sind verschreibungspflichtig; einzelne Gruppen sind auch ohne Rezept in der Apotheke erhältlich.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schlafmittel?

Schlafmittel
Schlafmittel können den Schlaf einleiten, eine schlaffördernde Müdigkeit auslösen oder das Durchschlafen unterstützen.

Bei der Bezeichnung Hypnotika oder Schlafmittel existiert jedoch keine scharfe Abgrenzung zu den beruhigenden Mitteln (Sedativa): Viele Wirkstoffe wirken in geringerer Menge beruhigend und in höherer schlafanstoßend.

Schlafmittel haben nicht nur eine große Bedeutung für die Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit des Menschen durch einen ausgewogenen, ausreichenden und erholsamen Schlaf. Die schlaffördernde und schlafauslösende Wirkung von Schlafmitteln wird je nach Diagnose auch benötigt, um das psychische Gleichgewicht zu wahren und eine sogenannte psychische Hygiene betreiben zu können.

Sowohl in einzelner Anwendung als auch in Kombination mit anderen Medikamenten können Schlafmittel durchaus hilfreich sein bei der Therapie ganz unterschiedlicher Erkrankungen, deren Symptome und vorübergehender Schlafstörungen.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Schlafmittel reicht weit zurück und spiegelt den menschlichen Bedarf an Mitteln wider, die den Schlaf fördern oder herbeiführen. Bereits in der Antike wurden natürliche Substanzen wie Mohn, dessen Extrakte Opium enthalten, und andere pflanzliche Stoffe wie Baldrian zur Schlafförderung eingesetzt.

Im 19. Jahrhundert begann die Entwicklung synthetischer Schlafmittel, mit der Einführung von Chloralhydrat als Schlafmittel im Jahr 1869 durch den deutschen Pharmakologen Oskar Liebreich; die Substanz selbst hatte Justus von Liebig bereits 1832 hergestellt. Dieses Mittel wurde wegen seiner schnellen und effektiven Wirkung populär, hatte jedoch auch ernsthafte Nebenwirkungen. 1903 wurde dann das Barbiturat Diethylbarbitursäure (Barbital) eingeführt, welches den Schlaf durch Zentralnervensystem-Depression herbeiführte. Barbiturate wurden schnell zum Standard für verschreibungspflichtige Schlafmittel.

Die Verwendung von Barbituraten nahm in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu, führte jedoch oft zu Abhängigkeit und einer Reihe schwerer Nebenwirkungen, einschließlich tödlicher Überdosierungen. Dies führte in den 1950er und 1960er Jahren zur Suche nach sichereren Alternativen. Die Entdeckung des Benzodiazepins Chlordiazepoxid und kurz darauf Diazepam in den 1960er Jahren revolutionierte die Behandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen durch ein verbessertes Sicherheitsprofil und ein gegenüber den Barbituraten geringeres Vergiftungsrisiko. Dass auch Benzodiazepine rasch abhängig machen können, zeigte sich erst in den Jahren danach.

In den letzten Jahrzehnten haben Forscher weiterhin an sichereren und wirksameren Schlafmitteln gearbeitet, einschließlich der neueren Klasse von Medikamenten wie den Non-Benzodiazepinen oder „Z-Substanzen“, die gezielter an den Rezeptoren ansetzen. Der zunächst angenommene Vorteil eines geringeren Abhängigkeitsrisikos hat sich allerdings nicht bestätigt: Nach heutigem Kenntnisstand ist ihr Abhängigkeitspotenzial dem der Benzodiazepine vergleichbar. Diese Entwicklung zeigt das kontinuierliche Bestreben, effektive und sichere Schlafhilfen bereitzustellen.

Schlafmittel gegen Schlafstörungen & Schlaflosigkeit

Der Einsatz von Schlafmitteln kann auf Basis verschiedenartiger Indikationen erfolgen. Vor einer Verordnung wird geklärt, welche Art der Schlafstörung vorliegt und ob eine andere Erkrankung dahintersteckt. Ein Schlafmittel behandelt nur das Symptom, nicht die Ursache.

Im Zusammenhang mit dem Schlaf sind Durchschlaf- sowie Einschlafstörungen die häufigsten Beeinträchtigungen. Diese können mit Schlafmitteln behandelt werden. Um Schlafstörungen zu therapieren, die nur von vorübergehender Dauer sind, ist es sinnvoll, nur bestimmte Schlafmittel zu verordnen. Handelt es sich jedoch um chronische Schlafstörungen, ist nicht das stärkere Schlafmittel die Lösung: Als Behandlung der ersten Wahl gilt heute die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie; Medikamente werden dann nur ergänzend und zeitlich befristet eingesetzt.

Nicht jede schlechte Nacht ist eine Schlafstörung. Von einer behandlungsbedürftigen Insomnie sprechen Fachleute erst, wenn die Beschwerden über mehrere Wochen bestehen, mehrfach pro Woche auftreten und den folgenden Tag spürbar beeinträchtigen – etwa durch Müdigkeit, Reizbarkeit oder Konzentrationsprobleme. Hinter hartnäckigen Schlafstörungen stehen zudem häufig andere Erkrankungen: eine Schlafapnoe, ein Restless-Legs-Syndrom, chronische Schmerzen, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Depression. Bleiben sie unerkannt, verdeckt ein Schlafmittel die Beschwerden, ohne die Ursache zu berühren, und kann eine Atemstörung im Schlaf sogar verstärken.

In vielen Fällen werden Schlafmittel auch dann verwendet, wenn es sich um psychische Erkrankungen handelt, bei denen die Betroffenen entweder zu wenig schlafen oder einfach nicht zur Ruhe kommen können. Dies kann beispielsweise bei bipolaren Störungen der Fall sein.

Pflanzliche, natürliche & chemische Schlafmittel

Schlafmittel unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise und in ihren Inhaltsstoffen stark voneinander. Neben den rein pflanzlichen und natürlichen Schlafmitteln werden ebenso Präparate mit synthetisch hergestellten, chemischen Wirksubstanzen gezielt eingesetzt. Pflanzliche Schlafmittel beinhalten natürliche Stoffe aus Pflanzenextrakten.

Hinter der großen Gruppe der künstlich hergestellten Schlafmittel verbergen sich die sogenannten benzodiazepin- oder nicht benzodiazepinhaltigen Medikamente. Neben diesen Möglichkeiten werden in der pharmazeutischen Industrie Schlafmittel angeboten, die Abkömmlinge von Barbituraten und Antihistaminika beinhalten. Als Schlafmittel spielen Barbiturate heute allerdings keine Rolle mehr: Der Abstand zwischen wirksamer und lebensgefährlicher Menge ist zu gering, und sie machen rasch abhängig. Die sedierenden Antihistaminika mit Wirkstoffen wie Doxylamin oder Diphenhydramin stammen dagegen aus der Allergiebehandlung und werden wegen ihrer müde machenden Nebenwirkung als Schlafmittel verwendet.

Auf Grund der deutlich stärkeren Nebenwirkungen und intensiveren schlaffördernden Effekte auf den Organismus, die zugleich von der Gefahr einer Abhängigkeit durch suchtfördernde Nebenwirkungen begleitet sind, werden die meisten chemisch-synthetischen Schlafmittel ausschließlich auf Rezept abgegeben. Ausgenommen sind die sedierenden Antihistaminika, die in der Apotheke auch ohne Rezept erhältlich sind – frei von Nebenwirkungen sind aber auch sie nicht.

Eine recht moderne Kategorie unter den künstlichen chemischen Schlafmitteln sind die Nicht-Benzodiazepine, die sogenannten Z-Substanzen mit Wirkstoffen wie Zolpidem und Zopiclon. Sie greifen an derselben Bindungsstelle an wie die Benzodiazepine, wirken dort aber gezielter, und sie galten lange als deutlich weniger abhängigkeitserzeugend – auch deshalb werden sie heute häufiger verordnet als benzodiazepinhaltige Hypnotika. Diese Annahme gilt inzwischen als widerlegt: Auch unter Z-Substanzen entwickeln sich Gewöhnung und Abhängigkeit, und beide Gruppen erhöhen bei älteren Menschen die Sturzgefahr.


Risiken & Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen von Schlafmitteln hängen davon ab, welche Klasse der Schlafmittel eingenommen wird. Auch pflanzliche und natürliche Schlafmittel sind nicht nebenwirkungsfrei: Sie können Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder allergische Hautreaktionen auslösen, und ihre müde machende Wirkung kann bis in den nächsten Tag hineinreichen. Bekannte Nebenwirkungen künstlicher chemischer Hypnotika können Schwindelgefühl und Kopfschmerzen, Störungen der Koordinationsfähigkeit, der Feinmotorik und des Gleichgewichtssinns sowie Tagesmüdigkeit sein.

Viele Patienten klagen darüber hinaus über Gedächtnislücken sowie Unwohlsein. Typische Nebenwirkungen bei benzodiazepinhaltigen Hypnotika können die Entwicklung einer Abhängigkeit und ein Medikamentenmissbrauch sein. Dies beruht hauptsächlich darauf, dass Schlafmittel auf Benzodiazepinbasis ein Suchtverlangen auslösen können.

Bei einer längeren Einnahme dieser Schlafmittel ist damit zu rechnen, dass sich die Schlafphasen derart verschieben, dass eine Störung des natürlichen Schlafes vorliegt. Benzodiazepine und Z-Substanzen verkürzen vor allem den Tiefschlaf und den Traumschlaf; der Schlaf wird länger, aber nicht unbedingt erholsamer. Wird ein solches Mittel nach längerer Anwendung weggelassen, tritt häufig eine sogenannte Rebound-Insomnie auf: Die Schlaflosigkeit kehrt für einige Nächte verstärkt zurück. Das wird leicht als Beweis dafür missverstanden, dass das Medikament weiterhin nötig sei, und ist einer der Wege in eine Dauereinnahme.

Ein besonderes Risiko besteht im höheren Lebensalter. Beruhigende Schlafmittel werden im Alter langsamer abgebaut, wirken deshalb länger und erhöhen die Gefahr von Stürzen, Verwirrtheit und Gedächtnisstörungen. Die PRISCUS-Liste, ein Verzeichnis für ältere Menschen potenziell ungeeigneter Arzneimittel, führt Benzodiazepine und Z-Substanzen aus diesem Grund auf und nennt jeweils Ausweichmöglichkeiten.

Erwünschte Begleiteffekte der Benzodiazepine sind ihre beruhigende, muskelentspannende und angstlösende Wirkung. Bei älteren Menschen erhöht gerade die muskelentspannende Wirkung allerdings die Gefahr von Stürzen und Knochenbrüchen.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung verschreibungspflichtiger Schlafmittel sollte unter strenger medizinischer Aufsicht erfolgen, da die Dosierung präzise auf die individuellen Bedürfnisse und den Gesundheitszustand des Patienten abgestimmt sein muss. Die gängigsten Schlafmittel sind für die kurzfristige Anwendung gedacht, in der Regel für wenige Wochen. Ein längerer Gebrauch kann zu Gewöhnung, Abhängigkeit und Entzugssymptomen führen; wie lange ein Mittel eingenommen wird, legt die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt fest.

Bei der Anwendung von Schlafmitteln ist es wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen, insbesondere in Bezug auf die Dosierung und die Dauer der Anwendung. Wird ein solches Mittel eingenommen, ohne dass anschließend Zeit für eine ungestörte, vollständige Nachtruhe bleibt, steigt das Risiko von Restwirkungen am nächsten Tag – von Schläfrigkeit und einer beeinträchtigten Reaktionsfähigkeit.

In Bezug auf die Sicherheit ist die Gefahr von Nebenwirkungen, Überdosierung und Interaktionen mit anderen Medikamenten oder Alkohol besonders zu beachten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und langfristig auch Gedächtnisprobleme.

Die Herstellung von Schlafmitteln unterliegt strengen Qualitätskontrollen, die sicherstellen sollen, dass jedes Medikament sicher, wirksam und frei von Verunreinigungen ist.

Dies umfasst regelmäßige Inspektionen und Überprüfungen der Produktionsstätten durch Gesundheitsbehörden wie das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) in Deutschland. Hersteller müssen auch nachweisen, dass jedes produzierte Medikament konsistent in Qualität und Dosierung ist und strenge Richtlinien für Lagerung und Transport einhalten, um die Wirksamkeit des Medikaments zu bewahren.

Alternativen

Neben herkömmlichen pharmazeutischen Schlafmitteln gibt es eine Vielzahl alternativer Therapien und Medikamente, die helfen können, Schlafprobleme zu bewältigen. Eine häufige Alternative sind pflanzliche Präparate und natürliche Supplemente.

Zum Beispiel wird Melatonin, ein Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert, oft als Nahrungsergänzungsmittel verwendet, um den Schlaf zu fördern, insbesondere bei Jetlag und Schichtarbeit. Rechtlich sind das zwei verschiedene Dinge: Als Arzneimittel ist Melatonin zugelassen und in seiner Wirksamkeit geprüft, als Nahrungsergänzungsmittel wird es lediglich angemeldet und ohne Wirksamkeitsprüfung verkauft. Pflanzliche Heilmittel wie Baldrianwurzel, Passionsblume und Hopfen sind ebenfalls populär, da sie beruhigende Eigenschaften besitzen und helfen können, leichter einzuschlafen.

Unabhängig vom gewählten Präparat gehören zur Behandlung die Maßnahmen der Schlafhygiene: regelmäßige Zubettgeh- und Aufstehzeiten, ein dunkles, kühles und ruhiges Schlafzimmer, Zurückhaltung bei Koffein und Alkohol am Abend sowie der Verzicht auf helle Bildschirme in den letzten Stunden vor dem Schlafengehen. Auch das Bett wird in diesem Zusammenhang als Ort betrachtet, der mit Schlaf verknüpft bleiben soll und nicht mit Arbeiten oder Fernsehen.

Eine weitere wichtige Alternative sind nicht-medikamentöse Therapien. Die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I) ist eine besonders wirksame Behandlung, die darauf abzielt, die Gedanken und Verhaltensweisen, die den Schlaf stören, zu identifizieren und zu modifizieren. CBT-I beinhaltet Techniken wie Schlafhygiene-Training, Entspannungstechniken, Stimuluskontrolle und Schlafrestriktion.

Entspannungstechniken wie Meditation, Achtsamkeit, progressive Muskelentspannung und Atemübungen können ebenfalls dazu beitragen, den Körper und Geist zu beruhigen und so das Einschlafen zu erleichtern. Diese Methoden können allein oder in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt werden.

Im Vergleich zu pharmazeutischen Schlafmitteln bieten diese Alternativen den Vorteil, dass sie weniger Nebenwirkungen haben und das Risiko einer Abhängigkeit verringern. Bei schwereren Formen von Schlafstörungen können die pflanzlichen Präparate allerdings zu schwach sein. Für die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie gilt das nicht: Sie wirkt auch bei ausgeprägten chronischen Schlafstörungen und ist den Medikamenten auf lange Sicht überlegen. Eine individuelle Bewertung durch einen Facharzt ist entscheidend, um die geeignetste Methode oder Kombination von Behandlungen für jeden Patienten zu bestimmen.

Forschung & Zukunft

Die Forschung zu Schlafmitteln entwickelt sich stetig weiter, mit dem Ziel, wirksamere und sicherere Behandlungen für Schlafstörungen anzubieten. Aktuelle Trends konzentrieren sich auf die Entwicklung von Medikamenten, die gezielter und mit weniger Nebenwirkungen wirken. Hier sind einige Schlüsselbereiche der aktuellen Forschung:

1. Orexin-Rezeptor-Antagonisten: Eine der vielversprechendsten Entwicklungen in der Schlafmedizin sind Orexin-Rezeptor-Antagonisten. Orexine sind Neurotransmitter, die eine zentrale Rolle bei der Regulierung der Wachheit spielen. Durch die Blockierung dieser Rezeptoren können diese Medikamente helfen, den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus zu unterstützen. Suvorexant ist in den USA und in Japan für die Behandlung der Insomnie zugelassen; in der Europäischen Union steht seit 2022 mit Daridorexant ein Wirkstoff aus dieser Gruppe zur Verfügung. Sie zeigen, wie zielgerichtete Therapien helfen können, ohne die typischen Nebenwirkungen älterer Schlafmittel.

2. Melatonin-Rezeptor-Agonisten: Diese Kategorie von Medikamenten ahmt die Wirkung von Melatonin nach, einem Hormon, das den natürlichen Schlafzyklus reguliert. Ramelteon ist ein Beispiel für einen Melatonin-Rezeptor-Agonisten, der speziell zur Behandlung von Schlaflosigkeit mit Schwierigkeiten beim Einschlafen eingesetzt wird. In der Europäischen Union ist Ramelteon nicht zugelassen; hier wird stattdessen Melatonin in retardierter Form verordnet.

3. Verbesserung der Schlafhygiene und kognitive Verhaltenstherapie: Neben pharmakologischen Ansätzen gibt es auch verstärktes Interesse an integrativen Ansätzen. Die Forschung zeigt, dass die Kombination aus Verbesserung der Schlafhygiene, Verhaltenstherapie und gegebenenfalls Medikamenten zu einer effektiveren Behandlung führen kann.

4. Digitale Programme gegen Schlafstörungen: Da geschulte Behandlungsplätze für die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie knapp sind, werden deren Bestandteile zunehmend als digitale Anwendung angeboten. In Deutschland können solche Programme als digitale Gesundheitsanwendung geprüft und verordnet werden. Untersucht wird, ob sie die persönliche Therapie in ihrer Wirkung erreichen.

5. Genetische und personalisierte Medizin: Die Forschung versucht auch, individuelle genetische Unterschiede zu verstehen, die beeinflussen, wie Menschen auf verschiedene Schlafmittel reagieren. Dies könnte zu personalisierten Behandlungsplänen führen, die auf die spezifischen Bedürfnisse eines Individuums zugeschnitten sind.

Diese Trends spiegeln das Bestreben wider, die Behandlung von Schlafstörungen sicherer und effektiver zu machen, indem man die zugrundeliegenden biologischen Prozesse besser versteht und adressiert.

Quellen

  • Stuck, B., Heidbreder, A., Maurer, J. T., et al.: Praxis der Schlafmedizin.
    ISBN: 9783662700303
  • Laux, G., Dietmaier, O.: Praktische Psychopharmakotherapie.
    ISBN: 9783437213229
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Falkai, P., Laux, G., Kapfhammer, H.-P., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
    ISBN: 9783662741702
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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