Staphylococcus aureus

Eine Art von Bakterien hat sich wie keine andere Art von Bakterien einen Namen in der Behandlung von Krankheiten und Resistenzen gegen Antibiotika gemacht: Der Staphylococcus aureus. Dieser Keim ist bei den meisten Menschen ein ganzes Leben lang auf den Schleimhäuten anzutreffen als ein harmloser Hautbesiedler. Doch wenn ein geschwächtes Immunsystem und viele von diesem Keim erlebte Antibiotikatherapien zusammen kommen, kann dieses Bakterium zu einer Herausforderung bis an die Grenzen der Medizin werden.

Was ist Staphylococcus aureus?

Das Bakterium Staphylococcus aureus zeigt sich unter dem Mikroskop ein kugelförmiges Bakterium mit einer dicken im Gram-Test anfärbbaren Zellwand. Häufig in einer Traubenform angeordnet, ist dieses Bakterium dafür bekannt, sich selten aktiv zu bewegen und keine Sporen zum besseren überstehen von harten äußeren Bedingungen zu bilden.

Es misst knapp einen Mikrometer an Länge und ist beinahe überall in der Natur anzutreffen, beim Menschen auf der Hautoberfläche und bei mehr als drei Viertel aller Menschen auch in den oberen Atemwegen. Unter normalen Bedingungen vermag dieses Bakterium alleine keine Krankheitssymptome auszulösen.

Unbemerkt bildet der Staphylococcus aureus zusammen mit anderen Bakterien einen Schutzschirm auf der Haut des Menschen und hat dabei die Funktion, keinen Platz zum Ansiedeln von gefährlicheren Stämmen von Bakterien auf der Haut zu lassen.

Bedeutung & Funktion

Dieser Schutzschirm von Bakterien zählt zu einen der wichtigsten Systeme zur Abwehr von Krankheitserregern im menschlichen Körper. Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers kann sich zwar in den meisten Fällen gut zur Wehr setzen gegen Krankheitserregern aller Art.

Die meisten möglichen Krankheitserreger werden jedoch durch die natürlichen Schutzbarrieren an der Haut des Menschen abgewehrt. Ohne eine funktionierende Haut als Schutzhülle gegen die Bakterien könnte sich das Abwehrsystem des Körpers sich nicht erfolgreich gegen eine Invasion an Bakterien aller Art verteidigen. Die Hautoberfläche zählt damit zu den wichtigsten Bestandteilen des Abwehrsystems gegen Krankheitserreger.

Wenn die Haut zu stark gewaschen oder sogar gründlich desinfiziert wird, kann dieser Schutzfilm von Bakterien zu stark ausgedünnt werden. Als Folge können sich dann andere Arten von Bakterien auf der Haut ansiedeln und leichter in den Körper eindringen und so schwere Krankheiten verursachen.

Auch bei lebensfeindlichen Umweltbedingungen kann der Staphylococcus aureus über längere Zeit am Leben bleiben. Erst ab Temperaturen über 60 Grad Celsius reichen aus, um den Staphylococcus aureus abzutöten. In einer trockenen Umgebung überlebt das Bakterium häufig mehrere Monate lang. Durch seine Fähigkeit, auch in säurereichen Umgebungen zu überleben, kann dieser Krankheitserreger auch die Passage durch den Magen überstehen. Es sind vor allem diese Eigenschaften zum Überleben in ungünstigen Umgebungen, die diesen Staphylococcus aureus zu einem in den Krankenhäusern weit verbreiteten Bakterium machen.

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Krankheiten

In den meisten Fällen kann der Staphylococcus aureus keine Anzeichen einer Erkrankung auslösen. So kann dieses Bakterium das ganze Leben des Menschen lang die Schleimhäute und die Haut besiedeln, ohne für den Menschen bemerkbar zu sein.

Wenn der Keim durch günstige Umstände eine Gelegenheit bekommt, in direkt in das Innere des Körpers zu gelangen, kann dieser Keim zu bestimmten Erkrankungen führen. Dies kann etwa bei einer abgeschwächten Immunabwehr, der Zuckerkrankheit, Schäden an der Haut wie bei der Schuppenflechte oder der Neurodermitis oder auch bei Hautverletzungen wie durch Unfälle, Operationen oder die Einlage von Kathetern der Fall sein.

Häufig kann der Staphylococcus aureus in diesen Fällen Hautentzündungen wie Furunkel und Karbunkel oder Muskelerkrankungen wie die Pyomyositis hervorrufen. In einigen Fällen kann das Bakterium jedoch auch lebensbedrohlichen Krankheiten wie eine Blutvergiftung, Lungenentzündung, das sogenannte Toxische Syndrom (TTS) oder Endokarditis hervorrufen.

Wegen der langen Überlebenszeit des Bakteriums kann der Staphylococcus aureus schnell Resistenzen entwickeln. Wenn der Keim mehrere Resistenzen erworben hat, sind diese Keime sind sie besonders schwer zu behandeln, da sie auf weniger und weniger Antibiotika empfindlich reagieren. Diese wenigen Antibiotika können jedoch oft ein ungünstiges Wirkungsprofil haben.

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 7. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Silbersurfer45 kommentierte am 01.11.2015

im August dieses Jahres kam ich mit einer Sepsis ins Krankenhaus. 41 Grad Fieber und fürchterliche Schmerzen in der linken Gesäßhälfte machten mir das Leben schwer. Im ersten Krankenhaus wurde das Bakterium Staphylococcus aureus als ursächlich für den Abszess (2x3cm) im Muskel der linken Leiste festgestellt. Hier wurde ich mit Antibiotika und zweimaliger Punktion, CT-gesteuert, behandelt und nach drei Wochen mit der Option auf eine Anschlußheilbehandlung entlassen. Auf meine Frage, warum sie nicht operieren, hieß es, dass es nicht möglich ist. Nichts Gutes ahnend veranlasste ich meinen Hausarzt zwei Tage später, mich in ein anderes Krankenhaus einzuweisen.
Diagnose: Abszess M. Iliacus links,
bakterielle Sarkoiliitis links. Wie ist es möglich dass sich dieser Keim so entwickeln konnte?

Patient XY kommentierte am 06.09.2016

Eine leicht gespannte, glänzende und scheinbar verdünnte Haut mit leicht braunen Verfärbungen an den Rändern, verbunden mit starkem Juckreiz, veranlasste mich, einen Hautarzt aufzusuchen. Der etwa Zwei-Euro-Münzen große Fleck befand sich auf der Vorderseite des rechten Schienbeins.

Der Hautarzt gab mir eine Clotrimazol-haltige Creme und sagte es könne mehrere Wochen dauern. Ich trug die Creme wochenlang auf, bis sich ähnliche Symptome an beiden Armen und am Bauch zeigten. Sowohl die am Schienbein, als auch die neu betroffenen Stellen vergrößerten sich und der Juckreiz wurde unerträglich. Erneut beim Hautarzt, stellte sich dieser dumm und sagte, daß wir es mit Cortison versuchen könnten. Auf meine Frage, ob es nicht Staphylokokken sein könnten, war die Antwort, dass er hier der Artzt sei. Da ich schon ähnlich inkompetente Hautärzte zuvor bei anderen Beschwerden erlebt hatte, wusste ich nicht wohin und habe einige Tips aus dem Internet befolgt.
Korianderöl, Kokosnussöl, Eukalyptusöl und zum Ende Honig.
Entgegen des Rates meines Hausarztes, den ich als einzigen noch aufgesucht habe, trug ich den Naturhonig unverdünnt auf die Hautareale. Das Ergebnis war eine äußerst extreme Hautreaktion mit austretenden klebrigen, honigfarbenen Sekreten und ungekannten Schmerzen. In der Not besuchte ich einen anderen bekannten und bereits zuvor nicht hilfreichen Hautarzt, der ohne sich Zeit für die Vorgeschichte zu nehmen, mir Cortisontabletten verschrieb, die ich auch anfangs dankbar annahm, da diese die Schmerzen linderten.
Ich fasse mich kurz: Geholfen hat eine UVC-Lampe aus einem Aquariumshop, mit der ich alle befallenen Areale nach Gutdünken bestrahlt habe. Ein heftiger Sonnenbrand mit massiver Hautablösung und eigenen Schmerzen begann, doch die neu erscheinende Haut war einwandfrei. Alle oberflächlich infizierten Hautstellen verheilten einwandfrei, doch das Schienbein hatte ich mir schon wundgekratzt und es war bereits geschwollen. Bis dahin waren vier Monate vergangen, in der ich hilflos mich selbst medikamentieren musste. Einen Termin, aufgrund ausgestellter Überweisung zur Hautklinik, vom clotrimazolverschreibenden Hautarzt, lag nun an. Ich dachte damals nicht, dass ich, bei so langer Wartezeit auf einen Termin, sage und und schreibe vier oder fünf Monate, diesen überhaupt nutzen würde. Am Ende stand die Diagnose Staphylokokkus aureus.