Vitamin-D-Mangel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 31. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Mangel an Nährstoffen ist bei einer ungesunden und stressreichen Lebensweise nicht selten. Weit verbreitet ist auch in Ländern mit einem reichhaltigen Nahrungsangebot eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D; von einem Vitamin-D-Mangel spricht man erst bei deutlich zu niedrigen Blutwerten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vitamin-D-Mangel?

Ein Mangel an Vitamin D liegt dann vor, wenn der Bedarf des Körpers an diesem Vitamin nicht ausreichend gedeckt ist. Feststellbar ist ein Mangel über die Blutwerte. Normal ist eine Konzentration der Speicherform des D-Vitamins (25-Hydroxy-Vitamin-D) im Blut eines erwachsenen Menschen von 20 bis 60 ng/ml (jedenfalls im Sommer sollten diese Werte ohne Supplementierung erreicht werden). Werte unter 20 ng/ml gelten als unzureichend, Werte unter 12 ng/ml als Vitamin-D-Mangel.

Ursachen

Bei den meisten Menschen ist die Konzentration des Vitamin D im Blut geringer als der empfohlene Wert von 20 ng/ml bzw. 50 nmol/l. Besonders risikoreich sind die Wintermonate, da das Vitamin D durch Sonnenbestrahlung im Körper gebildet wird. Gerade in der dunklen Jahreszeit kann es leicht zu einem Mangel an Vitamin D kommen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Vitamin D Mangel
Zu den typischen Symptomen und Beschwerden eines Mangels an dem so genannten „Sonnenvitamin“ D gehören Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Muskelzucken.
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Die Ursache für einen Mangel an Vitamin D liegt in einer ungenügenden Zufuhr beziehungsweise Bildung des Vitamins. Das wiederum kann durch verschiedene Faktoren bedingt sein. Zuerst ist als Ursache ein Mangel an Tageslicht zu nennen. Denn die Bildung des Vitamin D im Körper wird angeregt, wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Wer im Sommer einen Sonnenblocker verwendet und keine UV-Strahlung an die Haut heranlässt, wer dunkle Haut hat und wer seinen Körper stark bedeckt, der hat ein höheres Risiko, an einem Mangel des Vitamin D zu leiden. Auch im Winter, wenn naturgemäß weniger Sonnenlicht zur Verfügung steht, leiden viele Menschen an Vitamin-D-Mangel. Des Weiteren kommt es zu einem Mangel, wenn zu wenig Vitamin D mit der Nahrung aufgenommen wird oder wenn der Körper das aufgenommene Vitamin D nicht verwerten kann, etwa bei einer Zöliakie, auch Sprue genannt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zu den typischen Symptomen und Beschwerden eines Mangels an dem so genannten „Sonnenvitamin“ D gehören Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und Muskelzucken. Ob der so genannten Winterdepression ein Mangel an Vitamin D zugrunde liegt, ist umstritten; ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt. Es können auch Schlafstörungen hinzukommen sowie Schmerzen in den Knochen und in den Füßen. Die Knochen können brüchig werden, es kann zu Rückenschmerzen und Verformungen der Wirbelkörper kommen.

Denn wenn ein Vitamin-D-Mangel vorliegt, kann das Kalzium aus der Nahrung nicht mehr ausreichend in die Knochen eingebaut werden. Durch die schlechtere Einlagerung des Kalziums in den Knochen kommt es zu einer Erweichung der Knochen, einer so genannten Osteomalazie. Bei Kindern kommt es zu einer Rachitis, einer Verformung am Kopf, an der Wirbelsäule und an den Beinen.

Auch die Anfälligkeit für Infekte wird durch einen Vitaminmangel steigen. Ebenso kann es zum vermehrten Auftreten allergischer Reaktionen kommen. Die Anfälligkeit für Heuschnupfen, Asthma und Nesselsucht (Urticaria) etwa kann durch einen Mangel an Vitamin D erhöht sein, außerdem kann es zu Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, insbesondere Herzmuskelschwäche kommen.

Die Gefahr, an Autoimmunerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Thyreoiditis sowie an Krebs (hier wäre vor allem Brustkrebs zu nennen) zu leiden, nimmt zu. Bei Schwangeren kann es zu massiven Schäden des ungeborenen Kindes kommen, weil sich die Knochen und auch das Gehirn des Fötus durch den Mangel nicht optimal entwickeln können. Auch Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis) und Diabetes werden durch einen Mangel an Vitamin D begünstigt. Gesichert sind als Folgen eines Vitamin-D-Mangels allerdings vor allem die Knochenerkrankungen Rachitis und Osteomalazie. Die übrigen hier genannten Zusammenhänge stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien: Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Werten erkranken daran häufiger, ein ursächlicher Zusammenhang ist damit aber nicht bewiesen. Studien, in denen Vitamin D vorbeugend gegeben wurde, konnten Krebs, Diabetes oder Autoimmunerkrankungen bisher nicht verhindern.

Wenn anhand bestimmter Anzeichen ein Verdacht auf einen Mangel an Vitamin D besteht, kann ein Bluttest die Diagnose absichern. Bei einem weiteren Verlauf eines Mangels kann es zu bleibenden Schäden am Skelett kommen. Für einen ursächlichen Zusammenhang mit Tumorerkrankungen, Schizophrenie oder Depressionen gibt es dagegen keine gesicherten Belege.

Komplikationen

Ein Vitamin-D-Mangel belastet den Körper schon nach kurzer Zeit. Der Betroffene leidet dann unter anderem unter Konzentrationsstörungen, Beschwerden des Herz-Kreislaufsystems und/oder an Muskelschmerzen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Haarausfall, Schlafstörungen und Nervosität. Ernste Komplikationen treten auf, wenn der Vitamin-D-Mangel nicht behoben wird.

Dann entstehen bleibende Schäden am Skelett. Häufig berichtete Beschwerden wie Stimmungsschwankungen oder eine gedrückte Stimmung lassen sich dagegen nicht zweifelsfrei auf den Mangel zurückführen. In schweren Fällen kann ein Vitamin-D-Mangel den Kalziumspiegel im Blut so weit senken, dass Muskelkrämpfe (Tetanie) und epileptische Anfälle auftreten, die für den Betroffenen auch mit einer akuten Verletzungsgefahr und etwaigen Schockreaktionen verbunden sind. Für Erkrankungen wie Asthma, Multiple Sklerose und Krebs wird ein Zusammenhang mit niedrigen Vitamin-D-Werten diskutiert; als gesicherte Folgeerkrankungen gelten sie nicht.

Ein Vitamin-D-Mangel scheint außerdem die Entstehung von Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen und Alzheimer zu begünstigen. Bei Kindern kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Bei Kleinkindern kommt es infolge eines Mangels zu Veränderungen des Skelettsystems (Rachitis), die mit Fehlstellungen und anderen Komplikationen einhergehen.

Werden Vitamin-Präparate überdosiert, kann es im Rahmen der Behandlung zu einer Vergiftung kommen. Einige Ergänzungsmittel enthalten zudem Zusatzstoffe, die Allergien und Symptome einer Unverträglichkeit hervorrufen können. Bei einer intravenösen Vitamin-D-Gabe besteht das Risiko von Verletzungen, Infektionen und Blutungen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die unter einem Vitaminmangel leiden, können durch die Umstellung ihrer Lebensweise häufig selbst eine Linderung der Beschwerden erwirken. Insbesondere im Anfangsstadium der Mangelerscheinung kann durch die Maßnahmen der Selbsthilfe ein notwendiger Ausgleich zur Beseitigung des Ungleichgewichts stattfinden. Die Aufnahme der Nahrungsmittel, ausreichende Bewegung im Freien sowie ein gesunder Lebenswandel können zu einer Genesung beitragen.

Bei einem Vitamin-D-Mangel ist die ausreichende Zufuhr von Tageslicht besonders wichtig. Aus diesem Grund sollten Aufenthalte an frischer Luft täglich stattfinden. Bei den ersten Anzeichen von Schlafstörungen, Rückenbeschwerden, Niedergeschlagenheit oder einem allgemeinen Unwohlsein ist zu prüfen, ob der Tagesablauf optimiert ist für die Bedürfnisse des Organismus.

Die Aufnahme der Lebensmittel sollte auf ihre Inhaltsstoffe überprüft und die Art der Zubereitung kontrolliert werden. Wichtig ist die Zufuhr von frischen Nahrungsmitteln. Halten die Beschwerden über eine längere Zeit an oder zeigt sich ein zunehmender Charakter der gesundheitlichen Unregelmäßigkeiten, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt initiiert werden. Bei Schmerzen, emotionalen Problemen oder wiederholtem Muskelzucken ist eine Untersuchung anzuraten.

Stimmungsschwankungen, eine erhöhte Anzahl von Erkrankungen, Störungen des Herzrhythmus sowie ein Krankheitsgefühl weisen auf eine gesundheitliche Störung hin. Zur Abklärung der Beschwerden ist ein Arztbesuch anzuraten. Über einen Bluttest kann das Ausmaß des Vitaminmangels erfasst werden. Kommt es zu einem Krampfanfall, handelt es sich um einen Notfall: Angehörige oder Ersthelfer alarmieren dann sofort über die Notrufnummer 112 den Rettungsdienst. Außerhalb der Sprechzeiten ist für weniger dringende Fälle der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 erreichbar.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Vitamin-D-Mangels ist ziemlich einfach. Zunächst kann versucht werden, den Körper einer intensiveren Sonnenlichtbestrahlung auszusetzen. Wenn das (etwa aufgrund einer Sonnenlichtallergie oder besonderen Lichtempfindlichkeit) nicht sinnvoll möglich sein sollte, können verstärkt Lebensmittel verwendet werden, die einen besonders hohen Gehalt an Vitamin D aufweisen. Als Ersatz für das Sonnenlicht ist ein Solarium nicht geeignet: Das Bundesamt für Strahlenschutz und die Weltgesundheitsorganisation raten von künstlichem UV-Licht ab, weil Solarien das Hautkrebsrisiko erhöhen, ohne die Vitamin-D-Versorgung verlässlich zu verbessern. Minderjährigen ist die Nutzung in Sonnenstudios und ähnlichen Einrichtungen in Deutschland ohnehin gesetzlich verboten.

Hierzu gehören Lebensmittel wie Eier, Innereien (vor allem Leber vom Rind und Geflügel), fettreiche Fische, Pilze (vor allem Champignons) und Käse. Schwangere sollten auf Leber und andere Innereien allerdings verzichten: Deren hoher Vitamin-A-Gehalt kann das ungeborene Kind schädigen. Hilfsweise kann der Mangel des D-Vitamins auch durch geeignete Präparate aus der Drogerie oder Apotheke ausgeglichen werden, etwa in Form eines Multivitaminpräparates oder eines Monopräparates mit Vitamin D. Bei bereits bestehendem Mangel sollte auf ein höher dosiertes Präparat, nach Absprache mit dem Arzt, zurückgegriffen werden.


Vorbeugung

Um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, sollte auf einen regelmäßigen Aufenthalt an der frischen Luft bei Tageslicht geachtet werden. Im Sommer genügen bereits einige Minuten mit unbedecktem Gesicht sowie unbedeckten Händen und Armen, um die Bildung von Vitamin D über die Haut zu unterstützen; ein Sonnenbrand ist dabei unbedingt zu vermeiden. Im Winter sollte vorwiegend auf solche Lebensmittel zurückgegriffen werden, die einen besonders hohen Gehalt an Vitamin D aufweisen.

Vor allem im Alter und in der Schwangerschaft sollte auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D geachtet werden. Schwangere decken ihren Bedarf dabei nicht über Leber und Lebertran; ob und in welcher Höhe ein Präparat sinnvoll ist, klärt die Frauenärztin oder der Frauenarzt. Auch Frauen in den Wechseljahren können besonders von einer ausreichenden Zufuhr profitieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Schätzwert für Erwachsene 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag für den Fall, dass der Körper selbst kein Vitamin D bildet; das entspricht 800 Internationalen Einheiten (i. E.).

Nachsorge

Eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung ist in unseren relativ sonnenarmen Breiten sehr häufig, kann aber in vielen Fällen bereits durch ausreichenden Aufenthalt im Freien ausgeglichen werden. Betroffene sollten mehrmals in der Woche Zeit an der frischen Luft verbringen, damit der Körper mithilfe des Sonnenlichtes ausreichend Vitamin D bilden kann. Dabei sollten mindestens 20 Prozent der Körperfläche der Sonne ausgesetzt werden.

Sonnencremes behindern die Aufnahme des UV-Lichtes, das die Vitamin-D-Produktion in Gang setzt. Allerdings sollte man sich natürlich auch nicht zu lange ungeschützt der Sonneneinstrahlung aussetzen, 15 bis 20 Minuten sind meist schon ausreichend. Tageslichtlampen geben in der Regel keine UV-B-Strahlung ab und regen die Vitamin-D-Bildung deshalb nicht an; sie können lediglich Stimmungstiefs in der dunklen Jahreszeit lindern.

Gerade in den sonnenarmen Monaten empfiehlt sich eine entsprechende Ernährung, um dem Körper ausreichend Vitamin D zur Verfügung zu stellen. Über die Nahrung können bis zu 20 Prozent des täglichen Bedarfs gedeckt werden. Fettreiche Lebensmittel wie Hering, Makrele, Lachs, Thunfisch, Rotbarsch, Leber (für Schwangere nicht geeignet), Eigelb, Butter, Sahne, sowie auch Champignons, Steinpilze und Pfifferlinge tragen zur Vitamin-D-Versorgung bei.

Sollte trotz aller Bemühungen der Mangel an Vitamin D weiterbestehen, müssen in Absprache mit einem Arzt die Speicher langfristig aufgefüllt werden. Dabei helfen freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel oder ärztlich verordnete und besonders hoch dosierte Produkte aus der Apotheke.

Das können Sie selbst tun

Ein Vitamin-D-Mangel kann oft bereits durch ausreichend Bewegung an der frischen Luft ausgeglichen werden. Betroffene Personen sollten drei- bis fünfmal pro Woche Zeit an der Sonne verbringen, damit der Körper ausreichend Vitamin D bilden kann. Hierbei sollten mindestens 15 bis 20 Prozent der Körperfläche der Sonne ausgesetzt werden. Eine Tageslichtlampe ersetzt den Aufenthalt im Freien nicht, weil sie keine UV-B-Strahlung abgibt. In den Sommermonaten sollte die Bewegung an der Sonne auf 15 bis 20 Minuten beschränkt werden, um einen Sonnenbrand zu vermeiden.

Sonnenöl und Sonnencreme hemmen die Bildung von Vitamin D in der Haut. In sonnenarmen Monaten empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung. Die Ernährung sollte reich an Eiern, Fischöl und Lebertran sein. Schwangere verzichten allerdings auf Lebertran und Leber, weil der darin enthaltene hohe Vitamin-A-Gehalt dem ungeborenen Kind schaden kann. Außerdem bieten sich Emmentaler, Speisequark, Ziegenmilch und andere Milchprodukte sowie verschiedene Fische und Meerestiere wie Austern, Hering oder Lachs an.

Sollten die Anzeichen des Vitamin-D-Mangels bestehen bleiben, muss in jedem Fall der Allgemeinarzt oder ein Internist konsultiert werden. Die einzelnen Symptome wie Schwindel oder Müdigkeit können kurzfristig durch Schlaf und Ruhe gelindert werden. Langfristig müssen bei einem Vitamin-D-Mangel die körpereigenen Vitamin-D-Speicher aufgefüllt werden.

Quellen

  • Biesalski, H. K., Bischoff, S. C., Pirlich, M., Weimann, A. (Hrsg.): Ernährungsmedizin.
    ISBN: 9783132445956
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443471
  • Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
    ISBN: 9783662572948
  • Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132443136

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