Abciximab

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Entwickelt wurde das Präparat Abciximab von der US-amerikanischen Pharmafirma Centocor als effektives Mittel, um die Blutgerinnung zu unterbinden. Verwendet wurde das Präparat, welches ausschließlich in der klinischen Behandlung angewendet wurde, für chirurgische Eingriffe an den Arterien des Herzens und zur Vorbeugung von Herzinfarkten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Blutungen, die bis zu 36 Stunden nach Beginn der Therapie auftreten können. In Deutschland ist Abciximab seit Ende 2018 nicht mehr im Handel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Abciximab?

Abciximab
Bei Abciximab handelt es sich um einen Wirkstoff, der primär bei chirurgischen Eingriffen am Herzen verwendet wurde.

Bei Abciximab, das auch als Abximabum bezeichnet wird, handelt es sich um einen Wirkstoff, der primär bei chirurgischen Eingriffen am Herzen verwendet wurde. Er gehört in die Gruppe der Thrombozytenaggregationshemmer.

Die Basis des Präparats stellt ein immunologisch wirksames Eiweiß dar, welches die Bildung von Blutgerinnseln verhindert. Die Gerinnsel können zu einer Verklumpung des Blutes führen und dadurch die Arterien verstopfen und letztlich zum Herzinfarkt führen.

Um die Gerinnselbildung zu verhindern, bindet sich Abciximab an verschiedene Rezeptoren auf den Blutplättchen. Verwendet wurde der Wirkstoff, wenn während eines Eingriffs Komplikationen bezüglich der Durchblutung des Herzens befürchtet werden. Zudem wurde das Präparat in der Herzinfarkt-Vorbeugung verwendet.

Innerhalb der Thrombozytenaggregationshemmer bildet Abciximab zusammen mit Eptifibatid und Tirofiban die Gruppe der Glykoprotein-IIb/IIIa-Antagonisten. Chemisch unterscheiden sich die drei Substanzen erheblich voneinander: Eptifibatid ist ein kleines ringförmiges Eiweißmolekül, Tirofiban eine niedermolekulare, nicht eiweißartige Verbindung, Abciximab dagegen das Bindungsstück eines Antikörpers. Es geht auf einen ursprünglich in der Maus erzeugten Antikörper zurück, dessen artfremde Anteile später zum größten Teil durch menschliche ersetzt wurden; verwendet wird nicht das vollständige Molekül, sondern nur dessen Bindungsfragment.

Diese Bauweise erklärt mehrere Eigenheiten des Wirkstoffs: die feste und lang anhaltende Bindung an die Blutplättchen, die Möglichkeit, dass der Körper Abwehrstoffe gegen das Präparat bildet, und die ausschließliche Anwendung als Infusion, denn ein Eiweiß würde im Magen-Darm-Trakt verdaut, bevor es den Blutkreislauf erreichte.

Pharmakologische Wirkung

Blutgerinnsel entstehen im menschlichen Körper dadurch, dass sich körpereigene Eiweiße wie Fibrinogen an den Blutplättchen andocken. In einem gesunden Körper spielt dieses Protein eine wichtige Rolle: Es fördert die Blutgerinnung und trägt damit zum schnellen Verschluss einer Wunde und zur Wundheilung bei.

Bei Patienten mit Durchblutungsstörungen kann dieser Mechanismus zu Problemen führen. Denn die Blutplättchen verbinden sich dadurch miteinander und können sich an die Wände der Blutgefäße heften. Abciximab verhindert das Andocken des Proteins, indem es selbst an die Glykoprotein IIb/IIIa-Rezeptoren andockt und die Verklumpung der Blutplättchen für einen Zeitraum von bis zu 24 Stunden verhindert. Aufgrund dieser Wirkungsweise gilt Abciximab als Antagonist.

Dabei handelt es sich um Substanzen, die einen Bindungsort besetzen, ohne ihn selbst zu aktivieren. Durch ihr Vorhandensein hemmen sie andere Stoffe jedoch in der Entfaltung ihrer Wirkung. Wird Abciximab intravenös verabreicht, bindet es sich innerhalb von zehn bis 30 Minuten an die Blutplättchen. Der Wirkstoff zählt damit zu den schnell wirkenden Präparaten.

Der Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptor steht am Ende der Kette, über die Blutplättchen miteinander verklumpen. Gleichgültig, ob die Plättchen durch Adenosindiphosphat, durch Thromboxan oder durch Thrombin aktiviert werden: Zusammengehalten werden sie erst, wenn Fibrinogen zwei benachbarte Rezeptoren miteinander verbrückt. Andere Hemmstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel greifen weiter vorn an und schalten jeweils nur einen einzelnen dieser Aktivierungswege aus. Abciximab setzt an der gemeinsamen Endstrecke an, weshalb die Hemmung ausgeprägter ausfällt – und mit ihr die Blutungsneigung.

Anders als die beiden übrigen Vertreter der Gruppe bindet Abciximab außerdem an zwei nah verwandte Rezeptoren, die auf Gefäßwand- und Abwehrzellen vorkommen. Dieser zusätzlichen Bindung wurden entzündungshemmende Nebeneffekte zugeschrieben, ohne dass sich daraus ein eigenständiger therapeutischer Vorteil hätte ableiten lassen.

Für den Verbleib im Körper ist entscheidend, dass der Wirkstoff kaum frei im Blut zirkuliert: Der ungebundene Anteil verschwindet rasch aus dem Plasma, während der an die Blutplättchen gebundene Anteil dort noch nachweisbar bleibt, wenn die messbare Hemmung der Plättchenfunktion bereits nachgelassen hat. Abgebaut wird der Eiweißkörper wie andere Eiweiße auch und nicht über jene Enzymsysteme der Leber, die für viele niedermolekulare Arzneistoffe zuständig sind. Zur Erholung der Plättchenfunktion trägt bei, dass das Knochenmark laufend neue, unbesetzte Blutplättchen nachliefert. Ein Gegenmittel, das die Bindung aufheben könnte, gibt es nicht; bei bedrohlichen Blutungen bleibt die Übertragung fremder Blutplättchen.

Medizinische Anwendung & Verwendung

In der Herzchirurgie wurde Abciximab bei Eingriffen verwendet, in welchen krankhaft verengte Arterien geweitet werden sollen. Das kann durch eine Ballondilatation oder durch eine Atherektomie geschehen. Hier wird ein Ballon beziehungsweise ein Katheter in die Arterie eingeführt.

Abciximab wurde verabreicht, um zu verhindern, dass sich die Blutplättchen am Fremdkörper anlagern und dadurch zur Verstopfung der Arterie führen können. Verabreicht wurde Abciximab über mindestens zwölfstündige Infusionen. Deshalb wurde das Präparat ausschließlich in Kliniken verwendet. Häufig erfolgte die Abciximab-Gabe in Kombination mit anderen Präparaten, die den Effekt unterstützen. Bewährte Kombinationen waren Abciximab in Verbindung mit Heparin oder Acetylsalicylsäure.

Vorbeugend wurde Abciximab bei Patienten eingesetzt, die unter Angina pectoris leiden und nicht anderweitig therapierbar sind. Die Patienten verspüren anfallsartig Schmerzen in der Brust. Auslöser sind Durchblutungsstörungen, die durch Engstellen in Herzkranzgefäßen ausgelöst werden. Entstanden sind die Engstellen durch Ablagerungen an den Blutgefäßen. Abciximab sollte das Risiko vermindern, dass sich diese Ablagerungen lösen und eine Arterie komplett verstopfen. Verwendet wurde das Präparat in der Herzinfarkt-Vorsorge, wenn die Betroffenen auf keine andere Therapie ansprechen. Der Wirkstoff wurde über Jahre bei Katheterbehandlungen der Herzkranzgefäße eingesetzt; Ende 2018 stellte der Hersteller den Vertrieb des einzigen Abciximab-Präparats weltweit ein, sodass die Substanz in Deutschland nicht mehr zur Verfügung steht.

Die Gruppe der Glykoprotein-IIb/IIIa-Antagonisten verlor ihren Stellenwert, weil sich die begleitende Behandlung bei Kathetereingriffen an den Herzkranzgefäßen änderte. Mit den später eingeführten, rasch und stark wirksamen Tablettenpräparaten aus der Gruppe der ADP-Rezeptor-Hemmer stand eine Plättchenhemmung zur Verfügung, die sich bereits vor dem Eingriff aufbauen ließ. Zugleich sank durch den Zugang über die Speichenarterie am Handgelenk statt über die Leistenarterie die Zahl schwerer Blutungen an der Punktionsstelle, und damit auch die Bereitschaft, ein zusätzliches Blutungsrisiko in Kauf zu nehmen.

Die Gabe eines Glykoprotein-IIb/IIIa-Antagonisten wurde dadurch immer seltener und beschränkte sich zuletzt weitgehend auf Notfälle, in denen sich während des Eingriffs ein Gerinnsel bildete oder die Vorbehandlung nicht rechtzeitig gewirkt hatte. Vor diesem Hintergrund ist die Marktrücknahme des einzigen Abciximab-Präparats zu sehen: Sie beendete keine breit genutzte Therapie, sondern eine, die in der Praxis bereits weitgehend abgelöst worden war.


Verabreichung & Dosierung

Abciximab ist ein Glykoprotein-IIb/IIIa-Rezeptorantagonist, der hauptsächlich während perkutaner koronarer Interventionen (PCI) eingesetzt wurde, um thrombotische Komplikationen zu verhindern. Auch Patienten mit akutem Koronarsyndrom, bei denen eine PCI geplant war, wurden damit behandelt. Solange das Präparat im Handel war, galt für Verabreichung und Dosierung Folgendes:

Dosierung: Die typische Verabreichung von Abciximab beginnt mit einer intravenösen Bolusinjektion, gefolgt von einer kontinuierlichen Infusion. Der initiale Bolus beträgt in der Regel 0,25 mg/kg Körpergewicht, gefolgt von einer Infusion von 0,125 µg/kg/min (maximal 10 µg/min) für 12 Stunden. Diese Dosierung kann je nach klinischer Situation des Patienten und dem Urteil des behandelnden Arztes angepasst werden.

Überwachung: Wegen des erhöhten Risikos von Blutungen ist eine sorgfältige Überwachung der Patienten während der Abciximab-Therapie entscheidend. Häufige Überprüfungen der Blutwerte, insbesondere der Thrombozytenzahl, sind notwendig, da Abciximab Thrombozytopenie verursachen kann.

Kontraindikationen: Abciximab sollte nicht bei Patienten angewendet werden, die aktuelle oder kürzliche innere Blutungen hatten, die eine schwere unkontrollierte Hypertonie aufweisen, oder bei denen eine bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Medikament oder seinen Bestandteilen besteht.

Vorsichtsmaßnahmen: Vor Beginn der Behandlung mit Abciximab sollten alle potenziellen Blutungsquellen sorgfältig untersucht und stabilisiert werden. Es ist auch ratsam, invasive Eingriffe zu vermeiden, während der Patient Abciximab erhält, um das Blutungsrisiko zu minimieren.

Die Verwendung von Abciximab erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Chirurgen und Pflegepersonal, um optimale Ergebnisse zu erzielen und das Risiko schwerwiegender Nebenwirkungen zu minimieren.

Risiken & Nebenwirkungen

Weil Abciximab die Verklumpung der Blutplättchen unterbindet, darf das Präparat keinesfalls an Patienten mit inneren Blutungen verabreicht werden. Innerhalb der ersten 36 Stunden nach Therapiebeginn treten häufig Blutungen auf.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Übelkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck, Schmerzen in Brust und Rücken, ein langsamerer Herzschlag, Fieber sowie eine Reduzierung der Zahl roter Blutkörperchen. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen, Blutungen in der Lunge, Funktionsbeeinträchtigungen der Lunge oder zu einem Eintritt von Flüssigkeiten in den Herzbeutel kommen.

Während der Schwangerschaft sollte das Präparat nur verabreicht werden, wenn dies unumgänglich ist. Es ist noch nicht bekannt, ob und wie sich der Wirkstoff auf das ungeborene Kind auswirkt.

Eine Besonderheit unter den unerwünschten Wirkungen war der plötzliche Abfall der Blutplättchenzahl, der bereits in den ersten Stunden nach Beginn der Infusion auftreten konnte. Davon zu unterscheiden war ein Laborartefakt: In der Blutprobe können die Plättchen unter dem Einfluss des im Röhrchen enthaltenen Gerinnungshemmers verklumpen und dem Zählgerät dadurch eine zu niedrige Zahl vortäuschen, ohne dass beim Patienten ein Mangel bestand. Die Unterscheidung war deshalb bedeutsam, weil sich an das eine Ergebnis eine Behandlung anschloss, an das andere nicht.

Weil Abciximab artfremde Eiweißanteile enthält, konnte der Körper überdies Abwehrstoffe gegen den Wirkstoff bilden. Bei der ersten Anwendung blieben diese meist folgenlos, sie waren aber der Grund dafür, dass eine erneute Gabe als besonders heikel galt: Sie konnte die Wirkung abschwächen, Überempfindlichkeitsreaktionen begünstigen und den Abfall der Blutplättchen verstärken.

Kontraindikationen

Abciximab, ein potenter Thrombozytenaggregationshemmer, wurde hauptsächlich bei perkutanen koronaren Interventionen (PCI) zur Prävention thrombotischer Komplikationen eingesetzt. Trotz seiner Effektivität gibt es mehrere Kontraindikationen, bei denen die Verwendung von Abciximab vermieden werden sollte, um schwerwiegende Risiken für den Patienten zu minimieren.

Aktive innere Blutungen: Patienten, die aktuell interne Blutungen erleiden, sollten kein Abciximab erhalten. Das Medikament erhöht das Blutungsrisiko erheblich, was bei bestehenden Blutungen zu schwer kontrollierbaren Situationen führen kann.

Geschichte von hämorrhagischen Ereignissen: Patienten mit einer Vorgeschichte von Schlaganfällen oder anderen hämorrhagischen Ereignissen innerhalb der letzten zwei Jahre sind ebenfalls für die Behandlung mit Abciximab ungeeignet, da das Risiko schwerer Blutungen zu hoch ist.

Schwere unkontrollierte Hypertonie: Personen mit stark erhöhtem Blutdruck, der nicht medikamentös eingestellt ist, sollten aufgrund des erhöhten Blutungsrisikos kein Abciximab erhalten.

Thrombozytopenie: Eine niedrige Thrombozytenzahl (weniger als 100.000 Zellen pro Mikroliter) ist eine weitere Kontraindikation, da Abciximab die Funktion der Thrombozyten hemmt und somit das Blutungsrisiko weiter verstärken kann.

Schwere Niereninsuffizienz: Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion sollten mit Vorsicht behandelt werden, da die Elimination des Medikaments beeinträchtigt sein könnte.

Allergische Reaktionen: Wie bei jedem Medikament, ist eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Abciximab oder einen seiner Bestandteile eine klare Kontraindikation.

Es ist wichtig, dass Ärzte die gesamte medizinische Vorgeschichte und den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten sorgfältig prüfen, bevor Abciximab verabreicht wird, um sicherzustellen, dass keine der genannten Kontraindikationen vorliegt. Die Sicherheit des Patienten hat stets höchste Priorität bei der Entscheidung für oder gegen die Verwendung dieses Medikaments.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Abciximab, ein Glykoprotein-IIb/IIIa-Inhibitor, wurde häufig in der kardiologischen Praxis verwendet, um die Thrombozytenaggregation zu hemmen, besonders während und nach perkutanen koronaren Interventionen (PCI). Die Kombination von Abciximab mit anderen Medikamenten kann jedoch das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen, insbesondere in Bezug auf Blutungen. Hier sind einige wichtige Medikamenteninteraktionen zu beachten:

Andere Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer: Die gleichzeitige Verwendung von Abciximab mit Medikamenten wie Aspirin, Clopidogrel, Heparin oder anderen gerinnungshemmenden Substanzen erhöht signifikant das Risiko von Blutungen. Diese Kombination ist zwar oft notwendig, um die Wirksamkeit der PCI zu maximieren, erfordert jedoch eine sorgfältige Überwachung und Dosisanpassung.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAIDs): NSAIDs können ebenfalls das Blutungsrisiko erhöhen. Bei gleichzeitiger Anwendung mit Abciximab sollte dies mit Vorsicht geschehen, und die Patienten sollten auf Anzeichen von gastrointestinalen Blutungen oder anderen Blutungsereignissen überwacht werden.

Antidepressiva: Einige Antidepressiva, insbesondere SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), können die Blutungsneigung erhöhen. Die Kombination dieser Medikamente mit Abciximab sollte unter strenger Beobachtung erfolgen.

Thrombolytika: Die gleichzeitige Anwendung von Thrombolytika und Abciximab kann das Blutungsrisiko weiter verstärken. Während dies in einigen kritischen klinischen Szenarien notwendig sein kann, erfordert es eine intensive Überwachung und kritische Risikoabwägung.

Es ist entscheidend, dass das medizinische Team alle Medikamente, die ein Patient einnimmt, überprüft und gegebenenfalls Anpassungen vornimmt, bevor Abciximab verabreicht wird. Die sorgfältige Überwachung des Patienten nach der Verabreichung ist unerlässlich, um potenzielle Blutungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Alternative Behandlungsmethoden

Seit der Marktrücknahme von Abciximab, und zuvor schon bei Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen, stehen verschiedene alternative Behandlungsmöglichkeiten und Wirkstoffe zur Verfügung, die in der Kardiologie zur Verhinderung von Thrombozytenaggregation und zur Unterstützung von perkutanen koronaren Interventionen (PCI) eingesetzt werden können. Diese Alternativen umfassen andere Thrombozytenaggregationshemmer sowie unterschiedliche pharmakologische Ansätze:

Eptifibatid und Tirofiban: Diese sind ebenfalls Glykoprotein-IIb/IIIa-Inhibitoren wie Abciximab, haben jedoch eine kürzere Wirkdauer und eine andere Bindungsdynamik, was sie für Patienten, die Abciximab nicht vertrugen, zu möglichen Alternativen machte. Eptifibatid und Tirofiban können das Risiko von Blutungen im Vergleich zu Abciximab möglicherweise verringern.

Clopidogrel: Dies ist ein ADP-Rezeptor-Inhibitor, der die Thrombozytenaggregation auf eine andere Weise als Abciximab hemmt. Clopidogrel wird häufig als Teil der dualen Plättchenhemmung in Kombination mit Aspirin verwendet, insbesondere nach einer PCI.

Prasugrel und Ticagrelor: Diese sind neuere Thrombozytenaggregationshemmer, die schneller und stärker wirken als Clopidogrel und können bei Patienten eingesetzt werden, die eine stärkere Hemmung der Plättchenaktivität benötigen.

Cangrelor: Ein intravenös verabreichter ADP-Rezeptor-Antagonist, der schnell wirkt und eine Alternative für Patienten darstellen kann, die eine sofortige und kurze Hemmung der Plättchenfunktion benötigen, beispielsweise während einer PCI.

Diese alternativen Wirkstoffe bieten unterschiedliche Mechanismen und Dauern der Thrombozytenhemmung, was es ermöglicht, die Therapie an die spezifischen Bedürfnisse des Patienten und die klinische Situation anzupassen. Bei der Auswahl einer Alternative sollte immer das individuelle Risikoprofil des Patienten für Blutungen und die spezifische klinische Situation berücksichtigt werden. Die Entscheidung für eine alternative Therapie sollte in enger Zusammenarbeit mit einem Kardiologen erfolgen, um die optimale Behandlung und Patientensicherheit zu gewährleisten.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783662684696
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
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  • Pinger, S.: Repetitorium Kardiologie.
    ISBN: 9783769136876
  • Barthels, M. (Hrsg.): Das Gerinnungskompendium.
    ISBN: 9783131317520

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