Alemtuzumab

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 7. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der monoklonale Antikörper Alemtuzumab bindet an bestimmte weiße Blutkörperchen (B- und T-Lymphozyten) und bewirkt deren Abbau. Während Alemtuzumab früher auch bei chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen war, wird es heute hauptsächlich bei Multipler Sklerose (MS) eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alemtuzumab?

Alemtuzumab
Während Alemtuzumab früher auch bei chronisch-lymphatischer Leukämie (CLL) zugelassen war, wird es heute hauptsächlich bei Multipler Sklerose (MS) eingesetzt.

Alemtuzumab ist ein monoklonaler Antikörper, der spezifisch an das Antigen CD52 auf der Oberfläche von Lymphozyten bindet. Bildet der menschliche Körper als natürliche Reaktion auf den Kontakt mit Krankheitserregern Antikörper, dann sind diese immer polyklonal.

Das bedeutet, die gebildeten Antikörper stammen von vielen verschiedenen Zellen und richten sich gegen unterschiedliche Epitope (Bindestellen für Antikörper). Monoklonale Antikörper werden dagegen gentechnisch hergestellt. Sie werden im Labor von Zellen einer bestimmten Zelllinie produziert.

Diese Zellklone bilden alle den exakt gleichen (monoklonalen) Antikörper, der sich nur gegen ein einzelnes, spezifisches Epitop richtet. Im Falle von Alemtuzumab ist dies das Oberflächenantigen CD52, das sich auf gesunden und malignen B- und T-Lymphozyten befindet.

Der internationale Freiname weist auf die Herkunft des Moleküls hin: Die Endung „-zumab“ kennzeichnet einen humanisierten Antikörper. Gemeint ist damit ein Antikörper, der ursprünglich in einem Tier erzeugt wurde und bei dem anschließend alle Anteile bis auf die eigentlichen Bindungsstellen durch menschliche ersetzt wurden. Dieser Umbau verfolgt zwei Ziele: Er verringert die Gefahr, dass der Körper das Molekül als fremd erkennt und unwirksam macht, und er sorgt dafür, dass die menschlichen Abwehrmechanismen mit dem gebundenen Antikörper etwas anfangen können. Vollständig menschliche Antikörper tragen dagegen die Endung „-umab“, Mischmoleküle aus tierischen und menschlichen Anteilen die Endung „-ximab“.

Über das Zielmolekül selbst ist vergleichsweise wenig bekannt. CD52 sitzt außen auf der Zellmembran und ist dort nur über einen Fettanker mit ihr verbunden; welche Aufgabe es für die Zelle erfüllt, gilt bis heute als nicht abschließend geklärt. Für die Anwendung entscheidend ist, wo es vorkommt und wo nicht: In hoher Dichte sitzt es auf reifen Lymphozyten, in geringerem Maß auf einigen weiteren Zellen der Abwehr, nicht jedoch auf den blutbildenden Stammzellen des Knochenmarks. Weil diese verschont bleiben, kann der Körper nach der Behandlung neue Abwehrzellen bilden. Die Verminderung der Lymphozyten ist damit tiefgreifend, aber nicht endgültig.

Pharmakologische Wirkung

Lymphozyten sind Bestandteil des Immunsystems und gehören zu den weißen Blutkörperchen. Antikörper mit einer Spezifität gegen Lymphozyten erkennen diese und binden spezifisch an ein bestimmtes Antigen auf diesem Zelltyp. Durch die Bindung des Antikörpers erkennt das körpereigene Immunsystem die Lymphozyten und baut sie ab.

Ein Beispiel für einen Lymphozyten-spezifischen Antikörper ist Alemtuzumab. Dieser Antikörper ist gegen CD52 gerichtet. CD52 wird auch als CAMPATH1-Antigen bezeichnet und kommt fast ausschließlich auf reifen Lymphozyten vor. Man findet CD52 sowohl auf B-Lymphozyten (B-Zellen) als auch auf T-Lymphozyten (T-Zellen). Zur Behandlung wird Alemtuzumab den Patienten unter ärztlicher Aufsicht als Infusion verabreicht. Durch das Präparat werden die Lymphozyten im Körper des Patienten selektiv abgetötet.

Je nach Dosierung eignet sich das Medikament dazu, die Zahl der Lymphozyten mehr oder weniger stark zu verringern. Dies kann zum Beispiel bei Erkrankungen, bei denen die Lymphozyten krankhaft verändert sind, wichtig sein. Allerdings sind die Lymphozyten ein Teil des natürlichen Immunsystems. Ein Abbau dieser Zellen führt immer auch zu einer Schwächung der Immunabwehr.

Auf welchem Weg die markierten Zellen zugrunde gehen, ist mehrfach beschrieben worden. Zum einen setzt der gebundene Antikörper das Komplementsystem in Gang, eine Kaskade von Bluteiweißen, an deren Ende die Zellmembran durchlöchert wird. Zum anderen erkennen Fresszellen und natürliche Killerzellen den Antikörper auf der Zelloberfläche und zerstören die so markierte Zelle. Beide Wege setzen voraus, dass genügend Zielmoleküle vorhanden sind; auf Zellen mit dichter CD52-Besetzung wirkt der Antikörper deshalb stärker als auf solche mit spärlicher.

Ebenso wichtig wie das Abräumen ist der Wiederaufbau. Die einzelnen Zellgruppen kehren nicht gleichzeitig zurück: B-Lymphozyten erholen sich in der Regel binnen weniger Monate, die T-Lymphozyten deutlich langsamer, und einzelne Untergruppen erreichen ihren früheren Stand über lange Zeit nicht. Auf dieser Beobachtung beruht die heutige Anwendungsweise. Der Antikörper wird nicht dauerhaft gegeben wie ein täglich einzunehmendes Medikament, sondern in wenigen, zeitlich weit auseinanderliegenden Behandlungsabschnitten. Die Wirkung soll nicht von der ständigen Anwesenheit des Wirkstoffs herrühren, sondern von dem neu geordneten Immunsystem, das sich danach aufbaut.

Derselbe Wiederaufbau erklärt allerdings auch die Kehrseite. Kehren die Abwehrzellen in veränderter Zusammensetzung zurück, können darunter solche sein, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Autoimmunreaktionen nach einer Behandlung mit Alemtuzumab zeigen sich daher typischerweise nicht sofort, sondern mit erheblichem zeitlichem Abstand zur Infusion. Das ist der Grund, weshalb die Überwachung der Behandelten weit über den eigentlichen Behandlungszeitraum hinausreicht.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Unter dem Handelsnamen MabCampath® wurde der monoklonale Antikörper Alemtuzumab gegen chronisch-lymphatische Leukämie (CLL) verwendet. Bei dieser Erkrankung zeigte er sich als Krebsimmuntherapie bei einem Teil der Patienten als gut wirksam.

Inzwischen wurde die Zulassung von Alemtuzumab bei der Indikation CLL jedoch durch die Herstellerfirma zurückgezogen. Hintergrund dafür waren offensichtlich kommerzielle Überlegungen und keine unerwünschten Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen). 2013 wurde Alemtuzumab für die Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) neu zugelassen und unter dem Handelsnamen Lemtrada® wieder auf den Markt gebracht – allerdings zu einem um ein Vielfaches höheren Preis als das frühere Präparat.

Heute wird Alemtuzumab deshalb größtenteils bei Multipler Sklerose (MS) verwendet. Ziel ist nicht die Abtötung möglichst vieler Lymphozyten, sondern nur eine vorübergehende Dezimierung der Abwehrzellen. Diese sind bei MS im Zentralnervensystem an der Zerstörung der Myelinscheiden beteiligt. Anschließend bildet der Körper wieder neue B- und T-Lymphozyten. Alemtuzumab kann bei MS deshalb deutlich niedriger dosiert werden als in der Krebstherapie. Nach Berichten über schwere Herz-Kreislauf-Reaktionen und immunvermittelte Erkrankungen schränkten die europäischen Arzneimittelbehörden das Anwendungsgebiet 2020 ein: Alemtuzumab wird seither bei hochaktiver schubförmig-remittierender MS eingesetzt, wenn mindestens eine andere krankheitsmodifizierende Therapie nicht ausreichend gewirkt hat oder die Erkrankung rasch fortschreitet.

Außerhalb der Zulassung wird Alemtuzumab weiterhin bei bestimmten Untergruppen von CLL-Patienten verwendet und wird in der Induktionstherapie bei Nierentransplantationen eingesetzt.

Ein Einsatz außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete ist an enge Voraussetzungen gebunden. Der behandelnde Arzt trägt dabei eine weiter reichende Verantwortung als bei einer zugelassenen Anwendung, die Patienten sind über den besonderen Status aufzuklären, und die Kostenübernahme durch die Krankenkassen ist nicht selbstverständlich. Bei der Nierentransplantation zielt die Anwendung zudem auf etwas anderes als bei der Multiplen Sklerose: Nicht ein fehlgeleitetes Immunsystem soll umgestellt werden, sondern die Abstoßung des fremden Organs in der besonders gefährdeten Anfangszeit soll unterbleiben.

Die wechselvolle Geschichte des Wirkstoffs zeigt, wie weit sich das Anwendungsgebiet eines Arzneistoffs von seinem ursprünglichen Zweck lösen kann. Entwickelt wurde der Antikörper aus der Überlegung heraus, Lymphozyten gezielt entfernen zu können – zunächst, um bösartig veränderte Zellen zu treffen, später, um eine überschießende Abwehrreaktion zu unterbrechen. Das Zielmolekül blieb dasselbe, die Absicht kehrte sich um: Aus einem Mittel, das möglichst viele Zellen abtöten sollte, wurde eines, das eine begrenzte und vorübergehende Lücke in der Abwehr erzeugt. Diese Umdeutung ist in der Arzneimittelentwicklung nicht einzigartig, aber selten so deutlich nachvollziehbar wie hier.


Verabreichung & Dosierung

Alemtuzumab, ein monoklonaler Antikörper, wird bei Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose eingesetzt; früher wurde er auch gegen bestimmte Krebsarten angewendet. Seine Anwendung und Dosierung erfordern besondere Vorsicht und müssen von einem erfahrenen Arzt überwacht werden.

Dosierung: Die Dosierung von Alemtuzumab hängt von der Indikation ab. In der früheren Anwendung bei Leukämien wurde einschleichend dosiert. Für Multiple Sklerose wird es normalerweise in zwei Behandlungsphasen über zwei Jahre verabreicht, wobei die erste Phase fünf aufeinanderfolgende Tage und die zweite Phase drei Tage dauert.

Verabreichung: Alemtuzumab wird intravenös verabreicht. Vor der Verabreichung sollte der Patient eine prämedikative Behandlung mit Kortikosteroiden, Antihistaminika und fiebersenkenden Mitteln erhalten, um Infusionsreaktionen zu minimieren. Die Infusion erfolgt langsam über zwei bis vier Stunden.

Überwachung: Während und nach der Behandlung ist eine intensive Überwachung erforderlich. Patienten sollten regelmäßig auf Infusionsreaktionen, Infektionen und Blutbildveränderungen untersucht werden. Da Alemtuzumab das Immunsystem beeinflusst, erhöht sich das Risiko für Infektionen erheblich. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind wichtig, um mögliche Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Alemtuzumab kann potenziell schädliche Wirkungen auf den Fötus haben. Daher sollte es in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das Risiko überwiegt. Während der Stillzeit sollte das Medikament vermieden werden.

Eine sorgfältige Überwachung und Anpassung der Dosierung sind entscheidend, um die Wirksamkeit zu maximieren und die Risiken zu minimieren.

Risiken & Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen des Antikörpers Alemtuzumab sind Hautausschläge, Kopfschmerzen, Fieber und Atemwegsinfekte. Viele der unerwünschten Wirkungen beruhen direkt auf dem Lymphozyten-abtötenden Effekt. Dadurch wird eine Suppression des Immunsystems erreicht, die zum Teil auch erwünscht ist (zum Beispiel bei der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose).

Zugleich erhöht ein geschwächtes Immunsystem jedoch immer das Risiko für Infektionen und kann Autoimmunerkrankungen auslösen oder verstärken. In einzelnen Fällen kam es nach der Behandlung mit Alemtuzumab zu einer idiopathischen thrombozytopenischen Purpura (ITP). ITP wird auch Immunthrombozytopenie genannt und ist eine Autoimmunkrankheit, die die Blutplättchen (Thrombozyten) betrifft.

Bei einem erheblichen Teil der behandelten MS-Patienten traten Autoimmunreaktionen gegen die Schilddrüse auf. Diese führten zum Teil zu Morbus Basedow, einer Überfunktionserkrankung der Schilddrüse. Um solche schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erkennen, werden während der Behandlung das Blutbild und die Schilddrüsenwerte der Patienten engmaschig überwacht. Die Kontrollen werden auch nach der letzten Infusion über mehrere Jahre fortgesetzt.

Von diesen spät auftretenden immunvermittelten Erkrankungen zu unterscheiden sind Reaktionen, die unmittelbar mit der Infusion zusammenhängen. Gehen große Mengen von Lymphozyten binnen kurzer Zeit zugrunde, werden Botenstoffe frei, die Fieber, Schüttelfrost, Hautausschlag, Kopfschmerzen und Kreislaufreaktionen hervorrufen können. Solche Beschwerden zeigen sich während oder kurz nach der Infusion und sind nicht mit einer Überempfindlichkeit gegen den Antikörper gleichzusetzen, auch wenn sich beide im Erscheinungsbild ähneln können.

Eine weitere Gruppe unerwünschter Wirkungen betrifft Infektionen. In den Wochen nach einer Behandlung ist die Zahl der Abwehrzellen am niedrigsten; in dieser Zeit häufen sich Infektionen der Atemwege und der Harnwege ebenso wie das Wiederaufflammen ruhender Viren aus der Herpesgruppe. Zur Behandlung gehört deshalb eine vorbeugende Begleitmedikation gegen diese Erreger. Beschrieben sind darüber hinaus Infektionen durch Keime, die über Lebensmittel aufgenommen werden, sowie schwerwiegende Ereignisse an Herz und Gefäßen, die in seltenen Fällen in engem zeitlichem Zusammenhang mit der Infusion beobachtet wurden.

Kontraindikationen

Alemtuzumab hat verschiedene Kontraindikationen, die berücksichtigt werden müssen, bevor eine Behandlung begonnen wird. Eine der wichtigsten Kontraindikationen ist eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Alemtuzumab oder einen seiner Bestandteile. Eine allergische Reaktion kann schwerwiegend sein, daher muss bei einer bekannten Allergie dringend auf die Anwendung verzichtet werden.

Patienten mit aktiven Infektionen oder einer schweren Immunschwäche sollten Alemtuzumab ebenfalls meiden, da es das Immunsystem weiter schwächt und das Infektionsrisiko erhöht. Zudem ist bei Personen mit einer bestehenden oder vorausgegangenen bösartigen Erkrankung besondere Vorsicht geboten, bevor eine Behandlung mit Alemtuzumab begonnen wird.

Eine weitere Kontraindikation besteht für schwangere Frauen. Alemtuzumab kann potenziell teratogen sein und das ungeborene Kind schädigen. Deshalb ist es wichtig, vor Beginn der Therapie einen Schwangerschaftstest durchzuführen und während der Behandlung eine zuverlässige Empfängnisverhütung zu praktizieren.

Bei einer nicht eingestellten arteriellen Hypertonie darf Alemtuzumab nicht angewendet werden; bei Nierenerkrankungen ist Vorsicht geboten, da Alemtuzumab die Nierenfunktion beeinträchtigen kann. Ausgeschlossen ist die Anwendung außerdem, wenn neben der Multiplen Sklerose eine weitere Autoimmunerkrankung besteht, da das Medikament unerwünschte Immunreaktionen auslösen kann.

Angesichts dieser Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen ist es entscheidend, eine umfassende medizinische Anamnese durchzuführen und Patienten während der Behandlung sorgfältig zu überwachen, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Alemtuzumab, ein monoklonaler Antikörper, kann aufgrund seiner Wirkung auf das Immunsystem mit anderen Medikamenten interagieren, was zu verstärkten Nebenwirkungen oder einer verminderten Wirksamkeit führen kann. Eine wichtige Interaktion betrifft Immunsuppressiva und Medikamente, die das Immunsystem beeinflussen. Die gleichzeitige Anwendung kann das Risiko schwerer Infektionen erhöhen, da Alemtuzumab das Immunsystem bereits schwächt.

Auch Impfstoffe können betroffen sein. Lebendimpfstoffe sollten während und für einige Monate nach der Behandlung mit Alemtuzumab vermieden werden, da das geschwächte Immunsystem des Patienten nicht in der Lage sein könnte, den Lebendimpfstoff sicher zu verarbeiten, was zu einer Infektion führen kann. Inaktivierte Impfstoffe sind sicherer, könnten aber aufgrund der verminderten Immunantwort weniger wirksam sein.

Medikamente, die eine Blutungsneigung erhöhen, wie Thrombozytenaggregationshemmer oder Antikoagulantien, können in Kombination mit Alemtuzumab das Risiko für Blutungen steigern, da das Medikament eine niedrige Thrombozytenzahl verursachen kann.

Schließlich kann Alemtuzumab die Wirkung von Medikamenten beeinflussen, die über die Nieren ausgeschieden werden. Da es die Nierenfunktion beeinträchtigen kann, sollten Medikamente, die hauptsächlich renal eliminiert werden, sorgfältig überwacht und gegebenenfalls angepasst werden.

Es ist wichtig, dass Ärzte vor der Verschreibung von Alemtuzumab eine gründliche Medikamentenanamnese durchführen, um mögliche Interaktionen zu erkennen und zu managen.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Alemtuzumab nicht vertragen wird, stehen alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Verfügung, je nach zugrunde liegender Erkrankung.

Bei Multipler Sklerose (MS), einem der Haupteinsatzgebiete von Alemtuzumab, gehören andere immunmodulierende Medikamente wie Interferon-beta, Glatirameracetat und Dimethylfumarat zu den Alternativen. Diese Wirkstoffe wirken auf unterschiedliche Weise, um das Immunsystem zu regulieren und die Krankheitsprogression zu verlangsamen. Für schwerere Fälle können Natalizumab und Ocrelizumab in Betracht gezogen werden. Beide sind monoklonale Antikörper, die jedoch ein anderes Wirkprinzip haben als Alemtuzumab.

Für Leukämien und lymphatische Erkrankungen, ein früheres Einsatzgebiet von Alemtuzumab, können andere monoklonale Antikörper wie Rituximab oder Obinutuzumab wirksam sein. Diese Medikamente zielen auf unterschiedliche Oberflächenmoleküle ab und bieten so eine Alternative für Patienten, die Alemtuzumab nicht vertragen.

In Fällen, in denen eine immunmodulierende Therapie nicht in Frage kommt, könnten Chemotherapien oder Stammzelltransplantationen alternative Behandlungsoptionen sein. Diese Therapieformen sind in der Regel aggressiver und haben ihre eigenen Risiken, sind aber für bestimmte Patienten möglicherweise besser geeignet.

Die Wahl der alternativen Therapie hängt von der genauen Diagnose, der Krankheitsgeschichte und den individuellen Patientenbedürfnissen ab. Eine sorgfältige Beurteilung durch Fachärzte ist erforderlich, um die beste Behandlungsmöglichkeit zu finden.

Quellen

  • Graefe, K.-H., Lutz, W., Bönisch, H.: Duale Reihe Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783131692924
  • Freissmuth, M., Offermanns, S., Böhm, S. (Hrsg.): Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783662684696
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742
  • Kreuzer, K.-A. (Hrsg.): Referenz Hämatologie.
    ISBN: 9783132400535

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