Angiotensin II

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 10. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Wirkstoffe Angiotensin II

Medikamente, die auf Angiotensin II setzen, spielen eine große Rolle bei der Erhöhung des Blutdrucks und der Natriumkonzentration. Als Arzneimittel ist Angiotensin II ein Mittel der Intensivmedizin für Patienten, die unter einem lebensbedrohlich niedrigen Blutdruck leiden und auf die üblichen kreislaufstützenden Medikamente nicht ausreichend ansprechen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Angiotensin II?

Angiotensin II
Medikamente, die auf Angiotensin II setzen, spielen eine große Rolle bei der Erhöhung des Blutdrucks und der Natriumkonzentration.
© michaelheim - Fotolia.com

Das seit 1940 bekannte Angiotensin ist für die Regulation des Blutdrucks verantwortlich; es entsteht aus einem Eiweißstoff des Blutes, den das in der Niere gebildete Hormon Renin zu Angiotensin I spaltet, und wird durch ein Enzym aus der Lunge zu Angiotensin II umgewandelt. Angiotensin II ist damit zunächst ein körpereigenes Hormon; als Arzneistoff wird dasselbe Peptid künstlich hergestellt und in der Intensivmedizin eingesetzt, um den Blutdruck bei schwerem Kreislaufversagen anzuheben. In der Europäischen Union wurde es dafür 2019 zugelassen.

Hormon und Arzneistoff sind hier also derselbe Stoff, und dieser Artikel handelt von beidem: von der Rolle des Angiotensins II im körpereigenen Regelkreis des Blutdrucks und von seiner Anwendung als Medikament. Wird das Peptid als Arzneimittel infundiert, bindet es an dieselben Andockstellen wie das körpereigene Hormon und verstärkt dessen Wirkung; der Blutdruck steigt dadurch binnen weniger Minuten an. In der Zulassungsstudie hob Angiotensin II den Blutdruck von Patienten mit schwerem Kreislaufversagen an; ein Nachweis, dass es das Überleben verlängert, steht bislang aus.

Pharmakologische Wirkung

Angiotensin II wird mit mehreren Wirkungen in Zusammenhang gebracht, die prominenteste ist jedoch der deutliche Anstieg des Blutdrucks. Angiotensin II verengt dazu die Blutgefäße; die Durchblutung einzelner Organe kann dadurch sogar abnehmen, als besonders „betroffenes“ Organ ist die Niere zu verzeichnen.

Angiotensin II wirkt somit nicht nur auf ein bestimmtes Organ, denn seine Auswirkungen sind im gesamten Körper mess- und spürbar. Die Nebennierenrinde wird angesprochen und schüttet daraufhin deutlich mehr Aldosteron aus. Das wiederum führt zu einer vermehrten Ausscheidung von Kaliumionen in den sogenannten Nierentubuli. Die Volumenerhöhung des Blutes wird durch eine Rückresorption von Wasser begünstigt, was als Folge zu einem erhöhten Blutdruck führt.

Weiterhin spricht Angiotensin II auch die Nierentubuli direkt an, wodurch der Blutdruck nochmals erhöht wird. Zuletzt wird ein bestimmtes Hormon im Hypophysenhinterlappen häufiger freigesetzt, wodurch der Blutdruck letztmalig angehoben wird. Angiotensin I ruft diese Wirkungen kaum hervor; es ist eine nahezu unwirksame Vorstufe und entfaltet sie erst, nachdem es zu Angiotensin II umgewandelt wurde.

Auf Zellebene wirkt Angiotensin II über eine bestimmte Andockstelle der glatten Gefäßmuskulatur, den Angiotensin-II-Rezeptor vom Typ 1. Bindet das Peptid dort an, wird über Calcium und das Bindeprotein Calmodulin das Muskeleiweiß Myosin verändert, die Muskelzelle zieht sich zusammen und das Gefäß verengt sich. Genau diese Andockstelle blockieren die AT1-Antagonisten, weshalb sie den Blutdruck senken.

Für die Anwendung als Arzneimittel ist eine weitere Eigenschaft entscheidend: Angiotensin II verschwindet außerordentlich rasch wieder aus dem Blut, seine Halbwertszeit liegt unter einer Minute. Abgebaut wird es an den Enden des Eiweißmoleküls, und zwar in vielen Geweben zugleich – in den roten Blutkörperchen, im Blutplasma sowie in Darm, Niere, Leber und Lunge. Weil weder Niere noch Leber allein für den Abbau verantwortlich sind, ist bei einer Funktionsstörung dieser Organe keine Anpassung der zugeführten Menge erforderlich. Die kurze Wirkdauer erlaubt es, die Infusion in kleinen Schritten nachzusteuern; sie ist zugleich der Grund dafür, dass der Blutdruck bei plötzlichem Absetzen sofort wieder abfallen kann.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Angiotensin II wird in Medikamentenform ausschließlich zur Behandlung eines niedrigen Blutdrucks angewendet. Das Anwendungsgebiet ist dabei eng gefasst: Zugelassen ist der Wirkstoff für Erwachsene mit einem septischen Schock oder einer anderen Kreislaufstörung desselben Typs, bei denen der Blutdruck trotz ausreichender Flüssigkeitszufuhr und trotz der üblichen kreislaufstützenden Mittel zu niedrig bleibt. Für andere Schockformen – etwa für den Schock infolge eines Herzversagens – wird die Anwendung nicht empfohlen, weil solche Patienten von den Zulassungsstudien ausgeschlossen waren. Zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine Daten vor. Das Präparat darf nur eingeschränkt verordnet werden und ist für die Behandlung im Krankenhaus vorgesehen; verordnet wird es von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in der Schockbehandlung.

Nicht zu verwechseln ist der Wirkstoff mit den ACE-Hemmern und den AT1-Antagonisten: Diese setzen zwar ebenfalls an Angiotensin II an, hemmen aber dessen Bildung beziehungsweise blockieren seine Rezeptoren und senken damit den Blutdruck.

In der Zulassungsstudie, an der mehrere hundert Erwachsene mit einem solchen Kreislaufversagen teilnahmen, erreichten 70 Prozent der mit Angiotensin II Behandelten den Hauptzielwert – einen ausreichenden Anstieg des mittleren arteriellen Drucks nach drei Stunden, ohne dass die übrige Kreislaufunterstützung gesteigert werden musste. Unter Scheinbehandlung waren es 23 Prozent.

In der Schwangerschaft wird Angiotensin II aus Vorsichtsgründen vermieden und nur eingesetzt, wenn der Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das Kind überwiegt. Ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; das Stillen soll während der Behandlung deshalb unterbrochen werden, die Behandlung selbst aber nicht unterbleiben (Stillzeit).

Bei einer schweren Herzinsuffizienz ist besondere Vorsicht geboten. Wird Angiotensin II bei Patienten eingesetzt, die ACE-Hemmer erhalten, ist mit einer veränderten Blutdruckreaktion zu rechnen; eine engmaschige Überwachung ist dann erforderlich.


Verabreichung & Dosierung

Angiotensin II ist ein Medikament, das vorrangig zur Behandlung von Patienten mit kritisch niedrigem Blutdruck eingesetzt wird, die auf herkömmliche Vasopressoren nicht ausreichend ansprechen. Als synthetisches Peptid, das die physiologischen Effekte des körpereigenen Angiotensin II nachahmt, ist es ein potenter Vasokonstriktor.

Bei der Verabreichung von Angiotensin II ist besondere Sorgfalt geboten, da es kontinuierlich intravenös infundiert wird. Die Dosierung muss individuell angepasst werden, basierend auf dem Blutdruckziel des Patienten und seiner Antwort auf die Behandlung. Die Anfangsdosis wird typischerweise niedrig gewählt und kann schrittweise erhöht werden, um den gewünschten Blutdruck ohne übermäßige Nebenwirkungen zu erreichen.

Die Überwachung während der Verabreichung von Angiotensin II muss engmaschig erfolgen, um sicherzustellen, dass der Blutdruck effektiv kontrolliert wird und um das Auftreten von Nebenwirkungen wie übermäßige Vasokonstriktion oder potenzielle Schäden an den Organen zu vermeiden. Wichtige Überwachungsparameter sind Blutdruck, Elektrolytstatus, Nierenfunktion und Zeichen von peripherer Ischämie.

Der Wirkstoff liegt als Konzentrat vor und wird vor der Anwendung verdünnt; empfohlen wird die Zufuhr über einen zentralvenösen Zugang. Parallel zur Infusion wird einer Thrombose vorgebeugt, sofern dem nichts entgegensteht. Am Ende der Behandlung wird die Zufuhr schrittweise verringert statt abrupt beendet, weil der Blutdruck sonst erneut absacken oder sich der zugrunde liegende Schockzustand verschlechtern kann.

Aufgrund seiner potenten Wirkung und möglichen Risiken wird Angiotensin II in der Regel nur in intensivmedizinischen Einstellungen unter Aufsicht von spezialisiertem medizinischem Personal eingesetzt. Die Dauer der Behandlung sollte so kurz wie möglich gehalten werden, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren, und die Dosierung sollte angepasst werden, sobald sich der Zustand des Patienten stabilisiert.

Risiken & Nebenwirkungen

Es handelt sich bei Angiotensin II um einen Wirkstoff, der als Infusion unter intensivmedizinischer Überwachung gegeben wird und dabei Nebenwirkungen hervorrufen kann. Die Fachinformation stützt sich dabei auf die Zulassungsstudie und führt nur wenige, dafür klar umrissene Ereignisse auf.

Sehr häufig, also bei mehr als jedem zehnten Behandelten, sind zwei davon. Das eine ist ein vorübergehend zu starker Blutdruckanstieg; er lässt sich durch ein Zurücknehmen der Infusionsmenge rasch beheben. Das andere sind thromboembolische Ereignisse, also Blutgerinnsel in Venen und Arterien. Sie sind die klinisch bedeutsamste Nebenwirkung: Unter der Infusion traten sie in der Zulassungsstudie häufiger auf als unter Scheinbehandlung, am deutlichsten war der Unterschied bei den Thrombosen in den Venen, und die meisten davon betrafen die tiefen Beinvenen. Einzelne dieser Ereignisse verliefen tödlich. Während der Behandlung wird deshalb gleichzeitig einer Thrombose vorgebeugt, sofern dem nichts entgegensteht.

Häufig, also bei bis zu jedem zehnten Behandelten, kommen ein beschleunigter Herzschlag (Tachykardie) und eine Minderdurchblutung der Körperperipherie vor. Letztere ist eine unmittelbare Folge des Wirkprinzips: Weil der Wirkstoff die Blutgefäße eng stellt, kann die Durchblutung von Händen und Füßen abnehmen. Die Infusionsmenge wird deshalb so niedrig wie möglich gehalten und laufend überwacht, und die Behandlung wird beendet, sobald sich der zugrunde liegende Kreislaufzusammenbruch hinreichend gebessert hat.

Weitere Nebenwirkungen nennt die Fachinformation nicht. Ihre Angaben beruhen auf einer einzigen Schlüsselstudie mit einer überschaubaren Zahl behandelter Patienten; das Arzneimittel unterliegt deshalb einer zusätzlichen behördlichen Überwachung, mit der neue Erkenntnisse zur Sicherheit rasch erfasst werden sollen. Ein eigenes Risiko ist das zu rasche Absetzen: Da der Wirkstoff im Blut binnen kürzester Zeit abgebaut wird, kann der Blutdruck dann erneut abfallen. Eine Überdosierung äußert sich in einem starken Blutdruckanstieg, der aus demselben Grund nur kurz anhält und mit einem Zurücknehmen der Infusion behandelt wird.

Kontraindikationen

Angiotensin II ist ein potenter Vasokonstriktor, der in der medizinischen Praxis zur Behandlung von akutem schwerem Hypotonus verwendet wird, insbesondere wenn dieser auf herkömmliche Behandlungen nicht anspricht. Als förmliche Gegenanzeige führt die Fachinformation allein die Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen sonstigen Bestandteil auf. Sie steht als erster Punkt der folgenden Aufstellung. Die weiteren Punkte sind keine absoluten Anwendungsverbote, sondern Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen, die vor und während der Behandlung zu berücksichtigen sind:

Allergische Reaktionen: Eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Angiotensin II oder jegliche Bestandteile des Medikaments stellt eine absolute Kontraindikation dar. Patienten mit einer Vorgeschichte von allergischen Reaktionen auf das Medikament sollten es nicht erhalten.

Schwangerschaft: Angiotensin II soll während der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden. Zur Anwendung bei Schwangeren liegen nur sehr begrenzte Daten vor, und auch aus Tierversuchen fehlen ausreichende Untersuchungen zu Schäden an der Frucht. Die Verwendung dieses Medikaments in der Schwangerschaft ist nur dann gerechtfertigt, wenn kein sichereres alternatives Medikament verfügbar ist und der Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich Herzinsuffizienz, koronarer Herzkrankheit oder bekannter arterieller Stenose, sollte die Verwendung von Angiotensin II mit Vorsicht erfolgen. Die vasokonstriktorischen Eigenschaften können bestehende Zustände verschlimmern oder zu kardiovaskulären Komplikationen führen.

Nierenfunktionsstörung: Da Angiotensin II die Durchblutung der Niere beeinflusst, werden Nierenwerte und Urinausscheidung während der Behandlung überwacht. Eine Anpassung der zugeführten Menge ist bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion allerdings nicht vorgesehen, weil keines dieser beiden Organe allein für den Abbau des Wirkstoffs verantwortlich ist.

Andere Schockformen: Die klinische Erfahrung beschränkt sich auf den septischen Schock und auf verwandte Kreislaufstörungen. Für Schockformen mit anderer Ursache, etwa infolge eines Herzversagens, wird die Anwendung nicht empfohlen.

Abruptes Absetzen: Wird die Infusion zu früh oder zu schnell beendet, kann der Blutdruck erneut abfallen oder sich der Schockzustand verschlimmern. Die Zufuhr wird deshalb schrittweise zurückgenommen.

Es ist essenziell, dass die Behandlung mit Angiotensin II in einer kontrollierten medizinischen Umgebung stattfindet, in der regelmäßige Überwachungen und sofortige medizinische Interventionen möglich sind. Diese sorgfältige Überwachung hilft, potenzielle Risiken und Nebenwirkungen zu minimieren.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Angiotensin II ist ein kraftvoller Vasokonstriktor, der hauptsächlich zur Behandlung von schweren Hypotonien eingesetzt wird. Während seiner Anwendung können bestimmte Medikamenteninteraktionen auftreten, die berücksichtigt werden müssen, um die Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung zu gewährleisten.

ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs): Diese Medikamente werden üblicherweise zur Behandlung von Hypertonie und Herzinsuffizienz eingesetzt und wirken, indem sie die Wirkung von Angiotensin II abschwächen. Umgekehrt verändert eine vorangegangene Behandlung mit diesen Mitteln das Ansprechen auf Angiotensin II: Nach einem ACE-Hemmer fällt die Blutdruckreaktion stärker aus, nach einem AT1-Rezeptorblocker schwächer. Dies kann das Management der Blutdruckkontrolle komplizieren und erfordert eine sorgfältige Überwachung.

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAIDs): NSAIDs können die Nierenfunktion beeinträchtigen und den Blutfluss zu den Nieren reduzieren, was die Wirksamkeit von Angiotensin II beeinflussen kann. Systematische Untersuchungen zu Wechselwirkungen von Angiotensin II liegen nicht vor; weil beide Stoffe auf die Nierendurchblutung wirken, sind die Nierenwerte bei gleichzeitiger Anwendung besonders zu überwachen.

Diuretika: Patienten, die Diuretika einnehmen, können aufgrund des veränderten Volumenstatus eine veränderte Reaktion auf Angiotensin II zeigen. Dies kann dazu führen, dass Anpassungen der Dosierung von Angiotensin II notwendig sind, um den gewünschten Blutdruckeffekt zu erreichen.

Vasopressoren: Die Kombination von Angiotensin II mit anderen Vasopressoren kann zu einem additiven oder synergistischen Effekt führen und das Risiko für schwere Vasokonstriktion und potenzielle Endorganschäden erhöhen. Daher sollte diese Kombination nur unter strenger Überwachung und mit Vorsicht verwendet werden.

Es ist wichtig, dass alle Medikamente, die ein Patient einnimmt, vor der Verabreichung von Angiotensin II sorgfältig geprüft werden. Eine umfassende Überwachung und mögliche Anpassungen der Medikation können erforderlich sein, um sicherzustellen, dass die Behandlung sicher und effektiv ist.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Angiotensin II aufgrund von Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen nicht geeignet ist, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Behandlung von schwerem, therapieresistentem Hypotonus. Diese Alternativen umfassen andere Vasopressoren und unterstützende Therapien, die unter intensivmedizinischen Bedingungen eingesetzt werden können.

Norepinephrin (Noradrenalin): Dies ist ein häufig verwendetes Vasopressormedikament, das den Blutdruck durch Vasokonstriktion erhöht. Norepinephrin ist besonders wirksam bei der Behandlung von septischem Schock und anderen Formen von akutem Hypotonus.

Vasopressin: Ein weiterer starker Vasopressor, der oft als Alternative oder in Kombination mit anderen Vasopressoren verwendet wird, um den Blutdruck bei kritischen Zuständen zu stabilisieren. Vasopressin wirkt direkt auf die glatte Muskulatur der Blutgefäße, um eine Kontraktion zu bewirken.

Dopamin: Wird in höheren Dosen eingesetzt, um die Herzleistung und den systemischen vaskulären Widerstand zu erhöhen; die früher übliche niedrig dosierte Gabe zum Schutz der Nierenfunktion gilt heute als überholt und wird nicht mehr empfohlen. Dopamin kann bei Patienten mit Herzversagen oder Schock hilfreich sein.

Phenylephrin: Ein weiterer Vasopressor, der selektiv auf alpha-adrenerge Rezeptoren wirkt, was zu einer Vasokonstriktion führt. Phenylephrin wird oft verwendet, wenn eine gezielte Erhöhung des Blutdrucks ohne die kardiale Stimulation, die Dopamin oder Norepinephrin verursachen kann, erforderlich ist.

Diese Alternativen sollten individuell an die Bedürfnisse des Patienten und die spezifischen Umstände der Hypotonie angepasst werden. Ärzte müssen die potenziellen Nebenwirkungen und Interaktionen jedes Vasopressors berücksichtigen und regelmäßig den Zustand des Patienten überwachen, um die Therapie entsprechend anzupassen. Jede dieser Behandlungen erfordert eine sorgfältige Überwachung in einem intensivmedizinischen Umfeld.

Quellen

  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Marx, G., Muhl, E., Zacharowski, K., Zeuzem, S. (Hrsg.): Die Intensivmedizin.
    ISBN: 9783662686997
  • Brandes, R., Lang, F., Schmidt, R. F. (Hrsg.): Physiologie des Menschen.
    ISBN: 9783662564677

Das könnte Sie auch interessieren