Stenose

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Stenose kommt in verschiedenen Formen vor, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Bereichen des menschlichen Körpers betreffen können. Die Ursachen einer Stenose sind zum Beispiel Entzündungen, Tumore oder auch eine Arteriosklerose. Die bekanntesten Stenosen sind dabei die Gehörgangsstenose, die Pylorusstenose, die Aortenklappenstenose, die Carotisstenose und die Koronarstenose. Daneben kommen unter anderem eine Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) sowie Verengungen des Darms vor, auf die weiter unten ebenfalls eingegangen wird.

Inhaltsverzeichnis

Gehörgangsstenose

Eine Gehörgangsstenose ist eine Verengung des äußeren Gehörgangs. Man unterscheidet hier zwischen angeborener Stenose und einer später erworbenen Gehörgangsstenose. Sie geht meist von dem knorpeligen Anteil des Gehörgangs oder dem knöchernen Anteil aus. Aber auch von der auskleidenden Haut des Gehörganges kann eine Stenose ausgehen.

Die Ursachen einer Gehörgangsstenose sind vor allem Entzündungen und Tumore. Aber auch Narbenschrumpfungen nach einer Operation oder Exostosen können das Leiden auslösen.

Eine Stenose des Gehörganges macht sich für die betroffenen Personen meist durch eine geringere Schallwahrnehmung bemerkbar. Diese kann auf beiden Ohren oder nur auf einem eintreten. Die Stenose kann meist nur chirurgisch behoben werden.

Pylorusstenose

Unter einer Pylorusstenose versteht man die Verengung des Magenausganges. Bei Säuglingen wird diese meistens durch eine Hypertrophie des sogenannten Magenpförtners ausgelöst. Der Schließmuskel des Magens ist dabei vergrößert und verengt somit den Magenausgang.

Des Weiteren kann auch eine Verlegung des Lumens zu einer Stenose beitragen. Als Lumen wird dabei das Innere eines Hohlorgans, hier des Magens, bezeichnet. Im Erwachsenenalter können auch narbige Verwachsungen ursächlich sein. Diese entstehen meist als Folge eines Magengeschwürs oder eines Karzinoms.

Die Ursachenbekämpfung kann sowohl medikamentös als auch chirurgisch erfolgen. Dies hängt vor allem mit der Schwere der Ursachen zusammen. Erbrechen ist bei einer Verlegung des Lumens ein Leitsymptom und keine Behandlung; anhaltendes Erbrechen erfordert vielmehr eine rasche ärztliche Abklärung. Bei Säuglingen mit schwallartigem Erbrechen entsteht durch den Flüssigkeits- und Salzverlust binnen kurzer Zeit Lebensgefahr; hier ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich, bei einem apathischen oder ausgetrockneten Kind über den Notruf 112.

Aortenklappenstenose

Eine Aortenklappenstenose ist ein Herzklappenfehler. Die Aortenklappe hat die Funktion eines Ventils zwischen der linken Herzkammer und der großen Hauptschlagader, der Aorta. Diese Aortenklappe ist bei einer Stenose verengt.

Man unterscheidet bei einer Aortenklappenstenose zwischen einer angeborenen und einer später erworbenen Stenose. Als angeborene Defekte gelten vor allem die Verengung des Klappenringes, sowie eine Verdickung oder Verwachsung der Klappentaschen.

Häufig führt auch eine geringere Anzahl von Taschen zu einer Stenose. Grundsätzlich hat ein gesunder Mensch drei Taschen. Bei einer angeborenen Stenose fehlt meistens eine von diesen. Eine später erworbene Stenose wurde lange Zeit vor allem auf Entzündungen wie das rheumatische Fieber zurückgeführt. Nach heutigem Kenntnisstand ist in Mitteleuropa jedoch die altersbedingte Verkalkung der Klappe die weitaus häufigste Ursache, während das rheumatische Fieber selten geworden ist.

Die Symptome hängen von der Schwere der Stenose ab. So können betroffene Personen überhaupt keine Beschwerden haben, während andere Personen unter starker Luftnot bei anstrengenden Aktivitäten leiden. Eine Aortenklappenstenose lässt sich nur durch einen Ersatz der Klappe beheben. Lange Zeit war dafür eine Operation am offenen Herzen erforderlich. Heute wird die Klappe bei vielen, vor allem älteren Patienten stattdessen über einen Katheter eingesetzt (TAVI).

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Liegt eine Stenose vor, müssen zunächst nicht zwingend Beschwerden auftreten. Die Verengung des Spinalkanals kann also anfänglich unerkannt bleiben. Erst im fortgeschrittenen Verlauf, wenn die Nerven oder die Blutgefäße angegriffen sind, kommt es zu ersten Symptomen. Der Betroffene leidet vermehrt unter Rückenschmerzen.

Der Grad der Schmerzen kann stark schwanken und ist abhängig vom Voranschreiten der Erkrankung. Auch die jeweilige Körperhaltung und Tätigkeiten des Betroffenen spielen eine Rolle. Häufig verspüren die Betroffenen eine Linderung der Schmerzen, wenn sie ihre Wirbelsäule gebeugt halten. Dies lässt sich durch die Dehnung des Wirbelkanals begründen.

Die Nerven sind dann weniger eingeengt und die Kreuzschmerzen entsprechend geringer ausgeprägt. Entlastung bringen zum Beispiel das Bücken oder Radfahren. Auch wer bergauf geht, wird weniger Beschwerden verspüren. Allgemein besitzt eine Stenose eine vielfältige und oft wenig charakteristische Symptomatik. Die Beschwerden werden mit der Zeit schlimmer.

Die Muskeln im unteren Rückenbereich sind verspannt. Der Schmerz strahlt vom Rücken in die Beine aus. Im späteren Verlauf wird die Beinmuskulatur schwächer und es kann zu Missempfindungen in den Beinen kommen. Auf eine Stenose können auch ein gestörter Stuhlgang oder Probleme beim Wasserlassen hindeuten.


Carotisstenose

Eine Carotisstenose ist die Verengung der Arteria carotis communis. Diese entspringt auf der linken Seite des Aortenbogens und auf der rechten Seite des Truncus brachiocephalicus. Die Hauptaufgabe der Arteria carotis communis ist die Versorgung des Kopfes und des Halses mit Blut. Diese ist bei einer Stenose verengt.

Die Ursache einer Carotisstenose liegt zum großen Teil in einer Arteriosklerose. Unter dieser versteht man die Ablagerung von Fett, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Blutgefäßen. Diese verengen die Blutgefäße und sind in 90 Prozent der Fälle die Hauptursache für eine Carotisstenose. Viele Carotisstenosen verlaufen zunächst ohne Beschwerden; gefährlich werden sie vor allem dadurch, dass sich Ablagerungen lösen und einen Schlaganfall auslösen können.

Ein höheres Lebensalter und Rauchen können zudem zu einer schnellen Erkrankung an einer Stenose beitragen. Auch Diabetes und ein erhöhter Blutdruck können das Risiko, an einer Stenose zu erkranken, deutlich steigern.

Höhergradige und beschwerdeverursachende Carotisstenosen werden operativ oder mit einem Stent behandelt, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Bei geringgradigen und beschwerdefreien Stenosen steht dagegen die medikamentöse Behandlung der Risikofaktoren im Vordergrund.

Koronarstenose

Stenose
Abhängig davon, welches Organ betroffen ist, kann eine Stenose verschiedene Komplikationen hervorrufen.
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Als Koronarstenose wird die Verengung sogenannter Koronararterien bezeichnet. Eine solche Verengung wird in der Regel durch eine Koronarangiographie, durch eine Elektronenstrahltomographie oder ein Kardio-CT festgestellt. Die Elektronenstrahltomographie ist dabei inzwischen weitgehend von der Mehrschicht-Computertomographie abgelöst worden. Auch ein Belastungs-EKG kann hilfreich für die Feststellung sein. So wird häufig gleichzeitig eine Stress-Echokardiographie, ein Stress-MRT und eine Myokardszintigraphie durchgeführt, um eine sichere Diagnose stellen zu können. Bei stabilen Beschwerden steht zunächst die medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Reicht sie nicht aus oder liegt ein akutes Ereignis vor, wird die Engstelle über einen Herzkatheter mit einem Ballon gedehnt und mit einem Stent versorgt; bei ausgedehnten Verengungen kommt eine Bypass-Operation in Frage.

Komplikationen

Abhängig davon, welches Organ betroffen ist, kann eine Stenose verschiedene Komplikationen hervorrufen. Eine Stenose des Gehörgangs ruft meist Probleme beim Hören hervor, die sich zu einer kompletten Schwerhörigkeit entwickeln können. Eine Darmstenose geht für die Betroffenen meist mit starkem Durchfall oder Verstopfung einher und kann im weiteren Verlauf zu Dehydration und Mangelerscheinungen führen.

In Einzelfällen ruft die Verengung irreversible Darmschäden hervor. Bei der Aortenklappenstenose handelt es sich um einen Herzklappenfehler, der mit starker Luftnot, Herzrhythmusstörungen und anderen Komplikationen verbunden sein kann. Bei der Carotisstenose, also der Verengung der Halsschlagader, kommt es immer wieder zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Typisch sind Schlaganfälle. Da die zugrunde liegende Arteriosklerose meist auch andere Gefäße betrifft, besteht zugleich ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt. Eine Pylorusstenose stellt eine Verengung des Magenausganges dar.

Dies kann Beschwerden wie Erbrechen, Gewichtsverlust und eine Verstopfung hervorrufen; ein Magenkrebs ist dabei nicht Folge, sondern eine mögliche Ursache der Verengung. Bei der Behandlung einer Stenose gehen die Risiken von der Operation aus. Da es sich um einen komplizierten Eingriff handelt, kommt es immer wieder zur Verletzung von Nerven oder zu Blutungen. Auch Infektionen und Wundheilungsstörungen sind nicht auszuschließen. Die begleitend verordneten Medikamente können unter Umständen Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Rückenschmerzen, einem allgemeinen Unwohlsein oder einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit sollte ein Arzt konsultiert werden. Leidet der Betroffene unter einem diffusen Krankheitsgefühl, Veränderungen der üblichen Körperhaltung oder Unregelmäßigkeiten der Bewegungsabläufe, benötigt er Hilfe. Können gewohnte sportliche oder alltägliche Aktivitäten nicht ausgeführt werden, ist ein Arzt aufzusuchen.

Bei Missempfindungen oder Sensibilitätsstörungen sind weitere Untersuchungen zur Klärung der Ursache notwendig. Treten Unregelmäßigkeiten beim Toilettengang oder Störungen des Magen-Darm-Traktes auf, ist dies Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Bei Durchfall, Verstopfung oder einem Darmverschluss ist eine medizinische Versorgung des Betroffenen angezeigt. Nehmen vorhandene Beschwerden an Umfang und Intensität zu oder halten die gesundheitlichen Auffälligkeiten über eine längere Zeit an, ist ein Arztbesuch notwendig.

Eine Diagnosestellung ist erforderlich, damit ein Behandlungsplan erstellt werden kann. Auffälligkeiten der Muskulatur, eine Einschränkung des Hörvermögens oder eine allgemeine Mangelerscheinung müssen einem Arzt vorgestellt werden. Störungen des Herzrhythmus, Atemnot oder Unregelmäßigkeiten des Bewusstseins müssen untersucht und behandelt werden. Da es in schweren Fällen bei einer Stenose zu einem lebensbedrohlichen Zustand kommen kann, sollte der Betroffene bereits bei den ersten Störungen und Auffälligkeiten einen Arzt konsultieren. Kommt es zu einer Nackensteifheit oder Beeinträchtigungen der Durchblutung, ist ebenfalls ein Arztbesuch zu empfehlen. Bei plötzlicher Lähmung oder Taubheit einer Körperhälfte, bei Sprach- oder Sehstörungen, bei Bewusstlosigkeit, bei Atemnot mit Brustschmerz sowie bei krampfartigen Bauchschmerzen mit Erbrechen und ausbleibendem Stuhl- und Windabgang besteht Lebensgefahr; in diesen Fällen ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten steht der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zur Verfügung.

Nachsorge

Bei einer Stenose handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen durch eine Verengung von Hohlorganen und/oder Blutgefäßen. Daher kann hier keine alleingültige Aussage zur Nachsorge gemacht werden. Die Nachsorge ist so vielfältig wie die Stenose selbst. Sie richtet sich vor allem nach den vorangegangenen notwendigen Maßnahmen, die für die Behandlung und Behebung erforderlich waren. Oftmals werden Stents eingesetzt oder andere invasive operative Verfahren erforderlich.

Die Nachsorge ist somit sehr auf die Auswirkungen und Nachwirkungen auf den Patienten durch einen operativen Eingriff bezogen. Die eventuell vorhandene Operationswunde muss kontrolliert und versorgt werden, außerdem ist natürlich der Behandlungserfolg in der Nachsorge festzustellen; hier werden in aller Regel bildgebende Verfahren, ggf. im Zusammenhang mit Kontrastmitteln, eingesetzt. Das Hohlorgan muss wieder durchlässig sein und bleiben.

Auch kann nicht allgemeingültig festgelegt werden, ob die langfristige Einnahme von Medikamenten erforderlich ist. In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, Substanzen einzusetzen, die einen erneuten Verschluss des Gefäßes verhindern. Die Facharztrichtung variiert je nach Lokalisation der Stenose und es können hier unterschiedliche Fachbereiche betroffen sein. Der Patient sollte unbedingt alle Nachsorgetermine einhalten und sich vom entsprechenden Facharzt individuell beraten lassen, da eine Stenose beziehungsweise ein erneuter Verschluss sehr einschränkende Auswirkungen haben kann.

Das können Sie selbst tun

Die Stenose kann an unterschiedlichen Körperstellen vorliegen. Es handelt sich um einen Sammelbegriff. Daraus ergeben sich unzählige Perspektiven. Treten die typischen Symptome auf, sollte man grundsätzlich auf eine Eigentherapie verzichten. Denn die Beschwerden können einen lebensbedrohlichen Verlauf annehmen.

Im Alltag sollten Patienten allerdings die Genesung unterstützen. Als erfolgversprechend gelten eine hinreichende körperliche Aktivität und eine ausgewogene Ernährung. Geeignete Getränke stellen Säfte, Tees und Wasser dar. Auf Alkoholika und koffeinhaltige Getränke sollte man hingegen verzichten. Auch der Nikotinkonsum gilt als schädlich.

Bestimmten Kräutern und Pflanzen wie Knoblauch, Fenchel, Salbei und Thymian sagt man eine heilende Wirkung nach. Eine bestehende Verengung lässt sich damit jedoch nicht auflösen, weder durch Einnahme noch durch äußere Einreibung. Je nach Symptomatik versprechen auch Massagen und Atemübungen eine Linderung. Einige Patienten setzen auf ätherische Öle wie Weihrauchöl und Gewürznelkenöl; auch für sie ist eine Wirkung auf die Verengung selbst nicht belegt.

Die Wirkung alternativer Methoden ist nicht eindeutig wissenschaftlich geklärt. Sie können einen Arztbesuch nicht ersetzen. Auf keinen Fall bringen sie eine vollständige Genesung hervor. Problematisch erscheinen erbliche Fehlbildungen und chronische Erkrankungen, die zu einer Stenose führen. Die Konsultation eines Arztes ist in diesen Fällen lebensnotwendig.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443471
  • Marx, N., Erdmann, E. (Hrsg.): Klinische Kardiologie.
    ISBN: 9783662629314
  • Reiser, M.: Radiologie.
    ISBN: 9783131253248
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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