Antiseptika

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Antiseptika kommen in der Medizin zum Einsatz, um beispielsweise Wunden zu desinfizieren und so die Entstehung einer Sepsis (Blutvergiftung) zu verhindern. Es handelt sich dabei um chemische Stoffe, die auf unterschiedlicher Basis hergestellt werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Antiseptika?

Antiseptika
Unter dem Begriff Antiseptika verstehen Mediziner chemische Stoffe, die verwendet werden, um eine Wunde zu desinfizieren.

Unter dem Begriff Antiseptika verstehen Mediziner chemische Stoffe, die verwendet werden, um eine Wunde zu desinfizieren. Dabei müssen Antiseptika hohe Anforderungen erfüllen, um die jeweiligen Erreger zeitnah abzutöten.

So können Infektionen der betroffenen Stelle und in der Folge des gesamten Organismus verhindert werden. Antiseptika werden extern verabreicht, also von außen auf eine Wunde oder eine bestimmte Körperstelle aufgetragen. Sie wirken so im Gegensatz etwa zu Antibiotika punktgenau, d. h., ihre Wirkung ist auf die eigentliche Verabreichungsstelle beschränkt.

Antiseptika werden gegen verschiedenartige Erreger wie zum Beispiel Bakterien oder Pilze eingesetzt und können unterschiedliche chemische Stoffe als Grundlage haben. Angewendet werden sie am lebenden Gewebe; Desinfektionsmittel werden dagegen vor allem für Flächen, Instrumente und Gegenstände eingesetzt.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Antiseptika ist eng verbunden mit dem Fortschritt der medizinischen Praxis, insbesondere im Hinblick auf die Bekämpfung von Infektionen. Vor dem 19. Jahrhundert verstanden Ärzte nicht vollständig die Ursachen von Infektionen, was zu zahlreichen Todesfällen, besonders nach chirurgischen Eingriffen, führte.

Ein entscheidender Wendepunkt in der Entwicklung der Antiseptika war die Arbeit von Ignaz Semmelweis in den 1840er Jahren. Er erkannte die Bedeutung der Händehygiene in Krankenhäusern und führte das Händewaschen mit chloriertem Kalk als Infektionsprävention ein, was die Todesrate durch Kindbettfieber drastisch senkte.

Der eigentliche Durchbruch kam jedoch durch Joseph Lister in den 1860er Jahren. Inspiriert durch die Arbeiten von Louis Pasteur über Mikroorganismen, verwendete Lister Carbolsäure (Phenol) zur Desinfektion von chirurgischen Instrumenten und zur Reinigung von Wunden. Dies führte zu einer erheblichen Verringerung postoperativer Infektionen und Todesfälle. Listers Methoden markierten den Beginn der antiseptischen Chirurgie und revolutionierten die medizinische Behandlung.

Im frühen 20. Jahrhundert wurden weitere antiseptische Chemikalien entwickelt, darunter Jodtinkturen, Wasserstoffperoxid und später Antibiotika, die eine neue Ära der Infektionskontrolle einleiteten. Die Entdeckung und der Einsatz von Antibiotika ergänzten die Anwendung von Antiseptika, indem nun nicht nur die Oberflächen keimarm gehalten, sondern auch innere Infektionen bekämpft werden konnten.

Die Entwicklung von Antiseptika ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wissenschaftliche Erkenntnisse die medizinische Praxis verbessert haben, mit dauerhaften Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit und chirurgische Erfolge.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

In der Medizin werden Antiseptika meist eingesetzt, um Wunden zu desinfizieren. Bei offenen Wunden besteht die Gefahr, dass durch eindringende Erreger eine Sepsis (Blutvergiftung) entsteht. Dabei handelt es sich um eine heftige Entzündung des Organismus infolge einer Infektion mit Bakterien oder Pilzen.

Schlimmstenfalls kann eine Sepsis tödlich enden. Das Behandeln einer Wunde mit Antiseptika tötet die Krankheitserreger ab, bevor sie sich ausbreiten können. Dieses Abtöten geschieht beispielsweise durch das Zerstören der Proteinverbindungen in den Erregern, das Herabsetzen deren Oberflächenspannung oder ein direktes Einwirken auf den Stoffwechsel des Erregers. In der Folge können sich die Bakterien oder Pilze nicht ausbreiten und sterben schließlich ab, ohne größeren Schaden im Körper des Betroffenen anzurichten.

Um wirklich zielgerichtet wirken zu können, müssen Antiseptika hohe Anforderungen erfüllen. So ist es erforderlich, dass sie die jeweiligen Keime schnell und zuverlässig abtöten können, ohne dabei die betroffene Person zu schädigen. Hierbei wird großer Wert auf eine gute Gewebeverträglichkeit gelegt. Auch das Risiko einer allergischen Reaktion sollte relativ gering gehalten werden. Ein großes Wirkungsspektrum ist ebenfalls von Vorteil, damit das Antiseptikum gegen verschiedene Erreger eingesetzt werden und so möglichst zuverlässig wirken kann.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Antiseptika

Antiseptika können unterschiedliche chemische Stoffe als Grundlage haben. Verschiedene Alkohole wie Ethanol oder Isopropanol eignen sich sehr gut, um für die Hautdesinfektion und das Abtöten von Krankheitserregern eingesetzt zu werden.

Dazu werden sie mit Wasser verdünnt, denn das Wirkungsoptimum für Alkohole liegt bei 70–80 %. Sie werden in der Medizin auch häufig zur Desinfektion der Hände benutzt. Alkohole können auch mit Jod kombiniert und dann als Antiseptika eingesetzt werden. Die daraus entstehende Jodtinktur wird oft verwendet, um Körperregionen vor operativen Eingriffen zu desinfizieren. Auch die Behandlung von (kleineren) Wunden ist zuverlässig möglich. Für die Antiseptik offener Wunden werden heute allerdings Wirkstoffe wie Octenidin, Polihexanid oder Povidon-Jod bevorzugt; reine Alkohole eignen sich vor allem für die Desinfektion intakter Haut.

Sogenannte halogenierte Verbindungen wie Chlorhexidin finden besondere Anwendung in der Zahnmedizin, da sie dort zwar lange bestehen können, aber nicht in die Mundschleimhäute eindringen. Triclosan zählt zu den besonders starken Bakterienhemmern und wurde neben seiner Anwendung in der Zahnmedizin häufig antiseptischen Waschlotionen und Seifen zugesetzt. In der Europäischen Union wurde Triclosan 2016 die Genehmigung als Biozidwirkstoff für Produkte der menschlichen Hygiene versagt, weil die Umweltrisikobewertung unannehmbare Risiken ergab; auch wegen der möglichen Förderung von Resistenzen wird sein Einsatz heute zurückhaltend bewertet.

Zum Teil werden auch Quecksilberverbindungen wie Thiomersal als Antiseptika verwendet. Einige dieser Produkte wurden allerdings mittlerweile in Deutschland verboten, da ein hoher Quecksilbergehalt eine toxische Wirkung haben kann, wenn die Substanz in den Körper gelangt.


Risiken & Nebenwirkungen

Antiseptika sollen das Ausbreiten von Krankheitskeimen verhindern. Dabei müssen sie direkt auf die Haut aufgetragen werden, um ihre Wirkung dort entfalten zu können. Nicht selten kommt es daher zu Reaktionen an den betreffenden Körperstellen.

Alkohole sind beispielsweise dafür bekannt, bei Kontakt mit der Haut ein Brennen zu verursachen, das besonders im Falle einer offenen Wunde sehr schmerzhaft ausfallen kann. Unter Umständen können im Einzelfall allergische Reaktionen gegen einen oder mehrere im Antiseptikum enthaltene Bestandteile auftreten.

Der beißende Geruch, den viele Antiseptika verströmen, wird von zahlreichen Menschen als unangenehm empfunden. Häufige Anwendungen von antiseptischen Substanzen können die natürliche Fettschicht der Haut schädigen.

Alternativen

Antiseptika spielen eine wichtige Rolle in der Verhütung und Behandlung von Infektionen, besonders in Wunden. Doch in bestimmten Fällen können alternative Medikamente oder Therapien ebenso effektiv sein oder sogar bessere Ergebnisse bieten, insbesondere wenn es um die Minimierung von Resistenzbildung oder die Vermeidung von Nebenwirkungen geht.

Antibiotika sind eine häufige Alternative zu Antiseptika. Während Antiseptika darauf abzielen, Keime an der Anwendungsstelle abzutöten oder deren Wachstum zu hemmen, wirken Antibiotika systemisch, um bakterielle Infektionen im gesamten Körper zu bekämpfen. Sie sind besonders nützlich bei tiefen oder systemischen Infektionen, die über die Oberfläche hinausgehen, wo Antiseptika weniger wirksam sind.

Honig, insbesondere medizinischer Honig wie Manuka-Honig, wird aufgrund seiner natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften oft als Alternative zu Antiseptika eingesetzt. Honig kann effektiv Bakterien bekämpfen und wird in der Wundheilung eingesetzt, um Infektionen zu verhindern und den Heilungsprozess zu fördern.

Silberhaltige Verbände bieten eine weitere Alternative, besonders in der Behandlung von Brandwunden oder chronischen Wunden. Silberionen haben eine breite antimikrobielle Wirkung und können helfen, die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren.

Phagen-Therapie ist eine innovative Alternative, besonders relevant im Kontext antibiotikaresistenter Infektionen. Bakteriophagen sind Viren, die gezielt Bakterien infizieren und abtöten können. Diese Therapie wird zunehmend als eine Möglichkeit betrachtet, gegen multiresistente Bakterienstämme vorzugehen.

Ätherische Öle wie Teebaumöl und Lavendelöl haben ebenfalls natürliche antimikrobielle Eigenschaften und werden manchmal als milde Antiseptika in der Hautpflege und bei leichteren Hautinfektionen verwendet. Streng genommen sind sie damit keine Alternative zu Antiseptika, sondern selbst pflanzliche Antiseptika; auch medizinischer Honig und silberhaltige Verbände wirken antiseptisch und sind daher keine Alternative zu den Antiseptika.

Die genannten Mittel und Verfahren bieten jeweils spezifische Vorteile und können in bestimmten Situationen vorzuziehen sein, um eine effektive und sichere Behandlung von Infektionen zu gewährleisten. Ihre Wahl hängt von der Art der Infektion, dem Gesundheitszustand des Patienten und dem Ziel der Behandlung ab.

Forschung & Zukunft

Die Forschung im Bereich der Antiseptika entwickelt sich ständig weiter, um effektivere und sicherere Behandlungsmethoden für Infektionen zu finden. Einige der aktuellen Trends und neuen Ansätze in dieser Forschung umfassen:

Nanotechnologie: Der Einsatz von Nanopartikeln in der Entwicklung von Antiseptika ist ein vielversprechender Trend. Nanopartikel können aufgrund ihrer kleinen Größe effektiv in Bakterienzellen eindringen und diese abtöten, ohne umliegendes Gewebe zu schädigen. Forscher experimentieren mit verschiedenen Materialien wie Silber, Kupfer und sogar magnetischen Nanopartikeln, um deren antimikrobielle Wirkung zu maximieren.

Natürliche und biobasierte Antiseptika: Es gibt ein wachsendes Interesse an der Entwicklung von Antiseptika aus natürlichen Quellen wie Pflanzenextrakten und ätherischen Ölen. Diese Stoffe bieten oft eine geringere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Resistenz und haben weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu traditionellen chemischen Desinfektionsmitteln.

Kombinationstherapien: Forscher erkunden die Kombination von Antiseptika mit anderen antimikrobiellen Stoffen oder sogar Antibiotika, um die Wirksamkeit zu erhöhen und die Entwicklung von Resistenzen zu vermindern. Solche Kombinationen können synergistische Effekte erzeugen, die die antimikrobielle Aktivität verstärken.

Bakteriophagen: Die Verwendung von Bakteriophagen als alternative Antiseptika gewinnt an Interesse. Diese Viren greifen gezielt bestimmte Bakterienstämme an und können dabei helfen, bakterielle Infektionen zu bekämpfen, besonders bei antibiotikaresistenten Stämmen.

Smart Antiseptics: Die Entwicklung von „intelligenten“ Antiseptika, die aktiv werden, wenn sie auf pathogene Mikroorganismen treffen, ist ein weiterer innovativer Ansatz. Diese könnten Infektionen gezielt bekämpfen, ohne das mikrobielle Gleichgewicht der Haut oder anderer betroffener Stellen zu stören.

Diese Forschungstrends spiegeln das Bestreben wider, wirksamere und sicherere Antiseptika zu entwickeln, die die Behandlung von Infektionen verbessern und gleichzeitig die Probleme der Resistenzbildung und Toxizität angehen.

Rechtliche Einordnung

Ob ein keimtötendes Mittel als Arzneimittel, als Biozidprodukt oder als Medizinprodukt gilt, entscheidet nicht seine Zusammensetzung, sondern die Zweckbestimmung, die der Hersteller ihm gibt. Die europäische Biozidverordnung (EU) Nr. 528/2012 führt in ihrem Anhang V unter der Produktart 1 „Menschliche Hygiene“ jene Produkte auf, die hauptsächlich zum Zwecke der Haut- oder Kopfhautdesinfektion auf die menschliche Haut oder Kopfhaut aufgetragen werden oder mit ihr in Berührung kommen. Nach Artikel 17 dieser Verordnung dürfen solche Produkte nur dann auf dem Markt bereitgestellt oder verwendet werden, wenn sie zugelassen sind; eine Zulassung gilt für höchstens zehn Jahre.

Wird ein Mittel dagegen dazu bestimmt, eine Krankheit zu verhüten oder zu behandeln, greift das Arzneimittelrecht. Das deutsche Arzneimittelgesetz nimmt Biozid-Produkte in § 2 Absatz 3 zwar ausdrücklich vom Arzneimittelbegriff aus, doch die Zweifelsfallregelung des § 2 Absatz 3a ordnet ein Erzeugnis, das zugleich unter beide Begriffsbestimmungen fallen kann, dem Arzneimittelrecht zu. Ein Medizinprodukt wiederum kann ein Erzeugnis nach Artikel 2 der EU-Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745 nur sein, wenn seine bestimmungsgemäße Hauptwirkung gerade nicht auf pharmakologischem Weg zustande kommt. Spüllösungen, die eine Wunde vor allem mechanisch säubern, fallen daher eher in diese Kategorie als Mittel, die Keime über einen Wirkstoff abtöten.

Alle drei Wege verlangen ein Prüfverfahren, sie fragen darin aber Verschiedenes ab. Für die Zulassung eines Biozidprodukts muss nach Artikel 19 der Biozidverordnung nachgewiesen sein, dass es hinreichend wirksam ist, keine unannehmbare Resistenz oder Kreuzresistenz verursacht und weder für Mensch noch für Umwelt unannehmbare Wirkungen hat. Woraufhin ein Mittel geprüft worden ist, lässt sich also nicht an seiner Wirkstoffliste ablesen, sondern nur an seiner rechtlichen Einstufung.

Welches Antiseptikum wofür

Antiseptische Wirkstoffe sind untereinander nicht austauschbar; welcher infrage kommt, hängt von der Art der Wunde ab. Das Konsensuspapier zur Wundantiseptik, das eine Arbeitsgruppe um A. Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald 2018 in der Fachzeitschrift Skin Pharmacology and Physiology vorlegte, ordnet die Wirkstoffe nach Anwendungsfeldern. Für kritisch besiedelte und infizierte chronische Wunden sowie für Verbrennungen gilt darin Polihexanid als Wirkstoff der Wahl. Für akute, verschmutzte und traumatische Wunden wird eine Octenidin-Kombination bevorzugt, weil sie auch in tiefere Schichten hineinreicht. Bei Bisswunden sowie bei Stich- und Schussverletzungen steht dagegen Povidon-Jod an erster Stelle.

Ebenso deutlich fällt aus, was dieselbe Übersicht für überholt hält: Farbstoffe, organische Quecksilberverbindungen und Wasserstoffperoxid als alleiniges Mittel werden dort als obsolet eingestuft, Silbersulfadiazin als entbehrlich. Betont wird zugleich, dass für den Einsatz antiseptischer Mittel eine strenge Indikation zu stellen ist – nicht jede Wunde muss antiseptisch behandelt werden. Breitet sich eine Infektion über die Wunde hinaus aus, reicht die örtliche Behandlung ohnehin nicht mehr, dann ist eine innerlich wirkende Therapie erforderlich.

Wenn Keime unempfindlicher werden

Eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber antiseptischen Wirkstoffen ist beschrieben, sie betrifft aber jeweils einen bestimmten Wirkstoff und einen bestimmten Erreger; eine Aussage über Antiseptika als Ganzes lässt sich daraus nicht ableiten. Am besten untersucht ist der Zusammenhang für Chlorhexidin und Staphylococcus aureus. Bei diesem Erreger sind Gene bekannt, die für Ausschleusungspumpen in der Zellhülle kodieren; sie tragen Kürzel wie qacA/B, qacC und smr. Eine Arbeitsgruppe der Uniformed Services University in Bethesda erzeugte 2020 Stämme, die sich nur in diesen Genen unterschieden, und konnte so den Beitrag der einzelnen Pumpen zur verminderten Empfindlichkeit gegenüber Chlorhexidin und verwandten Wirkstoffen auseinanderhalten.

In einer Untersuchung klinischer Isolate, die 2022 in der Fachzeitschrift Germs erschien, zeigte gut ein Viertel der geprüften Stämme eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Chlorhexidin, und die Gene qacA/B und smr fanden sich bei methicillinresistenten Stämmen (MRSA) deutlich häufiger als bei methicillinempfindlichen. Die Autoren leiten daraus die Forderung ab, den Einsatz biozider Wirkstoffe ebenso systematisch zu überwachen und zu steuern, wie es für Antibiotika inzwischen üblich ist.

Verpackung und Etikett

Für Antiseptika, die als Biozidprodukt zugelassen sind, gelten eigene Vorgaben an Verpackung und Kennzeichnung. Nach Artikel 69 der Biozidverordnung müssen Produkte, die mit Lebensmitteln oder Getränken verwechselt werden können, so verpackt sein, dass ein solches Versehen möglichst unwahrscheinlich wird; Produkte, die der Allgemeinheit zugänglich sind, müssen außerdem Bestandteile enthalten, die vom Verzehr abhalten und sie besonders für Kinder unattraktiv machen.

Auf dem Etikett stehen müssen unter anderem die Bezeichnung jedes Wirkstoffs samt Konzentration, die Zulassungsnummer, die Anwendungen, für die das Produkt zugelassen ist, sowie Angaben zu möglichen unerwünschten Wirkungen und zur Ersten Hilfe. Wo diese Angaben fehlen, handelt es sich nicht um ein zugelassenes Biozidprodukt – entweder unterliegt das Mittel einem anderen Regelwerk oder es ist gar nicht verkehrsfähig.

Quellen

  • Kramer, A., Assadian, O., Exner, M. (Hrsg.): Krankenhaus- und Praxishygiene.
    ISBN: 9783437223136
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Protz, K., Timm, J. H.: Moderne Wundversorgung.
    ISBN: 9783437278877
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541

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