Finasterid

Letzte Aktualisierung am 2. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Finasterid gehört zu den synthetischen Steroiden und wird zur Behandlung von erblich bedingten Haarausfall bei Männern, sowie Prostatahyperplasie angewandt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Finasterid?

Finasterid ist ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung gutartiger Vergrößerung der Prostata entwickelt wurde, dessen stimulierende Wirkung auf den männlichen Haarwuchs jedoch ebenfalls festgestellt wurde und in Pillenform für diesen Zweck Verwendung findet.

Zur Behandlung der Prostatahyperplasie (Vergrößerung der Prostata) wird das Mittel in Dosierungen von 5 mg verwendet, bei der Behandlung von erblich bedingten Haarausfalls in Dosierungen von 1 mg. Die Symptome einer vergrößerten Prostata, bspw. der verringerte Urinfluss, können bei der Therapie nach ca. einem halben Jahr zurückgehen.

Die Folgen von erblich bedingten Haarausfall können, nach einigen Studien, bei zwei von drei Männern mit signifikanten neuem Haarwuchs entgegengewirkt werden. Die Nebenwirkungen von Finasterid können jedoch bis zu Prostatakrebs oder sexueller Dysfunktion führen.

Pharmakologische Wirkung

Finasterid zählt zu den synthetischen Steroiden und hemmt die Umwandlung des Sexualhormons Testosterons in die veränderte Form Dihydrotestosteron.

Forschungen haben gezeigt, dass einige Haarfollikel sensibel und mit einem Wachsstumsstop auf Dihydrotestosteron reagieren. Dieses Verhalten der Haarfollikel ist weit verbreitet und erblich. Als Folge der Behandlung mit Finasterid verlängert sich die Wachstumsphase der Haarfollikel. Wie wirksam diese Therapie ist, hängt von der noch vorhandenen Aktivität des Haarfollikels ab. Ist diese bereits deutlich zurückgegangen, wird sie vermutlich auch nicht mehr auf das Finasterid reagieren.

Wurde die Einnahme des Mittels begonnen und es zeigen sich Erfolge, muss Finasterid so lange weiter eingenommen werden, wie der Mann wünscht, seine Haare zu behalten. Die Glatzenbildung wird somit in einen späteren Lebensabschnitt verschoben und setzt spätestens dann erneut ein, wenn das Finasterid abgesetzt wird. Einige Studien belegen die enormen Erfolgschancen von Finasterid bei der Bekämpfung von erblich bedingten Haarausfalls.

So konnten bei über 80% der Probanden ein Stopp des Fortlaufenden Haarausfalls festgestellt werden und bei über 60% sogar eine erneute Rückbildung und Stärkung bereits deutlich unproduktiv gewordener Haarfollikel. Diese Wirkung zeigte sich auch Männern, die das 40. Lebensjahr bereits deutlich überschritten hatten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Finasterid gehört zu den synthetischen Steroiden und wird z.B. zur Behandlung von erblich bedingten Haarausfall bei Männern.

Auch wenn Finasterid sich großer Beliebtheit bei der Behandlung von erblich bedingten Haarausfall bei Männern erfreut, wird es auch immer noch bei der Behandlung von Prostatahyperplasie angewendet und zeigt in der höheren Dosierung von 5 mg pro Tag gute Ergebnisse, die zu einem deutlichen Abbau der Beschwerden führen können.

Bei der Behandlung von Haarhausfall zeigt Finasterid, ähnlich wie das von außen aufgetragene Minoxidil, gute Erfolge an Haaransatz und auf der Schädelplatte, mit den größeren Erfolgen im hinteren Kopfbereich. In einer 10 Jahre andauernden Studie blieben lediglich 14% der Männer ohne Rückgang des Haarausfalls. Die Ergebnisse schwanken jedoch deutlich. So gibt es auch Männer, die im ersten Jahr der Behandlung keine Verbesserung feststellen können, anschließend jedoch einen Erfolg verzeichnen konnten.

Neben der Behandlung von Prostatahyperplasie und erblich bedingten Haarausfall existieren auch einige Bericht über den Einsatz zur hormonellen Steuerung bei Transsexuellen, die eine Umwandlung von Mann zur Frau vornehmen wollen. Diese Anwendung zeigte jedoch keine großen Erfolge und ist nicht zu empfehlen. Vor allem da Finasterid zu emotionalen Ungleichgewicht führen kann, zudem Transsexuelle, aufgrund ihrer komplizierten Situation, eh bereits zur Risikogruppe gehören.

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Risiken & Nebenwirkungen

Finasterid kann zu einer Vielzahl von unerwünschten Nebenwirkungen führen. Dazu zählen vor allem Impotenz, Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann), erektile Dysfunktion, Ejakulationsstörung, testikulärer Schmerzen und Depression.

Viele Betroffene berichten von bleibenden Nebenerscheinungen, auch nachdem sie Finasterid abgesetzt haben. Zwar wird Finasterid zur Behandlung von gutartiger Prostatavergrößerung angewendet, jedoch gibt es durch die Einnahme ein erhöhtes Risiko an Prostatakrebs zu erkranken.

Erektionsstörungen und vermindertes Sexualverlangen können nach dem Absetzen des Mittels wieder vergehen, jedoch wird in vielen Fällen von einer bleibenden Störung berichtet, auch nach dem Absetzen des Medikaments. Selbst bei einer milden Dosierung von 1 mg pro Tag zeigen sich bei über 70 % der Patienten leichte bis schwere Fälle von Depression.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

jungerMann kommentierte am 20.09.2015

Ich habe Finasterid in zwei Perioden genommen. Hatte es damals von meinem Hautarzt verschrieben bekommen als ich ca. 17/18 Jahre alt war und habe es dann knapp über ein Jahr genommen. Anschließend hatte ich es abgesetzt, weil ich nicht wirklich Erfolge verzeichnen konnte. Drei Jahre später mit ca. 22/23 Jahren habe ich es dann wieder genommen. Und ich wünschte ich hätte es nicht genommen.
Es war wieder für ein Jahr (die fünf mg Packung mit 100 Tabletten, die ich dann immer in Viertelstücke geschnitten hatte). Erhofft hatte ich mir natürlich mehr Haare auf dem Kopf. Den Haaren hat es kaum geholfen, außer dass sie etwas weniger ausgefallen sind. Mir ist während der zweiten Periode aufgefallen, dass ich viel lustloser bzw. betrübter wurde. Es ging so weit, dass ich sehr in Depressionen versank. Das Medikament hat mir sehr viel Lebensfreude genommen und das Leben nicht im Geringsten farbig gelassen. Ich habe dann einfach mal nach Alternativen gegoogelt, da das Finasterid keine neuen Haare wachsen lies. So kam ich dann auch zu all den Informationen über Finasterid. Die Tabletten hatte ich sofort abgesetzt. Die Depressionen gingen allerdings nicht mehr so schnell weg. Die akuten Depressionen gingen erst nach vier bis fünf Monaten weg. Körperlich kann ich auch noch bestätigen, dass meine Brüste zu der Zeit etwas gewachsen sind. Mein Rat an alle die vorhaben Finasterid zu nehmen: Jungs und Männer lasst es sein. Gott sei Dank ist das Mittel nichts, was einen abhängig macht. Man kann es einfach wegwerfen und hat auch kein Verlangen danach. Zumindest konnte ich es zweimal problemlos absetzen. Ich hoffe, dass wenigstens ein Mensch das hier lesen wird und sich das eventuell zu Herzen nimmt.

Mann mit Hasrausfall 32 kommentierte am 07.07.2017

Ich nehme Finasterid (Proscar) seit ca. 20 Monaten. Die Tablette teile ich jeweils in vier Stücke. Je ein Stück pro Tag und einen Tag Pause. Der Erfolg ist schwer abzuschätzen, da man nicht weiß wie die Situation ohne Finasterid wäre. Aber ich denke, dass die Haarsituation in etwa stabil geblieben ist seit der Einnahme. Nebenwirkungen wie verminderte Libido und Potenz traten nur in der Anfangsphase auf. Alles in allem ist das Medikament in meinem Fall zumindest sehr gut verträglich. Das ist aber wie bei allen Medikamenten abhängig von der Person. Bei mir hatte (das im Allgemeinen) gut verträgliche Minoxidil eine schwere allergische Reaktion und Herzrasen ausgelöst, aus diesem Grund habe ich mich dann für Finasterid entschieden. Schliesslich muss jeder selbst entscheiden was er möchte und welche Risiken man eingegen möchte für einen rein kosmetischen Effekt. Wenn ich nicht allergisch auf Minoxidil wäre, würde ich es Finasterid vorziehen, da die potentiellen Nebenwirkungen doch weniger gravierend zu sein scheinen. In meinem Fall würde ich aber definitiv eher die Depression kriegen, wenn ich sehen würde wie meine Haarpracht davonfällt. Zumindest momentan noch. Mit zunehmendem Alter, so schätze ich, wird jedoch der Haarverlust immer mehr an Schrecken verlieren.