Ganser-Syndrom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Patienten mit Ganser-Syndrom beantworten einfache Fragen und Handlungsaufforderungen mit Fehlverhalten. Lange galt das Syndrom als simulierte Erkrankung im Strafvollzug, ist heute aber als dissoziative Konversionsstörung anerkannt. Die Behandlung stellt sich als schwierig heraus und erfolgt mittels Verhaltenstherapie sowie Medikamentengabe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ganser-Syndrom?

Ganser Syndrom
Patienten mit Ganser-Syndrom geben falsche Antworten auf einfache Fragen. Auf die Frage nach der Farbe der Sonne antworten sie zum Beispiel mit „grün“.
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Dissoziative Konversionsstörungen sind vorübergehende psychosomatische Störungen. Die Betroffenen leiden an Störungen der Körperfunktionen, die in zeitlichem Zusammenhang mit einem psychisch belastenden Ereignis stehen. Das Ganser-Syndrom wird den dissoziativen Konversionsstörungen zugeordnet. Es handelt sich dabei um ein seltenes Störungsbild der Psychiatrie.

Die Betroffenen beantworten einfache Fragen unstimmig oder gar falsch und erwecken so den Eindruck einer Demenz. Auch falsche Handlungsabläufe prägen das Krankheitsbild. Die Erstbeschreibung der Störung erfolgte im Jahr 1897. Als Erstbeschreiber gilt der deutsche Psychiater S. J. M. Ganser, der der Erkrankung ihren Namen gegeben hat.

Die ersten Fälle des Ganser-Syndroms wurden innerhalb des Strafvollzugs beobachtet und standen mit dem Wunsch nach einer Unzurechnungsfähigkeitserklärung in Zusammenhang. In diesem Kontext wurde das Syndrom anfangs für eine bewusste Täuschung gehalten, die lediglich der Simulation einer Geisteskrankheit dient. Mittlerweile wird das Ganser-Syndrom allerdings als echte, psychiatrische Störung anerkannt und findet sich als solche im ICD-10. Auch die seit 2022 gültige ICD-11 führt es weiterhin bei den dissoziativen Störungen. Wegen der Erstbeobachtungen im Gefängnis wurde das Syndrom früher auch als „Haftpsychose“ bezeichnet. Heute wird es nur noch selten diagnostiziert und häufiger im Zusammenhang mit schwerer Erschöpfung, einem Schädel-Hirn-Trauma oder extremen Belastungssituationen beschrieben.

Ursachen

Die Ursachen für das Ganser-Syndrom sind bislang nicht näher geklärt. Da das Syndrom erstmals im Strafvollzug beobachtet wurde, wurde die Erkrankung lange für einen bewussten Täuschungsversuch mit dem Ziel der Unzurechnungsfähigkeitserklärung gehalten. Trotz der Anerkennung des Syndroms als tatsächliche Erkrankung bedenken Psychiater bei der Diagnosestellung auch heute noch den möglichen Simulationscharakter.

Die Abgrenzung einer echten Erkrankung von einer bewusst simulierten Krankheit fällt speziell beim Krankheitsbild des Ganser-Syndroms außerordentlich schwer. Der entscheidende Unterschied liegt in der Absicht: Wer simuliert, täuscht eine Krankheit bewusst und zu einem erkennbaren Zweck vor. Beim Ganser-Syndrom laufen die Fehlantworten dagegen nicht willentlich gesteuert ab und sind für den Betroffenen selbst nicht durchschaubar. Zuweilen können außerdem hirnorganische Schädigungen zu einem ähnlichen Krankheitsbild führen. Einem rein psychisch bedingten Ganser-Syndrom geht im Regelfall ein signifikant belastendes Ereignis voraus, das das Seelenleben des Betroffenen außerordentlich stark erschüttert hat. Dieser ursächliche Zusammenhang begründet die Einordnung des Syndroms als dissoziative Konversionsstörung.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Patienten mit Ganser-Syndrom geben falsche Antworten auf einfache Fragen. Auf die Frage nach der Farbe der Sonne antworten sie zum Beispiel mit „grün“. Die Frage nach dem gegenwärtigen Tag beantworten sie mit einer Jahreszeit und Handlungsaufforderungen werden falsch ausgeführt. Anderweitige kognitive Einschränkungen und Verhaltensauffälligkeiten liegen nicht vor.

Fachlich wird dieses Leitsymptom als Vorbeiantworten bezeichnet. Kennzeichnend ist dabei, dass die Antwort das Thema der Frage trifft und sie nur knapp verfehlt – auf die Frage, wie viele Beine ein Pferd habe, folgt etwa „fünf“. Gerade daran zeigt sich, dass die Frage sehr wohl verstanden wurde.

Neben dem typischen Vorbeiantworten will Erstbeschreiber Ganser eine fluktuierende Bewusstseinstrübung, Gefühlsstörungen wie Analgesien, Kribbelgefühl oder sogar Lähmungen und akustische sowie visuelle Pseudohalluzinationen an den Patienten bemerkt haben.

Kindisch-läppische Affekte, Depressionen, Unruhezustände, Gedächtnislücken und Sehfeldeinschränkungen können vorliegen. Darüber hinaus gelten Echopraxien sowie pseudoepileptische Anfälle als typische Symptome. Die akute Symptomatik hält in der Regel nur kurz an und wird später vom Patienten nicht erinnert.

Häufig werden die Betroffenen von ihrem Umfeld für „dumm“ gehalten. Aus diesem Grund ist schulisches, berufliches und soziales Versagen eine häufige Folge. Soziale Isolation kann als Komplikation auftreten. Mittlerweile leiden Fallberichten zufolge immer häufiger Kinder an Symptomen des Syndroms.

Diagnose & Verlauf

Das Ganser-Syndrom erfordert eine umfangreiche Diagnostik. Eine psychiatrische oder psychologische Einschätzung reicht für eine sichere Diagnose in der Regel nicht aus. Neurologische Untersuchungen und Bildgebungen des Gehirns sind erforderlich, um hirnorganische Schädigungen als Ursache der kognitiven Störungen auszuschließen.

Sind körperliche Ursachen ausgeschlossen, muss ein Psychiater die Abgrenzung zu einer simulierten Erkrankung treffen; da dazu auch die Beurteilung organischer Befunde gehört, ist dieser Schritt ärztliche Aufgabe. Auch die differentialdiagnostische Abgrenzung zu Krankheitsbildern wie der Schizophrenie ist im Rahmen der Diagnostik erforderlich. Diese Aufgabe stellt sich als Gratwanderung heraus. Die Prognose für Patienten mit Ganser-Syndrom hängt vor allem von der auslösenden Belastung und von möglichen Begleiterkrankungen ab; die akute Symptomatik selbst bildet sich meist rasch wieder zurück.

Der Verlauf des Ganser-Syndroms ist typischerweise episodisch. Die auffällige Symptomatik setzt meist in engem zeitlichem Zusammenhang mit einer schweren Belastung ein, hält Stunden bis Tage, seltener einige Wochen an und klingt danach oft ebenso plötzlich wieder ab, wie sie begonnen hat. Für die Zeit der Episode besteht anschließend häufig eine Erinnerungslücke, sodass die Betroffenen selbst keine Auskunft über ihr Verhalten geben können. Nicht selten bleibt die Störung zunächst unerkannt, weil Außenstehende das Vorbeiantworten als Unfug, als Trotz oder als beginnende Demenz deuten.

Zur Diagnostik gehört daher immer die Frage nach dem auslösenden Ereignis: nach Haft, Untersuchungshaft und Gerichtsverfahren, nach Gewalterfahrungen, nach schwerer Erschöpfung und nach einem vorausgegangenen Schädel-Hirn-Trauma. Ergänzend werden Blutwerte, ein EEG und je nach Befund eine Bildgebung des Kopfes herangezogen, um eine Entzündung, eine Vergiftung, einen Entzug oder eine hirnorganische Schädigung auszuschließen. Auch eine Prüfung der geistigen Leistungsfähigkeit ist üblich. Sie fällt beim Ganser-Syndrom in charakteristischer Weise widersprüchlich aus, weil schwierige Aufgaben mitunter besser gelöst werden als ganz einfache.

Für den weiteren Verlauf ist entscheidend, was hinter der Episode steht. Bleibt die auslösende Belastung bestehen oder liegt zusätzlich eine andere psychische Erkrankung wie eine Depression, eine posttraumatische Belastungsstörung oder eine Persönlichkeitsstörung vor, können die Beschwerden wiederkehren. Wird die Belastung dagegen aufgelöst und eine Grunderkrankung behandelt, ist die Aussicht auf eine vollständige Rückbildung gut. Die Lebenserwartung selbst wird durch das Ganser-Syndrom nicht beeinflusst.

Komplikationen

Durch das Ganser-Syndrom kommt es zu schwerwiegenden psychischen Beschwerden und Komplikationen. Diese treten vor allem im sozialen Umfeld auf, da der Patient oft aus dem sozialen Leben ausgeschlossen wird und an diesem auch nicht mehr aktiv teilnehmen kann. Dadurch kommt es zu Depressionen und zu einer aggressiven Grundstimmung des Patienten.

Ebenso treten Störungen des Bewusstseins und der Konzentration auf. Vor allem bei Kindern kann das Ganser-Syndrom zu Hänseleien und zu Mobbing führen und damit die Lebensqualität extrem verringern. Nicht selten erscheinen die Betroffenen für Außenstehende als nicht intelligent, weswegen es verstärkt zu psychischen Beschwerden kommt. Es treten auch weitere Verhaltensauffälligkeiten auf, nicht selten kommt es auch zu Lähmungen bestimmter Regionen am Körper.

Die Behandlung des Ganser-Syndroms erweist sich als sehr kompliziert und langfristig. Sie führt auch nicht in jedem Fall zum Erfolg, sodass der Patient gegebenenfalls mit den Symptomen sein gesamtes Leben verbringen muss. Bestimmte falsche Verhaltensweisen werden in Therapien behandelt. Allerdings ist auch die Entwicklung des Kindes eingeschränkt, sodass es zu Beschwerden im Erwachsenenalter kommen kann. Die Lebenserwartung selbst wird durch das Ganser-Syndrom nicht beeinflusst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die auf Anweisungen und Handlungsaufforderungen der Mitmenschen oder nahen Angehörigen mit einer unpassenden Reaktion auffallen, benötigen ärztliche Hilfe. Können einfache Fragen trotz des vorhandenen Wissens nicht korrekt beantwortet werden, gilt dies als ungewöhnlich und ist von einem Mediziner begutachten zu lassen. Fällt der Betroffene aufgrund seines Verhaltens auf, da es von seiner Norm abweicht, empfiehlt es sich, einen Kontrollbesuch bei einem Arzt einzuleiten.

Wirkt der Betroffene so, als sei er unzurechnungsfähig und geistig eingeschränkt, sollte ein Arzt zur Abklärung der Auffälligkeiten aufgesucht werden. Zeigen Erkrankte mehrfach Verhaltensweisen, die denen von Demenzerkrankten ähneln, besteht Grund zu Besorgnis. Vergesslichkeit, Orientierungslosigkeit und eine nicht glaubwürdige Inkompetenz in Alltagssituationen sollten untersucht und medizinisch behandelt werden. Anhaltende oder wiederholte kognitive Einschränkungen, Gedächtnisstörungen und Stimmungsschwankungen sind Hinweise, die mit einem Arzt besprochen werden sollten.

Kommt es zu Veränderungen des Bewusstseins, Gefühlsstörungen oder einer inneren Unruhe wird ein Arzt benötigt. Bei Halluzinationen, Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen am Körper ist ein Arzt aufzusuchen. Klagt der Betroffene über Einschränkungen des Sehfeldes oder werden diese von Angehörigen wahrgenommen, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Treten wiederholt pseudoepileptische Anfälle auf, an die der Betroffene keine Erinnerungen hat, sollte ein Arzt konsultiert werden. Setzt die Verwirrtheit unmittelbar nach einem Sturz auf den Kopf ein, gehört der Betroffene noch am selben Tag in ärztliche Behandlung.

Behandlung & Therapie

Das Ganser-Syndrom wird in psychologischer Betreuung behandelt. Eine ursächliche Behandlung wird angestrebt, allerdings stellt sich die kausale Therapie als schwierig heraus. Eine viel genutzte Möglichkeit bietet sich mit der kognitiven Verhaltenstherapie. Verhaltenstherapeutische Behandlungsschritte basieren auf der Lerntheorie. Störungsbedingtes Verhalten wird von der Verhaltenstherapie als erlernt aufgefasst und soll in der Therapie wieder verlernt werden.

Der Verhaltenstherapeut will die auffälligen Denk- und Verhaltensweisen des Patienten mit angemessenen Denk- und Verhaltensweisen ersetzen und dem Betroffenen eine neue Sichtweise auf das eigene Verhalten eröffnen. Die Verstärkung von erwünschtem und die Eliminierung von unerwünschtem oder unangemessenem Verhalten sind zentrale Ziele jeder Verhaltenstherapie.

Patienten mit Ganser-Syndrom verstehen Fragen und Handlungsaufforderungen sehr wohl, aber verhalten sich trotz des grundlegenden Verständnisses für das von ihnen Geforderte der Forderung unangemessen. Dieser Zusammenhang macht die Verhaltenstherapie erst möglich. Würden sie Fragen und Aufforderungen grundsätzlich nicht verstehen, könnte ihr Verhalten in der Situation auch nicht korrigiert werden.

In den meisten Fällen wird der ursächliche Behandlungsansatz mit einem symptomatischen Therapieansatz kombiniert. Die Betroffenen zeigen häufig starke Unruhe, die der Verhaltenstherapie im Weg steht. Um die Unruhezustände der Patienten abzuschwächen, werden in der Regel konservativ medikamentöse Behandlungsschritte verfolgt.

Die kurzfristige Gabe von Lorazepam hat sich in diesem Zusammenhang eingebürgert. Um die Störung auf lange Sicht aufzulösen, muss der Therapeut die ursächlichen Situationen und Reize für das Fehlverhalten erkennen. Der Patient wird mit diesen Reizen konfrontiert, bis eine Desensibilisierung erreicht ist.

Aussicht & Prognose

Die Prognose des Ganser-Syndroms richtet sich nach dem Beginn einer adäquaten Behandlung der Erkrankung. In vielen Fällen liegt keine Krankheitseinsicht des Patienten vor. Das führt dazu, dass trotz Auffälligkeiten und Besonderheiten des Verhaltens kein Arzt aufgesucht wird oder eine Therapie abgelehnt wird. Darüber hinaus liegt die Schwierigkeit der Erkrankung in der korrekten Diagnosestellung. Das Vorliegen dieser psychischen Störung wird häufig über lange Zeit verkannt.

Wird eine Therapie in Anspruch genommen, besteht eine gute Aussicht auf eine Linderung der vorhandenen Beschwerden. Dennoch gestaltet sich die Behandlung meist sehr schwierig und komplex. Die Abbruchrate ist hoch, da die notwendigen Maßnahmen umfangreich sind und der Patient in vielen Fällen nicht davon überzeugt ist, dass die Probleme aufgrund seines Verhaltens auftreten. Für ihn ist die Ursache im Umfeld oder im Verhalten anderer Menschen zu finden. Ebenso mangelt es oft an einer ausreichenden Mitarbeit des Patienten innerhalb der Therapie.

Die akute Ganser-Symptomatik selbst klingt meist innerhalb von Tagen bis Wochen wieder ab. Eine Langzeitbehandlung richtet sich daher vor allem gegen die auslösende Belastung und gegen begleitende Erkrankungen; sie kann sich bei den Betroffenen über Jahre erstrecken. Ziel ist dabei nicht in jedem Fall die vollständige Beschwerdefreiheit. Im Mittelpunkt stehen die schrittweise Verbesserung der Lebensqualität und der Abbau zwischenmenschlicher Konflikte. Kognitive Veränderungen sind notwendig, damit eine Verbesserung der Gesamtsituation erfolgen kann. Rückfälle sind dabei keine Seltenheit.


Vorbeugung

Da die genauen Ursachen des Ganser-Syndroms vermutlich breitgefächert sind, lässt sich dem Syndrom kaum in vollem Maße vorbeugen. Eine stabile Psyche kann eine Prophylaxe sein. Prophylaktische Psychotherapie lässt sich in gewissem Umfang als Vorbeugungsmaßnahme bezeichnen.

Nachsorge

In den meisten Fällen stehen dem Betroffenen beim Ganser-Syndrom keine besonderen Möglichkeiten der Nachsorge zur Verfügung. Der Patient ist dabei auf eine umfassende Behandlung dieser Krankheit angewiesen, wobei eine vollständige Heilung nicht garantiert werden kann. Sollte das Ganser-Syndrom allerdings vollständig geheilt werden, muss ein erneutes Auftreten verhindert werden.

Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit nicht verringert. Das Ganser-Syndrom wird dabei meist durch einen Psychologen oder durch einen Therapeuten behandelt. In vielen Fällen ist dabei auch die Unterstützung der Familie oder der Freunde notwendig und sehr hilfreich, um die Heilung zu beschleunigen.

Ebenso müssen außenstehende Personen den Betroffenen in der Regel auf die Symptome dieser Krankheit hinweisen und diesen zu einer Therapie bewegen. Nicht selten wird das Ganser-Syndrom auch mit Hilfe von Medikamenten behandelt. Dabei ist auf eine regelmäßige Einnahme zu achten, wobei die richtige Dosis durch einen Arzt angepasst werden muss.

In Zweifelsfällen sollte dabei immer ein Arzt konsultiert werden. Die Behandlung des Syndroms kann dabei auch in einer speziellen Klinik erfolgen. Sollte das Ganser-Syndrom dabei erneut auftreten, so muss es wieder durch einen Arzt behandelt werden. Eine Selbstheilung kann dabei nicht eintreten.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung des Ganser-Syndroms erweist sich in der Regel als schwierig, sodass auch die Mittel der Selbsthilfe hierbei sehr stark eingeschränkt sind. Auf die regelmäßige und sorgfältige Einnahme der vom Arzt verordneten Medikamente ist zu achten. Ebenso sollten immer Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln beachtet werden, falls noch weitere Medikamente eingenommen werden.

Beim Ganser-Syndrom ist es äußerst wichtig, den Patienten für sein Fehlverhalten nicht zu bestrafen. Hierbei müssen vor allem Freunde und Angehörige auf die Symptome des Syndroms Rücksicht nehmen und dem Patienten erklären, wieso sein Verhalten ein Fehlverhalten darstellt. Auch müssen verschiedene Denkweisen, die falsch sein könnten, von Außenstehenden richtig gestellt werden.

In der Regel erfolgt die Behandlung dabei durch die Konfrontation mit unangenehmen Reizen und Situationen. Diese Konfrontation kann dabei auch im eigenen Zuhause mit vertrauten Personen stattfinden, wodurch die Heilung eventuell beschleunigt wird. Allerdings sollten diese Verhaltensübungen immer mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden, um ein Fehlverhalten zu vermeiden. Sollte der Betroffene unruhig wirken, so sind dabei einfühlsame Gespräche mit den engsten und vertrauten Personen sehr hilfreich.

Quellen

  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Berger, M. (Hrsg.): Psychische Erkrankungen.
    ISBN: 9783437224850
  • Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M. H. (Hrsg.): Internationale Klassifikation psychischer Störungen.
    ISBN: 9783456855608
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen DSM-5.
    ISBN: 9783801728038
  • Ermann, M.: Psychotherapie und Psychosomatik.
    ISBN: 9783170368002

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