Herz-Lungen-Wiederbelebung

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei einem Atemstillstand wird das Gehirn nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Bereits nach kurzer Zeit sterben die ersten Gehirnzellen ab. Zwei bis drei Minuten darauf kommt es zum Herzstillstand. Deshalb ist rasches Handeln mit Hilfe der Herz-Lungen-Wiederbelebung erforderlich, wenn ein Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand festgestellt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung?

Herz Lungen Wiederbelebung
Bei der Herzdruckmassage wird das Herz durch Druck auf das Brustbein gepresst. Dabei erhöht sich der Druck im Brustkorb, und Blut wird aus dem Herzen in den Kreislauf gepumpt. In der Entlastungsphase füllt sich das Herz erneut mit Blut.

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung oder kardiopulmonale Reanimation hat zum Ziel, das Blut durch Beatmung mit Sauerstoff zu versorgen und durch eine Herzdruckmassage einen Blutdruck aufzubauen. Auf diese Weise können lebenswichtige Organe, wie das Gehirn, ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, dass der Rettungsdienst mit Hilfe von Medikamenten und durch Defibrillation das Herz wieder in Gang setzen kann.

Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung werden Basismaßnahmen, welche im Rahmen lebensrettender Sofortmaßnahmen auch von Laien durchgeführt werden können, von erweiterten Maßnahmen unterschieden.

Geschichte & Entwicklung

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) hat eine lange Geschichte, die bis in die Antike zurückreicht. Erste Ansätze zur Wiederbelebung durch Mund-zu-Mund-Beatmung sind bereits aus dem alten Ägypten bekannt. Im 18. Jahrhundert entwickelten europäische Ärzte gezielte Methoden zur Reanimation. 1740 empfahl die Pariser Akademie der Wissenschaften die Mund-zu-Mund-Beatmung für Ertrunkene.

Ein bedeutender Fortschritt erfolgte 1891, als Friedrich Maass in Deutschland erstmals externe Thoraxkompressionen beschrieb. Dennoch blieb die Technik bis ins 20. Jahrhundert wenig verbreitet. 1956 wiesen James Elam und Peter Safar nach, dass die Mund-zu-Mund-Beatmung den älteren Verfahren überlegen ist. Kurz darauf beschrieben William Kouwenhoven, Guy Knickerbocker und James Jude die äußere Herzdruckmassage; aus der Verbindung beider Verfahren entstand die moderne kardiopulmonale Wiederbelebung.

1960 wurde die HLW als Standardverfahren etabliert. Die American Heart Association (AHA) begann mit der breiten Schulung von medizinischem Personal. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Techniken durch Automatisierte Externe Defibrillatoren (AEDs) und standardisierte Algorithmen weiter verbessert. Heute gilt die HLW als essenzielle Notfallmaßnahme, die weltweit gelehrt und angewendet wird.

Einsatz & Indikation

Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) wird durchgeführt, wenn eine Person einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleidet. Dies tritt ein, wenn das Herz aufhört zu schlagen oder in einer lebensbedrohlichen Rhythmusstörung wie Kammerflimmern gefangen ist. Dadurch wird der Körper nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, was innerhalb weniger Minuten zu irreversiblen Schäden führen kann.

Typische Ursachen für einen Herzstillstand sind Herzinfarkt, schwerwiegende Herzrhythmusstörungen, Ertrinken, Stromschläge oder schwere Traumata. Ebenso kann ein Atemstillstand, etwa durch eine Überdosis Drogen oder Ersticken, zu einem Kreislaufstillstand führen. In solchen Fällen ist schnelles Handeln entscheidend.

Die HLW ist notwendig, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht normal atmet. Laienhelfern wird vom Tasten des Pulses abgeraten, weil es Zeit kostet und auch Geübte sich dabei häufig irren. Zunächst sollte ein Notruf abgesetzt werden. Dann beginnt die Wiederbelebung mit kräftigen Thoraxkompressionen in der Mitte des Brustkorbs, idealerweise in einer Frequenz von etwa 100 bis 120 Mal pro Minute. Falls verfügbar, kann ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) eingesetzt werden. Die Beatmung wird in vielen Fällen empfohlen, insbesondere bei Ertrinken oder Drogenüberdosen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die HLW ohne Unterbrechung fortgeführt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung wird bei Notfällen durchgeführt, bei denen es zu einem Atem- oder Kreislaufstillstand gekommen ist. Für Letzteren ist der plötzliche Herztod die häufigste Ursache. Für diesen können Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle, Herzinfarkte oder auch äußere Faktoren wie Unfälle, Selbstmordversuche, allergische Reaktionen, Fremdkörper in den Atemwegen, Vergiftungen oder Stromschläge die Auslöser sein.

Basismaßnahmen zur Herz-Lungen-Wiederbelebung können von Laien ebenso angewendet werden, wie von professionellem medizinischen Personal. Hierzu gehören das Erkennen eines Kreislaufstillstandes, das Anrufen des Notrufs, das Freimachen der Atemwege und die eigentlichen Wiederbelebungsmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Beatmung. Auch die Verwendung eines automatisierten externen Defibrillators zählt zu den Basismaßnahmen einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Ein Kreislaufstillstand liegt vor, wenn der Betroffene nicht bei Bewusstsein ist und nicht normal atmet. Auf das Tasten des Pulses kommt es für Laien dabei nicht an. Weitere Anzeichen sind blasses Aussehen und eine Blauverfärbung der Lippen. Vor der Herz-Lungen-Wiederbelebung ist der Patient flach auf den Rücken zu legen und dafür zu sorgen, dass die Atemwege frei sind. Fremdkörper, Erbrochenes oder Zahnprothesen sind aus der Mundhöhle zu entfernen. Der sogenannte Lebensrettende Handgriff (siehe auch: Stabile Seitenlage, die jedoch nur bei vorhandener Atmung angewendet wird) sorgt dafür, dass die Atemwege frei gehalten werden.

Dazu wird der Patient an Kinn und Stirn gefasst und der Kopf durch Anheben des Kinns vorsichtig nach hinten gebeugt. Sobald davon auszugehen ist, dass der Betroffene nicht atmet, selbst wenn darüber keine vollkommene Sicherheit besteht, sollte sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.

Die Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung als Kombination von Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung kann von Notfallzeugen, die darin ausgebildet sind und sich diese Maßnahme zutrauen, durchgeführt werden.

Bei der Wiederbelebung Erwachsener wird mit 30-mal Drücken auf das Brustbein begonnen, anschließend erfolgt eine zweimalige, je eine Sekunde andauernde Beatmung und danach wieder 30-mal die Herzdruckmassage. Der Rhythmus von 30 Thoraxkompressionen und zwei Atemspenden gilt unabhängig davon, ob ein oder zwei Helfer anwesend sind. Zur Herz-Lungen-Wiederbelebung von Kindern wird mit fünf Atemspenden begonnen und im Anschluss daran die Reanimation ebenfalls im Verhältnis 30 : 2 weitergeführt.

Die Herzdruckmassage sollte dabei so selten und so kurz wie möglich unterbrochen werden. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist durchzuführen, bis die Person wieder selbst zu atmen beginnt oder bis zum Eintreffen des Notarztes.

Oft gehen Kreislaufstillstände mit Kammerflimmern einher. Dieser Zustand kann unter Umständen durch Elektroschocks aufgehoben werden. Hierbei sind die Erfolgschancen in der ersten Minute am größten. Immer häufiger finden sich in U-Bahnhöfen und an viel frequentierten öffentlichen Plätzen an Wänden oder Säulen Koffer mit Defibrillationsgeräten. Diese AED-Geräte (AED steht für automatisierter externer Defibrillator) prüfen den Herzrhythmus selbsttätig und geben an, ob ein Schock ausgelöst werden soll. Sprachanweisungen führen von einem Handgriff zum folgenden. Daher sind diese Geräte zur Herz-Lungen-Wiederbelebung auch von Laien bedienbar.


Vorteile & Nutzen

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) bietet entscheidende Vorteile gegenüber anderen Notfallmaßnahmen, da sie sofort begonnen werden kann. Während viele medizinische Behandlungen erst nach einer Diagnose oder in einer Klinik erfolgen können, ist die HLW eine Ersthilfe-Maßnahme, die direkt am Notfallort angewendet wird. Sie überbrückt die Zeit, bis professionelle Hilfe eintrifft, und kann das Überleben erheblich verbessern.

Ein wesentlicher Vorteil ist die schnelle Durchführbarkeit durch Laien. Im Gegensatz zu komplexen medizinischen Verfahren erfordert die HLW nur grundlegende Kenntnisse, die in Erste-Hilfe-Kursen vermittelt werden. Dadurch kann praktisch jeder in einer Notsituation eingreifen. Studien zufolge kann eine sofort begonnene HLW die Überlebenschance deutlich erhöhen.

Im Vergleich zu anderen Maßnahmen wie der Defibrillation oder medikamentöser Therapie benötigt die HLW keine spezielle Ausrüstung. Während ein Defibrillator oft erst von Rettungskräften gebracht wird, kann die HLW unmittelbar begonnen werden. Sie hält den Blutkreislauf aufrecht und versorgt lebenswichtige Organe mit Sauerstoff. Besonders das Gehirn profitiert davon, da bereits nach wenigen Minuten ohne Sauerstoff irreversible Schäden auftreten. Durch die Kombination mit einem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) kann die Erfolgsaussicht weiter steigen.

Durchführung & Ablauf

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) beginnt mit einer schnellen Beurteilung der Situation. Zunächst wird geprüft, ob die Person ansprechbar ist. Reagiert sie nicht, muss überprüft werden, ob eine normale Atmung vorhanden ist. Ist keine Atmung oder nur ein unregelmäßiges Schnappen feststellbar, wird sofort der Notruf (112) abgesetzt und mit der HLW begonnen.

Die Wiederbelebung erfolgt in einem Zyklus aus 30 Thoraxkompressionen und 2 Beatmungen. Für die Kompressionen legt man die Hände übereinander auf die Mitte des Brustkorbs und drückt mit gestreckten Armen etwa 5–6 cm tief mit einer Frequenz von 100–120 Mal pro Minute. Nach 30 Kompressionen erfolgen zwei Beatmungen: Der Kopf der betroffenen Person wird überstreckt, die Nase zugehalten, und Luft wird zweimal kräftig in den Mund geblasen, sodass sich der Brustkorb sichtbar hebt.

Falls ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) verfügbar ist, sollte er sofort eingesetzt werden. Die Elektroden werden auf den Brustkorb geklebt, und das Gerät gibt Sprachanweisungen. Falls ein Schock empfohlen wird, muss dieser ausgelöst werden. Die HLW wird fortgeführt, bis professionelle Hilfe eintrifft oder die Person wieder normal atmet. Ohne durchgehende Wiederbelebung sinken die Überlebenschancen rapide.

Risiken & Gefahren

Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist nicht ganz ohne Gefahren. So kann es beim Patienten zu Rippen- oder Brustbeinfrakturen und zu Leber- und Milzverletzungen kommen.

Zudem können Luft oder Blut in den Pleuraspalt zwischen Brustfell und Lungenfell eindringen (Pneumo- oder Hämatothorax). Eine Herz-Lungen-Wiederbelebung kann auch das Eindringen von Blut in den Herzbeutel (Herzbeuteltamponade) oder Erbrechen und Aspiration zur Folge haben.

Trotz dieser Risiken sollte im Ernstfall schnellstmöglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Für Ersthelfer ist sie meist die einzige Möglichkeit, dem Betroffenen wirkungsvoll zu helfen. Wird damit aus Angst vor den Folgen gewartet, bis der Rettungsdienst kommt, hat dieser kaum eine Chance, noch etwas für den Patienten zu tun.

Alternativen

Wenn eine Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) nicht möglich oder nicht effektiv ist, gibt es alternative Verfahren, die in bestimmten Situationen angewendet werden können. Eine dieser Methoden ist die Herzdruckmassage ohne Beatmung, die vor allem bei Laienhelfern empfohlen wird, wenn sie keine Mund-zu-Mund-Beatmung durchführen können oder wollen. Hierbei werden nur kontinuierliche Thoraxkompressionen durchgeführt, um den Kreislauf aufrechtzuerhalten.

Ein weiteres Verfahren ist die extrakorporale kardiopulmonale Reanimation (ECPR), die in spezialisierten Kliniken verfügbar ist. Dabei wird eine Herz-Lungen-Maschine eingesetzt, um den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung des Körpers mechanisch zu übernehmen. Diese Methode kommt vor allem bei Patienten infrage, bei denen eine normale HLW nicht ausreicht oder wenn eine schnelle Wiederbelebung erfolglos bleibt.

In bestimmten Fällen kann auch eine Notfall-Thorakotomie durchgeführt werden. Dabei wird der Brustkorb chirurgisch geöffnet, um das Herz direkt zu massieren. Dieses Verfahren wird in Notaufnahmen oder bei schweren Traumata angewandt, insbesondere wenn eine HLW aufgrund innerer Verletzungen nicht erfolgreich ist.

Zudem gibt es mechanische Reanimationsgeräte, die automatische Thoraxkompressionen durchführen. Sie werden von Rettungsdiensten und Krankenhäusern genutzt, um eine gleichmäßige und effektive Wiederbelebung zu gewährleisten, wenn manuelle HLW nicht praktikabel ist.

Die Rettungskette

Der Erfolg einer Wiederbelebung hängt nicht an einer einzelnen Maßnahme, sondern an einer Abfolge von Gliedern, die ineinandergreifen. Am Anfang stehen das frühe Erkennen des Notfalls und der sofortige Notruf. Es folgen die unverzüglich begonnene Wiederbelebung durch anwesende Laien, die frühe Defibrillation mit einem verfügbaren Gerät, die erweiterten Maßnahmen des Rettungsdienstes und schließlich die Behandlung in der Klinik. Reißt ein Glied dieser Kette, verlieren auch die übrigen an Wirkung.

Für Laien ist vor allem das zweite Glied entscheidend, denn es ist das einzige, das ohne Ausrüstung und ohne Wartezeit zur Verfügung steht. Wer den Notruf absetzt, sollte die Verbindung deshalb nicht beenden: Die Leitstelle leitet am Telefon durch die Maßnahmen und nennt bei Bedarf den nächstgelegenen öffentlich zugänglichen Defibrillator. In manchen Regionen werden zusätzlich geschulte Freiwillige über das Mobiltelefon zu nahegelegenen Notfällen alarmiert, um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen.

Erweiterte Maßnahmen

Mit dem Eintreffen des Rettungsdienstes werden die Basismaßnahmen fortgeführt und um Verfahren ergänzt, die Ausrüstung und Ausbildung voraussetzen. Ein zentraler Punkt ist die Beurteilung des Herzrhythmus. Unterschieden werden dabei Rhythmusstörungen, die auf einen Stromstoß ansprechen – das Kammerflimmern und eine sehr schnelle Kammertätigkeit ohne wirksamen Auswurf –, und solche, bei denen eine Defibrillation nichts bewirkt. Zur zweiten Gruppe zählen die vollständige elektrische Ruhe des Herzens sowie ein Zustand, in dem zwar elektrische Aktivität messbar ist, das Herz aber kein Blut mehr befördert. Bei diesen Formen stehen ununterbrochene Thoraxkompressionen und die Suche nach der Ursache im Vordergrund.

Ergänzend wird der Atemweg gesichert, zunächst meist mit Beatmungsbeutel und Maske, im Verlauf über einen in die Luftröhre oder in den Rachen eingelegten Tubus. Die Beatmung erfolgt dann mit Sauerstoff. Über einen Zugang in eine Vene oder in den Knochen können Medikamente verabreicht werden; eingesetzt werden dabei vor allem kreislaufwirksame Substanzen aus der Gruppe der Katecholamine sowie, bei anhaltendem Kammerflimmern, Wirkstoffe gegen Rhythmusstörungen. Konkrete Mengen und Zeitabstände richten sich nach den geltenden Leitlinien und liegen ausschließlich in ärztlicher Verantwortung.

Parallel dazu wird nach behandelbaren Ursachen gesucht, denn manche Auslöser lassen sich gezielt beheben. Dazu zählen unter anderem Sauerstoffmangel, ein großer Blutverlust, Entgleisungen des Salzhaushalts, eine starke Unterkühlung, eine Vergiftung, eine Blutansammlung im Herzbeutel, ein Verschluss der Lungenschlagader durch ein Blutgerinnsel sowie eine Luftansammlung im Brustraum, die das Herz verdrängt. Ergänzend kommt am Einsatzort zunehmend die Ultraschalluntersuchung zum Einsatz, um solche Ursachen rasch zu erkennen.

Grenzen & Abbruch

Nicht in jeder Situation wird mit der Wiederbelebung begonnen. Liegen sichere Todeszeichen vor – etwa Totenflecke, Totenstarre oder Verletzungen, die mit dem Leben offensichtlich nicht vereinbar sind –, wird auf die Maßnahmen verzichtet. Für Laien ist diese Beurteilung jedoch ausdrücklich nicht vorgesehen: Im Zweifel wird immer begonnen, denn die Feststellung des Todes ist ärztliche Aufgabe.

Ebenso kann eine vorab verfasste Willenserklärung der betroffenen Person gegen eine Wiederbelebung sprechen. Damit sie berücksichtigt werden kann, muss sie im Notfall unmittelbar vorliegen und eindeutig auf die Situation zutreffen. Da dies in einem plötzlich eintretenden Notfall selten der Fall ist, beginnt der Rettungsdienst im Regelfall mit den Maßnahmen und beendet sie, sobald sich die Sachlage klärt. Angehörige, die eine solche Erklärung kennen, sollten sie den eintreffenden Kräften daher unverzüglich vorlegen.

Die Entscheidung, eine begonnene Wiederbelebung zu beenden, trifft die eintreffende Notärztin oder der Notarzt. Sie stützt sich auf den Gesamteindruck – den Verlauf, den zugrundeliegenden Rhythmus, die verstrichene Zeit und die Vorerkrankungen – und nicht auf eine feste Frist. Bei stark unterkühlten Personen und nach Vergiftungen wird bewusst länger fortgefahren, weil eine Erholung auch nach längerer Dauer möglich ist. Für Ersthelfer gilt dagegen eine einfache Regel: Sie führen die Maßnahmen fort, bis der Rettungsdienst übernimmt, die betroffene Person erkennbar Lebenszeichen zeigt oder die eigenen Kräfte erschöpft sind.

Quellen

  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin.
    ISBN: 9783662703977
  • Scholz, J., Gräsner, J.-T., Bohn, A. (Hrsg.): Referenz Notfallmedizin.
    ISBN: 9783132412903
  • Gries, A., Seekamp, A., Christ, M., Dodt, C. (Hrsg.): Klinische Akut- und Notfallmedizin.
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  • Marx, G., Muhl, E., Zacharowski, K., Zeuzem, S. (Hrsg.): Die Intensivmedizin.
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  • Fleischmann, T., Hohenstein, C. (Hrsg.): Klinische Notfallmedizin und Akutmedizin.
    ISBN: 9783437213151

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