Pfeiffersches Drüsenfieber
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Das Pfeiffersche Drüsenfieber, auch infektiöse Mononukleose genannt, ist eine Infektionserkrankung, die sehr weit verbreitet ist. Die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) hervorgerufenen Leitsymptome sind Lymphknotenschwellungen und Fieber.
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Was ist das Pfeiffersche Drüsenfieber?
In der Regel ist das Pfeiffersche Drüsenfieber eine sehr häufige, harmlos verlaufende Viruserkrankung. Hervorgerufen wird es durch das Epstein-Barr-Virus. Die Infektion lässt sich über das Blutbild und eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper gegen das Virus nachweisen. Schätzungen zufolge infizieren sich über 90 % der Bevölkerung bis zum 30. Lebensjahr mit dem Epstein-Barr-Virus.
Zumindest bei Kindern bis zum Ende des 10. Lebensjahres verläuft das Pfeiffersche Drüsenfieber ohne größere Symptome. Bei Älteren treten grippeähnliche Symptome auf, die in den seltensten Fällen mit Komplikationen einhergehen. Typische Symptome beim Pfeifferschen Drüsenfieber können u.a. sein: anschwellende Lymphknoten, Hals- bzw. Mandelentzündung, Schwindel- und Orientierungsstörungen. Die Viren befallen demnach die Organe des lymphatischen Rachenrings. Durchaus können auch die Leber, das Herz und die Milz befallen sein.
Ursachen
Hat man sich einmal mit dem Erreger infiziert, verbleibt dieser, wie bei anderen Herpes-Infektionen, ein Leben lang im Körper. Auch nach einem Ausbruch des Pfeifferschen Drüsenfiebers bzw. nach Beendigung der Erkrankung ist das Virus per Speichel weiterhin auf nichtimmune Menschen übertragbar. Ebenso kann das Virus nach der kompletten Ausheilung der Krankheit wieder aktiv werden. Solche Reaktivierungen verlaufen bei Menschen mit gesundem Immunsystem meist unbemerkt; zu einem erneuten Ausbruch der Symptome kommt es vor allem bei stark geschwächter Abwehr. Nachweisen lässt sich eine Reaktivierung durch eine Untersuchung des Blutes auf Antikörper gegen das Virus.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Da der Zeitraum von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beim Pfeifferschen Drüsenfieber sehr lang ist, treten die typischen Symptome erst spät auf. Dabei besteht ein Unterschied zwischen den Beschwerden bei Erwachsenen und jenen bei Kindern. Da das Immunsystem von Kindern noch nicht voll ausgereift ist und daher noch nicht so stark auf das Virus reagiert, bleiben sie oft völlig symptomlos.
Dagegen sind Erwachsene wesentlich stärker von den Auswirkungen betroffen. Sie leiden unter Müdigkeit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl, fühlen sich schwach und abgeschlagen. Diese Mattigkeit kann sehr lange andauern, bevor sie als Anzeichen einer Krankheit erkannt wird. Unangenehme Halsschmerzen, begleitet von einer Rötung des Rachens und Schluckbeschwerden sind möglich.
Manchmal schwellen die Lymphknoten an und der Patient wird fiebrig. Im weiteren Verlauf können noch zusätzliche, jedoch individuell völlig verschiedene, Symptome auftreten. Es gibt Patienten, bei welchen die Krankheit Hepatitis auslöst; erkennbar an der Gelbfärbung der Haut und der Lederhaut der Augen.
Auch die Milz kann betroffen sein und dadurch anschwellen. In Einzelfällen tritt ein knotiger Ausschlag auf, der sich erhaben und fleckenförmig auf der Haut ausbreitet. Seltene Komplikationen in Form von Lähmungserscheinungen und der Entzündung der Hirnhaut kommen nur vor, wenn das Virus das Nervensystem befällt.
Krankheitsverlauf
Die Inkubationszeit von Pfeifferschem Drüsenfieber beträgt bei Kindern sieben bis dreißig Tage. Bei Erwachsenen kann diese Zeit durchaus zwischen vier und sieben Wochen liegen.
Das Pfeiffersche Drüsenfieber beginnt meist mit Fieber, Gliederschmerzen und Müdigkeit, also mit relativ "normalen" Erkältungssymptomen. Die Lymphknoten schwellen an (u.U. auch unter den Achseln und den Leisten) und die Mandeln entzünden sich.
Typisch für das Pfeiffersche Drüsenfieber ist der schmutziggraue Belag auf den Mandeln, der einen fauligen Mundgeruch verursacht. Hinzu kommen bei manchen Erkrankten auch Heiserkeit und Sprechstörungen.
Meist dauert die Erkrankung wenige Wochen, in den seltensten Fällen kann sich dies auch auf 1-2 Monate ausweiten. Sollte die Krankheit langwierig verlaufen, so können über einen Zeitraum von ein paar Monaten bis zu zwei Jahren Müdigkeit und anhaltende Schwäche dazukommen.
Komplikationen
So kann es etwa zu einer Schwellung von Leber oder Milz kommen. Beides ist bei Berührung schmerzhaft und schränkt die Funktion der betroffenen Organe ein. Starke Anstrengungen und Verrenkungen sollten bei einer Milzschwellung vermieden werden, da sie zu einem Milzriss führen können. Ärzte raten Erkrankten deshalb, für mindestens vier Wochen nach Krankheitsbeginn auf Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Judo, auf Kraftsport und auf das Heben schwerer Lasten zu verzichten. Ist die Milz tastbar vergrößert, gilt diese Zurückhaltung so lange, bis der Arzt die Schwellung als zurückgebildet beurteilt hat. Ein Milzriss ist ein Notfall und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden. Eine Gelbsucht kann ebenfalls vorkommen.
Entzündungen der Lunge, der Herzmuskulatur oder der Nieren können auftreten und bedürfen zumeist einer Behandlung. Gerade Nieren- und Herzentzündungen bergen ein Risiko für die Zerstörung des lebensnotwendigen Gewebes und können entsprechend Folgeschäden verursachen.
Eine Blutarmut (Anämie) oder eine verringerte Blutplättchenanzahl ist möglich. So wird die kräftezehrende Krankheitsphase noch verschlechtert und Blutungen (Nasenbluten, Blutungen durch Verletzung etc.) können schwerer zu kontrollieren sein. Es gilt hier, Anstrengungen und Verletzungen zu vermeiden.
Eine Gehirnentzündung kann ebenfalls auftreten. Sie bedarf einer besonderen ärztlichen Aufmerksamkeit, weil sie sich auf die Nerven - und damit auf die Motorik und die kognitiven Fähigkeiten des Betroffenen - auswirken kann.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Wenn das Kind geschwollene Lymphknoten, Halsschmerzen oder hohes Fieber hat, sollte ein Arzt konsultiert werden. Der Mediziner kann anhand des Blutbildes und einer Untersuchung des Blutes auf Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus eine Diagnose stellen und gegebenenfalls sofort eine Behandlung einleiten. Ärztlicher Rat ist insbesondere bei zunehmenden Beschwerden gefragt, die sich durch Hausmittel und Bettruhe nicht lindern lassen. Klingt das Pfeiffersche Drüsenfieber nur langsam ab, lassen sich lediglich die Beschwerden lindern: Ein Medikament, das das Epstein-Barr-Virus selbst bekämpft, gibt es nicht. Der Arzt kann zudem Fieberzäpfchen und weitere Hilfsmittel verschreiben.
Das Pfeiffersche Drüsenfieber wird von dem Haus- oder Kinderarzt oder einem Facharzt für innere Medizin behandelt. Hat sich das Epstein-Barr-Virus auf die Atemwege ausgebreitet, muss der Hals-Nasen-Ohrenarzt in die Behandlung involviert werden. Je nachdem, ob Komplikationen auftreten, ist unter Umständen auch eine stationäre Behandlung notwendig. Auch ohne ein gegen das Virus gerichtetes Medikament sollten die Beschwerden innerhalb weniger Tage bis Wochen abklingen. Ist dies nicht der Fall, muss der Arzt informiert werden. Die Eltern sollten alleine aufgrund der Ansteckungsgefahr einen Mediziner einschalten.
Behandlung & Therapie
Leider gibt es für die Behandlung des Pfeifferschen Drüsenfiebers kein spezielles Medikament. Notwendig ist es auf jeden Fall sehr viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen, wie dies generell bei Fiebererkrankungen angeraten wird. Hilfreich sind dabei auch fiebersenkende Medikamente und auf jeden Fall jede Menge Zeit zum Ausruhen.
In manchen Fällen kann es auch zu einem bakteriellen Infekt kommen, der mit der Einnahme von Antibiotika behandelt werden muss. Generell ist es wichtig, einen Arzt zu kontaktieren, der über die Einnahme entscheidet. Generell sollte darauf geachtet werden, dass der Arzt keine Breitbandantibiotika, wie z.B. Amoxicillin oder Ampicillin, verschreibt. Diese können großflächige Hautausschläge mit Juckreizen am ganzen Körper verursachen. Dieser Ausschlag kann sich auch noch bis zu drei Tage nach Einnahme des Antibiotikums bilden. Das Abklingen des Ausschlages kann bis zu zwei Wochen dauern und ist mitunter sehr schmerzhaft. Hierbei handelt es sich nicht um eine Allergie, sondern "nur" um eine Überreaktion. Dieser Ausschlag wird dennoch häufig als Penicillinallergie fehlgedeutet und dann dauerhaft im Allergiepass vermerkt, obwohl die Betroffenen die Mittel später in aller Regel vertragen.
Nachsorge
Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine langwierige Erkrankung. Die Nachsorge umfasst Schonung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt. Patienten sollten sich mindestens vier bis sechs Wochen lang auskurieren. Bei einem positiven Verlauf sollte wöchentlich der Arzt konsultiert werden. Die Nachsorge übernimmt der zuständige Internist oder Allgemeinarzt.
Der Mediziner wird dem Patienten Blut abnehmen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Zur Nachsorge gehört auch eine Anamnese, um offene Fragen zu klären und den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten zu bewerten. Nachdem das Pfeiffersche Drüsenfieber auskuriert wurde, sind in der Regel keine weiteren Nachsorgeuntersuchungen notwendig.
Sollten Komplikationen auftreten, ist ärztlicher Rat gefragt. Der Arzt wird zunächst typische Symptome wie zum Beispiel die gelbe Haut und die erhöhte Körpertemperatur überprüfen, um eine Beteiligung der inneren Organe festzustellen beziehungsweise auszuschließen. Anschließend ist gegebenenfalls ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Bei einem komplizierten Verlauf sind weitere Nachsorgeuntersuchungen durch die zuständigen Fachärzte notwendig.
Der Mediziner muss die inneren Organe untersuchen, um Organschäden und Begleiterkrankungen auszuschließen. Je nach Verlauf des Pfeifferschen Drüsenfiebers müssen nach der Nachsorge weitere Arzttermine wahrgenommen werden. Der Auslöser der Erkrankung ist stets das Epstein-Barr-Virus; behandeln lassen sich daher nur die Beschwerden und etwaige Begleiterkrankungen.
Aussicht & Prognose
Die Aussichten auf vollständige Heilung sind beim Pfeifferschen Drüsenfieber sehr gut. In der Regel heilt die Erkrankung innerhalb von zwei bis drei Wochen aus, ohne dass Komplikationen oder Folgeschäden auftreten. Bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, z. B. durch eine HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation, besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für einen Verlauf mit Komplikationen.
Mögliche Folgeschäden sind Entzündungen an Herz, Leber, Nieren oder Gehirn. Es besteht das Risiko zusätzlicher Infektionen mit Bakterien oder Viren, welche die Prognose verschlechtern. In sehr seltenen Fällen kann ein Riss der vergrößerten Milz auftreten. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der eine sofortige Operation notwendig macht. Bei immungeschwächten Personen entwickeln sich in einigen Fällen Lymphome. Das sind Geschwülste, die sich aus veränderten weißen Blutkörperchen entwickeln und die im späteren Verlauf bösartig entarten können.
Nach einer durchgemachten Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber bilden sich Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus. In der Regel besteht eine lebenslange Immunität nach der ersten Infektion. Allerdings kann das lebenslang im Körper verbleibende Virus bei immungeschwächten Personen erneut aktiv werden und dann wieder Beschwerden verursachen. Wer sich noch nie angesteckt hat, kann sein Risiko senken, indem er engen Kontakt zu Erkrankten meidet. Da die Ansteckung vor allem über den Speichel bei direktem Kontakt erfolgt, lässt sich das Infektionsrisiko auf diese Weise vermindern.
Das können Sie selbst tun
Zur unterstützenden Therapie des Pfeifferschen Drüsenfiebers dient in allererster Linie die Bettruhe beim Auftreten der Fieberschübe. Die körperliche Ruhe liefert dem Körper die nötige Kraft zur Virusabwehr. Gute Erfolge hinsichtlich der Senkung des Fiebers können durch die Verwendung von Wadenwickeln erzielt werden.
Bei Erkrankten im Allgemeinen, bei Kindern im Besonderen, gilt es verstärkt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sowie auf die Verabreichung von leicht verdaulicher Kost während des Infekts zu achten. Neben den Fieberschüben, treten bei den Patienten häufig starke Halsschmerzen auf. Diese können durch Gurgeln mit Salbeitee oder warmem Salzwasser gelindert werden.
Weiterhin kann das Inhalieren mit Kamillenblütentee einen positiven Effekt auf die Halsschmerzen haben. Sollte sich aus den Halsschmerzen eine bakterielle Angina entwickeln, muss ein Arzt aufgesucht werden, da dann die Gabe von Antibiotika indiziert ist. Starken Kopf- und Gliederschmerzen kann mit handelsüblichen Schmerzmitteln entgegengewirkt werden. Patienten müssen jedoch darauf achten, dass das verwendete Schmerzmittel nicht auf Acetylsalicylsäure basiert. Hier könnte es zu Blutungen kommen. Bei Kindern und Jugendlichen kann Acetylsalicylsäure während einer Virusinfektion zudem das seltene, aber lebensgefährliche Reye-Syndrom auslösen.
Nach Abklingen der Krankheitssymptome sollen Patienten sich noch für vier bis acht Wochen körperlich schonen. Das Heben schwerer Lasten in dieser Zeit ist besonders gefährlich, da es so leicht zu einem Milzriss kommen kann. Generell besteht bei zu früher körperlicher Belastung die Gefahr einer Verletzung der Milz.
Quellen
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- Modrow, S., Truyen, U., Schätzl, H.: Molekulare Virologie.
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- Hof, H., Schlüter, D. (Hrsg.): Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie.
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