Muckle-Wells-Syndrom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Muckle-Wells-Syndrom ist eine erbliche autoinflammatorische Erkrankung, die im Körper immer wieder eine Entzündungsreaktion ohne äußeren Anlass hervorruft und als Spätfolge zu einer Amyloidose führen kann. Charakteristische Symptome sind Fieber, Nesselsucht und später Hörprobleme. Die Behandlung erfolgt medikamentös und richtet sich vor allem gegen die Kettenreaktion, welche die Entzündungserscheinungen hervorruft. Mit den heute verfügbaren Interleukin-1-Blockern lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen gut kontrollieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Muckle-Wells-Syndrom?

Muckle Wells Syndrom
Die Symptome des Muckle-Wells-Syndroms sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Charakteristisch sind jedoch die wiederkehrenden, unterbrochenen Episoden der Krankheit.
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Beim Muckle-Wells-Syndrom handelt es sich um eine autoinflammatorische Krankheit, welche die Weltgesundheitsorganisation als nichtneuropathische heredofamiliäre Amyloidose (E85.0) klassifiziert. Als Amyloidose bezeichnet die Medizin Ablagerungen von Proteinen, die sich in den Räumen zwischen den Zellen ansammeln.

Bei einer autoinflammatorischen Krankheit wie dem Muckle-Wells-Syndrom setzt der Körper Prozesse in Gang, die eigentlich als Reaktion auf eine Entzündung vorgesehen sind. Die verschiedenen Symptome wie Fieber dienen dazu, Bakterien und andere Fremdkörper effektiver zu bekämpfen. Beim Muckle-Wells-Syndrom laufen diese Reaktionen jedoch ab, ohne dass ein Krankheitserreger oder ein anderer äußerer Auslöser vorhanden ist. Die Erkrankung zählt deshalb zu den Cryopyrin-assoziierten periodischen Syndromen (CAPS).

Autoinflammatorische Erkrankungen gleichen damit Autoimmunerkrankungen, bei denen sich die Abwehrreaktion des Körpers jedoch gezielt gegen körpereigenes Gewebe richtet. Beim Muckle-Wells-Syndrom dagegen springt die angeborene Abwehr ohne ein solches Ziel an.

Ursachen

Das Muckle-Wells-Syndrom ist eine Erbkrankheit. Sie wird über das Gen NLRP3 auf dem ersten Chromosom von mindestens einem Elternteil an die Kinder weitergegeben. Auch andere autoinflammatorische Erkrankungen können auf einer Veränderung von NLRP3 beruhen. Das veränderte Gen ist dominant und führt deshalb auch dann zum Ausbruch der Krankheit, wenn es im genetischen Code nur einmal vorkommt. Dennoch muss nicht jedes Kind eines Betroffenen ebenfalls erkranken. Die Veränderung kann auch neu entstehen, sodass ebenso Betroffene ohne erkrankte Eltern vorkommen.

Menschen besitzen einen diploiden Chromosomensatz: Jedes Chromosom ist im Normalfall zweimal vorhanden. Wenn nur ein Elternteil unter dem Muckle-Wells-Syndrom leidet und neben dem krankheitstragenden Chromosom 1 ein zweites gesundes besitzt, beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Vererbung etwa 50 Prozent. Das Gen NLRP3 codiert ein bestimmtes Eiweiß, das sogenannte Cryopyrin.

Cryopyrin beteiligt sich unter anderem an der Übertragung von Entzündungssignalen sowie dem einprogrammierten Selbstmord von Zellen (Apoptose). Darüber hinaus stimuliert es die Synthese von Interleukin-1β – einem Botenstoff, der Entzündungen fördert. Interleukin-1β regt seinerseits die Leberzellen an, Serum-Amyloid-A-Protein (SAA) herzustellen.

Die Medizin kennt heute drei verschiedene Arten von Akute-Phase-SAAs, die der Körper als Reaktion auf Entzündungssignale produziert: SAA-1 und SAA-2 spielen vor allem für die inflammatorische Reaktion der Leber eine Rolle, während SAA-3 auch in anderem Gewebe auftritt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome des Muckle-Wells-Syndroms sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Charakteristisch sind jedoch die wiederkehrenden, unterbrochenen Episoden der Krankheit. Während der Episoden zeigen sich vor allem jene Symptome stärker, die bezeichnend für Immun- und Entzündungsreaktionen sind. Typischerweise fiebern Betroffene während dieser Phasen oder haben zumindest eine erhöhte Temperatur.

Das Fieber tritt oft gemeinsam mit Muskelschmerzen und Gelenkbeschwerden auf. Auch Nesselsucht zeigt sich sehr häufig beim Muckle-Wells-Syndrom. Die Medizin bezeichnet diese Hautreaktion auch als Urtikaria. Sie führt zu Quaddeln, die sich als kleine Erhebungen in der Haut zeigen, da das Gewebe unter ihnen anschwillt. Häufig ist die Haut zudem gerötet.

Im späteren Verlauf der Krankheit können Betroffene ihr Hörvermögen einbüßen. In der Regel nimmt die Hörfähigkeit zunächst nur wenig ab und verringert sich anschließend kontinuierlich. Ursache ist eine anhaltende Entzündung im Innenohr, die das Corti-Organ in der Hörschnecke (Cochlea) und/oder den Nervus vestibulocochlearis schädigt. Infolgedessen nimmt die Funktionsfähigkeit der Cochlea ab. Wird die Entzündung frühzeitig medikamentös unterdrückt, lässt sich diese Schwerhörigkeit häufig aufhalten und in Teilen sogar bessern.

Die Medizin nennt den Nervus vestibulocochlearis auch Hör-Gleichgewichtsnerv – er ist auch für das Balancegefühl verantwortlich. Schwindel und Übelkeit gehören deshalb ebenfalls zu den Symptomen des Muckle-Wells-Syndroms. Seltener treten Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und kurze Bewusstlosigkeit auf.

Die fortschreitende Schädigung der Nieren verursacht eine Reihe von weiteren Krankheitszeichen: Im Urin befindet sich unnatürlich viel Protein (Proteinurie), und die Nierenfunktion nimmt im Verlauf ab, bis hin zur dialysepflichtigen Niereninsuffizienz; daneben ist das Risiko für ein akutes Nierenversagen erhöht. Diese Nierenschädigung geht auf die AA-Amyloidose zurück, die gefürchtetste Spätfolge des Muckle-Wells-Syndroms; sie entsteht durch die jahrelang erhöhten Entzündungswerte und lässt sich durch eine konsequente Behandlung weitgehend vermeiden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das Muckle-Wells-Syndrom scheint sehr selten aufzutreten, obwohl genaue Daten nicht vorliegen. Es macht sich in vielen Fällen erst im Jugendalter bemerkbar. Erste Fieberschübe mit Nesselsucht treten allerdings häufig schon im Säuglings- oder Kleinkindalter auf und werden dann oft für wiederkehrende Infekte oder eine Allergie gehalten. Mit zunehmendem Krankheitsverlauf steigern sich die Symptome und nehmen an Anzahl und Schweregrad zu. Ärzte stellen die Diagnose häufig nach ausführlicher Anamnese und nachdem sie andere Ursachen für die Beschwerden ausschließen konnten.

Im Labortest liefern die erhöhte Blutsenkungsrate und ein hoher Gehalt von C-reaktivem Protein im Blut weitere Hinweise. Ein Gentest kann endgültige Klarheit darüber verschaffen, ob der Betroffene das veränderte Gen NLRP3 trägt, welches das Muckle-Wells-Syndrom verursacht. Der Gentest ist jedoch für die Diagnostik nicht zwingend notwendig.

Komplikationen

In erster Linie kommt es durch das Muckle-Wells-Syndrom zu starken Rötungen auf der Haut. Ebenso können die betroffenen Regionen am Körper anschwellen und von einem unangenehmen Juckreiz betroffen sein. Nicht selten schämen sich die Betroffenen dadurch und leiden auch an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem verringerten Selbstwertgefühl. Auch psychische Beschwerden oder Depressionen können auftreten.

Weiterhin kann das Muckle-Wells-Syndrom zu Schmerzen in den Muskeln und in den Gelenken führen. Vor allem in der Nacht können diese Schmerzen zu Schlafbeschwerden und damit zu einer Gereiztheit des Patienten führen. Die Betroffenen leiden in der Regel weiterhin auch an Fieber und an einem überaktiven Immunsystem. Dadurch kommt es immer wieder zu Entzündungsschüben, sodass die Lebensqualität der Patienten deutlich eingeschränkt wird.

Auch die Konzentration nimmt ab und die Betroffenen wirken abgeschlagen und müde. Durch das Muckle-Wells-Syndrom ist das Risiko einer Niereninsuffizienz deutlich verstärkt. Komplikationen treten in der Regel dann ein, wenn das Muckle-Wells-Syndrom nicht behandelt wird. Dabei versagen die inneren Organe und es kommt zum Tode des Betroffenen.

Die Behandlung selbst kann mit Hilfe von Medikamenten stattfinden und die Beschwerden deutlich verringern. Ob es zu einer Verringerung der Lebenserwartung durch das Muckle-Wells-Syndrom kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn erste Anzeichen des Muckle-Wells-Syndroms bemerkt werden, sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. So deuten Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden und Hautrötungen auf eine ernste Erkrankung hin, die in jedem Fall ärztlich abzuklären und im Anschluss zu behandeln ist. Der Mediziner kann feststellen, ob den Beschwerden tatsächlich das Muckle-Wells-Syndrom zugrunde liegt und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachärzten für innere Erkrankungen eine geeignete Behandlung einleiten. Geschieht dies frühzeitig, lassen sich ernste gesundheitliche Komplikationen wie die Amyloidose meist vermeiden.

Sollten sich allerdings Quaddeln oder sogar Störungen des Hörsinns oder des Gleichgewichts einstellen, ist die Erkrankung womöglich bereits weit fortgeschritten. Spätestens dann muss ein Facharzt aufgesucht werden, der die Symptome abklären und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten kann. Weil sich die Nierenschädigung schleichend entwickelt, gehören regelmäßige Kontrollen von Urin und Nierenwerten zur Behandlung. Nehmen Wassereinlagerungen in den Beinen, die Urinmenge oder die Leistungsfähigkeit auffällig ab, ist zeitnah der behandelnde Arzt aufzusuchen. Bei hohem Fieber mit Schüttelfrost, Atemnot oder zunehmender Benommenheit unter einer Behandlung mit Interleukin-1-Hemmern ist dagegen umgehend über den Notruf 112 der Notarzt zu rufen, da dahinter eine schwere Infektion stecken kann. Die weitere Therapie findet in aller Regel an einem rheumatologischen beziehungsweise kinderrheumatologischen Zentrum statt, das auf autoinflammatorische Erkrankungen spezialisiert ist. Betroffene können zunächst den Hausarzt oder einen Facharzt für innere Erkrankungen aufsuchen. Kinder sollten bei dem Verdacht auf das Muckle-Wells-Syndrom dem Kinderarzt vorgestellt werden.

Behandlung & Therapie

Bisherige Therapien können das Muckle-Wells-Syndrom nicht vollständig heilen, da die auslösende Mutation lebenslang bestehen bleibt; die Symptome sind allerdings überwiegend behandelbar. In der Regel setzen Ärzte Medikamente ein, um die Entzündungsreaktion zu unterbrechen. Eines davon ist Anakinra. Dabei handelt es sich um einen Rezeptorantagonisten von Interleukin-1.

Anakinra kann auf symptomatischer Ebene das Hörvermögen wieder verbessern und normalisiert Blutsenkungsrate und C-reaktives Protein. Betroffene spritzen es in der Regel täglich zur ungefähr gleichen Zeit unter die Haut. Anakinra reduziert sowohl die Effekte von Interleukin-1α als auch Interleukin-1β. Ein anderer Wirkstoff namens Canakinumab fokussiert sich spezifisch auf Interleukin-1β, das die autoinflammatorische Reaktion beim Muckle-Wells-Syndrom mediiert.

Canakinumab hält sich im Körper einige Zeit; Patienten erhalten die Injektionen im Abstand von mehreren Wochen. Um die Entzündungssymptome zu lindern, setzt die Medizin häufig Cortison ein. Darüber hinaus nehmen Betroffene oft Schmerzmittel. Lange Zeit waren Kortison und Schmerzmittel die einzigen Möglichkeiten, die Schübe abzumildern. Heute gelten die Interleukin-1-Blocker als Mittel der Wahl: Sie lassen die Schübe meist vollständig verschwinden, normalisieren die Entzündungswerte und beugen der Amyloidose vor, weshalb sie dauerhaft und nicht nur im Schub gegeben werden. Weil sie einen zentralen Botenstoff der Abwehr ausschalten, steigt unter der Behandlung allerdings die Anfälligkeit für Infekte; fieberhafte Infekte gehören deshalb ärztlich abgeklärt. Unbehandelt führt das Muckle-Wells-Syndrom zu fortschreitenden Behinderungen und Organversagen.


Aussicht & Prognose

Vor Einführung der Interleukin-1-Blocker bot das Muckle-Wells-Syndrom eine relativ schlechte Prognose. Die Therapie der genetischen Erkrankung setzt zwar bis heute nicht am Gendefekt selbst an, sie unterbindet die Entzündungsreaktion aber gezielt. Durch eine frühzeitige Behandlung können die Schmerzen und Entzündungen reduziert werden; unter einer konsequenten Dauertherapie bleiben viele Betroffene weitgehend beschwerdefrei und erreichen eine normale Lebenserwartung. Bereits eingetretene Organschäden an Nieren und Innenohr lassen sich allerdings nicht mehr rückgängig machen. Unbehandelt leiden Betroffene dauerhaft an körperlichen Einschränkungen. Der beeinträchtigte körperliche Allgemeinzustand hat oft auch seelische Beschwerden zur Folge. Ohne Behandlung ist die Lebensqualität im Allgemeinen stark reduziert und das Wohlbefinden nimmt im Verlauf der Erkrankung weiter ab.

Verordnete Medikamente wie Cortison oder Anakinra gehen mit Nebenwirkungen einher, welche das Wohlbefinden zusätzlich einschränken. Ein unbehandeltes Muckle-Wells-Syndrom verläuft progressiv. Die Beschwerden und Organschäden verstärken sich und rufen Begleiterkrankungen hervor. Die Lebenserwartung wird durch Infektionen, Amyloidosen und andere Beschwerden reduziert.

Die Prognose des Muckle-Wells-Syndroms orientiert sich an weiteren Faktoren wie der Art der Therapie und etwaigen Begleiterkrankungen. Der zuständige Facharzt gibt den Patienten und Angehörigen meist eine genaue Prognose, anhand derer die weiteren Maßnahmen genau geplant werden können.

Vorbeugung

Da es sich beim Muckle-Wells-Syndrom um eine genetische Erkrankung handelt, ist eine Vorbeugung der Erkrankung selbst derzeit nicht möglich. Der wichtigsten Spätfolge, der Amyloidose, lässt sich dagegen sehr wohl vorbeugen: Eine dauerhafte Behandlung mit Interleukin-1-Blockern hält die Entzündungswerte niedrig und schützt so Nieren und Innenohr. Familien, in denen das Syndrom vorkommt, können sich in einer humangenetischen Beratung über den autosomal-dominanten Erbgang und das Wiederholungsrisiko von 50 Prozent informieren.

Nachsorge

Da das Muckle-Wells-Syndrom nicht ausheilt, gibt es keine Nachsorge im Sinne einer abschließenden Kontrolle; stattdessen ist eine lebenslange ärztliche Begleitung mit regelmäßiger Kontrolle der Entzündungswerte, der Nierenfunktion und des Gehörs nötig. Dabei sollte idealerweise bei den ersten Anzeichen und Symptomen ein Arzt aufgesucht werden, damit es nicht zu anderen Komplikationen oder zu einer weiteren Verschlechterung der Beschwerden kommt. Eine Selbstheilung kann beim Muckle-Wells-Syndrom nicht erfolgen, sodass Betroffene schon früh einen Arzt aufsuchen sollten.

Da es sich dabei um eine genetisch bedingte Krankheit handelt, ist im Falle eines Kinderwunsches eine genetische Untersuchung und Beratung ratsam. Die meisten Betroffenen sind dabei auf die Einnahme von verschiedenen Medikamenten angewiesen. Dabei sollte immer die richtige Dosierung und auch eine regelmäßige Einnahme der Medikamente beachtet werden. Bei Fragen oder Unklarheiten ist dabei immer zuerst ein Arzt zu konsultieren.

Ebenso sind regelmäßige Kontrollen durch einen Arzt beim Muckle-Wells-Syndrom sehr wichtig, da vor allem die inneren Organe negativ vom Syndrom betroffen sein können. Bei Hörbeschwerden sollte eine Hörhilfe verwendet werden. Vor allem bei Kindern müssen die Eltern auf das richtige Tragen der Hörhilfen und auch auf die richtige Einnahme von Medikamenten achten. Unbehandelt schränkt dieses Syndrom in vielen Fällen deutlich die Lebenserwartung der Betroffenen ein; unter einer konsequenten Therapie ist die Lebenserwartung dagegen meist normal.

Das können Sie selbst tun

Das Muckle-Wells-Syndrom muss zunächst ärztlich behandelt werden. Da die Erbkrankheit sich sehr negativ auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt, besteht die wichtigste Selbsthilfe-Maßnahme darin, den einzelnen Symptomen durch Ruhe, Schonung und individuelle Maßnahmen entgegenzuwirken.

Dies gelingt zum Beispiel durch eine Umstellung der Ernährung. In Rücksprache mit dem Arzt und einem Ernährungsberater kann eine geeignete Diät erstellt werden. Es empfehlen sich Lebensmittel mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, zum Beispiel Nüsse, Obst und Gemüse, da diese den Körper in den anstrengenden Krankheitsphasen mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Die Schübe selbst lassen sich durch die Ernährung allerdings nicht beeinflussen; sie ersetzt die medikamentöse Behandlung nicht. Bei einer Beteiligung der Nieren sollte auf Alkohol, Koffein und andere Getränke, die das Organ zusätzlich belasten, verzichtet werden. Auch stark salzhaltige Speisen sollten dann gemieden werden, da Kochsalz die geschädigten Nieren zusätzlich belastet. Wenn der Arzt spezielle Vorgaben bezüglich der Ernährung macht, sollte der Patient sich daran orientieren.

Nach der Akutphase kann die körperliche Belastbarkeit durch moderaten Sport wieder aufgebaut werden. Es bieten sich Spaziergänge sowie Übungen aus dem Yoga oder dem Aerobic an. Welche Maßnahmen im Detail sinnvoll sind, hängt immer von den individuellen Symptomen der autoinflammatorischen Erkrankung ab und muss gemeinsam mit dem Hausarzt erarbeitet werden.

Quellen

  • Hashkes, P. J., Laxer, R. M., Simon, A. (Hrsg.): Textbook of Autoinflammation.
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  • Peter, H.-H., Pichler, W. J., Müller-Ladner, U. (Hrsg.): Klinische Immunologie.
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