Oophoritis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Eierstockentzündung, die auch als Adnexitis oder Oophoritis bezeichnet wird, stellt eine Erkrankung der Eierstöcke dar. Der Auslöser der Oophoritis kann eine Infektion durch Bakterien sein. In seltenen Fällen wird die Oophoritis jedoch durch Viren ausgelöst.
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Was ist eine Oophoritis?
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Die Oophoritis betrifft in den wenigsten Fällen tatsächlich nur die Eierstöcke. Vorwiegend sind auch die Eileiter entzündet, sodass - neben der Oophoritis - auch eine Eileiterentzündung auftritt.
Streng genommen bezeichnet der Begriff Oophoritis nur die Entzündung der Eierstöcke, während die Adnexitis die Entzündung von Eierstöcken und Eileitern gemeinsam meint. Da beide fast immer zusammen auftreten, werden die Bezeichnungen im Alltag häufig gleichbedeutend verwendet; auch in diesem Artikel wechseln sie einander ab.
Vor allem Frauen, die sich im gebärfähigen Alter befinden, zählen zu den Risikopersonen.
Am häufigsten erkranken junge, sexuell aktive Frauen unter 25 Jahren. Bakterien, hauptsächlich Chlamydien, die durch ungeschützten Sex übertragen werden, können die Ursache für eine Oophoritis sein.
Ursachen
Im Rahmen der Oophoritis spricht der Mediziner von einer aufsteigenden oder absteigenden Entzündung. Die aufsteigende Entzündung, welche sozusagen „von der Scheide aufsteigt“, wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr ausgelöst und zählt zu den häufigsten Ursachen einer Oophoritis. Die absteigende Entzündung wird durch benachbarte entzündete Organe ausgelöst (etwa bei einer Blinddarmentzündung), wobei jene Form der Erkrankung nur in den seltensten Fällen auftritt.
Noch seltener spricht der Mediziner von der hämatogenen Entzündung. Dabei gelangen die Keime - ausgelöst durch eine Virusgrippe oder Mumps - direkt durch das Blut zu den Eierstöcken.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Frauen, die von einer Oophoritis betroffen sind, klagen vorwiegend über Schmerzen im Bereich des Unterbauchs. Neben Unterbauchschmerzen können auch Fieber oder etwaige Abwehrspannungen auftreten. Mitunter klagen die Patientinnen auch über Übelkeit und Erbrechen.
Wenn jene Symptome auftreten, sollte sofort eine medizinische Untersuchung in Anspruch genommen werden. Es gibt jedoch auch Krankheitsverläufe, welche keine Symptome mit sich bringen. Während viele Frauen über grippeähnliche Beschwerden klagen, besuchen andere Patientinnen nur den Arzt, da sie – außerhalb der Periode - Blutungen bekommen haben.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Bevor eine gynäkologische Untersuchung erfolgt, beginnt eine umfassende Anamnese. Der Mediziner führt eine vaginale Tastuntersuchung durch; mittels Ultraschalluntersuchung können ebenfalls Anzeichen einer Oophoritis erkannt werden. Beispielsweise dann, wenn bereits eine Vergrößerung der Eierstöcke oder Eileiter vorliegt.
Die Ultraschalluntersuchung soll auch einen Aufschluss darüber geben, ob bereits Zysten vorliegen oder mitunter auch Flüssigkeit im Bauchraum vorzufinden ist. Klassisch ist auch der Druckschmerz im vaginalen Bereich beziehungsweise im Bereich der Gebärmutter. Reagiert die Patientin auf den Druck, kann dies ebenfalls ein erstes Anzeichen sein, dass eine Oophoritis vorliegt. Eine Blutuntersuchung gibt einen Aufschluss darüber, welcher Erreger die Oophoritis ausgelöst hat beziehungsweise ist auch mittels Vaginalabstrich und nachstehender Untersuchung mittels Mikroskop möglich, dass der Erreger bestimmt wird.
Der Keim wird im Labor - mit Hilfe spezieller Kulturen - nachgewiesen. Zur Abgrenzung gehört außerdem ein Schwangerschaftstest, weil eine Eileiterschwangerschaft ähnliche Beschwerden macht und sofort behandelt werden muss. Klagt die Patientin über sehr starke Schmerzen beziehungsweise stellt der Mediziner fest, dass die Eierstöcke enorm vergrößert sind, muss oftmals ein operativer Eingriff geplant werden. Mittels Laparoskopie (Bauchhöhlenspiegelung) hat der Mediziner einen Einblick auf andere Organe und kann mitunter kontrollieren, ob jene oder gar das Bauchfell bereits betroffen sind.
Wird die Erkrankung zu spät oder gar nicht behandelt, kann ein chronischer Verlauf die Folge sein. Das bedeutet, dass die Frau immer wieder mit Entzündungen zu kämpfen hat, wobei in weiterer Folge Narbenbildungen entstehen, sodass mitunter auch die Fruchtbarkeit darunter leidet. Frauen, die bereits drei Eierstockentzündungen hatten, haben eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, unfruchtbar zu sein.
Komplikationen
Ebenso kann die Oophoritis zu Fieber, Erbrechen und zu Übelkeit führen, sodass auch die Belastbarkeit des Patienten deutlich sinkt. Zusätzlich kann es zu vaginalen Blutungen außerhalb der Regel kommen, die weiterhin mit Stimmungsschwankungen verbunden sein können. In der Regel kommt es bei der Oophoritis nicht zu einer Selbstheilung, sodass eine Behandlung durch einen Arzt in jedem Falle notwendig ist.
Die Behandlung der Oophoritis erfolgt in der Regel mit Hilfe von Antibiotika und führt relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Wird rechtzeitig behandelt, heilt die Entzündung meist ohne besondere Komplikationen aus. Ohne Behandlung kann die Oophoritis dagegen zu einem Abszess an Eileiter und Eierstock, zu einer Bauchfellentzündung sowie zu Verwachsungen mit dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit in der Regel nicht verändert.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Frauen und Mädchen, die unter Beschwerden im Unterbauch leiden, die nicht mit der Menstruation in einem Zusammenhang stehen, sollten einen Arzt aufsuchen. Halten Schmerzen an oder nehmen sie an Intensität zu, wird ein Arzt benötigt. Ein Spannungsgefühl im Bereich der Eierstöcke oder der Gebärmutter, Unwohlsein sowie ein Krankheitsgefühl sind untersuchen und behandeln zu lassen. Kommt es zu grippeähnlichen Beschwerden wie Erbrechen, Übelkeit oder einer inneren Schwäche, ist die Abklärung der Ursache notwendig. Fieber sowie eine Abnahme der körperlichen Belastbarkeit sind von einem Arzt untersuchen und behandeln zu lassen.
Stellen sich Blutungen außerhalb des Zyklus ein, gilt dies als Warnsignal des Organismus. Ein Arztbesuch ist erforderlich, damit eine Diagnosestellung ermöglicht wird. Blutungen beim Toilettengang, ein Verlust der Libido sowie Beschwerden während des Geschlechtsverkehrs sind mit einem Arzt zu besprechen. Treten Verhaltensänderungen auf, wird eine erhöhte Müdigkeit bemerkt oder klagt der Betroffene über Schlafstörungen, ist ein Arzt aufzusuchen.
Schwellungen im Unterbauch, eine Abnahme der körperlichen Aktivitäten und Stimmungsschwankungen können als Folgen der Oophoritis eintreten. Damit die Einschränkungen im Alltag sich nicht weiter ausbreiten, ist ein Arztbesuch anzuraten. Bei Mangelerscheinungen, einer Erschöpfung sowie einer Abnahme des Gewichts besteht Handlungsbedarf. Da keine Selbstheilung zu erwarten ist, muss eine medizinische Versorgung eingeleitet werden. Kommt es zu hohem Fieber mit Schüttelfrost, zu einem harten, sehr druckschmerzhaften Bauch oder zu Kreislaufbeschwerden, kann ein Abszess geplatzt sein; in diesem Fall ist umgehend der Notruf 112 zu wählen.
Behandlung & Therapie
Wichtig ist, dass eine Oophoritis relativ frühzeitig behandelt wird. Nur so können etwaige Spätfolgen, wie etwa die Unfruchtbarkeit, verhindert werden. Im Regelfall wird die Oophoritis mittels Antibiotika behandelt; die Antibiotika müssen rund 14 Tage eingenommen werden. Liegt ein sehr schwerer Krankheitsverlauf vor, kann die Behandlung nicht mehr ambulant erfolgen, sodass die Patientin stationär im Krankenhaus aufgenommen wird.
Dabei wird darauf geachtet, dass - sofern der Nachweis vorliegt, welcher Erreger die Ursache der Oophoritis war - eine sofortige medikamentöse Behandlung erfolgt. Sind etwa Bakterien, wie die Chlamydien, an der Oophoritis beteiligt, müssen in weiterer Folge nicht nur die Patientin, sondern auch der Geschlechtspartner behandelt werden. Das gilt auch dann, wenn der Partner selbst keine Beschwerden hat, da eine unbehandelte Infektion sonst immer wieder zurückübertragen wird. Des Weiteren wird - auch bei ambulanten Behandlungen der Oophoritis - auf entzündungshemmende Medikamente gesetzt; mitunter können auch schmerzlindernde Wirkstoffe verabreicht werden.
Nachdem die akute Phase vorbei ist, können Patientinnen auch Sitzbäder oder Fangopackungen in Anspruch nehmen. Lange Zeit wurden dafür zusätzlich Kurzwellen-Wärmebehandlungen empfohlen; ihr Nutzen gilt heute als nicht belegt, weshalb sie kaum noch angewendet werden. Mitunter kann sogar die „Pille“ eingesetzt werden, damit der Eierstock „ruhiggestellt“ wird. Neben konservativen Methoden, kann sich der Mediziner auch für eine Operation entscheiden. Vor allem dann, wenn bereits vergangene Behandlungen keinen Erfolg mit sich gebracht haben oder bereits Komplikationen (ein Abszess an Eileiter und Eierstock oder eine Bauchfellentzündung) vorliegen.
Auch bei sehr starken Vernarbungen kann der Mediziner - gemeinsam mit der Patientin - vereinbaren, dass die Eileiter beziehungsweise Eierstöcke entfernt werden, damit ein beschwerdefreies Leben geführt werden kann.
Aussicht & Prognose
Für kaum eine Erkrankung gibt es dermaßen viele Synonyme wie für die akute Entzündung der Eileiter und der Eierstöcke einer Frau. Zu unterscheiden sind bei der Oophoritis eine akute und eine chronische Verlaufsform. Im Allgemeinen werden beide Erkrankungen als bakterielle Entzündung der weiblichen Anhangsgebilde zusammengefasst. Diese werden unter dem medizinischen Überbegriff "Adnexitis" abgehandelt.
Die Prognose für die akute Oophoritis unterscheidet sich naturgemäß von der der chronischen Verlaufsform der Oophoritis. Die akute Adnexitis ist häufig bei jungen und sexuell sehr aktiven Frauen anzutreffen. In den meisten Fällen ist die Prognose günstig, weil die akute Adnexitis folgenlos ausheilen kann. Die wichtige Voraussetzung dafür ist aber, dass die Infektion bereits frühzeitig diagnostiziert und nicht verschleppt wird. Nach adäquater Behandlung kann die akute Oophoritis ohne Folgen ausheilen.
Die Prognose ist etwas schlechter, wenn es im akuten Stadium zu Komplikationen kommt. Beispiele dafür sind ein Abszess an Eileitern und Eierstock oder eine Bauchfellentzündung. In beiden Fällen kann, als Folge einer Verschleppung der damit verbundenen Beschwerden, eine bleibende Verklebung der Eileiter entstehen. Als Konsequenz hätten die betroffenen Frauen mit dauerhafter Unfruchtbarkeit zu rechnen.
Wenn nicht bereits bei den ersten Symptomen der Oophoritis eine Behandlung beim Gynäkologen erfolgt, kann die Entzündung der weiblichen Anhangsgebilde chronisch werden.
Vorbeugung
Eine Eierstockentzündung kann etwa dann vorgebeugt werden, wenn sich beide Partner für geschützten Geschlechtsverkehr (mittels Kondom) entscheiden. Schlussendlich sind Chlamydien oder andere Bakterien, die im Rahmen von sexuellen Handlungen übertragen werden, die Hauptauslöser. Gesetzlich krankenversicherte Frauen in Deutschland haben zudem bis zum vollendeten 25. Lebensjahr einmal jährlich Anspruch auf einen kostenfreien Chlamydien-Test aus dem Urin; da die Infektion oft ohne Beschwerden verläuft, lässt sie sich so erkennen und behandeln, bevor eine Eierstockentzündung entsteht.
Nachsorge
In den meisten Fällen stehen dem Betroffenen bei der Oophoritis nur eingeschränkte Maßnahmen einer direkten Nachsorge zur Verfügung. Aus diesem Grund muss der Betroffene schon direkt bei den ersten Symptomen und Anzeichen der Erkrankung einen Arzt aufsuchen, damit weitere Komplikationen oder Beschwerden verhindert werden können. Im schlimmsten Fall kommt es unbehandelt zu einer vollständigen Unfruchtbarkeit der Betroffenen, die dabei nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
Daher steht im Vordergrund bei dieser Erkrankung die frühe Diagnose. Die Oophoritis wird in den meisten Fällen durch die Einnahme von verschiedenen Medikamenten behandelt. Dabei ist immer auf die richtige Dosierung und auch auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente zu achten, um die Beschwerden zu lindern. Enthält die Behandlung den Wirkstoff Metronidazol, sollte während der Einnahme und noch einige Tage danach auf Alkohol verzichtet werden.
Dabei sind auch nach der Behandlung regelmäßige Kontrollen und Untersuchungen durch einen Arzt sehr wichtig, um Schäden an den inneren Organen früh zu erkennen und zu behandeln. In der Regel verringert die Oophoritis die Lebenserwartung nicht, wenn sie schon früh erkannt und behandelt wird. Weitere Maßnahmen einer Nachsorge sind nicht notwendig und stehen dem Betroffenen in der Regel auch nicht zur Verfügung.
Das können Sie selbst tun
Frauen, die an einer Eierstockentzündung erkrankt sind, sollten sich zunächst an die Vorgaben des Frauenarztes halten. Die Schmerzstiller und Entzündungshemmer müssen nach den Vorgaben des Arztes eingenommen werden, damit die Heilung optimal verläuft.
Begleitend dazu können eine ganze Reihe von Naturheilmitteln wie Schafgarbe, Zinnkraut oder Haferstroh eingenommen werden. Homöopathische Präparate wie Belladonna oder Aconitum werden ebenfalls angeboten; ein Wirknachweis liegt für sie jedoch nicht vor. Weder Naturheilmittel noch homöopathische Mittel können die antibiotische Behandlung ersetzen oder hinauszögern: Wird die Entzündung nicht ausreichend behandelt, drohen Verwachsungen, ein Abszess und dauerhafte Unfruchtbarkeit. Häufig wird betroffenen Frauen geraten, sich warm anzukleiden und Kälte zu meiden; ein Einfluss von Kälte auf die Entstehung oder den Verlauf der Entzündung ist allerdings nicht belegt. Nach dem Geschlechtsverkehr, der in den ersten Wochen nach der Diagnose mit Kondom stattfinden sollte, gilt eine sorgfältige Körperhygiene. Chronisch Erkrankte sollten dauerhaft auf eine gute Intimhygiene achten.
Sollten sich während oder nach der Behandlung ungewöhnliche Symptome oder Beschwerden einstellen, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Der Mediziner kann den Verlauf überwachen und bei Bedarf die Behandlung anpassen. Zudem kann er weitere Fachärzte hinzuziehen, falls eine ernste Grunderkrankung vorliegt oder die Oophoritis nicht innerhalb einiger Tage bis Wochen abklingt. Die Patientinnen sollten sich zudem ausreichend schonen.
Quellen
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- Kaufmann, M., Costa, S. D., Scharl, A. (Hrsg.): Die Gynäkologie.
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- Janni, W., Hancke, K., Fehm, T., Scholz, C. (Hrsg.): Facharztwissen Gynäkologie.
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- Suttorp, N., Mielke, M., Kiehl, W., Stück, B. (Hrsg.): Infektionskrankheiten.
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