Osteochondrosis dissecans

Letzte Aktualisierung am 30. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Mit dem Begriff Osteochondrosis dissecans wird in der Medizin eine Knochenerkrankung beschrieben. Dabei kann es zu einer Zersetzung der Knochen oder zur Bildung einer unnatürlich großen Knorpelschicht kommen. Die Osteochondrosis dissecans äußert sich durch starke Schmerzen und Ursache von Verschleiß. Der Begriff selbst ist eigentlich schon veraltet. Mittlerweile wird von einer Osteochondralen Läsion gesprochen. In etwa 75 Prozent aller Erkrankungen ist das Knie von der Osteochondrosis dissecans betroffen, aber auch Sprunggelenk und Hüfte können durch die Erkrankung belastet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Osteochondrosis dissecans?

Die Osteochondrosis dissecans ist eine degenerative Erkrankung der Knochen des Sprung- oder Kniegelenks. Sie äußert sich durch starke Schmerzen in den Gelenken, die sich im weiteren Verlauf der Krankheit verschlimmern.

Die Ursachen sind sehr vielfältig, unter anderem können unzureichende Bewegung oder auch eine Fehlbelastung Auslöser sein. Die Entstehung der Osteochondrosis dissecans wird durch Risikofaktoren wie Übergewicht begünstigt und ist im fortgeschrittenen Alter häufiger zu beobachten.

Es ist nicht mehr möglich, eine bereits eingetretene Veränderung der Knochensubstanz rückgängig zu machen. Therapieansätze helfen nur bei der Linderung der Symptome.

Ursachen

Ursächlich für die Osteochondrosis dissecans ist in den meisten Fällen ein natürlicher Verschleiß, der mit zunehmendem Alter der Betroffenen eintritt. Das liegt vor allem daran, dass in jungen Jahren Über- oder auch Fehlbelastungen oft noch gut ausgeglichen werden können.

Im Alterungsprozess des Körpers werden Knochen, Knorpel und Muskulatur geschwächt. Folge dieser Schwächung ist die Ablösung kleiner Knochenteilchen, was zu stärker werdenden Bewegungsschmerzen führt. Dauerhafte Fehlbelastungen erhöhen oft das Risiko für die Entstehung einer Osteochondrosis dissecans.

Auch rheumatische Erkrankungen können als Ursache in Frage kommen. Gerade bei der Osteochondrosis dissecans, die vergleichsweise selten auftritt, kann der Körper seine Knorpelzellen nicht in Knochenmaterial umwandeln, so dass die Gelenke stark verknorpeln.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Osteochondrosis dissecans tritt vor allem bei sportlich aktiven jungen Menschen auf. Alle Gelenke können davon betroffen sein. Meist wird die Erkrankung jedoch in den Knie- oder Sprunggelenken beobachtet. In der Regel verläuft der Krankheitsprozess anfangs noch ohne Symptome. In diesem Stadium kann Osteochondrosis dissecans nur als Zufallsbefund diagnostiziert werden.

Später kommt es bei den acht- bis fünfzehnjährigen Patienten zu ersten belastungsabhängigen diffusen Schmerzen, die noch nicht lokalisierbar sind. Es gibt noch keinen Schmerzpunkt, der beim Berühren schmerzt. Die Schmerzen in den Gelenken treten regelmäßig bei sportlichen Aktivitäten oder sonstigen Belastungen der Gelenke auf. In Ruhe gehen auch die Beschwerden wieder zurück.

Deshalb kommen morgendliche Gelenkschmerzen in der Regel nicht vor. Die Beschwerden entwickeln sich im Rahmen der körperlichen Aktivität immer erst im Laufe des Tages. Es gibt aber auch völlig schmerzfreie Krankheitsverläufe. Die Erkrankung schreitet jedoch meist weiter voran, bis die Gelenkmaus schließlich abgestoßen wird.

Dann können plötzlich sehr starke Schmerzen in den betroffenen Gelenken auftreten. Wenn neben den Schmerzen zusätzlich Streckhemmungen und Blockaden auftreten, liegt ein deutlicher Hinweis auf eine Osteochondrosis dissecans vor, welche kurz vor einer Ablösung der Gelenkmaus steht. Aber auch bei sehr deutlichen Befunden für eine Dissektion kann es in einigen Fällen trotzdem zu einem schmerzfreien Krankheitsverlauf kommen.

Diagnose & Verlauf

Zu den typischen Symptomen einer Osteochondrosis dissecans gehören vor allem Gelenk- und Knochenschmerzen. Sie wird vom Betroffenen selbst erst dann bemerkt, wenn bereits eine entzündliche Schmerzbildung vorhanden ist.

Der Arzt wird zur Diagnosestellung neben einem ausführlichen Gespräch auch eine Röntgenaufnahme durchführen. In den meisten Fällen gibt diese bereits einen Aufschluss darüber, ob und wie stark der Verschleiß der Gelenke ist. Sofern sich die Erkrankung noch in einem frühen Stadium befindet, wird der Arzt vermutlich noch keine sicheren Aussagen über mögliche Veränderungen treffen können. In diesem Fall erfolgt zur weiteren Sicherung der Diagnose eine Kernspintomografie (MRT).

Wird die Osteochondrosis dissecans nicht behandelt, dann werden die Schmerzen mit Fortschreiten der Erkrankung deutlich stärker. Es kommt zu Bewegungseinschränkungen, die zu einer massiven Minderung der Lebensqualität des Patienten führen.

Gerade, wenn Kinder und Jugendliche Symptome einer Osteochondrosis dissecans zeigen, werden diese häufig als Wachstumsschmerzen oder Folgen einer Verletzung interpretiert. Vor allem sportlich aktive Kinder und Jugendliche leiden immer während und/ oder nach einer sportlichen Aktivität unter Schmerzen, weshalb der Sport dann eingestellt werden muss.

Komplikationen

Bei der Osteochondrosis dissecans leiden die Betroffenen in erster Linie an Beschwerden an den Knochen. Auch Knochenbrüche treten krankheitsbedingt viel häufiger auf und können die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern. Vor allem bei Belastungen kommt es zu Schmerzen, die vor allem an den Gelenken auftreten.

Allerdings leiden viele Betroffene bei der Osteochondrosis dissecans auch an Ruheschmerzen, sodass es vor allem in der Nacht zu Schlafbeschwerden und damit zu Depressionen kommen kann. Weiterhin können dadurch auch Narben blockiert werden, sodass die Patienten an Lähmungen oder an anderen Störungen der Sensibilität leiden können. Die Gelenke verschleißen relativ schnell und es kommt zu Einschränkungen in der Bewegung.

Sollte die Osteochondrosis dissecans schon bei Kindern auftreten, kann es zu Wachstumsstörungen und damit zu einer verzögerten Entwicklung kommen. Eventuell kann das Kind dann keine Sportarten mehr durchführen. Die Behandlung der Erkrankung erfolgt ohne Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten und verschiedenen Therapien können die Beschwerden gelindert werden. In einigen Fällen sind die Patienten allerdings auch auf operative Eingriffe angewiesen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Erleben sportlich aktive Menschen Beschwerden des Knochenbaus, sollten sie sich einer Kontrolluntersuchung unterziehen. Berufstätige, die intensive körperliche Arbeiten verrichten müssen und Unregelmäßigkeiten ihres Skelettsystems verspüren, sollten ebenfalls einen Arzt konsultieren. Meist nehmen die Beschwerden im Verlauf des Lebens kontinuierlich an Intensität und Umfang zu. Kommt es zu Fehlstellungen oder einer Fehlhaltung des Körpers, benötigt der Betroffene Hilfe. Korrekturen sind nötig, damit sich keine schwerwiegenden körperlichen Beeinträchtigungen entwickeln, die zu lebenslangen Einschränkungen führen. Daher sollte rechtzeitig ein Arzt konsultiert werden und ein Behandlungsplan erstellt werden.

Schmerzen der Gelenke, eine ungewöhnliche Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie eine geringe Belastbarkeit sind mit einem Arzt zu besprechen. Stellen sich aufgrund der körperlichen Einbußen zusätzlich emotionale Probleme ein, ist ein Arztbesuch erforderlich. Eine Abnahme des Wohlbefindens, eine verringerte Lebensqualität sowie Verhaltensauffälligkeiten sind mit einem Arzt zu besprechen.

Treten plötzlich starke Schmerzen auf, ist schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen. Schmerzmedikamente sollten nicht eigenverantwortlich eingenommen werden, da es zu Komplikationen und Folgeerscheinungen kommen kann. Können die alltäglichen Verpflichtungen nicht mehr wie gewohnt oder beschwerdefrei erfüllt werden, ist die Konsultation eines Arztes zu empfehlen. In vielen Fällen muss eine Umstrukturierung der Lebensgewohnheiten sowie eine Optimierung der Bewegungsabläufe stattfinden, damit eine Verbesserung der Gesundheit eintritt.

Behandlung & Therapie

Wenn eine Osteochondrosis dissecans diagnostiziert wurde, erfolgt eine entsprechende Behandlung. Da es sich um eine degenerative Erkrankung handelt, können die Schäden am Knochengewebe nicht mehr vollständig rückgängig gemacht werden. Die Behandlung richtet sich dabei immer nach der relativen Größe der jeweiligen Veränderungen sowie der Lokalisation.

Für die gezielte Behandlung ist eine frühzeitige Diagnose wichtig. Zunächst werden die Symptome des Betroffenen behandelt. Zunächst sollte immer die konservative Therapie vorgezogen werden. Mit entsprechenden Medikamenten erfolgt eine Schmerzlinderung. Der Arzt kann neben Schmerzmitteln auch so genannte Muskelrelaxanzien anwenden. Die Beschwerden können außerdem durch Massagen, Wärme- oder auch Reizstromanwendungen gelindert werden. Auch Krankengymnastik kann Linderung verschaffen.

Ist die Osteochondrosis dissecans bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, kann auch ein operativer Eingriff helfen. Dabei wird verhärtetes Knorpelgewebe entfernt und – soweit notwendig – eine Gelenkprothese eingesetzt. Nach dem operativen Eingriff sollten Über- und Fehlbelastungen möglichst vollständig vermieden werden.

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Vorbeugung

Der Osteochondroses dissecans kann meist nur bedingt vorgebeugt werden. Generell ist eine ausgewogene und Vitamin-D-reiche Ernährung wichtig. Durch ausreichend Bewegung wird zudem die Muskulatur gestärkt, was wiederum einem Verschleiß vorbeugt. Bei allen Bewegungen sollte aber darauf geachtet werden, dass es zu einer Vermeidung von Fehl- und Überlastungen der Gelenke kommt.

Tritt der Schmerz während sportlicher Betätigung auf, so kann eine konsequente Pause oder Entlastung dazu beitragen, die Beschwerden zu mindern. Ein deutliche Warnsignal sind auch mechanische Symptome wie Blockaden oder Streckhemmungen, denn in diesem Fall liegt in der Regel schon eine Veränderung der Gelenkflächen vor.

Unter Umständen kann die Teilnahme an einer Rückenschule helfen, eine dauerhaft richtige Körperhaltung zu finden und so schmerzhafte Beschwerden von vornherein zu verhindern.

Das können Sie selbst tun

Neben der medizinischen Behandlung von Osteochondrosis dissecans bestehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Dabei gibt es unterschiedliche Empfehlungen darüber, welcher Belastung ein betroffenes Gelenk ausgesetzt werden sollte.

Der Schwerpunkt therapeutischer Maßnahmen liegt auf dem Erhalt der muskulären Balance sowie im Muskelaufbau. Wichtig ist jedoch, den individuellen Krankheitsverlauf, sowie das Krankheitsstadium des Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung zu stellen. Ärzte und Physiotherapeuten können Anleitungen für körperliche Übungen geben, welche regelmäßig zu Hause durchgeführt werden sollten. Nur durch kontinuierliche Wiederholung in Verbindung mit professioneller Begleitung kann ein Erhalt oder eine Steigerung der Leistung erreicht werden.

Neben aktiver sportlicher Belastungen können Entspannungs- und Dehnübungen durchgeführt werden. Verschiedene Möglichkeiten wie Yoga oder progressive Muskelentspannung werden in Kursen gelehrt und sind leicht in den Alltag zu integrieren. Ein paar Minuten solcher Übungen täglich können helfen, die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern und neue Möglichkeiten aufzeigen, mit den Symptomen umzugehen.

Solche Maßnahmen können auch das soziale Umfeld der erkrankten Personen mit einschließen, da diese, im Gegensatz zur medizinischen Therapie, auch von gesunden Familienangehörigen durchgeführt werden können. Diese Unterstützung kann Betroffenen helfen, die Krankheit zu akzeptieren und sich weniger ausgeschlossen zu fühlen.

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015


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