Parkinson

Letzte Aktualisierung am 29. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Parkinson oder auch Morbus Parkinson ist eine bisher unheilbare Krankheit des Gehirns. Typische Anzeichen sind eine sichtbare und starke Verschlechterung der Beweglichkeit und motorischen Fähigkeiten. Zudem ist ein starkes Zittern auffällig. Parkinson ist eine häufige neuronale Erkrankung und tritt meist zwischen dem 55. und 65 Lebensjahr auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Parkinson?

Eine Krankheit des zentralen Nervensystems ist Parkinson bzw. Morbus Parkinson. Dabei kommt es vor allem zu Störungen von unwillkürlichen und willkürlichen Bewegungsabläufen. Weiterhin tritt im Gehirn einer anhaltender Verlust von Nervenzellen auf.

Besonders die schwarze Substanz im Gehirn (sogenannte Basalganglien) werden abgebaut. Sie sind für die Bewegungen und die Kontrolle von motorischen Fähigkeiten zuständig. Ausserdem werde in ihnen die Hormone Noradrenalin und Adrenalin, sowie der Botenstoff Dopamin gebildet.

In der Folge kommt es bei Parkinson zu einer ausgeprägten Bewegungsarmut oder gar Bewegungslosigkeit. Aufgrund des fehlenden Dopamins entsteht das, für Parkinson typische, Zittern. Ebenso tritt eine Verspannung oder Steifheit der Muskeln auf.

Ursachen

Bisher sind die Ursachen für Parkinson nicht genau geklärt. Diese ungeklärten Ursachen werden in der Medizin als idiopathischen Parkinson-Syndrom bezeichnet. Lediglich der Auslöser ist bisher bekannt. So führt der Mangel an Dopamin (wiederum ausgelöst durch das Absterben der Nervenzellen) letztendlich indirekt zm Ausbruch der Krankheit. Wieso die Nervenzellen anfangen abzusterben, konnte bisher noch nicht von der medizinischen Forschung geklärt werden.

Dennoch gibt es auch schon bekannte Ursachen für Parkinson. Zum einen spielen genetische bzw. erbliche Ursachen eine Rolle. Hierbei tritt oftmals die Parkinsonerkrankung bereits bis zum 40. Lebensjahr auf. Weitere Ursachen sind Umwelteinflüsse, wie Vergiftungen, Mangan und Kohlenmonoxid (entsteht beim Rauchen).

Auch andere Krankheiten (Stoffwechselstörunge, Hirntumore, Traumata) können als Ursache in Betracht kommen. Ausserdem besteht Verdacht bei einigen Medikamenten, dass sie Parkinson auslösen können. Dazu zählen blutrucksenkende Arzneimittel und Neuroleptika.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Erste Beschwerden der Erkrankung können bereits lange vor den typischen Symptomen auftreten, ohne dass man den Zusammenhang zu Parkinson vermutet. Zu diesen früh einsetzenden Störungen gehören beispielsweise das Nachlassen der Riechfähigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Verlangsamung von Routinetätigkeiten im Alltag, Sehstörungen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Depressionen.

Da diese Erscheinungen aber auch anderen Krankheiten zugeordnet werden können, lassen sie sich nur schwer mit Parkinson in Verbindung bringen. Erst im weiteren Verlauf, wenn sich die typischen Beschwerden ausbilden, kann man im Nachhinein erkennen, dass bereits Hinweise auf die Erkrankung vorlagen. Die Hauptsymptome kommen schleichend und zeigen sich anfangs oft nur auf einer Körperhälfte. Die Bewegungen verlangsamen und reduzieren sich.

Das kann sich im Spätstadium bis zur völligen Bewegungslosigkeit steigern. Auch die Mimik wirkt wie eingefroren. Die Schritte verkleinern sich; typisch sind die Trippelschritte der Patienten. Die Muskeln werden steif (Rigor). In Ruhehaltung beginnen sie oft zu zittern (Tremor). Der gesamte Körper wird mit der Zeit instabil und aufrechtes Stehen wird schwierig.

Meist halten sich Betroffene leicht nach vorne gebeugt und können nur schlurfend laufen. Kennzeichnend sind die Schwierigkeiten, eine Bewegung zu beginnen, sodass mehrere Anläufe benötigt werden, um aufzustehen oder loszulaufen. Als weitere Symptome können sich Blasenschwäche,Verstopfung und verstärkter Speichelfluss bemerkbar machen.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf von Parkinson vollzieht sich relativ langsam. Dennoch kann sich der Verlauf von Fall zu Fall unterscheiden. Entscheidend ist auch, ob eine Therapie bzw. Behandlung durchgeführt wird oder nicht. Bei guter ärztlicher Behandlung kann die Lebensqualität und die Lebenserwartung bei Parkinson erheblich gesteigert werden.

Die weitere Krankheitsprognose hängt vom fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ab. Eine gänzliche Heilung von Parkinson ist bisher nicht möglich. Bei richtiger Behandlung kann der geistige und motorische Verfall auf mehr als zwanzig Jahre hinaus gezögert oder verlangsamt werden. Dennoch ist der Tod bei Parkinson leider unvermeidlich. Betroffene sterben in Folge der Krankheit zumeist an Lungenentzündung oder anderen Atemwegsinfektionen.

Komplikationen

Nicht immer muss die Parkinson-Krankheit mit schweren Komplikationen verbunden sein. So ist bei einer fachgerechten Therapie durchaus ein Leben ohne Pflegebedürftigkeit für längere Zeit möglich. In manchen Fällen leiden die betroffenen Personen jedoch unter gravierenden Folgeerscheinungen.

Bei drei bis vier Parkinson-Patienten kommt es während der Erkrankung zu Schluckstörungen. Diese können wiederum eine Mangelernährung hervorrufen. Außerdem besteht das Risiko, dass beim Verschlucken Bakterien in die Luftröhre vordringen und im weiteren Verlauf eine Lungenentzündung verursachen. Diese zählt zu den häufigsten Todesursachen der Parkinson-Krankheit.

Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehört außerdem die akinetische Krise. In der Medizin ist von ihr die Rede, wenn der Parkinson-Patient abrupt vollkommen bewegungsunfähig wird. In solchen Fällen ist eine sofortige Einlieferung des Patienten in ein Krankenhaus erforderlich. In der Regel zeigt sich die akinetische Krise nur selten. Betroffen sind in erster Linie Patienten im Spätstadium. Hervorgerufen wird die Komplikation zumeist aufgrund anderer Erkrankungen wie ausgeprägte fiebrige Infekte oder chirurgische Eingriffe.

Mitunter ist auch das Unterbrechen der medikamentösen Parkinson-Behandlung der Grund für die gravierende Folgeerscheinung. Der Patient leidet im Rahmen der akinetischen Krise unter starker Muskelsteifheit (Rigor) und kann weder sprechen noch schlucken. Weil er zudem keine Flüssigkeit mehr aufnimmt, droht rasch eine Austrocknung seines Körpers. Weitere häufige Auswirkungen von Morbus Parkinson sind diffuse Rückenschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn die typischen Frühzeichen einer Parkinson-Krankheit auftreten und nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingen, sollte ein Arzt konsultiert werden. So deuten Symptome wie ein ungewöhnliches Zittern, Starre der Gliedmaßen oder plötzliche Bewegungsstörungen auf die Nervenkrankheit hin. Anhaltende Schlafstörungen oder psychische Beschwerden, denen scheinbar keine Ursache zugrunde liegt, müssen ebenfalls zeitnah von einem Arzt untersucht werden. Der Mediziner kann anhand bildgebender Verfahren wie CT, MRT und Positronen-Emissons-Tomografie eine Verdachtsdiagnose stellen.

Wenn der Therapieversuch mit Levodopa erfolgreich ist, deutet dies auf Parkinson hin. Dann wird der Patient an einen Facharzt weitergeleitet, der die notwendigen Medikamente verordnen kann. Wenn ein Parkinson-Patient eine Muskelversteifung erleidet und seine Tabletten nicht mehr schlucken kann, müssen die Angehörigen den Notarzt rufen. Bei Verwirrung, Wahnvorstellungen oder Halluzinationen ist ebenfalls ärztlicher Rat gefragt. Zuständig ist der Hausarzt oder ein Neurologe. Außerdem sind Physiotherapeuten, Chirurgen und je nach Art und Ausprägung der Symptome auch alternative Mediziner an der Behandlung des Nervenleidens beteiligt.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Parkinson beruht vor allem auf einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung. Da Parkinson zur Zeit noch nicht heilbar ist, sind die Ziele der Behandlung hauptsächlich im Bereich der allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität zu finden. Dabei sollen die geistigen, seelischen und motorischen Beschwerdesymptome verringert werden. Es wird dabei versucht, dass der Betroffene solange wie möglich die eigene Selbstständigkeit erhalten kann.

Dabei werden Therapien auf Basis von Medikamenten und Krankengymnastik (auch Physiotherapie) eingesetzt. Aber auch eine Ernährungsumstellung kann unterstützend wirken. Die Medikamente (Levodopa und Dopamin-Agonisten) sollen den Mangel an Dopamin ausgleichen. Weiterhin kann auch die Tiefenhirnstimulation mit Hochfrequenz zur Therapie eingesetzt werden. Dieses recht neue Verfahren soll die betroffenen Hirnregionen stimulieren und anregen, ohne Nervenzellen dabei zu zerstören. Allerdings werde hierbei nur die Symptome behandelt und nicht die eigentliche Parkinsonkrankheit geheilt.

Für die Zukunft könnte es aber Therapieverfahren geben, die auf eine Stammzellentransplantation basieren (Stammzelltherapie), sodass die abgestorbenen Nervenzellen durch neue und herangezüchtete Zellen ersetzt werden. Unterstützend hat sich eine fettarme Ernährung, viel Trinken und ausreichende Bewegung, wie Wandern und Schwimmen, bewährt.

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Das können Sie selbst tun

Schon kleine Veränderungen im Alltag können helfen, die Lebensqualität bei Parkinson für lange Zeit zu erhalten. Ein sicherer Wohnbereich reduziert das Sturz- und Verletzungsrisiko: Klassische Stolperfallen sind Teppiche, Türschwellen und lose Kabel, an Treppen sollten Handläufe angebracht werden. Haltegriffe sind insbesondere im Badezimmer neben Badewanne, Dusche und Toilette wichtig, rutschfeste Gummimatten sorgen für sicheren Stand. Duschhocker, eine erhöhte Toilette und gegebenenfalls ein höhenverstellbarer Waschtisch vereinfachen die tägliche Körperpflege. Kleidung mit Klett- und Reißverschlüssen eignet sich besser zum selbstständigen Aus- und Anziehen als Kleidungsstücke, die geknöpft werden müssen. Wenn das Binden der Schuhe schwer fällt, stellen Slipper eine gute Alternative dar. Ein langer Schuhlöffel erleichtert das Hineinschlüpfen.

Für den Einsatz im Haushalt hält der Handel eine Vielzahl weiterer Hilfsmittel wie Spezialbestecke, Verschlussöffner und Trinkhilfen bereit. Um eine möglichst hohe Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit zu bewahren, sollten täglich Gymnastikübungen durchgeführt werden. Spezielle Übungen trainieren Mimik, Gestik und die Feinmotorik der Hände.

Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen notwendigen Vitalstoffen und hilft, das Körpergewicht zu halten. Parkinson-Patienten sollten sich beim Essen und Trinken Zeit nehmen, die Speisen gut kauen und auf eine aufrechte Kopf- und Körperhaltung achten. Gründliche Mundhygiene beugt Zahnschäden, Mundgeruch und Entzündungen durch zurückbleibende Nahrungsreste vor.

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Rosina kommentierte am 10.10.2012

Ich bin 72 Jahre alt, habe aber schon seit etlichen Jahren Symptome, die mich beunruhigt haben. Ich bekomme überwiegend zum Zittern des Nachts sowas als würden entweder mein Knie oder Arme absterben. Man könnte auch sagen, es ist alles taub, aber darunter sticht es furchtbar. Mein Arm war auch schon total abgestoben. Ich bin von dem Schmerz erwacht, alles war tot. Ich werde gerade zur Früherkennung ins Klinikum kommen. Auch hat man in meinem Gehirn kleine punktartige Stellen gefunden.

Andreas kommentierte am 11.10.2013

Ich bin 52 Jahre und habe seit einiger Zeit immer schlimmer werdende Symptome.
Als ich im April im Krankenhaus war, stellte man fest, dass ich eine Entzündung am Lymphknoten, in der Nähe des Halses, habe. CT und MRT haben auch nichts weiter gebracht. Seitdem verschlechtert sich mein Gesundheitszustand.
Ich leide an hohem Blutdruck und nehme Tabletten. Zusätzlich bekomme ich Tabletten wegen der Schilddrüse. Momentan ist mir häufig schwindelig. Mein gesamter Körper schmerzt und brennt. Alles begann an den Füßen. Es gab Zeiten, da kam ich nicht auf Toilette. Ich schwitze sehr viel und ohne mich anzustrengen. Hin und wieder habe ich ein leichtes Summen im Kopf, manchmal auch Kopf- oder Rückenschmerzen. Oftmals schlafen mir auch meine Beine ein oder ich habe ein taubes Gefühl. Gegen Morgen bekomme ich Krämpfe in beiden Beinen. Da ich starke Schmerzen in den Knien habe, schickte mich mein Hausarzt zur Physiotherapie. Dort sollte mir mit Krankengymnastik und Ultraschall geholfen werden. Da es jedesmal hinterher noch schlimmer wurde, brach ich diese Therapie, im gegenseitigen Einverständnis, nach dem zweiten Mal ab.
Danach war ich noch beim Urologen, welcher einen erhöhten Harnsäurewert feststellte. Er verschrieb mir eine Tablette zur täglichen Einnahme.
Leider kann mir bis zum heutigen Tag niemand sagen, was ich nun wirklich habe. Als ich die Symptome bei Parkinson jetzt las, stellte ich eine große Übereinstimmung fest. Aber auch bei Gicht war ich mir nicht ganz sicher.
Ich denke auch ein CT des Gehirns ist erforderlich.
Ich hoffe, dass mir endlich geholfen werden kann und werde bis dahin nicht locker lassen. Diese Ungewissheit macht mich fertig.

Boarischer kommentierte am 13.11.2014

Ich bin 52 Jahre alt und habe eine Schüttellähmung an Armen und Beinen seit etwa 20 Jahren. Es begann mit feinmotorischen Störungen und wurde langsam schlimmer. Ich glaube ich kann feststellen woher die Störungen kamen. Ich hatte einen Bandscheibenvorfall und wurde mit Medikamenten behandelt. Die Schüttellähmung ist eine Nebenwirkung der mir verabreichten Medikamente. Es handelte sich um kortisonhaltige Medikamente, die mir ohne mich über Risiken zu informieren verabreicht wurden. Seit dieser Behandlung bin ich auch Diabetiker - was laut Aussage eines Arztes ebenfalls eine Nebenwirkung eines Medikaments ist. Ohne Anwendung dieses Medikaments hätte ich weder Diabetes noch Schüttellähmung bekommen. Erst wesentlich später wurde festgestellt, dass ich kortisonhaltige Medikamente nicht vertrage. Mittlerweile zeigen Personen die mit dem ungetesteten Impfstoff gegen diverse Grippearten (Vogelgrippe, Schweinegrippe) geimpft wurden, diverse Erkrankungen die als Nebenwirkungen in Folge der Impfung auftreten. Personen die nicht geimpft wurden haben keine solchen Erkrankungen. Mache Krankheitsbilder haben noch nicht mal einen Namen. Eine Nachkontrolle bezüglich Nebenwirkungen dieser Impfstoffe wurde nie durchgeführt. Einige Ärzte haben Gemeinsamkeiten verschiedener Patienten festgestellt, bei denen nach der Impfungen identische Krankheitsbilder auftraten. Im besonderen das Krankheitsbild Burnout Syndrom wird häufig beschrieben. Alle Personen die an Burnout Syndrom leiden wurden vorher gegen diverse Grippearten geimpft. Auch Nervenschäden in Folge der Impfungen wurden festgestellt. Für mich fragwürdig ist die Behandlungsdauer der Nebenwirkungen mancher Medikamente, die länger ist als die eigentliche Wirkung die die betreffenden Medikamente erzielen sollen. Von den Krankenkassen werden gute aber teure Medikamente häufig nicht bezahlt. Medikamente die von den Krankenkassen bezahlt werden, werden kostengünstiger hergestellt und haben häufig mehr Nebenwirkungen als andere. Auf lange Sicht werden von den Krankenkassen Erkrankungen der Patienten durch falsche Sparmaßnahmen verursacht. Die Krankenkassen verursachen Folgeerkrankungen.

Elisabeth kommentierte am 30.10.2016

Seit 2012 bin ich auf Parkinson Positiv getestet. Das Gespür, in mir stimmt etwas nicht, war sehr auffallend, da ich sehr sportlich war. Die Ausfälle fielen mir dadurch besonders auf. Da ich nicht mehr so aktiv am Sport teilnemen konnte, kam eine starke Depression hinzu. Über meine Krankheit schreibe ich, "Der Untermieter in meinem Haus".