Protozoeninfektion

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Protozoeninfektionen sind parasitäre Krankheiten, die durch diejenigen Organismen verursacht werden, die innerhalb der biologischen Systematik früher in das Reich der Protozoa eingestellt wurden. Bedeutende Beispiele von Verursachern von Protozoenerkrankungen sind Entamoeba histolytica als Erreger der Amöbenruhr, Plasmodium falciparum als Auslöser von Malaria tropica, Giardia lamblia, die weltweit sehr verbreitet ist, oder Trypanosoma brucei, das über die infizierte Tsetsefliege die Afrikanische Schlafkrankheit auslöst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Protozoeninfektion?

Protozoeninfektion
Allgemein äußert sich eine Protozoeninfektion durch Fieber, grippeähnliche Symptome und allgemeines Unwohlsein.
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Eine Protozoeninfektion ist derjenige pathologische Zustand, der sich aus der Invasion des Körpers durch pathogene Protozoen ergibt. Die Protozoonose, wie die Protozoeninfektion auch genannt wird, ist eine durch eine Reihe von Einzellern, den Protozoen, bedingte Erkrankung. Damit sind Protozoeninfektionen gleichzeitig auch eine Untermenge der Parasitosen; mithin alle diejenigen Erkrankungen, die durch Parasiten hervorgerufen werden können.

Die Bezeichnung Infektion ist in diesem Zusammenhang dadurch berechtigt, dass hierbei die typisierende Abfolge von Eindringen, Vermehrung und Reaktion vorliegt. Aufgrund des beständigen Erkenntnisfortschritts in der Biologie ist die systematische Kategorisierung in einem Taxon Protozoa veraltet. Die phylogenetischen Relationen der als Protozoen zusammengefassten Gruppen zeigten sich hier weit komplexer, als ursprünglich aus der morphologischen Betrachtung der „Urtierchen“ vermutet werden konnte.

Eine durch die biologische Systematik begründete Definition von Protozoen ist damit nicht mehr möglich. Die Beibehaltung von Bezeichnungen wie Protozoologie oder eben auch Protozoeninfektion dient dabei allein praktischen Erwägungen. Denn der gemeinsame systematische Nenner der gemeinhin als Protozoen bezeichneten Organismen geht zurück bis auf die biologische Domäne der Eukaryoten.

Ursachen

Die Ursachen der Protozoeninfektion bei dem Menschen liegen bei krankmachenden Mikroorganismen, die als Parasiten auf ihm als Wirtsorganismus angewiesen sind. Die Protozoonosen beruhen dabei auf einer Vielfalt unterschiedlicher Organismen. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebene Internationale Klassifikation der Krankheiten ICD-10 führt die durch Protozoen verursachten Krankheiten in den Abschnitten A06 bis A07 sowie B50 bis B64 auf.

Zu beachten ist hierbei, dass sich die ICD-10 im Hinblick auf die Protozoonosen in ihrer Systematik auf die Übersicht zum verursachten Krankheitsbild stützt. Allgemein bedingt geschieht eine Infektion mit Protozoen über die Aufnahme von verunreinigter Nahrung, durch kontaminiertes Trink- beziehungsweise Badewasser oder über den Weg des Zwischenwirts. Die verursachenden Organismen sind daher in der nachfolgenden Aufstellung gegebenenfalls beispielhaft beigefügt, „spec.“ bezeichnet dabei mehrere oder unbekannte Arten einer Gattung:

  • A06 - Amöbiasis: Infektion durch Entamoeba histolytica.
  • A07 - Sonstige Darmkrankheiten durch Protozoen: Infektionen durch Balantidium coli, Giardia intestinalis, Cryptosporidium spec. ...
  • B50 - Malaria tropica: Infektion durch Plasmodium falciparum.
  • B51 - Malaria tertiana: Infektion durch Plasmodium vivax.
  • B52 - Malaria quartana: Infektion durch Plasmodium malariae.
  • B53 - Sonstige parasitologisch bestätigte Malaria: Infektionen durch Plasmodium ovale oder Affen-Plasmodien.
  • B54 - Malaria, nicht näher bezeichnet: Klinisch diagnostizierte Malaria ohne parasitologische Bestätigung.
  • B55 - Leishmaniose: Infektionen durch Leishmania spec.
  • B56 - Afrikanische Trypanosomiasis: Infektionen durch Trypanosoma brucei gambiense, Trypanosoma brucei rhodesiense ...
  • B57 - Chagas-Krankheit: Infektion durch Trypanosoma cruzi.
  • B58 - Toxoplasmose: Infektion durch Toxoplasma gondii.
  • B59 - Pneumozystose: Infektion durch Pneumocystis jirovecii.
  • B60 - Sonstige Protozoenkrankheiten, anderenorts nicht klassifiziert: Infektionen durch Babesia spec., Acanthamoeba spec., Naegleria fowleri ...
  • B64 - Nicht näher bezeichnete Protozoenkrankheit.

Ein Eintrag dieser Liste ist dabei erklärungsbedürftig: Der Erreger der Pneumozystose wurde lange zu den Protozoen gerechnet und steht deshalb bis heute in diesem Kapitel der ICD-10. Nach heutigem Kenntnisstand handelt es sich um einen Pilz. Der frühere Name Pneumocystis carinii bezeichnet inzwischen nur noch die bei Ratten vorkommende Art, während die Erkrankung des Menschen von Pneumocystis jirovecii verursacht wird.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptomatik kann je nach auslösenden Parasiten erheblich variieren. Allgemein äußert sich eine Protozoeninfektion durch Fieber, grippeähnliche Symptome und allgemeines Unwohlsein. Mitunter sind die Erkrankten gereizter und weisen eine erhöhte Herzfrequenz auf. Deutlich erkennbare Signale für eine Erkrankung sind das Auftreten von Übelkeit, Gewichtsverlust und Erbrechen. Auch Beschwerden in der Magengegend, etwa Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen, sprechen oft für eine Infektion. Mitunter können Blutungen aus dem Rektum vorkommen.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Über mikroskopische Verfahren lassen sich eine ganze Reihe von durch Protozoen bedingten Infektionen diagnostizieren. Bei der Amöbenruhr kommt es nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen zu sehr häufigem Stuhlgang, der sich bei heftigen Krämpfen auf mehrere Dutzend Entleerungen pro Tag belaufen kann. Unbehandelt kann die Amöbiasis zum Tode führen.

Eine Malaria tropica macht sich anhand einer Verminderung der Hämoglobinkonzentration sowie häufig durch einen unregelmäßigen Fieberverlauf bemerkbar. Der rhythmische Wechsel von Fieberschüben und fieberfreien Tagen, den viele mit der Malaria verbinden, ist dagegen für die Malaria tertiana und die Malaria quartana kennzeichnend. Gerade weil bei der gefährlichsten Form ein solcher Rhythmus fehlt, spricht ein unregelmäßiges Fieber nach einem Tropenaufenthalt nicht gegen eine Malaria. An neurologischen Komplikationen können Bewusstseinsstörungen auftreten. Es besteht das Risiko, dass die Malaria tropica zum Tode führt. Eine Lamblieninfektion kann leicht unbemerkt bleiben. Das gilt für die Mehrzahl der Menschen, die Giardia lamblia im Darm tragen.

Gleichwohl treten gelegentlich Beschwerden im Magenbereich auf, die sich durch Druckschmerz, Durchfall und Gewichtsverlust bemerkbar machen können. Bei der Afrikanischen Schlafkrankheit erfolgt die Diagnose über die mikroskopische Identifikation der auslösenden Trypanosomen in einer Blut- oder Gewebeprobe. Sie stützt sich in den meisten Fällen auf eine Blutuntersuchung.

Daneben besteht die Möglichkeit eines diagnostischen Nachweises über trypanosomaspezifische Antikörper, welcher allerdings aufgrund der diesbezüglichen Variabilität des Parasiten mit einiger Unsicherheit behaftet ist. Der Krankheitsverlauf gestaltet sich zweistufig. Die hämolymphatische Phase ist gekennzeichnet durch Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen und Juckreiz. Die Phasen der Fieberschübe treten dabei in Intervallen auf.

Daneben können starke Schwellungen der Lymphknoten auftreten. Die zweite Phase der Erkrankung, die neurologische Phase, tritt ein, wenn der Parasit beginnt, in das zentrale Nervensystem einzudringen. Hierbei gelingt es den Trypanosomen, die Blut-Hirn-Schranke zu durchdringen.

Als Folge erleben infizierte Personen einen gestörten Schlaf-Wach-Zyklus. Diese typische Symptomatik war namensgebend für die Schlafkrankheit. Ohne Behandlung verläuft die Schlafkrankheit tödlich.

Komplikationen

In der Regel führt die Protozoeninfektion zu Symptomen, die einer Grippe sehr stark ähneln. Aus diesem Grund ist eine vorzeitige Diagnose oder Erkennung dieser Krankheit in vielen Fällen nicht möglich. Die Patienten leiden dabei an einem hohen Fieber und auch an einer starken Abgeschlagenheit. Ebenso kommt es dabei zu einem Unwohlsein und zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Die Herzfrequenz des Betroffenen wird durch die Protozoeninfektion ebenso erhöht.

Die Patienten verlieren im Laufe der Erkrankung an Gewicht und leiden an Erbrechen und an Übelkeit. Auch Durchfall oder Bauchschmerzen können auftreten und damit die Lebensqualität des Betroffenen erheblich verringern. In vielen Fällen führt die Protozoeninfektion auch zu sehr schmerzhaften Krämpfen, sodass die Betroffenen auch an Bewegungseinschränkungen leiden.

Ob eine unbehandelte Protozoeninfektion tödlich verläuft, hängt vom Erreger ab: Bei der Malaria tropica, der Amöbenruhr und der Afrikanischen Schlafkrankheit ist das der Fall, bei einer Giardiasis dagegen nicht. Auch Schmerzen im Kopf oder an den Gelenken können durch diese Krankheit auftreten. Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt mit Hilfe von Medikamenten, die gezielt gegen den jeweiligen Erreger gerichtet sind, und führt in den meisten Fällen zu einem positiven Krankheitsverlauf. Wie hoch das Risiko für Komplikationen ist, hängt allerdings stark vom Erreger ab: Eine Giardiasis heilt meist folgenlos aus, während eine Malaria tropica auch bei frühzeitigem Behandlungsbeginn innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Protozoeninfektion muss in jedem Falle durch einen Arzt untersucht und behandelt werden. Es kommt bei dieser Krankheit in der Regel nicht zu einer Selbstheilung, und unbehandelt drohen je nach Erreger deutliche Einschränkungen bis hin zu einem tödlichen Verlauf. Eine frühe Diagnose und Behandlung wirken sich immer sehr positiv auf den Verlauf der Erkrankung aus und können weitere Komplikationen verhindern.

Ein Arzt sollte bei der Protozoeninfektion dann aufgesucht werden, wenn es zu grippeähnlichen Symptomen kommt. Der Betroffene ist gereizt und fühlt sich im Allgemeinen unwohl. Die Beschwerden treten ohne einen besonderen Grund auf und werden von Gewichtsverlust und Übelkeit begleitet. Weiterhin führt die Protozoeninfektion häufig auch zu Erbrechen. In einigen Fällen können auch starke Bauchschmerzen, die mit Blähungen und Durchfall verbunden sind, auf die Protozoeninfektion hindeuten und müssen durch einen Arzt untersucht werden.

Die Erkrankung kann durch einen Allgemeinarzt oder in einem Krankenhaus diagnostiziert werden. Bei der Behandlung ist der Betroffene auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen. In einigen Fällen kann es auch zu einer verringerten Lebenserwartung kommen.

Besondere Eile ist nach einer Reise in ein Malariagebiet geboten. Fieber nach einem Tropenaufenthalt ist immer verdächtig auf eine Malaria und gehört noch am selben Tag ärztlich abgeklärt, auch dann, wenn die Reise bereits Wochen oder Monate zurückliegt und eine Vorbeugung eingenommen wurde. Der Arzt sollte dabei ausdrücklich auf den Aufenthalt hingewiesen werden, damit gezielt nach Erregern im Blut gesucht wird. Kommen Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit, Krampfanfälle, Atemnot oder ein Kreislaufzusammenbruch hinzu, ist sofort der Notruf 112 zu wählen.

Behandlung & Therapie

Die medikamentöse Behandlung erfolgt im Allgemeinen mittels Wirkstoffen, die gegen Parasiten gerichtet sind; ein Teil von ihnen zählt zugleich zu den Antibiotika. Bei der Amöbenruhr sind dies Metronidazol sowie Tetrazykline; daneben wurde hierzu Chloroquin, ein sogenanntes 4-Aminochinolin, eingesetzt. Heute schließt sich an die Behandlung mit Metronidazol in der Regel ein weiteres Mittel an, das die im Darm verbliebenen Erreger erfasst, etwa Paromomycin. Als Therapiemöglichkeit bei Malaria, insbesondere bei Malaria tropica, stand klassisch Chinin zur Verfügung. Nach heutigem Kenntnisstand sind Kombinationen auf der Grundlage von Artemisinin die Mittel der Wahl; bei einer schweren Malaria wird Artesunat über die Vene gegeben. Bei der Malaria tertiana können Erreger als Ruhestadien in der Leber überdauern und noch Monate später einen Rückfall auslösen. Deshalb schließt sich an die Behandlung des Fieberschubs eine zusätzliche Therapie an, die diese Leberformen erfasst. Bei einer Giardiasis ist eine Behandlung nicht in allen Fällen notwendig.

In der Regel sind die körpereigenen Abwehrkräfte hinreichend, um die Infektion zu überwinden. Bei akutem Krankheitsverlauf oder bei Bestehen beeinträchtigender Symptome wird eine medikamentöse Behandlung erforderlich. Hierzu werden Nitroimidazole wie Metronidazol, Tinidazol, Secnidazol oder Ornidazol eingesetzt. Die Therapie der Afrikanischen Schlafkrankheit erfordert üblicherweise eine stationäre Behandlung.

Die hierzu eingesetzten Medikamente bedingen insbesondere im zweiten Stadium der Krankheit die Auslösung erheblicher Nebenwirkungen. Während für die Behandlung im ersten Stadium medikamentös Suramin gereicht werden kann, erforderte das Folgestadium lange Zeit den Einsatz von arsenhaltigen Verbindungen. Nach heutigem Kenntnisstand empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation bei der durch Trypanosoma brucei gambiense verursachten Form in erster Linie das in Tablettenform verfügbare Fexinidazol; das arsenhaltige Melarsoprol wird nur noch in Ausnahmefällen verwendet.


Vorbeugung

Zur Vermeidung einer Protozoeninfektion ist Vorbeugung anzuraten. In erster Linie bedeutet dies die Vermeidung hierzu epidemiologisch relevanter Gebiete. Daneben sind die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Durchgaren der Speisen, Abkochen des Trinkwassers, Einsatz von Moskitonetzen und Anti-Insekten-Mitteln.

Gelegentlich finden sich Hinweise von Behörden in Form von Badeverboten an thermischen Quellen. Möglichkeiten zur medikamentösen Prophylaxe bestehen bei der Malaria. Zu beachten ist hierbei, dass auch die Chemoprophylaxe nur einen unvollständigen Schutz bieten kann. Lange Zeit wurden dafür Chloroquin oder Proguanil verwendet. Weil die Malariaerreger gegen Chloroquin in weiten Teilen der Welt unempfindlich geworden sind, wird heute vor allem Atovaquon mit Proguanil eingesetzt. Welches Mittel geeignet ist, hängt vom Reiseziel ab und sollte vor der Reise reisemedizinisch beraten werden.

Nachsorge

Da Protozoen potentiell alle Organe befallen können und es auch nach einer erfolgreichen Behandlung einer Protozoeninfektion möglich ist, dass einige Protozoen im Körper verbleiben, sind nach einer Protozoeninfektion regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Waren die Schleimhäute infiziert, sollten in regelmäßigen Abständen Abstriche der Schleimhäute erfolgen. Zusätzlich müssen beim Hausarzt regelmäßig Untersuchungen des Blutes erfolgen.

Hierbei sollte nicht nur auf die Protozoen untersucht werden, sondern es sollten auch die Organwerte gemessen werden, um einen eventuellen Organbefall als Langzeitfolge der Protozoeninfektion frühzeitig zu erkennen. Werden schlechte Organwerte gemessen oder war ein Organ von der Protozoeninfektion betroffen, sollten außerdem Entnahmen von Gewebeproben (Biopsien) des jeweiligen Organs erfolgen. Daneben können hier bildgebende Verfahren (MRT, Ultraschall) angezeigt sein, um einen eventuellen Organbefall zu erkennen.

Zusätzlich sollte zur Vermeidung einer erneuten Protozoeninfektion ein hoher Hygienestandard eingehalten werden. Dieser besteht insbesondere aus einer regelmäßigen Händedesinfektion sowie dem Vermeiden des Aufsuchens von öffentlichen Toiletten. Lässt sich das Aufsuchen einer öffentlichen Toilette nicht vermeiden, sollte danach eine intensive Desinfektion aller Körperregionen erfolgen, die mit Gegenständen innerhalb der öffentlichen Toilette in Kontakt gekommen sind. Kleidung sollte nach einer Protozoeninfektion mit Hygienespüler gewaschen werden, damit keine Protozoen in der Kleidung verbleiben. Zudem sollte der Kontakt mit Tieren, die Protozoen übertragen können, vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Die Behandlung einer Protozoeninfektion hängt davon ab, welcher Organismus im Körper des Patienten gefunden wurde. Da einige Protozoen lebensgefährliche Erkrankungen auslösen können, ist eine gewissenhafte Diagnostik mit entsprechenden mikroskopischen Untersuchungen wichtig. Der Patient sollte sich danach streng an die Verordnungen des Arztes halten, insbesondere was die Einnahme der verordneten Medikamente betrifft.

Bis es zur Diagnose kommt, haben die Patienten meist einen längeren Leidensweg hinter sich, waren abgeschlagen, litten an Übelkeit, Durchfall und/oder Erbrechen und haben oft auch stark abgenommen. Daher sollten sie in der Rekonvaleszenzzeit ganz besonders auf einen gesunden Lebensstil achten. Dazu gehört, dass die Betroffenen nicht rauchen und wenig bis gar keinen Alkohol trinken sollten. Um das Körpergewicht wieder zu stabilisieren, sollten regelmäßig gesunde, ballaststoffreiche Mahlzeiten mit viel frischem Obst und Gemüse eingenommen werden.

Zu einem gesunden Lebensstil gehört aber auch ein geregelter Schlaf-Wach-Rhythmus mit ausreichend viel Schlaf. Stress sollte in dieser Zeit gemieden werden. Empfehlenswert ist in dieser Zeit auch, viel Wasser zu trinken. Es unterstützt die Nieren dabei, Stoffwechselprodukte und andere überschüssige Stoffe aus dem Körper auszuscheiden. Saunagänge und Dampfbäder werden gelegentlich als entgiftend empfohlen; eine Ausscheidung von Schadstoffen über den Schweiß ist jedoch nicht belegt. Solange jedoch noch Durchfall, Kreislaufbeschwerden oder eine ausgeprägte Schwäche bestehen, sollte damit gewartet werden, weil der Körper dabei zusätzlich Flüssigkeit verliert. Über weitere Möglichkeiten der Entgiftung beraten naturheilkundlich orientierte Ärzte und Heilpraktiker.

Quellen

  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin.
    ISBN: 9783437216428
  • Lucius, R., Loos-Frank, B., Lane, R.P.: Biologie von Parasiten.
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  • Suttorp, N., Mielke, M., Kiehl, W., Stück, B. (Hrsg.): Infektionskrankheiten.
    ISBN: 9783131585813
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228

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