Psychosomatik

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei der Psychosomatik handelt es sich um einen besonderen Teilbereich der Humanmedizin. Die Schule legt eine Betrachtungsweise zugrunde, nach der psychische Eigenschaften auch die körperliche Gesundheit mittelbar oder unmittelbar beeinflussen können.

Es besteht damit eine untrennbare Verbindung von Psyche (Geist) und Körper. Die Therapie psychosomatischer Erkrankungen erfordert ein ganzheitliches Behandlungskonzept, das sich aus psychotherapeutischen, psychiatrischen und somatischen Teilen zusammensetzt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Psychosomatik?

Der medizinische Fachbegriff Psychosomatik entstammt dem Altgriechischen. Er setzt sich zusammen aus psyche für Hauch, Seele oder Atem sowie soma, was so viel bedeutet wie Leben, Körper oder Leib. Die humanmedizinische Lehre der Psychosomatik geht davon aus, dass eine untrennbare von Wechselwirkungen geprägte Verbindung zwischen Körper und Psyche besteht.

Der Verlauf einer rein körperlich bedingten Krankheit (somatische Erkrankung oder somatische Störung) kann demnach maßgeblich durch die mentale, d. h. psychische oder geistige Verfassung des Betroffenen beeinflusst werden. Von dieser Verbindung ausgehend ist es auch möglich, dass bestimmte körperliche Beschwerden ausschließlich psychische Gründe haben. Diese werden in der Fachwelt als Psychosomatose bezeichnet. Ihnen liegen nicht selten essentielle Gefühle wie Depression, Angst oder Schuld zugrunde. Meist ist die Intensität der erlebten Gefühle überdurchschnittlich hoch.

In der Literatur wird zum Teil davon ausgegangen, dass grundsätzlich rein somatische Krankheiten wie die gastroduodenale Ulkuskrankheit oder Asthma bronchiale auf psychische Verursacher zurückzuführen sind. Diese Auffassung ist jedoch nicht unumstritten. Für die Ulkuskrankheit gilt sie nach heutigem Kenntnisstand als überholt: Als Hauptursachen gelten heute eine Infektion mit Helicobacter pylori und die Einnahme bestimmter Schmerzmittel, während seelische Belastungen den Verlauf allenfalls beeinflussen.

Neben dem Begriff der Psychosomatose besteht mit somatoformen Störungen ein weiterer wichtiger Grundbegriff der Psychosomatik. Als somatoforme Störung gelten solche mentalen Störungen, die zu wiederkehrenden physischen Symptomen führen. Betroffene fordern meist mit besonderem Nachdruck eine körperliche Untersuchung ein. Und das, obwohl vorausgegangene Untersuchungen bereits ergebnislos verliefen. Dem ärztlichen Untersuchungsergebnis wird entweder wenig oder gar kein Glauben geschenkt. Stattdessen beharren die Betroffenen auf ihren vermeintlichen Symptomen und fühlen sich schlecht behandelt.

Der Gedanke, dass seelische Vorgänge auf den Körper wirken, ist alt; als Fachbegriff taucht das Wort psychosomatisch jedoch erst im frühen 19. Jahrhundert auf. Im 20. Jahrhundert prägte vor allem eine psychoanalytisch beeinflusste Richtung das Gebiet. Sie ging davon aus, dass sich bestimmten körperlichen Krankheiten jeweils ein typischer seelischer Konflikt zuordnen lasse, und stellte eine kurze Liste solcher Krankheiten zusammen, zu der unter anderem das Magengeschwür, Asthma bronchiale, die Neurodermitis, die Colitis ulcerosa, die rheumatoide Arthritis, die Schilddrüsenüberfunktion und der Bluthochdruck gezählt wurden. Diese feste Zuordnung gilt heute als überholt: Weder ließ sich ein bestimmter Konflikt einer bestimmten Krankheit eindeutig zuweisen, noch erklärt ein solches Modell, warum unter vergleichbarer Belastung die einen erkranken und die anderen nicht.

An die Stelle solcher Zuordnungen ist ein biopsychosoziales Krankheitsverständnis getreten. Es fasst körperliche Anlage, seelische Verarbeitung und soziale Lebensumstände als drei zusammenwirkende Ebenen auf, die gemeinsam darüber entscheiden, ob Beschwerden entstehen, wie stark sie erlebt werden und wie lange sie anhalten. Für die Psychosomatik hat dieser Wechsel eine praktische Folge: Sie fragt nicht mehr in erster Linie nach der seelischen Ursache einer Krankheit, sondern nach dem Anteil, den seelische und soziale Faktoren an Entstehung, Verlauf und Bewältigung haben. Damit ist sie auch für Erkrankungen zuständig, deren körperliche Ursache unstrittig ist, etwa in der Begleitung von Krebserkrankungen, bei chronischen Schmerzen oder bei einer dauerhaften Behandlung wie der Dialyse.

Innerhalb der Diagnosesysteme haben die zugehörigen Störungsbilder mehrfach ihren Namen gewechselt. In der in Deutschland maßgeblichen ICD-10 stehen die somatoformen Störungen in einer eigenen Gruppe, die unter anderem die Somatisierungsstörung, die anhaltende somatoforme Schmerzstörung und die Hypochondrie umfasst. Neuere Diagnosesysteme rücken davon ab, den Ausschluss einer körperlichen Ursache zum Hauptkriterium zu machen; sie stellen stattdessen darauf ab, wie stark sich Denken, Fühlen und Verhalten um die Beschwerden drehen. Der Grund dafür ist ein praktischer: Ein reines Ausschlusskriterium legt nahe, die Beschwerden seien nicht echt, während sie für die Betroffenen ebenso wirklich sind wie Beschwerden mit nachweisbarem Organbefund.

Zu den Beschwerdebildern, die häufig unter psychosomatischen Gesichtspunkten behandelt werden, zählen unter anderem das Reizdarmsyndrom, die Fibromyalgie, anhaltende Rückenschmerzen ohne ausreichenden Befund, Spannungskopfschmerz und Migräne, Tinnitus, Herzbeschwerden ohne Organbefund sowie Essstörungen wie Magersucht und Bulimie. Gemeinsam ist ihnen, dass körperliche Vorgänge, Aufmerksamkeit, Befürchtungen und das daraus folgende Verhalten sich gegenseitig verstärken können, bis der Ausgangspunkt der Beschwerden für die Erklärung des Verlaufs kaum noch eine Rolle spielt.

Behandlungen & Therapien

Die genaue Form der jeweils indizierten Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung und damit nach dem Verursacher der Psychosomatose bzw. der somatoformen Störung.

Aus der Klinik ist bekannt, dass etwa punktuelle Funktionsstörungen des Körpers als Begleiterscheinung bestimmter Konflikte oder Emotionen auftreten können. Diese stellen sich dann als mittelbare oder unmittelbare Folge eines oft psychischen Traumas dar. Zu diesen Fällen gehören etwa Anpassungs- und Angststörungen sowie Posttraumatische Belastungsstörungen (oft auch PTSD oder PTBS genannt) oder Burnout.

Aber auch Konversionsstörungen oder eine Hypochondrie als besondere Ausprägung der somatoformen Störung zählen in den Bereich der Psychosomatik. Oft lassen sich Psychosomatosen auch auf seelische Störungen oder Persönlichkeitsstörungen zurückführen. Das gilt vor allem für Missempfindungen des Körpers wie beispielsweise Gefühlsstörungen an gewissen Körperstellen (z. B. Hände, Füße). Aber auch Depressionen können physische Auswirkungen haben, die zu einer allgemeinen Verschlechterung des Gesundheitszustands sowie Antriebslosigkeit führen.

Das Behandlungsspektrum der Psychosomatik ist breit. Denn psychosomatische Therapien erfordern in der Regel ganzheitliche Herangehensweisen. Eine Behandlung setzt sich deshalb aus psychotherapeutischen, körperlichen und psychiatrischen Elementen zusammen. Es kann eine ambulante Behandlung durch Fachärzte für Psychosomatische Medizin, Psychiater oder Psychotherapeuten erfolgen. Daneben besteht auch die Möglichkeit, sich in psychosomatischen Akutkrankenhäusern stationär behandeln zu lassen. Hierdurch sind eine intensivere Betreuung sowie ein Auskurieren fernab des Alltags gewährleistet. Auch eine Rehabilitation ist unter psychosomatischen Aspekten möglich. Diese besonderen Rehabilitationsmaßnahmen kommen vor allem nach, während oder zur Behandlung von Angststörungen, Burnout, Depressionen oder ähnlichen Erkrankungen zum Einsatz.

Neben klassischen psychotherapeutischen Therapieansätzen kann auch eine medikamentöse Behandlung notwendig sein. Hierzu stehen zahlreiche Psychopharmaka zur Verfügung. Häufig kommen Antidepressiva aus der Gruppe der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zum Einsatz, da diese angstlösend und stimmungsaufhellend wirken. Neuroleptika werden dagegen nur in Ausnahmefällen eingesetzt. Placeboeffekte spielen bei jeder Behandlung eine Rolle und lassen sich durch eine tragfähige Beziehung, eine verständliche Erklärung und eine zuversichtliche Erwartungshaltung nutzen. Die verdeckte Gabe eines Scheinmedikaments ist dagegen mit der ärztlichen Aufklärungspflicht und dem Erfordernis einer Einwilligung nicht vereinbar.

Unabhängig vom gewählten Verfahren steht am Anfang der Behandlung die Vermittlung eines Krankheitsverständnisses. Viele Betroffene haben eine lange Reihe von Untersuchungen hinter sich und erleben den Satz, es sei organisch nichts zu finden, als Abweisung. Die Psychoedukation setzt an dieser Stelle an: Sie erklärt, auf welchen Wegen Anspannung, Aufmerksamkeitslenkung und Schonverhalten körperliche Beschwerden verstärken können, und macht damit verständlich, warum eine psychotherapeutische Behandlung auch bei tatsächlich vorhandenen körperlichen Symptomen sinnvoll ist. Ohne diesen Schritt wird eine Behandlung häufig abgebrochen, weil die Betroffenen sich in ihrem Erleben nicht ernst genommen fühlen.

Unter den psychotherapeutischen Verfahren kommen vor allem die kognitive Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zum Einsatz. Die kognitive Verhaltenstherapie arbeitet an der Aufmerksamkeitslenkung auf den eigenen Körper, an den Deutungen, die einzelnen Empfindungen gegeben werden, und an dem Vermeidungs- und Schonverhalten, das die Beschwerden auf Dauer festigt. Tiefenpsychologisch ausgerichtete Verfahren suchen den Zusammenhang zwischen den Beschwerden und ungelösten Konflikten oder prägenden Beziehungserfahrungen. Ergänzend werden körperbezogene Verfahren eingesetzt, die die Wahrnehmung des eigenen Körpers wieder erweitern sollen, außerdem Kunsttherapie, Musiktherapie und Sporttherapie. Für Menschen, denen der sprachliche Zugang zu ihrem Erleben schwerfällt, sind die nichtsprachlichen Verfahren oft der leichtere Einstieg.

Die Versorgung ist in Deutschland gestuft aufgebaut. Leichtere Verläufe werden ambulant behandelt, häufig im Zusammenwirken von Hausarzt und Psychotherapeut. Reicht das nicht aus, kommen tagesklinische Angebote in Betracht, bei denen die Behandelten tagsüber ein volles Programm durchlaufen und abends nach Hause zurückkehren. Bei schweren Verläufen erfolgt die Behandlung stationär und verbindet Einzel- und Gruppengespräche mit Bewegungs-, Entspannungs- und gestaltenden Verfahren. Eine Rehabilitation unter psychosomatischen Gesichtspunkten zielt vor allem darauf, die Alltags- und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. In Allgemeinkrankenhäusern übernehmen psychosomatische Konsiliar- und Liaisondienste die Mitbehandlung derjenigen, die wegen einer körperlichen Erkrankung aufgenommen wurden und zusätzlich seelisch belastet sind. Als eigene Facharztrichtung ist die Psychosomatische Medizin in Deutschland seit den 1990er Jahren in der ärztlichen Weiterbildung verankert; daneben behandeln Psychiater und ärztliche wie psychologische Psychotherapeuten dieselben Krankheitsbilder.

Bei der medikamentösen Behandlung ist zu beachten, dass sie die Beschwerden meist nicht unmittelbar beseitigt, sondern begleitende Störungen wie Depressionen, Angststörungen oder Schlafstörungen behandelt und dadurch mittelbar entlastet. Zurückhaltung gilt bei dämpfenden und stark schmerzstillenden Mitteln: Benzodiazepine und Opioide verschaffen kurzfristig Erleichterung, können bei längerer Anwendung aber abhängig machen und die Beschwerden am Ende verstärken. Auswahl und Überwachung der Medikamente gehören deshalb in ärztliche Hand; die psychotherapeutische Behandlung ersetzen sie nicht.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Aufgrund der starken Verflechtung von physischen und psychischen Ursachen ist die Diagnose einer psychosomatischen Störung nicht leicht. Es ist zwingend notwendig, im Voraus umfassende körperliche Untersuchungen durchzuführen.

Häufig ist auch die Einholung unabhängiger Zweit- oder Drittmeinungen angezeigt. Der Befund einer psychosomatischen Störung ist also regelmäßig nur am Ende einer langen Kette von Untersuchungen möglich. Auch die Durchführung technischer Diagnoseverfahren wie MRT, CT oder die Anfertigung von Röntgenbildern ist üblich. Hierdurch können ausschließlich körperlich bedingte Ursachen ausgeschlossen werden.

Die ersten Untersuchungs- und Diagnoseverfahren erfolgen in der Regel durch den Hausarzt. Denn der Allgemeinmediziner ist häufig die erste Anlaufstelle für Patienten, die konkrete körperliche Beschwerden aufweisen. Dieser wird je nach Ausprägung der körperlichen Beschwerden an einen Facharzt für somatische Erkrankungen überweisen. In Betracht kommen etwa Orthopäden, Neurologen oder Hautärzte. Der Facharzt wird genauere Untersuchungs- und Diagnoseverfahren einleiten, die auf die jeweiligen Beschwerden zugeschnitten sind. Schließt dieser körperliche Ursachen aus, kann die Diagnose einer psychosomatischen Störung gestellt werden. Der Ausschluss körperlicher Ursachen allein genügt dafür nach heutigem Verständnis allerdings nicht: Die Diagnose stützt sich zusätzlich auf eigene, positive Kriterien wie das Ausmaß der Beschäftigung mit den Beschwerden und die daraus folgende Beeinträchtigung im Alltag.

Die weitere Behandlung der Beschwerden erfolgt dann durch Psychotherapeuten, Fachärzte für Psychosomatik oder Psychiater. Werden sowohl körperliche als auch psychische Ursachen identifiziert, ist ein umfassendes und ganzheitliches Behandlungskonzept erforderlich. Patienten werden dann sowohl von somatischen als auch psychischen Fachärzten behandelt. Hierbei ist es wichtig, dass beide Ärzte umfassend informiert sind, um ihre Maßnahmen gezielt aufeinander abzustimmen.

Eine Besonderheit der psychosomatischen Diagnostik liegt darin, dass körperliche und seelische Abklärung nach Möglichkeit nebeneinander und nicht streng nacheinander erfolgen. Das rein nacheinander geschaltete Vorgehen hat zwei Nachteile: Es zieht sich über lange Zeiträume hin, und jede weitere unauffällige Untersuchung bestärkt die Betroffenen in der Überzeugung, die richtige Ursache sei lediglich noch nicht gefunden. Deshalb wird bereits früh eine ausführliche Anamnese erhoben, die neben dem Beschwerdeverlauf die Lebensumstände, berufliche und familiäre Belastungen, frühere Erkrankungen und die bisherigen Behandlungsversuche erfasst.

Von Bedeutung ist dabei auch, wie über die Beschwerden gesprochen wird: wann sie erstmals auftraten, in welchen Situationen sie stärker oder schwächer werden, was die Betroffenen selbst vermuten, was sie befürchten und was sie bereits verändert haben, um die Beschwerden zu vermeiden. Ergänzend kommen standardisierte Fragebögen zum Einsatz, die Ausmaß und Verlauf der Beschwerden sowie begleitende Ängste und Niedergeschlagenheit erfassen. Sie ersetzen das Gespräch nicht, machen Veränderungen im Behandlungsverlauf aber vergleichbar.

Zugleich bleibt die körperliche Abklärung unverzichtbar, und zwar in beide Richtungen. Zum einen können sich hinter Beschwerden ohne auffälligen Erstbefund Erkrankungen verbergen, die erst im Verlauf erkennbar werden; eine einmal gestellte psychosomatische Diagnose darf deshalb nicht dazu führen, dass neu auftretende oder veränderte Symptome nicht mehr ernst genommen werden. Zum anderen ist jede zusätzliche Untersuchung ohne klare Fragestellung selbst eine Belastung: Sie kostet Zeit, kann Zufallsbefunde hervorbringen, die ihrerseits abgeklärt werden müssen, und hält die Suche nach einer Organursache in Gang. Zwischen zu wenig und zu viel Diagnostik zu vermitteln, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Behandelnden.

Abzugrenzen ist die psychosomatische Störung von zwei Bildern, die ihr äußerlich ähneln. Bei der Simulation werden Beschwerden bewusst vorgetäuscht, um einen Vorteil zu erlangen. Bei der artifiziellen Störung, deren ausgeprägte Form als Münchhausen-Syndrom bekannt ist, werden Krankheitszeichen absichtlich erzeugt, ohne dass ein äußerer Vorteil erkennbar wäre. In beiden Fällen geschieht dies willentlich, und genau darin liegt der Unterschied zur somatoformen Störung, bei der die Beschwerden nicht hervorgerufen, sondern erlebt werden.

Für den weiteren Verlauf ist schließlich bedeutsam, wie das Ergebnis der Diagnostik mitgeteilt wird. Eine Mitteilung, die sich auf die Feststellung beschränkt, es sei kein Organbefund zu erheben, lässt die Betroffenen mit ihren Beschwerden allein und führt häufig dazu, dass die Untersuchungsreihe andernorts fortgesetzt wird. Als hilfreich gilt dagegen eine Erklärung, die die Beschwerden ausdrücklich als vorhanden anerkennt, ein verständliches Modell ihrer Entstehung anbietet und einen nächsten Schritt benennt. Dazu gehört auch der Umgang mit Unsicherheit: Dass sich eine Ursache nicht abschließend klären lässt, ist eine Auskunft, die sich aushalten lässt, sofern zugleich gesagt wird, woran man sich bei einer Veränderung der Beschwerden orientieren kann und wann eine erneute ärztliche Vorstellung angezeigt ist.

Quellen

  • Kruse, J., Langewitz, W., Schneider, A. (Hrsg.): Psychosomatische Medizin.
    ISBN: 9783437218354
  • Heuft, G., Conrad, R. (Hrsg.): Lehrbuch Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
    ISBN: 9783608402179
  • Ermann, M.: Psychotherapie und Psychosomatik.
    ISBN: 9783170368002
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A., Möller, H.-J. (Hrsg.): Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432673
  • Senf, W., Broda, M., Voos, D. (Hrsg.): Praxis der Psychotherapie.
    ISBN: 9783132420793

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