Sarkoidose (Morbus Boeck)


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. Oktober 2018

Sarkoidose oder Morbus Boeck ist eine seltene Erkrankung, die vor allem durch entzündliche Granulome (kleine Knötchen) in Erscheinung tritt. Obwohl alle Organe des menschliches Körpers von der Sarkoidose betroffen sein können, sind die Lymphknoten und die Lunge häufiger betroffen. Die genaue Ursache für Morbus Boeck ist noch nicht hinreichend bekannt, man geht aber von diversen Umweltfaktoren aus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sarkoidose?

Die Sarkoidose, die in medizinischen Fachkreisen auch als Morbus Boeck bekannt ist, gehört auf Grund der Verlaufsform und der vorwiegend betroffenen Organsysteme zu den Erkrankungen die vorwiegend Weichteilstrukturen befällt. Neben dem Lungengewebe und den Lungenstrukturen können sowohl die Haut, die Augen, das Knochensystem, weitere Organe wie die Milz und die Leber als auch das lebenswichtige Herz von einer Sarkoidose betroffen sein. Einige Erkrankungsverläufe haben gezeigt, dass sich die Sarkoidose ebenfalls auf die Nerven und die Bauchspeicheldrüse ausdehnt.

Die Sarkoidose ist gekennzeichnet durch die Entstehung knötchenähnlicher Gewebsballungen, die herdförmig begrenzt sind. Diese Gewebes- und Zellansammlungen sind gleichfalls als Granulome bekannt, da sie histologisch gesehen eine unförmige Oberfläche besitzen. Die Sarkoidose kann eine spezielle Reaktion des Immunsystems darstellen, die sich in einer Konzentration von zellulären Abwehrelementen äußert. Die Sarkoidose Erkrankung wird vorwiegend im Alter zwischen 20 und 40 Jahren beobachtet.

Ursachen

Zunächst basieren die Ursachen für die Sarkoidose, auch Granulomatose genannt, nur auf Vermutungen, denn die Krankheit selbst und die Funktionsweise des menschlichen Immunsystems sind noch nicht ausreichend erforscht. Neben den immungesteuerten Aktivitäten des Körpers wird angenommen, dass die Sarkoidose genetisch bedingt ist. Möglicherweise tragen unterschiedliche Umweltfaktoren ebenfalls zur Entstehung einer Sarkoidose bei.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptomatik einer Sarkoidose ist abhängig vom betroffenen Organsystem, häufig bleiben Betroffene völlig beschwerdefrei. In der Regel tritt die Erkrankung in der schleichend beginnenden chronischen Form in Erscheinung: Zu ihren unspezifischen Anzeichen zählen allgemeines Unwohlsein, Gelenkschmerzen und Gewichtsverlust, die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein.

Symptome der häufig vorkommenden Lungen-Sarkoidose können belastungsabhängige Atemnot und chronischer Reizhusten sein, eine Schwellung der Lymphknoten im Brustkorb wird oft nur zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt. Befällt Morbus Boeck die Augen, entwickelt sich typischerweise eine Entzündung der Regenbogenhaut, die mit Lichtscheu und Augenschmerzen einhergeht.

Eine Beteiligung der Haut macht sich durch charakteristische Hautveränderungen bemerkbar: Typisch für eine Knotenrose ist die mit Hautrötungen verbundene stark schmerzhafte Knotenbildung im Unterhautfettgewebe vorwiegend an den Unterschenkeln. Bläulich-violette Hautverfärbungen (Lupus pernio) im Gesicht kommen ebenfalls vor.

Ein ausgeprägter Befall des Herzens zieht oftmals behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen oder eine Herzschwäche nach sich, in den Nieren begünstigt die Sarkoidose die Ausscheidung von Kalzium und damit die Harnsteinbildung. Selten tritt die Neurosarkoidose in Form einer Gehirnhautentzündung oder Lähmungen des Gesichtsmuskels (Fazialisparese) in Erscheinung.

Die akute Sarkoidose kennzeichnet ein plötzlicher Beginn mit Fieber und starker Müdigkeit, typischerweise treten dazu die als Knotenrose beschriebenen Hautveränderungen, eine Gelenkentzündung im Sprunggelenk und Lymphknotenschwellungen in der Lunge auf.

Bläulich-violette Hautverfärbungen (Lupus pernio) im Gesicht kommen ebenfalls vor. Ein ausgeprägter Befall des Herzens zieht oftmals behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörungen oder eine Herzschwäche nach sich, in den Nieren begünstigt die Sarkoidose die Ausscheidung von Kalzium und damit die Harnsteinbildung. Selten tritt die Neurosarkoidose in Form einer Gehirnhautentzündung oder Lähmungen des Gesichtsmuskels (Fazialisparese) in Erscheinung.

Krankheitsverlauf

Eine akute Sarkoidose kann durch das plötzliche Auftreten von Fieber und den allgemeinen Beschwerden einer Infektion eingeleitet werden. Diese allgemeinen Krankheitszeichen sind Müdigkeit, starke Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gliederschmerzen. Endgültig diagnostizieren lässt sich die Granulomatose erst durch spezifische Krankheitsbilder, die an den betroffenen Organen auftreten. Herz- und Atembeschwerden, Beeinträchtigungen der Verdauung und der Immunabwehr sowie Veränderungen des Blutbildes und veränderte Leberwerte weisen auf das Bestehen einer Sarkoidose hin.

Neben der akuten Verlaufsform wird die chronische Sarkoidose eher durch deren schleichenden Verlauf erkannt. Einige Patienten leiden unter einer Sarkoidose und zeigen keinerlei Beschwerdebilder. Im Rahmen einer möglicherweise auftretenden Einschränkung der Atem- und Lungenfunktion kann in Auswertung eines Röntgenbildes häufig eine Ansammlung der Granulome diagnostiziert werden. Dies ist ein deutlicher Hinweis auf eine Sarkoidose. Die Knötchen sind teilweise so klein, dass sie einzeln nur unter mikroskopischer Vergrößerung erkennbar sind. Sie sind teilweise auch in den Lymphknoten zu finden. Außerdem treten als eindeutige Zeichen Gelenkschmerzen des Sprunggelenks, hämatomähnliche Flecken an den Unterschenkeln und eine Entzündung der Iris auf.

Komplikationen

Eine chronische Sarkoidose kann im Verlauf der Erkrankung verschiedene Komplikationen hervorrufen. Welche Beschwerden im Einzelnen auftreten, hängt davon ab, welches Organ betroffen ist. Im Bereich der Lungen kann Morbus Boeck eine Lungenfibrose auslösen, in deren Verlauf es zu Veränderungen am Herz und schließlich zu einer Rechtsherzinsuffizienz kommt.

Knötchenbildung im Bereich der Nieren führt zu einer Niereninsuffizienz und damit einhergehend zu Schädigungen des Nierengewebes, Herzrhythmusstörungen und Störungen des Knochenstoffwechsels. Sind die Augen betroffen, so treten im Verlauf der Sarkoidose Sehstörungen auf und es kann zur vollständigen Erblindung kommen. Des Weiteren kann die chronische Form der Erkrankung bleibende Lähmungen, Milzerkrankungen, Hautschäden und weitere Komplikationen nach sich ziehen.

Die akute Sarkoidose hat meistens keine langfristigen Beschwerden zur Folge. Bei der Behandlung beider Formen sind Nebenwirkungen denkbar. Die bei einem Befall von Augen, Leber, Haut, Herz und Nerven verordneten Kortison-Präparate können beispielsweise zu Nervenschäden und Magen-Darm-Beschwerden führen. Auch entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente bergen entsprechende Risiken. Gefährdet sind vor allem körperlich geschwächte Menschen und Patienten, die bereits andere Medikamente einnehmen. Schwere Komplikationen treten in der Regel aber nicht auf.

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Wann sollte man zum Arzt gehen?

Symptome wie Muskel- und Gliederschmerzen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl können auf eine Sarkoidose hindeuten. Ein Arztbesuch ist angezeigt, wenn die Beschwerden über mehrere Tage bestehen bleiben oder sogar intensiver werden. Sollten die typischen Knötchen auf der Schleimhaut auftreten, muss ein Arzt eingeschaltet werden. Sollten die Beschwerden nach dem Einatmen von Chemikalien, Feinstaub, Bakterien, Pilzen oder allergieauslösenden Stoffen auftreten, wird am besten sofort der Hausarzt aufgesucht. Auch Menschen mit Lungenerkrankungen zählen zu den Risikogruppen und sollten den Arzt konsultieren, wenn die beschriebenen Symptome auftreten.

Neben dem Hausarzt kann mit den Beschwerden zu einem Lungenfacharzt oder einem Dermatologen gegangen werden, abhängig vom Symptombild und der Lokalisation der Knötchen. Kinder sollten umgehend dem Kinderarzt vorgestellt werden, wenn Atembeschwerden oder Haut- und Schleimhautveränderungen auftreten. Morbus Boeck bedarf einer umfassenden Behandlung, die engmaschig überwacht werden muss. Der Arzt muss über Symptome und Beschwerden sowie etwaige durch die verordneten Medikamente ausgelöste Nebenwirkungen informiert werden, um Komplikationen auszuschließen.

Behandlung

Die Basis der Behandlung einer Sarkoidose stellen Medikamente dar. Diese werden vorwiegend beim chronischen Verlauf benötigt, die akute Sarkoidose muss in der Regel kaum therapiert werden. Als Arzneimittel stehen den Schulmedizinern neben Medikamenten zur Senkung der Fiebertemperaturen Substanzen zur Verfügung, die entzündliche Vorgänge im Körper unterbinden. Da die Granulomatose mit schmerzhaften Beeinträchtigungen, die bei den Gelenken vorwiegend den Zuständen einer Arthritis gleichen, werden Schmerzmittel verabreicht. Bewährt haben sich in diesem Zusammenhang sogenannte nicht steroidale Substanzen. Diese sind bekannt unter der Bezeichnung Acetylsalicylsäure und Ibuprofen.

Die Therapie richtet sich immer nach der individuellen Ausprägung der Erkrankung und nach den auftretenden Beeinträchtigungen anderer Organe. Wenn die Granulome an den Augen, den Nerven und den Nieren auftreten, dann wird als Mittel das hoch wirksame Kortison eingesetzt. Die gute Wirkung des Kortisons besteht darin, dass die starken immunologischen Aktivitäten gebremst werden. Wenn Kortison schlecht oder gar nicht vertragen wird, dann kann der Arzt auch Methotextran oder Azathioprim verordnen.

Das können Sie selbst tun

Obgleich die Ursache der Erkrankung bis zum heutigen Tag nicht vollständig geklärt werden konnte, zeigen sich auf Basis der Ergebnisse von verschiedenen Studien und Krankheitsverläufen erste Hinweise, dass eine Beteiligung des Immunsystems stattfindet. Daher sollte im Bereich der Selbsthilfe eine Stärkung des körpereigenen Abwehrsystems stattfinden.

Ausreichende Bewegung, eine gesunde und vitaminreiche Ernährung sowie eine gute Schlafhygiene fördern die Tätigkeit des Organismus. Die Bewegungsmöglichkeiten sind dahingehend zu prüfen, dass keine Situation der Überforderung eintritt. Die Aufnahme von frischen Lebensmitteln und die Vermeidung von ungesunden Mahlzeiten kann viel zur Verbesserung des Wohlbefindens beitragen. Der Konsum von Alkohol und Nikotin sollte grundsätzlich unterlassen werden. Aufenthalte bei frischer Luft und eine ausreichende Schonung sind ebenfalls anzuraten. Treten Beschwerden auf, sollten Ruhephasen eingelegt werden. Die Schlafhygiene ist in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren und nach Möglichkeit zu optimieren. Dabei ist auf eine angemessene Zimmertemperatur, optimale Schlafutensilien sowie die Vermeidung von Störgeräuschen zu achten.

Im Alltag sollten Stress und Hektik auf ein Mindestmaß reduziert werden. Langzeitstudien ergaben, dass diese den menschlichen Organismus und damit das Immunsystem nachweislich schwächen. Beim Lesen, Schreiben oder Fernsehen ist auf die passenden Lichtverhältnisse zu achten. Viele Patienten klagen über Augenschmerzen und zu grelle Lichteinflüsse.

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Karin kommentierte am 08.10.2012

Vor ca. 20 Jahren wurde bei mir eine Lungensarkoidose festgestellt. Diese wurde mit Kortison behandelt. Ich hatte dann jahrelang Ruhe. Aber dann trat sie wieder auf. Mit roten Knoten an den Beinen und Gelenkschmerzen. Wieder Kortison. Dann wieder das Ergebnis bei der nächsten Untersuchung: Lunge ok. Aber die Gelenkschmerzen sind geblieben. Die Ärzte sagen, kein Kortison mehr, da die Schmerzen nicht von der Sarkoidose kommen. Schmerztabletten schlagen so gut wie nicht an. Die Schmerzen wandern. Mal sind sie am stärksten in den Beinen, dann in den Fingern oder im Kreuz. Manchmal sind sie so stark, dass ich morgens kaum aufstehen kann. Ausserdem bin ich ständig müde. Schlafen tue ich auch nicht gut. Bis jetzt konnte mir kein Arzt helfen. Ich weiß nicht mehr weiter.

Hase68 kommentierte am 19.05.2013

Hallo Karin, meiner Frau geht es seit ca. 2 Jahren so. Auch heute hat sie wieder solch einen Schmerzanfall in den Gelenken (Fuß und Finger). Kortison wurde auch schon abgesetzt wegen der Nebenwirkungen. Wir waren ebenfalls schon bei zig Ärzten, haben eine Therapie bei einem Heilpraktiker gemacht, viele hunderte Euro bezahlt und alles ohne größeren Erfolg. Sogar Ernährungsumstellung und striktes Alkoholverbot haben wir versucht und trotzdem sind die Blutwerte und Leberwerte alles andere als gut. Wir verzweifeln auch bald. Es geht bald nicht mehr.

Eliza kommentierte am 01.11.2014

Ich spürte eine Ablösung einer Gewebefläche von einer darunter liegenden Gewebefläche in der Mitte des Brustkorbes.
Der behandelnde Arzt meinte zuerst, es sei eine Pleuritis, doch verwarf er diesen Gedanken wieder. Er hatte mir nicht richtig zugehört, ich sagte in der Mitte des Brustkorbes.

Fleckel kommentierte am 10.07.2015

Hallo Karin, in Deiner Beschreibung deiner Krankheit finde ich mich wieder. Genau das gleiche Spiel. Im Moment nehme ich Kortison (17,5 mg) ausgleitend wegen der Schmerzen in den Beinen. Aber seit einigen Tagen habe ich starke Schmerzen in der Schulter, Halsbereich und am unteren Rücken. Auch hier helfen Schmerzmittel kaum. Ich habe jetzt im Internet von dem Mittel Dimethylsulfoxid (DMSO) gelesen. Hast du da Erfahrung oder kennst du jemanden der das Mittel schon einmal benutzt hat?

Gerli kommentierte am 13.08.2015

Ich bin 72 Jahre alt. Bei mir wurde durch Zufall Sarkiodose im 2.Stadium in der Lunge und in den Lymphdrüsen festgestellt. Ich hatte in dieser Zeit schon dreimal eine Lungenentzündung. Jetzt habe ich ein geschwollenes Knie und heftige Schmerzen. Kann mir jemand bestätigen, dass das auch mit Sarkidose zusammenhängt?

Sahara kommentierte am 25.09.2015

Ich habe seit zwei Jahren Lungensarkoidose Stadium drei. Ich wurde anderthalb Jahre mit Cortison behandelt, obwohl ich aber nie Beschwerden hatte. Jetzt nehme ich seit sechs Monaten nichts, habe aber starke Schulterschmerzen. Bin aber auch stark verspannt. Weiß jemand, ob die Schulterschmerzen mit der Sarkoidose zusammenhängen?

Monika kommentierte am 04.10.2015

Bei mir wurde vor zwei Jahren Sarkoidose der Lunge diagnostiziert. Darauf folgten anderthalb Jahre Cortisontherapie. Jetzt habe ich andauernd starke Schulterschmerzen, Ischiasprobleme und Fersenschmerzen. Kennt das jemand und kann mir einen Ratschlag geben?

Miamurkel kommentierte am 02.02.2016

Bei mir wurde 2007 durch einen Zufallsbefund Sarkoidose diagnostiziert. Davor hatte ich eine jahrelange Odyssee hinter mir. Ich hatte über Jahren einen Husten, der auch mit Atemnot einherging. Pneumolge, HNO-Arzt und auch Hausarzt erkannten die Krankheit nicht. Mann steckte mich in eine "Schublade" und mir wurde eine Psychotherapie nahegelegt. 2007, vor meiner Bestrahlung, wurde dann durch eine Mediastinoskopie die Diagnose bestätigt. Bis zur Diagnose wurde ich als Simulant abgestempelt. Seit nun mehr vier Jahren sind meine Beschwerden schlimmer geworden. Ich habe einen quälenden Husten, Gelenkschmerzen, vor allem in den Fuß- und Fingergelenken, sowie massive Herzrhythmusstörungen. Auch jetzt werde ich mit den Worten abgespeist "das ist das Alter (ich bin 54) und HRST hat so gut wie jeder". Ich fühle mich mit der Diagnose alleingelassen und weiß nicht mehr weiter. Was kann ich machen?

Sylke kommentierte am 01.07.2016

Vor zwei Wochen habe ich diese Diagnose erhalten. Vorher hatte ich noch nie etwas davon gehört. Durch Zufall wurde ich begab ich mich ins Krankenhasu und dort bekamm ich die Mitteilung, dass meine Nierenwerte ganz schlecht sind. Ich hatte ein akutes Nierenversagen. Ebenfalls hatte ich zuviel Eiweis im Blut und im Urin. Damit begann der Kreislauf. Nierenbiopshie, Knochenmarkbiopsie, CT. Beim CT wurden dann die geschwollenen Lymphknoten entdeckt. Nach der anschließenden EBUS Bronchoskopie mit BAL wurde dann die Diagnose Sarkoidose bestätigt. Anschließend noch die üblichen Untersuchungen. Als Diagnose habe ich nun Sarkoidose Lunge Stadium 1 mit Nierenbeteiligung (interstitielle Nephritis). Aus diesem Grund wurde mit einer Therapie Prednisolon begonnen.

Marianne kommentierte am 30.12.2016

Ich habe die Diagnose vor acht Jahren bekommen. Auge, Lunge (Stad.II), Leber und Milz. Im Mai 2016 kam die Haut dazu. Weil sich bereits eine Lungenfibrose eingestellt hat, wurde ich mit Prednisolon behandelt. Darauf verlor ich sämtliche Haare und hatte Schlafentzug durch kortisoninduzierte Hypomanie. Seit dem Absetzen des Medikaments habe ich so starke Schmerzen beim Atmen und in beiden Sprunggelenken, trotz Fentanylpflaster 50mg, dass ich oft nicht schlafen kann. Mein Arzt meint, dass das in meinem Alter (52 Jahre) eben so sei und ich damit leben müsse. Was kann man machen?