Small for Gestational Age (SGA)

Der Begriff Small for Gestational Age beschreibt Neugeborene, die zu klein für das entsprechende Reifealter sind. Der englische Begriff hat sich durchgesetzt und wird abgekürzt als SGA bezeichnet. Die meisten SGA-Kinder holen ihr Wachstum später nach und erreichen eine normale Größe und ein normales Gewicht.

Inhaltsverzeichnis

Wofür steht Small for Gestational Age?

Der Begriff Small for Gestational Age, auch abgekürzt als SGA, hat sich für die Beschreibung von Neugeborenen eingebürgert, die bei der Geburt zu klein und zu leicht sind. Bei diesen Kindern liegt die Geburtsgröße oder das Geburtsgewicht bei der statistischen Normalverteilung im unteren Bereich. Es gibt zwei unterschiedliche Definitionen.

Eine Definition legt für Länge und Gewicht mindestens zwei Standardabweichungen unter dem Mittelwert fest. Das entspricht einem Gewicht und einer Länge unterhalb der 3. Perzentile. Alle Ärzte, die sich mit der Langzeitentwicklung der Kinder beschäftigen, favorisieren diese Definition. In den meisten Fällen verlangsamt sich das Wachstum erst im letzten Drittel der Schwangerschaft.

Dabei nimmt der Fötus nicht mehr an Gewicht zu, wobei jedoch die Größe des Kindes bei der Geburt noch normal ist. In diesen Fällen wird von asymmetrischer Retardierung gesprochen. Wenn sowohl Gewicht als auch Körpergröße zu gering ausfallen, liegt eine symmetrische Retardierung vor. Diese Definition genügt der Statistik und ist deshalb nicht für die Ursachenfindung der verzögerten Entwicklung geeignet.

Es gibt noch den Begriff der intrauterinen Wachstumsretardierung, welcher auch synonym für SGA verwendet wird. Unter diese Definition fallen jedoch streng genommen nur die Kinder, welche aufgrund einer krankhaften Ursache ein verzögertes Wachstum aufweisen. Nur ein Teil aller SGA-Kinder fällt jedoch unter diese Definition. Die Häufigkeit des verzögerten Wachstums während der Schwangerschaft beträgt circa fünf Prozent.

Ursachen

Die Ursachen für ein verzögertes Wachstum sind vielfältig. In den meisten Fällen handelt es sich lediglich um eine Abweichung innerhalb der normalen Entwicklung. Das Wachstum wird meist nach der Geburt aufgeholt. Oft kann dabei nicht von einer krankhaften Entwicklung gesprochen werden. Es geht hier lediglich um eine statistische Abweichung. Trotzdem gibt es natürlich Ursachen für solche statistischen Schwankungen.

Diese können im Einzelfall nicht bestimmt werden. Häufig liegt es jedoch an der Ernährung und der Lebensweise der Mutter. Besonders bei rauchenden Müttern stellen sich statistisch häufiger Entwicklungsverzögerungen bei den Föten ein. Auch der Ernährungsstand und die Versorgung des Fötus mit Nährstoffen über die Plazenta spielen eine Rolle. Teilweise haben auch Infektionen und andere Erkrankungen während der Schwangerschaft einen Einfluss auf das Wachstum.

In der Regel normalisieren sich das Wachstum und die Entwicklung des Kindes nach der Geburt. Ein wesentlicher geringerer Prozentsatz von Kindern weist jedoch eine verzögerte Entwicklung aufgrund einer ernsthaften gesundheitlichen Störung auf. Oft handelt es sich dabei um genetische Defekte, die das Wachstum hemmen und teilweise allgemeine körperliche Dysplasien verursachen.

Auch schwerwiegende Erkrankungen der schwangeren Mutter wie Röteln können zu Wachstumsverzögerungen des Fötus führen. Eine große Rolle spielt auch Alkoholmissbrauch während der Schwangerschaft. Nicht zuletzt muss die Einnahme von Medikamenten geprüft werden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bereits die englische Bezeichnung "Small for Gestational Age" weist auf das eigentliche Merkmal von SGA hin. Bei der Geburt sind die betroffenen Kinder bezüglich des Reifealters zu klein. Außerdem besitzen sie ein zu niedriges Geburtsgewicht gegenüber der statistischen Normalverteilung. Die meisten Kinder holen bei Körpergröße und Gewicht jedoch auf und entwickeln sich später normal.

Für einige wenige besteht aber das Risiko, dass der Wachstumsprozess verzögert bleibt. Als Folge leiden die Betroffenen in diesen Fällen auch im Erwachsenenalter an Kleinwuchs. Das ist besonders dann der Fall, wenn bis zum zweiten Lebensjahr kein nennenswerter Wachstumsschub eingesetzt hat. Danach kann das Wachstumsdefizit in der Regel nicht mehr aufgeholt werden.

Die Verlangsamung des Wachstums beginnt oft bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bei circa 30 Prozent der Betroffenen kommt es dann zur Frühgeburt. Kinder mit SGA leiden häufig unmittelbar nach der Geburt an ständigen Unterzuckerungen und erniedrigtem Kalziumspiegel im Blut. Bei einem Sauerstoffmangel werden vermehrt rote Blutkörperchen gebildet.

Das erhöht die Viskosität des Blutes und führt zu Durchblutungsstörungen. Nur geringfügig häufiger als bei normalgewichtigen Kindern werden schwere Hirnschädigungen beobachtet, die zu Lähmungen führen oder Bewegungsstörungen auslösen. Etwas häufiger treten leichte Störungen der Feinmotorik und der Bewegungskoordination bei betroffenen Schulkindern auf. Das Risiko, im Erwachsenenalter an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, ist ebenfalls erhöht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Laut SGA ist ein Säugling nach der Geburt zu klein, wen er eine Länge unter 46 Zentimeter und/oder ein Gewicht unter 2600 Gramm aufweist. Das entspricht der zweifachen Standardabweichung unter den Mittelwerten von 51 Zentimeter Geburtslänge beziehungsweise 3400 Gramm Geburtsgewicht. In der Regel ist das kein Problem, weil der Säugling in über 90 Prozent der Fälle seine normale Entwicklung nachholt.

Bei den restlichen zehn Prozent kann es zum Kleinwuchs kommen. Bei krankhaften Störungen muss nach der konkreten Ursache gesucht werden. Für entwicklungsverzögerte Kinder besteht statistisch ein höheres Risiko, in den späteren Jahren an bestimmten Krankheiten zu leiden. Diese sind besonders gefährdet, an Diabetes mellitus Typ 2, Adipositas und dem metabolischen Syndrom zu erkranken.

Bereits nach der Geburt von SGA-Kindern besteht eine erhöhte Insulinresistenz, die Gefahr von Unterzuckerungen und Störungen des Stoffwechsels. Wenn das Wachstum bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nicht verstärkt einsetzt, bleibt es beim Kleinwuchs.

Diagnostiziert wird ein SGA durch Messung der Körperlänge und des Körpergewichtes nach der Geburt bei gleichzeitiger Bestimmung des Reifealters. Innerhalb von zwei Jahren werden Gewicht, Länge und Kopfumfang regelmäßig dokumentiert. In Einzelfällen muss nach einer zugrunde liegenden krankhaften Ursache gefahndet werden.

Komplikationen

In der Regel kann sich die Erkrankung Small for Gestational Age sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken. Die genauen Beschwerden und Komplikationen hängen bei dieser Erkrankung stark vom genauen Geburtsgewicht und von der Geburtsgröße ab, sodass eine allgemeine Voraussage über den Verlauf meist nicht getroffen werden kann. Die Betroffenen leiden bei dieser Erkrankung allerdings an einem Minderwuchs und weiterhin auch an Diabetes oder an einer Fettleibigkeit.

Diese Beschwerden der Krankheit Small for Gestational Age können dabei vor allem bei jungen Menschen zu Mobbing oder zu Hänseleien führen und damit auch Depressionen und andere psychische Beschwerden hervorrufen. Weiterhin ist auch der Stoffwechsel der Betroffenen häufig gestört, sodass es zu einer Insulinresistenz kommt.

Die Behandlung von Small for Gestational Age richtet sich nach den genauen Ursachen und kann mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt werden. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf. Das gewöhnliche Wachstum kann allerdings auch mit Hilfe von Medikamenten nicht erreicht werden. Ob die Erkrankung zu einer verringerten Lebenserwartung führt, kann ebenfalls nicht im Allgemeinen vorausgesagt werden.

Therapie & Behandlung

Die Behandlung der SGA erfolgt durch ausreichende Ernährung und ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Parallel dazu erfolgt die engmaschige Überwachung der Gewichts- und Körperlängenentwicklung. Wenn das Kind bis zum Ende des zweiten Lebensjahres weit unter dem Mittelwert bleibt, müssen differenzialdiagnostisch andere Ursachen für die Wachstumsverzögerung ausgeschlossen werden.

Wenn der Minderwuchs erhalten bleibt, kann ab dem Alter von vier Jahren eine Hormontherapie mit dem Wachstumshormon versucht werden. In vielen Fällen erreichen die Kinder dann noch innerhalb von drei Jahren eine normale Wachstumslänge. Die Therapie mit dem Wachstumshormon sollte jedoch ohne Unterbrechung bis zum Erreichen der Endlänge weitergeführt werden, um kein Wachstumsdefizit zu riskieren. In seltenen Fällen wird jedoch auch durch die Hormonbehandlung kein nennenswertes Wachstum erreicht.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung von SGA beim Nachwuchs ist die Einhaltung einer gesunden Lebensweise besonders während der Schwangerschaft. Dazu gehört der konsequente Verzicht auf Rauchen und Alkohol. Des Weiteren wirken sich eine ausgewogene Ernährung und viel Bewegung auch positiv auf die Entwicklung des Kindes aus.

Nachsorge

Bereits die englische Bezeichnung "Small for Gestational Age" weist auf das eigentliche Merkmal von SGA hin. Bei der Geburt sind die betroffenen Kinder bezüglich des Reifealters zu klein. Außerdem besitzen sie ein zu niedriges Geburtsgewicht gegenüber der statistischen Normalverteilung. Die meisten Kinder holen bei Körpergröße und Gewicht jedoch auf und entwickeln sich später normal. Für einige wenige besteht aber das Risiko, dass der Wachstumsprozess verzögert bleibt.

Als Folge leiden die Betroffenen in diesen Fällen auch im Erwachsenenalter an Kleinwuchs. Das ist besonders dann der Fall, wenn bis zum zweiten Lebensjahr kein nennenswerter Wachstumsschub eingesetzt hat. Danach kann das Wachstumsdefizit in der Regel nicht mehr aufgeholt werden. Die Verlangsamung des Wachstums beginnt oft bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft.

Bei circa 30 Prozent der Betroffenen kommt es dann zur Frühgeburt. Kinder mit SGA leiden häufig unmittelbar nach der Geburt an ständigen Unterzuckerungen und erniedrigtem Kalziumspiegel im Blut. Bei einem Sauerstoffmangel werden vermehrt rote Blutkörperchen gebildet. Das erhöht die Viskosität des Blutes und führt zu Durchblutungsstörungen.

Nur geringfügig häufiger als bei normalgewichtigen Kindern werden schwere Hirnschädigungen beobachtet, die zu Lähmungen führen oder Bewegungsstörungen auslösen. Etwas häufiger treten leichte Störungen der Feinmotorik und der Bewegungskoordination bei betroffenen Schulkindern auf. Das Risiko, im Erwachsenenalter an Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken, ist ebenfalls erhöht.

Das können Sie selbst tun

Bei vielen Kindern erfolgt auf die anfängliche Kleinwüchsigkeit eine ausgleichende Wachstumsentwicklung. Es besteht aber auch die Gefahr, dass die Patienten weiterhin sehr klein sind.

Im Alltag sollten die Eltern auf eine gesunde Ernährung achten, um Mangelerscheinungen zu vermeiden und um das Diabetes-Risiko zu verringern. Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt erforderlich, der die weitere Entwicklung von Größe und Gewicht beurteilt. Auch in späteren Jahren ist eine engmaschige ärztliche Kontrolle sinnvoll, um das Risiko von eventuellen Folgeerkrankungen zu minimieren. Im Grundschulalter können gewisse neurologische Auffälligkeiten auftreten, die sich in Bewegungsstörungen oder in einer eingeschränkten Feinmotorik zeigen. Solche Symptome erfordern eine genaue Überprüfung, um schlimmeren Störungen rechtzeitig entgegenzuwirken.

In der Familie der Betroffenen kommt es manchmal zu einer erhöhten psychischen Belastung. Vor allem die Patienten selbst fühlen sich durch ihren Kleinwuchs minderwertig. Eine Selbsthilfegruppe hilft in solchen Fällen, die Situation besser zu bewältigen. Außerdem stärkt sich dadurch das Selbstbewusstsein und die kleinwüchsigen Patienten fühlen sich nicht mit ihrem Problem allein. Alltägliche Unterstützung kommt häufig von den Angehörigen und Freunden. Des Weiteren gibt es spezielle Möbel und andere Hilfsmittel, die den kleinwüchsigen Personen das Leben erleichtern.

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Speer, C.P., Gahr, M. (Hrsg.): Pädiatrie. Springer, Berlin 2013

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 29. November 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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