Steatohepatitis

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Mit dem medizinischen Begriff Steatohepatitis bezeichnet der Mediziner die Entzündung einer Fettleber. Diese entsteht auf Grund der Tatsache, dass durch ungesunde Lebensgewohnheiten die Fettproduktion derart angekurbelt wird, dass sich die produzierten Fette in die Leberzellen einlagern. Jedoch ist die zugrunde liegende Fettleber im Frühstadium relativ leicht rückgängig zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Steatohepatitis?

Leber
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Bei der Steatohepatitis spricht der behandelnde Arzt von einer entzündeten Fettleber. Es wird in erster Linie zwischen einer alkoholischen und einer nicht-alkoholischen Steatohepatitis unterschieden. In den meisten Fällen kann man, mit ein paar Umstellungen der Lebensgewohnheiten, eine noch nicht entzündete Fettleber wieder rückgängig machen.

Die Verfettung der Leber unterteilt der Mediziner in drei Grade. Bei Grad 1 spricht man von einer leichten bzw. milden Fettleber, wobei weniger als ein Drittel der vorhandenen Zellen Fette speichern. Bei Grad 2 handelt es sich um eine mäßige Fettleber, bei welcher rund zwei Drittel der Leberzellen mit Fett gefüllt sind. Leidet der Patient unter einer Fettleber Grad 3, betrifft die Verfettung bereits mehr als zwei Drittel.

Ursachen

Es kommen viele, relativ unterschiedliche, Ursachen infrage. Zuerst unterscheidet der Mediziner, ob es sich um eine alkoholische oder nicht-alkoholische Steatohepatitis handelt. Bei einem übermäßigen Alkoholkonsum schädigen die Wirkstoffe die Leberzellen, wie etwa die Zellmembran.

Besteht eine nicht-alkoholische Fettleber, liegt die Ursache oftmals im metabolischen Syndrom. Das bedeutet, dass wohl Diabetes mellitus Typ II, starkes Übergewicht oder auch Medikamente, wie etwa auch Gifte, für die Steatohepatitis verantwortlich sind. Auch seltene Krankheiten wie Morbus Wilson können mitunter eine Fettleber verursachen.

Eine Eiweißmangelernährung kann eine weitere Ursache für eine Steatohepatitis darstellen. Es gibt auch die sogenannte Schwangerschaftsfettleber. Diese tritt nur selten auf und erfordert jedoch eine sofortige ärztliche Behandlung, da diese Erkrankung oftmals schwerwiegende Leberschäden mit sich bringt. Weshalb eine Schwangerschaftsfettleber entsteht, ist bislang nicht geklärt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Steatohepatitis (Fettleberentzündung) ist häufig eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich durch typische Symptome einer schweren Verdauungsstörung auszeichnet. Das ist dann der Fall, wenn die Entzündung stark ausgeprägt ist und fortschreitet. Dabei kommt es zu starken Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und leichte Erschöpfbarkeit.

Manchmal tritt Fieber auf. Im Verlauf der Erkrankung wird häufig auch eine Gelbfärbung von Haut und Augen beobachtet. Der Stuhl färbt sich hell und der Urin dunkel. Das ist ein untrügliches Zeichen für eine Gelbsucht. Im Bauch sammelt sich unter Umständen Wasser an (Bauchwassersucht, Aszites). Im Gegensatz dazu verläuft eine nur gering ausgeprägte Fettleberentzündung deutlich milder. Die früher gebräuchlichen Bezeichnungen chronisch-persistierende und chronisch-aktive Hepatitis stammen aus der Virushepatitis; heute wird die Entzündung stattdessen anhand ihrer Aktivität (Grading) und des Bindegewebsumbaus (Staging) in der Gewebeprobe beurteilt.

Oftmals treten hier gar keine Symptome auf. Die Fettleberentzündung entwickelt sich auf der Grundlage einer Fettleber, die zunächst keine oder nur geringfügige Symptome zeigt. Lediglich unspezifische Beschwerden wie Druck und Völlegefühl im Oberbauch und leichte Schmerzen bei Druck können auftreten. Bei einigen Menschen führt eine Fettleber dann zu einer Entzündung.

Wird die Fettleberentzündung nicht behandelt, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. Da während der Entzündung ständig Lebergewebe abgebaut wird, entwickelt sich oft eine Leberzirrhose, die oft tödlich endet. Bei der Leberzirrhose verstärken sich die Symptome der Steatohepatitis noch mehr. Des Weiteren können in Speiseröhre und Magen Blutungen aus Varizen (Krampfadern) auftreten, die manchmal sogar zum Verbluten führen.

Diagnose & Verlauf

Der Mediziner stellt die Diagnose oftmals mit Hilfe der Krankengeschichte des Patienten. Ebenfalls führt er körperliche Untersuchungen durch, damit er feststellen kann, ob etwaige Ursachen auf Grund der Essgewohnheiten oder wegen alkoholbedingter Faktoren bestehen.

Ein Symptom der Fettleber ist die starke Vergrößerung des Organs, sodass der Arzt die Leber - durch die Bauchwand - ohne Probleme ertasten kann. Bestätigt wird eine Lebervergrößerung durch eine Sonographie (Ultraschall). Weshalb eine Fettleber jedoch entstanden ist, kann mit Hilfe der Sonographie nicht gesagt werden. Des Weiteren gibt auch das Blutbild einen Aufschluss darüber, ob erhöhte Leberwerte vorliegen und ob somit von einer Fettleber gesprochen werden kann.

Eine weitere Möglichkeit, um die Diagnose zu stellen, ist die Entnahme von Lebergewebe - die sogenannte Leberbiopsie. Hier erkennt der Mediziner, ob es sich um eine Steatohepatitis handelt bzw. ob die Leber entzündet bzw. weitere Krankheiten in sich trägt. Vom Grad der Verfettung hängt auch der weitere Verlauf der Krankheit ab. Im Regelfall lässt sich eine reine Fettleber mit Hilfe von Ernährungsumstellungen oder dem Verzicht auf Alkohol wieder zurückbilden. Ist daraus bereits eine Fettleberentzündung geworden, gelingt das seltener; ein Teil der Betroffenen entwickelt trotz Behandlung eine Leberzirrhose.

Behält der Patient seinen Lebenswandel bei oder verzichtet nicht auf schädliche Substanzen, ist eine irreparable Schädigung der Leber vorprogrammiert. Weitere Erkrankungen, wie etwa eine Leberzirrhose oder auch das komplette Organversagen, sind möglich und bringen mitunter lebensbedrohliche Folgen mit sich.

Komplikationen

Menschen, die an einer Steatohepatitis erkrankt sind, leiden meist unter chronischen Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit. Ein Mangel an Appetit kann auf lange Sicht weitere Komplikationen nach sich ziehen. So sind Fettleber-Hepatitis-Patienten immer wieder von Flüssigkeitsmangel und Mangelerscheinungen betroffen.

Eine ausgeprägte Austrocknung kann mit Bewusstseinsstörungen einhergehen und muss ärztlich behandelt werden. Behält der Patient trotz aller Beschwerden seinen Lebensstil bei, kommt es zu einer irreparablen Schädigung von Leber, Nieren und Herz. Daraus resultieren weitere Erkrankungen, zum Beispiel eine Leberzirrhose oder Leberversagen.

In jedem Fall hat eine Leberschädigung lebensbedrohliche Folgen. Weitere Komplikationen hängen von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Liegt der Steatohepatitis beispielsweise ein Diabetes mellitus zugrunde, kann es zu Herz-Kreislauf-Beschwerden, Impotenz und anderen Komplikationen kommen. Übergewicht hat auf Dauer negative Auswirkungen auf den gesamten Körper und geht meist auch mit einer verringerten Lebenserwartung einher.

Eine medikamentöse Behandlung der Fettleber-Hepatitis kann die typischen Beschwerden hervorrufen: Magen-Darm-Probleme, Hautirritationen, Kopf-, Muskel und Gliederschmerzen sowie Störungen des Immunsystems. Bei längerfristiger Medikation können die inneren Organe weiteren Schaden nehmen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Betroffene ist bei einer Steatohepatitis auf jeden Fall auf die Behandlung durch einen Arzt angewiesen. Es kann unbehandelt zu starken Komplikationen und im schlimmsten Falle sogar zum Tod des Betroffenen kommen, sodass eine Behandlung durch einen Arzt bei dieser Erkrankung notwendig ist. Dabei muss schon bei den ersten Anzeichen der Fettleber ein Doktor aufgesucht werden. Je früher die Steatohepatitis erkannt und behandelt wird, desto besser ist auch der weitere Verlauf. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Betroffene an einer starken Übelkeit oder Erbrechen leidet.

In vielen Fällen kommt es auch zu einer Appetitlosigkeit oder zu starken Schmerzen im oberen Bereich des Bauches. Weiterhin deutet auch ein dauerhaftes Fieber auf die Krankheit hin und sollte durch einen Arzt untersucht werden, falls das Fieber nicht durch Maßnahmen der Selbsthilfe behandelt werden kann. Sollte die Krankheit nicht behandelt werden, so kann es auch zu einer Gelbsucht kommen. Erbricht der Betroffene Blut oder färbt sich der Stuhl schwarz, kann eine Blutung aus Krampfadern der Speiseröhre vorliegen: Dann ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Für dringende, aber nicht lebensbedrohliche Beschwerden ist außerhalb der Sprechzeiten der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 erreichbar. Ansprechpartner sind ansonsten der Hausarzt oder ein Internist. Die weitere Behandlung richtet sich nach den genauen Beschwerden.

Behandlung & Therapie

Der Mediziner entscheidet die Behandlung und Therapie dahingehend, weshalb die Steatohepatitis entstanden ist. In erster Linie muss daher die Grunderkrankung festgestellt werden; in weiterem Rahmen wird eine Umstellung der Lebensgewohnheiten nahe gelegt. Wer bis dahin reichlich fette Speisen oder viel Alkohol konsumiert hat, sollte dahingehend verzichten.

Vorwiegend ist es wichtig, dass – vor allem bei einer alkoholischen Fettleber – der Alkohol, für relativ lange Zeit, komplett aus dem Leben gestrichen wird. Nur so kann sich die Leber wieder von selbst regenerieren. Entstand die Steatohepatitis auf Grund einer Vergiftung oder wegen Medikamenten, ist es ratsam, wenn in weiterer Folge die Stoffe vermieden werden.

Liegt die Ursache am Übergewicht oder auf Grund von Diabetes mellitus, ist es ratsam, wenn der Patient sein Gewicht verringert und den Blutzucker neu bzw. besser einstellen lässt. So kann mitunter die Fettleber rückgängig gemacht werden.


Vorbeugung

Der Steatohepatitis kann sehr wohl vorgebeugt werden. Wer etwa auf Alkohol verzichtet, drosselt das Risiko, dass er an einer alkoholischen Steatohepatitis erkrankt. Auch Personen, welche ein immenses Übergewicht mit sich tragen, sollten, um einer Steatohepatitis vorzubeugen, Gewicht reduzieren. Vorwiegend ist es ratsam, dass der Mensch auf eine gesunde Ernährung achtet, genügend sportliche Betätigung macht und sich regelmäßig kontrollärztlich untersuchen lässt. So kann man auch bei den ersten kleinen Anzeichen die Fettleber bekämpfen und einem weiteren Verlauf der Krankheit entgegenwirken.

Nachsorge

In den meisten Fällen stehen dem Betroffenen bei einer Steatohepatitis nur sehr wenige und auch nur sehr eingeschränkte Maßnahmen einer direkten Nachsorge zur Verfügung. Aus diesem Grund sollte bei dieser Krankheit idealerweise sehr früh ein Arzt aufgesucht werden, damit es im weiteren Verlauf nicht zu anderen Komplikationen oder Beschwerden kommt.

Ohne eine Umstellung der Lebensweise stellt sich in der Regel keine Besserung ein, wobei sich eine frühe Diagnose immer positiv auf den weiteren Verlauf der Erkrankung auswirken kann. Die meisten Betroffenen sind auf die Umstellung der Ernährung angewiesen. Dabei kann auch ein Arzt einen Ernährungsplan erstellen, welcher auf jeden Fall befolgt werden sollte. Ebenso kann sich eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung sehr positiv auf den weiteren Verlauf dieser Krankheit auswirken.

Betroffenen sollten vor allem auf Alkohol und auf sehr fettige und süße Speisen verzichten. Dabei ist auch im Allgemeinen Übergewicht und Diabetes zu vermeiden. Häufig sind auch regelmäßige Kontrollen und Untersuchungen bei einem Arzt sehr wichtig, um den aktuellen Zustand dieser Krankheit zu überwachen. Eventuell verringert die Krankheit die Lebenserwartung des Betroffenen, falls sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Das können Sie selbst tun

Bei Steatohepatitis hilft eine reduzierte Kalorienzufuhr, wobei die Reduktion von Kohlenhydraten wichtig ist. Eine fettarme Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren wird empfohlen. Dabei können Nahrungsmittel mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin und auch Probiotika wertvoll sein.

Generell gilt auch ein regelmäßiges Training als sinnvoll. Denn durch Bewegung wird die Stoffwechselrate erhöht. Das hilft die erhöhten Blutfettwerte zu reduzieren und unterstützt die Leberfunktion. Sinnvoll sind Sportarten wie Schwimmen, Joggen oder Walken. Zudem ist die Zuckeraufnahme zu minimieren. Fette und frittierte Lebensmittel sowie stark gewürzte Speisen sollten unbedingt vermieden werden. Auf Alkohol und Rauchen sollte verzichtet werden, da dies die Leber stark belastet.

Verschiedenen Lebensmitteln wird zudem nachgesagt, die Fettansammlungen in der Leber zu verringern. Löwenzahn beispielsweise soll wie ein Lebertonikum wirken. Er soll die Leberfunktion fördern, indem er beim Verstoffwechseln angesammelter Schadstoffe hilft. Süßholzwurzel soll den Heilungsprozess unterstützen, indem sie die Aktivität der Transaminasen AST und ALT senkt. Süßholzwurzel sollte vor der Einnahme ärztlich abgeklärt werden, besonders bei Bluthochdruck: Ihr Inhaltsstoff Glycyrrhizin steigert den Blutdruck und kann zu einem Kaliumverlust führen.

Als Hausmittel gegen die Steatohepatitis wird außerdem Apfelessig genannt. Er soll beim Abtransportieren des angesammelten Fetts aus der Leber helfen. Für keines dieser Hausmittel gibt es einen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis; sie ersetzen die ärztliche Behandlung und die Umstellung der Lebensweise nicht. Neben Hausmitteln und gesunder Ernährung ist es vor allem wichtig, ausreichend frisches Wasser zu trinken. Dieses hilft, eine Leber-Überlastung zu vermeiden, indem mehr Giftstoffe ausgeschieden werden.

Quellen

  • Messmann, H. (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie.
    ISBN: 9783131472526
  • Riemann, J. F., Fischbach, W., Galle, P. R., Mössner, J. (Hrsg.): Checkliste Gastroenterologie und Hepatologie.
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  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Innere Medizin.
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  • Lehnert, H. (Hrsg.): Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechsel.
    ISBN: 9783131295545

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