Zungenkrebs

Letzte Aktualisierung am 21. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der Zungenkrebs oder Mundhöhlenkarzinom gehört zu den seltenen Tumorarten im Mundbereich. Er ist bösartig und zumeist ein, von den unverhornten Schleimhautschichten der Zunge, ausgehender Krebs, der vermutlich durch Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum, sowie chronische Entzündungen verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zungenkrebs?

Bei einer Erkrankung an Zungenkrebs kann der vordere, bewegliche Teil der Zunge ebenso befallen sein wie der feste hintere Zungengrund. Zungenkrebs entsteht im Plattenepithel, das als unverhornte flache Zellschicht die Schleimhäute im Mund, der Kehle und der Nase bedeckt.

Die Tumorbildung ist nicht einheitlich. So kann Zungenkrebs als flacher Tumor auf der Schleimhaut ebenso auftreten wie als wuchernde Gebilde, die deutlich im Mundbereich sichtbar sind. Im Verlauf entwickeln sich Geschwüre der Zunge, der Tumor schränkt die Beweglichkeit der Zunge und damit auch die Sprechfähigkeit ein. Unbehandelt befällt Zungenkrebs auch andere Bereiche der Mundhöhle und bildet Metastasen in den Lymphknoten.

Ursachen

Die genauen Ursachen von Zungenkrebs sind bislang nicht geklärt. Zu den Risikogruppen gehören Männer und Frauen, wobei die Zahl der an Zungenkrebs erkrankten Männer im Alter ab 60 Jahren deutlich erhöht ist.

Als besonderer Risikofaktor gilt die Kombination aus Tabakkonsum und Alkohol. Der Grund könnte in einer dauerhaften Reizung der Mundschleimhaut liegen, die die Entstehung von Zungenkrebs schließlich begünstigt. Chronische Entzündungen der Mundschleimhaut aus anderen Gründen erhöhen das Erkrankungsrisiko für Zungenkrebs ebenfalls.

Menschen, die unter der Knötchenbildung eines Lichen Ruber leiden, gehören ebenso zu den Betroffenen von Zungenkrebs. Auch mangelnde Mundhygiene mit den dadurch verursachten hohen Bakterienzahlen und Entzündungen fördern die Entstehung von Zungenkrebs.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zungenkrebs ist im Anfangsstadium mit kaum wahrnehmbaren Beschwerden verbunden. Erst allmählich treten Symptome auf, die auf eine Erkrankung hindeuten. Die meisten Patienten haben im fortgeschrittenen Stadium das Gefühl, einen Fremdkörper im Mund zu haben.

Schmerzen treten anders als viele Betroffene denken nicht allein an der Zunge auf. Der gesamte Mund- und Halsbereich ist betroffen. Wird etwa Flüssigkeit zu sich genommen, stellen sich anfangs Irritationen ein, die mit dem Fortschreiten der Erkrankung zunehmen. Das Schlucken ist nur noch unter Schmerzen möglich. Zungenkrebs ist nicht selten mit Mundgeruch verbunden.

Wer sich die Zähne putzt oder zu Mundspülungen greift, kann nur kurzfristig zur Linderung beitragen. Der Mundgeruch kommt immer wieder. Oft schmecken Betroffene auch Blut. Die Zunge verändert sich bei Zungenkrebs. Sie besitzt Geschwüre, Wunden und Flecken. Letzte treten in weißer oder roter Kontur auf. Auch kann es zu Blutungen kommen.

Das Blut wird fälschlicherweise Weise von vielen Betroffenen einem Zahnfleischbluten zugeschrieben. Personen mit einem Verdacht reinigen die Zunge mit Watte und verschaffen sich so einen Überblick. Im fortgeschrittenen Stadium treten Schwierigkeiten beim Sprechen auf. Silben können nicht mehr oder nur unter Schmerzen klar gebildet werden. Auch die Nahrungsmittelzunahme gestaltet sich schwierig. Die Lymphknoten sind häufig vergrößert.

Diagnose & Verlauf

Zu den schmerzfreien Symptomen von Zungenkrebs im Frühstadium gehören rote oder weiße Flecken, die auch durch ausgiebige Mundhygiene nicht verschwinden.

Ein dauerhaft kratziges Gefühl in der Kehle weist auf einen Zungentumor hin, in seltenen Fällen auch Ohrenschmerzen. Häufiger sind wunde oder blutende Stellen auf der Zunge, Taubheitsgefühle oder Schmerzen beim Schlucken.

Zungenkrebs ist zunächst schmerzlos, wird aber mit zunehmender Ausdehnung des Tumors von deutlichen Beeinträchtigungen begleitet. Weit fortgeschritten ist die Entwicklung, wenn sich bereits wuchernde Tumore an der Zunge zeigen, die auch Geschwüre bilden können.

Bei der Diagnose von Zungenkrebs nimmt der Arzt zunächst für den vorderen Teil der Zunge eine Sichtdiagnose vor. Der Zungengrund wird mit Spiegeln untersucht. Gewebeproben verdächtiger Stellen dienen beim Zungenkrebs zur Grunddiagnose, auf die dann im bildgebenden Verfahren die genaue Größenbestimmung folgt.

Komplikationen

Da es sich beim Zungenkrebs um eine Tumorerkrankung handelt, kann diese im schlimmsten Falle zum Tod des Betroffenen führen. Dieser Fall tritt dabei vor allem dann auf, wenn der Krebs erst sehr spät erkannt wird und sich schon Metastasen ausgebildet haben. In der Regel leiden die Betroffenen an einem sehr unangenehmen Fremdkörpergefühl im Mundbereich und auf der Zunge.

Dadurch kommt es zu Schluckbeschwerden, sodass die Betroffenen an einer gewöhnlichen Einnahme von Nahrung und Flüssigkeit stark gehindert sind. Dabei kann es auch zu Mangelerscheinungen oder zu einer Dehydration kommen. Weiterhin leiden die Patienten beim Zungenkrebs auch an Halsschmerzen, welche nicht mit Hilfe von Medikamenten gelindert werden können.

Auch Sprachstörungen und eine starke Schwellung der Lymphknoten kann dabei auftreten und sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken. Die meisten Patienten leiden ebenso an starken Ohrenschmerzen und im weiteren Verlauf der Erkrankung an einer blutenden Zunge. Der Zungenkrebs kann durch einen operativen Eingriff behandelt werden.

Die nachfolgende Chemotherapie ist in den meisten Fällen mit etlichen Nebenwirkungen verbunden. Da ein Teil des Gewebes entfernt wird, ist der Betroffene beim Essen oder beim Sprechen deutlich eingeschränkt. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird allerdings die Lebenserwartung des Betroffenen nicht negativ beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Bei einer frühen Diagnose von Zungenkrebs erfolgt die Behandlung mit chirurgischen Mitteln. Der Tumor und das ihn umgebende Gewebe werden entfernt. Nicht immer ist eine zusätzliche Behandlung durch Strahlen- oder Chemotherapie erforderlich.

Hat der Zungenkrebs sich bereits weiter ausgedehnt, werden die Metastasen in den Lymphknoten neben der Entfernung des Tumors in der Zunge bestrahlt. Die körperlichen Beeinträchtigungen des betroffenen Patienten sind im Frühstadium zumeist gering. Die Sprachfähigkeit bei Zungenkrebs am vorderen Bereich der Zunge ist kaum oder gar nicht betroffen.

Nach Abheilung der Operationswunde bestehen keine Einschränkungen bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Zungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium erfordert hingegen Maßnahmen, bei denen große Teile der Zunge entfernt werden müssen. Neben der schmerzhaften Wundheilung ist die Sprachfähigkeit dann deutlich und irreversibel eingeschränkt.

Auch die Nahrungsaufnahme kann problematisch werden und zu starkem Gewichtsverlust führen. Taubheitsgefühle als Folge der Strahlentherapie sind zu erwarten. Bei inoperablen Tumoren oder weit fortgeschrittenem Zungenkrebs erfolgt die Behandlung mit einer Chemotherapie, die die weitere Wucherung verhindern und Metastasen bekämpfen soll.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Zungenkrebs bestehen in einem Ausschluss der Risikofaktoren und gründlicher Mundhygiene. Die Kombination von Alkohol und Tabak sollte vermieden werden. Eine gründliche Zahnreinigung und der regelmäßige Zahnarztbesuch zur Diagnose und Behandlung von Entzündungen der Mundschleimhaut dienen ebenfalls der Vorbeugung.

Die Ergänzung der täglichen Zahnpflege durch einen speziellen Zungenreiniger ist empfehlenswert. Bei ungeklärten Veränderungen an oder auf der Zunge ist die Diagnose eines Facharztes erforderlich, der Vorerkrankungen behandeln und den Verdacht auf Zungenkrebs ausschließen kann.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014


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