Antitranspirant (Schweißhemmer)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Anwendung eines Antitranspirants oder Schweißhemmers dient der Reduzierung von „Schweißausbrüchen“ an bestimmten Körperstellen – meist in der Achselhöhle. Es sollen damit sichtbare Schweißflecken im Hemd und evtl. damit verbundene unangenehme Gerüche vermieden werden. Die Hauptwirkstoffe in Antitranspiranten sind meist Aluminiumverbindungen mit adstringierender Wirkung auf Schweißdrüsen, so dass sich deren Öffnung verengt und entsprechend „weniger Schweiß“ passieren kann.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schweißhemmer & Antitranspirante?

Antitranspirant (Schweißhemmer)
Die Wirkstoffe in einem Antitranspirant zielen auf die Reduzierung der Schweißabsonderung ab und zusätzlich auf eine antibakterielle Wirkung.

Antitranspirante müssen von Deodoranten (Deos) unterschieden werden. Die Wirkstoffe im Antitranspirant zielen auf die lokale Verminderung der Schweißabsonderung ab, während Deodorante allein auf eine Verminderung der Geruchsbildung und Überlagerung mit eigenen Duftstoffen ausgerichtet sind; viele Antitranspirante wirken zusätzlich antibakteriell und damit ebenfalls gegen Geruch. Handelsübliche Antitranspirante sind kosmetische Mittel im Sinne der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Sie durchlaufen daher keine arzneimittelrechtliche Zulassung und keine behördliche Wirksamkeitsprüfung, sondern vor dem Inverkehrbringen eine Sicherheitsbewertung und eine Meldung an die Europäische Kommission. Ob ein Erzeugnis stattdessen ein Arzneimittel ist, richtet sich nicht nach einer Konzentrationsgrenze, sondern nach seiner Bestimmung und seiner Wirkung: Als Arzneimittel gilt, was zur Behandlung einer krankhaft gesteigerten Schweißbildung bestimmt ist oder pharmakologisch in den Körper eingreift.

Schweißabsonderung durch ekkrine Schweißdrüsen, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind, dient in erster Linie der Regelung der Körpertemperatur. Dieser Schweiß ist farb- und geruchlos, falls er nicht von Hautbakterien zersetzt wird, was unangenehme Gerüche verursachen kann. Besonders in emotional auffälligen Situationen oder besonderen Stresssituationen kommt es zur Absonderung von „Emotionalschweiß“ über die apokrinen Duftdrüsen.

Die apokrinen Drüsen befinden sich nur in bestimmten Körperregionen wie Achselhöhlen und Genitalbereich und können den Schweiß mit Duftstoffen anreichern, so dass sich eine gewisse nonverbale Signalwirkung ergibt. Angst- oder Wutschweiß riecht anders als Schweiß bei sexueller Erregung. Die Wirkstoffe in einem Antitranspirant zielen auf die Reduzierung der Schweißabsonderung ab und zusätzlich auf eine antibakterielle Wirkung, um die Gerüche freisetzende Zersetzung des (normalen Schweißes) durch Bakterien zu verhindern.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Die adstringierende Wirkung eines Antitranspirants auf die Öffnung ekkriner und apokriner Schweißdrüsen ist auf den lokalen Anwendungsbereich beschränkt, wirkt also nicht systemisch. Die Verengung oder gar Verstopfung der Schweißdrüsenöffnungen beruht meist auf bestimmten Aluminiumchloriden als Hauptwirkstoff.

Die Schweißabsonderung kann durch die Anwendung eines Antitranspirants um ca. 50% reduziert werden, so dass die gefürchteten Schweißflecken im Hemd meist ausbleiben. Die adstringierende Wirkung auf die Duftdrüsen in der Achselhöhle kann das mit Gerüchen und Signalwirkung verbundene „Schwitzen“ zwar reduzieren, in der Regel aber nicht völlig vermeiden. Die mit „Duftstoffen“ gekoppelte Schweißabsonderung stellt für viele junge Menschen während der Pubertät ein Problem dar, weil sich die apokrinen Schweißdrüsen erst während der Pubertät entwickeln.

Emotionale Ausnahmesituationen, die während der pubertären Entwicklungsphase vermehrt und intensiv auftreten, können dann zu einer mit einem Cocktail an Signalstoffen und Pheromonen beladenen Schweißabsonderung in den Achselhöhlen führen. In Fällen, in denen es zu einer krankhaft vermehrten Schweißabsonderung (Hyperhidrose) kommt, ist die Anwendung eines Antitranspirants meist nicht ausreichend.

Zur Therapierung einer Hyperhidrose stehen neben einer Vielzahl alternativer Behandlungsmethoden auch Therapieformen wie Iontophorese (pulsierender Gleichstrom), Injektionen mit Botulinum-Toxin (Botox) bis hin zu einer operativen Entfernung oder Zerstörung der Schweißdrüsen in der Achselhöhle durch Absaugen des Fettgewebes zur Verfügung.

Pflanzliche, natürliche, homöopathische & pharmazeutische Schweißhemmer

Neben der Vielzahl handelsüblicher – teils nur über Apotheken vertriebener – Antitranspiranten mit Aluminiumchloriden als Hauptwirkstoff zur äußeren Anwendung werden auch Mittel ohne Aluminiumverbindungen angeboten. Deren Wirkstoffe sind meist pflanzlicher Herkunft.

Eine antitranspirante Wirkung wird dem Gartensalbei (Salvia officinalis) zugeschrieben. Salbeiextrakte werden dafür überwiegend eingenommen. Worauf die antitranspirante Wirkung des Salbeis beruht, ist nicht geklärt. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur führt Salbeiblätter bei übermäßigem Schwitzen allerdings nur als traditionelles Arzneimittel – eine Einstufung, die sich ausschließlich auf die langjährige Anwendung stützt und keinen klinischen Wirksamkeitsnachweis voraussetzt. Das homöopathische Mittel Jaborandi gegen Nachtschweiß und Hitzewallungen beruht auf Wirkstoffen des südamerikanischen Jaborandi (Pilocarpus, ein Rautengewächs).

Wirksamkeitsbestimmender Inhaltsstoff der Blätter ist hier allerdings kein ätherisches Öl, sondern das Alkaloid Pilocarpin, das die Schweißabsonderung sogar anregt. Das Mittel kann als Globuli, Tropfen oder Trinkampulle verabreicht werden. Homöopathische Zubereitungen sind allerdings in den üblichen Potenzen so stark verdünnt, dass dieser Inhaltsstoff darin nicht mehr in wirksamer Menge enthalten ist; in kontrollierten Studien ließ sich für die Homöopathie keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung nachweisen. Traditionell äußerlich angewendet werden außerdem gerbstoffhaltige Zubereitungen aus Walnussblättern und Eichenrinde; für Walnussblätter ist die Anwendung bei übermäßiger Schweißbildung an Händen und Füßen ebenfalls als traditionelles Arzneimittel erfasst. Als alternative Behandlungsmethode kommt auch Akupunktur oder Akupressur in Betracht. Über die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Akupunktur- oder Akupressurbehandlung zur Therapierung einer Hyperhidrose liegen allerdings (noch) keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Anticholinergisch wirkende Mittel setzen unmittelbar an der Schweißdrüse an: Sie besetzen die muskarinischen Rezeptoren, über die die sympathischen Nervenfasern die ekkrinen Schweißdrüsen ansteuern. Da eine übermäßige Schweißproduktion außerdem durch psychische Anspannung verstärkt wird, kommen daneben bestimmte Psychopharmaka zur Anwendung. Als Alternative zu Psychopharmaka bietet sich eine psychologische oder psychotherapeutische Behandlung an, um die psychisch-seelischen Auslöser der Hyperhidrose zu erkennen und mit dem Patienten aufzuarbeiten. Die Psychotherapie wirkt im Erfolgsfall quasi als Antitranspirant.


Risiken & Nebenwirkungen

Nebenwirkungen bei der Anwendung herkömmlicher Antitranspiranten, die Aluminiumverbindungen enthalten, bestehen hauptsächlich in möglichen Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder reversiblen Bläschen und anderen Hautveränderungen.

Da viele Produkte zusätzlich Alkohol enthalten, der die Haut austrocknen und reizen kann, werden alkoholfreie Zubereitungen oft besser vertragen. Bei stärkerer Unverträglichkeit kann es auch zu Entzündungen an den entsprechenden Hautpartien kommen. Seit 2012 wird ein möglicher Zusammenhang zwischen der Anwendung von Aluminiumchloriden (Antitranspirante) und einem erhöhten Brustkrebsrisiko diskutiert, weil angenommen wurde, dass Aluminiumchloride in nennenswertem Umfang über die Haut aufgenommen werden und Veränderungen an den Östrogenrezeptoren bewirken. Diese Annahme gilt inzwischen als überholt: In Untersuchungen unter Alltagsbedingungen mit radioaktiv markiertem Aluminium blieb der weit überwiegende Teil der aufgetragenen Menge außerhalb des Körpers und ließ sich in der Hautwaschung und auf der Kleidung wiederfinden; über die Haut aufgenommen wurden nur Bruchteile eines Promilles. Dass so wenig eindringt, liegt daran, dass die Aluminiumsalze beim Kontakt mit Körperflüssigkeit ausfallen und die Schweißdrüsengänge dabei mit Pfropfen verschließen. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der Europäischen Kommission kam 2020 zu dem Schluss, dass die tägliche Anwendung aluminiumhaltiger Kosmetika die Gesamtbelastung des Körpers mit Aluminium nicht nennenswert erhöht und dass die vorliegenden epidemiologischen Studien die Annahme eines Einflusses auf das Brustkrebsrisiko nicht stützen.

Zeitweise wurde auch ein erhöhtes Alzheimer-Risiko mit Aluminiumchloriden in Verbindung gebracht. Der Umstand, dass der Körper über die tägliche Nahrung weitaus mehr Aluminium aufnimmt, als durch die Anwendung von Antitranspiranten möglich wäre, spricht klar dagegen.

Deodorant, Antitranspirant & Mittel ohne Aluminiumsalze

Die EU-Kosmetikverordnung führt „Desodorantien und schweißhemmende Mittel“ nebeneinander als Beispiele kosmetischer Mittel auf und fasst beide unter denselben erlaubten Zweck: Ein kosmetisches Mittel darf dazu bestimmt sein, „den Körpergeruch zu beeinflussen“. Rechtlich stehen Deodorant und Antitranspirant damit auf einer Stufe. Für den Käufer ist der Unterschied dennoch erheblich, denn er entscheidet darüber, ob die Menge des Schweißes sinkt oder nur dessen Geruch.

Wie ein Erzeugnis einzuordnen ist, das mit dem Hinweis „ohne Aluminium“ wirbt, beantwortet sich aus dem oben beschriebenen Wirkprinzip von selbst. Die Verengung der Drüsengänge beruht darauf, dass adstringierende Salze beim Kontakt mit Körperflüssigkeit ausfallen und die Gänge dabei verschließen. Eine Zubereitung, die keine solchen Salze enthält, kann diesen Weg nicht gehen. Sie setzt stattdessen an den Bakterien an, die den geruchlosen Schweiß zersetzen, bindet oder überdeckt die dabei entstehenden Geruchsstoffe oder nimmt Feuchtigkeit auf. Für viele Anwender reicht das aus – der Sache nach ist ein solches Erzeugnis dann aber ein Deodorant und kein Antitranspirant, unabhängig davon, welches Wort auf der Packung steht.

Ein zweiter Punkt wird häufig gefragt: ob die Wärmeregulation leidet, wenn eine Körperstelle trockener bleibt. Hier hilft die Verteilung der Drüsen weiter. Die für die Temperaturregelung maßgeblichen ekkrinen Schweißdrüsen sitzen über die gesamte Körperoberfläche verteilt, ein Antitranspirant wirkt dagegen ausschließlich dort, wo es aufgetragen wurde. Die weitaus größere Fläche bleibt unbeeinflusst.

Verfahren bei krankhaft vermehrtem Schwitzen

Die weiter oben genannten Behandlungsformen der Hyperhidrose greifen an ganz unterschiedlichen Stellen an – das erklärt, warum sie sich in Dauer und Aufwand so stark unterscheiden.

Die Iontophorese arbeitet ohne Wirkstoff: Hände oder Füße liegen in Wasserbädern, durch die ein schwacher Strom geleitet wird. Worauf die schweißmindernde Wirkung im Einzelnen beruht, ist nicht abschließend geklärt; die Behandlung muss wiederholt werden, weil ihr Effekt nachlässt.

Botulinumtoxin setzt eine Stufe früher an als ein Antitranspirant. Es verhindert an der Nervenendigung die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin, mit dem der Sympathikus die ekkrinen Schweißdrüsen ansteuert. Die Drüse selbst bleibt unversehrt, sie erhält lediglich kein Signal mehr. Weil der Körper die betroffenen Nervenendigungen mit der Zeit ersetzt, ist die Wirkung vorübergehend und die Behandlung muss wiederholt werden. Ein Antitranspirant verengt dagegen nur den Ausführungsgang – das Signal an die Drüse bleibt bestehen.

Operative Verfahren unterscheiden sich danach, ob sie die Drüse oder den Nerv treffen. Wird das Fettgewebe der Achselhöhle abgesaugt oder ausgeschabt, entfernt der Eingriff die Drüsen der behandelten Stelle. Die Durchtrennung des sympathischen Nervenstrangs im Brustraum wirkt weiter entfernt vom Ziel; als typische Folge gilt hier ein vermehrtes Schwitzen an anderen Körperstellen, das die Betroffenen als Ausgleich erleben und das sich nicht rückgängig machen lässt.

Rechtlicher Rahmen & Kennzeichnung

Weil handelsübliche Antitranspirante kosmetische Mittel sind, greift ein Regelwerk, das grundsätzlich anders aufgebaut ist als das Arzneimittelrecht: Kein Amt begutachtet ein einzelnes Erzeugnis, bevor es in den Handel kommt. An die Stelle der Zulassung tritt die Verantwortung eines namentlich benannten Unternehmens.

Für jedes kosmetische Mittel muss es eine „verantwortliche Person“ geben. Sie hält eine Produktinformationsdatei bereit, zu der der Sicherheitsbericht gehört; dieser hat unter anderem die beabsichtigte Verwendung und die voraussichtliche Belastung des Körpers durch die einzelnen Inhaltsstoffe zu berücksichtigen. Name und Anschrift der verantwortlichen Person müssen auf Behältnis und Verpackung stehen, ebenso der Nenninhalt und das Mindesthaltbarkeitsdatum; bei eingeführten Erzeugnissen kommt das Ursprungsland hinzu.

An die Stelle einer geprüften Wirkaussage tritt ein Täuschungsverbot: Bei Kennzeichnung, Bereitstellung und Werbung dürfen keine Zeichen verwendet werden, die „Merkmale oder Funktionen vortäuschen, die die betreffenden Erzeugnisse nicht besitzen“. Der Unterschied zum Arzneimittel liegt damit vor allem im Zeitpunkt der Kontrolle: Dort entscheidet eine Behörde, bevor ein Mittel verkauft werden darf; hier greift die Kontrolle erst danach, über die Marktüberwachung, für die die Mitgliedstaaten zu sorgen haben und die auch Laboruntersuchungen an Stichproben umfasst.

Zwei weitere Vorgaben betreffen die Anwender unmittelbar. Treten ernste unerwünschte Wirkungen auf, müssen die verantwortliche Person und die Händler diese unverzüglich der zuständigen Behörde des Staates melden, in dem sie aufgetreten sind. Und wer wissen möchte, was in einem Erzeugnis steckt, hat einen Auskunftsanspruch: Die Zusammensetzung sowie vorliegende Daten über unerwünschte und schwere unerwünschte Wirkungen sind der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommt, dass kosmetische Mittel und ihre Bestandteile in der Europäischen Union nicht mehr im Tierversuch auf die Anforderungen dieser Verordnung geprüft werden dürfen.

Abgrenzung zum Arzneimittel

Ob ein Erzeugnis dem Kosmetik- oder dem Arzneimittelrecht unterliegt, entscheidet nicht die Aufschrift. Das Arzneimittelgesetz zählt kosmetische Mittel ausdrücklich zu den Erzeugnissen, die keine Arzneimittel sind, hält aber eine Auffangregel bereit: Fällt ein Erzeugnis unter Berücksichtigung aller seiner Eigenschaften zugleich unter die Begriffsbestimmung des Arzneimittels, so ist es ein Arzneimittel. Im Zweifel setzt sich also die strengere Ordnung durch.

Ein festes Merkmal, an dem sich diese Zuordnung ablesen ließe, gibt es dabei nicht. Die Kosmetikverordnung verlangt ausdrücklich, dass die Feststellung, ob ein Erzeugnis ein kosmetisches Mittel ist, auf Grundlage einer Einzelfallbewertung unter Berücksichtigung aller Merkmale des Erzeugnisses getroffen wird. Dazu zählen neben der Zusammensetzung auch die Aufmachung, die Art der Anwendung und die Aussagen, mit denen ein Erzeugnis beworben wird. Ein und derselbe Wirkstoff kann deshalb je nach Zweckbestimmung in einem Kosmetikum und in einem Arzneimittel auftauchen.

Für Schweißhemmer bedeutet das eine Grenze mitten durch ein äußerlich einheitliches Sortiment. Solange die Schweißmenge aus kosmetischen Gründen gemindert werden soll, bleibt das Erzeugnis ein Kosmetikum. Ist es zur Behandlung einer krankhaft gesteigerten Schweißbildung bestimmt, wird daraus ein Arzneimittel – mit Zulassungspflicht und dem Wirksamkeitsnachweis, den das Kosmetikrecht gerade nicht fordert. Solange ein Mittel als Arzneimittel zugelassen oder registriert ist, gilt es als Arzneimittel; hat die zuständige Bundesoberbehörde eine Zulassung dagegen mit der Begründung abgelehnt, es handele sich um kein Arzneimittel, gilt es nicht als solches.

Diese Grenze erklärt auch die auffällig unterschiedliche Beschriftung: Ein zugelassenes Arzneimittel muss Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen und Nebenwirkungen in einer Packungsbeilage benennen, ein Erzeugnis, das als Kosmetikum in den Verkehr gebracht wird, nicht. Wer Angaben zur Verträglichkeit vermisst, hat es deshalb nicht zwangsläufig mit einem nachlässigen Hersteller zu tun, sondern häufig schlicht mit einer anderen Rechtsordnung.


Quellen

  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
    ISBN: 9783132446052
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie.
    ISBN: 9783540237815
  • Dirschka, T., Oster-Schmidt, C., Schmitz, L. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie.
    ISBN: 9783437223037
  • Zink, A. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Dermatologie und Allergologie.
    ISBN: 9783437238376

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