Brandblase

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 17. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Bei direktem Hautkontakt mit einer Hitzequelle über 50 Grad kommt es zur Schädigung des Gewebes. Der Grund dafür ist die geringe Wärmeleitfähigkeit der Haut. Betrifft die Verbrennung neben der Oberhaut auch die oberste Schicht der Lederhaut, bilden sich Brandblasen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Brandblase?

Brandblase
Eine Brandblase entsteht durch eine Verbrennung der Haut, sodass es zur Bildung einer Blase kommt.
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Bei einer Brandblase handelt es sich um eine Verbrennung II. Grades. Sie entsteht zwischen Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Corium). Die Haut über der Blase ist gespannt und stabil. Zudem ist sie mit Gewebsflüssigkeit gefüllt, die auch als seröses Exsudat bezeichnet wird. Diese Flüssigkeit hält die darunterliegende Wunde feucht und schützt sie.

Sie schirmt die Verletzung von äußeren Einflüssen ab und verhindert das Eindringen von Keimen. Platzt eine Brandblase, kommt die hellrote, nässende Lederhaut zum Vorschein. Da die Rezeptoren bei Verbrennungen II. Grades erhalten bleiben, lösen die Blasen starke Schmerzen aus.

Ob eine ärztliche Behandlung vonnöten ist, hängt von der Intensität der Schmerzen und der Größe der Blase ab. Von einer eigenmächtigen Öffnung einer Brandblase ist abzusehen, da eindringende Keime zu Entzündungen führen können. Diese sind behandlungsbedürftig.

Ursachen

Verbrennungen gehören im Alltag zu den häufigsten Verletzungen. Insbesondere bei Unachtsamkeiten im Umgang mit Haushaltsgeräten wie Bügeleisen oder Herdplatten passieren schnell Unfälle. Typische Auslöser von Brandblasen sind Berührungen von erhitzten Flüssigkeiten wie Wasser oder Öl und direkter Kontakt mit heißen Gegenständen.

Eine andere Möglichkeit ist Hitzebildung durch Reibung. Dies ist beispielsweise bei Motorradunfällen häufig der Fall, wenn der Fahrer beim Sturz über den Asphalt rutscht.

Bei Temperaturen von 50 bis 60 Grad denaturiert Eiweiß und die Hitze zerstört die Gewebezellen. Aufgrund der mangelnden Wärmeleitfähigkeit der Haut können sich lokale Hitzeeinwirkungen nicht schnell genug ausbreiten. Die Hitze verharrt daher zu lange an einer Stelle und schädigt die Haut. Der Körper bildet Brandblasen, um die verletzte Stelle zu schützen und um Infektionen vorzubeugen.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Brandblase entsteht durch eine Verbrennung der Haut, sodass es zur Bildung einer Blase kommt. Natürlich ist diese Erscheinung mit typischen Symptomen verbunden, die charakteristisch für eine Brandblase sind. Dazu zählt zum Beispiel ein dauerhaftes Brennen, das unmittelbar nach der Verbrennung auftreten wird.

Ein sofortiges Kühlen der betroffenen Stelle kann jedoch Abhilfe schaffen. Gekühlt wird dabei nur bei kleinflächigen Verbrennungen, mit handwarmem bis lauwarmem Leitungswasser von etwa 20 Grad und höchstens 10 bis 20 Minuten lang. Unter Umständen kann sich die Brandblase innerhalb kurzer Zeit erheblich vergrößern. Wird der Druck im Inneren zu groß, so wird die Brandblase platzen und die Flüssigkeit tritt aus. Dieser Vorgang ist in der Regel mit einem starken Brennen verbunden, da nun eine offene Wunde vorliegt.

In diesem Zusammenhang können weitere Beschwerden entstehen, wenn es zu einer Entzündung dieser offenen Wunde kommt. Bakterien können sich einnisten und es bildet sich Eiterflüssigkeit. Wer dieses Krankheitsbild ohne ärztliche und medikamentöse Behandlung lässt, der geht ein großes Risiko ein.

Somit darf in so einem Fall der Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden. Im nachträglichen Heilungsprozess einer Brandblase kann es zudem zu einem starken Juckreiz kommen. Allerdings weist dieses typische Symptom auf eine vollständige und baldige Regeneration der Haut hin.

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose erfolgt einerseits über ein Gespräch mit dem Patienten und andererseits über Begutachtung der Brandwunde. Ist der Patient zum Beispiel aufgrund eines Unfalls nicht ansprechbar, erkennt der Arzt eine Brandblase anhand ihrer typischen Erscheinungsform.

Während durch starken Sonnenbrand entstandene Blasen farblos erscheinen, ist eine Brandblase gelblich. Der Grund hierfür ist die Farbe der Wundflüssigkeit. Außerdem gibt die gefüllte Blase Druck zwar nach, platzt aber nicht auf. Die umliegende Haut ist gerötet. Brandblasen verheilen üblicherweise, ohne Narben zu hinterlassen.

Gegebenenfalls kommt es an den betroffenen Stellen jedoch zu Pigmentstörungen. Öffnet weder der Patient noch der Arzt die Blase, geht sie nach einigen Tagen von selbst auf. Darunter ist eine neue, intakte Hautoberfläche zu sehen, die zwar noch empfindlich ist, in der Regel aber schnell abheilt. Die Heilungsdauer beträgt zwischen zwei und drei Wochen. Hierbei kommt es auf die Stärke der Verbrennung und die Größe der Blase an.

Komplikationen

Brandblasen sind meistens harmlos und heilen innerhalb von zwei bis drei Wochen von selbst ab. Komplikationen können auftreten, wenn die Brandblase aufplatzt, bevor die Wundheilung abgeschlossen ist. Beim Aufplatzen der Brandblase können Keime auf die empfindliche Lederhaut gelangen und Infektionen sowie bakterielle Entzündungen verursachen.

Durch das bereits geschwächte Gewebe kann es nach einer erneuten Entzündung mehrere Wochen dauern, bis die Brandblase vollständig abgeheilt ist. Komplikationen können außerdem durch ein Herumdrücken an der Brandblase auftreten, da dies den Heilungsprozess verzögert und das Risiko erhöht, dass Krankheitserreger unter die Haut gelangen. Brandblasen an den typischen Belastungsstellen können zu Verspannungen und Fehlbelastungen der Muskeln führen, wodurch wiederum Schmerzen und Überbelastungen entstehen.

Größere Brandblasen bergen das Risiko dauerhafter Hautveränderungen, außerdem können sich schnell virale oder bakterielle Hautinfektionen bilden. Bei der Behandlung von Brandblasen können ebenfalls Komplikationen auftreten. So können Hausmittel wie Salben oder Fette zu einer Infektion führen, während fest verklebte Pflaster beim Abziehen die Blasendecke einreißen können.

Werden beim Aufstechen der Brandblase keine sterilen Werkzeuge verwendet, können zudem Keime in die Wunde gelangen und Infektionen sowie Narben verursachen. Um Komplikationen dieser Art zu vermeiden, sollten Brandblasen nicht selbst geöffnet werden; ob ein Eröffnen überhaupt sinnvoll ist, entscheidet der Arzt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer kleinen Brandblase sollte es nicht zu Komplikationen kommen. Das kann sich jedoch ändern, wenn die ungeschützte Brandblase sich öffnet. Ähnliches droht, wenn der Betroffene die Brandblase selbst eröffnet und dabei Bakterien oder Schmutz hineingeraten. In diesem Fall kann es zu einer Entzündung der Wunde kommen. Außerdem ist ein Wundstarrkrampf möglich. Eine Tetanusspritze sollte bei einer verschmutzten Brandwunde bedacht werden. Am besten lässt der Betroffene die Brandblase ungeöffnet, bis sie eingetrocknet ist.

Komplikationen sind eher bei großflächigen Brandblasen zu erwarten. Je tiefer die Hautschichten unter der Brandblase geschädigt sind, desto problematischer kann es werden. Außerdem ist wichtig, wo sich die Brandblase gebildet hat. Reibung oder Druck auf die Brandblase vergrößern das Risiko von Komplikationen. Wenn eine Brandblase eine größere Fläche bedeckt, sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden.

Verbrannte Haut ist prädestiniert für Entzündungen. Die Beurteilung, ob eine große Brandblase geöffnet oder behandelt werden muss, um Komplikationen zu vermeiden, trifft ein Arzt. Er kann erkennen, ob sich eine Narbe bilden wird oder nicht. Davon abgesehen können Ärzte ermessen, wie tief die Verbrennung reicht. Zum einen kann bei großflächigen Verbrennungen der Schock, zum anderen ein Flüssigkeitsverlust zu Komplikationen führen. Außerdem ist bei einem Mangel an Keimfreiheit die Gefahr einer Sepsis gegeben.

Behandlung & Therapie

Es gibt verschiedene Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Brandblasen, die es zu beachten gilt. Die betroffene Stelle muss zunächst frei liegen. Kleidungsstoff speichert Wärme und verschlimmert die Symptomatik. Da Blasen häufig erst nach mehreren Stunden entstehen, kann Kühlung die Blasenbildung verhindern. Fließendes Wasser mit Temperaturen von 15 bis 20 Grad ist dafür ideal. Dies gilt auch, wenn sich direkt eine Blase gebildet hat.

Gekühlt wird jedoch nur bei kleinflächigen Verbrennungen und höchstens 10 bis 20 Minuten lang. Bei großflächigen Verbrennungen ab etwa 10 bis 15 Prozent der Körperoberfläche sowie bei Säuglingen und Kleinkindern wird heute gar nicht mehr gekühlt: Die drohende Unterkühlung ist hier die größere Gefahr als der Schmerz. Von der Kühlung mit Eis oder Eiswasser ist in jedem Fall abzusehen, da der Temperaturunterschied die Haut weiter schädigt. Das Gleiche gilt auch für das Einreiben mit Hausmitteln wie Mehl oder Fetten, da sie die weitere medizinische Behandlung erschweren. Durch das Öffnen der Blase geht der Schutz vor Keimen verloren, was zu Entzündungen führen kann. Nur die intakte Brandblase kann das Eindringen von Bakterien verhindern.

Ist ein Arztbesuch notwendig, wird dieser auf verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zurückgreifen. Eine Punktierung der Brandblase ist möglich. Dabei entzieht der Arzt der Blase Flüssigkeit, um die Spannung zu verringern. Die Haut über der Verletzung bleibt so erhalten, wobei auch bei dieser Methode Keime in die Wunde gelangen können. Die meistgenutzte Möglichkeit ist die Verschreibung eines Schmerzmittels und einer kühlenden Salbe.

In diesem Fall legt der Arzt lediglich einen hydroaktiven Wundverband an und wartet das natürliche Eintrocknen der Brandblase ab. Bei dieser Methode ist das regelmäßige Wechseln des Verbandes oder Pflasters wichtig, um die Wundheilung zu unterstützen. Ist die Blase bereits offen, muss die Wunde vorher ausgespült und gereinigt werden.

Aussicht & Prognose

Die Aussicht und Prognose bei einer Brandblase kann sehr unterschiedlich ausfallen, da im Zusammenhang mit einer Brandblase verschiedene Komplikationen auftreten können.

Im Normalfall sollte eine bestehende Brandblase innerhalb von zwei bis drei Wochen zurückgehen und vollständig abheilen. Voraussetzung ist dafür natürlich eine strenge Sauberkeit und Hygiene, die gegeben sein muss. Allerdings kann es in diesem Zusammenhang auch zu einigen Komplikationen kommen.

Nicht selten füllt sich eine solche Brandblase mit Eiterflüssigkeit oder Blut, sodass schnellstmöglich ein Arzt aufzusuchen ist. Wenn eine mit Eiter oder Blut gefüllte Brandblase nicht ärztlich versorgt wird, dann können die darin befindlichen Bakterien in den menschlichen Blutkreislauf gelangen. Daraufhin kann es unter Umständen zu einer gefährlichen Infektion oder einer Blutvergiftung kommen, sodass akute Lebensgefahr besteht.

Begleiterscheinungen dieser Infektion und Blutvergiftung können ein allgemeines Unwohlsein, eine erhöhte Temperatur, Erbrechen oder auch eine langanhaltende Übelkeit sein, die den gesamten Krankheitsverlauf einer Brandblase negativ beeinflussen.

Um diese Begleiterscheinungen und Komplikationen zu vermieden, sollte unbedingt eine ärztliche und medikamentöse Behandlung erfolgen. Dadurch kann die Aussicht und Prognose auf eine schnelle Heilung positiv beeinflusst werden.


Vorbeugung

Um Brandblasen vorzubeugen, ist der umsichtige Umgang mit Haushaltsgeräten essenziell. Sollte es doch zu Verbrennungen kommen, sollte der Betroffene die Stellen umgehend kühlen. Lauwarmes Wasser lindert die Schmerzen und kann gegebenenfalls die Bildung einer Brandblase verhindern.

Nachsorge

Eine kleine Brandblase bedarf in der Regel keiner speziellen Nachsorge. Größere Brandblasen und solche, die tiefere Schichten der Haut verletzt haben, können jedoch Nachsorgemaßnahmen erfordern. Es hängt von Umfang und Tiefe der Verbrennung ab, welche Folgen eine Brandblase zeitigt. Auch der Ort, an dem die Brandblase liegt, kann eine Nachsorge erforderlich machen.

In vielen Fällen kann der Betroffene die Brandblase selbst versorgen. Oberflächliche Brandblasen heilen meist nach einer Weile folgenlos ab. Mit Aloe-vera-Gel kann die Abheilung beschleunigt werden. Größere Brandblasen können sich nach dem Öffnen entzünden. Sie können wässern und eitern. Die nachwachsende Haut kann über längere Zeit gespannt oder empfindlich gegen UV-Strahlung sein. Daher besteht die Nachsorge je nach Beschwerdebild im Schutz der abheilenden Wunde oder in einer entsprechend häufigen Versorgung mit Sonnenschutzmitteln.

Sind auch tiefere Hautschichten verletzt worden, sollte die Nachsorge einem Arzt überlassen werden. Nässende und blutende Brandblasen, die sich nicht schließen, erfordern meist eine fachkundige Versorgung. Die Nachsorge kann ein Abdecken der Brandblase umfassen, wenn diese durch die Kleidung einem Wundscheuern ausgesetzt ist. Bei sehr tiefen und unsachgemäß behandelten Brandblasen können operative Eingriffe oder Hautverpflanzungen nötig werden.

Medizinische Nachsorge ist bei einer säurebedingten, großflächigen oder tiefgehenden Brandblase angezeigt. Eine Selbstbehandlung kann hier kontraindiziert sein.

Das können Sie selbst tun

Eine kleine Brandblase muss nicht unbedingt von einem Arzt versorgt werden. Verschiedene Selbsthilfe-Tipps und Hausmittel reduzieren die Symptome und beschleunigen den Heilungsverlauf. Bei Verbrennungen im Gesicht, an Händen, Füßen, im Genitalbereich oder über Gelenken sowie bei Kindern gehört die Verletzung dagegen immer in ärztliche Behandlung.

Zunächst gilt: die betroffene Stelle kurz unter fließendem, lauwarmem Wasser kühlen und mit Frischluft versorgen. Sollte Schmutz in die Wunde gelangt sein, wird die Stelle mit einem Brandpflaster locker abgedeckt und ärztlich begutachtet. Essig, destillierter Alkohol oder Desinfektionssprays gehören dagegen nicht auf eine Brandwunde, da sie das geschädigte Gewebe zusätzlich reizen.

Von Hausmitteln wie Quark, Joghurt, Kartoffelsaft oder Honig ist dagegen abzuraten: Sie tragen Keime an die Verletzung heran und erschweren die ärztliche Beurteilung. In den nächsten Tagen kann die abheilende Haut mit Aloe vera gepflegt werden, um die Narbenbildung zu reduzieren. Ein Hausmittel gegen die Schmerzen sind kalte Teebeutel, die wie eine Kompresse auf die Haut aufgelegt werden. Ideal sind entzündungshemmende Teesorten wie Schwarz- oder Kamillentee.

Geöffnete Brandblasen sollten nicht mit Hausmitteln, Salben oder Puder versorgt werden, da dies zu Entzündungen u.ä. führen kann. Sollte die Brandblase trotz der genannten Maßnahmen innerhalb einiger Tage nicht abheilen oder starke Schmerzen verursachen, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Mit größeren Brandblasen sollte direkt zum Hausarzt gegangen werden.

Quellen

  • Lehnhardt, M., Hartmann, B., Reichert, B. (Hrsg.): Verbrennungschirurgie.
    ISBN: 9783642544439
  • Berger, A., Hierner, R., Pallua, N. (Hrsg.): Plastische Chirurgie.
    ISBN: 9783662488492
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin.
    ISBN: 9783662703977
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
    ISBN: 9783131252944

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