Hepatitis-A-Virus

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 1. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Hepatitis-A-Virus ruft eine verbreitete Infektionskrankheit hervor, die vor allem in ärmeren Regionen der Welt auftritt. Laut Weltgesundheitsorganisation erkranken daran jährlich insgesamt etwa 1,4 Millionen Menschen. Zu den Folgen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Vorbeugende Impfungen sind möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hepatitis-A-Viren?

Hepatitis A Virus
Die Übertragung der Viren erfolgt oral/fäkal über eine Schmier- oder Kontaktinfektion. Fäkaliengedüngtes Gemüse zählt daher zu einer der verbreitetsten Formen der Krankheitsübertragung.
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Das Hepatitis-A-Virus wurde früher auch als Enterovirus 72 bezeichnet, da man es zur Gruppe der Enteroviren zählte. Nach heutiger Einteilung bildet es innerhalb der Familie der Picornaviren die eigene Gattung Hepatovirus. Das Virus verfügt nicht über eine Virushülle und ist säurefest. Die Größe der Viren beträgt etwa 25 Nanometer. Hepatitis-A-Viren rufen eine Entzündung der Leber hervor. Die Ansteckung kann durch Kontakte mit bereits infizierten Personen oder verschmutzten Gegenständen und Nahrungsmitteln hervorgerufen werden. Weiterhin existieren auch Hepatitis-Viren in den Versionen B, C, D und E. Gegen das Hepatitis-C-Virus steht im Unterschied zum Hepatitis-A-Virus bislang keine Impfung zur Verfügung. Gegen das Hepatitis-B-Virus steht dagegen ebenfalls eine Impfung zur Verfügung; sie schützt zugleich vor dem Hepatitis-D-Virus, das nur gemeinsam mit dem Hepatitis-B-Virus auftreten kann.

Erhöht ansteckungsgefährdet sind aufgrund der Übertragungsmöglichkeiten bestimmte Berufsgruppen. Dazu zählen Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten sowie in der Lebensmittelindustrie. Außerdem gilt ein erhöhtes Risiko für Drogenabhängige und bei Bluttransfusionen.

Bei auftretenden Symptomen werden im Rahmen der Diagnose die Blut- und Leberwerte untersucht. Die Symptome müssen nicht immer deutlich spürbar sein. In vielen Fällen werden sie mit den Anzeichen für einen grippalen Infekt verwechselt. Eine Erkrankung durch das Hepatitis-A-Virus verläuft im Gegensatz zum Krankheitsverlauf bei den Virus-Typen B, C und D nicht chronisch.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Die Übertragung der Viren erfolgt oral/fäkal über eine Schmier- oder Kontaktinfektion. Fäkaliengedüngtes Gemüse zählt daher zu einer der verbreitetsten Formen der Krankheitsübertragung. In vielen Fällen stellt das Trinkwasser oder die Nutzung von Eiswürfeln die Ursache für die Übertragung der Erreger dar. Der Verzehr von rohen Salaten oder Speiseeis gehört ebenfalls zu den erhöhten Risiken einer möglichen Ansteckung mit dem Virus. Außerdem können rohe oder unzureichend gekochte Meeresfrüchte eine Infektion auslösen. Ähnlich liegen die Gefahren einer Erkrankung beim Verzehr von Muscheln.

Eine Vernachlässigung der Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser führt in vielen Fällen verstärkt zum Auftreten von Hepatitis-A-Viren. In Ländern ohne gesicherte Trinkwasserversorgung ist auch beim Zähneputzen Vorsicht mit Leitungswasser angebracht. Von großer Bedeutung ist das regelmäßige Waschen der Hände. Dies sollte nicht nur vor dem Verzehr von Lebensmitteln stattfinden. Gründliches Händewaschen macht auch nach dem Anfassen von Türklinken, Treppengeländern und Toilettenspülungen sowie Festhaltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln Sinn.

Schwerpunktbereiche häufiger Erkrankungen zeigen sich im Nahen und Mittleren Osten, Westafrika und Mexiko sowie in Algerien, Indien und Südamerika. Außerdem häufen sich die Ansteckungen mit dem Hepatitis-A-Virus in den Ländern des Mittelmeerraumes wie Türkei, Tunesien und Ägypten sowie Marokko. Ebenso treten häufiger Hepatitis-A-Viren in Osteuropa auf.


Krankheiten & Beschwerden

Nach einer Infektion kommt es im Durchschnitt nach circa 25 bis 30 Tagen zu den ersten Beschwerden. Dabei kann es zu Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit sowie Erbrechen, Fieber und Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens kommen. Vereinzelt kann auch Juckreiz auftreten. Im weiteren Verlauf können sich Beeinträchtigungen wie Hellfärbung des Stuhles, Dunkelfärbung des Urins und schließlich eine Gelbfärbung der Haut einstellen.

Das Ausmaß der im Krankheitsverlauf auftretenden Symptome kann sich unterschiedlich darstellen. Dabei spielen die persönlichen Voraussetzungen wie Alter und Gesundheitszustand sowie die aufgenommene Virusmenge eine große Rolle. Die Symptome können über mehrere Wochen bestehen. In aller Regel bilden sie sich danach wieder eigenständig zurück.

Die Gefahr einer Übertragung der Krankheit an weitere Personen ist in der ersten Phase am stärksten ausgeprägt, bevor die ersten Symptome erkennbar sind. Die Ansteckungsgefahr nimmt danach deutlich ab und ein bis zwei Wochen nach dem Auftreten der ersten Symptome besteht die Gefahr einer Übertragung in der Regel nicht mehr.

Nach dem Rückgang der Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität gegenüber dem Hepatitis-A-Virus. Durch die in Deutschland geltenden Hygienevorschriften und die praktische Beachtung im Lebensmittel- und Gastronomiegewerbe ist eine Infektion mit dem Virus wenig wahrscheinlich. Dazu trägt auch die Trinkwasserkontrolle bei. Trotzdem ist eine vorbeugende Impfung sinnvoll. Hierdurch wird ein hoher Schutz gewährleistet. Viele Urlaubsreisende fliegen außerdem in fremde Länder und damit teilweise auch in besonders gefährdete Gebiete.

Bei ungefähr 10 Prozent der auftretenden Erkrankungen kann es untypischerweise bei der Rückbildung der Symptome bis zur vollständigen Ausheilung mehrere Monate dauern. In sehr seltenen Fällen kommt es bei 0,01 bis 0,1 Prozent der Erkrankten zu einem schweren Verlauf der Hepatitis bis zum Leberversagen. Dabei kann dieser Krankheitsverlauf im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Patienten, die bereits an einer chronischen Hepatitis B oder C leiden, sollten sich in jedem Fall auch ohne bevorstehende Auslandsreisen impfen lassen. Ansonsten laufen sie Gefahr, im Falle einer Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus einem besonders schweren Krankheitsverlauf ausgesetzt zu sein.

Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes ist ab dem 50. Lebensjahr erhöht. Die effektivste Vorbeugungsmaßnahme ist die aktive Schutzimpfung. Bereits nach der 1. Impfung tritt ein wirkungsvoller Schutz ein. Nach sechs bis zwölf Monaten erfolgt eine Wiederholung der Schutzimpfung zur Verlängerung der Wirksamkeit. Lange Zeit ging man dabei von einem Schutz über etwa zehn Jahre aus; nach heutigem Kenntnisstand hält er nach der zweiten Impfung mindestens 25 Jahre und wahrscheinlich lebenslang an. Wie bei allen Impfungen können im Ausnahmefall Komplikationen auftreten. Bei vorliegenden neurologischen Erkrankungen oder Herz-Kreislaufproblemen ist bei der Frage der Impfung eine Abwägung der Risiken vorzunehmen.

Sollte die Durchführung einer Schutzimpfung nicht möglich oder gewollt sein, bestehen weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung. Früchte oder Gemüse sollten bei Selbstverpflegung im Urlaub gekocht oder geschält werden. Getränkekombinationen mit Eiswürfeln sollten vermieden werden. Zum Verzehr sollten Meerestiere ausreichend gegrillt oder gegart sein.

Spezielle Behandlungsmöglichkeiten für auftretende Hepatitis-A-Infektionen sind nicht bekannt. Hilfreich ist eine Behandlung der jeweils auftretenden Symptome. Daneben sind Ruhe und Schonung sinnvoll, während das Immunsystem die Infektion überwindet. Früher wurde dabei strenge Bettruhe verordnet; heute gilt eine Schonung nach dem eigenen Befinden als ausreichend.

Aufbau und Vermehrung

Das Hepatitis-A-Virus ist ausgesprochen einfach gebaut. Sein Erbmaterial besteht aus einem einzelnen Strang RNA, der von einem Kapsid aus wenigen verschiedenen Eiweißbausteinen umschlossen wird. Diese Bausteine ordnen sich zu einem Zwanzigflächner an, einer kugelähnlichen Form aus lauter Dreiecksflächen. Eine Fetthülle, wie sie viele andere Viren tragen, fehlt vollständig – genau darauf beruht die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit des Erregers.

Der RNA-Strang trägt die Erbinformation in derselben Leserichtung, in der die Zelle ihre eigenen Baupläne abliest. Er kann deshalb unmittelbar nach dem Eindringen in die Zelle als Vorlage dienen, ohne dass eine Umschrift nötig wäre. Abgelesen wird zunächst ein einziges, sehr langes Eiweiß, das anschließend durch virale Scheren in die einzelnen Bruchstücke zerlegt wird: in die Kapsidbausteine und in die Werkzeuge, die für die Vervielfältigung des Erbmaterials gebraucht werden.

Weltweit tritt das Hepatitis-A-Virus in nur einem einzigen Serotyp auf. Das bedeutet, dass die vom Immunsystem gebildeten Antikörper gegen alle vorkommenden Varianten wirken. Dieser Umstand ist der Grund dafür, dass ein einziger Impfstoff überall auf der Welt schützt und nicht wie bei der Grippe regelmäßig angepasst werden muss. Anhand feiner Unterschiede im Erbmaterial lassen sich dennoch verschiedene Genotypen unterscheiden; sie werden genutzt, um bei Ausbrüchen die Herkunft der Erreger und den Weg der Übertragung aufzuklären.

Der Weg des Virus durch den Körper beginnt im Darm. Von dort gelangt es über die Blutbahn in die Leber und dringt in die Leberzellen ein, in denen es sich vermehrt. Die neu gebildeten Viren werden mit der Galle wieder in den Darm abgegeben und mit dem Stuhl ausgeschieden. Damit schließt sich der Kreis zur Übertragung über Ausscheidungen. Bemerkenswert ist, dass ein Teil der Viren, die im Blut zirkulieren, von einem Membranstück der Leberzelle umgeben ist und so vor Antikörpern geschützt bleibt, während die mit dem Stuhl ausgeschiedenen Viren nackt und dadurch besonders umweltstabil sind.

Die Schädigung der Leber geht dabei überwiegend nicht vom Virus selbst aus. Es zerstört die Leberzellen kaum, sondern wird von der körpereigenen Abwehr bekämpft, die dabei die befallenen Zellen angreift. Daraus erklärt sich eine sonst schwer verständliche Beobachtung: Je kräftiger die Abwehrreaktion ausfällt, desto ausgeprägter sind die Beschwerden. Bei kleinen Kindern verläuft die Infektion deshalb häufig ohne erkennbare Krankheitszeichen, während Erwachsene deutlich stärker erkranken.

Widerstandsfähigkeit und Hygiene

Das Hepatitis-A-Virus gehört zu den widerstandsfähigsten Krankheitserregern des Menschen. Seine Säurefestigkeit lässt es die Magenpassage unbeschadet überstehen – erst dadurch ist eine Ansteckung über den Mund überhaupt möglich. In Wasser, auf Oberflächen und auf den Händen bleibt es über längere Zeit ansteckend, und auch Einfrieren schadet ihm nicht. Deshalb sind wiederholt tiefgefrorene Beerenfrüchte als Quelle von Ausbrüchen aufgefallen.

Muscheln und andere Schalentiere filtern zur Nahrungsaufnahme große Wassermengen und reichern dabei Viren aus verunreinigtem Wasser in ihrem Gewebe an. Das erklärt, warum roh oder nur kurz erhitzt verzehrte Meerestiere ein so deutliches Risiko darstellen. Zuverlässig zerstört wird der Erreger durch ausreichendes Erhitzen; auch die Aufbereitung von Trinkwasser mit chlorhaltigen Mitteln ist wirksam.

Für den Alltag folgt daraus eine wichtige Einschränkung: Die üblichen alkoholischen Mittel zur Desinfektion der Hände reichen gegen das Hepatitis-A-Virus nicht aus, da sie ihre Wirkung vor allem über die Zerstörung von Fetthüllen entfalten. Wirksam sind nur Mittel, die ausdrücklich als viruzid gekennzeichnet sind. Gründliches Händewaschen mit Seife bleibt deshalb die wichtigste Maßnahme, weil es die Viren mechanisch entfernt, statt sie abzutöten.

Nachweis und Diagnostik

Der Verdacht auf eine Hepatitis ergibt sich zunächst aus den Beschwerden und aus erhöhten Leberwerten im Blut. Erhöht sind vor allem jene Enzyme, die normalerweise im Inneren der Leberzellen liegen und bei deren Untergang ins Blut übertreten. Sie zeigen an, dass Lebergewebe geschädigt wird, sagen aber nichts über die Ursache aus. Die Gelbfärbung von Haut und Augen wiederum beruht auf einem Anstieg des Blutfarbstoffabbauprodukts Bilirubin, das die geschädigte Leber nicht mehr in gewohntem Umfang ausscheiden kann.

Welcher Erreger vorliegt, klärt erst die Bestimmung der Antikörper. Antikörper der Klasse IgM treten früh auf und verschwinden nach einigen Monaten wieder; ihr Nachweis spricht für eine frische Infektion. Antikörper der Klasse IgG bleiben lebenslang bestehen. Werden nur diese gefunden, liegt entweder eine lange zurückliegende Erkrankung oder eine Impfung vor. Dieselbe Untersuchung dient deshalb auch der Frage, ob jemand vor einer Reise überhaupt noch geimpft werden muss.

Bei Ausbrüchen kommt zusätzlich die Polymerase-Kettenreaktion zum Einsatz, mit der sich das Erbmaterial des Virus im Blut, im Stuhl und in Lebensmittel- oder Wasserproben nachweisen lässt. Der Vergleich der gefundenen Erbgutabschnitte macht sichtbar, ob mehrere Erkrankungsfälle auf dieselbe Quelle zurückgehen.

Schutz nach einem Kontakt

Weil zwischen der Ansteckung und den ersten Beschwerden verhältnismäßig viel Zeit vergeht, lässt sich der Ausbruch einer Erkrankung häufig noch verhindern, nachdem der Kontakt bereits stattgefunden hat. Angewendet wird dafür in erster Linie die Impfung, die nach einem Kontakt im Umfeld eines Erkrankten auch bei Haushaltsangehörigen und in Gemeinschaftseinrichtungen eingesetzt wird.

Daneben steht die passive Immunisierung zur Verfügung. Dabei werden fertige Antikörper in Form von Immunglobulinen verabreicht, die sofort wirken, aber nur für begrenzte Zeit schützen, weil sie vom Körper abgebaut werden. Dieser Weg kommt vor allem für Menschen in Betracht, bei denen die eigene Abwehr keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen kann, sowie für sehr junge Kinder.

Meldepflicht

In Deutschland unterliegt die Hepatitis A dem Infektionsschutzgesetz. Bereits der Verdacht auf eine Erkrankung, die Erkrankung selbst und der Tod eines Erkrankten sind namentlich zu melden; ebenso melden die Laboratorien den direkten oder indirekten Nachweis des Erregers. Ziel ist es, Übertragungswege und mögliche gemeinsame Quellen frühzeitig zu erkennen.

Daran knüpfen weitere Vorschriften an. Wer an Hepatitis A erkrankt ist oder bei wem der Verdacht besteht, darf vorübergehend nicht in Bereichen arbeiten, in denen Lebensmittel gewerbsmäßig hergestellt oder in Verkehr gebracht werden. Ebenso dürfen betroffene Kinder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindertagesstätten und Schulen bis zum Ende der Ansteckungsgefahr nicht besuchen. Auch in Österreich und in der Schweiz ist die Erkrankung meldepflichtig.

Geschichte und Erforschung

Ausbrüche einer ansteckenden Gelbsucht sind seit dem Altertum überliefert. Besonders auffällig wurden sie in Kriegszeiten, wenn viele Menschen unter beengten Verhältnissen und mangelhaften hygienischen Bedingungen zusammenlebten; die Erkrankung galt lange als typisches Leiden von Feldlagern. Dass sich hinter der Gelbsucht mehrere verschiedene Erkrankungen verbergen, wurde erst in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts klar. Untersuchungen unterschieden damals eine ansteckende, über den Darm übertragene Form von einer über Blut übertragenen Form; daraus gingen die Bezeichnungen Hepatitis A und Hepatitis B hervor.

Der Erreger selbst wurde 1973 sichtbar gemacht, als es gelang, die Viruspartikel im Stuhl Erkrankter mit Hilfe von Antikörpern anzureichern und im Elektronenmikroskop darzustellen. Wenig später wurde die Vermehrung des Virus in Zellkulturen möglich. Damit war die Voraussetzung geschaffen, größere Virusmengen herzustellen, abzutöten und zu einem Impfstoff zu verarbeiten. Seit dem Beginn der neunziger Jahre stehen solche Totimpfstoffe zur Verfügung.

Die weltweite Verbreitung hat sich seither verschoben. In Ländern mit sicherer Trinkwasserversorgung und gut ausgebauter Abwasserentsorgung erkranken heute deutlich weniger Menschen als früher. Das hat jedoch eine unerwartete Kehrseite: Weil kaum noch Kinder unbemerkt eine Infektion durchmachen und dadurch geschützt sind, wächst eine Bevölkerung heran, die dem Virus erstmals im Erwachsenenalter begegnet – also in jenem Lebensabschnitt, in dem die Erkrankung schwerer verläuft. Fachleute beschreiben diesen Zusammenhang als hygienebedingte Verschiebung des Erkrankungsalters.

Quellen

  • Modrow, S., Falke, D., Truyen, U., Schätzl, H.: Molekulare Virologie.
    ISBN: 9783662617809
  • Doerr, H. W., Gerlich, W. H. (Hrsg.): Medizinische Virologie.
    ISBN: 9783131139627
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Messmann, H. (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie.
    ISBN: 9783131472526
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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