Nasenfurunkel


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 28. September 2018
Kategorie: Krankheiten

Ein Nasenfurunkel stört nicht nur die Gesichtsästhetik, je nach Größe und Reifezeit kann es auch äußerst schmerzhaft sein. Eine angemessene und rechtzeitige Behandlung führt aber meist zu einer schnellen und unkomplizierten Heilung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nasenfurunkel?

Ein Nasenfurunkel entsteht zumeist aus einer Entzündung der Haarfollikel an der Nasenspitze oder dem Naseneingang. Haarfollikel sind Teile der Haarwurzeln und werden auch Haarbalg genannt. Entzündet sich ein solcher Haarbalg, spricht man von einer Follikulitis.

Auch Nasensteg, Nasenrücken und Oberlippe können von einem Nasenfollikel betroffen sein. Ein zentraler Eiterpfropf wird von einer geröteten, schmerzhaften und harten Schwellung umgeben, die einige Zentimeter groß sein kann.

Ursachen

Eine eitrige Entzündung der Haarfollikel wird zumeist durch Staphylokokken ausgelöst, aber auch andere Bakterien oder sogar Pilze können als Erreger fungieren.

Durch minimale Verletzungen der Haut können die Erreger in tiefere Gewebe vordringen, wo sie Entzündungen auslösen. Durch Kratzen oder Ausquetschen können sich kleinere Entzündungen verschlimmern und über das umgebende Gewebe ausbreiten. Vereitert und verflüssigt sich das Gewebe im Zentrum der Entzündung, entsteht ein Nasenfurunkel.

Entzünden sich mehrere nebeneinander liegende Haarfollikel, nennt man dies Karbunkel. Personen mit einer Abwehrschwäche wie bei Diabetes mellitus, einem Immundefekt, einer HIV-Infektion oder anderen chronischen Infekten haben ein erhöhtes Risiko für eine Furunkelbildung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Nasenfurunkel ist ein entzündeter Knoten im Bereich der Nase. Die Wucherung kann dabei in der Nase oder auf der Nase auftreten, je nachdem, welche Ursache ihr zugrunde liegt. Typischerweise ruft ein Furunkel keine größeren Beschwerden hervor. Die Betroffenen verspüren jedoch leichte Schmerzen und ein Druckgefühl im betroffenen Bereich.

Das Furunkel und die umliegende Region fühlen sich heiß an und sind stark gerötet. Ein Nasenfurunkel kann eine Größe von wenigen Millimetern bis zwei Zentimeter erreichen. Die Wucherung wächst im Verlauf der Erkrankung an und füllt sich mit Eiter. Nach einigen Tagen öffnet sich das Furunkel schließlich und die Flüssigkeit fließt ab.

Wird die Wunde anschließend nicht ausreichend versorgt, kann sich erneut ein Furunkel bilden. Zudem besteht das Risiko einer ernsten Infektion. Begleitend zu den lokalen Beschwerden stellen sich bei einem Nasenfurunkel Fiebersymptome wie eine erhöhte Körpertemperatur und Abgeschlagenheit ein.

Die Erkrankten fühlen sich erschöpft und sind weniger leistungsfähig. Bei kleinen Wucherungen treten keine Begleitsymptome auf. Das Furunkel bildet sich dann häufig zurück, ohne dass es zu einer Perforation kommt. Nur in Einzelfällen ruft die Wucherung ernste Komplikationen wie eine Superinfektion oder Sepsis hervor.

Diagnose & Verlauf

Ein Nasenfurunkel ist leicht zu erkennen an der geröteten, geschwollenen und schmerzhaften Nasenregion. Die betroffene Stelle ist zudem äußerst druckempfindlich und spannt.

Beim Sprechen oder Kauen verschlimmert sich der Schmerz. Alles beginnt mit einer kleinen roten Pustel, in deren Mitte ein Haar sitzt. Die Pustel kann sich zu einem Furunkel auswachsen. Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl können die Erkrankung begleiten. Eventuell führt der Arzt eine Endoskopie durch, das heißt er untersucht das Naseninnere mit einem Endoskop.

Schwere, teilweise lebensbedrohliche Komplikationen können entstehen, wenn sich die Entzündung entlang der Venen Richtung Auge und schließlich zum Gehirn ausbreitet. Dadurch kann ein Blutgerinnsel in den Hirnvenen entstehen. Der Hirninnendruck steigt, was zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Lähmungserscheinungen, Bewusstseinsstörungen und Krampfanfällen führen kann. Im schlimmsten Fall führt eine Thrombose in den Gehirnvenen zu einem Schlaganfall. Um eine Thrombose auszuschließen, wird gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.

Weiterhin kann eine Ausbreitung der Eitererreger zum Gehirn zu einer Hirnhaut- oder Venenentzündung führen. Eine weitere mögliche Komplikation ist eine Blutvergiftung, wenn die Bakterien in die Blutbahn gelangen. Auch die Lymphgefäße können sich entzünden und schmerzhaft anschwellen.

Komplikationen

Ein Nasenfurunkel ist eine Irritation der Nasenschleimhäute, sodass es zu Rötungen und Entzündungen kommen kann. Natürlich sind bei einem Nasenfurunkel verschiedene Komplikationen möglich, die eventuell sogar von einem entsprechenden Arzt begutachtet werden sollten. Wenn ein Furunkel in der Nase nicht ärztlich versorgt wird, sind schwerwiegende Komplikationen vorprogrammiert.

In den meisten Fällen entsteht ein großer Juckreiz, sodass ständiges Kratzen sogar eine offene Wunde hervorrufen kann. Wenn eine offene Wunde bereits entstanden ist, dann besteht die akute Gefahr einer Entzündung. Bei dieser Komplikation ist höchste Vorsicht geboten, denn unter gewissen Umständen kann es zur Bildung von Eiter kommen. Wenn an der offenen Wunde Eiterflüssigkeit zu erkennen ist, dann darf ein Besuch beim Arzt nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Bleibt eine Behandlung aus, kann es im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung kommen. Eine solche Blutvergiftung ist mit erheblichen Komplikationen verbunden, sodass es im schlimmsten Fall sogar zum Tod kommen kann. Mit entsprechenden Medikamenten können die oben genannten Komplikationen frühzeitig vermieden werden. Der rechtzeitige Gang zum Arzt ist daher ratsam.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Im Normalfall wird für einen Nasenfurunkel kein Arzt benötigt. Die Hautveränderung wird als unangenehm empfunden, heilt jedoch innerhalb weniger Tage selbständig ab. Treten keine weiteren Komplikationen auf, ist kein Arztbesuch notwendig. Eine Rötung der Haut sowie eine leichte Schwellung gehören zum natürlichen Krankheitsverlauf. Öffnet sich der Furunkel innerhalb weniger Tage selbständig und heilt anschließend schnell ab, besteht kein besorgniserregender Zustand. Nehmen die Beschwerden zu oder schränken sie den Betroffenen stark ein, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Auch bei einer erhöhten Körpertemperatur, Abgeschlagenheit, Müdigkeit sowie einer Sensibilitätsstörung, ist ein Arzt aufzusuchen. Werden leichte Berührungen als unangenehm empfunden oder stellen sich die Beschwerden in einer Ruheposition ein, verweist dies auf eine gesundheitliche Beeinträchtigung, die diagnostiziert und behandelt werden muss. Ein ungewöhnlicher Geschmack im Mund, die anhaltende Bildung von Eiter oder Störungen der Atmung sind einem Arzt vorzustellen. In schweren Fällen droht dem Betroffenen ohne eine ärztliche Versorgung eine Blutvergiftung und damit eine potentielle Gefährdung seines Lebens.

Behandlung & Therapie

Viele Nasenfurunkel heilen nach einigen Tagen von selbst wieder ab und bedürfen keiner Behandlung. Widerspenstigere Nasenfurunkel werden mit Antibiotika behandelt, die die bakteriellen Erreger bekämpfen.

Der Wirkstoff wird als Salbe, in Tablettenform oder in schweren Fällen als Infusion verabreicht. Gleichzeitig müssen Nase und Oberlippe möglichst ruhig gestellt werden. Der Patient sollte daher möglichst wenig bis gar nicht sprechen und auch nicht kauen, weshalb für eine gewisse Zeit nur breiige Kost gegessen werden darf.

Kühlende alkoholhaltige Umschläge lindern die Schwellung. Weiterhin können schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden. Bei Bedarf werden die Haare am Naseneingang gekürzt. Alternative Behandlungsmethoden sind keimhemmende pflanzliche oder zinkhaltige Salben, sowie homöopathische Mittel zur Stärkung des Immunsystems und Anregung der Selbstheilungskräfte. Das Nasenfurunkel sollte keinesfalls berührt oder gar aufgekratzt und ausgequetscht werden, da sich die Bakterien sonst im Gewebe ausbreiten können.

Ist das Nasenfurunkel sehr groß oder treten Komplikationen auf, ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Eventuell kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Dabei wird das Nasenfurunkel aufgeschnitten, damit der Eiter abfließen kann. Blutverdünnende Medikamente verhindern die Bildung von Blutgerinnseln. Damit die Erreger nicht zum Gehirn gelangen können, kann die Gesichtsvene am inneren Augenwinkel kurzzeitig unterbunden werden.

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Vorbeugung

Erste Maßnahme zur Vorbeugung von Nasenfurunkeln ist eine ausgeprägte Hygiene. Besonders wer zu Pickeln neigt, sollte Bettwäsche und Handtücher regelmäßig wechseln. Wer unter einer Zuckerkrankheit leidet, sollte auch zur Vorbeugung von Nasenfurunkeln stets auf einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel achten. Nach der Gesichtsrasur ist eine Desinfizierung zum Beispiel mit Aftershave oder Gesichtswasser angeraten.

Das können Sie selbst tun

Bei Nasenfurunkeln kann durch regelmäßiges Spülen der Nase mit Kamille eine Linderung der Beschwerden erreicht werden. Zusätzlich wird das Inhalieren mit Kamillenblüten oder Brennnessel empfohlen. Je nach Stärke und Intensität der vorhandenen Symptome können beide Maßnahmen mehrmals täglich ergriffen werden. Sie beugen gleichzeitig Verkrustungen des Nasensekrets vor und fördern die Atmung. In der unmittelbaren Nähe des Betroffenen kann ein Gefäß mit frisch gehackten Zwiebeln und Knoblauch aufgestellt werden. Einige tiefe Atemzüge der Gemüsegewächse wirken heilend.

Die Reinigung der Nase ist vorsichtig und regelmäßig durchzuführen. Dabei ist auf eine starke Druckausübung beim Ausschnauben zu verzichten, damit keine weiteren Beschädigungen der Gefäße oder Nasenwände entstehen. Gleichzeitig sollte das Hochziehen des Nasensekrets vermieden werden. Aufenthalte in einer staubigen Umgebung oder in einer mit Schadstoffen angereicherten Luft sind nicht zu empfehlen. Sie fördern die Zufuhr von Kleinstpartikeln in die Nase, die eine Verschlechterung der Gesundheitszustandes auslösen können.

Um eine Austrocknung der Schleimhäute zu vermeiden, ist der Konsum von ausreichend Flüssigkeit notwendig. Hilfreich wirken auch Kompressen, die auf dem Nasenrücken aufgelegt werden. Die Kompressen können in Heilerde, Kamille oder Brennnesseltee getränkt und mehrmals täglich für mehrere Minuten aufgelegt werden. Zur Unterstützung der Wirkung können einige Tropfen Teebaumöl beigemischt werden.

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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