Krampfanfälle

Krampfanfälle können verschiedenste Ursachen haben. Sind entsprechende Ursachen bekannt, kann das Anfallsrisiko häufig eingeschränkt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Krampfanfälle?

Neben akuten Fiebererkrankungen und Flüssigkeitsmangel können des Weiteren verschiedene Alltagseinflüsse Krampfanfälle herbeiführen. Zu diesen Alltagseinflüssen zählen etwa laute Töne und/oder Musik oder auch auftretendes Flackerlicht.

Als Krampfanfälle werden plötzliche und krankhafte elektrische Entladungen bezeichnet, die von den Nervenzellen des Gehirns ausgehen. In der Regel finden Krampfanfälle unwillkürlich (also willentlich nicht beeinflussbar) statt. Begleitet werden Krampfanfälle oft von zuckenden oder krampfartigen Bewegungen der Muskulatur eines Betroffenen.

In einigen Fällen können Krampfanfälle sich aber auch in einem abrupten Verlust von Muskelspannung äußern. Häufig sind auftretende Krampfanfälle mit vorübergehenden Bewusstseinsveränderungen bei Betroffenen verbunden. Zu unterscheiden sind beispielsweise tonische und klonische Krampfanfälle:

Bei tonischen Krampfanfällen kommt es zu länger anhaltenden Muskelkontraktionen, während klonische Krampfanfälle sich äußern durch rasch aufeinander folgende Zuckungen der Muskulatur. Während sogenannte fokale Krampfanfälle sich in der Regel auf einzelne Muskelgruppen beschränken, breiten sich generalisierte Krampfanfälle häufig über große Teile des Körpers aus.

Ursachen

Krampfanfälle können vielfältige Ursachen aufweisen. So können verschiedene Krampfanfälle etwa im Rahmen einer vorliegenden Epilepsie (einer Erkrankung des Gehirns) auftreten. Auch Gehirntumore können eine Ursache für auftretende Krampfanfälle darstellen.

Eine weitere mögliche Ursache für Krampfanfälle ist das Auftreten von Entzündungen, die die Hirnhaut oder das Gehirn betreffen. Ebenso können verschiedene Stoffwechselstörungen oder eine verminderte Sauerstoffversorgung, die den gesamten Körper betrifft, Krampfanfälle begünstigen.

Krampfanfälle sind darüber hinaus auch mögliche Symptome eines akuten Entzugs; so kann etwa der Entzug von Medikamenten oder von Alkohol entsprechende Anfälle hervorrufen. Ebenso ist allerdings auch ein Schlafentzug bzw. ein konstanter Mangel an Schlaf eine mögliche Krampfursache.

Neben akuten Fiebererkrankungen und Flüssigkeitsmangel können des Weiteren verschiedene Alltagseinflüsse Krampfanfälle herbeiführen. Zu diesen Alltagseinflüssen zählen etwa laute Töne und/oder Musik oder auch auftretendes Flackerlicht, wie es beispielsweise von Videospielen, dem Fernsehgerät oder auch dem Mikrowellengerät ausgehen kann.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Akut auftretende Krampfanfälle können aufgrund der körperlichen Reaktionen eines Betroffenen in vielen Fällen als solche erkannt werden. Soll die Ursache für Krampfanfälle diagnostiziert werden, so erfolgt in der Regel zunächst ein Patientengespräch, während dem beispielsweise Vorerkrankungen und Situationen erfragt werden, in denen Krampfanfälle in der Vergangenheit aufgetreten sind.

Aufschluss über mögliche Erkrankungen, die Krampfanfälle bei einem Betroffenen auslösen, können je nach Verdachtsdiagnose verschiedene Untersuchungen geben. Hierzu zählen etwa Blutuntersuchungen, Testungen von neurologischen Funktionen wie Gleichgewicht oder Koordination sowie Untersuchungen der Hirnströme mithilfe eines EEG (Elektroenzephalogramm).

Welchen Verlauf Krampfanfälle nehmen, hängt unter anderem ab von deren Ursache und erfolgenden Therapiemaßnahmen. Können Ursachen von Krampfanfällen beseitigt werden, so ist hierdurch häufig auch eine Bekämpfung auftretender Krampfanfälle möglich. Bei chronischen Erkrankungen als Ursache für Krampfanfälle können Ausprägung und Häufigkeit der Anfälle durch medizinische Maßnahmen häufig positiv beeinflusst werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Krampfanfälle sind ein schmerzhaftes Symptom und deuten auf ein ernstes Grundleiden hin. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn wiederholt Krämpfe auftreten, die an Intensität und Länge zunehmen oder den Betroffenen im Alltag übermäßig belasten. Bei spontan auftretenden Anfällen besteht ein erhöhtes Risiko für Unfälle im Straßenverkehr oder bei handwerklichen Tätigkeiten. Spätestens, wenn die Krämpfe zu einer Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens führen, muss ein Arzt die Ursachen abklären. Bleibt die Ursache unbehandelt, kann es unter anderem zu Organschäden und weiteren Beschwerden kommen.

Wenn es während eines Krampanfalls zu Atembeschwerden oder körperlichen Funktionsausfällen wie Bewusstlosigkeit oder Empfindungsstörungen kommt, sollte umgehend ein Notarzt eingeschaltet werden. Anfälle, die länger als fünf Minuten dauern, sind ebenfalls ein Notfall und bedürfen einer raschen Behandlung. Bei epileptischen Anfällen sollte außerdem der behandelnde Arzt informiert werden. Gemeinsam können die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Weitere Ansprechpartner sind je nach Ursache Neurologen, Neurochirurgen und Ärzte für innere Medizin.

Komplikationen

Krampfanfälle sind typischerweise ein Symptom eines epileptischen Anfalls. Normalerweise sind diese nur kurzzeitig und enden nach einigen Minuten ohne weiteren Folgen. In einigen Fällen kommt es jedoch zum Status epilepticus, welcher einen medizinischen Notfall darstellt. Dabei handelt es sich um einen chronisch bestehenden Krampfanfall mit unterschiedlichem Ausmaße meist leidet der Betroffene unter einem tonisch-klonischen Epilepsieanfall, der über 20 Minuten dauert, ohne jegliche Erholung.

Es wird auch von einem Status epilepticus gesprochen, wenn mehrere Anfälle aufeinander folgen, während der Patient in einem Zustand der Bewusstlosigkeit ist. Ohne medizinische Behandlung versterben circa zehn Prozent der Betroffenen an den Folgen eines Status epilepticus. Auch ein erhöhter Hirndruck kann Ursache eines Krampfanfalls sein.

Wird dieser nicht gesenkt kann dies zu lebensgefährlichen Folgen führen. Die Gefahr ist groß, dass es zu Einklemmungen lebenswichtiger Hirnstrukturen kommt. Vor allem die untere Einklemmung ist lebensbedrohlich, bei ihr kommt es zur Quetschung von Strukturen des Kleinhirns durch die große Schädelöffnung, so dass das Rückenmark und das verlängerte Mark an den Knochen gedrückt werden und dadurch eingeengt werden.

Dort befindet sich lebenswichtige Zentren unter anderem für die Atmung oder den Kreislauf. Wird dies nicht rechtzeitig behandelt kann dies zum Atemstillstand führen, was wiederum schnell zum Tode führen kann.

Behandlung & Therapie

Wie und ob Krampfanfälle medizinisch behandelt werden, ist sowohl abhängig von der Form auftretender Krampfanfälle als auch von der Ursache der Krampfanfälle.

Unterschieden werden kann zwischen einer akuten Behandlung auftretender Krampfanfälle und der Ursachenbehandlung: Schwerere Krampfanfälle, die mit einem vorübergehenden Verlust des Bewusstseins einhergehen, sind häufig mit verschiedenen Verletzungsrisiken verbunden. So kann es beispielsweise notwendig sein, Verletzungen zu behandeln, die im Rahmen von Stürzen während entsprechender Krampfanfälle entstanden sind.

Je nach Stärke der Krampfanfälle und patientenabhängig sind starke Krampfanfälle außerdem etwa mit krampflösenden Medikamenten zu lindern (wie beispielsweise mit Valium).

Ist bei einem Betroffenen eine Erkrankung als Grund für Krampfanfälle diagnostiziert worden, ist ein weiterer wichtiger Therapiebaustein die Behandlung der Grunderkrankung. Kann eine entsprechende Krankheit nicht vollständig geheilt werden, so kann beispielsweise durch längerfristige Medikamentengabe das Risiko gesenkt werden, dass Krampfanfälle auftreten.

Aussicht & Prognose

Bei Krampfanfällen, also nicht bei lokalen Krämpfen etwa durch Sport, sollte immer ein Arzt verständigt werden, unabhängig davon, wie stark die Krampfanfälle waren und ob diese zu Schmerzen geführt haben. Es handelt es sich dabei um eine schwerwiegendes Symptom, das auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden muss.

Falls Krampfanfälle nicht behandelt werden, können sie mit einer verstärkten Häufigkeit auftreten und den Alltag des Patienten sehr schwer machen. Die Lebensqualität sinkt enorm durch Krampfanfälle, da der Patient bestimmte Dinge nicht mehr alleine ausführen kann. Im schlimmsten Falle kommt es nach einem Krampfanfall zum Herzstillstand. Oft kommt es bei Krampfanfällen auch zu Knochenbrüchen, Stürzen oder Bissen in die Zunge. Die betroffenen Menschen verletzen sich somit oft selbst, ohne es zu wissen.

Eine Behandlung erfolgt in der Regel mit Hilfe von Medikamenten, ein operativer Eingriff findet nicht statt. Ob die Behandlung erfolgreich sein wird, hängt stark von der Vorgeschichte des Patienten ab und kann nicht universell vorhergesagt werden. Allerdings führen Behandlungen oft zum Erfolg, falls die Behandlung früh genug begonnen wird. Damit können Spätfolgen und weitere Verletzungen vermieden werden.

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Vorbeugung

Sind im individuellen Fall die Ursachen bekannt, die Krampfanfälle hervorrufen, ist eine individuelle Ursachenbekämpfung meist eine geeignete Maßnahme, um erneute Krampfanfälle zu verhindern. Ist eine Ursachenbekämpfung nur eingeschränkt möglich, so kann beispielsweise im akuten Fall Verletzungen während starker Krampfanfälle vorgebeugt werden: So kann bei sehr starken Krämpfen etwa ein Beißkeil Verletzungen im Mundraum vorbeugen und/oder ein Freimachen der Atemwege Atemnot verhindern.

Das können Sie selbst tun

In den meisten Fällen können und sollten Krampfanfälle nicht zu Hause, sondern immer bei einem Arzt behandelt werden. Auch wenn die Krampfanfälle nur sehr kurz und selten auftreten, sollte dennoch eine Untersuchung beim Arzt durchgeführt werden. Hinter den Anfällen können schwerwiegende Krankheiten stecken.

Allgemein wirkt sich eine Stressreduzierung und eine Entspannungstherapie positiv auf die Krampfanfälle aus. Vor allem vor dem Schlafengehen sollten Übungen zur Stressreduzierung oder Yoga praktiziert werden, um nächtliche Krampfanfälle zu vermeiden. Vor dem Schlafengehen und morgens zum Frühstück empfiehlt es sich auch Magnesium zu sich zu nehmen, dies kann Krampfanfällen vorbeugen. In den meisten Fällen muss allerdings der Grund für die Krampfanfälle durch den Arzt diagnostiziert werden. Erst dann kann der Patient selbst etwas gegen das Symptom unternehmen. In jedem Fall wirken sich ein gesunder Lebenswandel und eine gesunde Ernährung positiv auf die Krampfanfälle aus und können diese verhindern.

Falls die Krampfanfälle vor allem beim Sport auftreten, sollten die entsprechenden Bereiche des Körpers nicht übermäßig stark belastet werden. Bei Krampfanfällen kann es zu starken Verletzungen und im schlimmsten Falle zum Tode kommen. Daher müssen Krampfanfälle immer von einem Arzt untersucht werden, auch wenn diese nur selten auftreten und harmlos erscheinen. Eine falsche häusliche Behandlung kann zu schwerwiegenden Folgen führen.

Quellen

  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie. Springer, Berlin 2012
  • Grehl, H.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016
  • Herold, G.: Innere Medizin. Eigenverlag, Köln 2016

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. September 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

sandy kommentierte am 09.06.2015

Seit meinem 17. Lebensjahr leide ich an Krampfanfällen. Dabei verkrampft mein ganzer Körper und laut Bericht meiner Tochter, befinde ich mich in einer sogenannten Embryostellung, wobei man weder Beine noch Arme oder sonst ein Körperteil bewegen kann. So stark verkrampft sich mein Körper. Einmal hatte ich ohne Vorankündigung abends einen Anfall, sodass ich nicht um Hilfe rufen konnte. Ich weiss bis heute nicht, wie lange der Anfall andauerte, doch ich konnte eine Woche nicht richtig sprechen, auch meine Motorik war extrem angegriffen. Leider weiss ich keinen Rat mehr, da man auf dem EEG oder MRT nichts sehen kann. Den einzigen Nachweis den ich habe ist, dass während eines Anfalles ein bestimmtes Hormon ausgeschüttet wird, was für Epileptiker normal ist. Dies wurde erst vor Kurzem erkannt, da ich eine OP hatte und während der Aufwachphase eine ganz schlimmen Anfall bekam. Daraufhin hat mein Arzt (HNO) einen Hormontest gemacht, während des Anfalles und nach dem Anfall. Vorher war der Hormonspiegel sehr hoch und nach dem Anfall hat er sich wieder abgebaut. Wie dieses Hormon sich nennt, habe ich leider vergessen. Ich habe das große Glück, und merke zu 80% vorher schon, dass sich ein Anfall anbahnt. Dafür habe ich Diazepan, was aber leider nicht immer hilft. Mein Leben hier durch ist beruflich sehr stark eingeschränkt. Spätestens nach zwei Monaten Arbeit, merke ich, dass ein Anfall nach den anderen kommt und ich eine mehrwöchige Arbeitspause brauche. Auch fällt mir immer mehr bewusst auf, dass ich große Einschränkungen in der Wortfindung habe. Ich hatte mal eine sehr gute Wortwahl bzw. Artikulation. Auch habe ich immer mehr Probleme mit Vergesslichkeit und Erinnerungen. Manchmal muss ich sehr stark überlegen, was am Vortag war, um das Erlernte zu behalten. Ich suche so dringend einen Arzt, der mich ernst nimmt und mir hilft, denn es macht mir große Angst und auch das meine Belastbarkeit mit dem Alter immer weiniger wird. Ich habe auch das Gefühl, dass ich "verblöde". Man kann zuschauen, wie meine einst dagewesene Intelligenz schwindet. Ich habe schon zwei verschiedene Medikamente bekommen und keines vertragen. Es hat meine Persönlichkeit verändert und körperlich habe ich es auch nicht vertragen. Ich weiss mir nicht mehr zu helfen. Zur Zeit habe ich wieder eine extreme Anfallsphase, die überwiegend abends ausbricht. Liebe Grüße.

Christina kommentierte am 05.07.2015

Also mir geht es genauso. Ich bin 17 Jahre alt und habe vor ca. 3 Wochen meine Weißheitszähne raus bekommen, und als ich aufwachen sollte, was erst nach 150 Minuten erfolgte, habe ich gekrampft und komische Töne von mir gegeben, als wenn ich keine Luft bekomme. Jetzt hatte ich am Montag ein MRT Termin zur Kontrolle, weil ich noch an MS leide. Kurz vor dem Ende des MRT habe ich wieder einen Anfall bekommen. Ich wurde bewusstlos und musste auf die Intensivstation.
Es wurde im MRT nichts gefunden, was dies auslösen konnte, sowie auch im EEG. Ich habe diese Anfälle immernoch und die Ärzte wissen nicht wovon. Die denken, dass es von der Pysche kommt. Wisst ihr vielleicht was die Ursache sein könnte?

betti kommentierte am 01.07.2016

Vor kurzem hatte meine Freundin einen Krampfanfall und sie war für eine kurze Zeit ohne Bewusstsein. Nachdem sie wieder bei Bewusstsein war, verbat sie mir den Notarzt zu rufen. War es ein Fehler von mir, sie nicht gleich zum Arzt zu bringen? Welche Ursache hatte der Krampfanfall? Hat jemand Ähnliches erlebt?

Lilli kommentierte am 13.07.2016

Meine Tochter leidet unter Krampfanfällen. Die Ursache ist bis heute nicht bekannt. Nach einem Anfall kann sie sich an nichts erinnern. Sie hat danach Kopfschmerzen und Fieber, sowie hohen Blutdruck. Was können wir machen?