Nasopharynxkarzinom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Das Nasopharynxkarzinom ist ein Krebs des Nasen-Rachen-Raumes. In Europa kommt diese Krebsart im Gegensatz zu einigen asiatischen und afrikanischen Ländern sehr selten vor. Der Behandlungserfolg hängt von der Art und dem Stadium des Karzinoms ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nasopharynxkarzinom?

Nasopharynxkarzinom
Alle Altersgruppen können von einem Nasopharynxkarzinom betroffen sein. Meist erkranken aber Personen im mittleren Lebensalter. Oft wird das Karzinom aber erst sehr spät diagnostiziert, weil es lange keine Beschwerden bereitet.
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Beim Nasopharynxkarzinom handelt es sich um einen bösartigen Tumor im Nasen-Rachen-Bereich. Dieses Karzinom zählt zu den Kopf-Hals-Tumoren. Das Nasopharynxkarzinom wird auch synonym als Epipharynxkarzinom oder Nasen-Rachen-Krebs bezeichnet. Die Abkürzung für die Erkrankung lautet NPC als Ableitung von dem englischen Begriff "Nasopharyngeal Carcinoma".

In Mitteleuropa und Nordamerika wird das Nasopharynxkarzinom sehr selten beobachtet. So erkranken in Deutschland lediglich ein bis zwei von 200.000 Personen. Allerdings kommt das Nasopharynxkarzinom in einigen asiatischen Ländern wie Myanmar, Taiwan oder Südchina und in einigen nordafrikanischen Ländern sehr häufig vor. In Taiwan gehört diese Erkrankung zu den häufigsten zum Tode führenden Krebsarten bei jungen Männern.

Lange Zeit wurde das Kauen der Betelnuss für das häufige Vorkommen der Erkrankung dort verantwortlich gemacht. Nach heutigem Kenntnisstand gelten stattdessen das Zusammenspiel aus dem Epstein-Barr-Virus, erblichen Faktoren und Ernährungsgewohnheiten als ausschlaggebend, insbesondere der regelmäßige Verzehr von gesalzenem, nitrosaminhaltigem Fisch. Das Kauen der Betelnuss erhöht dagegen vor allem das Risiko für Krebs in der Mundhöhle. In Nordafrika sind besonders Kinder betroffen. Die Ursache hierfür ist noch nicht klar. Es gibt drei Formen des Nasopharynxkarzinoms:

  • Zu etwa 20 Prozent tritt der WHO-Typ I auf, der sich als gut differenziertes verhornendes Plattenepithelkarzinom erweist.
  • Der WHO-Typ II mit einer Häufigkeit von circa 30 bis 40 Prozent stellt ein nicht verhornendes Plattenepithelkarzinom dar.
  • Die häufigste Form ist der WHO-Typ III mit etwa 40 bis 50 Prozent der Fälle. Hierbei handelt es sich um ein lymphoepitheliales Karzinom (Schmincke-Regaud-Tumor), welches wahrscheinlich durch das Epstein-Barr-Virus ausgelöst oder zumindest begünstigt wird.

Ursachen

Für das Nasopharynxkarzinom gibt es mehrere Ursachen. So wird das sogenannte Epstein-Barr-Virus für den größten Teil der Erkrankungen verantwortlich gemacht. Allerdings ist dieses Virus sehr verbreitet. Ungefähr 98 Prozent aller Erwachsenen sind infiziert. Das Virus persistiert ein Leben lang im Organismus.

Aber nur wenige Menschen erkranken an einem Nasopharynxkarzinom. Deshalb wird auch eine genetische Komponente als Ursache für den Entstehungsprozess des Nasen-Rachen-Krebses vermutet. Das Epstein-Barr-Virus ist unter anderem der Auslöser für das Pfeiffersche Drüsenfieber, welches durch massive Lymphknotenschwellungen gekennzeichnet ist.

Während der Infektion wird eine große Menge an Lymphozyten gebildet. Wenn jedoch die Vermehrung der Lymphozyten außer Kontrolle gerät, können sich Lymphdrüsenkrebs und andere an Lymphozyten gebundene Krebsarten bilden. Das Nasopharynxkarzinom selbst geht dagegen nicht von den Lymphozyten aus, sondern von den Deckzellen der Schleimhaut. Beim lymphoepithelialen Typ sind die Tumorzellen lediglich dicht von gutartigen Lymphozyten durchsetzt, was dem Tumor seinen Namen gegeben hat. Die Entstehung von Nasopharynxkarzinomen auf Basis der Wucherung von Plattenepithelzellen wird durch verschiedene Umweltfaktoren, Ernährungsgewohnheiten, Alkohol oder Rauchen begünstigt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Alle Altersgruppen können von einem Nasopharynxkarzinom betroffen sein. Meist erkranken aber Personen im mittleren Lebensalter. Oft wird das Karzinom aber erst sehr spät diagnostiziert, weil es lange keine Beschwerden bereitet. Frühe Symptome können Nasenbluten, Mittelohrentzündung oder Mittelohrerguss sein.

Das häufigste erste Zeichen ist jedoch eine einseitige, schmerzlose Schwellung eines Lymphknotens am Hals, die nicht wieder verschwindet. Ebenfalls typisch ist eine einseitige Belüftungsstörung des Mittelohrs mit Ohrdruck und Hörminderung: Ein einseitiger Paukenerguss bei einem Erwachsenen ohne vorangegangene Erkältung muss immer durch eine Spiegelung des Nasenrachens abgeklärt werden, weil ein Tumor die Ohrtrompete von innen verlegen kann.

Der Patient atmet oft nur noch über den Mund, weil Probleme mit der Nasenatmung auftreten. Oft wird die Erkrankung erst durch Metastasen in den Lymphknoten des Halses oder durch den Ausfall der Hirnnerven III bis VI symptomatisch. Bei diesen Metastasen handelt es sich um regionäre Lymphknotenmetastasen; die Hirnnervenausfälle entstehen dagegen dadurch, dass der Tumor in die Schädelbasis einwächst.

Dabei kommt es zum Hervortreten der Augäpfel, zum Sehen von Doppelbildern sowie teilweise zu weiteren Sehstörungen und Geruchsstörungen. Außerdem sind hartnäckige und heftige Kopfschmerzen typisch, die sich kaum therapieren lassen. Das Auftreten von Fernmetastasen in Leber, Lunge oder Knochen durch die Verbreitung der Krebszellen über die Blutbahn ist jedoch recht selten. Selbst Erkrankte im fortgeschrittenen Stadium bilden nur in circa 30 Prozent der Fälle Fernmetastasen aus.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose eines Nasopharynxkarzinoms werden die Methoden der Sichtdiagnostik, der Palpation, der bildgebenden und anderen gerätemedizinischen Verfahren sowie serologischer Laboruntersuchungen angewendet. Bei der Sichtdiagnostik oder Inspektion fallen die fehlende Nasenatmung, geschwollene Halslymphknoten und Hirnnervenausfälle auf. Durch Abtasten können schmerzlose Lymphknotenschwellungen festgestellt werden.

Wichtig ist die Funktionsprüfung der verschiedenen Hirnnerven. Durch verschiedene Verfahren wird außerdem der HNO-Status bestimmt. Über eine Endoskopie des Nasopharynx kann der Tumor sichtbar gemacht werden. Gesichert wird die Diagnose erst durch eine Biopsie, also die feingewebliche Untersuchung einer bei der Spiegelung entnommenen Gewebeprobe. Mittels CT- und MRT-Untersuchungen wird die Größe des Tumors festgestellt; die MRT ist dabei das Verfahren der Wahl, weil sie das Einwachsen in die Schädelbasis am besten darstellt. Im Rahmen der Serologie werden Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus nachgewiesen. Heute wird zusätzlich die Menge an Erbgut des Epstein-Barr-Virus im Blut bestimmt; sie dient auch zur Verlaufs- und Nachsorgekontrolle.

Komplikationen

Da es sich beim Nasopharynxkarzinom um eine Krebserkrankung handelt, ist diese in jedem Fall mit verschiedenen Komplikationen verbunden. In der Regel hängt der Erfolg bei der Behandlung der Erkrankung sehr stark vom Zeitpunkt der Diagnose und von der Ausbreitung des Tumors in andere Regionen des Körpers ab. Eventuell wird durch das Nasopharynxkarzinom auch die Lebenserwartung des Patienten verringert, sodass es zu einem vorzeitigen Tod kommt.

Die Patienten leiden dabei häufig an Nasenbluten oder an Entzündungen in den Ohren. Auch Beschwerden bei der Atmung mit der Nase können dabei auf den Tumor hinweisen und sollten untersucht werden. Vor allem beim Übergang des Tumors in die Lymphknoten kann es zu einer schnellen Ausbreitung kommen. Weiterhin kann das Nasopharynxkarzinom zu Sehbeschwerden und damit zu Doppelbildern oder zu einem Schleiersehen führen.

Auch starke Kopfschmerzen können auftreten, die nicht mit Hilfe von Schmerzmitteln gelindert werden können. Die Lebensqualität des Betroffenen wird aufgrund des Nasopharynxkarzinoms deutlich eingeschränkt und verringert. Der Tumor wird bei dieser Erkrankung in der Regel nicht operativ entfernt, sondern bestrahlt. Ob es dabei zu einer vollständigen Heilung kommt, kann nicht universell vorhergesagt werden. Die Betroffenen sind meistens auch auf eine Chemotherapie angewiesen, die mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden ist.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nasenbluten, ein Engegefühl in der Nase oder den Nebenhöhlen, ein allgemeines Unwohlsein sowie ein zunehmendes Krankheitsgefühl sind einem Arzt vorzustellen. Geschwollene Lymphknoten, eine Abnahme der körperlichen wie geistigen Leistungsfähigkeit sowie eine innere Schwäche sind untersuchen und behandeln zu lassen. Besonders gilt das für eine einseitige, schmerzlose Schwellung eines Halslymphknotens, die länger als drei Wochen besteht, und für ein einseitiges Druck- oder Völlegefühl im Ohr mit Hörminderung.

Bei einer Entzündung des Mittelohrs, Störungen des Hörens oder Sehens sowie einer Unregelmäßigkeit beim Riechen muss ein Arzt für die Ermittlung der Ursache aufgesucht werden. Kopfschmerzen, Schlafstörungen sowie Veränderungen der Lautgebung sind Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, die von einem Arzt begutachtet werden sollten. Nehmen vorhandene Beschwerden zu oder kommt es zu einer Entwicklung neuer Störungen, wird ein Arzt benötigt.

Unterbrechungen oder Einschränkungen der Atmung, ein Sauerstoffmangel im Organismus oder eine erschwerte Atmung müssen untersucht werden. Es droht eine Unterversorgung des Körpers, die in schweren Fällen lebensbedrohlich sein kann. Veränderungen des Gewichts, Appetitlosigkeit sowie ein Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben sind weitere Hinweise auf eine vorliegende Erkrankung.

Da das Nasopharynxkarzinom unbehandelt zu einem vorzeitigen Lebensende führt, sollte ein Arztbesuch bereits bei den ersten Symptomen erfolgen. Je eher eine Diagnosestellung möglich ist und eine Therapie eingeleitet wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Bei plötzlichem Nasenbluten, einem ungewöhnlichen Geschmack im Mund sowie Schwellungen der Nase, des Rachens oder Halses wird ein Arzt benötigt.

Behandlung & Therapie

Der Erfolg der Therapie hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Bei kleinen und lokalisierbaren Tumoren kann deren vollständige Entfernung bereits zur Heilung führen. Allerdings gelingt dies in den meisten Fällen nicht. Aufgrund der schweren Zugänglichkeit des Tumors ist eine vollständige Entfernung nur sehr selten möglich. Deshalb ist eine Operation in der Regel auch nicht sinnvoll. Grundlage der Behandlung ist auch bei kleinen Tumoren die Bestrahlung und nicht die Operation; ein Eingriff kommt vor allem dann in Betracht, wenn nach der Bestrahlung noch Tumorreste in den Halslymphknoten verbleiben.

Die hauptsächliche Behandlungsmethode ist die Strahlentherapie. Dadurch kann der Tumor oft sehr gut behandelt werden. In frühen Stadien ist damit eine vollständige Heilung möglich, in fortgeschrittenen Stadien lässt sich häufig die Überlebenszeit deutlich verlängern. Allerdings reagieren verhornende Plattenepithelkarzinome schlechter auf die Strahlenbehandlung. Bestrahlt werden dabei immer auch die Lymphabflusswege am Hals. Heute wird dafür die intensitätsmodulierte Strahlentherapie (IMRT) eingesetzt, mit der sich die Speicheldrüsen und andere gesunde Nachbarorgane besser schonen lassen als mit den früher üblichen Bestrahlungstechniken.

Bei fortgeschrittenen Karzinomen werden häufig immer noch gute Resultate durch eine Kombinationstherapie von Strahlentherapie mit Chemotherapie erreicht. Als Chemotherapeutikum kommt dabei Cisplatin zum Einsatz, das begleitend zur Bestrahlung gegeben wird. Da der Schmincke-Regaud-Tumor besonders strahlenempfindlich ist, liegt hier die Heilungsquote bei Bestrahlung im Stadium I der Erkrankung sogar bei 90 Prozent.


Aussicht & Prognose

Die Heilungschancen sind, wie im Allgemeinen bei allen malignen Krebsarten, sehr stark abhängig vom Stadium des Tumors. Durch die sehr hohe Strahlenempfindlichkeit des bösartigen Tumorgewebes bestehen aber durchaus sehr gute Heilungschancen. Dies gilt auch dann, wenn sich der Krebs bereits in den regionalen Lymphknoten eingenistet hat. Bei Betroffenen mit Tumoren im ersten Stadium liegen die Heilungsraten zwischen ungefähr 70 bis 80 %. Die Prognose fällt jedoch bei Patienten mit verhornendem Nasopharynxkarzinom schlechter aus, da dieser Typ erheblich widerstandsfähiger gegen Strahlentherapie ist.

Die Prognose ist generell bei Krebs am besten, wenn er frühzeitig erkannt wird. Tumoren, die weiter vorne im Nasen-Rachen-Raum wachsen, haben dabei eine bessere Prognose als solche, die weiter hinten und damit nahe an der Schädelbasis liegen. Da das Nasopharynxkarzinom lange keine Beschwerden verursacht, wird es allerdings häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt; die guten Heilungsraten der frühen Stadien gelten deshalb nur für einen Teil der Betroffenen. Auch spielt der Krebstyp eine Rolle bei den Heilungschancen.

Bei dem Nasopharynxkarzinom des Schmincke-Regaud-Typus sind bei rechtzeitiger Diagnose rund 90 % der Patienten erfolgreich behandelbar. Dies ist vor allem durch die hohe Strahlenempfindlichkeit des Tumorgewebes bedingt. Im vierten Krebsstadium sinkt allerdings die Heilungschance auf rund 20 bis 40 %. Die Überlebensrate für 5 Jahre variiert bei angemessener Therapie zwischen 90 % und 58 % bei den früh diagnostizierten im Vergleich zu fortgeschrittenen Erkrankungen.

Vorbeugung

Eine sichere Vorbeugung gegen das Nasopharynxkarzinom gibt es nicht, weil der wichtigste Risikofaktor – das Epstein-Barr-Virus – nahezu alle Menschen betrifft und sich nicht durch eine Impfung verhindern lässt. Sinnvoll ist der Verzicht auf Rauchen und Alkohol, die das Risiko für Kopf-Hals-Tumoren insgesamt erhöhen. Ebenso ist auf das Kauen von Kautabak und Betelnüssen zu verzichten, auch wenn dieses vor allem das Risiko für Krebs in der Mundhöhle erhöht. In den Regionen mit besonders häufigem Auftreten wird zusätzlich empfohlen, den regelmäßigen Verzehr von gesalzenem Fisch einzuschränken. Der Früherkennung von Beschwerden kommt daher die größte Bedeutung zu. Ansonsten wird das allgemeine Risiko, an einem bösartigen Tumor zu erkranken, durch eine gesunde Lebensweise erheblich gesenkt.

Nachsorge

Bei einem Nasopharynxkarzinom folgt auf die Behandlung eine strukturierte Nachsorge, die sich über mindestens fünf Jahre erstreckt. Sie besteht aus regelmäßigen Untersuchungen beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt mit Spiegelung des Nasenrachens, aus bildgebenden Kontrollen und aus Blutuntersuchungen, bei denen unter anderem die Menge an Erbgut des Epstein-Barr-Virus bestimmt wird. Die Termine sind anfangs engmaschig und werden mit den Jahren seltener. Zur Nachsorge gehört außerdem die Behandlung von Spätfolgen der Bestrahlung, etwa Mundtrockenheit, einer Kieferklemme, einer Hörminderung oder einer Unterfunktion der Schilddrüse, deren Werte deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Der Betroffene sollte sich bereits bei den ersten Beschwerden wieder vorstellen und nicht bis zum nächsten Termin warten. Es kann dabei in der Regel auch nicht zu einer selbstständigen Heilung kommen, sodass eine Behandlung durch einen Arzt dabei immer notwendig ist.

In vielen Fällen kann das Nasopharynxkarzinom auch nicht vollständig wieder geheilt werden, falls es erst spät erkannt wird und der Tumor sich schon im Körper des Betroffenen ausgebreitet hat. Viele der Patienten sind auf eine Strahlen- und Chemotherapie angewiesen, durch welche die Beschwerden gelindert werden können. Hierbei sollte sich der Betroffene nach Abschluss der Behandlung auf jeden Fall ausruhen und seinen Körper schonen.

Dabei ist von Anstrengungen und von stressigen oder körperlichen Tätigkeiten abzusehen, um den Körper nicht unnötig zu belasten. Auch die Unterstützung und Hilfe der eigenen Familie ist beim Nasopharynxkarzinom hilfreich und kann die Entstehung von psychischen Verstimmungen oder Depressionen verhindern. Ob es durch die Krankheit zu einer verringerten Lebenserwartung kommt, kann nicht universell vorhergesagt werden.

Das können Sie selbst tun

Der Nasen-Rachen-Krebs ist mit einem immensen Verlust des Wohlbefindens und der gewohnten Lebensqualität verbunden. Um dennoch den Mut und die Hoffnung nicht zu verlieren, sollte der Betroffene seine innere Einstellung und seine kognitiven Prozesse auf positive Bereiche seines Lebens richten. Im täglichen Austausch mit den Mitmenschen können technische Hilfsmittel wie Smartphones, Apps oder Computer den Alltag erleichtern.

Praktisch am wichtigsten sind die Maßnahmen gegen die Folgen der Bestrahlung im Mund- und Rachenraum. Noch vor Beginn der Strahlentherapie sollten die Zähne saniert werden, weil der Kieferknochen nach einer Bestrahlung deutlich schlechter heilt. Gegen die häufige Mundtrockenheit helfen das häufige Trinken kleiner Mengen, Speichelersatzmittel und eine sorgfältige tägliche Zahnpflege mit fluoridhaltigen Präparaten. Damit sich der Mund später noch weit genug öffnen lässt, sollten die vom Behandlungsteam gezeigten Übungen zur Kieferöffnung regelmäßig durchgeführt werden. Weiche, nicht zu heiße und wenig gewürzte Kost lässt sich leichter schlucken; bei deutlichem Gewichtsverlust ist eine Ernährungsberatung sinnvoll. Der vollständige Verzicht auf Rauchen und Alkohol verbessert die Verträglichkeit der Behandlung und senkt das Rückfallrisiko.

In Selbsthilfegruppen oder in Internetforen können Erfahrungen mit anderen Betroffenen ausgetauscht werden. Gegenseitige Hilfe zur Selbsthilfe wird ermöglicht und erleichtert die Bewältigung des Alltags.

Besonders wichtig ist das mentale Gleichgewicht. Hierfür kann der Patient Mentaltechniken ausprobieren und sich selbst stärken. Meditation, Qi Gong, Klangtherapien oder Yoga helfen bei der Mobilisierung der inneren Kräfte und fördern die Harmonie. Über kognitive Trainings können die Gedanken besser auf die unterstützenden Lebensbereiche fokussiert werden. Durch die Anpassung und Veränderung des eigenen Verhaltens an die Gegebenheiten und Entwicklungen der aktuellen Lebensumstände wird das Wohlbefinden gestärkt.

Quellen

  • Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde.
    ISBN: 9783662581773
  • Guntinas-Lichius, O.; Klußmann, J. P.; Lang, S.: Referenz HNO-Heilkunde.
    ISBN: 9783132422421
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783131521231
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783609512242

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