Plasmozytom (multiples Myelom)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Plasmozytom (multiples Myelom, Morbus Kahler) ist ein seltener Knochenmarkstumor, für den bislang keine Therapiemaßnahmen vorliegen, die eine vollständige Heilung bedingen. Hierbei steigt die Erkrankungsrate jenseits des 50. Lebensjahrs und Männer sind häufiger von einem Plasmozytom betroffen als Frauen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Plasmozytom?

Plasmozytom
Die Diagnose eines Plasmozytoms erfolgt anhand einer Knochenmarkbiopsie sowie dem histologischen Nachweis der Plasmazellvermehrung (mehr als 10 Prozent Plasmazellen im Knochenmarkausstrich).
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Als Plasmozytom (auch multiples Myelom, Morbus Kahler) wird eine seltene, niedrigmaligne (weniger bösartige) Tumorerkrankung bezeichnet, die in erster Linie von einer entarteten Plasmazelle des Knochenmarks ausgeht (sogenanntes medulläres Plasmozytom) und sich in seltenen Fällen auch im extramedullären Zellgewebe (Rachen, Lunge, Magen) manifestieren kann. Die Bezeichnung „niedrigmaligne“ stammt aus einer älteren Einteilung der Lymphome und beschreibt das meist langsame Wachstum. Nach heutiger Einordnung der Weltgesundheitsorganisation handelt es sich um eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, die unbehandelt tödlich verläuft.

Streng genommen bezeichnet der Begriff Plasmozytom heute nur den einzelnen, umschriebenen Tumorherd (solitäres Plasmozytom). Sind – wie in den meisten Fällen – mehrere Herde im Knochenmark vorhanden, spricht man vom multiplen Myelom. Beide Formen werden im Sprachgebrauch häufig gleichgesetzt, unterscheiden sich aber in Behandlung und Prognose: Ein solitäres Plasmozytom lässt sich durch eine Bestrahlung örtlich dauerhaft beseitigen; bei mehr als der Hälfte der Betroffenen geht es im Verlauf dennoch in ein multiples Myelom über.

Bei einem Plasmozytom liegen oftmals multiple vom Knochenmark ausgehende Tumoren (Myelome) vor, die sich vermehren und dadurch die für Plasmozytome charakteristischen Symptome wie Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, lokale Schmerzen, Anämie infolge der Verdrängung des blutbildenden Gewebes durch die progressive Ausbreitung des Tumors, Spontanfrakturen durch Skelettdestruktion sowie multiple Knochendefekte (v.a. am Schädel) verursachen.

Ursachen

Die Ursachen für die Entwicklung und Manifestierung eines Plasmozytoms sind bislang ungeklärt. Als gesichert gilt, dass die Plasmazellvermehrung von einem Zellklon (entartete Plasmazelle) ausgeht, der sich im Knochenmark bösartig vermehrt.

Die entstandenen Tumorzellen des Plasmozytoms bewirken eine übermäßige Produktion von pathologischen, für die körpereigene Abwehr nutzlosen Immunglobulinen ohne Antikörperfunktion (sogenannte monoklonale Antikörper bzw. Paraproteine). Der Nachweis solcher Paraproteine im Blut wird als Paraproteinämie bezeichnet. Mit fortschreitender Entwicklung verdrängt das wachsende Tumorgewebe das blutbildende Gewebe und verursacht die für ein Plasmozytom typische Anämie (Blutarmut).

Die Auslöser für diesen Entartungsprozess sind unbekannt. Aufgrund der Tatsache, dass Plasmozytome von einem Zellklon ausgehen und gehäuft in bestimmten Familien auftreten, wird von einer genetisch bedingten Prädisposition (Veranlagung) ausgegangen. Daneben gelten ionisierende Bestrahlung (elektromagnetische bzw. radioaktive Strahlen) sowie einige chemische Substanzen (Pestizide) als Risikofaktoren für ein Plasmozytom.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Leitsymptom des Plasmozytoms sind Knochenschmerzen, die durch einen Befall der Wirbelkörper oder anderer Knochen durch die Krebszellen hervorgerufen werden. Die Schmerzen nehmen meist in Bewegung zu und bessern sich bei Ruhe. Durch den Krebsbefall der Knochen kommt es ferner zu Knochenbrüchen, die insbesondere im Bereich der Wirbelsäule oft unbemerkt bleiben.

Nicht selten werden die Knochenbeschwerden als Osteoporose oder auch Rheuma fehlgedeutet. Eine Anämie (Blutarmut) entwickelt sich ebenfalls in frühen Stadien. Blässe, Müdigkeit, eine eingeschränkte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie eine erhöhte Infektneigung sind die Folge. Da sich diese Beschwerden eher schleichend entwickeln, bleiben auch sie oft zunächst unbemerkt.

Durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen ist das Immunsystem der Patienten geschwächt. Sie leiden vermehrt unter Infektionen und neigen zu komplikationsreichen Krankheitsverläufen. Hinzu kommt, dass die massenhaft gebildeten Paraproteine die Bildung normaler, funktionsfähiger Antikörper unterdrücken; dieser Antikörpermangel ist die wichtigste Ursache der Infektanfälligkeit. Da durch die bösartige Erkrankung die Knochen nach und nach poröser werden, sammelt sich im Blut vermehrt Kalzium an. Der Knochenabbau erfolgt dabei herdförmig: Die Myelomzellen regen die knochenabbauenden Zellen an, sodass umschriebene Löcher im Knochen (Osteolysen) entstehen, die im Röntgenbild des Schädels als sogenannter Schrotschussschädel auffallen.

Durch den erhöhten Kalziumspiegel können die Nieren in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Die Patienten fühlen sich müde, schlapp und antriebslos. Einige der Betroffenen klagen ferner über Übelkeit und Erbrechen. Steigt der Kalziumspiegel stark an, kommen ausgeprägter Durst, häufiges Wasserlassen, Austrocknung, Verwirrtheit und im Extremfall eine Bewusstseinstrübung hinzu. Eine solche Hyperkalzämie ist ein Notfall und muss umgehend im Krankenhaus behandelt werden. In selteneren Fällen beeinträchtigt das Krebsgeschehen auch die Bildung der Blutplättchen (Thrombozyten). Ist dies der Fall, treten punktförmige Einblutungen (Petechien) auf.

Diagnose & Verlauf

Da ein Plasmozytom zu Beginn seiner Entwicklung keine Symptome oder lediglich geringfügige Beschwerden verursacht, wird dieses in vielen Fällen zufällig diagnostiziert. Betroffene fallen allerdings durch die charakteristischen Symptome wie Anämie oder häufige Infektionskrankheiten auf.

Die Diagnose eines Plasmozytoms erfolgt anhand einer Knochenmarkbiopsie sowie dem histologischen Nachweis der Plasmazellvermehrung (mehr als 10 Prozent Plasmazellen im Knochenmarkausstrich). Im Rahmen einer Immunelektrophorese (Analyse von Plasmaproteinen) kann die typische Paraproteinämie (erhöhte Konzentration von Paraproteinen im Blut) nachgewiesen werden. Im Urin lassen sich zusätzlich freie Leichtketten der Antikörper nachweisen, das sogenannte Bence-Jones-Protein. Heute wird dafür meist die Immunfixation eingesetzt und ergänzend der Quotient der freien Leichtketten im Blutserum bestimmt, weil damit auch Myelome erfasst werden, die kein vollständiges Paraprotein bilden.

Durch eine Röntgenuntersuchung erfolgt der Nachweis potenzieller Knochendefekte, während mittels einer Blut- und/oder Urinanalyse labordiagnostisch die Anzeichen für eine Anämie, eine Niereninsuffizienz sowie eine beschleunigte BKS (Blutsenkungsgeschwindigkeit) festgestellt werden können. Lange Zeit wurde dafür eine Röntgenaufnahme des gesamten Skeletts angefertigt. Heute wird stattdessen eine Ganzkörper-Computertomographie in niedriger Strahlendosis oder eine Magnetresonanztomographie bevorzugt, weil damit auch kleine Herde erkennbar werden, die im gewöhnlichen Röntgenbild noch unsichtbar sind.

Ob eine Behandlung notwendig ist, entscheidet sich anhand der sogenannten CRAB-Kriterien. Die vier Buchstaben stehen für einen erhöhten Kalziumspiegel (calcium), eine Nierenfunktionsstörung (renal), eine Blutarmut (anaemia) und Knochenveränderungen (bone). Ist mindestens eines dieser Merkmale durch das Myelom verursacht, gilt die Erkrankung als behandlungsbedürftig.

Der Verlauf und die Prognose werden bei einem Plasmozytom vor allem durch das Entwicklungsstadium des Tumors bestimmt. Je früher der Tumor diagnostiziert und therapiert wird, desto höher ist die Lebenserwartung des Betroffenen, wenngleich eine vollständige Heilung bislang nicht möglich ist und ein Plasmozytom einen rezidivierenden Verlauf aufweist.

Komplikationen

Bei einem Plasmozytom leiden die Betroffenen an einem Tumor in den Knochen. Dieser kann zum Tode führen, falls er nicht behandelt wird. Der weitere Verlauf und die Komplikationen dieser Krankheit hängen dabei sehr stark von der Ausbreitung des Tumors im Körper des Patienten ab, sodass eine allgemeine Voraussage in der Regel nicht möglich ist. Die Beschwerden und Symptome dieser Erkrankung sind dabei nicht besonders charakteristisch, sodass dieser Tumor oftmals erst spät diagnostiziert wird.

Die Patienten leiden dabei vor allem an einer starken Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch die Belastbarkeit der Betroffenen wird dabei plötzlich erheblich verringert. Die Patienten leiden dabei auch an Fieber und an Nachtschweiß. Fieber ist beim Plasmozytom allerdings fast immer Ausdruck einer hinzugetretenen Infektion und nicht des Tumors selbst; es gehört deshalb rasch ärztlich abgeklärt. Weiterhin treten Schmerzen an den Knochen auf, wobei vor allem der Rücken davon betroffen ist. Ohne Behandlung kommt es aufgrund der Ausbreitung des Tumors zu einem Knochenschwund.

Ebenso leiden die Patienten aufgrund des Plasmozytoms an einem geschwächten Immunsystem und damit auch häufiger an Infekten oder Entzündungen. Weiterhin kann es zu einer Niereninsuffizienz kommen, die unbehandelt zum Tode des Betroffenen führt. Die Behandlung des Plasmozytoms erfolgt in erster Linie medikamentös und bei geeigneten Patienten ergänzend durch eine Stammzelltransplantation; operative Eingriffe sind nur bei drohenden Knochenbrüchen oder bei einer Einengung von Nerven erforderlich. Ob es dabei allerdings zu einem vollständig positiven Krankheitsverlauf kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Symptome wie Kopfschmerzen, Blässe, körperliche Schwäche und Müdigkeit deuten auf ein Plasmozytom hin. Ein Arztbesuch ist angezeigt, wenn die typischen Krankheitszeichen nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen von selbst abklingen. Sollten die Symptome stärker werden, muss ein Arzt konsultiert werden. Ein Knochenbruch ohne erkennbaren Unfall – etwa ein Wirbelbruch beim Heben, Bücken oder Husten – ist ein dringendes Warnzeichen und sollte umgehend abgeklärt werden. Betroffene Personen sprechen am besten mit dem Hausarzt oder einem Internisten. Bei Schädigungen der Knochensubstanz muss außerdem der Orthopäde hinzugezogen werden. Ein Ernährungsberater kann gemeinsam mit dem Patienten eine Diät ausarbeiten und somit die Nierenschädigungen reduzieren.

Es wird vermutet, dass Menschen, die berufsbedingt mit Pestiziden Kontakt haben, besonders anfällig für eine Erkrankung sind. Auch eine familiäre Häufung ist ein Warnzeichen, welches in Verbindung mit genannten Symptomen abzuklären ist. Ältere Menschen, Schwangere und Personen mit einer Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems sollten stets zum Arzt gehen, wenn die genannten Symptome auftreten. Wenn es als Folge eines Plasmozytoms zu einem Nierenversagen, schweren Infektionen, plötzlicher Verwirrtheit bei stark erhöhtem Kalziumspiegel oder einem anderen medizinischen Notfall kommt, muss der Rettungsdienst gerufen werden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines Plasmozytoms richtet sich nach dem Entwicklungsstadium (Ausbreitung, Größe, Lokalisation, Begleitsymptome) des Tumors. Oftmals wird ein Plasmozytom zu Beginn seiner Entwicklung (Stadium I) durch engmaschige Verlaufsuntersuchungen beobachtet und vorerst auf eine Chemotherapie, die belastende Nebenwirkungen nach sich zieht, verzichtet. Die hier zugrunde gelegte Stadieneinteilung nach Durie und Salmon wurde inzwischen weitgehend durch das Internationale Stadiensystem (ISS beziehungsweise R-ISS) abgelöst, das sich an Laborwerten und genetischen Veränderungen der Myelomzellen orientiert. Ob überhaupt behandelt wird, richtet sich heute vor allem danach, ob die CRAB-Kriterien erfüllt sind.

In fortgeschrittenen Stadien (Stadium II und III) kommen in der Regel chemo- sowie strahlentherapeutische Maßnahmen bei einem Plasmozytom zum Einsatz, wobei die Strahlentherapie nicht der Behandlung der Erkrankung insgesamt dient, sondern gezielt auf einzelne Herde gerichtet wird – etwa bei starken Schmerzen, drohendem Knochenbruch oder einer Einengung des Rückenmarks. Weist der von einem Plasmozytom Betroffene einen entsprechenden Allgemeinzustand auf, können daneben hochdosierte Chemotherapeutika mit anschließender Stammzelltransplantation therapeutisch angezeigt sein. Durch die Chemotherapie werden neben den Tumorzellen ebenfalls die Stammzellen (blutbildende Zellen) zerstört.

Infolge einer Stammzelltransplantation können sich diese erneut aufbauen und erholen. Weisen die Zellen des Plasmozytoms bestimmte Antigene auf ihrer Oberfläche auf, kann eine Antikörpertherapie zur Anwendung kommen. Hierbei greifen die verabreichten Antikörper die Antigene der Tumorzellen an und zerstören die Zellen des Plasmozytoms.

In manchen Fällen kommen zusätzlich zur Chemotherapie und im Anschluss an eine Stammzellentransplantation Thalidomid zur Hemmung des Tumorwachstums sowie Bisphosphonate zur Stabilisierung des Knochenstoffwechsels medikamentös zum Einsatz. Thalidomid ist inzwischen weitgehend durch seine Nachfolgesubstanzen Lenalidomid und Pomalidomid sowie durch Proteasomhemmer wie Bortezomib und Antikörper wie Daratumumab abgelöst worden; diese Wirkstoffe bilden heute den Kern der Behandlung und werden meist zu Dreier- oder Viererkombinationen zusammengestellt. Wegen der schweren Fehlbildungen, die Thalidomid und seine Nachfolger am ungeborenen Kind verursachen, unterliegen sie strengen Sicherheitsauflagen. Neben den Bisphosphonaten steht mit dem Antikörper Denosumab ein weiteres Mittel zur Vorbeugung von Knochenkomplikationen bei Erwachsenen mit multiplem Myelom zur Verfügung; er ist auch bei eingeschränkter Nierenfunktion einsetzbar. Unter Umständen ist zur Vermeidung von Lähmungen infolge von Nervenschädigungen ein operativer Eingriff bei einem Plasmozytom erforderlich.


Vorbeugung

Da die Ursachen für ein Plasmozytom bislang nicht geklärt werden konnten, existieren keine Maßnahmen zur Vorbeugung. Prinzipiell sollte der Kontakt mit bekannten Risikofaktoren wie ionisierende Strahlung oder Pestiziden sowie anderen karzinogenen Substanzen vermieden werden.

Nachsorge

Nach der Behandlung eines Plasmozytoms ist eine geregelte, dauerhafte Nachsorge erforderlich. Betroffene sollten daher schon bei den ersten Symptomen dieser Krankheit einen Arzt aufsuchen. In der Nachsorge geht es vor allem darum, ein Wiederauftreten der Erkrankung, neue Knochenbrüche, eine Verschlechterung der Nierenwerte sowie Infektionen früh zu erkennen; dazu dienen regelmäßige Blut- und Urinkontrollen. Eine frühe Diagnose mit einer anschließenden Behandlung wirkt sich dabei in der Regel positiv auf den weiteren Verlauf der Erkrankung aus.

Die Behandlung selbst richtet sich stark nach der Ausprägung des Plasmozytoms, sodass dabei kein allgemeiner Verlauf gegeben werden kann. In den meisten Fällen sind die Patienten allerdings auf die Einnahme von verschiedenen Medikamenten angewiesen, wobei immer auf eine richtige Dosierung und auch die regelmäßige Einnahme zu achten ist. Falls es zu Unklarheiten oder zu Nebenwirkungen kommen sollte, empfiehlt es sich stets, zuerst einen Arzt zu konsultieren.

Viele der Betroffenen sind aufgrund des Plasmozytoms auf die Hilfe und Unterstützung der Familie angewiesen. Aufbauende Gespräche können zudem die Entstehung von Depressionen und anderen psychischen Beschwerden verhindern. Das Plasmozytom verringert in der Regel die Lebenserwartung des Betroffenen. Durch die neuen Medikamente hat sich die Überlebenszeit in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verlängert.

Das können Sie selbst tun

Diese schwerwiegende Erkrankung muss unbedingt ärztlich behandelt werden, auch wenn eine vollständige Heilung bislang noch nicht möglich ist. Die Erkrankung und ihr Verlauf können allerdings mit ärztlichen Maßnahmen gebremst oder gelindert werden, weshalb deren Anweisungen unbedingt einzuhalten sind. Den Betroffenen ist weiterhin anzuraten, ihre Arbeitsumgebung zu prüfen. Werden am Arbeitsplatz Giftstoffe oder Pestizide verarbeitet oder verwendet? Falls dies der Fall sein sollte, müssten die Patienten einen Wechsel ihrer Arbeitsstelle in Erwägung ziehen.

Die Patienten profitieren weiterhin von einer möglichst gesunden Lebensweise, um den Körper nicht zusätzlich zu belasten. Ausgedehnte Ruhezeiten, wenig Stress, geregelte Abläufe, so viel Bewegung wie möglich sowie eine ausgewählte Ernährung mit frischer, vitaminreicher Nahrung, wenig Zucker und Fett sind empfehlenswert. Nikotin und Alkohol hingegen sind tabu. Stattdessen sollten die betroffenen Patienten viel Wasser trinken, um so Giftstoffe besser ausscheiden zu können. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion oder einer Herzschwäche ist die passende Trinkmenge allerdings mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Die Diagnose Plasmozytom (multiples Myelom) ist für die Betroffenen sehr belastend, insbesondere wenn sie in fortgeschrittenen Krankheitsstadien chemotherapeutisch behandelt werden und/oder auf eine Stammzellspende warten. Hier wäre eine psychotherapeutische Begleitbehandlung anzuraten.

Entspannungstechniken wie Reiki, Yoga, Meditationen und Atemübungen oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson können unterstützend wirken. Auch die Klopfakupressur (EFT) ist eine gute Selbsthilfemaßnahme, insbesondere für Patienten, die zu Angstattacken neigen.

Quellen

  • Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J.: Das Rote Buch – Hämatologie und Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783609512242
  • Engelhardt, M., Reinhardt, H., Mertelsmann, R., Duyster, J. (Hrsg.): Das Blaue Buch.
    ISBN: 9783662736135
  • Kreuzer, K.-A. (Hrsg.): Referenz Hämatologie.
    ISBN: 9783132400535
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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