Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 4. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Neuroendokrine Tumore (NET) können mit Hilfe der Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie diagnostiziert werden. Ein Somatostatin-Analogon wird mit einem Tracer radioaktiv markiert und reichert sich in Geweben mit hoher Dichte an Somatostatin-Rezeptoren an. Die Strahlenbelastung dieser Untersuchung entspricht in etwa der einer Computertomographie des Bauchs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie?

Somatostatin Rezeptor Szintigrafie
Die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie ist ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, mit dem vor allem neuroendokrine Tumore (NET) diagnostiziert werden können. Z.B. in der Bauchspeicheldrüse.

Die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie ist ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, mit dem vor allem neuroendokrine Tumore (NET) diagnostiziert werden können. Diese exprimieren Somatostatin-Rezeptoren in hoher Dichte, an denen Octreotid, ein synthetisches Somatostatin-Analogon, bindet.

Dieses wird radioaktiv markiert, und die emittierte Gammastrahlung wird mit einer Gammakamera detektiert. So können diese Tumore, die anderen bildgebenden Methoden oft nicht zugänglich sind, lokalisiert werden. Das Verfahren hat in der Diagnostik der neuroendokrinen Tumore, mit Ausnahme des Insulinoms, eine hohe Sensitivität.

Verständlich wird das Prinzip über den Botenstoff, nach dem die Untersuchung benannt ist. Somatostatin ist ein körpereigenes Hormon, das im Hypothalamus, in der Bauchspeicheldrüse und in der Schleimhaut des Verdauungstrakts gebildet wird und dort überwiegend als Bremse wirkt: Es dämpft unter anderem die Ausschüttung von Wachstumshormon, Insulin, Glukagon und Magensäure. Seine Wirkung entfaltet es über Bindungsstellen an der Zelloberfläche, von denen fünf Unterformen bekannt sind. Sie sind nicht gleichmäßig verteilt, und die Zellen, aus denen neuroendokrine Tumore hervorgehen, tragen sie besonders zahlreich. Octreotid bindet vor allem an zwei dieser fünf Unterformen. Darin liegt zugleich die Stärke und die Grenze der Untersuchung: Sie zeigt zuverlässig, was diese beiden Bindungsstellen trägt, und übersieht, was sie nicht oder nur spärlich ausbildet.

Entwickelt wurde das Verfahren gegen Ende der 1980er Jahre von einer Arbeitsgruppe um den niederländischen Mediziner Eric Krenning in Rotterdam. Sie stellte 1989 erstmals dar, dass sich Tumore beim Menschen anhand ihrer Somatostatin-Bindungsstellen sichtbar machen lassen – zunächst mit einem radioiodmarkierten Octreotid, kurz darauf mit dem stabileren, an DTPA gebundenen und mit 111Indium markierten Präparat, das als OctreoScan weite Verbreitung fand. 1993 legte dieselbe Gruppe ihre Erfahrungen aus mehr als tausend Patientenfällen vor. Damit war die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie eines der ersten bildgebenden Verfahren überhaupt, das nicht Stoffwechselaktivität oder Durchblutung, sondern einen bestimmten Rezeptor als Ziel nutzte – ein Gedanke, der später zum Ausgangspunkt der sogenannten Theranostik wurde.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das Haupteinsatzgebiet der Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie ist die Diagnostik von neuroendokrinen Tumoren (NET). Es handelt sich hierbei um epitheliale Neoplasien, die vor allem im Magen-Darm-Trakt und im Pankreas vorkommen. Sie können gut- oder bösartig sein und haben eine Inzidenz von 1-2 pro 100.000 pro Jahr. Neuere Erhebungen weisen mit etwa fünf bis sieben Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr allerdings deutlich höhere Zahlen aus; als Hauptgrund dafür gilt die verbesserte Bildgebung, mit der auch kleine Tumore häufiger entdeckt werden.

Diese Tumore exprimieren Somatostatin-Rezeptoren in hoher Dichte, was man sich für den nuklearmedizinischen Nachweis zunutze macht. Das Insulinom, ein von den endokrinen Beta-Zellen (Langerhans-Inseln) des Pankreas ausgehender Tumor, ist der bedeutendste neuroendokrine Tumor, der mit der Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie häufig nicht nachgewiesen werden kann, weil er die entsprechenden Rezeptoren nur in geringer Dichte aufweist.

Der Anlass für die Untersuchung ergibt sich meist aus den Beschwerden, die neuroendokrine Tumore verursachen. Ein Teil von ihnen bildet Hormone und macht sich dadurch früh bemerkbar: Ein Gastrinom treibt die Bildung von Magensäure an und führt zu hartnäckigen Magengeschwüren und Durchfall, ein Insulinom drückt den Blutzucker und verursacht wiederkehrende Unterzuckerungen – gerade dieser Tumor entzieht sich, wie oben beschrieben, der Rezeptordarstellung meist –, und ein Tumor, der Serotonin und verwandte Stoffe freisetzt, kann anfallsartige Gesichtsrötung (Flush), Durchfälle und Herzbeschwerden auslösen. Ein anderer, größerer Teil bleibt hormonell stumm und fällt erst durch Druckbeschwerden, eine Verlegung des Darms oder als Zufallsbefund einer aus anderem Grund angefertigten Aufnahme auf. Gerade in dieser zweiten Gruppe liegt der Nutzen der Rezeptordarstellung: Sie sucht nicht nach einer Raumforderung bestimmter Größe, sondern nach einer biologischen Eigenschaft, und findet deshalb auch kleine Herde und Absiedlungen, die der Schnittbildgebung entgehen. Umgekehrt ersetzt sie diese nicht – die genaue Lage, die Beziehung zu Nachbarorganen und die Operationsplanung erfordern weiterhin Computertomographie, Kernspintomographie oder Endosonographie.

Das verwendete Radiopharmakon besteht aus einem Somatostatin-Analogon, einem starken Komplexbildner und einem Gammastrahler, der als Tracer bezeichnet wird. Ein häufig verwendetes Somatostatin-Analogon ist Octreotid, weshalb dieses Verfahren auch als Octreotid-Scan bezeichnet wird. Octreotid wird an den Komplexbildner, zum Beispiel DTPA (Diethylentriaminpentaessigsäure) oder DOTA (1,4,7,10-Tetraazacyclododecan-1,4,7,10-tetraessigsäure) gebunden und kurz vor der Verwendung radioaktiv markiert.

Das geschieht zum Beispiel mit 111Indium, das Gammastrahlen emittiert und eine Halbwertszeit von 2,8 Tagen hat. Die Verbindung mit DTPA wird als 111Indium-Pentetreotid bezeichnet. Aufgrund dieser kurzen Halbwertszeit ist es notwendig, die radioaktive Markierung direkt vor der Untersuchung vorzunehmen.

Das Radiopharmakon wird intravenös appliziert und verteilt sich durch den Blutkreislauf im gesamten Organismus. Der Octreotid-Anteil des Moleküls bindet an Somatostatin-Rezeptoren im Körper und akkumuliert in Geweben mit hoher Rezeptordichte. Diese finden sich natürlicherweise in bestimmten Gehirnarealen wie Hypothalamus, Cortex und Hirnstamm. Im Szintigramm zeichnen sich diese Gehirnareale allerdings nicht ab, weil das Radiopharmakon die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Dagegen macht sich eine physiologische Anreicherung in Milz, Leber, Nieren und Schilddrüse bemerkbar, die bei der Befundung nicht mit einem Tumor verwechselt werden darf. Außerdem exprimieren verschiedene Tumore und ihre Metastasen diesen Rezeptor.

Besonders wertvoll ist die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie für den Nachweis von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren (GEP-NET), die mit anderen bildgebenden Verfahren kaum darzustellen sind. Der Octreotid-Scan zeigt hier eine sehr hohe Sensitivität. Er wird sowohl zur Primärdiagnostik als auch zum Staging (der Feststellung des Tumorstadiums) und der postoperativen Kontrolle verwendet.

Weiters wird die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie für die Diagnostik von medullären Schilddrüsenkarzinomen und Merkelzelltumoren und zur Differentialdiagnose von Meningeomen versus Neurinomen eingesetzt. Auch manche Mamma- und Kolonkarzinome exprimieren Somatostatin-Rezeptoren. Die Sensitivität des Octreotid-Scans ist hier aber wesentlich geringer, weshalb er für die Diagnose dieser Erkrankungen nicht herangezogen wird.

Vier Stunden nach der Verabreichung des Radiopharmakons wird die erste Aufnahme mit der Gammakamera gemacht. Das radioaktive Isotop ist nun via Octreotid-Anteil an die Somatostatin-Rezeptoren des Organismus gebunden und emittiert beim Zerfall Gamma-Strahlung. In Bereichen mit einer hohen Somatostatin-Rezeptor-Dichte entsteht vermehrt Gamma-Strahlung, die von der Gammakamera detektiert und als Bild dargestellt wird.

So kann ein Tumor lokalisiert werden. Die Untersuchung dauert etwa eine Stunde. Sie wird am nächsten Tag wiederholt. Das Radiopharmakon wird über Niere und Darm ausgeschieden.

Für den Patienten bedeutet die Untersuchung vor allem Zeitaufwand. Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich, nüchtern muss niemand erscheinen. Nach der Injektion über eine Armvene folgt zunächst eine mehrstündige Wartezeit, in der sich der Stoff im Körper verteilt und an die Rezeptoren bindet; diese Zeit kann meist außerhalb der Abteilung verbracht werden. Für die Aufnahmen liegt der Untersuchte ruhig auf einer Liege, während sich die Gammakamera langsam über den Körper bewegt. Anders als bei der Kernspintomographie ist das Gerät offen, so dass Beklemmungsgefühle seltener stören; wichtig ist allein, still zu liegen, weil Bewegung die Bilder unscharf macht. Ergänzend zu den Ganzkörperaufnahmen werden von auffälligen Regionen Schichtbilder angefertigt, häufig in Kombination mit einer Computertomographie im selben Gerät, was die genaue Zuordnung eines Herds zu einem Organ erlaubt. Da sich der Stoff auch über den Darm ausscheidet und dessen Inhalt einen Tumorherd vortäuschen kann, wird vor den späten Aufnahmen gelegentlich ein Abführmittel gegeben. Häufiges Entleeren der Blase verringert die Strahlenbelastung der Beckenorgane.

Alternativen zu 111Indium-Pentetreotid sind zum Beispiel 99mTechnetium-Tektrotyd, mit dem eine noch höhere Sensitivität erzielt werden kann. Weitere verwendbare Isotope sind Jod und Gallium. Letzteres wird für Positronen-Emissions-Tomografien (PET) eingesetzt. Lange Zeit galt der Octreotid-Scan als Standardverfahren beim Verdacht auf einen neuroendokrinen Tumor. Heute wird stattdessen die PET/CT mit 68Gallium-markierten Somatostatin-Analoga wie DOTATOC oder DOTATATE bevorzugt: Sie liefert eine deutlich bessere Ortsauflösung und Sensitivität, ist in einem einzigen Untersuchungsgang an einem Tag abgeschlossen und geht mit einer geringeren Strahlenbelastung einher. Die Szintigrafie kommt vor allem noch dort zum Einsatz, wo kein PET-Gerät zur Verfügung steht.

Beurteilt wird nicht nur, ob sich ein Herd abzeichnet, sondern auch wie kräftig. Dafür hat sich eine nach Eric Krenning benannte fünfstufige Einteilung durchgesetzt, die die Anreicherung im Tumor mit der des umgebenden Gewebes vergleicht: von gar keiner Anreicherung über eine sehr schwache und eine, die die der Leber nicht übertrifft, bis zu einer Anreicherung stärker als in der Leber und schließlich stärker als in der Milz. Diese Abstufung ist mehr als eine Beschreibung. Weil derselbe Rezeptor, der das diagnostische Molekül bindet, auch ein therapeutisches binden kann, entscheidet die Stärke der Anreicherung darüber, ob eine Radioligandentherapie infrage kommt – eine Behandlung, bei der ein Somatostatin-Analogon statt mit einem Gammastrahler mit einem therapeutisch wirksamen Strahler wie 177Lutetium beladen wird und die Strahlendosis so gezielt im Tumor abgibt. Als Voraussetzung gilt üblicherweise eine Anreicherung, die mindestens der der Leber entspricht. Der Krenning-Score wurde an der Szintigrafie entwickelt und wird sinngemäß auch auf die heute bevorzugte PET/CT angewandt. Bild und Behandlung greifen damit ineinander – dieses Prinzip wird als Theranostik bezeichnet.

Wie jedes bildgebende Verfahren kennt auch die Somatostatin-Rezeptor-Szintigrafie ihre Fallstricke. Eine Mehranreicherung beweist keinen Tumor: Somatostatin-Rezeptoren finden sich ebenso auf aktivierten Zellen des Immunsystems, weshalb sich Entzündungsherde, granulomatöse Erkrankungen wie die Sarkoidose, frische Operationsnarben, entzündete Lymphknoten und Erkrankungen der Schilddrüse mitdarstellen können. Auch eine überzählige Nebenmilz wird gelegentlich für eine Absiedlung gehalten. Umgekehrt bedeutet ein unauffälliger Befund nicht, dass kein Tumor vorliegt. Neben dem bereits erwähnten Insulinom entziehen sich vor allem rasch wachsende, gering differenzierte neuroendokrine Karzinome dem Nachweis: Sie verlieren mit zunehmender Entdifferenzierung ihre Rezeptoren und steigern zugleich ihren Zuckerstoffwechsel. Solche Herde werden deshalb nicht mit einem Somatostatin-Analogon, sondern mit einem radioaktiv markierten Traubenzucker in der Positronen-Emissions-Tomographie sichtbar. Die beiden Verfahren verhalten sich insofern gegenläufig, und bei uneinheitlichem Befund kann es sinnvoll sein, beide einzusetzen. Der Befund wird daher stets im Zusammenhang mit Gewebeuntersuchung, Laborwerten und Schnittbildern bewertet.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Gammastrahlen sind, wie auch zum Beispiel Röntgenstrahlen, eine Art von ionisierenden Strahlen. Diese haben die Fähigkeit, Elektronen aus Atomen zu entfernen, sie also zu ionisieren. Wenn Moleküle des Erbguts, also die DNA, betroffen sind, kann es zu Mutationen kommen, die Krebs auslösen können.

Solche Mutationen und molekularen Veränderungen entstehen in den Zellen durch verschiedene Ursachen immer wieder. In den meisten Fällen können sie aber durch die zellulären Reparatursysteme beseitigt werden.

In der Embryonalphase ist der Organismus allerdings besonders empfindlich gegenüber schädigenden Einwirkungen. Eine Strahlenbelastung im Uterus erhöht das Risiko, im Kindesalter an Krebs zu erkranken. Aus diesem Grund sind nuklearmedizinische Untersuchungen bei Schwangeren kontraindiziert. Jeder Patient sollte am Untersuchungstag den intensiven Kontakt zu Schwangeren und Kleinkindern meiden.

Bei Kindern erfolgt eine strenge Indikationsstellung, und die Dosis des Radiopharmakons wird entsprechend dem Alter und dem Gewicht des Kindes reduziert. Da sich Radiopharmaka in der Muttermilch anreichern können, wird stillenden Frauen empfohlen, eventuell vor der Untersuchung Milch abzupumpen und nach der Szintigraphie das Stillen für einige Tage zu unterbrechen.

Die kurze Halbwertszeit der bei nuklearmedizinischen Untersuchungen eingesetzten Isotope gewährleistet, dass die Strahlung nicht lange im Organismus verbleibt. Die Strahlenbelastung eines Octreotidscans beim Erwachsenen liegt bei 13-26 mSv (Millisievert). Das entspricht in etwa der Strahlenbelastung einer Computertomographie des Abdomens. Zum Vergleich: Ein einfaches Lungenröntgen hat 0,02-0,04 mSv. Die natürliche Strahlenbelastung der Umgebung liegt bei 2-3 mSv pro Jahr.

Von dem verabreichten Stoff selbst sind unmittelbare Nebenwirkungen kaum zu erwarten, weil die Stoffmenge sehr gering ist; Unverträglichkeitsreaktionen gegenüber dem Radiopharmakon sind extrem selten. Nicht gemeint ist damit die Strahlenbelastung: Sie ist der Grund für die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen und bleibt bestehen, auch wenn der Stoff selbst gut vertragen wird. Patienten, die Octreotid als Therapeutikum erhalten, müssen dieses einige Tage vor der Untersuchung absetzen. Der Grund liegt in der Konkurrenz um dieselben Bindungsstellen: Ist der Rezeptor bereits durch das als Arzneimittel gegebene Octreotid besetzt, findet das radioaktiv markierte Molekül keinen Platz mehr, und der Tumor kann trotz vorhandener Rezeptoren unauffällig erscheinen. Wann und in welchem Abstand die Behandlung unterbrochen wird, legt die nuklearmedizinische Abteilung gemeinsam mit den behandelnden Ärzten fest; eigenmächtig sollte niemand ein Medikament pausieren.

Von den Risiken einer Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel unterscheidet sich die Szintigrafie deutlich. Ein solches Mittel wird nicht verabreicht, so dass die dort gefürchteten Reaktionen der Schilddrüse, der Nieren und des Kreislaufs entfallen. Auch eine Betäubung oder Beruhigung ist nicht nötig, und die verabreichte Stoffmenge ist so gering, dass keine hormonelle Wirkung des Somatostatin-Analogons zu erwarten ist. Was bleibt, ist die Strahlenbelastung, und sie ist der Grund, weshalb jede nuklearmedizinische Untersuchung einer ausdrücklichen ärztlichen Rechtfertigung bedarf: Der erwartete Nutzen für die Diagnose muss das Risiko überwiegen, und es darf kein gleichwertiges Verfahren ohne ionisierende Strahlen zur Verfügung stehen. Genau diese Abwägung hat mit dazu beigetragen, dass die strahlenärmere und in einem Tag abgeschlossene PET/CT die Szintigrafie dort verdrängt hat, wo sie verfügbar ist. Über die bereits genannten Verhaltenshinweise für den Untersuchungstag hinaus sind anschließend keine besonderen Vorkehrungen nötig; eine dauerhafte Gefährdung der Umgebung geht von den Untersuchten nicht aus.

Quellen

  • Dietlein, M., Kopka, K., Schmidt, M. (Hrsg.): Nuklearmedizin.
    ISBN: 9783132439269
  • Schicha, H., Schober, O. (Hrsg.): Nuklearmedizin.
    ISBN: 9783794567232
  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Diederich, S., Feldkamp, J., Grußendorf, M., Reincke, M. (Hrsg.): Referenz Endokrinologie und Diabetologie.
    ISBN: 9783132408586
  • Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J.: Duale Reihe Radiologie.
    ISBN: 9783132444621

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