Tropenmedizin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Im Lebensraum Tropen leben ungefähr 40% der Weltbevölkerung. Die Tropenmedizin beschäftigt sich mit tropischen Infektionskrankheiten und sonstigen Gesundheitsproblemen in den Tropen. Sie dient so den Bewohnern tropischer Lebensräume und Reisenden, die durch diese Gebiete ziehen. Malaria ist wohl die bekannteste Tropenkrankheit. Die Chagas-Krankheit und das Dengue-Fieber sind weitere Tropenkrankheiten. Die AIDS verursachenden HI-Viren kamen ursprünglich auch aus den Tropen und treten heute weltweit auf. Große Angst verursacht das Ebola-Virus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Tropenmedizin?

Tropenmedizin
Die Tropenmedizin beschäftigt sich mit tropischen Infektionskrankheiten und sonstigen Gesundheitsproblemen in den Tropen.

Die Tropenmedizin ist in den Tropen selbst und auch außerhalb der Tropen wichtig, da Fernreisende infektiöse und nicht infektiöse Krankheiten oft erst nach Verlassen der Tropen spüren. Der Teil der Tropenmedizin, der sich mit Infektionskrankheiten beschäftigt, hängt sehr stark mit den Fachgebieten Epidemiologie, Mikrobiologie, Virologie, Bakteriologie und Parasitologie zusammen.

Teile der Reise- und Flugmedizin gehören auch zur Tropenmedizin. Die Hygienemedizin probiert, die allgemeinen Hygienebedingungen in den Tropen zu verbessern. Die Veterinärmedizin hilft, die hygienische Haltung von Nutztieren in den Tropen zu verbessern. Die medizinische Entomologie und die Zoologie sind wichtige Hilfsdisziplinen der Tropenmedizin: Viele Tier- und insbesondere Insektenarten sind Wirte und oft Überträger tropischer Krankheitserreger.

Als eigenes Fach entstand die Tropenmedizin im ausgehenden 19. Jahrhundert, als in europäischen Hafenstädten Institute für Schiffs- und Tropenkrankheiten gegründet wurden, in Deutschland in Hamburg. Ihre Anfänge sind eng mit dem Kolonialismus und dem Schiffsverkehr verbunden: Untersucht wurde zunächst vor allem, was europäische Soldaten, Seeleute und Kaufleute in den Tropen gefährdete. Erst im Lauf des 20. Jahrhunderts verschob sich der Blick auf die Gesundheit der dort lebenden Bevölkerung; heute versteht sich das Fach als Teil der internationalen Gesundheitsforschung und arbeitet eng mit Einrichtungen in den betroffenen Ländern zusammen.

In Deutschland ist die Tropenmedizin kein eigenes Facharztgebiet, sondern eine Zusatz-Weiterbildung, die auf eine abgeschlossene Facharztweiterbildung aufsetzt. Die Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern verlangen dafür neben einer mehrjährigen Tätigkeit in der unmittelbaren Patientenversorgung eine tropenmedizinische Weiterbildungszeit, eine mehrmonatige Kurs-Weiterbildung und – das ist die Besonderheit dieses Fachs – eine Tätigkeit in einer medizinischen Einrichtung in den Tropen selbst. Zu den vorgeschriebenen Inhalten gehören ausdrücklich auch die Gesundheitssysteme ressourcenarmer Länder, soziokulturelle Besonderheiten und die Meldepflichten nach dem Infektionsschutzgesetz.

Ein erheblicher Teil der Krankheitslast in den Tropen geht nicht auf die Erreger allein zurück, sondern auf die Bedingungen, unter denen sie sich ausbreiten: fehlender Zugang zu sauberem Wasser, unzureichende Abwasserentsorgung, beengtes Wohnen, Mangelernährung und weite Wege zur nächsten medizinischen Einrichtung. Die Weltgesundheitsorganisation fasst eine Reihe von Erkrankungen unter dem Begriff der vernachlässigten Tropenkrankheiten zusammen, darunter die Schistosomiasis, die Schlafkrankheit und verschiedene Wurmerkrankungen. Vernachlässigt heißt dabei nicht selten, sondern wenig erforscht und wenig beachtet, weil diese Krankheiten fast ausschließlich arme Bevölkerungen treffen.

Umgekehrt ist die Tropenmedizin längst keine Ferndiagnostik mehr. Reiseverkehr, Migration und die Ausbreitung von Überträgerinsekten in bislang gemäßigte Breiten führen dazu, dass Erkrankungen, die früher nur in den Tropen auftraten, auch in Europa vorkommen. Für die ärztliche Praxis bedeutet das, dass tropenmedizinisches Wissen nicht mehr nur in spezialisierten Zentren gebraucht wird, sondern überall dort, wo Menschen nach einer Fernreise mit unklaren Beschwerden vorstellig werden.

Behandlungen & Therapien

Malaria ist die am häufigsten auftretende Tropenkrankheit. Weltweit lebt etwa die Hälfte der Menschheit in Gebieten, die malariagefährdet sind. Die Behandlung der Malariapatienten erfolgt mit Malariamedikamenten, die in leichten Fällen die einzelligen Krankheitserreger der Gattung Plasmodium töten und zur Heilung führen. Als Standard gelten heute Kombinationstherapien auf Artemisinin-Basis; bei schwerer Malaria wird Artesunat über die Vene gegeben. Ein schwerer Verlauf gehört wegen der drohenden Organkomplikationen in jedem Fall in klinische Behandlung und erfordert eine engmaschige Überwachung. Sind die Parasiten gegen den Wirkstoff resistent, führen die Medikamente zudem nicht zum Erfolg. Deshalb ist die Prophylaxe wichtig.

Durch Expositionsprophylaxe vermeiden Menschen Mückenstiche der krankheitsübertragenden Anopheles-Stechmücken. Moskitonetze, langärmlige Kleidung und Insekten-Repellents sind da hilfreich. Behörden bekämpfen die Stechmücken großflächig mit Pestiziden und durch Trockenlegung unnötiger Wasseransammlungen. Wer vorübergehend durch Malariagebiete reist, nimmt Malariamedikamente für kurze Zeit vorbeugend ein. Ob eine durchgehende Einnahme nötig ist oder ein mitgeführtes Notfallmedikament zur Selbstbehandlung genügt, hängt vom Reiseziel und vom Übertragungsrisiko ab und wird vor der Reise reisemedizinisch beraten. Eine Impfung für Reisende gibt es bislang nicht; für Kinder in Gebieten mit hoher Übertragung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation dagegen seit 2021 eine Malariaimpfung, die allerdings nur teilweise schützt und den Schutz vor Mückenstichen nicht ersetzt.

Stechmücken spielen auch beim durch Flaviviren hervorgerufenen Dengue-Fieber eine Rolle. In Brasilien erziehen Behörden die Bevölkerung dazu, nicht unnötig Wasser offen in Blumenvasen oder Regentonnen herumstehen zu lassen. Kleine Wasseransammlungen dienen als Lebensraum für die Larven der Stechmücke Aedes aegypti. Diese Mücken übertragen die nur schwer diagnostizierbare Viruserkrankung. Seit 2022 ist in der Europäischen Union außerdem ein Impfstoff gegen das Dengue-Fieber zugelassen, der ab einem Alter von vier Jahren gegeben werden kann; ob eine Impfung sinnvoll ist, klärt eine reisemedizinische Beratung.

Den Ursprung und die Ausbreitung des AIDS verursachenden HI-Virus hat die Wissenschaft inzwischen weitgehend aufgeklärt. Natürlich gibt es heute AIDS in allen Klimazonen und unter allen Menschengruppen. Ursprünglich kam das Virus aber aus dem tropischen Afrika und wurde beim Jagen und Zerlegen von Affen über deren Blut auf den Menschen übertragen. HIV-1 geht auf ein Immunschwächevirus von Schimpansen zurück, HIV-2 auf das von Rußmangaben; der Übertritt auf den Menschen fand nach heutigem Kenntnisstand bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts statt. Heutzutage ist in einigen Ländern Afrikas der Prozentsatz der HIV-infizierten Bevölkerung besonders hoch. Im Entwicklungsdienst steht medizinisches Personal, das Kontakt mit Blutproben hat, in der besonderen Verantwortung, durch sorgfältige, sterile und hygienische Arbeitsweise eine Selbstinfektion und eine Infektion von Patienten zu vermeiden.

Viele Schlagzeilen macht das Ebola-Virus: 2014 kam es in Westafrika zu einer Ebola-Epidemie. Die ursprünglich vielleicht von Fledermäusen auf Menschen übertragene Krankheit ist von Mensch zu Mensch durch Körperkontakt und Kontakt mit Blut und Körperflüssigkeiten übertragbar. Lange gab es für das hämorrhagische Ebolafieber keine erfolgreiche Behandlungsmethode. Die Therapie der oft tödlich verlaufenden Erkrankung zielte nur auf eine Linderung der Symptome ab. Seit 2020 sind in den USA zwei Antikörpermedikamente gegen das Zaire-Ebolavirus zugelassen, die sich unmittelbar gegen das Virus richten und die Sterblichkeit deutlich senken, wenn sie früh gegeben werden. Zur Vorbeugung steht seit 2019 mit Ervebo ein Impfstoff zur Verfügung, der bei Ausbrüchen vor allem im Umfeld von Erkrankten und beim medizinischen Personal eingesetzt wird.

In Südamerika ruft der Einzeller Trypanosoma cruzi die Chagas-Krankheit hervor. Die Krankheit verläuft über Jahre hinweg chronisch und schwächt Herz und Kreislauf. Kleine Säugetiere, zum Beispiel Hunde und Gürteltiere, bilden ein Reservoir für die Trypanosoma-Parasiten. Raubwanzen, also Insekten, übertragen die Krankheit. Ganz einfache Hygienemaßnahmen konnten die Häufigkeit dieser Krankheit unter der ländlichen Bevölkerung drastisch reduzieren: Glatte, ritzenfreie Wände und Dächer bieten den Raubwanzen weniger Unterschlupfmöglichkeiten und das konsequente Aussperren von Hunden aus den Wohnbereichen der Bauern reduziert die Krankheitsübertragungen aus dem Erreger-Reservoir auf den Menschen.

Neben der Behandlung der einzelnen Krankheiten hat die Vorbereitung einer Reise einen festen Platz. Dazu gehören Impfungen, die sich nach Reiseziel, Reisestil und Reisedauer richten: gegen Hepatitis A und Typhus bei Reisen in Gebiete mit unsicherer Lebensmittel- und Wasserhygiene, gegen Tollwut bei zu erwartendem Tierkontakt oder abgelegenen Zielen, gegen Gelbfieber dort, wo die Krankheit vorkommt. Die Gelbfieberimpfung ist zugleich der Fall, in dem ein Impfnachweis über die Einreise entscheiden kann, denn manche Länder verlangen ihn als Einreisevoraussetzung; verabreicht werden darf sie nur in eigens dafür zugelassenen Impfstellen.

Ebenso wichtig wie die Impfungen ist die Vorbeugung, die täglich stattfindet. Die Faustregel für Lebensmittel in Gebieten mit unsicherer Wasserversorgung lautet, nur zu essen, was gekocht oder selbst geschält wurde, und nur Wasser aus verschlossenen Flaschen oder abgekochtes Wasser zu trinken; Eiswürfel, roher Salat und ungeschältes Obst gehören zu den häufigsten Ursachen von Reisedurchfall. Tritt Durchfall dennoch auf, steht der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlusts im Vordergrund. Ärztlicher Rat ist nötig, wenn Fieber, Blut im Stuhl oder ein länger anhaltender Verlauf hinzukommen.

Für weitere Tropenkrankheiten stehen wirksame Behandlungen bereit. Die Schistosomiasis lässt sich mit einem einzigen Wirkstoff behandeln, der auch in großangelegten Programmen an ganze Bevölkerungsgruppen abgegeben wird; solche Programme haben die Häufigkeit mehrerer Wurmerkrankungen deutlich gesenkt, ohne sie zu beseitigen, weil die Ansteckungsquellen bestehen bleiben. Die HIV-Infektion lässt sich heute mit einer Kombination antiviraler Medikamente dauerhaft unterdrücken; sie wird dadurch behandelbar, aber nicht heilbar, und die Behandlung muss lebenslang fortgeführt werden. Bei der Tuberkulose, die in vielen tropischen Ländern gemeinsam mit HIV auftritt, ist die vollständige Durchführung der monatelangen Kombinationsbehandlung der entscheidende Punkt: Abgebrochene Behandlungen sind eine wesentliche Ursache dafür, dass die Erreger unempfindlich gegen die verfügbaren Mittel werden.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Die durch einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufene Malaria-Erkrankung erscheint im Blutbild. Mit speziellen Färbemethoden gefärbte Blutzellen lassen die Malaria-Erreger sichtbar erscheinen. Meistens sind die roten Blutkörperchen befallen. Es ist wichtig, die Malaria-Art zu bestimmen. Alle Malaria-Erreger gehören zur Gattung Plasmodium. Aber in dieser Gattung gibt es unterschiedliche Arten, die unterschiedlich schwere Malaria-Erkrankungen hervorrufen. Als Standard gilt dabei der gefärbte „Dicke Tropfen“ unter dem Mikroskop, in dem sich die Erreger anreichern. Ergänzend gibt es Schnelltests, die Eiweiße der Erreger im Blut nachweisen und auch ohne Labor einsetzbar sind; ein unauffälliger Schnelltest schließt eine Malaria jedoch nicht sicher aus, bei fortbestehendem Verdacht wird die mikroskopische Untersuchung wiederholt.

Das Denguefieber ist im Blutbild nicht so leicht nachweisbar. Da die Krankheit durch Viren hervorgerufen wird, gelingt eine sichere Diagnose nur über den molekularbiologischen Nachweis des Erbguts der Flaviviren. Das geschieht über die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), die das Erbgut vervielfältigt; da Flaviviren ihr Erbgut als RNA tragen, wird es dafür zuvor in DNA umgeschrieben. Ergänzend weisen Labortests das Virusprotein NS1 und ab der zweiten Krankheitswoche Antikörper gegen den Erreger nach. Mit dem ELISA-Schnelltest lässt sich eine Infektion durch HI-Viren heutzutage günstig und schnell feststellen. Der Schnelltest liefert aber auch falsche positive Resultate, die eine HIV-Infektion fälschlicherweise suggerieren. Bei Vorliegen eines positiven Schnelltest-Befunds ist daher ein teurerer Nachweistest notwendig. Die heute verwendeten Suchtests weisen zugleich Antikörper und ein Eiweiß des Virus nach und schlagen dadurch früher an als ältere Tests; als Bestätigung dient ein Immunoblot oder der direkte Nachweis des Virus-Erbguts.

Das Ebola-Virus ist nur durch eine aufwendige, molekularbiologische Analyse, die auf der Polymerase-Kettenreaktion basiert, nachweisbar. Die Chagas-Krankheit ist in der Anfangsphase im Blutbild diagnostizierbar. Wenn sich ein chronischer Krankheitsverlauf eingestellt hat, lassen sich Antikörper nachweisen. Bei der Xenodiagnose nehmen parasitenfreie Raubwanzen eine Blutmahlzeit auf dem Patienten ein. Danach lassen sich die einzelligen Parasiten in den Raubwanzen nachweisen.

Neben den genannten Tropenkrankheiten gibt es viele weitere Tropenkrankheiten. Das Problem bei der Diagnose ist, dass die Ärzte vielleicht nicht wissen, dass die Patienten Tropenrückkehrer sind. Bei der heutigen Mobilität ist es jedoch immer wichtig, eine Tropenkrankheit als Diagnosemöglichkeit zu berücksichtigen und die Patienten auf ihre Reisen hin zu befragen.

Die wichtigste Untersuchung kostet nichts und dauert wenige Minuten: die Frage nach der Reise. Erhoben werden das genaue Reiseziel einschließlich der bereisten Regionen, der Zeitpunkt von Hin- und Rückreise, die Art der Unterkunft und der Verpflegung sowie besondere Kontakte, etwa Bäder in Süßwasser, Tierkontakte, Insektenstiche oder Aufenthalte in ländlichen Gebieten. Dazu kommen die Impfungen und eine eingenommene Vorbeugung, denn eine begonnene, aber nicht durchgehaltene Malariaprophylaxe verändert das Krankheitsbild, ohne zu schützen. Schon aus dem Abstand zwischen Aufenthalt und Beginn der Beschwerden ergeben sich erste Eingrenzungen, weil die Inkubationszeit je nach Erreger sehr unterschiedlich lang ist.

Für einen Befund gilt dabei eine Regel ohne Ausnahme: Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet ist so lange als Malaria zu behandeln, bis das Gegenteil erwiesen ist. Die gefährlichste Form kann innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden, und die Beschwerden zu Beginn – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit – sind von einem grippalen Infekt nicht zu unterscheiden. Die Untersuchung des Blutes duldet deshalb keinen Aufschub.

Über das Blut hinaus richten sich die Untersuchungen nach dem jeweiligen Verdacht. Wurmerkrankungen werden häufig über den Nachweis von Eiern im Stuhl gefunden, für den mehrere Proben an verschiedenen Tagen nötig sein können (Stuhluntersuchung); bei einer Form der Schistosomiasis gelingt der Erregernachweis dagegen im Urin. Eine Vermehrung einer bestimmten Art weißer Blutkörperchen, der eosinophilen Granulozyten, lenkt den Verdacht auf einen Wurmbefall, ohne die Art des Wurms zu bestimmen. Bestimmungen von Antikörpern helfen dort, wo der Erreger selbst schwer zu fassen ist; sie zeigen jedoch nur an, dass ein Kontakt stattgefunden hat, und unterscheiden eine zurückliegende von einer bestehenden Infektion oft nicht.

Proben, bei denen ein hochansteckender Erreger im Raum steht, gehen an besonders gesicherte Speziallabore. Der Verdacht selbst löst dabei bereits Maßnahmen aus, bevor ein Ergebnis vorliegt, weil die Absonderung des Patienten und der Schutz des Personals nicht auf die Bestätigung warten können. Mehrere Tropenkrankheiten sind in Deutschland außerdem meldepflichtig, so dass eine Diagnose nicht nur den einzelnen Patienten betrifft, sondern auch die Behörden erreicht, die eine weitere Ausbreitung verhindern sollen.

Nicht alle Gesundheitsprobleme in den Tropen gehen auf Krankheitserreger zurück. Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit belasten den Kreislauf, ungewohnt starke Sonneneinstrahlung führt zu Sonnenbrand und Hitzschlag, Verkehrsunfälle und Ertrinken zählen bei Reisenden zu den häufigsten schweren Zwischenfällen, und Bisse und Stiche von Tieren erfordern eine eigene Beurteilung. Auch diese Fälle gehören zum Arbeitsgebiet, ebenso die Frage, ob eine bestehende Vorerkrankung eine Reise in ein Gebiet mit begrenzter medizinischer Versorgung überhaupt zulässt.

Quellen

  • Löscher, T., Burchard, G.-D., Hoerauf, A., et al. (Hrsg.): Tropenmedizin. Reisemedizin – Globale Gesundheit.
    ISBN: 9783437216428
  • Suttorp, N., Mielke, M., Kiehl, W., Stück, B. (Hrsg.): Infektionskrankheiten.
    ISBN: 9783131585813
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
    ISBN: 9783662613849
  • Jung, N., Rieg, S. (Hrsg.): Klinikleitfaden Infektiologie.
    ISBN: 9783437223228
  • Salzberger, B. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Infektionskrankheiten und Impfungen.
    ISBN: 9783437238178

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