Vitamin-A-Mangel

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 31. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein fortdauernder Vitamin-A-Mangel kann zu Problemen mit der Sehkraft und einer höheren Anfälligkeit für Infektionen führen. Ein erhöhtes Risiko für Vitamin-A-Mangel haben Menschen mit Krankheiten, welche die Nahrungsaufnahme im Darm beeinflussen, wie zum Beispiel Zöliakie, Morbus Crohn oder Mukoviszidose, Menschen mit Erkrankungen der Leber oder der Bauchspeicheldrüse, Menschen, die sich streng vegan ernähren, sowie Menschen mit längerem übermäßigem Alkoholkonsum oder Alkoholismus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Vitamin-A-Mangel?

Vitamin A Mangel
Vitamin-A-Mangel kann durch eine längere unzureichende Zufuhr von Vitamin A verursacht werden. Dies ist vor allem in Kulturen der Fall, wo Reis ein Hauptbestandteil der Ernährung ist, da er kein Carotin enthält.
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Vitamine sind eine Gruppe von Stoffen, welche vom Körper in kleinen Mengen benötigt werden, um die Gesundheit zu erhalten. Vitamin A kann nicht durch den menschlichen Körper hergestellt werden, wodurch es zu einem wesentlichen Bestandteil einer gesunden Ernährung wird. Vitamin A ist wichtig für gesunde Augen, ein gutes Sehvermögen, eine gesunde Haut und für die Bekämpfung von Infektionen. Vitamin A wird manchmal auch als Retinol bezeichnet.

Lebensmittel, die Vitamin A enthalten, sind Joghurt, Milch, Eier und Fischleberöle. Eine andere Substanz namens Beta-Carotin, die in grünem Salat und orangefarbenem und gelbem Gemüse und Obst vorkommt, kann durch den Körper zu Vitamin A umgewandelt werden. Leichte Formen von Vitamin-A-Mangel können in der Regel ohne langfristige Auswirkungen behandelt werden.

Vitamin-A-Mangel kommt häufiger in Entwicklungsländern vor, wo es oft zur Erblindung und sogar zum Tod führt. Die empfohlene tägliche Menge an Vitamin A für Erwachsene beträgt 0,7 Milligramm für Männer und 0,6 Milligramm für Frauen. Eine tägliche Ernährung, die einige der oben genannten Lebensmittel enthält, ist für gesunde Erwachsene ausreichend. In Deutschland nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung etwas höhere Referenzwerte von 0,85 Milligramm für Männer und 0,7 Milligramm für Frauen. Überschüssiges Vitamin A wird durch den Körper gespeichert. Daher benötigt man nicht zwangsläufig an jedem Tag die empfohlene Menge an Vitamin A.

Eine sehr hohe Aufnahme von Vitamin A kann zu Problemen wie rauer Haut, trockenem Haar und einer vergrößerten Leber führen. Hohe Mengen an Vitamin A bei schwangeren Frauen können auch dazu führen, dass das ungeborene Kind Fehlbildungen entwickelt. Daher sollten Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden, keine Vitamin-A-Präparate einnehmen. Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden, sollten auch keine Leber oder Leberprodukte wie Leberpastete und Leberwurst konsumieren.

Ursachen

Vitamin-A-Mangel kann durch eine längere unzureichende Zufuhr von Vitamin A verursacht werden. Dies ist vor allem in Kulturen der Fall, wo Reis ein Hauptbestandteil der Ernährung ist, da er kein Carotin enthält. Vitamin-A-Mangel kann auch auftreten, wenn der Körper nicht in der Lage ist, das Vitamin A aus der Ernährung zu verarbeiten.

Dies kann im Rahmen einer Vielzahl von Krankheiten auftreten, einschließlich: Zöliakie, Morbus Crohn, Giardiasis (eine Infektion des Darms), Leberzirrhose, Obstruktion des Gallenflusses aus der Leber und Gallenblase in den Darm.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Leichte Formen des Vitamin-A-Mangels können zu Müdigkeit führen. Sowohl leichte als auch schwere Formen von Vitamin-A-Mangel können das Risiko erhöhen für: Infektionen, einschließlich Hals- und Atemwegsinfektionen und Gastroenteritis, verzögertes Wachstum und verzögerte Knochenentwicklung bei Kindern und Jugendlichen, Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten.

Schwere Formen von Vitamin-A-Mangel können auch zu Augen- und Sehproblemen, Nachtblindheit, Verdünnung und Ulzeration der Hornhaut auf der Oberfläche der Augen, Trockenheit der Bindehaut und Hornhaut auf der Oberfläche der Augen (Xerophthalmie), ovalen oder dreieckigen oder unregelmäßig schaumigen Flecken auf der Bindehaut über der Lederhaut (Bitot-Flecken) führen.

Auch eine Perforation der Hornhaut sowie eine schwere Sehbehinderung durch Schädigung der Netzhaut an der Rückseite des Auges kann als Begleiterscheinung auftreten. Auch trockene Haut, trockenes Haar und Juckreiz (Pruritus) sind häufige Symptome eines Vitamin-A-Mangels.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Wenn ein Arzt einen Vitamin-A-Mangel vermutet, wird eine Blutuntersuchung veranlasst. Zunächst steht die Bestätigung des Vitamin-A-Mangels an. Danach ist zu überprüfen, ob irgendwelche Symptome wie Anämie auftreten.

Weitere Untersuchungen werden Tests der Sehkraft einschließen, vor allem unter nächtlichen Bedingungen. Die Untersuchung des retinolbindenden Proteins im Serum ist leichter durchzuführen und relativ günstig. Auch die Bestimmung des Zinkniveaus kann helfen, da Zinkmangel die Produktion von retinolbindendem Protein stört.

Bei Kindern können Röntgenaufnahmen der langen Knochen nützlich sein, um das Knochenwachstum zu bewerten, welches bei einem Vitamin-A-Mangel verzögert sein kann. Die Morbidität steigt, sobald die Blindheit fortgeschritten ist. Irreversible Schäden umfassen die punktförmige Keratopathie, die Keratomalazie und die Hornhautperforation.

Komplikationen

Da Vitamin A an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt ist, kann ein Vitamin-A-Mangel zu verschiedenen Komplikationen führen. Zunächst äußert sich ein ausgeprägter Mangel an Vitamin A im Auftreten von Nachtblindheit. Wenn der Mangel intensiv ist und länger besteht, kommt es langfristig auch zur Zerstörung der Augen durch Keratinbildung in der Augenbindehaut und der Hornhaut.

In der Hornhaut findet dann eine vermehrte Gefäßbildung und Infiltration von Leukozyten statt. Das führt zu Ödemen und Auflösung der Kollagenmatrix. Die Augen werden irreversibel geschädigt. Durch Mangelernährung und die damit verbundene verringerte Zufuhr von Vitamin A kann es deshalb bis zur Erblindung kommen. Auch Haut und Schleimhäute verhornen zunehmend, wenn Vitamin A fehlt.

Diese Verhornungen erhöhen wiederum das Risiko für Risse in der Haut und der Schleimhaut. Dabei erhöhen diese Hautverletzungen die Infektionsgefahr sehr stark. Die Zahl der Schleim produzierenden Zellen verringert sich außerdem. Besonders an den Atmungsorganen kann es dadurch zu komplizierten Infektionen kommen. Oft sind diese mit umfangreichen Nekrosen (Absterben der Zellen) verbunden.

Als Folge können hartnäckige Lungenentzündungen entstehen, die manchmal auch tödlich verlaufen. Häufig auftretende Harnwegsentzündungen erhöhen unter anderem das Risiko zur Entstehung von Blasensteinen. Eine weitere Komplikation, die bei Vitamin-A-Mangel auftreten kann, besteht in einer zusätzlichen Knochenbildung an der Schädelbasis. Durch die Verdrängung von Nerven kann dies auch zu Taubheit oder Blindheit führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Der Betroffene sollte bei einem Vitamin-A-Mangel immer einen Mediziner aufsuchen. Es kann bei dieser Krankheit in den meisten Fällen nicht zu einer selbstständigen Heilung kommen, sodass eine Behandlung durch einen Arzt immer notwendig ist. Je früher der Betroffene einen Arzt aufsucht, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf, sodass der Patient schon bei den ersten Anzeichen des Mangels einen Arzt konsultieren sollte. Ein Arzt ist beim Vitamin-A-Mangel dann aufzusuchen, wenn der Betroffene sehr häufig an verschiedenen Infektionen leidet.

Es kommt dabei auch zu Störungen der Knochenentwicklung und weiterhin auch zu einem verzögerten Wachstum bei Kindern. Die Betroffenen zeigen auch sehr häufig eine Unfruchtbarkeit oder vermehrt Fehlgeburten. An den Augen kann der Vitamin-A-Mangel zu Sehbeschwerden oder sogar zu einer Nachtblindheit führen, sodass auch bei diesen Beschwerden ein Arzt aufzusuchen ist. Weiterhin deutet eine sehr trockene Haut und ein starker Juckreiz auf der Haut ebenso auf diesen Mangel hin.

Bei diesen Beschwerden kann in erster Linie ein Allgemeinarzt oder ein Kinderarzt aufgesucht werden. Die weitere Behandlung richtet sich dann stark nach der Ursache des Vitamin-A-Mangels, sodass dabei keine allgemeine Voraussage über den weiteren Verlauf erfolgen kann.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von leichten Formen von Vitamin-A-Mangel umfasst den Verzehr von Vitamin-A-reichen Lebensmitteln – zum Beispiel Leber, Rindfleisch, Huhn, Eier, Milch, Karotten, Mangos, Süßkartoffeln und grünes Blattgemüse. Falls der Vitamin-A-Mangel bereits stärkere Symptome verursacht, beinhaltet die Behandlung auch die tägliche orale Einnahme von Vitamin-A-Präparaten.

Schwere Formen von Vitamin-A-Mangel können einen bleibenden Sehverlust verursachen, wenn die Behandlung mit Vitamin-A-Präparaten nicht frühzeitig erfolgt. Wenn früh milde Augenprobleme auftreten, kann die Behandlung das Sehvermögen vollständig wiederherstellen, ohne dass ein dauerhafter Verlust zurückbleibt.


Vorbeugung

Ein regelmäßiger Verzehr von Vitamin-A-reichen Lebensmitteln wird in der Regel verhindern, dass ein Vitamin-A-Mangel überhaupt entsteht, solange keine chronische Erkrankung verhindert, dass der Körper das benötigte Vitamin A aus der Ernährung bezieht. Es wird empfohlen, mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zu essen.

Verschiedenen Nahrungsmitteln wie Frühstückscerealien, Gebäck, Brot, Keksen und Fitnessriegeln wird häufig Vitamin A zugesetzt. Für Menschen mit einem generell erhöhten Risiko, vor allem für Kinder, können Vitamin-A-Präparate eine sinnvolle Ergänzung der täglichen Ernährung sein.

Nachsorge

Ein Vitamin-A-Mangel bedarf keiner umfassenden Nachsorge. Wenn der Mangel frühzeitig ausgeglichen wird, treten keine Folgebeschwerden oder gesundheitliche Komplikationen auf. Lediglich bei schweren Mangelerscheinungen, die womöglich bereits Folgesymptome hervorgerufen haben, ist eine weitergehende Nachsorge sinnvoll. Beispielsweise müssen ein verschlechtertes Sehvermögen oder Entzündungen an den Schleimhäuten ärztlich abgeklärt werden.

Im Rahmen der Nachsorge kann der Facharzt die betroffenen Körperregionen untersuchen, Blut abnehmen und gegebenenfalls auch eine CT-Untersuchung veranlassen. Ziel ist es, das Symptombild vollständig zu erfassen. Anschließend können die Beschwerden durch gezielte Maßnahmen gelindert werden. Je nachdem, wie schwer die Mangelerscheinungen ausfallen, gestalten sich Intensität und Dauer der Therapie.

Bei Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen genügt meist ein klärendes Gespräch mit dem Arzt. Unter Umständen können leichte Medikamente verordnet werden. Auch ein Gespräch mit einem Ernährungsberater kann Teil der Nachsorge sein. Während der Nachsorge muss sichergestellt sein, dass der Patient nicht erneut an einem Vitamin-A-Mangel erkrankt.

Eine umfassende Beratung von einem Ernährungsmediziner und gegebenenfalls durch weitere Fachärzte gewährleistet dies. Die Nachsorge übernimmt der Hausarzt oder der jeweils zuständige Facharzt, wenn schwere Symptome auftreten. Da bei einem Vitamin-A-Mangel die Infektanfälligkeit ansteigt, müssen Menschen mit Vorerkrankungen womöglich noch einmal den Arzt konsultieren.

Das können Sie selbst tun

Ein Vitamin-A-Mangel gehört in ärztliche Behandlung; begleitend können die Betroffenen selbst viel zu einer besseren Versorgung beitragen. An erster Stelle steht dabei eine Umstellung der Ernährung. Der Speiseplan sollte viele tierische Lebensmittel enthalten, insbesondere Milchprodukte, Fisch, Leber und mageres Fleisch. Auch pflanzliche Lebensmittel mit viel Beta-Carotin wie Karotten, Süßkartoffeln und dunkelgrünes Blattgemüse tragen zur Versorgung bei. Vitamin-A-reiche Lebensmittel sollten dunkel und verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt werden, da der Stoff licht- und sauerstoffempfindlich ist. Bei merklichen Mangelerscheinungen bieten sich Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin A oder Beta-Carotin an. Die Einnahme von Ergänzungsmitteln sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, um eine Überdosierung zu vermeiden. Schwangere Frauen sind besonders gefährdet und sprechen bei Mangelerscheinungen mit dem Frauenarzt oder dem Allgemeinarzt. Vitamin-A-Präparate dürfen Schwangere nur nach ärztlicher Anordnung einnehmen, weil hohe Vitamin-A-Mengen das ungeborene Kind schädigen können. Dasselbe gilt für Retinoide, also Abkömmlinge des Vitamin A, die zum Beispiel gegen Akne oder Schuppenflechte verordnet werden.

Begleitend zur ursächlichen Behandlung müssen die Symptome kuriert werden. Eine verminderte Sehfähigkeit lässt sich vorübergehend durch eine Sehhilfe oder die Verwendung von Augentropfen ausgleichen. Bei Müdigkeit und Schwäche empfehlen sich Ruhe und Schonung. Sollten Muskelbeschwerden auftreten, helfen Massagen und heiße Bäder. Trockene Haut kann mit einem geeigneten Pflegemittel aus der Drogerie oder der Apotheke behandelt werden. Bei Atembeschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, da ein Vitamin-A-Mangel Infektionen der Atemwege begünstigt. Anzeichen einer Blutarmut bedürfen einer ärztlichen Abklärung. Dasselbe gilt für anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsschwäche oder Entzündungen von Schleimhaut und Haut.

Quellen

  • Biesalski, H. K., Bischoff, S. C., Pirlich, M., Weimann, A. (Hrsg.): Ernährungsmedizin.
    ISBN: 9783132445956
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443471
  • Suttorp, N., Möckel, M., Siegmund, B., Dietel, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin.
    ISBN: 9783132452091
  • Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
    ISBN: 9783662572948

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