Alkoholschmerz

Alkoholschmerz ist ein Schmerz in der Lymphknotenregion, welcher nach bei bzw. nach Alkoholgenuss auftritt. Er ist ein typisches Symptom für den Morbus Hodgkin, einen bösartigen Lymphdrüsenkrebs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Alkoholschmerz?

Der Begriff Alkoholschmerz bezeichnet ein sehr spezielles Symptom der Morbus Hodgkin Erkrankung. Dabei befallen Krebszellen von den Lymphknoten der Achsel-, Hals-, Leistenregion oder vom Brustkorb ausgehend den ganzen Körper.

Der Begriff Alkoholschmerz bezeichnet im medizinischen Sprachgebrauch ein sehr spezielles Symptom einer bösartigen Lymphdrüsenkrebserkrankung. Er tritt zwar nur selten auf, soll jedoch, wenn er auftritt, sehr typisch für die Erkankung sein.

Der genaue Zusammenhang zwischen Symptom und Erkrankung kann jedoch nicht erklärt werden, weshalb zur Vermeidung von Panikmache die nachfolgenden Ausführungen unter Vorbehalt zu betrachten sind.

Dennoch sollte jeder Mensch, der bei sich selbst einen solchen Alkoholschmerz feststellt, einen Arzt aufsuchen, um der Sache mit einer einfachen Blutuntersuchung auf den Grund gehen zu können.

Ursachen

Der Morbus Hodgkin ist eine böartige Erkrankung, bei der Krebszellen von den Lymphknoten der Hals-, Achsel-, Leistenregion oder vom Brustkorb ausgehend den ganzen Körper befallen können und zu einer Vielzahl verschiedener Symptome führen.

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind immer noch nicht geklärt: Angenommen wird ein Zusammenhang mit Epstein-Barr-Viren, welche auch das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen und bei 95% aller Erwachsenen vorliegen. Auch eine Unterdrückung oder Schwächung des Immunsystems als Wegbereiter der Krebsentstehung wird diskutiert. Die Alterstruktur der Hodgkin-Erkrankten zeigt zwei Häufigkeitsgipfel, einen großen im dritten sowie einen weiteren etwas kleineren im siebten Lebensjahrzehnt. Somit sind vor allem auch jüngere Menschen betroffen, Männer dabei etwas häufiger als Frauen.

Warum es letztendlich beim Hodgkin-Lymphom zu einem Alkoholschmerz kommt, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass dieses Symptom nur bei einer kleinen Prozentzahl von Hodgkin-Erkrankten überhaupt auftritt. Dann jedoch kann es ein typisches Frühsymptom sein, welches in dieser Form jedenfalls für keine andere Erkrankung beschrieben wäre.

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Diagnose & Verlauf

Als typisch für den Alkoholschmerz beschreiben viele Betroffene, dass er bereits beim ersten Schluck Alkohol auftritt und danach oftmals schnell wieder nachlässt. Die Schmerzen können zum Beispiel als Schulter- oder Halsschmerzen auftreten, die oft lange Zeit nicht richtig eingeordnet werden können. Wer den Zusammenhang mit dem Alkoholgenuss feststellt, sollte die Sache jedoch einmal von einem Arzt abklären lassen.

Ansonsten zeigt der Morbus Hodgkin eine Vielzahl an Erscheinungsbildern, die Diagnosestellung wird oft durch uncharakteristische und nicht ernst genommene Symptome unnötig lange verzögert.

Nicht schmerzhafte und plötzlich auffallende Lymphknotenschwellungen am Hals oder in der Achselhöhle sind häufige Gründe für die Erstvorstellung beim Arzt, des Weiteren können die sogenannten "B-Symptome" wie Fieber, Nachtschweiß und nicht zu erklärende Gewichtsabnahme von mehr als 10 Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten auftreten.

Auch Leistungsminderung, Milz- oder Leberschwellung und Juckreiz sowie andere Hauterscheinungen können im weiteren Krankheitsverlauf hinzutreten. Im späten Stadium des Organbefalls sind im Prinzip alle Erscheinungen möglich.

Komplikationen

Alkoholschmerz, als Symptom bei Morbus Hodgkin auftretend, kann zu verschiedenen Komplikationen führen. Bei Nichtbehandlung kommt es zunächst zu einer Verstärkung der Schmerzen und unter Umständen zu einer Ausbreitung der Schmerzen auf weitere Körperregionen. Ist zunächst meist nur der Hals- oder Schulterbereich betroffen, breitet sich die zugrunde liegende Erkrankung des Lymphsystems später auf die Leistenregion und in den Bauchraum aus.

Begleitend kommt es zu Komplikationen wie Fieber, starken Schmerzen und zu Nachtschweiß. Außerdem kann innerhalb kurzer Zeit ein starker Gewichtsverlust beobachtet werden. Damit einhergehend kommt es zu Leistungsminderung, Juckreiz und weitergehenden Symptomen. In manchen Fällen kann es außerdem zu einer Anschwellung innerer Organe wie Leber und Milz kommen. Im weiteren Verlauf treten Störungen des Nervensystems und des Hormonhaushalts auf, auch der Urogenitaltrakt ist betreffen. In Folge der Tumorerkrankung wird außerdem das Immunsystem geschwächt, es kommt vorwiegend zu Pilz- und Virusinfektionen, Tuberkulose und paraneoplastischen Syndromen.

Nicht zuletzt geht Alkoholschmerz auch mit Hauterkrankungen wie Pemphigus und Ichthyosis und sensorischen, motorischen und autonomen Neuropathien einher. Die Nervenschäden können ihrerseits zu weiteren Erkrankungen, Autoimmunschäden und anderweitigen Komplikationen führen. Aufgrund der Vielzahl der Komplikationen, die mit Alkoholschmerz einhergehen können, ist eine frühzeitige Untersuchung durch einen Arzt zu empfehlen. Die zugrunde liegende Erkrankung Morbus Hodgkin verspricht bei einer früher Diagnose hohe Heilungsschancen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Alkoholschmerz sollte grundsätzlich von einem Arzt abgeklärt werden. Allerdings sollte zunächst geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Alkoholschmerz, verursacht durch die Lymphdrüsenerkrankung Morbus Hodgkin, handelt. Treten die Schmerzen überwiegend im Schulter- und Halsbereich auf und gehen mit ungewöhnlichen Hauterscheinungen wie Juckreiz oder Blässe einher, handelt es sich vermutlich um die Erkrankung – ein Arztbesuch ist in dem Fall dringend anzuraten.

Auch, wenn die Schmerzen speziell nach dem Konsum von alkoholischen Getränken beobachtet werden können, liegt womöglich eine ernste Ursache zugrunde, die einer Abklärung bedarf. Dasselbe gilt, wenn die Beschwerden plötzlich auftreten oder sich im Verlauf schnell verschlimmern. Generell gilt: kann ein Zusammenhang mit Alkoholgenuss festgestellt werden, muss ein Mediziner die Symptome abklären.

Bei Nichtbehandlung kann der zugrunde liegende Morbus Hodgkin zu schwerwiegenden Begleiterscheinungen führen. Ein Arzt sollte außerdem aufgesucht werden, wenn Schwellungen in der Achselhöhle oder am Hals auftreten oder es begleitend zu Nachtschweiß und einer raschen Gewichtsabnahme kommt. Leistungsminderung, Milz- und Leberschwellung sowie Juckreiz oder Rötungen sind weitere Warnzeichen.

Bei starken Schmerzen in der Hals- und Schulterregion, möglicherweise einhergehend mit Schwindel und motorischen Störungen, sollte sofort ein Notarzt alarmiert werden. Die zugrunde liegende Erkrankung verspricht hohe Heilungschancen, insofern sie früh diagnostiziert wird. Bei einer Alkoholerkrankung sollte generell ein Arzt eingeschaltet werden.

Behandlung & Therapie

Führt ein vielleicht über Wochen immer wieder bemerkter Alkoholschmerz zum Arzt, so wird dieser zunächst eine genaue Anamnese erheben, also Fragen stellen zu den Umständen des Schmerzes, zu weiteren Beschwerden und Vorerkrankungen und zu möglichen Krebserkrankungen in der Familie.

Die körperliche Untersuchung konzentriert sich dann vor allem auf die üblichen verdächtigen Lymphknotenstationen an Hals, Leiste und Axilla sowie auf Leber, Milz und Hauterscheinungen.

Da Lymphknotenschwellungen zwar in fast 90 Prozent der Fälle, jedoch eben nicht immer nachweisbar sind, kann danach noch eine Blutuntersuchung gemacht werden, in der nach zahlenmäßigen Veränderungen der Blutzellen sowie erhöhten Entzündungswerten gesucht wird.

Ist all dies unauffällig, so wird eine Hodgkin-Erkrankung sehr unwahrscheinlich. Die Entscheidung für weitere bildgebende Diagnostik wie z.B. ein CT des Brustkorbes ist in Einzelfällen nötig, je nach Anamnese und vorherigen Befunden.

Der eindeutige Beweis eines Hodgkin-Lymphoms kann nur über die Biopsie, also die Gewebeentnahme eines verdächtigen Lymphknotens erfolgen.

Der Morbus Hogdkin wird mit einer umfassenden Chemotherapie behandelt und des Weiteren oftmals auch bestrahlt. Er war übrigens eine der ersten Krebserkrankungen überhaupt, für die eine Behandlung zur Verfügung stand. Dementsprechend weit ist die medizinische Forschung mittlerweile gekommen, dass der einst unheilbare Hodgkin mittlerweile mit guten Erfolgen therapiert werden kann.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose von Alkoholschmerz hängt stark mit der zugrundeliegenden Ursache zusammen. Liegt tatsächlich ein Morbus Hodgkin vor, sind die Aussichten ohne medizinische Behandlung sehr schlecht und vier von fünf Betroffenen versterben innerhalb der ersten drei Jahre nach der Diagnosestellung. Bei adäquater Behandlung ist die Prognose hingegen sehr gut und es können circa achtzig Prozent der Betroffenen geheilt werden. Wird die Krankheit in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert, können sogar Heilungsquoten von über neunzig Prozent erreicht werden.

Ist der Grund für den Alkoholschmerz eine Allergie oder eine Unverträglichkeit, muss der Betroffene unter Umständen lebenslang auf Alkohol verzichten und ist dadurch in seiner Lebensqualität etwas eingeschränkt. Mit einer Verminderung der Lebenserwartung oder weiteren Problemen ist hingegen nicht zu rechnen. Die Aussicht ist in diesem Fall also sehr gut.

Andere Ursachen für den Alkoholschmerz sind sehr selten. Für eine Prognose ist in solchen Fällen am besten der zuständige Arzt zu konsultieren.

Vorbeugung

Ein früher Beginn der Behandlung ist jedoch sehr wichtig für die Erfolgsaussichten. Wer also Schmerzen bestimmter Körperregionen nach dem Genuss von Wein oder Bier bei sich feststellt, sollte zumindest einmal seinen Hausarzt darauf ansprechen.

Das können Sie selbst tun

Da es sich bei Alkoholschmerz um das Symptom einer schweren Lymphdrüsenerkrankung handelt, bleibt zur Behandlung meist nur der Gang zum Arzt. Betroffene können die Beschwerden zumindest reduzieren, indem auf Alkohol und sonstige Genussmittel verzichtet wird. Durch eine rohkostreiche Ernährung besteht außerdem die Möglichkeit, die Lymphgefäße zu entschlacken und so die Schmerzen zu lindern.

Begleitend zur Behandlung des ursächlichen Morbus Hodgkin empfiehlt sich eine Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten. Die Umstellung, welche zuvor mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden sollte, umfasst regelmäßigen Sport, den Verzicht auf ungesunde Lebensmittel, und die Reduzierung von Stress. Die ursächliche Alkoholerkrankung kann durch Vermeidungsstrategien behandelt und durch Gespräche mit Freunden und Familienmitgliedern nach und nach aufgearbeitet werden.

Im Alltag kann der Alkoholschmerz durch verschiedenste Hausmittel gelindert werden. Natürliche Schmerzmittel sind etwa Gewürznelken, Olivenöl und Kümmeltee, aber auch ein entspannendes Bad, die Anwendung von Salzlösungen oder eine Wärmflasche im Bereich der Lymphknoten. Kurzfristig können die Schmerzen außerdem durch Bewegung und Ablenkung reduziert werden. Langfristig bedarf Alkoholschmerz und dessen Ursache in jedem Fall einer professionellen Behandlung durch einen Arzt.

Quellen

  • Faller, A., et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012
  • Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Schmidt, R. F., et al.: Physiologie des Menschen. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. September 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Florian kommentierte am 30.11.2015

Gibt es zum Alkoholschmerz neue Erkenntnisse?

B.K. kommentierte am 16.01.2016

ich habe letzte Nacht zum zweiten Mal festgestellt, dass ich nach dem Alkoholgenuss Schmerz im Leberbereich habe. Es fühlt sich an wie Krämpfe, die mir teilweise auch das Atmen erschweren. Es ist selten, dass ich solche Schmerzen habe, dass sie mich wecken und wachhalten. Aber diese Schmerzen sind unerträglich. Ich weiß nicht, ob dies Anzeichen für das Hodgkin-Lymphom sind. Aber nachdem ich diesen Artikel hier nun kenne, werde ich schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen.

Robin.S kommentierte am 18.02.2016

Wenn ich alkoholische Getränke zu mir nehme, habe ich einen unglaublich starken Schmerz in beiden Schultern. Der Schmerz hält meistens 15 bis 20 Minuten an. Mein Arzt, darauf angesprochen, hat mich nicht wirklich ernst genommen. Was kann ich machen?

Fin kommentierte am 05.03.2016

Wenn ich Bier trinke bekomme ich häufig thorakale Schmerzen. Diese vergehen relativ schnell wieder nach ca. 30 Minuten. Meinen Arzt brauche ich darauf nicht ansprechen, den hatte es nicht interessiert, als ich thorakale Schmerzen mit Luftnot, Schwindel, Schwäche und Angstgefühl hatte. Was kann ich machen?

Angsthase kommentierte am 23.10.2016

Ich habe seit gut acht Wochen heufiger Schwellungen im Gesicht an mir festgestellt, bei denen ich dann auch Probleme mit dem Schlucken bekam. Ich hatte erst die Vermutung, dass es durch Efeupollen ausgelöst war, habe dann auch einen Allergietest gemacht, der aber ohne Befund war. Dann dachte ich, es wäre nach dem Rasieren durch Rasierwasser ausgelöst. Jetzt bin ich dahinter gekommen, dass es jedesmal, wenn ich ein Bier trinke, plötzlich zu Schwellungen im Kieferbereich kommt, die dann zu Schluckbeschwerden führen. Ich trinke nur sehr selten Alkohol und wenn dann eine kleine Flasche Bier oder ein Glas Wein, da ich 2012 eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch eine Autoimmunerkrankung bekommen habe. Am nächsten Morgen waren die Schwellungsschmerzen weg, aber die Schläfen stark angeschwollen. Jetzt habe ich Angst, dass es mit den Lymphknoten zusammen hängt. Was kann ich machen?

Maik kommentierte am 08.12.2016

Mir wurde letztes Jahr die Diagnose gestellt, hab aber alles gut verkraftet und bin auch wieder super fit. Mein Hausarzt konnte mir auch nicht wirklich weiter helfen. Lasst euch eine Überweisung zum Internisten geben. Der kann euch am besten helfen, wenn ihr ihm die Symptome schildert.

Monika kommentierte am 04.04.2017

Ich habe schon seit längerer Zeit Alkoholschmerzen. Schon nach dem ersten Schluck bekomme ich sehr starke Bauchschmerzen, welche aber schnell wieder vorbei sind. Jetzt war ich bei meinem Hausarzt und habe ihm davon berichtet. Ich hatte das Gefühl belächelt zu werden. Blut wurde mir jedenfalls abgenommen, welches außer Folsäuremangel in Ordnung war. Nun muss ich noch zum Magenspiegeln und zum Frauenarzt. Außerdem bin ich beim HNO-Arzt in Behandlung, da ich Schluckbeschwerden habe, mich immer räuspern muss, als hätte ich einen Fremdkörper im Hals. Ich hätte gerne eine ERCP-Untersuchung, dabei wird gleich die Bauchspeicheldrüse und der Gallengang untersucht.