Beckenboden-EMG
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Unter einem Beckenboden–EMG versteht man ein Verfahren zur Diagnostik von Harnblasenentleerungsstörungen. Es können Funktion und Aktivität der Muskulatur aufgezeichnet und somit pathologische Veränderungen festgestellt werden.
Was ist das Beckenboden–EMG?
Als Beckenboden–EMG wird eine Elektromyographie der Beckenbodenmuskulatur bezeichnet. Die Elektromyographie gilt als zusätzliche Untersuchung der Uroflowmetrie und dient zur Quantifizierung und anschließender Beurteilung der Beckenbodenmuskulatur.
Die Uroflowmetrie beinhaltet verschiedene Untersuchungsmethoden zum Diagnostizieren von Blasenentleerungsstörungen. Während der Untersuchung mittels einer Beckenboden-Elektromyographie werden Muskelaktionspotentiale der quergestreiften Beckenbodenmuskulatur und der Sphinktermuskulatur (Schließmuskel) aufgezeichnet. Bei Muskelaktionspotentialen handelt es sich um elektrische Impulse, die durch Muskelaktivität ausgelöst werden.
Die Aufzeichnung des Muskelaktionspotentials wird als Elektromyogramm bezeichnet. Neben der Anwendung zur Diagnostik kann diese Untersuchungsmethode, mit den entsprechenden zusätzlichen Utensilien wie einem akustischen Verstärker oder einem Bildschirm, zu therapeutischen Zwecken benutzt werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt bei dem sogenannten Biofeedback-Training. Diese Art des Trainings dient dazu, die Funktion des Beckenbodens, die in der Regel nicht bewusst wahrnehmbar ist, zu messen und dem Patienten eine Rückmeldung zu geben. Der Patient kann anhand dieses Feedbacks Einfluss auf das Messergebnis nehmen und beispielsweise die Muskelspannung des Beckenbodens erhöhen oder vermindern.
Funktion, Wirkung & Ziele
Bei der Untersuchung von Miktionsstörungen wird während der Beckenboden-Elektromyographie kein Kontrastmittel verwendet; das Verfahren birgt daher weniger Risiken als andere Untersuchungsmethoden. Die Belastungsinkontinenz, auch bekannt als sogenannte Stressinkontinenz, wird mittels eines Nadel–EMGs untersucht. Durch das EMG kann eine qualitative und quantitative Beurteilung der Miktion erfolgen und eine mögliche Ursache der Inkontinenz gefunden werden. Des Weiteren wird dieses Verfahren der Diagnostik auch außerhalb der Urologie im Bereich der analen Inkontinenz angewendet, um eine anale Funktionsstörung zu beurteilen. Außerdem kommt es noch in der Proktologie zum Einsatz, zur Untersuchung einer möglichen pathologischen Obstipation (Verstopfung).
Das Verfahren des Flow–EMG zur Einschätzung einer vorliegenden Miktionsstörung ist eines der wichtigsten Screening-Verfahren. Dabei sollte immer beachtet werden, dass je nach Alter und Geschlecht die Werte der Miktion unterschiedlich ausfallen. Daher ist die Anamnese des Patienten sehr wichtig, um eine aussagekräftige Beurteilung zu erstellen.
Um ein adäquates Ergebnis durch das Verfahren der Beckenboden–Elektromyographie zu erzielen, ist vor allem die richtige Positionierung der Elektroden wichtig. Um die entsprechenden Muskelaktionspotentiale abzuleiten, muss eine Klebeelektrode im Bereich des Afters und eine als Erdungselektrode (Indifferenzelektrode) am Oberschenkel angebracht werden. Bei dem sogenannten Nadel–Beckenboden–EMG werden keine Klebeelektroden, sondern Nadelelektroden verwendet. Diese werden direkt im Gewebe platziert.
Die Aufzeichnung der Muskelaktionspotentiale erfolgt über einen 2–Kanal–Schreiber. Während einer Miktionsphase zeichnet dieser eine Harnflusskurve und die Funktion der Beckenbodenmuskulatur auf. Ein urologischer Facharzt kann anhand dieser Werte und der Anamnese des Patienten eine Beurteilung zum Miktionsverhalten abgeben.
Es gibt unterschiedliche Verfahren der Beckenboden–Elektromyographie. Allgemein lässt sich anhand dieses Verfahrens die komplette quergestreifte Muskulatur des Beckenbodens beurteilen. Es werden jedoch zwei Möglichkeiten der Anwendung unterschieden. Zum einen gibt es das unspezifische, einfache Oberflächen–EMG. Dieses reicht in der Regel aus für allgemeine Beurteilungen einer Funktionsstörung. Sollen zum anderen spezifische Untersuchungen mit dem EMG erfolgen, so wird ein eher aufwendiges Nadel–EMG durchgeführt. Dieses erzielt spezifische und aussagekräftigere Ergebnisse als das Oberflächen–EMG. Obwohl dieses Verfahren die besseren Ergebnisse erzielt, wird es jedoch selten durchgeführt.
Grund dafür ist, dass es deutlich schmerzhafter ist und mehr Risiken birgt. Trotzdem ist in manchen Fällen ein Nadel–EMG von hoher Bedeutung, da auch die Spontanaktivität der einzelnen Muskeln separat aufgezeichnet wird. Dies ist von Vorteil, wenn neurologische Dysfunktionen oder Vernarbungen im Beckenbodenbereich vorliegen oder festgestellt werden sollen. Grundsätzlich ist das Verfahren des Beckenboden–EMGs als alleinige Untersuchung nicht aussagekräftig genug, um eine abschließende mögliche Diagnose zu stellen.
Die Werte variieren zu stark durch die äußeren Gegebenheiten, die nicht nur die Anamnese (Alter, Vorerkrankungen) betreffen, sondern auch die einzelnen Gewebestrukturen und die Veranlagung in ihrer Funktion. Daher gilt das EMG als ein Diagnostikverfahren von vielen aus der Uroflowmetrie. Als alleinige Untersuchung sind die Ergebnisse der Elektromyographie nicht ausreichend genug und die Beurteilung demnach vage.
Bei der Beurteilung der Messergebnisse achtet der Facharzt auf die Funktion der Harnblase. Die physiologische Aktivität wird durch eine Steigerung der Muskelspannung parallel zur Füllung der Harnblase beobachtet. Verstärkte oder zu geringe Aktivität der Beckenbodenmuskulatur wird als pathologisch bezeichnet. Während der Entleerung der Blase kommt es zu einer Entspannung der Sphinktermuskulatur. Dadurch wird der Schließmuskel geöffnet und der Harn kann abgeführt werden. In dieser Phase sollte ein Elektromyogramm nur minimale oder im besten Fall keine Aktionspotentiale der Muskulatur aufzeichnen.
Werden andere Werte aufgezeigt, so kann dies ein Hinweis auf einen pathologischen neurologischen Befund sein. Die Beckenbodenmuskulatur und der Schließmuskel können dann unter Umständen nicht mit entsprechenden neurologischen Reizen der Nerven angesteuert werden.
Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren
In sehr seltenen Fällen kann es durch die Nadel–Elektromyographie zu Komplikationen kommen. Bei der Anlage der Nadelelektroden in das Gewebe kann es zu Verletzungen der Nerven oder Blutgefäße kommen, was jedoch nur sehr selten auftritt.
Vorbereitung und Ablauf
Für das Beckenboden–EMG ist in der Regel keine aufwendige Vorbereitung nötig. Nüchternheit wird nicht verlangt, und beim Oberflächenverfahren ist auch keine Betäubung vorgesehen. Wird die Ableitung mit einer Uroflowmetrie kombiniert, bittet die Praxis den Patienten meist, mit angenehm gefüllter Harnblase zu erscheinen, weil sonst kein verwertbarer Miktionsvorgang zustande kommt. Medikamente, die auf Blasenmuskel oder Blasenhals wirken – etwa Anticholinergika oder Alphablocker –, können das Bild verändern. Ob sie vor dem Termin weiter eingenommen werden, entscheidet der behandelnde Arzt; Patienten sollten Präparate nicht eigenmächtig absetzen, sondern die Einnahmeliste zum Termin mitbringen.
Vor dem Anlegen der Klebeelektroden wird die Haut gereinigt und entfettet, gelegentlich muss die Behaarung im Klebebereich gekürzt werden. Ein schlechter Hautkontakt gilt als die häufigste vermeidbare Fehlerquelle der Oberflächenableitung, weil ein hoher Übergangswiderstand das ohnehin schwache Muskelsignal im Störrauschen untergehen lässt. Anschließend wird der Patient gelagert – je nach Fragestellung und Gerät auf einem Untersuchungsstuhl, in Seiten- oder in Rückenlage, für die kombinierte Fluss–Messung sitzend beziehungsweise stehend auf dem Messplatz.
Die eigentliche Ableitung beginnt mit einer Ruhephase: Das Gerät zeichnet auf, welche Aktivität die Beckenbodenmuskulatur ohne jede Anspannung zeigt. Danach folgen genau angesagte Manöver. Der Patient wird gebeten, den Beckenboden bewusst anzuspannen und wieder loszulassen, die Anspannung eine Weile zu halten, zu husten und zu pressen. Jedes dieser Manöver prüft eine andere Teilfunktion: Die willkürliche Anspannung zeigt, ob der Muskel überhaupt angesteuert werden kann; das Halten zeigt, wie schnell er ermüdet; der Hustenstoß prüft den unwillkürlichen Reflex, der den Verschluss bei plötzlicher Drucksteigerung im Bauchraum sichert; das Pressen zeigt, ob sich der Beckenboden dabei – wie es der Ablauf verlangt – entspannt oder ob er sich paradoxerweise anspannt.
Durchgeführt wird die Untersuchung ambulant, meist in einer urologischen Praxis, einem urodynamischen Messlabor oder in der Neurologie; bei anorektalen Fragestellungen auch in der Proktologie. Angelegt und überwacht wird die Messung häufig von speziell geschultem Assistenzpersonal, die Beurteilung der Kurven bleibt dem Facharzt vorbehalten. Der Termin selbst umfasst mehr als die Ableitung: Aufklärung, Anlegen der Elektroden, Probeableitung und Befundgespräch nehmen den größeren Teil der Zeit ein, die reine Aufzeichnung nur einen kleinen.
Wie sich die Untersuchung anfühlt
Das Oberflächen–EMG ist schmerzfrei. Spürbar sind allenfalls das kühle Kontaktgel, das Kleben der Elektroden und das Abziehen der Pflaster am Ende. Es fließt kein Strom in den Körper – die Elektroden nehmen nur auf, was der Muskel selbst an elektrischer Aktivität erzeugt. Beim Nadel–EMG ist der Einstich zu spüren; während der Anspannung beschreiben Patienten die Empfindung häufig als Ziehen oder Brennen, das mit dem Herausziehen der Nadel endet.
Als belastender empfinden viele Betroffene nicht den körperlichen Reiz, sondern die Situation: Die Untersuchung findet im Intimbereich statt, und bei der kombinierten Fluss–Messung soll auf Aufforderung Wasser gelassen werden, während Personal und Geräte anwesend sind. Genau das kann das Ergebnis verfälschen, denn Anspannung und Schamgefühl führen leicht zu einer unbewussten Gegenanspannung des Beckenbodens, die im Elektromyogramm wie eine Funktionsstörung aussieht. Eine ruhige, ungestörte Umgebung und ausreichend Zeit gehören deshalb zur Untersuchungsqualität und sind kein bloßes Entgegenkommen. Wer die angesagten Manöver nicht auf Anhieb umsetzen kann, sollte das sagen: Eine Wiederholung ist unproblematisch, ein falsch ausgeführtes Manöver dagegen liefert einen unbrauchbaren Wert.
Was ein auffälliges Ergebnis bedeutet
Ein auffälliges Elektromyogramm ist keine Diagnose, sondern ein Hinweis, der erst im Zusammenhang mit Beschwerdebild, Anamnese und den übrigen Messwerten Bedeutung bekommt. Mehrere Muster werden unterschieden.
Bleibt die Aktivität der Sphinktermuskulatur während der Blasenentleerung bestehen oder nimmt sie sogar zu, statt zurückzugehen, spricht das für ein Zusammenspiel, bei dem Blasenmuskel und Schließmuskel gegeneinander arbeiten. Dieses Muster wird vor allem bei Schädigungen des Rückenmarks oberhalb des Sakralmarks beobachtet, etwa im Rahmen einer Multiplen Sklerose oder nach einer Rückenmarksverletzung. Es ist deshalb von Bedeutung, weil dabei dauerhaft gegen einen Widerstand entleert wird, was Restharn und Druckbelastung nach sich zieht.
Findet sich im entspannten Muskel eine Spontanaktivität, die dort nicht hingehört, gilt das als Hinweis auf eine Nervenschädigung, bei der Muskelfasern von ihrer Versorgung abgeschnitten wurden. Verlängerte, vielgipflige Potentiale werden dagegen als Zeichen eines Umbaus gewertet, bei dem verbliebene Nervenfasern verwaiste Muskelfasern übernommen haben; sie sprechen für eine länger zurückliegende, teils bereits kompensierte Schädigung. Lässt sich willkürlich kaum Aktivität hervorrufen, kommt eine Läsion der versorgenden Nervenbahnen infrage, wie sie unter anderem nach Geburtsverletzungen, bei einer Polyneuropathie – etwa im Rahmen eines Diabetes mellitus – oder nach Eingriffen im kleinen Becken auftreten kann.
Ein unauffälliger Befund schließt eine Störung nicht aus. Er bedeutet zunächst nur, dass sich mit dieser Methode und an dieser Stelle kein Hinweis ergeben hat. Umgekehrt ist eine erhöhte Ruheaktivität allein noch kein Krankheitsbeweis, da sie auch durch Nervosität, Kälte oder eine ungünstige Lagerung entstehen kann.
Grenzen und Fehlerquellen
Die Aussagekraft des Verfahrens ist begrenzter, als der technische Aufwand vermuten lässt. Das Oberflächen–EMG nimmt nicht nur den Beckenboden auf, sondern auch Signale benachbarter Muskeln; besonders beim Pressen kann die Bauchmuskulatur einstreuen und eine Beckenbodenaktivität vortäuschen. Bewegungen, ein loser Elektrodenkontakt und elektrische Störfelder im Raum erzeugen weitere Artefakte. Hinzu kommt, dass es für die abgeleiteten Werte keine allgemein anerkannten Normbereiche im Sinne einer Laborzahl gibt: Beurteilt werden vor allem der Verlauf und das Verhältnis der Phasen zueinander, nicht ein absoluter Zahlenwert. Auch deshalb wird die Elektromyographie des Beckenbodens als ergänzender Baustein und nicht als eigenständiges Beweismittel eingesetzt.
Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen
Für das Oberflächenverfahren gibt es kaum Einschränkungen. Offene Wunden, Ekzeme oder eine bekannte Unverträglichkeit gegenüber Klebstoffen und Elektrodengel im vorgesehenen Klebebereich sprechen dagegen; hier wird auf eine andere Elektrodenlage ausgewichen.
Beim Nadel–EMG ist mehr Zurückhaltung geboten. Eine gestörte Blutgerinnung oder eine gerinnungshemmende Behandlung erhöht das Risiko einer Einblutung, weshalb der Arzt Nutzen und Gefahr in diesen Fällen besonders abwägt. Eine Entzündung, ein Abszess oder eine frische Verletzung im Einstichgebiet ist ein Grund, die Untersuchung zu verschieben. Schmerzhafte Veränderungen wie eine akute Analfissur oder stark entzündete Hämorrhoiden machen die Ableitung für den Patienten kaum zumutbar. Kann ein Patient die angesagten Manöver nicht verstehen oder umsetzen, verliert die Untersuchung ihren Wert, weil gerade der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung beurteilt wird.
Nach der Untersuchung
Nach dem Oberflächen–EMG ist keine Nachbeobachtung erforderlich; der Patient kann den Alltag unmittelbar fortsetzen, Auto fahren und arbeiten. Nach einer Nadelableitung bleibt gelegentlich ein Gefühl zurück, das einem leichten Muskelkater ähnelt, seltener ein kleiner Bluterguss an der Einstichstelle. Anhaltende Schmerzen, eine zunehmende Schwellung, Rötung oder Fieber gehören dagegen nicht zum erwartbaren Verlauf und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Die Kurven werden anschließend gemeinsam mit den übrigen Ergebnissen beurteilt. Aus dem Gesamtbild ergibt sich, ob weitere Schritte nötig sind – etwa eine Druckmessung der Blase, eine Restharnbestimmung mittels Sonographie oder eine neurologische Abklärung. Wiederholungen sind möglich und werden vor allem zur Verlaufsbeurteilung genutzt, beispielsweise um zu prüfen, ob sich unter Physiotherapie oder gezieltem Beckenbodentraining das Ansteuerungsmuster verändert hat.
Abgrenzung zu verwandten Untersuchungen
Das Beckenboden–EMG misst elektrische Muskelaktivität – und nur diese. Es sagt nichts über Drücke, Volumina oder die Anatomie aus, weshalb es fast immer neben anderen Verfahren steht. Die Uroflowmetrie erfasst die Harnflussrate, die Zystometrie den Druck in der Blase während Füllung und Entleerung. Die Restharnbestimmung mit Ultraschall zeigt, wie viel Urin nach der Entleerung zurückbleibt, und beantwortet damit die Frage nach der Wirksamkeit der Entleerung, nicht nach ihrer Ursache. Für die Beurteilung der versorgenden Nervenbahnen kommen Verfahren zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit infrage. Bei Stuhlentleerungsstörungen ergänzen die anorektale Druckmessung und bildgebende Darstellungen des Entleerungsvorgangs das Bild. Erst die Zusammenschau dieser Bausteine erlaubt eine tragfähige Einordnung.
Einsatz beim Biofeedback
Über die reine Diagnostik hinaus wird dieselbe Messtechnik als Rückmeldeinstrument genutzt. Die abgeleitete Muskelaktivität wird dabei in ein sichtbares oder hörbares Signal übersetzt, sodass der Patient unmittelbar verfolgen kann, was seine Muskulatur gerade tut. Das ist deshalb naheliegend, weil der Beckenboden im Alltag kaum bewusst wahrgenommen wird und viele Betroffene beim Versuch der Anspannung stattdessen Bauch-, Gesäß- oder Oberschenkelmuskulatur einsetzen. Zwei Anwendungsrichtungen werden unterschieden: das Erlernen einer kräftigeren, gezielten Anspannung bei Schwäche des Verschlusses und – umgekehrt – das bewusste Loslassen bei Patienten, die beim Entleeren unwillkürlich gegenanspannen. Die Rückmeldung ersetzt dabei keine Übungsanleitung, sondern begleitet ein angeleitetes Training; die Übungen selbst werden von Physiotherapeuten mit entsprechender Zusatzausbildung vermittelt.
Quellen
- Stöhr, M., Pfister, R., Reilich, P.: Klinische Elektromyographie und Neurographie.
ISBN: 9783170350410
- Schultz-Lampel, D. (Hrsg.): Urodynamik.
ISBN: 9783662590652
- Vogel, P., Aroyo, I.: Kursbuch Klinische Neurophysiologie.
ISBN: 9783132456792
- Tanzberger, R., Kuhn, A., Baumgartner, U.: Der Beckenboden - Funktion, Anpassung und Therapie.
ISBN: 9783437451287
- Michel, M. S., Thüroff, J. W. (Hrsg.): Die Urologie.
ISBN: 9783662634011
