Konzentration

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Um alltägliche Aufgaben bewältigen zu können, ist es wichtig, Konzentration aufbauen zu können. Dabei wird der Fokus auf die zu bewältigende Aufgabe gelegt und Störfaktoren ausgeblendet. Bei einer Konzentrationsschwäche ist diese Fokussierung nicht möglich, was zur Ablenkung vom ursprünglich Geplanten führt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Konzentration?

Für die Durchführung verschiedenster Aufgabenbereiche oder Tätigkeiten ist Konzentration essenziell.

Der Begriff Konzentration kommt aus der Psychologie und bezeichnet im weitesten Sinne die Lenkung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Handlung, eine Tätigkeit oder ein Ziel. Diese Lenkung erfolgt über Fokussierung auf das zu Erreichende.

In diesem Zusammenhang meint Fokussierung die alleinige Beachtung einer auszuführenden Tätigkeit über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Dabei werden Störgeräusche, -personen oder -bewegungen bis zu einem gewissen Grad ausgeblendet, um die Handlung gewissenhaft durchführen zu können.

Das Wort Konzentration kommt von dem lateinischen concentra, was übersetzt "zusammen zum Mittelpunkt" bedeutet. Der Begriff stellt das Ziel der Tätigkeit in den Fokus (Fokussierung).

Mit der Zeit lässt die Konzentration nach, wodurch sich die Fehleranfälligkeit der gerichteten Handlung erhöht. Sie erfordert geistige Anstrengung und führt nach längerer Aufrechterhaltung zu Ermüdungserscheinungen.

Konzentration kann mithilfe verschiedener Denkaufgaben und Belastungstests gemessen werden. Eine Konzentrationsschwäche führt bei vielen Menschen zu Verzögerungen bei der Durchführung von Handlungen und Aufgaben und kann auf Dauer belastend sein.

Beeinflusst wird die Konzentration durch emotionale Faktoren, den körperlichen Zustand und Umgebungsbedingungen. Aber auch die Ernährung kann sich auf die Konzentration auswirken. Die Faktoren stehen zueinander in Wechselwirkung. Konzentration ist demnach nicht konstant, sondern schwankt je nach körperlichem und geistigem Zustand sowie der Tagesform.

Funktion & Aufgabe

Für die Durchführung verschiedenster Aufgabenbereiche oder Tätigkeiten ist Konzentration essenziell. Ist der Mensch nicht dazu in der Lage, sich zu konzentrieren, kann es je nach Situation gefährlich werden.

Ein gutes Beispiel ist das Autofahren. Es handelt sich um einen Vorgang und eine Handlungsweise, die schnell automatisiert wird. Sie läuft automatisch ab, da die nötigen Prozesse durch regelmäßiges Fahren verinnerlicht werden. Dadurch passiert es überdurchschnittlich oft, das die Konzentration beim Fahren nachlässt, da sie in vielen Situationen nicht aktiv benötigt wird. Reflexe spielen sich aus Gewohnheit ein und der Mensch handelt ohne darüber nachdenken zu müssen. Kommt es allerdings zu plötzlichen, unbekannten Situationen im Straßenverkehr, ist die Konzentration auf die eigenen Handlungsschritte wichtig, um entsprechend reagieren zu können.

Durch eine erhöhte Aufmerksamkeitsspanne steigt zudem die Leistungsfähigkeit. In Schule und Beruf ist die Konzentration wichtig, um schwierige Sachverhalte erfassen zu können. Ist der Mensch abgelenkt, können Inhalte nur schwer oder gar nicht gespeichert und behalten werden.

Die Verarbeitung der alltäglichen Informationen erfordert somit immer ein gewisses Maß an Konzentration. Dies gilt insbesondere für Themenbereiche, die außerhalb der üblicherweise ausgeführten Tätigkeiten liegen. Damit fallen Aufmerksamkeit und Konzentration in erster Linie unter die Schutzmechanismen, sind andererseits aber auch für die Lernfähigkeit mitverantwortlich.

So reichen ein hoher Intelligenzquotient und Begabung bei Kindern beispielsweise nicht aus, um einen guten Schulabschluss zu erzielen. Die Konzentration auf gestellte Aufgaben bildet neben der Motivation eine wichtige Säule des Lernens.

Gefördert wird die Konzentration durch Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B. Auch Sport, kurze Tagschlafphasen sowie Meditation oder andere Konzentrationsübungen wirken sich positiv aus.


Krankheiten & Beschwerden

Bei Störungen der Konzentration handelt es sich vorwiegend um die Beschreibung eines Symptoms. Eine Konzentrationsschwäche ist keine Krankheit an sich, sondern in den meisten Fällen eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen oder Beschwerden. Dabei bezeichnet die Konzentrationsschwäche die fehlende Fähigkeit, sich über einen bestimmten Zeitraum auf eine auszuübende Tätigkeit zu fokussieren. Betroffene sind nicht dazu in der Lage, andere Reize abzuschirmen.

Die Ursachen können vielseitig sein. Häufig ist eine Konzentrationsschwäche nur eine kurzlebige Erscheinung, die beispielsweise durch mangelnden Schlaf bedingt wird. Aber auch Stressfaktoren oder eine Ablenkung durch äußere Bedingungen kann die Konzentration beeinträchtigen.

Eine Überlastung führt zudem in vielen Fällen zum Nachlassen der Konzentration. Der Mensch ist nur eine gewisse Zeit lang in der Lage, Neues aufzunehmen. Danach benötigt er eine Ruhephase, um das Aufgenommene zu verarbeiten. Ist die Kapazität und Menge dessen aufgebraucht, schwindet die Konzentration. Unaufmerksamkeit und Müdigkeit sind oftmals die Folge.

Andere Ursachen können ein Mangel an Bewegung, zu geringe Sauerstoffzufuhr oder eine Mangelernährung sein. Je nach Intensität können sich auch Allergien entsprechend auswirken. Die Einnahme von legalen oder illegalen Drogen senkt häufig zudem die Konzentrationsfähigkeit. Ebenso kann eine Konzentrationsschwäche durch Nebenwirkungen von Medikamenten oder einer Chemotherapie auftreten.

Eine andere Möglichkeit sind psychische Erkrankungen wie das Burnout-Syndrom oder Depressionen. Hinzu kommt eine Reihe körperlicher Erkrankungen, die ebenso mit einer Störung der Konzentration einhergehen. Dazu zählen Magersucht, die wiederum in Wechselwirkung mit einer Mangelernährung steht sowie eine Schilddrüsenüberfunktion. Hierbei kann es beispielsweise zu einem rapiden Abbau verschiedener Stoffe kommen, die für die Konzentration gebraucht werden.

Bei älteren Menschen kann eine schlechte Durchblutung des Gehirns Auslöser sein. Aber auch Alzheimer und Demenz bringen Konzentrationsstörungen als Begleiterscheinung mit sich. Im Rahmen der Wechseljahre kann es aus hormonellen Gründen bei Frauen zu Aufmerksamkeitsverlust kommen. Bei Kindern hingegen kann die Ursache auch eine ADHS- oder Legasthenie-Erkrankung sein.

Ein Mediziner wird bei der Diagnosestellung insbesondere mit Blut-, Hör- und Sehtests arbeiten. Aber auch ein EEG kann zum Einsatz kommen.

Quellen

  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Mumenthaler, M., Mattle, H.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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