Laserbehandlung (Lasertherapie)
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Durch die Erforschung der Wirkung von Laserstrahlen ist es auch in der Medizin möglich geworden, zahlreichen Patienten eine entlastende und effiziente Laserbehandlung oder Lasertherapie in vielen Bereichen durchzuführen. Die Laserbehandlung ist eine Vorgehensweise, die zu den wegweisenden Therapievarianten geworden ist.
Was ist eine Laserbehandlung
Die Laserbehandlung, die im fachlichen und umgangssprachlichen Gebrauch gleichfalls als Lasertherapie bezeichnet wird, ist ein komplexes und fortschrittliches Verfahren. Die Basis für die Laserbehandlung stellen hoch entwickelte und empfindliche technische Geräte und Technologien dar, die durch einen Laser gestützt werden.
Insbesondere die markanten physikalischen Wirkungsweisen des Laserlichts sind die Basis für die Laserbehandlung. Zu diesen Gegebenheiten gehören die Kohärenz und die Hitzeentwicklung sowie die Polarisation des Lichtes.
Außerdem kann die Laserbehandlung durch die Auswahl verschiedener Wellenlängenbereiche und der sogenannten Pulsfrequenz und -dauer beeinflusst werden. Die Laserbehandlung kann jedoch nicht in der gleichen Art und Weise für jedes Therapieziel und jede Erkrankung genutzt werden.
Geschichte & Entwicklung
Die Entwicklung der Laserbehandlung begann mit der theoretischen Grundlage der stimulierten Emission, die Albert Einstein 1917 formulierte. Diese Idee bildete die Basis für die spätere Entwicklung des Lasers.
Der erste funktionierende Laser wurde 1960 von Theodore Maiman mit einem Rubinkristall als Medium gebaut. Dies markierte den Beginn der medizinischen Nutzung von Lasertechnologie. Bereits in den 1960er-Jahren erkannten Forscher das Potenzial des Lasers für chirurgische Eingriffe. Erste Anwendungen erfolgten in der Augenheilkunde, etwa zur Netzhautbehandlung.
In den 1970er-Jahren wurden CO₂-Laser und Argonlaser für dermatologische und chirurgische Eingriffe eingeführt. Sie ermöglichten präzisere Schnitte und schnellere Heilungsprozesse. Die 1980er-Jahre brachten Fortschritte in der Lasertherapie zur Hautverjüngung, Haarentfernung und Tumorbehandlung.
Mit dem Einsatz von Excimerlasern in den 1990er-Jahren wurde die refraktive Augenchirurgie revolutioniert, insbesondere die LASIK-Methode zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. In den 2000er-Jahren verbesserten sich Laseranwendungen in der Zahnmedizin, Dermatologie und Onkologie weiter, dank präziserer und schonenderer Verfahren.
Heute ist die Laserbehandlung ein unverzichtbarer Bestandteil der modernen Medizin, mit kontinuierlichen Fortschritten in minimalinvasiven und hochpräzisen Techniken.
Einsatz & Indikation
Eine Laserbehandlung wird in vielen medizinischen Fachbereichen eingesetzt, insbesondere wenn präzise, minimalinvasive und schonende Verfahren erforderlich sind. Sie kommt sowohl aus therapeutischen als auch aus ästhetischen Gründen zum Einsatz.
In der Augenheilkunde wird eine Laserbehandlung notwendig, wenn Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigiert werden sollen (z. B. LASIK). Auch Erkrankungen der Netzhaut, etwa bei diabetischer Retinopathie oder Netzhautablösungen, erfordern oft eine Lasertherapie.
In der Dermatologie wird der Laser zur Behandlung von Pigmentflecken, Narben, Warzen, Besenreisern, Tätowierungen oder Akne eingesetzt. Zudem ist die dauerhafte Haarentfernung mit Lasertechnologie eine weit verbreitete Methode.
In der Onkologie kann eine Laserbehandlung notwendig sein, um Tumorgewebe gezielt zu zerstören, insbesondere bei oberflächlichen Krebsformen wie Haut- oder Blasenkrebs.
In der Zahnmedizin ermöglicht der Laser eine schonende Kariesbehandlung, Zahnfleischkorrekturen und Wurzelbehandlungen ohne Bohrer.
Chirurgische Eingriffe, wie in der Gynäkologie (Gebärmutterhalsveränderungen), HNO-Heilkunde (Polypenentfernung) oder Urologie (Nieren- und Blasensteine), profitieren ebenfalls von Lasertechnologien.
Eine Laserbehandlung wird notwendig, wenn herkömmliche Methoden nicht effektiv genug sind oder wenn ein präziser, gewebeschonender Eingriff erforderlich ist.
Vorteile & Nutzen
Eine Laserbehandlung bietet zahlreiche Vorteile gegenüber traditionellen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, insbesondere durch ihre Präzision, Gewebeschonung und schnelle Heilung.
Ein wesentlicher Vorteil ist die hohe Genauigkeit des Lasers, der es ermöglicht, Gewebe millimetergenau zu behandeln, ohne umliegende Strukturen unnötig zu schädigen. Dies ist besonders in der Augenheilkunde (z. B. LASIK) oder bei Tumorentfernungen von Bedeutung.
Laserbehandlungen sind häufig minimalinvasiv, da sie keine oder nur sehr kleine Schnitte erfordern. Dadurch kommt es zu weniger Blutverlust, geringerer Narbenbildung und schnelleren Heilungsprozessen. In der Dermatologie werden beispielsweise Hautveränderungen entfernt, ohne tiefe Schnitte oder Stiche zu benötigen.
Ein weiterer Vorteil ist die geringe Infektionsgefahr, da der Laser durch die hohe Energie keimabtötend wirkt. In der Zahnmedizin wird dies für schonende Kariesbehandlungen genutzt.
Viele Laserbehandlungen sind schmerzärmer als traditionelle Verfahren, wodurch häufig auf Betäubungsmittel oder lange Erholungszeiten verzichtet werden kann. Zudem erfolgt die Behandlung oft ambulant, sodass kein Krankenhausaufenthalt notwendig ist.
Dank der stetigen Weiterentwicklung der Lasertechnologie sind moderne Lasergeräte heute an verschiedene Gewebetypen anpassbar, wodurch sie in nahezu allen medizinischen Bereichen als effektive Alternative zu klassischen Methoden eingesetzt werden können.
Funktion, Wirkung, Anwendung & Ziele
Die Laserbehandlung wird zur Ausheilung von Erkrankungen und zur Linderung von Beschwerden eingesetzt. Typische Anwendungen der Laserbehandlung sind das Laserskalpell und die lasergestützte Akupunktur sowie die operative Lasertechnik.
Beschwerden auslösende Festkörper wie Gallen-, Nieren- oder Harnsteine können mit der Laserbehandlung zerstört werden. In der Augenheilkunde, der ästhetischen Medizin, der Dermatologie und der Zahnmedizin ist die Laserbehandlung gegenwärtig gängig geworden.
Bei einer Laserbehandlung kann die Funktionsweise eines Lasers dahingehend ausgenutzt werden, dass es zu einer Erwärmung spezieller Gewebsbereiche kommt. In diesem Zusammenhang dient der Laser zur Ausführung von chirurgischen Schnitten oder zur Verödung von Blutgefäßen. Bei einer LASIK-Laserbehandlung werden sogenannte Femtosekundenlaser eingesetzt, die extrem kurze Laserimpulse aussenden können.
Durch die im Lichtstrahl des Lasers enthaltene Energie kommt es zu Veränderungen im Gewebe. Es bilden sich Kohlendioxidbläschen und Wasser. In Abhängigkeit von den Bestandteilen des Lasers kommt es zu einer stufenweisen Anregung der Atome der Zellstrukturen, die dadurch in einen höheren Energiezustand gelangen.
Die Wirkung der Laserbehandlung kann dazu führen, dass eine Hemmung von entzündlichen Vorgängen im Gewebe erzielt werden kann. Durch eine Verstärkung der Energie der Lichtstrahlen besitzt die Laserbehandlung ebenfalls Effekte, die zu einer Abschwellung von Gewebe führen und dieses zu einer eigenen Regeneration anregen. Darüber hinaus ist während der Laserbehandlung eine die Durchblutung steigernde Wirkung erzielbar. Mit der Laserbehandlung können schmerzhafte Beschwerden gelindert werden.
Nach dem Konzept der Low-Level-Lasertherapie soll die Stabilisierung der Zellwände die Stoffwechselaktivitäten anregen und die Ausschüttung körpereigener Botenstoffe fördern. Diese Resultate werden dadurch begünstigt oder eingedämmt, wie hoch der Energiegehalt bei einer Laserbehandlung ist. Die Leistungsfähigkeit des Lasers und die Beschaffenheit der zu therapierenden Zonen beeinflussen die Laserbehandlung ebenso.
Die Ziele der Laserbehandlung bestehen darin, mit einem für die Patienten möglichst wenig belastenden Verfahren Beschwerden auch tief liegender Strukturen zu lindern. Dies bezieht sich auf die Therapie zur Behebung von Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie der Verbesserung der Heilung von Verletzungen der Muskeln, Bänder und Sehnen.
Auch bei Arthrose wird die Laserbehandlung zur Linderung der Beschwerden eingesetzt. In diesem Zusammenhang sollen die Patienten schmerzfrei werden und die entzündlichen und degenerativen Prozesse aufgehalten werden. Ein Wiederaufbau von bereits zerstörtem Knorpelgewebe lässt sich damit allerdings nicht erreichen.
Laserarten & ihre Zielstrukturen
Der Begriff Laserbehandlung fasst sehr unterschiedliche Geräte zusammen. Welcher Laser eingesetzt wird, richtet sich weniger nach der Erkrankung als nach der Struktur, die getroffen werden soll. Denn jedes Gewebe nimmt Licht bevorzugt in einem bestimmten Wellenlängenbereich auf; dieser Zusammenhang wird als selektive Photothermolyse bezeichnet. Ziel ist, dass die Energie dort in Wärme umgesetzt wird, wo sie wirken soll, und das Nachbargewebe möglichst wenig aufheizt.
Ein Teil der Laser zielt auf das Wasser im Gewebe. Sie tragen Haut Schicht für Schicht ab und werden deshalb als abtragende oder ablative Laser bezeichnet - etwa bei der Entfernung von Warzen oder bei der Glättung von Narben. Andere Geräte sind auf das Farbpigment Melanin abgestimmt und kommen bei Pigmentstörungen und bei der dauerhaften Haarentfernung zum Einsatz. Eine dritte Gruppe wird vom roten Blutfarbstoff aufgenommen und eignet sich für Gefäßveränderungen wie Feuermale, Hämangiome oder Besenreiser. Für Tätowierungen werden Laser mit extrem kurzen Impulsen verwendet: Sie zersprengen die eingebrachten Farbpartikel in kleinere Bruchstücke, die der Körper anschließend selbst abtransportiert - weshalb mehrere Sitzungen im Abstand von Wochen die Regel sind.
Quer dazu liegt der Unterschied zwischen abtragenden und nicht abtragenden Verfahren. Nicht abtragende Laser lassen die Hautoberfläche intakt und wirken in tieferen Schichten; sie sind schonender, brauchen aber meist mehr Sitzungen. Bei fraktionierten Verfahren wird die Fläche nicht flächendeckend behandelt, sondern in einem Raster vieler winziger Herde. Zwischen ihnen bleibt unversehrte Haut stehen, von der aus die Heilung ausgeht. Auch das erklärt, warum sich die Ausfallzeit nach einer Laserbehandlung je nach Gerät und Einstellung stark unterscheidet - von praktisch keiner bis zu einer über Tage sichtbar geröteten und krustigen Haut.
Durchführung & Ablauf
Der genaue Ablauf einer Laserbehandlung hängt von der jeweiligen medizinischen Anwendung ab, folgt jedoch in der Regel bestimmten Grundschritten.
Zunächst erfolgt eine Voruntersuchung, bei der der behandelnde Arzt die Indikation für die Lasertherapie prüft und mögliche Risiken abklärt. Dabei können bildgebende Verfahren oder Labortests zur Diagnosestellung genutzt werden.
Vor der eigentlichen Behandlung wird das zu behandelnde Areal gereinigt und, falls nötig, lokal betäubt. In einigen Fällen, wie bei der Augenlaserchirurgie oder bei größeren chirurgischen Eingriffen, kann auch eine Sedierung oder Vollnarkose erforderlich sein.
Während der Behandlung richtet der Arzt den Laserstrahl gezielt auf das betroffene Gewebe. Je nach Art der Therapie kann der Laser dabei Schneiden, Gewebe verdampfen oder Zellen stimulieren. Der Patient trägt in den meisten Fällen eine Schutzbrille, um die Augen vor der Laserstrahlung zu schützen.
Nach dem Eingriff erfolgt eine kurze Nachbeobachtung, um eventuelle Reaktionen des Körpers zu prüfen. Anschließend erhält der Patient Hinweise zur Nachsorge, wie die Vermeidung von Sonnenlicht, die Anwendung spezieller Pflegeprodukte oder die Einnahme von Medikamenten zur Unterstützung der Heilung. Die meisten Patienten können nach der Behandlung direkt nach Hause gehen.
Risiken & Gefahren
Die Laserbehandlung kann während oder nach dem Eingriff zu Nebenwirkungen führen. Diese treten im Rahmen von örtlich begrenzten Rötungen und Schwellungserscheinungen der Hautflächen auf und können mit Juckreiz verbunden sein.
Mögliche Nebenwirkungen der Laserbehandlung sind ebenfalls in Abhängigkeit von der Intensität des Eingriffs Blasen- und Narbenbildungen. Diese entstehen hauptsächlich dann, wenn die Laserbehandlung aufgrund einer zu großen Hitzeentwicklung zu Verbrennungen verschiedener Hautregionen führt. Die Nebenwirkungen der Laserbehandlung können somit eher gering, aber auch folgenschwer und langwierig sein.
Bei nicht exaktem und unpräzisem Einsatz der Laserbehandlung sind Funktionsstörungen an den behandelten Organen ebenfalls nicht auszuschließen. Durch die Veränderungen der chemischen Struktur in Geweben können bei der Laserbehandlung ebenfalls Nebenwirkungen auftreten.
Wie stark die Nebenwirkungen ausfallen, hängt vom eingesetzten Verfahren ab: Schwach dosierte Anwendungen auf der Haut werden meist als schmerzfrei empfunden, während Verfahren, die Gewebe abtragen oder veröden, den Körper deutlich stärker belasten.
Wann eine Laserbehandlung nicht infrage kommt
Nicht jede Hautveränderung und nicht jeder Mensch eignet sich für eine Laserbehandlung. Manche Gegenanzeigen betreffen die Sicherheit, andere die Aussagekraft der späteren Diagnostik.
Am wichtigsten ist die zweite Gruppe: Ein Muttermal oder eine andere pigmentierte Veränderung, bei der sich der Verdacht auf Bösartigkeit nicht ausräumen lässt, wird nicht gelasert. Der Laser zerstört das Gewebe und nimmt damit die Möglichkeit, es unter dem Mikroskop zu beurteilen. Eine bösartige Veränderung könnte auf diese Weise scheinbar verschwinden, während sie in der Tiefe weiterwächst - die Erkennung eines Hautkrebses verzögerte sich. Solche Befunde werden deshalb herausgeschnitten und feingeweblich untersucht.
Bei den Verfahren, die auf Farbpigment zielen, ist der Zustand der Haut entscheidend. Frische Sonnenbräune oder ein Besuch im Solarium kurz vor dem Termin lässt die Energie bereits an der Oberfläche wirken, statt in der Tiefe; Verbrennungen und bleibende Aufhellungen oder Nachdunkelungen der Haut werden dadurch wahrscheinlicher. Aus demselben Grund gehören ein zeitlicher Abstand zu intensiver Sonnenbestrahlung und ein konsequenter Lichtschutz nach der Behandlung zum Vorgehen. Bei von Natur aus dunklerer Haut ist das Risiko bleibender Pigmentstörungen höher, was die Wahl des Geräts und der Einstellungen mitbestimmt.
Weitere Umstände sprechen gegen den Eingriff oder verschieben ihn. Dazu zählen eine akute Entzündung oder Infektion im Behandlungsfeld und wiederkehrende Infektionen mit Herpes simplex, die durch den Reiz aufflammen können. Verschiedene Arzneimittel erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut - unter anderem bestimmte Antibiotika, entwässernde Mittel, Präparate mit Vitamin-A-Säure und pflanzliche Zubereitungen aus Johanniskraut; sie gehören ins Vorgespräch, ebenso wie gerinnungshemmende Medikamente vor gewebeabtragenden Anwendungen. Wer zu wulstigen, über das Wundgebiet hinauswachsenden Narben neigt, muss mit einem entsprechenden Ergebnis auch nach einer Laserbehandlung rechnen. Bei Schwangerschaft und in der Stillzeit werden Anwendungen aus ästhetischen Gründen üblicherweise aufgeschoben - nicht weil eine Schädigung nachgewiesen wäre, sondern weil belastbare Erkenntnisse fehlen.
Ein eigener Punkt ist der Schutz der Augen. Gebündeltes Laserlicht kann die Netzhaut dauerhaft schädigen, auch als Streulicht oder Reflexion. Die Schutzbrille für Behandelte und Personal ist deshalb keine Formsache, sondern die Voraussetzung dafür, dass im Behandlungsraum überhaupt gelasert werden darf.
Schließlich gehört zur Aufklärung, welches Ergebnis realistisch ist. Die meisten Anwendungen verlangen mehrere Sitzungen im Abstand von Wochen, und ein vollständiges Verschwinden lässt sich nicht in jedem Fall erreichen: Bei Tätowierungen etwa sprechen nicht alle Farbtöne gleich gut an, sodass Reste zurückbleiben können.
Wer behandeln darf & Kostenübernahme
Nicht jede Laseranwendung an der Haut ist in Deutschland an eine ärztliche Ausbildung gebunden, aber ein erheblicher Teil ist es. Geregelt wird das durch eine eigene Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen. Sie ist Ende 2020 in Kraft getreten; die Anforderungen an die Fachkunde derjenigen, die solche Geräte bedienen, gelten seit Ende 2022.
Ärztinnen und Ärzten vorbehalten sind darin unter anderem gewebeabtragende Laseranwendungen und solche, die die Oberhaut als Schutzbarriere verletzen, ferner die Behandlung von Gefäßveränderungen, die Behandlung pigmentierter Hautveränderungen sowie die Entfernung von Tätowierungen und Permanent-Make-up. Für die übrigen Anwendungen - etwa die dauerhafte Haarentfernung - genügt ein Fachkundenachweis. Vorgeschrieben ist außerdem eine dokumentierte Beratung, die auch auf eine gegebenenfalls erforderliche vorherige fachärztliche Abklärung hinzuweisen hat. Für Ratsuchende folgt daraus eine Reihenfolge: Ob ein Anbieter die konkrete Anwendung überhaupt durchführen darf, ist vor jeder Preisfrage zu klären.
Bei der Kostenfrage kommt es darauf an, ob die Laserbehandlung der Behandlung einer Krankheit dient oder ästhetischen Zwecken. Im ersten Fall kommt eine Übernahme durch die Krankenkasse in Betracht, im zweiten wird sie in aller Regel selbst getragen. Für die Low-Level-Lasertherapie besteht eine ausdrückliche Festlegung: Der Gemeinsame Bundesausschuss führt die Behandlung mit niederenergetischem Laser unter den Methoden, die in der vertragsärztlichen Versorgung nicht zulasten der gesetzlichen Krankenkassen erbracht werden dürfen.
Zum wissenschaftlichen Status dieser Anwendungsform lässt sich kein einheitliches Urteil fällen, weil er sich je nach Anwendungsgebiet stark unterscheidet. Für mehrere untersuchte Einsatzgebiete - etwa das Karpaltunnelsyndrom und unspezifische Rückenschmerzen - reichten die vorliegenden Untersuchungen in systematischen Übersichtsarbeiten nicht aus, um eine belastbare Aussage über den Nutzen zu treffen. Für die Vorbeugung einer schmerzhaften Mundschleimhautentzündung unter bestimmten Krebsbehandlungen wird sie dagegen von einer internationalen Fachgesellschaft empfohlen. Eine pauschale Einordnung - weder als allgemein wirksam noch als durchweg wirkungslos - wird dem Verfahren daher nicht gerecht.
Alternativen
Falls eine Laserbehandlung nicht möglich oder nicht geeignet ist, stehen verschiedene alternative Methoden zur Verfügung, die je nach medizinischem Bereich und Indikation eingesetzt werden können.
In der Augenheilkunde, beispielsweise bei der Korrektur von Fehlsichtigkeiten, kann statt einer LASIK-OP eine phake Intraokularlinse (ICL) eingesetzt werden. Diese implantierbare Linse korrigiert Sehfehler, ohne Gewebe zu entfernen. Alternativ kann eine Brillen- oder Kontaktlinsenanpassung erfolgen.
In der Dermatologie gibt es anstelle von Lasertherapien zur Narben- oder Pigmentbehandlung chemische Peelings, mikrochirurgische Eingriffe oder die Mikrodermabrasion, bei der die Hautschicht mechanisch abgetragen wird. Zur Haarentfernung kann Elektroepilation eine Alternative sein.
In der Onkologie kann je nach Tumorart anstelle einer Laserbehandlung eine chirurgische Tumorentfernung, eine Strahlentherapie oder eine chemotherapeutische Behandlung erforderlich sein.
Bei Zahnbehandlungen, etwa bei Karies, kann statt einer Laserbehandlung eine klassische Bohrtechnik oder ein ozongestütztes Verfahren zur Bakterienreduktion genutzt werden.
In der Gefäßmedizin, etwa zur Behandlung von Krampfadern, sind Sklerotherapie (Verödung der Gefäße) oder klassische chirurgische Eingriffe wie das Stripping-Verfahren Alternativen zur Lasertherapie.
Die Wahl der Alternative hängt von der individuellen Patientensituation, möglichen Kontraindikationen und dem gewünschten Behandlungserfolg ab.
Quellen
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Moll, I., Jung, E. G., Bahmer, F. A.: Dermatologie.
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- Kohnen, T. (Hrsg.): Refraktive Chirurgie.
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- Lang, G. K., Lang, S. J., Lang, G. E., Esser, J.: Augenheilkunde.
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- Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
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